Vulkan-News 08.10.22

Nishinoshima bleibt aktiv

Staat: Japan | Koordinaten: 27.24, 140.87 | Eruption: Ejektiv

Der japanische Inselvulkan Nishinoshima bleibt aktiv. Laut VAAC Tokio erreicht Vulkanasche eine Höhe von fast 4000 m. Da es nur schwach windig ist, driftet die Asche nur ein wenig in Richtung Norden. Heute wird eine moderate Wärmestrahlung mit 11 MW Leistung emittiert. Wahrscheinlich stammt sie von glühender Tephra, die sich im Kraterbereich ablagert, doch auch ein kleiner Lavastrom kann nicht ausgeschlossen werden. Auf einem Sentinel-Satellitenbild, das von Copernicus veröffentlicht wurde, erkennt man eine Eruptionswolke, die viel Dampf enthält. Außerdem deuten Wasserverfärbungen darauf hin, dass Hydrothermalwassser austritt. Sie können auch vom Kontakt von frischer Lava mit dem Meerwasser stammen.


Shiveluch mit Aschewolken

Staat: Russland | Koordinaten: 56.65; 161.36 | Eruption: Dom

Auf dem Halbinsel von Kamtschatka steigen Aschewolken vom Vulkan Shiveluch auf. Sie erreichen eine Höhe von bis zu 4000 m und werden vom Wind in Richtung Osten verfrachtet. Seit gestern wurden 4 VONA-Warnungen herausgeben. KVERT berichtet, dass zumindest ein Teil der Asche vom starken Wind aufgewirbelt wird, es müssen also nicht zwingend starke explosive Eruptionen erfolgen. Vom Lavadom geht Rotglut aus und er wächst.


Suwanose-jima mit weiteren Eruptionen

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Vulcanianisch

Der Vulkan des japanischen Ryukyu-Archipels bleibt recht munter. Er eruptiert mehrmals täglich Aschewolken, die VONA-Warnungen auslösen, da sie tief fliegende Flugzeuge gefährden. Seit gestern wurden vom VAAC Tokio 7 Meldungen heraus gebracht. Demnach stieg Vulkanasche bis zu 2700 m hoch auf und driftete in Richtung Süden. Seismizität und Tremor bleiben erhöht. Während die Erdbebentätigkeit etwas abgenommen hat, erreicht der Tremor gestern einen neuen Spitzenwert, als 14 Tremorphasen registriert wurden.

Vulkan-News: 05.10.22: Nishinoshima

Heute berichte ich noch einmal aus dem Kurzurlaub, bevor es bald wieder in alter Frische mit längeren Artikeln weiter geht. Im Fokus der Berichterstattung stehen Nishinoshima, Piton Fournaise, Taal und Suwanose-jima.

Nishinoshima eruptiert Aschewolken

Der japanische Inselvulkan Nishinoshima eruptiert weiter Vulkanasche. Das VAAC Tokio detektierte Asche in einer Höhe von 2700 m. Sie driftete in nordöstlicher Richtung. Der Vulkan ist recht fleißig, denn seit gestern wurden 9 VONA-Warnungen veröffentlicht. MIROVA registriert eine schwache Thermalstrahlung mit 2 MW-Leistung. Lavaströme werden offenbar nicht gefördert und die Aktivität ist rein explosiv.


Piton Fournaise: Eruption beendet

Die Eruption am Vulkan auf La Réunion endete heute Morgen plötzlich. Kurz vor ihrem Ende lebte die Aktivität auf und es wurden die stärksten Explosionen steit der Initialpahse der Eruption beobachtete. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Ausbruch nur pausiert und wieder aufleben wird, daher beobachten die Vulkanologen das Nicht-Geschehen genau.


Suwanose-jima ist sehr aktiv

Der südjapanische Vulkan Suwanose-jima ist weiterhin sehr aktiv und fördert Vulkanasche, die bis zu 4600 m aufsteigt. Die Seismizität ist erhöht: gestern wurden mehr als 50 vulkanotektonische Erdbeben festgestellt. Der Tremor ist rückläufig und so könnte es bald ein wenig ruhiger am Suwanose-jima werden.


Taal mit Vona-Meldung

Das VAAC Tokio veröffentlichte heute eine Vona-Meldung, nach der Vulkanasche in 600 m Höhe festgestellt wurde. PHILVOLCS brachte dazu noch keine Meldung heraus. Gestern gab es allerdings 11 Tremorphasen und einen Schwefeldioxid-Ausstoß von mehr als 4000 Tonnen am Tag. Es wird leichte Inflation festgestellt.

Vulkan Stromboli am 04.10.22: Neuer Lavastrom

Weiterer Lavastrom am Stromboli

Staat: Italien | Koordinaten: 38.79; 15.21 | Eruption: Strombolianisch

Heute Morgen ereignete sich am italienischen Vulkan Stromboli ein weiterer Lava-Überlauf aus dem Nordschlot. Wie das Ereignis gestern war er von kurzer Dauer und weniger Intensiv: der Lavastrom floss nur im oberen Drittel der Sciara del Fuoco und erreichte das Meer nicht. Dafür meldete das INGV zeitgleich eine leichte Steigerung der strombolianischen Aktivität und bestätigte Lavaspattering. Die meisten geophysikalischen Parameter blieben unauffällig, doch es gab eine leichte Variation in der Hangneigung. Wahrscheinlich in Form einer Versteilung des Hangs infolge von Magmen-Inflation.

Typisch für Stromboli wären weitere Ereignisse dieser Art. Es sind auch paroxysmale Eruptionen möglich, oder sogar eine Frakturbildung unterhalb des Kraters. Ähnliche Ereignisse sahen wir auf Stromboli in den Jahren 2002, 2007 und 2014. Rein statistisch gesehen wäre eine baldige Spalteneruption sogar mal wieder fällig. Aber welcher Vulkan hält sich schon an Statistiken?

Die genauen Bedingungen, die zur Bildung von Lavaströmen führen, hängen von vielen Faktoren ab, wie z.B. der Viskosität der Lava, der Menge an Gas, die im Magma eingeschlossen ist. Lavaströme sind am Stromboli eher selten, denn normalerweise eruptiert der Vulkan explosiv und stößt rotglühende Schlacken aus, die bis zu 150 m über Schlothöhe aufsteigen. Über lange Zeiträume hinweg befindet sich der Vulkan in diesem Zustand, den man als sein Gleichgewichtszustand bezeichnen könnte. Wenn es zu verstärktem Magmenaufstieg kommt, können Lavaströme entstehen. Seit einigen Jahren wird ein neuer Trend beobachtet, dass es am Stromboli neben der Bildung von Lavaströmen auch öfters zur Entstehung größerer Explosionen kommt. Daher wurde der Zugang zum Krater im Jahr 2018 gesperrt. Es ist fraglich, ob er je wieder für Touristen freigeben werden wird. Aktuell darf man nur bis Quota 290 ohne Führer aufsteigen.

Vulkan-News 04.10.22: Piton Fournaise

Piton Fournaise mit vulkanotektonischen Erdbeben

Der Piton de la Fournaise zeigt einen leichten Rückgang der Tremor-Amplitude, dennoch bewegt sie sich auf vergleichbar hohem Niveau, zumindestens für eine Eruption in ihrer 3. Woche. Aus dem Krater des Schlackenkegels wird glühende Tephra mehrere 10er Meter hoch ausgeworfen. Der Lava-Ausstoß schwankt zwischen 4 und 20 Kubikmeter in der Sekunde. Im Schnitt werden 10 Kubikmeter Lava pro Sekunde eruptiert. Der Haupt-Lavastrom ist 1500 m lang und seine Front hat das 1800 m Höhenniveau erreicht. Gestern wurden 64 vulkanotektonische Erdbeben registriert: der höchste Wert seit der Initialphase der Eruption. Es sieht nicht danach aus, als würde der Vulkanausbruch schnell enden wollen.

Vulkan-News 03.10.22: Stromboli

Stromboli mit Lavastrom

Staat: Italien | Koordinaten: 38.79; 15.21 | Eruption: Lavaspattering

Am Inselvulkan Stromboli begann heute Morgen um 9:15 UCT ein Lavastrom zu fließen. Er kommt aus dem nördlichen Krater und ist auf der Sciara del Fuoco unterwegs. Bereits am Mittag erreichte er die Küste und ergießt sich seitdem ins Meer. Das INGV berichtet, dass die geophysikalischen Parameter keine signifikanten Veränderungen zeigen. MIROVA detektiert eine hohe Thermalstrahlung mit 107 MW Leistung. Der Lavastrom ist vergleichsweise schmal, doch da er in nur 2 Stunde die Küste erreichte, scheint er für Stromboli recht dünnflüssig zu sein. Ein Indiz dafür, dass es sich um frisch aufgestiegene Schmelze handelt, die nicht sehr lange im oberen Magmenkörper verweilte, bevor die Eruption begann. Anders als Lavaströme aus Eruptionsspalten, sind die Lavaströme, die aus den Förderschloten gespeist werden meistens kurzlebig.

Seit gut 10 Tagen ist die Aktivität am Stromboli erhöht. Lavaspattering kündigte besondere Vorkommnisse an. Mit weiterer eruptiver Tätigkeit, die über die normalen strombolianischen Eruptionen hinausgehen ist zu rechnen.

Episoden mit Lavastrom-Tätigkeit sind am Stromboli keine Seltenheit, wenngleich sie nicht zum normalen Tagesgeschäft des Vulkans gehören. Zu Lavaüberläufen kommt es meistens in Phasen, die mehrere Wochen oder Monate anhalten können. Zwischen den einzelnen Episoden mit Lavaüberläufen können Tage bis Wochen liegen. Es gibt kein erkennbares Intervall, in denen die Überlaufphasen auftauchen. Manchmal gibt es mehrere dieser Phasen innerhalb eines Jahres, manchmal vergehen aber auch 2-3 Jahre bis zur nächsten Phase. Nicht selten gipfeln diese Überlaufphasen in paroxysmale Eruptionen, bei denen größere Explosionen erzeugt werden können. Diese schleudern Tephra und Blöcke bis auf die Vulkanflanken hinaus. Im Extremfall kann das Material bewohnte Areale erreichten und Schäden verursachen. Menschen können dabei auch zu Schaden kommen.


Nevados de Chillan eruptiert

In Chile ist der Vulkan Nevados de Chillan ausgebrochen und förderte eine Aschewolke. Laut VAAC Bounes Aires erreichte sie eine Höhe von 4800 m und driftete in Richtung Osten. Im Vorfeld registrierte SERNAGEOMIN einige Erdbeben mit langen Perioden, die von aufsteigendem Magma zeugten.


Piton Fournaise steigert sich weiter

Auf La Réunion ist der Piton Fournaise weiter aktiv und legte in den letzten Tagen noch ein paar Schippen glühende Kohlen, ähm Lava nach. Auch der Tremor stieg weiter an, stabilisierte sich heute dann auf seinem erhöhten Niveau. Mit dem Tremoranstieg erhöhte sich auch der Lava-Ausstoß, der nun zwischen 5-15 Kubikmeter pro Sekunde beträgt. Die Vulkanologen vom OVPF weisen darauf hin, dass die Lava zum größten Teil durch Tunnel abläuft und dass die angegebenen Werte niedrige Schätzungen sind. Es könnte auch mehr Lava unterwegs sein. Neuen Bilder zeigen, dass ein schmaler Lavastrom auch aus dem neuen Schlackenkegel floss und gut sichtbar war. Die Erdbebentätigkeit zog ebenfalls wieder an: Vorgestern wurden 24 vulkanotektonische Erschütterungen registriert.

Steinzeit-Vulkanismus in Bayern

Es gibt neue Hinweise darauf, dass die Vulkaneifel nicht der einzige Ort in Deutschland ist, in dem es in geologisch junger Vergangenheit aktiven Vulkanismus gegeben haben könnte. Geologen vom bayrischen Landesamt für Umwelt (LfU) suchen mittels einer Bohrung nach Beweisen für ihre Hypothese, dass es unweit des Fichtelgebirges Vulkane gab, die während der Steinzeit aktiv waren. Das Problem: die Steinzeit begann vor gut 2,6 Millionen Jahren und endete erst mit Beginn der Bronzezeit im 3. vorchristlichen Jahrtausend. Eine recht große Zeitspanne, die auch erklärt, warum es keine sichtbaren Spuren der eruptiven Vergangenheit der Region nordöstlich von Bayreuth gibt.

Roland Eichhorn, Leiter der Abteilung Geologischer Dienst beim LfU, teuft mit seinen Mitarbeitern eine Bohrung beim Ort Selb ab. Sie soll bis zu 70 m tief werden und liefert hoffentlich Beweise für die Hypothese, dass es hier in junger Vergangenheit einen Vulkanausbruch gab. Grund zu der Annahme lieferte die Analyse von Satellitenaufnahmen, die mit einem neuartigen Computerprogramm durchgeführt wurde. Die Software ist in der Lage dazu, die Vegetation herauszurechnen und enthüllt somit die Bodenstrukturen. Dabei traten eine Reihe von Bodenmulden zutage, die wie Vulkankrater oder Maare aussehen. Mit der Bohrung soll nun entsprechend vulkanisches Material ans Tageslicht gefördert werden. Die Forscher hoffen, dass in den Bodenproben auch organisches Material enthalten ist, mit dessen Hilfe sich C14 Datierungen anstellen lassen, so dass das Alter der Bodenproben bestimmt werden kann.

Die Hoffnung der Geologen ist nicht ganz unbegründet, denn dass es in der Region Vulkane gab ist bekannt. Schon im Jahr 2015 unternahm man wissenschaftliche Untersuchungen bei Tirschenreuth, dass ca. 30 km südlich der aktuellen Stelle liegt. Dort konnte man Eruptionen nachweisen, die sich vor 280.000 Jahren ereigneten. Das Cheb-Becken (Eger-Becken) in der Tschechei liegt nur ca. 10 km Luftlinie von Selb entfernt. Im Cheb Becken brachen Vulkane zuletzt vor ca. 15. Millionen Jahren aus. Dort sind heute noch Mofetten aktiv und es gibt Hinweise, dass sich Magma an der Grenze zur Lithosphäre ansammelt. Sollten die Forscher vom LfU beweisen können, dass es bei Selb während der jüngeren Steinzeit aktive Vulkane gab, könnte es auch die Suche nach einem Endlager für den Atommüll beeinflussen, denn vulkanisch aktive Gebiete scheiden hierfür aus.

Vulkan-News 01.10.22: Piton Fournaise

Piton Fournaise mit leichter Aktivitätssteigerung

Staat: Frankreich | Koordinaten: 21.23, -55.71 | Eruption: Spalteneruption

Der Piton de la Fournaise bleibt aktiv und zeigte sich in den letzten Tagen munterer als zuvor. Die Vulkanologen vom OVPF berichteten, dass die Tremor-Amplitude seit dem 29. Oktober zugenommen hat. Diese Aktivitätssteigerung spiegelt sch in einer leichten Erhöhung der Lava-Förderrate wieder. Die Lavaströme fließen zum größten Teil durch unterirdische Röhren, es gibt allerdings einige Austrittsstellen und Passagen oberflächlich fließender Lava. Die Förderrate liegt zwischen 4-6 Kubikmeter pro Sekunde. Gestern gab es eine kurzfristige Steigerung auf 16 Kubikmeter pro Sekunde. Außerdem steigerte sich der Gasdruck im System, weswegen der Tremor seit dem 29 September steigt. Der gestiegene Gasdruck führte zu einer Zunahme der explosiven Komponente des Vulkanausbruchs. Tatsächlich wird glühende Tephra aus dem Hauptkegel ausgestoßen, die höher aufsteigt als es in den letzten Tagen der Fall war. Es gab Explosionen die den gesamten Schlackenkegel mit glühender Tephra eindeckten. Gestern bildet sich auch ein Nebenschlot, aus dem Lavaspattering beobachtet wurde. Diese Aktivität hat heute aber wieder deutlich nachgelassen, trotzdem fließt noch Lava aus dem Nebenkrater, der sich an der südlichen Basis des Schlackenkegels befindet.

Neben einem Anstieg des Tremors, wurden auch drei vulkanotektonische Erdbeben festgestellt. Sie manifestierten sich unter dem Gipfelkrater Dolomieu. Die Beben wurden von aufsteigendem Magma verursacht und es wurde eine leichte Inflation registriert. Sie betrug weniger als 1 cm. Es steigt also mehr Magma auf, als eruptiert wird.

Der Zugang zur Caldera bleibt geschlossen. Die Pfade entlang des Calderarandes sind geöffnet. Am Wochenende ist der Besucheransturm besonders groß und es gestaltet sich schwierig einen Parkplatz zu finden. Die Behörden weisen Besucher darauf hin, dass widerrechtlich geparkte Fahrzeuge am Rand der Zufahrtsstraße abgeschleppt werden könnten.


Nishinoshima mit Aschewolke

Staat: Japan | Koordinaten: 27.24, 140.87 | Eruption: Ejektiv

Wie es aussieht, sind die japanischen Vulkane entlang des Zirkumpazifischen Feuerrings aktuell besonders aktiv, denn neben Sakurajima und Suwanose-jima, ist nun auch der Nishinoshima ausgebrochen und eruptiert Vulkanasche. Laut VAAC Tokio steigt sie bis auf einer Höhe von 3000 m auf und driftet in Richtung Osten. Das VAAC brachte die ersten beiden VONA-Warnungen zu diesem Vulkan in 2022 heraus.


Taal stößt Schwefeldioxid aus

Staat: Philippinen | Lokation: 14.002; 120.99 | Eruption: Fumarolisch

Der philippinische Taal Vulkan stößt wieder vermehrt Schwefeldioxid aus. Wie PHILVOLCS mitteilte, betrug der Ausstoß vorgestern 10718 Tonnen am Tag. Gestern waren es noch mehr als 7000 Tonnen. Die Vulkanologen warnten vor einer erhöhten Umwelt- und Gesundheitsbelastung durch VOG. Außerdem wurden 4 vulkanotektonische Erdbeben festgestellt. Der Alarmstatus steht auf „1“.


Shiveluch bleibt aktiv

Staat: Russland | Koordinaten: 56.65; 161.36 | Eruption: Dom

Im sibirischen Kamtschatka bleibt der Shiveluch aktiv. Der Dom wächst und gestern wurden wieder Aschewolken gemeldet. Sie erreichten eine Höhe von bis zu 3700 m und wurden vom Wind in Richtung Osten verfrachtet.

Stromboli mit Lavaspattering

An dieser Stelle ein kurzer Hinweis, dass Stromboli wieder in einer Phase mit Lavaspattering steckt. Das Geschehen ist gut auf der LiveCam zu verfolgen. Lavaspattering ist ein Indikator für eine Phase erhöhter Aktivität und es kommt besonders häufig zu stärkeren Explosionen, die Material bis auf die Cima und darüber hinaus auswerfen können. Man sollte das Aufstiegsverbot beachten. Aktuell sind Ausflüge bis auf die 400 m Höhenlinie erlaubt. Allerdings nur in Begleitung eines Bergführers. Ohne darf man bis zum Aussichtspunkt auf 250 m Höhenniveau steigen.

Vulkan-News 30.09.22: Sakurajima

Sakurajima mit weiteren Explosionen

Staat: Japan | Koordinaten: 31.581, 130.659 | Eruption: Explosiv

Der Sakurajima liegt in der Bucht von Kagoshima und damit am Rande eines südjapanischen Ballungsraums. Daher zählt der Vulkan zu den am besten überwachten Feuerbergen der Welt. Die Vulkanologen vom JMA bringen alle drei Tage ein Bulletin mit den neusten Entwicklungen heraus. Heute schrieben sie, dass es seit Mittwoch 7 Eruptionen gegeben hat. 2 erzeugten stärkere Explosionen, bei den größere Lavabomben -die Rede ist von Blöcken- bis zu 1700 m weit flogen, nachdem sie aus dem Gipfelkrater Minami-dake eruptiert wurden.

Das VAAC brachte mehrere VONA-Meldungen heraus und warnte wohl auch dann vor Vulkanasche, wenn es sich mehr um Exhalationen, als um Explosionen gehandelt hatte. Da Exhalationen nicht unbedingt im Seismogramm zu erkennen sind, könnten die Vulkanologen vom JMA diese nicht in ihrem Bericht erwähnt haben. Seit gestern wurden 11 VONA-Meldungen veröffentlicht. Demnach erreichte Vulkanasche eine Höhe von bis zu 4000 m über dem Meeresspiegel und driftete in Richtung Osten.

Nachts beobachtete das JMA den Sakurajima ebenfalls. Mittels einer hochlichtempfindlichen Kamera wurde ein rot illuminierter Himmel über dem Krater festgestellt. Ein Indiz dafür, dass glühendes Magma im Fördersystem steht, bzw. sich an der Oberfläche der Schlotfüllung befindet.

Es wird vor größeren Eruptionen gewarnt, die Lavabrocken in einem großen Umkreis um den Krater fördern. Ferner besteht die Gefahr, dass Pyroklastische Ströme entstehen könnten. Die Zugangsbeschränkung zum Vulkan wird aufrechterhalten. Der Alarmstatus steht auf 3.

Neues Video vom Krater

In dieser Woche wurde auch ein neues Drohnenvideo veröffentlicht, das den Gipfel des Sakurajima zeigt. Zu sehen ist, dass der Hauptkrater des Minami-dake sehr tief ist und von steilen Wänden begrenzt ist. Er ist in 2 Sektionen unterteilt. In jeder Sektion befindet sich mindestens 1 zentraler Förderschlot. Es gibt große Fumarolen, bei denen es sich auch um kleine Schlote handeln könnte. Das Video erlaubt auch Einsichten in den Showa-dake, der sich in vergangene Jahren für einen Großteil der Aktivität am Sakura-jima verantwortlich zeigte. Er ist nur durch einen schmalen Grat vom Hauptkrater getrennt. Am Grund des Show-dake bildete sich ein kleiner Kratersee. Es sieht nicht so aus, als wäre er in der letzten Zeit aktiv gewesen.