Lahar am Semeru kappt wichtige Straße

Lahar des Semeru unterbricht zentrale Verkehrsverbindung in Lumajang auf Java

Ein massiver Lahar (Schlammstrom) vom Vulkan Mount Semeru hat am Samstag die wichtigste Verbindungsstraße zwischen den Distrikten Pasirian und Tempursari vollständig zerstört. Die rund 20 Meter lange Straßenpassage im Dorf Gondoruso wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag unterspült und brach infolge starker Erosion ein. Seither ist die Strecke weder für Fahrzeuge noch für Fußgänger passierbar.




Brücke

Lahare gehören am Semeru mittlerweile zwar fast zum Alltag, beeinträchtigen das öffentliche Leben nichtsdestotrotz massiv. Besonders nach den Abgängen pyroklastischer Ströme, wie wir sie zuletzt im November sahen, kommt es infolge von starken Regenfällen gehäuft zu den Schlammfluten, die nicht selten Schäden verursachen.

Gegenüber der Lokalpresse schilderte ein Anwohner von Gondoruso, wie er die Katastrophe wahrnahm. Er meinte, dass die Wucht der Lavaflut (Schlammlawine) den Untergrund der Straße regelrecht weggespült habe. „Die Flut war so stark, dass der Boden nachgab. Es gibt kein Durchkommen mehr“, erklärte er vor Ort. Auch die Schutzmauer entlang des Flussufers brach auf einer Länge von etwa 20 Metern, wodurch der Lahar direkt auf Straßen und Felder übertrat.

Durch die Zerstörung der Ufermauer wurden mindestens vier Weiler im Distrikt Pasirian zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Bewohner müssen seither weite Umwege in Kauf nehmen oder flache Flussabschnitte durchqueren, um Nachbargebiete zu erreichen. Im Falle neuer Schlammlawinen ist das lebensgefährlich. Besonders betroffen sind Schulkinder, die ihren Unterricht nur noch mit Hilfe ihrer Eltern erreichen können. Ein Bewohner namens Agus berichtete, dass Eltern ihre Kinder entlang des noch aktiven Laharstroms zur Schule begleiten müssten – ein riskanter und beschwerlicher Weg.

Semeru

Die jüngsten Schäden stehen im Zusammenhang mit der weiterhin hohen Aktivität des Mount Semeru, der allein gestern 96 Mal explosiv eruptierte. Dabei war das Wetter in den Morgenstunden noch gut und die Eruptionen konnten mittels der AFAR-TV-Livecam beobachtet werden, wobei der Livestream auch langanhaltende Explosionsgeräusche übermittelte. Die Eruptionen erzeugten bis zu 700 m hohen Ascheauswurf.

Die indonesische Vulkanologiebehörde PVMBG hält den Alarmstatus Stufe III (Siaga) aufrecht und warnt eindringlich vor Aktivitäten entlang der Flussläufe, die vom Gipfel des Vulkans ausgehen.

Insbesondere die Flüsse Besuk Kobokan, Besuk Bang und angrenzende Nebenarme gelten als hochgefährdet, da sich dort Lava, Schlamm und Geröll über viele Kilometer talwärts bewegen können. Behörden schließen nicht aus, dass bei anhaltenden Regenfällen weitere Infrastrukturschäden entstehen.

Lokale Katastrophenschutzbehörden (BPBD Lumajang) prüfen derzeit den Bau provisorischer Übergänge und haben Anwohner aufgefordert, gefährdete Zonen zu meiden. Priorität haben laut Behörden die Sicherung von Schulwegen sowie die Wiederherstellung grundlegender Mobilität zwischen den Distrikten.