Vulkanausbruch am Fuego: Lavabomben treffen fast Touristen

Lavabombe schlägt am Fuego in der Nähe von Touristen ein – gefährlicher Tanz auf dem Vulkan

Am Fuego wäre es beinahe zu einem Unglück gekommen, als vulkanische Bomben vor den Füßen allzu wagemutiger Vulkantouristen einschlugen, die sich auf dem Grat zum Krater aufhielten – einem Bereich, der eigentlich Sperrgebiet ist. Die Absperrungen werden jedoch regelmäßig ignoriert, und tatsächlich werden die Schaulustigen oft sogar von ihren Führern dorthin geleitet. Die wenigsten dürften sich der Gefahr bewusst sein, in die sie sich begeben.

Nervenkitzel und ein besonders spektakuläres Selfie dürften die Hauptmotivation vieler Vulkantouristen sein, die sich bis auf den Grat am Krater des Fuego wagen, der vom Acatenango aus erreichbar ist. Von selbst würden allerdings die wenigsten auf die Idee kommen, dorthin zu marschieren. Tatsächlich werden viele von den Vulkanführern, die Gruppen auf den Acatenango begleiten, regelrecht dazu überredet, gegen eine Extragebühr weiter bis zum Grat zu wandern – wohlwissend, dass dies nicht nur von den Behörden verboten, sondern auch lebensgefährlich ist.

Immer wieder schleudern stärkere Explosionen des Vulkans Lavabomben und glühende Schlacken so weit aus, dass sie auf dem Grat einschlagen. Im aktuellen Fall traf ein besonders großer Brocken sogar hinter einer Gruppe auf den Boden, die sich besonders weit hinausgewagt hatte. Ein weiter hinten stehender Videograf filmte das Geschehen. Am Verlauf des Trampelpfades lässt sich zudem erkennen, dass sich einige Vulkanspotter mitunter noch näher an den Krater heranwagen.

Mir persönlich wurden ebenfalls bereits Touren auf den Grat angeboten, die ich jedoch ablehnte. Wenn Einzelpersonen mit entsprechender Vulkanerfahrung eigenverantwortlich dorthin gehen, halte ich das noch für vertretbar. Dass ortsansässige, selbst ernannte Vulkanführer jedoch Gruppen dorthin führen, deren Mitglieder meist zum ersten Mal an einem aktiven Vulkan unterwegs sind, empfinde ich als unverantwortlich.

Erst im April war es am Santiaguito beinahe zu einer Katastrophe gekommen (Vnet berichtete), als eine Gruppe besonders leichtsinniger Gipfelstürmer bis auf den aktiven Lavadom gestiegen war und dort von einer Explosion überrascht wurde. Viral gegangene Aufnahmen zeigten ihre panische Flucht den steilen Hang hinab, während Lavabomben um sie herum einschlugen. Mehrere Personen stürzten schwer und zogen sich Verletzungen zu. Ob jemand direkt von Lava getroffen wurde, ist bislang nicht bekannt geworden. Das Ganze geht solange, bis es Todesopfer gibt, mit der möglichen Konsequenz, dass Verbote mit Maßnahmen durchgesetzt werden unter denen die ganze Branche des Vulkantourismus leidet.

Der Fuego ist in diesem Jahr wieder deutlich aktiver geworden, nachdem er zwischen März und August 2025 vergleichsweise ruhig gewesen war und es über mehrere Wochen kaum Aktivität gegeben hatte. Laut einem aktuellen INSIVUMEH-Bericht wurden gestern stündlich zwischen 8 und 13 explosive Eruptionen registriert, die glühende Tephra bis zu 200 Meter über Kraterhöhe auswarfen. Vulkanasche stieg dabei bis auf 4800 Meter über dem Meeresspiegel auf.

Fuego: Vulkan stößt große Lavablöcke aus

Fuego in Hochform: Vulkan stieß gestern große Lavablöcke aus und entzückte Touristen

Der Fuego in Guatemala ist nach wie vor einer der vulkanischen Hotspots der Erde, der von Touristen hochfrequentiert wird. Tatsächlich ist der Fuego momentan einer der wenigen daueraktiven Vulkane der Welt, an dem man regelmäßig strombolianische und die stärkeren vulcanianischen Eruptionen von einem Logenplatz aus beobachten kann, ohne sich dabei einem besonders großen Risiko auszusetzen. So genossen gestern Hunderte Schaulustige die Show, die der Vulkan abgezogen hat, als er mehrmals stark eruptierte und größere Mengen glühender Tephra hunderte Meter hoch in die Luft schoss. Dabei wurden auch glühende Lavablöcke von der Größe eines Kühlschranks ausgeworfen, was auf einem Afar-TV-Livestream dokumentiert wurde.

Ein weiteres Bild, das vom Krater des Nachbarvulkans Acatenango aufgenommen wurde, zeigte zudem, dass die glühende Lava bis zu 300 m über Kraterhöhe aufstieg. Obwohl es auf der Aufnahme so aussieht, als würden sich die Schaulustigen in unmittelbarer Nähe der Eruption befinden, sind sie doch knapp 3 Kilometer vom Fuego-Krater entfernt gewesen.

Darüber hinaus stiegen Aschewolken bis auf eine Höhe von 4800 m auf und drifteten mit dem Wind nach Westen. Sie verteilten sich über den Vulkan hinaus und verursachten in bewohntem Gebiet Ascheregen, vor dem man sich mit einer Staubschutzmaske schützen sollte.  Betroffen waren Orte bis in 20 Kilometern Entfernung zum Fuego. Entgasungen erzeugten eine bis zu 600 m hohe Gasfahne über dem Krater.

Neben Asche stellt vor allem das ausgeworfene glühende Material eine Gefahr dar. Ballistische Geschosse und heiße Tephra wurden bei den stärkeren Explosionen mehrere hundert Meter weit geschleudert und erreichen teilweise die Vegetation an den Flanken des Vulkans. Begleitet wurde diese Aktivität von dumpfem Grollen, spürbaren Stoßwellen und anhaltenden Geräuschen, die von Augenzeugen oft mit dem Dröhnen einer Flugzeugturbine verglichen werden. Diese Geräusche zeugen vom kontinuierlichen Gasausstoß.

Fuego: Starke Explosion löste Waldbrand aus

Starker Vulkanausbruch am Fuego verursachte Waldbrand auf der Vulkanflanke

Am guatemaltekischen Vulkan Fuego ist es am Abend des 23. Februars gegen 23:01 Uhr Ortszeit zu einer besonders starken Explosion gekommen, die nicht nur den oberen Flankenbereich des Kraters mit glühender Tephra überzog, sondern auch einzelne Schlacken bis in bewaldete Gebiete seiner Flanken auswarf. Die glühenden Felsbrocken entzündeten offenbar die Vegetation und lösten einen Waldbrand aus.

Die Aschewolke löste beim VAAC Washington nur eine der üblichen VONA-Warnungen aus, nachdem die Asche bis auf 4300 m Höhe aufgestiegen war und in Richtung Südwesten driftete. Auch INSIVUMEH erwähnte die Eruption nicht im täglichen Update. Die Eruption wurde aber per Livestream gefilmt und es gibt lokale Medienberichte, nach denen Zeugen beobachteten, wie die glühenden Schlacken den Waldbrand auslösten.

Per Satellit werden derzeit thermische Anomalien im Bereich des Fuegos registriert, die zu ihrem Höhepunkt heute Abend eine Leistung von 535 MW erzeugten. Die Anomalien stammen von tiefer gelegenen Bereichen des Vulkans und man erkennt mehrere kleine Brandherde. Ob sie tatsächlich alle von glühenden Schlacken ausgelöst wurden, wage ich zu bezweifeln. Während der Trockenzeit sind kleinere Vegetationsbrände in Guatemala an der Tagesordnung.

Laut den Vulkanologen von INSIVUMEH geht der Fuego seinem normalen Tagesgeschäft nach und erzeugt pro Stunde zwischen 8 und 12 explosive Eruptionen, die glühende Tephra bis zu 200 m über Kraterhöhe auswerfen.  Aschewolken erreichen Höhen von bis zu 4800 m über dem Meeresspiegel. Die ausgeworfenen Schlacken prasseln auf die oberen Vulkanflanken nieder und können in den Schluchten Schuttlawinen generieren. Manche Explosionen sind so stark, dass ihre Explosionsgeräusche in den Orten am Fuß des Vulkans Fenster und Türen zum Klappern bringen und als lauter Knall hörbar sind. Im Falle starker Niederschläge – die während der Trockenzeit selten sind – drohen Lahare.

Fuego: Stärkerer Vulkanausbruch als üblich

Fuego eruptierte stärker als gewöhnlich – Lavabomben flogen über 1 Kilometer weit

Am Abend des 4. Februar eruptierte der guatemaltekische Vulkan Fuego stärker als gewöhnlich und war glühende Lavabomben bis zu 1300 m weit aus. Ein Foto dokumentiert die Eruption und zeigt, wie Lavabomben auf der Südwestflanke des Vulkans niederregneten. Die Lavabomben landeten innerhalb der Vegetationszone und verursachten einen Waldbrand, der von der Feuerwehr und der Katastrophenschutzbehörde beobachtet wird. Ob Löscharbeiten angeordnet wurden, ist bislang unbekannt. Das Gelände ist unter Lebensgefahr schwer zugänglich, daher beschränkt man sich wohl zunächst auf die Beobachtung des Brandes.

Bereits in den letzten Tagen kam es vermehrt zu kleinen Waldbränden am Fuß des Fuegos, aber auch in anderen Regionen Guatemalas, was typisch für die Trockenzeit ist. Die Katastrophenschutzbehörde CONRED berichtet auf ihrer Internetseite von zahlreichen Feuern, die bekämpft werden.

Starke Explosionen wie die gestrige treten immer wieder ohne Vorwarnung auf und können Vulkanspotter gefährden, die sich verbotenerweise auf dem Grat zwischen Acatenango und Fuego aufhalten. Da in Guatemala derzeit Hochsaison ist, wird der Fuego jeden Abend von Hunderten Vulkanbeobachtern belagert, die sich normalerweise auf den Terrassen und am Gipfel des benachbarten Acatenango aufhalten.

Die Eruption löste beim VAAC Washington eine VONA-Warnung aus, nach der die Aschewolke der stärkeren Eruption gut 1000 Fuß (300 m) höher aufstieg als gewöhnlich. Sie bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von nur 5 Knoten (rund 9 km/h) in Richtung Nordwesten und verteilte ihre aschige Fracht über Siedlungen am Fuß des Vulkans. Aufgrund der geringen Windgeschwindigkeit blieb die Asche jedoch in Vulkannähe.

In den vergangenen Tagen kam es häufiger zu etwas stärkeren Eruptionen. Auf den Livecams kann man sie bei schönem Wetter gut beobachten. Obwohl der Fuego sehr aktiv ist, hat er schon länger keinen Paroxysmus mehr erzeugt, wie es noch vor einigen Jahren regelmäßig der Fall war. Das verdeutlicht die Dynamik eines Vulkans. Wer regelmäßige strombolianische Eruptionen beobachten möchte, ist derzeit am Fuego gut aufgehoben. Laut INSIVUMEH erzeugt er zwischen 8 und 12 Eruptionen pro Stunde und ist damit munterer als in den letzten Monaten.

Fuego: Regelmäßige Vulkanausbrüche halten an

Fuego in Guatemala weiterhin daueraktiv – Ausbrüche bei guten Wetter gut zu beobachten

Der guatemaltekische Fuego gehört aktuell zu den zuverlässigsten Vulkanen der Welt und besticht durch seine regelmäßig stattfindenden strombolianischen Explosionen. Wahrscheinlich ist dieser Vulkan momentan die beste Wahl für Vulkanspotter und Touristen, die relativ gefahrlos einen eruptierenden Vulkan beobachten wollen. Ganz ohne Risiko ist eine Reise zu einem aktiven Vulkan allerdings nie, denn es kann jederzeit zu unerwartet starken Eruptionen oder Erdbeben kommen. Wetterextreme und Raubüberfälle stellen zusätzliche Risiken dar. Dennoch ist Guatemala ein für Lateinamerika vergleichsweise sicheres Reiseland.

Laut den Vulkanologen von INSIVUMEH schwebten gestern permanent Dampfwolken über dem Krater, die eine Höhe von 200 Metern erreichten und sich in nordwestliche Richtung ausbreiteten. Zudem wurden schwache bis mäßige strombolianische Explosionen mit einer Frequenz von 6 bis 9 Ereignissen pro Stunde registriert. Dabei entstandene Aschewolken stiegen bis auf 4800 Meter über dem Meeresspiegel auf. Die Asche wurde über eine Distanz von 8 bis 10 Kilometern nach Nordwesten verfrachtet, wobei feiner Ascheniederschlag aus Ortschaften an der Nordwestflanke gemeldet wurde. Die explosive Aktivität ging mit Grollen, Druckwellen und turbineähnlichen Geräuschen einher, die durch den kontinuierlichen Gasausstoß verursacht wurden. In den Nacht- und frühen Morgenstunden war ein Glühen im Kraterbereich zu beobachten.

Bei guten Wetterbedingungen fanden sich wieder zahlreiche Vulkanspotter auf den Terrassen und am Gipfel des benachbarten Acatenango ein, von wo aus man die Eruptionen gut beobachten kann. Wer nicht das Glück hatte, vor Ort zu sein, konnte die Eruptionen via Afar-TV-Livestream verfolgen. Einige der Eruptionen waren vom fotografischen Standpunkt sehr ästhetisch.

Neben dem Fuego ist auch der Domvulkan Santiaguito weiter aktiv. Der Lavadom erhält Nachschub an frischem Material und es werden Schuttlawinen ausgelöst. Es kommt zu frequenten Ascheeruptionen, bei denen Vulkanasche bis zu 800 m über Kraterhöhe aufsteigt. Eine Eruptionsfrequenz wurde im jüngsten Bericht nicht genannt.

Update: Gerade erreicht mich die Meldung, dass sich eine Serie von Explosionen ereignet hat, die etwas stärker als üblich ausgefallen ist.

Fuego eruptiert in kurzer Frequenz

Fuego eruptiert Asche und Lava – Eruptionen erfolgen schnell hintereinander

In Guatemala ist der Fuego weiterhin sehr aktiv und eruptiert in schneller Frequenz strombolianisch. Dab steigen Aschewolken bis auf 5200 m Höhe (FL170) auf und verteilen sich in Richtung Westen und regnen über bewohntem Gebiet ab. Glühende Tephra wird bis zu 200 m hoch ausgeworfen. Im Gipfelkrater sind mehrere Schlote aktiv, die abwechselnd feuern, wobei ein Schlot recht schräg schießt, so dass die glühende Tephra auf den Südwesthang fällt und in Form von glühenden Schuttlawinen fast bis zur Vegetationsgrenze hinabrollt.  INSIVUMEH veröffentlichte heute eine Satellitenaufnahme von Landsat 9, die die Glutspur einer solchen Schuttlawine zeigt.

Auf dem AFAR-TV-Livestream lassen sich die Eruptionen sehr schön beobachten. Sie folgen teilweise in kurzem Abstand von nur wenigen Minuten aufeinander, wobei nicht jeder Ausbruch eine weit hinreichende Schuttlawine erzeugt.

Fuego

Dem letzten Bericht der Vulkanologen vom 7. Januar mit Beobachtungen vom Vortag ist zu entnehmen, dass der Fuego schwache, mittelstarke und starke Explosionen erzeugte und etwa 8 bis 12 Mal pro Stunde eruptierte. Dabei stiegen Gas- und Aschewolken bis auf eine Höhe von rund 4.800 Metern über dem Meeresspiegel und wurden vom Wind in Richtung Westen getragen. Dadurch kam es in San Pedro Yepocapa sowie in den umliegenden ländlichen Gemeinden zu leichtem Ascheregen. Lavafragmente wurden bis zu 200 Meter hoch über den Kraterrand geschleudert und fielen rund um den Vulkan sowie in die oberen Abschnitte der Schluchten Santa Teresa, Ceniza und Las Lajas und erreichten teilweise den Rand der Vegetation. Diese vulkanische Aktivität wurde von Grollen, Druckwellen und lauten Geräuschen begleitet, die an den Klang einer Lokomotive erinnerten und in den nahegelegenen Ortschaften zu hören waren.

Mit dem Santiaguito ist ein weiterer Vulkan in Guatemala aktiv. Er förderte zuletzt kleinere Aschewolken, die bis auf eine Höhe von 4100 m aufstiegen und ebenfalls nach Westen verfrachtet wurden. Die Explosionen traten weniger häufig als am Fuego auf: Pro Stunde wurden bis zu 2 Eruptionen gezählt. Es kommt zu Steinschlägen und Schuttlawinen auf den Domflanken.

Fuego: Starke strombolianische Explosionen beobachtet

Fuego erzeugte Serie stärkerer explosiver Eruptionen – Vulkanasche in 5500 m Höhe detektiert

Der Fuego in Guatemala ist in den letzten Stunden ausgesprochen aktiv gewesen und erzeugte mehrere starke Explosionen, bei denen Vulkanasche bis auf eine Höhe von 5500 m aufgestiegen ist und sich mit dem Wind in südwestlicher Richtung ausbreitete. Dabei erreichte sie mit einer Geschwindigkeit von 5 Knoten (fast 10 km/h) fast die Pazifikküste. Die geringe Windgeschwindigkeit dürfte mit ein Grund dafür sein, dass die Asche wesentlich höher als sonst aufgestiegen ist. Unter der Aschewolke kam es zu leichtem Ascheregen.

Zumindest eine der Explosionen wurde heute Nacht von der Afar-TV-Livecam gefilmt. Das Bild hier ist ein mit Hilfe von KI verbesserter Screenshot, der aber das Wesen der Eruption unverfälscht wiedergibt.

Am Samstag bewegte sich die Aktivität noch im normalen Rahmen, wie aus einem INSIVUMEH-Bericht von heute hervorgeht. Die Vulkanbeobachtungsstation am Volcán de Fuego berichtete von günstigen Bedingungen für die Kraterbeobachtung, was ja nicht immer der Fall ist. Pro Stunde traten vier bis neun schwache bis mittelstarke Explosionen auf, die graue Aschesäulen in Höhen von 4.500 bis 4.800 Metern über dem Meeresspiegel aufsteigen ließen. Diese Eruptionssäulen wurden vom Wind nach Südwesten getragen und konnten Entfernungen von 10 bis 40 Kilometern erreichen.

Manche Explosionen schleuderten glühendes Material bis zu 100 Meter über den Kraterrand hinaus, während andere ein leises Grollen erzeugten, das in den Orten am Fuß des Vulkans zu hören gewesen war. Außerdem hörten Vulkanbeobachter Entgasungsgeräusche, die an das Pfeifen einer Lokomotive erinnerten. Leichter Ascheregen wurde über den Orten Panimaché I und II, Morelia sowie den umliegenden Gebieten erwartet.

Die Vulkanologen halten ihre Warnung aufrecht, dass bei Regenfällen die Gefahr von Schlammlawinen (Laharen) besteht, weshalb geraten wird, sich von den betroffenen Schluchten fernzuhalten. Außerdem gilt weiterhin das Besteigungsverbot für den Fuego, was auch für den Grat zwischen Acatenango und Fuego gilt. Dort war es Anfang des Monats zu einem Unfall gekommen, als ein Vulkantourist von Lavabomben getroffen wurde.

Fuego: Langanhaltende Eruption verursachte Ascheregen

Lang anhaltende Eruption am Fuego verursachte Ascheniederschlag im Süden des Vulkans

Der guatemaltekische Vulkan Fuego bleibt auch Mitte Dezember aktiv und stößt mehrmals stündlich glühende Tephra sowie Aschewolken aus. Der ortsansässige Fotograf Diego Rizzo dokumentierte gestern eine ungewöhnlich lang anhaltende Ascheeruption, als er am benachbarten Acatenango unterwegs war. Die Asche wurde vom Wind in Richtung Süden verfrachtet und stieg bis auf eine Höhe von 4.900 m auf. Für den Flugverkehr wurde eine VONA-Warnung ausgelöst. In den Gemeinden unter der Aschewolke kam es zu Ascheniederschlag.

Die Katastrophenschutzbehörde CONRED warnt regelmäßig vor den Folgen des Ascheregens am Fuego und empfiehlt der Bevölkerung in solchen Fällen, sich in Gebäuden aufzuhalten, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Zisternen abzudecken. Im Freien wird das Tragen von Staubschutzmasken empfohlen: Anders als etwa gerundete Sandpartikel ist Vulkanasche scharfkantig und kann die Atemwege ähnlich schädigen wie Flugzeugturbinen. Ascheablagerungen auf Fahrzeugen sollten nicht abgefegt, sondern mit viel Wasser abgespült werden, da sonst Lackschäden drohen. Hausdächer sind ebenfalls regelmäßig zu reinigen, da bereits wenige Zentimeter mächtige, feuchte Ascheablagerungen so schwer werden können, dass sie Dächer einstürzen lassen.

Die Vulkanologen vom INSIVUMEH bestätigten die anhaltenden Eruptionen und bestimmten die Ausbruchsfrequenz auf 8 bis 11 Explosionen pro Stunde, wobei die Asche normalerweise bis auf 4.800 m Höhe aufsteigt. Die Explosionen fördern glühende Tephra bis zu gut 200 m über den Krater. Sie werden von grollenden Geräuschen und gelegentlichen Druckwellen begleitet, die in den Ortschaften am Fuß des Vulkans Fensterscheiben klirren lassen. Im Falle von Niederschlägen wird ausdrücklich vor Laharen gewarnt.

Eine Warnung gilt auch für die Besteigung des Grates, der den Acatenango mit dem Fuego verbindet. Bei stärkeren Eruptionen droht dort ein Bombardement mit glühenden Schlacken, dem man nur schwer entkommen dürfte. Problematisch ist jedoch, dass sich einheimische Vulkanführer offenbar wenig um die Verbote kümmern und weiterhin Hunderte ahnungsloser oder naiver Touristen über den Grat bis in Kraternähe führen. Ähnlich überlaufen ist inzwischen auch der Krater des Acatenango, in dem sich ein regelrechtes Zeltdorf etabliert hat. Offenbar schläft es sich mitten im Krater eines noch als aktiv geltenden Vulkans besonders gut und sicher. Der Acatenango brach zuletzt übrigens im Jahr 1972 aus.

Fuego: Starke Explosion erzeugte Druckwelle

Fuego heute Nacht. © Afar-TV-Livecam, KI-bearbeitet

Explosive Eruption am Fuego erzeugte starke Druckwelle – Knall war in 20 km Entfernung zu hören

In Guatemala ist der Fuego weiterhin sehr aktiv und erzeugte heute Nacht eine Serie starker Explosionen, deren Druckwellen in den Gemeinden am Fuß des Vulkans Fenster und Türen klappern ließen. Eine der Explosionen war so stark, dass sie sogar die LiveCam zum Wackeln brachten: Sie befindet sich in 8 Kilometern Entfernung und ist auf einem stabilen Mast montiert. Das Grollen der Eruption war noch in einer Entfernung von 20 Kilometern zu hören gewesen.

Laut einem INSIVUMEH-Bericht traten die ungewöhnlich starken Explosionen bereits den ganzen Tag über sporadisch auf, dennoch wird keine Zunahme der Häufigkeit der Eruptionen festgestellt: Pro Stunde wurden zwischen 5 und 9 Eruptionen registriert. Die meisten waren schwach bis mittelstark und förderten Aschesäulen, die bis zu 4.800 Meter hoch sind und sich bis zu 40 Kilometer in westlicher und nordwestlicher Richtung ausbreiten.

Die stärkeren Explosionen deckten aber den gesamten Gipfelbereich mit glühender Tephra ein. Glühendes Material landet auf den Außenseiten des Kraters und verursacht auf den Vulkanflanken Schuttlawinen, die in Richtung der diversen Schluchten abflossen und teilweise bis an die Vegetationsgrenze gelangten. Dort besteht Waldbrandgefahr.

Aufgrund der Menge der ausgeworfenen Gesteinsmassen besteht weiterhin eine Gefahr für Vulkanbeobachter. Deshalb wird dringend empfohlen, das Gebiet rund um den Krater sowie das Plateau auf dem Grat zwischen Acatenango und Fuego nicht zu betreten. Aktuelle Social-Media-Bilder belegen allerdings, dass der Appell der Vulkanologen auch nach dem Unfall vom Wochenende weitestgehend ungehört bleibt.

Trotz der stärkeren Explosionen scheinen die Aschwolken nicht höher als sonst auch aufzusteigen.  Das VAAC Washington registriert nach wie vor Aschewolken in 4300 m Höhe, die somit sogar 500 m weniger hoch aufsteigen als von den INSIVUMEH-Vulkanologen veröffentlicht. Das kann daran liegen, dass starker Wind die Vulkanasche direkt nach der Eruption erfasst und seitlich wegdrückt, so dass die Asche nicht höher aufsteigen kann.

Feiner Ascheregen ist in den Orten Panimaché I, Morelia, Panimaché II, Santa Sofía, El Porvenir, Finca Palo Verde, Sangre de Cristo, Yepocapa sowie in weiteren umliegenden Gebieten möglich.