Starker Vulkanausbruch am Fuego verursachte Waldbrand auf der Vulkanflanke
Am guatemaltekischen Vulkan Fuego ist es am Abend des 23. Februars gegen 23:01 Uhr Ortszeit zu einer besonders starken Explosion gekommen, die nicht nur den oberen Flankenbereich des Kraters mit glühender Tephra überzog, sondern auch einzelne Schlacken bis in bewaldete Gebiete seiner Flanken auswarf. Die glühenden Felsbrocken entzündeten offenbar die Vegetation und lösten einen Waldbrand aus.
Die Aschewolke löste beim VAAC Washington nur eine der üblichen VONA-Warnungen aus, nachdem die Asche bis auf 4300 m Höhe aufgestiegen war und in Richtung Südwesten driftete. Auch INSIVUMEH erwähnte die Eruption nicht im täglichen Update. Die Eruption wurde aber per Livestream gefilmt und es gibt lokale Medienberichte, nach denen Zeugen beobachteten, wie die glühenden Schlacken den Waldbrand auslösten.
Per Satellit werden derzeit thermische Anomalien im Bereich des Fuegos registriert, die zu ihrem Höhepunkt heute Abend eine Leistung von 535 MW erzeugten. Die Anomalien stammen von tiefer gelegenen Bereichen des Vulkans und man erkennt mehrere kleine Brandherde. Ob sie tatsächlich alle von glühenden Schlacken ausgelöst wurden, wage ich zu bezweifeln. Während der Trockenzeit sind kleinere Vegetationsbrände in Guatemala an der Tagesordnung.
Laut den Vulkanologen von INSIVUMEH geht der Fuego seinem normalen Tagesgeschäft nach und erzeugt pro Stunde zwischen 8 und 12 explosive Eruptionen, die glühende Tephra bis zu 200 m über Kraterhöhe auswerfen. Aschewolken erreichen Höhen von bis zu 4800 m über dem Meeresspiegel. Die ausgeworfenen Schlacken prasseln auf die oberen Vulkanflanken nieder und können in den Schluchten Schuttlawinen generieren. Manche Explosionen sind so stark, dass ihre Explosionsgeräusche in den Orten am Fuß des Vulkans Fenster und Türen zum Klappern bringen und als lauter Knall hörbar sind. Im Falle starker Niederschläge – die während der Trockenzeit selten sind – drohen Lahare.




