Vulkan-News 25.05.22: Bezymianny

Bezymianny ist ausgebrochen

Staat: Russland | Koordinaten: 55.98; 160.58 | Eruption: Vulcanianisch

Am Vulkan Bezymianny in Kamtschatka, kam es zu einer größeren Eruption, bei der Vulkanasche bis auf einer Höhe von 6100 m aufstieg und in nördlicher Richtung driftete. Das VAAC Tokio brachte seit gestern 6 VONA-Warnungen zu Aschewolken heraus. Die Aschewolken entstanden durch die Abgänge Pyroklastischer Ströme. KVERT bestätigte zudem Domwachstum. MIROVA registriert eine moderate Thermalstrahlung.


Sabancaya mit Domwachstum

Staat: Peru| Koordinaten: -15.79, -71.86 | Eruption:  Vulcanianisch

Am peruanischen Vulkan Sabancaya wurde ebenfalls Domwachstum bestätigt. Der Dom wurde bei einem Überwachungsflug der Vulkanologen entdeckt und hatte am 17. Mai eine Fläche von 25000 Quadratmetern. Es wird eine Zunahme der explosiven Eruptionen erwartet. Momentan fördern die Explosionen Vulkanasche bis auf einer Höhe von 6700 m.


Stromboli mit hoher Thermalstrahlung

Staat: Italien | Koordinaten: 38.79; 15.21 | Eruption: Strombolianisch

Heute Morgen sieht man auf MIROVA, dass vom Stromboli eine sehr hohe Thermalstrahlung ausgeht. Sie hatte eine Leistung von mehr al 700 MW. Die Wärmequelle ist allerdings nicht die Lava, sondern ein Brand der Vegetation: Macchia aus Schilf und Ginster steht in Flammen. Eine Häuser am Ortsrand von San Vincenzo sind bedroht. Ein Löschflugzeug wird eingesetzt. Grund für das Feuer ist noch nicht bekannt. Aktuell wird ein Film über den Zivilschutz gedreht.


Villarrica mit gesteigerter Seismizität

Staat: Chile | Koordinaten: -39.42; -71.93 | Eruption: Seismik

Am chilenischen Vulkan Villarica wurden vulkanisch bedingte Erdbeben registriert, die durch magmatische Fluidbewegungen hervorgerufen wurden. Die Vulkanologen konnten bislang keine Anzeichen einer Eruption entdecken, halten es aber für möglich, dass der Vulkan bald wieder ausbrechen wird. Im Krater des Villarricas brodelte lange Zeit ein kleiner Lavasee.

Vulkan-News 12.05.22: Ätna

Ätna mit Tremoranstieg

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Staat: Italien |Eruption: Fumarolisch

Update: Schrieb ich heute Morgen noch, dass der Neue Südostkrater ruhig sei, so war das offenbar nicht richtig, denn inzwischen wurden in unserer FB-Gruppe Fotos geteilt, die eine strombolianische Eruption an eben jenem Krater zeigt. So Ist der Tremorpeak wohl mit dieser Eruption assoziiert gewesen. Damit nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass der Ätna einen neuen Paroxysmus ausbrütet. Das LGS veröffentlichte ebenfalls ein Update, in dem es heißt, dass 1009 akustische Ereignisse aufgezeichnet wurden, die vornehmlich  aus Richtung der Bocca Nuova kamen. Einige Soundereignisse wurden auch aus Richtung Südosten aufgefangen. Der Maximaldruck lag bei 1,11 Pa. Das zeigt, dass es sehr schwer ist mittels Infraschall, Explosionen von starken Entgasungen zu unterscheiden. Im Endeffekt werden die starken Entgasungen überwiegend von Explosionen verursacht, die sich tief im Fördersystem ereignen und keine Tephra bis zur Oberfläche fördern.

Originalmeldung: Seit letzter Woche steigt der Tremor am Ätna langsam, aber stetig an und bewegt sich nun im oberen Drittel des gelben Bereichs. Heute Nacht gab es einen Peak, als der Tremor kurzzeitig ins Rote wechselte. Es ist aber zu keiner weiteren Steigerung vulkanotektonischer Erdbeben gekommen. Wärmeanomalien wurden in den letzten Tagen ebenfalls nicht beobachtet, allerdings war es bewölkt. Dafür präsentierte sich der Gipfel heute mit einem frischen Schneekleid. Zuletzt war eine thermische Anomalie Ende April zu sehen gewesen. Sie manifestierte sich in der Bocca Nuova. Aus Richtung des Zentralkrater registrierte das LGS vorgestern 879 Infraschallsignale mit einem akustischen Maximaldruck von 1 Pa. Es gibt also explosionsartige Entgasungen im Fördersystem. Was der Ätna vor hat ist noch unklar, aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir kurzfristig Lava sehen werden, steigt weiter an. Da der Neue Südostkrater derzeit ruhig zu sein scheint, könnte es auf strombolianische Aktivität in der Bocca Nuova hinauslaufen, das ist aber spekulativ.


Weitere Kurzmeldungen

Krakatau mit Aschewolken

Staat: Indonesien| Koordinaten: -6.10, 105.42 | Eruption: Asche-Emissionen

Vom Anak Krakatau geht wieder Asche aus. Laut VAAC erreicht sie eine Höhe von 2400 m und driftet ostwärts. Gestern wurde eine schwache Wärmeanomalie entdeckt. Zudem war die Seismizität erhöht: gut 40 Hybriderdbeben und einige Tremorphasen wurden aufgezeichnet.


Ol Doinyo Lengai mit schwacher Wärmeanomalie

Staat: Tansania | Koordinaten: -2.76 ; 39.91 | Eruption: Effusiv

In den letzten Wochen war der Gipfel des Vulkans Lengai meistens in Wolken gehüllt, so dass die Satellitendaten nichts hergaben. Nun gibt es ein neues Sentinel-Bild, auf dem eine schwache Wärmeanomalie sichtbar ist. Sie geht vom zentralen Hornitokomplex aus.


Sabancaya eruptiert Aschewolken

Staat: Peru| Koordinaten: -15.79, -71.86 | Eruption: Vulcanianisch

In Peru stößt der Sabancaya Vulkanasche aus. Sie steigt bis auf einer Höhe von 7900 m auf. Der Andenvulkan emittiert eine Wärmestrahlung mit 21 MW Leistung. Es kann gut sein, dass wieder ein Lavadom wächst.

Vulkan-Kurznachrichten 19.03.22

  • Am Ätna gab es ein Erdbeben Ml 3,3
  • Der Merapi generierte einen Pyroklastischen Strom
  • der Nevado del Ruiz stößt Vulkanasche aus
  • Am Sabancaya gab es einen Erdbebenschwarm

Ätna: Erdbeben Ml 3,3

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Staat: Italien |Eruption: Fumarolisch

Gestern Nachmittag gab es unter dem Ätna ein Erdbeben der Magnitude 3,3. Das Hypozentrum lag in gut 10 km Tiefe. Das Epizentrum wurde unter der Südwestflanke lokalisiert, genauer, 1.1 km südlich vom Monte Denza. Das Beben war wahrscheinlich tektonischer Natur. Darüber hinaus gab es einige schwächere Erschütterungen an unterschiedlichen Lokalitäten des Vulkans. Der Tremor bewegt sich im unteren Drittel des gelben Bereichs. Das LGS registrierte nur wenige Infraschallereignisse. Zur Zeit ist es bewölkt und es lässt sich nichts über evtl. Wärmesignale sagen.

Merapi mit Pyroklastischen Strom

Staat: Indonesien | Koordinaten: -7.541, 110.445 | Eruption: Dom

Am Merapi löste sich ein Pyroklastischer Strom. Er generierte ein seismisches Signal von 211 Sekunden Dauer und mit einer Maximal-Amplitude von 32 mm. Die Seismizität nahm über die letzten 3 Tage kontinuierlich zu. Gestern wurden gut 80 vulkanisch bedingte Erschütterungen detektiert. Magma sucht sich einen Weg nach Oben und zerbricht dabei umliegendes Gestein.

Nevado del Ruiz eruptiert Vulkanasche

Staat: Kolumbien | Koordinaten: 34.89, -75.32 | Eruption: Strombolianisch

Der Nevado del Ruiz eruptiert Aschewolken. Laut VAAC erreichen sie eine Höhe von 7000 m und driften westwärts. Über die letzten Monate nahm die Aktivität des Vulkans leicht, aber stetig zu. Vor Ort ist man besorgt, dass sich eine große Eruption anbahnen könnte.

Sabancaya mit Schwarmbeben

Staat: Peru| Koordinaten: -15.79, -71.86 | Eruption:  Vulcanianisch

Vor 4 Tagen manifestierte sich am Sabancaya ein Erdbebenschwarm. Er bestand aus 21 Erschütterungen, die unter dem Colca-Tal lagen. Die Vulkanologen von IGEMET schreiben, dass die Beben durch die Reaktivierung von Störungszonen infolge von Magmenaufstieg ausgelöst wurden. Seit 2004 hebt sich der Boden einer 45 Kilometer durchmessende Zone am Sabancaya. Die jährliche Hebungsrate liegt bei 3.5-5 Zentimeter pro Jahr. Die Aktivität des Vulkans änderte sich durch die Beben bislang nicht. Mehrmals täglich werden Aschewolken gefördert, die bis zu 1000 m über Kraterhöhe aufsteigen.

Vulkan-News 04.11.21: Cumbre Vieja, Manam

Am Cumbre Vieja stiegen Tremor und Bodenhebung wieder leicht an. Die Vulkane Karymsky, Kadovar, Manam und Sabancaya stießen Aschewolken aus.

Cumbre Vieja: leichter Tremoranstieg

Staat: Spanien | Koordinaten: 28.57, -17.84 | Eruption: Hawaiianisch

Seit gestern ist der Tremor wieder leicht gestiegen, allerdings ohne neue Pulse anzuzeigen. Vulkanasche steigt bis auf einer Höhe von 3000 m auf, dass sind 300 m mehr als gestern. Die Lavaströme sind weiter aktiv und fließen teilweise durch Tubes. Dort, wo sie austreten, kommt es zu weiteren Zerstörungen. Das IGN zeigte sich gestern optimistisch, dass sich die Situation weiter entspannen könnte. Grund für den Optimismus lieferte ein reduzierter Schwefeldioxid-Ausstoß. Er betrug nur noch 9600 Tonnen am Tag. Gut 1/5 von früheren Werten, dennoch weiterhin ein hoher Wert. Die Bodendeformation ist heute wieder gestiegen und liegt bei mehr als 12 cm. Dieser Wert widerspricht einer nachhaltigen Entspannung der Lage, denn es stieg mehr Magma auf, als eruptiert wurde.

Karymsky mit weiteren Aschewolken

Auf Kamtschatka kam es zu weiteren explosiven Eruptionen vom Karymsky. Das VAAC detektierte heute Vulkanasche in einer Höhe von 8500 m. Die Eruptionswolke wurde in Richtung Osten verfrachtet.

Kadovar eruptiert

Staat: PNG | Lokation: -3.63; 144.63 | Eruption: Ascheeruption

In Papua Neuguinea ist der Kadovar wieder aktiv geworden. Der Inselvulkan in der Bismarck-See spie eine kleine Aschewolke aus. Sie erreichte eine Höhe von 1500 m. Die Asche wurde in westlicher Richtung geweht.

Manam eruptiert ebenfalls Vulkanasche

Staat: PNG | Koordinaten: -4.08; 145.04 | Eruption: Effusiv

In relativer Nähe zum Kadovar liegt ein weiter Inselvulkan, der aktuell in Eruption begriffen ist. Bei ihm handelt es sich um den Manam. Im Gegensatz zum Kadovar ist die Insel besiedelt und es wurden bereits öfters Evakuierungen eingeleitet. Aktuell stieg die Asche allerdings nur bis auf einer Höhe von 1600 m auf und es bestand keine Gefahr für die Siedlung an der Küste. Dennoch könnte der Vulkan aufheizen und bald in eine aktivere Phase eintreten.

Sabancya eruptiert seit 5 Jahren

Staat: Peru| Koordinaten: -15.79, -71.86 | Eruption:  Vulcanianisch

Heute jährt sich der Eruptionsbeginn am peruanischen Vulkan Sabancaya zum 5. Mal. Er ist praktisch ununterbrochen tätig und stößt mehrmals am Tag Aschewolken aus. Sie steigen bis auf einer Höhe von 7600 m auf. Beim Sabancaya handelt es sich um den höchsten Vulkan der Erde, der in Eruption begriffen ist. Er hat eine Gipfelhöhe von 5976 m.

Vulkan-News 01.09.21: Merapi, Sabancaya

Am Merapi ging ein Pyroklastischer Strom ab. Der Sabancaya eruptiert Aschewolken und der Stromboli emittierte viel Kohlendioxid.

Campi Flegrei: Kleiner Erdbebenschwarm

Unter dem italienischen Calderavulkan ereignete sich ein kleiner Erdbebenschwarm. Seit gestern wurden 11 schwache Erdbeben mit Magnituden kleiner 1 detektiert. Sie lagen in geringen Tiefen von weniger als 2 km. In der letzten Woche wurden 26 Erschütterungen festgestellt. Die Seismizität der letzten Monate war nicht besonders hoch. Die Infaltion hat sich hingegen nicht signifikant verändert und beläuft sich bei 13 mm pro Monat. Insgesamt bläht sich die Caldera seit 2011 um bis zu 78,5 cm auf.

Merapi mit Pyroklastischem Strom

Staat: Indonesien | Koordinaten: -7.541, 110.445 | Eruption: Dom

Am Merapi auf Java wurde heute Morgen ein Pyroklastischer Strom gesichtet. Er erzeugte ein seismisches Signal mit einer Maximal-Amplitude von 45 mm und 195 Sekunden Dauer. In den ersten 6 Tagesstunden gingen 50 Schuttlawinen ab und es wurden 3 Erdbeben mit niedrigen Frequenzen festgestellt. Sie deuten auf Fluidbewegungen im Untergrund hin. MIROVA registrierte eine moderate Thermalstrahlung mit 60 MW Leistung. Die beiden Dome wachsen langsam weiter.

Sabancaya eruptiert und eruptiert

Staat: Peru| Koordinaten: -15.79, -71.86 | Eruption:  Vulcanianisch

Der Sabancaya bleibt der Dauerbrenner Südamerikas. Der peruanische Vulkan ist seit 2016 aktiv und eruptiert Aschewolken. Die lokale Presse hat sich heute dem Thema angenommen und berichtet von Eruptionen, die Vulkanasche bis zu 3500 m über Kraterhöhe fördern. Vorgestern wurden 36 Explosionen und fast 1200 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Ähnlich wie im Krater des Popocatepetl, wächst auch im Sabancaya sporadisch ein Dom, der dann von starken Explosionen wieder zerstört wird. MIROVA verzeichnete gestern eine moderate Thermalstrahlung mit 24 MW Leistung.

Stromboli: Kohlendioxid-Ausstoß erhöht

Staat: Italien | Koordinaten: 38.79; 15.21 | Eruption: Strombolianisch

Der Stromboli ist aktiv und folgt seinem langjährigem Muster schwacher-moderater strombolianischer Eruptionen. Das LGS meldete gestern 132 schwache Explosionen mit einem Schalldruck von weniger als 0,1 bar. In der letzten Nacht scheint es hingegen einige stärkere Explosionen gegeben zu haben, wie man es auf Livecambilder erkennen kann, die in unserer FB-Gruppe gepostet wurden. Bemerkenswert ist, dass der Kohlendioxid-Ausstoß am 30. August bei 1319 Tonnen am Tag lag. Ein Wert, der gut 5 Mal so hoch war wie in den letzten Tagen üblich. Kohlendioxid wird vom Magma emittiert, wenn es sich in größerer Tiefe befindet und mit dem Aufstieg beginnt. Es ist gut möglich, dass es bald zu einer Aktivitätssteigerung kommen wird.

Vulkan-News 07.06.21: Karymsky, Sabancaya, Sinabung

In den Vulkan-Nachrichten vom 07. Juni werden die Asche speienden Vulkane Karymsky, Sabancaya und Sinabung thematisiert. Aber auch vom Montagne Pelée gibt es Neues zu berichten.

Karymsky eruptiert Vulkanasche

Staat: Russland | Koordinaten: 54.048, 159.441 | Eruption:  Vulcanianisch

Im fernen Kamtschatka ist der Vulkan Kaymsky wieder ausgebrochen und eruptierte relativ große Aschewolken. Laut VAAC erreichte die Asche Höhen von bis zu 8.800 m. Sie driftete in Richtung Nordosten. Seit gestern gab es 4 Vona-Warnungen. Lange Zeit galt der Karymsky als daueraktiv, doch seit einigen Jahren erzeugt er nur noch sporadisch Eruptionsphasen. In diesem Jahr brachte das VAAC 18 Warnungen zum Karymsky heraus.

Montagne Pelée: Seismizität stabil

Staat: Martinique | Koordinaten: 14.82, -61.17° | Eruption:  Vulcanianisch

Zwischen dem 28. Mai 2021 und dem 4. Juni 2021 registrierte das OVSM 11 vulkanotektonische Erdbeben mit einer Magnitude von weniger als 0,2. Diese Beben fanden im Inneren des Vulkangebäudes zwischen Meereshöhe und 500 m über dem Meeresspiegel statt. In der Vorwoche wurden 7 Beben registriert. Die Erschütterungen sind im Bereich der Mikroseismik anzusiedeln und werden wahrscheinlich von magmatischen Fluiden hervorgerufen, die sich im Untergrund bewegen. Seit 2019 werden Anzeichen registriert, die ein erwachen des Vulkans signalisieren. Dazu gehört auch eine Region auf der Vulkanflanke, in der die Vegetation verdorrte.

Sabancaya weiter aktiv

Staat: Peru| Koordinaten: -15.79, -71.86 | Eruption:  Vulcanianisch

In Peru ist es der Sabancaya, der regelmäßig ausbricht. Jetzt veröffentlichte das zuständige Observatorium (INGEMMET) neue Fotos, die die Eruptionen dokumentieren. Täglich gibt es mehrere Vulkanausbrüche, bei denen die Asche bis auf einer Höhe von knapp 9000 m aufsteigt.

Sinabung erzeugt größere Eruption

Staat: Indonesien | Koordinaten: 3.17, 98.39 | Eruption: Dom

Der Sinabung auf Sumatra stimmt in den Reigen der Meldungen über Aschewolken ein, indem er Asche bis auf 9100 m Höhe aufsteigen ließ. Der Wind verfrachtete die Aschewolke in nordwestlicher Richtung. Zuvor zog die Seismizität wieder deutlich an. So wurden gestern gut 120 hybride Erdbeben registriert. Bis jetzt ist es unklar, ob auch ein Pyroklastischer Strom entstand. In umliegenden Ortschaften regneten Asche und Lapilli nieder.

Sabancaya: Neuer Lavadom

Der peruanische Vulkan Sabancaya ist nicht nur explosiv aktiv, sondern auch effusiv. Neue Satellitenbilder im Infrarotspektrum belegen, dass ein neuer Lavadom im Krater wächst. Es ist der 2. seiner Art, der in der aktuellen Eruptionsphase ausgemacht wurde. Der erste Dom stellte im Frühjahr sein Wachstum ein, kurz bevor er eine kritische Größe erreicht hatte und über den Kraterrand hinaus gewachsen wäre. Explosionen zerstörten das Gebilde dann weitestgehend.

Der aktuelle Dom erhielt den Namen „Iskay“ und nimmt eine Fläche von 12.000 Quadratmetern ein. Er befindet sich an der gleichen Stelle wie der erste Dom und liegt im Nordosten des Kraters. Die Vulkanologen von INGEMMET gehen davon aus, dass der Dom bald von einer Serie moderater Explosionen zerstört werden wird. Sie erwarten Aschewolken mit einer Höhe von weniger als 5 km und kleine pyroklastische Ströme. Sie schließen allerdings das Szenario nicht aus, dass es zu einer starken Explosion kommen wird die große pyroklastische Ströme erzeugen könnte.

Ganz so neu scheint mir der Lavadom nicht zu sein. Auf Sentinel konnte ich thermische Anomalien bis in den Juni zurückverfolgen. Allerdings hob sich der Dom da noch nicht deutlich vom Kraterboden ab.

Neben der effusiven Tätigkeit, kommt es am Sabancaya täglich zu mehreren explosiven Eruptionen. Das VAAC bringt täglich ca. 4-Vona-Warnungen vor Vulkanasche heraus. Heute erreichte die Asche eine Höhe von 7300 m über dem Meeresspiegel. Die Aschewolken drifteten in nordöstlicher Richtung.

Sinabung: Aschewolke detektiert

Nach mehrtägiger Ruhe wurde heute wieder eine Aschewolke detektiert, die vom indonesischen Vulkan Sinabung (Sumatra) ausging. Sie erreichte eine Höhe von 3700 m. Die Vulkanologen von MAGMA/VSI berichteten bisher nichts davon, dass es zu einem pyroklastischen Strom gekommen sei. Sie detektierten aber den Abgang mehrerer Schuttlawinen. In den letzten 10 Tagen ist die seismische Aktivität am Sinabung deutlich zurückgegangen und der große Magmaschub scheint nachgelassen zu haben. Dennoch weisen einige Erdbeben mit niedriger Frequenz darauf hin, dass noch Magma aufsteigt. Zudem wurden 2 Tornillos registriert. Der Dom hat eine respektable Größe erreicht und es könnte zu weiteren Kollaps-Ereignissen kommen.

Semeru eruptiert Vulkanasche

Auf Java kam es zu einer Ascheeruption am Semeru. Auch hier erreichte die Asche eine Höhe von 3700 m. Das VSI registrierte 73 seismische Eruptionssignale innerhalb von 24 Stunden. Die sonstige Erdbebentätigkeit ist gering.

Sangay mit weiteren Vulkanausbrüchen

Der ecuadorianische Vulkan Sangay beschäftigt die lokale Presse, da er weiterhin aktiv ist und sich mal aus seinem Wolkenkleid herauswagte. Auf Bildern erkennt man, dass auf der Südflanke des Vulkans eine tiefe Rinne entstanden ist, durch die Lavaströme und pyroklastische Ströme fließen. Darüber hinaus ist der Sangay explosiv tätig und fördert Vulkanasche. Das VAAC registrierte sie heute in einer Höhe von 6000 m. Die Asche driftet in westlicher Richtung. In Medienberichten wird mitgeteilt, dass Aschewolken bis zu 870 m über Kraterhöhe aufgestiegen sind. Lahare stellen inzwischen eine permanente Bedrohung dar und beeinflussen die Hydrologie der Flusslandschaft am Fuße des mächtigen Vulkans. Sangay liegt am Rand des Amazonasbecken, in einer der niederschlagsreichsten Region der Erde.

Reventador eruptiert Vulkanasche

Der Reventador ist ebenfalls in Ecuador angesiedelt und in Eruption begriffen. Das VAAC brachte seit gestern 7 VONA-Warnungen heraus und detektierte Asche in einer Höhe von 5200 m. Sie wurde vom Wind in westlicher Richtung verfrachtet. Neben Vulkanasche wird glühende Tephra gefördert.

Sabancaya mit Wärmesignatur

Der peruanische Vulkan Sabancaya emittiert heute eine moderate thermische Strahlung mit einer Leistung von 21 MW. Das ist insofern bemerkenswert, weil Asche-Speier normalerweise kaum Wärme abstrahlen. Beim Sabancaya könnte die Wärmestrahlung von einem neuerlich wachsenden Dom im Krater herrühren. Bereits vor einem Jahr gab es eine entsprechende Wachstumsphase, bei der eine vergleichbare Wärmesignatur detektiert wurde. Zudem gehen die Ascheeruptionen weiter. Die Asche steigt bis auf einer Höhe von 7300 m auf und driftet Richtung Süden.

Semeru weiter aktiv

Der indonesische Semeru ist heute gleichfalls mit einer VONA-Warnung vertreten, da er Vulkanasche bis auf einer Höhe von 4300 m fördert. Das VSI registrierte 42 seismische Eruptionssignale. Sie hatten Maximalamplituden von 22 mm und dauerten bis zu 130 Sekunden an. Vulkanisch bedingte Erdbeben wurden nicht registriert.

Ätna: Zunahme des Tremors am 31.08.20

Update 15:00 Uhr: Offenbar gab es heute Nacht eine Episode stärkerer Aktivität in die auch der Nordostkrater involviert war. Ein Livecambild zeigt eine doppelte Lavafontäne aus dem Neuen Südostkrater und dem Nordostkrater.

Originalmeldung: In den vergangenen Stunden hat der Tremor am Ätna deutlich zugelegt und bewegt sich nun im roten Bereich. Gleichzeitig stufte das LGS die automatisch generierte Vorwarnstufe auf „orange“ hoch. Seit gestern Mittag werden vermehrt Signale im Infraschallbereich detektiert. Sie haben vereinzelt einen relativ hohen akustischen Druck von 3-4 bar und kommen aus Richtung des Neuen Südostkraters. Auf der Livecam sieht man heute Morgen nur Dampf aufsteigen. Es ist aber nur mäßig windig, von daher gehe ich nicht davon aus, dass die Messwerte vom Wind verfälscht werden. Tatsächlich beobachteten gestern Wanderer, die auf dem Rand der Bocca Nuova unterwegs waren, das plötzliche einsetzten einer Ascheeruption aus dem Sattelvent des Neuen Südostkraters. Auf Satellitenbildern erkennt man neben den Ascheemissionen aus dem Neuen Südostkrater auch eine thermische Anomalie im Nordostkrater. Es würde mich nicht wundern, wenn wir in den nächsten Wochen hier ebenfalls Aktivität erleben würden.

Sabancaya speit Asche

In Peru hat die Aktivität des Vulkans Sabancaya etwas zugenommen. INGEMET berichtete von 37 explosiven Eruptionen, die sich in den letzten 24 Stunden ereigneten. Die Vulkanologen beobachteten, dass die Höhe der Aschewolken zugenommen hat. Die Bevölkerung der angrenzenden Ortschaften wurde vor möglichen Ascheniederschlag gewarnt und angewiesen sich mit Atemmasken zu schützen. Das VAAC registrierte Vulkanasche in 8200 m Höhe. Damit stieg die Asche um 900 m höher auf als sonst. Die Aschewolke driftete in südöstlicher Richtung.

Sinabung wieder aktiver

Heute meldet das VAAC Darwin wieder Ascheemissionen, die vom Sinabung auf der indonesischen Insel Sumatra ausgingen. Vulkanasche wurde in 3700 m Höhe detektiert. Das zugehörige seismische Signal hatte eine Maximalamplitude von 2 mm und dauerte 490 Sekunden. Es wurden einige vulkanisch bedingte Erdbeben registriert. Der generelle Trend ist deutlich rückläufig.

Ebeko machts wieder

Der Kurilenvulkan Ebeko ist wieder aktiver geworden. Das VAAC Tokio registrierte Vulkanasche in einer Höhe von 3000 m über dem Meeresspiegel. Seit gestern brachte das VAAC 4 VONA-Warnungen heraus. Der Vulkan liegt auf der Insel Paramushiri und ist momentan der aktivste Vulkan der Region.