Sangay in Ecuador bleibt aktiv – Ascheemissionen und glühende Schuttströme
Am ecuadorianischen Vulkan Sangay hält die seit September verstärkte eruptive Aktivität an. Das VAAC Washington meldete am 7. Oktober eine Ascheemission, die sich möglicherweise über einen längeren Zeitraum fortsetzte. Möglicherweise deswegen, weil Beobachter am Grund über einen längeren Zeitraum Asche feststellten, diese aber per Satellit nicht verfolgt werden konnte. Die Aschewolke wurde auf eine Höhe von bis zu rund 7.000 Metern über dem Meeresspiegel geschätzt und bewegte sich mit dem Wind mit etwa 20 km/h nach Westen.

Die Aktivität passt zu einem seit dem 19. September 2026 beobachteten neuen Eruptionspuls. Das Geophysikalische Institut der Nationalen Polytechnischen Schule Ecuadors (IG-EPN) bewertet die Oberflächenaktivität derzeit als moderat, während die interne Aktivität als gering eingestuft wird. Beide Parameter zeigen laut dem aktuellen Tagesbericht keinen deutlichen Trend.
Am 5. Oktober registrierten die Überwachungsstationen nur zwei Explosionen, zwei Langperioden-Ereignisse und sieben Tremorphasen im Zusammenhang mit der Emission vulkanischer Gase und Asche. Bei der langjährigen Eruptionsphase, die 2019 begann, wurden bis zum letzten Jahr täglich oft mehrere hundert Explosionssignale festgestellt. Über die Kameras wurden Asche- und Gaswolken beobachtet, die bis zu 1.100 Meter über den Krater aufstiegen. Sie breiteten sich zeitweise in unterschiedliche Richtungen aus. Zusätzlich wurden mehrere thermische Anomalien registriert. Besonders auffällig war während der Nacht das Absteigen glühenden Materials über die Vulkanflanken bis etwa 200 Meter unterhalb des Kraters.
Die Schwefeldioxid-Emissionen belegen den anhaltenden Magmen- bzw. Entgasungsprozess. Das Satellitensystem MOUNTS erfasste am 5. Oktober eine SO₂-Emission von 73,9 Tonnen, was ein vergleichsweise niedriger Wert ist.
Die derzeitige Eruptionsphase verursacht zudem messbaren Aschefall. Das IG-EPN sammelte Ende September an 25 Messstellen im Kanton Guamote Ascheproben und wartete das dort installierte Messnetz. Zwischen dem 17. und 23. September waren 18 Ascheemissionen mit Wolkenhöhen von bis zu 3.200 Metern über dem Krater registriert worden. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen allerdings nur leichten Aschefall.
Der Sangay bleibt damit kontinuierlich aktiv, ohne dass die Überwachungsdaten derzeit auf eine signifikante Intensivierung hindeuten.








