Der Andenvulkan Ojos del Salado ist der Vulkan mit der höchsten Gipfelhöhe.
Vulkane sind Berge, aus denen geschmolzenes Gestein aus dem Erdinneren austritt. Dieses heiße Gestein nennt man Magma. Wenn es an die Oberfläche kommt, heißt es Lava. Über viele Tausend oder Millionen Jahre können so sehr große Berge entstehen. Doch was sind die größten Vulkane der Welt? Die Antwort hängt davon ab, was man unter "größten" versteht: die größte Höhe, das größte Volumen oder die größte Ausdehnung vom Meeresboden aus.
Zuerst ist es wichtig, die wichtigsten Vulkanformen kurz zu erklären.
Schildvulkane sind sehr breit und flach. Ihre Lava ist dünnflüssig und kann weit fließen. Dadurch entstehen große, sanft geneigte Berge mit einem großen Basisdurchmesser und einem teils enormen Volumen. Schildvulkane gehören zu den größten Vulkanen der Erde.
Schichtvulkane (auch Stratovulkane genannt) sind steiler. Sie bestehen aus abwechselnden Schichten von Lava und Asche. Diese Vulkane haben oft eine klassische Kegelform und können sehr explosiv ausbrechen.
Calderen entstehen, wenn sich eine große Magmakammer entleert und das darüberliegende Gestein einstürzt. Es bildet sich ein großer Einbruchskessel. Die gigantischsten Eruptionen der Erde wurden von Calderavulkane verursaccht, dennoch sind ihre vulkanischen Strukturen oft nur schwer zu erkennen. Die Einsturzkrater sind flächenäßig oft so groß, dass sie nur auf Satellitenotos eindeutig zu erkennen sind. Doch der größte Teil ihrer Struktur liegt unterirdisch, weswegen sie hier kein Superlativ einnehmen.
Wenn man nach dem höchsten Vulkan an Land fragt, der sich über dem Meeresspiegel erhebt, ist der Rekordhalter der Ojos del Salado (Bild oben) in den Anden in Südamerika. Er liegt an der Grenze zwischen Chile und Argentinien und ist etwa 6.900 Meter hoch. Damit ist er nicht nur der höchste Vulkan der Welt, sondern auch der höchste aktive Vulkan. Er gehört zur Gruppe der Schichtvulkane. Allerdings erhebt sich der Ojos del Saldo in den Anden und der eigentliche Vulkan sitzt auf einem fast 4000 m hohen Gebirgssockel auf. Der Nettovulkan ist also nur 3000 m hoch.
Der Vulkan mit dem größten Volumen ist jedoch nicht der Ojos del Salado. Dieser Titel geht an den Mauna Loa auf Hawaii. Mauna Loa ist ein Schildvulkan. Er ist über dem Meeresspiegel etwa 4.170 Meter hoch. Das klingt zunächst weniger beeindruckend als 6.900 Meter. Doch Mauna Loa ist extrem breit und massiv. Sein Volumen beträgt rund 75.000 Kubikkilometer. Das macht ihn zum Rekordhalter der aktiven Vulkane.
Noch spannender wird es, wenn man nicht nur die Höhe über dem Meeresspiegel misst, sondern vom Meeresboden aus. Viele Vulkane stehen nämlich im Meer und ragen nur mit ihrer Spitze als Insel aus dem Wasser.
Auch hier spielt der Mauna Loa eine wichtige Rolle. Wenn man ihn vom Meeresboden bis zum Gipfel misst, ist er über 9.000 Meter hoch. Damit ist er vom Fuß bis zur Spitze höher als der Mount Everest vom Meeresspiegel aus. Mauna Loa ist also nicht nur sehr voluminös, sondern auch einer der höchsten Vulkane der Erde, wenn man vom Meeresboden aus misst.
Manche Forschende diskutieren auch über andere sehr große Unterwasservulkane im Pazifik, doch Mauna Loa gilt allgemein als der größte bekannte aktive Vulkan unseres Planeten.
Der Schildvulkan Mauna Loa ist der höchste und volumniöste Inselvulkan der WeltZusammengefasst:
Der höchste Vulkan an Land über dem Meeresspiegel ist der Ojos del Salado mit etwa 6.900 Metern.
Der höchste aktuell eruptierende Landvulkan ist der 5.960 m hohe Sabancaya in Peru.
Der voluminöseste Vulkan ist der Mauna Loa auf Hawaii.
Mauna Loa ist mit einer Höhe von mehr als 9.000 Metern der höchste und größte eruptierende Vulkan der Erde.
Der ruhende (und wahrscheinlich erloschene) Vulkan Mauna Kea auf Hawaii ist vom Meeresboden bis zu seinem Gipfel über 10.000 Meter hoch und damit der höchste Berg der Welt.
Die größten Vulkane der Erde sind also meist Schildvulkane mit sehr breiter Form und riesigem Volumen. Ihre gewaltige Größe entsteht nicht durch steile Hänge, sondern durch viele dünnflüssige Lavaströme, die sich immer weiter ausbreiten. So wachsen über Millionen Jahre die größten Berge unseres Planeten ‐ oft teilweise verborgen unter dem Meer.