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Wer stößt mehr Kohlendioxid aus, Menschen oder Vulkane?

kohlendioxid
Diese Tafel veranschaulicht, wer mehr Kohlendioxid pro Jahr ausstößt: Vulkane oder die Menschheit? © KI-generiert

Stoßen Vulkane mehr Kohlendioxid aus als der Mensch? Der große Vergleich zwischen Vulkanismus und Klimawandel

Kaum eine Frage taucht in Diskussionen über den Klimawandel so häufig auf wie diese: Sind nicht eigentlich Vulkane die größten CO2-Quellen der Erde? Schließlich stoßen große Eruptionen gewaltige Mengen vulkanischer Gase aus. Doch der Vergleich zwischen Vulkanismus und menschlichen Emissionen zeigt ein überraschendes Bild: Alle Vulkane der Erde zusammen setzen pro Jahr deutlich weniger Kohlendioxid frei als die Menschheit.

Vulkane sind zwar natürliche CO2-Eminenten und spielen im langfristigen Kohlenstoffkreislauf der Erde eine wichtige Rolle. Wissenschaftliche Untersuchungen schätzen die weltweiten vulkanischen CO2-Emissionen auf ungefähr 300 bis 600 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Darin enthalten sind sowohl die sichtbaren Ausgasungen während Eruptionen als auch die kontinuierlichen Entgasung aktiver Vulkane und hydrothermaler Systeme.

Die Menschheit verursacht durch die Verbrennung fossiler Energieträger, Industrieprozesse, Bau von Infrastruktur (Beton) und Landnutzungsänderungen jährlich ca. 37 Milliarden Tonnen CO2. Damit übertreffen die anthropogenen Emissionen die vulkanischen Quellen um etwa den Faktor 60 bis 100.

Anders ausgedrückt: Der gesamte globale Vulkanismus setzt in einem Jahr ungefähr so viel Kohlendioxid frei, wie die Menschheit innerhalb von einer Wochen zusätzlich in die Atmosphäre bläst.

Der Eindruck, Vulkane seien die dominierende CO2-Quelle, entsteht vor allem durch die spektakuläre Erscheinung großer Eruptionen. Wenn ein Vulkan eine kilometerhohe Aschewolke ausstößt oder gewaltige Gasfontänen erzeugt, wirkt die freigesetzte Menge unvorstellbar groß. Tatsächlich machen einzelne Ausbrüche aber nur einen Teil der globalen vulkanischen CO2-Bilanz aus. Ein erheblicher Anteil stammt aus der langsamen, oft unsichtbaren Entgasung aktiver Vulkansysteme.

Auch große Eruptionen verändern das Verhältnis nicht grundlegend. Selbst eine gewaltige Eruption wie der Ausbruch des Mount Pinatubo im Jahr 1991 setzte zwar enorme Mengen vulkanischer Gase frei, doch die ausgestoßene CO2-Menge blieb im Vergleich zu den jährlichen menschlichen Emissionen relativ gering.

Der entscheidende Unterschied liegt zudem in der Geschwindigkeit: Vulkanismus setzt Kohlenstoff frei, der über geologische Zeiträume im Erdinneren gespeichert wurde. Die Natur hat dafür einen langsamen Ausgleich geschaffen ‐ durch Ozeane, Verwitterung und biologische Prozesse. Der Mensch mobilisiert dagegen innerhalb weniger Jahrzehnte riesige Mengen Kohlenstoff, der über Millionen Jahre in Form von Kohle, Erdöl und Erdgas im Erdinneren gebunden war.

Vulkane sind also ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs ‐ sie sind jedoch nicht die Ursache des aktuellen rasanten Anstiegs der atmosphärischen CO2-Konzentration. Die Zahlen zeigen eindeutig: Der größte zusätzliche CO2-Eintrag in die Atmosphäre stammt heute nicht direkt aus dem Erdinneren, sondern aus menschlichen Aktivitäten.

Online seit 2026.

FAQ: Vulkane einfach erklärt

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» Was sind die größten Vulkane der Welt?
» Was waren die größten Vulkanausbrüche?
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» Wer stößt mehr Kohlendioxid aus, Menschen oder Vulkane?

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