In tieferen Regionen der Erde wird der Aufstieg von Magma vor allem durch den Dichteunterschied der Schmelze zum umgebenden Gestein verursacht. Frisch gebildetes Magma ist aufgrund seiner hohen Temperatur von mehr als 1000 Grad Celsius in der Regel weniger dicht und somit leichter als das umgebende feste Gestein. Das setzt die Erkenntnis voraus, dass im oberen Erdmantel nicht alles Gestein in schmelzflüssiger Form vorliegt. Ähnlich wie das Wachs in einer Lavalampe versucht es deshalb aufzusteigen. Gleichzeitig bauen sich im Erdinneren Druckunterschiede auf, die das Magma zusätzlich nach oben treiben. Mit abnehmender Tiefe lösen sich außerdem im Magma enthaltene Gase wie Wasserdampf oder Kohlendioxid aus der Schmelze. Diese Gasblasen vergrößern das Volumen des Magmas, steigern den Druck im Magma und können den Aufstieg weiter beschleunigen.
Allerdings bewegt sich Magma nicht einfach in einer geraden Linie zur Oberfläche. Auf seinem Weg bleibt es häufig in Magmenreservoiren stecken, sammelt sich dort über Jahre, Jahrzehnte oder sogar Jahrtausende an und steigt erst später weiter auf. Deshalb ist die Geschwindigkeit des eigentlichen Transports oft deutlich höher, als die gesamte Zeitspanne zwischen der Entstehung des Magmas und einer Eruption am Vulkan vermuten lässt.
In größeren Tiefen von mehr als fünf Kilometern erfolgt der Transport meist durch schmale Gänge, sogenannte Dykes, oder zwischen verschiedenen Magmenkammern, die man heute eigentlich als Magmakörper bezeichnet. Studien zeigen, dass Magma in diesen Bereichen typischerweise mit Geschwindigkeiten von etwa 0,01 bis 1 Meter pro Sekunde aufsteigen kann. Das klingt langsam, bedeutet aber, dass ein Magmenkörper aus zehn Kilometern Tiefe die oberen Krustenbereiche innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen erreichen kann. Am Ätna wurden in einigen Studien eine vergleichsweise große Bandbreite für die Geschwindigkeit des Magmas in größeren Tiefen nachgewiesen. Hier reicht sie von weniger als 10 Zentimetern pro Stunde bis hin zu mehreren Metern pro Sekunde.
Besonders spannend wird es in den letzten Kilometern unter einem Vulkan. Sobald Magma ein flaches Reservoir in ein bis fünf Kilometern Tiefe verlässt, nimmt die Geschwindigkeit häufig deutlich zu. Messungen an Schmelzeinschlüssen und Kristallen zeigen, dass das Magma die Oberfläche oft innerhalb weniger Stunden erreicht. Typische Aufstiegsgeschwindigkeiten liegen hier zwischen 0,1 und 5 Metern pro Sekunde.
Im eigentlichen Förderschlot kurz vor dem Ausbruch wird das Magma nochmals beschleunigt. Vor allem bei explosiven Eruptionen dehnen sich die enthaltenen Gase infolge von Druckentlastung schlagartig aus. Dadurch können Geschwindigkeiten von mehr als 10 Metern pro Sekunde erreicht werden. Das entspricht über 35 Kilometern pro Stunde. Letztendlich kann die Lava infolge von Explosionen bei einer Eruption mit Geschwindigkeiten von 100‐300 m/s ausgeworfen werden.&xnbsp;
Wie schnell Magma aufsteigt, hängt vor allem von drei Faktoren ab: dem Druck im Magmensystem, dem Gasgehalt und der Zähigkeit der Schmelze. Dünnflüssige basaltische Magmen können sich oft leichter bewegen als zähflüssige rhyolithische Magmen. Andererseits können gerade gasreiche und zähflüssige Magmen kurz vor explosiven Eruptionen besonders stark beschleunigen und sogar aus großer Tiefe innerhalb weniger Stunden aufsteigen und eruptiert werden.
Die kurze Antwort auf die Frage "Wie schnell kann Magma aufsteigen?" lautet daher: Der finale Aufstieg des Magmas dauert häufig nur Stunden bis Tage. Der eigentliche "Flaschenhals" eines Vulkansystems ist nicht der Weg zur Oberfläche, sondern die oft lange Speicherung des Magmas in den Tiefen der Erdkruste und der Transport zwischen verschiedenen Reservoirs, weshalb Magma aus dem Grenzbereich zwischen oberem Erdmantel und Erdkruste im günstigsten Fall oft mehrere Monate bis Jahre unterwegs ist.