Merapi erzeugt pyroklastischen Strom

Der indonesische Vulkan Merapi eruptierte gestern einen kleinen pyroklastischen Strom, der durch einen Abbruch am Lavadom entstand. Videoaufnahmen zeigen das Ereignis. Ich würde den Strom allerdings noch als Schuttlawine kategorisieren, da dem Ereignis die Dynamik eines pyroklastischen Stroms fehlt. Seit letztem Jahr wächst ein Lavadom im Krater des Merapis. Seit einigen Wochen werden keine Daten mehr über das Domwachstum kommuniziert, ich halte es derzeit eher für gering. Auf diesem Niveau kann die Aktivität jahrelang weitergehen, bevor es tatsächlich für die Bewohner der Bergdörfer gefährlich wird. Die Situation könnte allerdings auch schnell eskalieren, wenn es zu schnellem Magmenaufstieg kommen sollte. Die Seismik ist allerdings recht gering und es scheint nur wenig Magma aufzusteigen. hier gibt es eine Livecam und Seismogramme.

Rincon de la Vieja eruptiert phreatisch

Der Rincon de la Vieja in Costa Rica erzeugte gestern eine erneute phreatische Eruption. OVISCORI UNA bestätigte, dass Wasserdampf gut 1 km über den Krater aufstieg. Die letzte Eruptionen dieser Art ereignete sich am 1. April. Seit Juni 2018 kommt es pro Monat zwischen 2 und 5 phreatischen Eruptionen am Vulkan. Der Rincon de la Vieja ist einer der gefährlichsten Vulkane des Mittelamerikanischen Landes: er hat das Potenzial Plinianische Eruptionen zu erzeugen. Zuletzt geschah dies allerdings vor 3500 Jahren. Der Vulkan liegt in einem weitläufigen Nationalpark, in dem es zahlreiche Thermalgebiete gibt: heiße Quellen und Schlammtöpfe blubbern hier. Eine besondere Attraktion ist das Naturthermalbad am Rio Negro. Zudem gibt es im Trockenwald viele Tiere zu Bewundern: Gürteltiere, Faultiere und Brüllaffen. Wer in Costa Rica unterwegs ist, sollte sich einen Besuch des Nationalparks nicht entgehen lassen.

Reventador mit Ascheeruptionen

In Ecuador ist der Reventador weiterhin sehr aktiv. Das VAAC meldete seit gestern 7 Aschewolken, die vom Vulkan ausgingen. Sie erreichten Höhen von bis zu 5200 m über dem Meeresspiegel. MIROVA registriert eine Thermalstrahlung mit einer Leistung von 30 MW. Es ist unklar, ob ein zähflüssiger Lavastrom gefördert wird, oder ob die Wärmestrahlung von glühender Tephra ausgeht, die sich im Gipfelbereich des Vulkans ablagert.

Santiaguito eruptiert

In Guatemala eruptierte des Domvulkan Santiaguito. Das VAAC registrierte Vulkanasche in einer Höhe von 4250 m. Der Dom ist seit letztem Jahr deutlich gewachsen und Füllt den Krater wieder komplett aus. Es entstehen immer wieder Schuttlawinen.

Island: Seismik unter dem Vatnajökull ist hoch

Unter dem größten Gletscher Europas ist die Seismik recht hoch. IMO registrierte in den letzten 48 Stunden 45 leichte Erdbeben. Die meisten konzentrieren sich entlang der großen Zentralvulkane unter dem Eis. Die meisten Hypozentren liegen nahe der Oberfläche. Das stärkste Beben hatte die Magnitude 2,4 und lag im Bereich des Öræfajökull. Hier sehen Vulkanologen ein Aufheizen des Vulkansystems.

Schwarzes Loch: erstes Foto

Schwarze Löcher stellten bisher nie gesehene Phänomene dar, deren Existenz mathematisch nachgewiesen war, die aber dennoch kontrovers diskutiert wurden. Heute präsentierten Astronomen das erste echte Bild eines Schwarzen Loches und lieferten damit den Beweis ihrer Existenz: eine Weltsensation!

Das Foto entstand allerdings nicht durch ein optisches Teleskop, sondern wurde mithilfe von 8 Radioteleskop-Stationen gemacht, die in einem Mammutprojekt miteinander verbunden wurden. Die Radioteleskope sind auf der ganzen Welt verteilt und wurden in der Event Horizon Telescope Collaboration zusammengeschaltet.

Das Schwarze Loch befindet sich im Zentrum der Galaxie M87. Es ist 55 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Der helle Ring, um das Loch herum, besteht aus gekrümmten Licht: Die Gravitation des Schwarzen Lochs ist 6,5 Milliarden Mal so stark ist wie Schwerkraft der Sonne. Licht in der Nähe des Schwarzen Lochs wird gekrümmt. Die Masse des Lochs ist so groß, dass es sämtliche Materie anzieht und selbst das Licht kann der Schwerkraft nicht entkommen. Daher sehen wir praktisch nur den Schatten des Lochs. Indirekt liefert das Bild auch einen Nachweis dafür, dass das Licht aus Teilchen (Lichtquanten) besteht.

An dem Projekt waren mehr als 200 Wissenschaftler beteiligt. Es fand unter der Leitung der schweizerischen ETH statt. Direktor Sheperd S. Doeleman der Universität Havard kündigte das Ereignis so an: „We have taken the first picture of a black hole. This is an extraordinary scientific feat accomplished by a team of more than 200 researchers.“

Paul TP Ho, der Direktor des East Asian Observatory, kommentiert das Bild so: „Sobald wir uns sicher waren, dass wir den Schatten eines Schwarzen Lochs abgebildet hatten, konnten wir unsere Beobachtungen mit umfangreichen Computermodellen vergleichen, die die Physik des verzerrten Raums, überhitzte Materie und starke Magnetfelder umfassen. Viele der Merkmale des beobachteten Bildes stimmen überraschend gut mit unserem theoretischen Verständnis überein. Dies stimmt uns zuversichtlich hinsichtlich der Interpretation unserer Beobachtungen, einschließlich unserer Einschätzung von der Masse des Schwarzen Lochs.“

Als nächsten wollen die Forscher das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie fotografieren.

Shiveluch eruptiert hohe Aschewolke

Der Vulkan Shiveluch (Russland, Kamtschatka) eruptierte heute mehrere Aschewolken. Das VAAC meldet Vulkanasche in einer Höhe von mehr als 10.000 Metern. Seit gestern liegen 9 Meldungen vor. Die Eruptionen begannen kleiner und steigerten sich dann stark. Sehr wahrscheinlich sind die Ausbrüche mit Domkollaps und der Entstehung pyroklastischer Ströme assoziiert. MIROVA zeigt eine Thermalstrahlung mit einer Leistung von 29 MW an. Eine LiveCam ist verfügbar.

Deutschland: Erdbeben im Schwarzwald

Am Rand des Schwarzwalds ereignete sich ein leichtes Erdbeben der Magnitude 2,5. Der Erdbebenherd saß in 8 km Tiefe. Das Epizentrum manifestierte sich 4 km südlich von Hüfingen. Bis nach Schaffhausen sind es 24 km. Erdbeben im Bereich des Oberrheingrabens kommen immer wieder vor. Es könnten sich sogar moderate Beben ereignen. Der Oberrheingraben zählt zu den Gegenden mit den höchsten Erdbebenrisiko in Deutschland.
In den letzten Tagen kam es auch zu einem kleinen Erdbebenschwarm bei Freiburg im Breisgau. In der Schweiz und im Alpenvorland kommt es in den letzten Tagen ebenfalls immer wieder zu leichten Erdstößen. Diese hängen im Zusammenhang mit der anhaltenden Orogenese der Alpen.

Der Bodensee als Kind von Tektonik und Eiszeit

Auf der Erdbebenkarte sieht man auch den Bodensee. Er ist das größte Binnengewässer Deutschlands und speist den Rhein. Die Entstehung des Bodensees. Das tektonische Seebecken bildete sich bereits in den Erdzeitaltern Jura und Tertiär. Der heutige Alpenrhein war zunächst ein Zufluss der Donau, erst eine retrograde Erosion des Hochrheins verband den Fluss mit dem Bodensee. Die Flusstäler vertieften sich durch glaziale Erosion während der Eiszeit.  Da die Spuren der älteren Eiszeiten nicht mehr eindeutig interpretiert werden können, repräsentiert der Bodensee heute vor allem ein Zungenbecken oder einen Gletscherrandsee der Würmeiszeit. In einer späten Phase der Eiszeit war nur noch der Obersee vergletschert. Mit dem weiteren Rückzug des Gletschers floss das Schmelzwasser aus dem sich herausbildenden Überlinger See durch das ältere nördliche in das heutige Hochrheintal. Durch ein Fortschreiten der rückführenden Erosion gewann der heutige Verlauf des Hochrheins wieder Anschluss an den Bodensee.
Die Zukunft des Bodensees sieht allerdings düster aus: Wie jeder glaziale See wird auch der Bodensee durch Sedimentation in geologisch naher Zukunft verlanden. Dieser Prozess lässt sich am besten an den Mündungen größerer Flüsse, vor allem der des Alpenrheins, beobachten. Die Verlandung wird beschleunigt durch die stets weitergehende rheinische Erosion und die damit verbundene Absenkung des Seespiegels.

Fernab der geologischen Betrachtungen ist der Bodensee eine der beliebtesten Ferienregionen Deutschlands. Neben dem großen See gibt es im Alpenvorland zahlreiche kleinere Seen, die zum Baden einladen. Umfangreiche kulturelle Angebote machen die Region umso attraktiver.

Südliche Sandwichinseln: Erdbeben Mw 6,5

Bei den Südlichen Sandwichinsel gab es erneut ein starkes Erdbeben. Diesmal lag das Epizentrum westlich des Inselbogens. Der Erdbebenherd lag in 44 km Tiefe und damit bereits im oberen Erdmantel.

Für gewöhnlich ereignen sich die Mantelbeben auf dem abtauchenden Krustenteil einer Subduktionszone. Die ozeanische Kruste ist im Mittel nur 7 km mächtig, während es kontinentale Kruste auf eine Mächtigkeit von 40 km bringt. Unter Gebirgen kann sie sogar bis zu 80 km mächtig sein.

Taiwan: Erdstoß M 5,0

Unter dem asiatischen Inselstaat Taiwan bebte die Erde mit einer Magnitude von 5,0. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. Das Epizentrum befand sich 2 km Entfernung zum Ort Hualian. Es folgte ein weiteres Beben der Magnitude 4,7. In Taiwan können sich durchaus starke Erdbeben mit einem großen zerstörerischen Potenzial ereignen.

USA: Erdstoß Mw 4,4 in Montana

Im US-Bundesstaat Montana bebte die Erde mit einer Magnitude von 4,4. Das Hypozentrum lag in 11 km Tiefe, 60 km südlich der Stadt Dilon. Ähnlich weit war es bis um Yellowstone Nationalpark. Es folgten mehrere schwächere Erdstöße.

USA: Erdbeben vor New York

Noch eine Meldung aus den USA: vor der Küste von New York bebte es mit einer Magnitude von 2,9. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. Das Epizentrum lag gut 170 km östlich der Metropole. Nächst gelegenen Stadt war Southampton in 54 km Entfernung. Über Erdbeben in dieser Region des Atlantiks konnte ich bisher nur selten berichten. Dabei ist das Erdbebenrisiko in dieser Gegend größer, als man viele Jahre lang annahm. Neuere Studien haben ergeben, dass selbst unter dem Stadtgebiet von New York Störungszonen verlaufen, an denen es größere Erbeben geben könnte. Sogar das Atomkraftwerk von Indian Point sitzt direkt auf einer dieser Störungen.

Italien: Erdbeben im Tyrrhenischen Meer

In Süditalien gab es ein leichte Erdbeben mit der Magnitude 2,1. Die Hypozentrum lag in 89 km Tiefe und damit im oberen Erdmantel. Das Epizentrum lag nordöstlich der Vulkaninsel Stromboli, was der Grund ist, warum ich dieses Beben hier erwähne. Livecam-Beobachter des Vulkans berichten in unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism“ von erhöhter Aktivität des Vulkans. Diese Beobachtung deckt sich mit meiner Mutmaßung, dass Beben im Bereich des Tyrrhenischen Meeres oft mit erhöhter Aktivität des Vulkans gekoppelt ist. In den letzten Wochen kam es relativ häufig zu leichten Mantelbeben in der Region.

Kadovar stößt Aschewolke aus

Der Inselvulkan in der Bismarcksee nördlich von Papua Neuguinea eruptierte gestern eine kleine Aschewolke. Diese stieg bis auf einer Höhe von 1500 m auf. MIROVA empfängt eine Wärmestrahlung mit einer Leistung von 10 MW. Ein Seefahrer, der die Insel in den letzten Tagen passierte, machte Fotos von Kadovar. Zu sehen ist eine starke Dampfentwicklung im Krater. Ob der Dom, der sich im letzten Jahr an der Küste bildete, noch aktiv ist, lässt sich anhand der Bilder nicht ableiten. Damals fürchtete man einen Domkollaps, der einen Tsunami hätte auslösen können. Die Inselbewohner wurden evakuiert.


Der dampfende Kadovar. © Chaiyasit Saengsirirak via FB. Vereinsmitglied Anette Selau macht mich auf das Bild aufmerksam.

Merapi weiter unruhig

Der Dom im Krater des Vulkans Merapi (siehe Live-Daten) ist weiterhin aktiv. Es werden zwar keine aktuellen Zahlen zum Domwachstum kommuniziert, aber die Seismik deutet auf geringen Magmenaufstieg hin. Am 2. und 7. März gingen kleine pyroklastische Ströme ab. Fast täglich entstehen Schuttlawinen und es kommt zur Exhalation von Dampfwolken. In Katastrophenstimmung ist man dort noch nicht und die Anwohner gehen relativ gelassen mit der Situation um.

Am Wochenende wurde am Merapi ein Opferritual abgehalten: Die Labuhan-Zeremonie feiert die Beziehung zwischen dem Sultan von Yogyakarta und dem Gott der Südsee. Das Opfer soll auch den Merapi gnädig stimmen.

Island: Seismik hoch

Die Erdbebentätigkeit auf Island ist wieder ziemlich hoch. Am Montag ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 3,1 bei Grimsey. Ort des Geschehens war wieder das submarine Vulkanfeld vor der Nordwestküste der Insel. Auch bei Kópasker gibt es einen kleinen Erdbebenschwarm. Im Bereich des Vatnajökulls gab es zahlreiche schwache Erdbeben unter den diversen vulkanischen Hot Spots dort. Auch im System Askja-Herdubreid manifestierte sich ein Schwarmbeben. Die Aktivität hier steht häufig im Zusammenhang mit Magmenbewegungen.

Auvergne: leichtes Erdbeben

In der französischen Auvergne ereignete sich ein weiterer schwacher Erdstoß mit einer Magnitude von 2,3. Das Hypozentrum lag in nur 2 km Tiefe, im Südosten des Vulkangebiets. In den letzten Wochen mehren sich leichte Erdbeben in der Region.

Unwetter und weltweite Ernterückgänge

Seit Wochen anhaltende Regenfälle haben in einigen Regionen des Irans zu starken Überschwemmungen geführt. Allein im März verloren mehr als 70 Menschen ihr Leben. Besonders stark trifft es den Südwesten des Landes. Mehrere Orte am Ufer des Flusses Karkeh sollen evakuiert werden. Der Fluss wird mit Dämmen aufgestaut. Diese drohen unter den Wassermassen zu bersten. Normalerweise ist es in der Region sehr trocken.

Sturm in Mexiko

Im mexikanischem Piedras Negras, (Region Coahuila) wütete am Sonntag ein schwerer Sturm. Es wurden Windgeschwindigkeiten von 124 km/h gemessen. Der Sturm richtete große Verwüstungen an: es wurden Bäume entwurzelt, Dächer abgedeckt und Ampeln umgeweht. Der Strom fiel aus und Starkregen brachte lokale Überflutungen mit sich.

Zyklon traf Brasilien

Bereits in der letzten Woche traf Zyklon Iba die Küste Brasiliens und richtete dort Schäden und Überschwemmungen an. Es war der erste tropische Wirbelsturm, der seit 10 Jahren die Küste Brasiliens traf. Entsprechend schlecht vorbereitet waren die Menschen dort. Starkregen verursachte Überschwemmungen. In Brasilien starben 3 Menschen. Noch schlimmer wurde Paraguay getroffen: dort mussten mehrere Ortschaften entlang des Paraguay Rivers evakuiert werden. 20.000 Menschen befanden sich auf der Flucht vor den Wassermassen.

USA: neuer Kälteeinbruch droht

Der Norden und Mittlere Westen der USA wird bereits am Wochenende von einer Kaltfront heimgesucht. Es drohen starke Schneefälle. Bereits jetzt klagen Landwirte wegen des langanhaltenden Winters mit extremen Minusgraden. Die Kältewelle im Februar, mit Temperaturen von -40 Grad, könnte sich negativ auf die kommende Ernte auswirken. Das Wintergetreide wurde geschädigt und es erfroren zahlreiche Rinder.

Rückgang der Getreideernte

Das Extremwetter der letzten Monate führte zu einem weltweiten Engpass in der Versorgung mit Getreide. Die Getreideernte neckt nicht den weltweiten Verbrauch. Grund für den Ertragsrückgang war die Dürre in Mitteleuropa und Teilen Russlands im letzten Jahr. Noch heute leiden viele Teile Deutschlands unter den Folgen der Dürre und einer aktuellen Trockenheit. Viele Getreidesorten sind im Wachstumsrückstand.

Nyiragongo: Lavasee lief über

Der Lavasee im Pitkrater des Vulkans Nyiragongo (Demokratische Republik Kongo) lieft am 4. April über. Dies bestätigt nun ein Video, welches auf der FB-Seite des Virunga Nationalparks gepostet wurde. Vnet berichtete in der letzten Woche über eine erhöhte Wärmestrahlung des Vulkans und ich vermutete ein entsprechendes Ereignis. Heute sieht es wieder so aus, als wäre der Lavasee ungewöhnlich aktiv: MIROVA registrierte gestern eine Wärmestrahlung in Höhe von 3981 MW. Neue Höchststände des Lavasees ereignen sich am Nyiragongo phasenweise. Manchmal ist auch ein Hornito auf der untersten Terrasse des Kraters aktiv. Dieser erzeugt dann Lavaspattering und schickt Lavaströme über den Kraterboden.

Normalerweise sind Lavaseen relativ ungefährliche Naturphänomene, doch im Falle des Nyiragongos sieht es anders aus. Es kam bereits öfters vor, dass sich ein Riss in der Vulkanflanke öffnete, aus dem die Lava des Sees abfloss. Da die Lava sehr heiß und dünnflüssig ist und die Vulkanflanken sehr steil sind, erreichen die so entstandenen Lavaströme große Geschwindigkeiten. Innerhalb kurzer Zeit kann die Lavaflut bewohnte Gegenden erreichen. Im Jahr 2001 erreichte die Lava die Stadt Goma und floss bis in den Kivusee. Noch heute teilt der erstarrte Lavastrom die Stadt wie eine Narbe.



Lavaseen weltweit

Das Lavaseen auslaufen, scheint indes häufiger vorzukommen, als man vermuten mag. Alleine im letzten Jahr sind die beiden Lavaseen des hawaiianischen Vulkans Kilauea ausgelaufen. Die Lava ergoss sich über die Küstenebene und zerstörte die Siedlungen Leilani und Kaphoho, bevor die Lavaströme in den Ozean mündeten und dort neues Land entstehen ließen. Im Dezember liefen die Lavasees des Vulkans Ambrym aus. Dort brodelte gleich in 4 Kratern kleine Lavaseen. Ein Teil der Lava entströmte einer Eruptionsspalte in der Caldera. da sich vor der Küste starke Erdbeben ereigneten und sich auch dort Spalten öffneten, liegt die Vermutung nahe, dass ein Teil der Lava unterirdisch abfloss. 1 Jahr zuvor verschwand der Lavasee im Krater des Vulkans Era Alé. Zunächst lief der Lavasee über, dann entstand ein Riss, aus dem sich die Lava ergoss. Dieser Riss hat sich bis heute nicht vollständig geschlossen: noch immer tritt Lava auf der Flanke aus und speist einen kleineren Lavastrom. Aktuell gibt es nur noch 3 Lavaseen auf der Welt: im Nyiragongo, dem Nachbarvulkan Nyamuragira und im Mount Erebus in der Antarktis.

Karangetang eruptiert Vulkanasche

Auf der indonesischen Insel Siau eruptierte der Vulkan Karangetang erneut Vulkanasche. Das VAAC detektierte die Asche in einer Höhe von 2100 m. Zudem registriert MIROWA gestern eine schwache Wärmesignatur mit einer Leistung von 4 MW. Seit letztem Monat ist der Trend stark rückläufig und ich gehe davon aus, dass das Wachstum des Lavadoms entweder sehr gering ist, oder bereits ganz zum Erliegen kam. Allerdings nahm die Seismik umgekehrt proportional zur Abnahme der sichtbaren Aktivität zu: gestern wurden mehr als 50 vulkanisch bedingte Beben registriert.

Zwischen Dezember 2018 und Anfang März 2019 war der Vulkan Schauplatz starken Domwachstums. Es wurde ein zäher Lavastrom eruptiert, der die Küste erreichte. Außerdem gingen pyroklastische Ströme ab. Das Bild stammt aus meinem Archiv.


Barren Island emittiert Wärmestrahlung

Der einzige aktive Vulkan Indiens ist weiterhin aktiv. MIROVA registriert eine moderate Wärmestrahlung mit einer Leistung von 12 MW. Diese könnte von strombolianische Eruptionen ausgehen.
Der Inselvulkan Barren Island ist Sperrgebiet und darf von Normalsterblichen nicht betreten werden. Entsprechend selten sind Augenzeugenberichte. Daher sind die Wissenschaftler auf Interpretationen von Satellitendaten angewiesen, um das Geschehen am Vulkan zu beurteilen.

Copahue: Seismik erhöht

In seinem Monatsbericht für März schreibt SERNAGEOMIN, dass es am Copahue (Chile) zu einigen Änderungen im seismischen Verhalten kam. Es wurden eine Zunahme vulkanotektonischer Erdbeben registriert. Besonders die LP und VLP Erdbeben (langperiodische- und langanhaltende Seismik) wurde vermehrt aufgezeichnet. So gab es 69 LP-Ereignisse und 281 VLP Beben. Am 18. März wurde ein Schwefeldioxid-Ausstoß von 956 Tonne registriert. Der Durchschnitt lag im März bei 414 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Zudem sank der Wasserspiegel des Kratersees El Agrio. All diese Beobachtungen stehen wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer Zunahme magmatischer Aktivität im Untergrund. Der Alarmstatus steht auf „gelb“: Mittelfristig könnte es zu explosiven Eruptionen kommen.

Yasur: anhaltende Explosionen

Der Yasur ist derzeit der einzige eruptierende Vulkan von Vanuatu. Dafür zeigt er sich dieser Tage besonders munter: es finden häufige strombolianische Eruptionen statt, die glühende Tephra über die Höhe des Kraterrandes aufsteigen lassen. Die glühende Tephra sammelt sich im Krater an und erzeugt eine moderate Wärmestrahlung mit einer Leistung von 73 MW. Der Alarmstatus steht auf „2“. Aktuelle Daten und eine Livecam findet ihr auf der neuen Seite Yasur live

Südliche Sandwichinseln: Erdbeben Mw 6,5

Die Südlichen Sandwichinseln wurden gestern von einem Erdbeben der Magnitude 6,5 erschüttert. Das Epizentrum befand sich offshore und es wurden keine Menschen gefährdet. Das Hypozentrum lag in 60 km Tiefe und damit im oberen Erdmantel. Mantelbeben sind typisch für Subduktionszonen und ereignen sich dort meistens im abgetauchten Plattenteil. Normales Gestein im Erdmantel ist aufgrund der Hitze dort plastisch und verhält sich wie Knete. Daher können sich im Erdmantel normalerweise keine großen Spannungen aufbauen, die sich in Erdbeben entladen.

Ecuador: Erdbeben Mw 5,8

Zwischen der ecuadorianischen Küste und den Galapagos-Inseln bebte die Erde mit einer Magnitude von 5,8. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. Das Beben war noch zu schwach, um einen größeren Tsunami auszulösen. Dieser Erdstoß ereignete sich gestern. Bereits in den letzten Tagen gab es zahlreiche Beben direkt an der Küste von Ecuador.

Azoren: Erdbeben M 4,8

Bei den Azoren bebte es wieder mit einer Magnitude von 4,8. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. Das Epizentrum lag offshore, südöstlich der Ilha de Sau Miguel. Die Azoren waren in den letzten Tagen Schauplatz mehrerer moderater Erdstöße.

Hawaii: Mehrere schwache Erdbeben

Auf Big Island Hawaii bebt die Erde an verschiedenen Stellen auf den beiden Vulkanen Kilauea und Mauna Loa. Am Kilauea bebte es im Bereich der Gipfelcaldera, im oberen Ostrift und im Westrift. Auf der Küstenebene bei Leilani (wo letzten Jahr die Eruption stattfand) ist es hingegen ruhig. Interessant sich auch die Beben im Bereich des Mauna Loa. Statistisch gesehen wäre hier ein Vulkanausbruch mal wieder fällig, nur leider halten sich Vulkane selten an Statistiken.

Sizilien: zahlreiche schwache Erdbeben

Die Situation auf Sizilien ähnelt der auf Hawaii, im Gebiet der größten Mittelmeerinsel ereigneten sich mehrere schwache Erdbeben, die sich am Ätna und im Bereich der Liparischen Inseln manifestierten. Auch entlang der nördlichen Störungszonen auf Sizilien gab es schwache Erdbeben.