Popocatepetl mit Eruptionen am 01.11.22

Popocatepetl speit Vulkanasche bis auf 6100 m Höhe

Staat: Mexiko | Lokation: 19.028, -98.62| Eruption: Asche-Emissionen

In Mexiko lebte der Popocatepetl wieder etwas auf und eruptierte Vulkanasche. Laut VAAC Washington erreichte sie eine Höhe von 6100 m und driftete in Richtung Nordosten. CENAPRED meldete für gestern 77 Asche-Dampf Exhalationen und 99 Minuten Tremor. Vulkanotektonische Erdbeben wurden nicht gemeldet.

Ein LiveCam-Video zeigt die jüngste Eruption sehr schön und wurde in unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism“ geteilt.


Ebeko bleibt fleißig

Staat: Russland | Koordinaten: 50.68, 156.01 | Eruption: Ascheeruption

Auf der Kurileninsel Paramushir bleibt der Ebeko fleißig. Das VAAC brachte seit gestern 11 VONA-Warnungen heraus. Die Asche erreichte eine Höhe von bis zu 4000 m und wurde vom Wind in südöstlicher Richtung verdriftet. KVERT belässt den Warnstatus auf „orange“


Sangay bleibt aktiv

Staat: Ecuador | Koordinaten: -2.00, -78.34 | Eruption: Vulcanianisch

Auch wenn es eine Weile her ist, dass ich hier über den Sangay geschrieben habe, so ist er weiterhin aktiv und fördert Aschewolken. Heute erreichten sie eine Höhe von 7300 m und wurden Richtung Westen geweht. MIROVA meldete gestern eine Thermalstrahlung mit 131 MW Leistung. Wahrscheinlich fließt weiterhin Lava über die Flanke.


Shiveluch mit Asche-Emissionen

Staat: Russland | Koordinaten: 56.65; 161.36 | Eruption: Dom

Auf Kamtschatka emittiert der Shiveluch weiterhin Vulkanasche. Sie steigt bis zu 3000 m hoch auf und driftet in Richtung Südosten. KVERT berichtet über kontinuierliches Domwachstum und warnt vor größeren Eruptionen und Pyroklastischen Strömen, die möglicherweise entstehen könnten.

 

Vulkan Bagana mit Aschewolke am 31.10.22

Vulkan Bagana in Eruption

Staat: Papua Neuguinea | Koordinaten: -6.10, 155.20 |EruptionAschewolke

Bagana ist ein 1855 m hoher Vulkan im Zentrum der Insel Bougainville, die zu Papua Neuguinea gehört. Obwohl der Vulkan zu den jüngsten und aktivsten Feuerbergen Melanesiens gehört, wird über ihn relativ wenig berichtet. Das liegt nicht etwa daran, dass der Vulkan nicht aktiv wäre, sondern an seine Abgelegenheit inmitten dichter Wälder. Bagana ist überwiegend effusiv tätig, doch heute liegt eine VONA-Meldung vom VAAC Darwin vor, nach der vom Vulkan eine Aschewolke aus aufstieg. Sie erreichte eine Höhe von 2700 m und driftete in Richtung Norden. Die Aschewolke wurde aufgrund dichter Bewölkung nicht von Satelliten erfasst. Die Meldung stammt von Beobachtern am Boden oder von Piloten. Der Alarmstaus wurde auf „orange“ erhöht.
[twenty20 img1=“833575″ img2=“833576″ offset=“0.5″ before=“Bagana im normalen Lichtspektrum…“ after=“…und im Infrarotbereich. © Sentinel-hub“]
Auf einem Sentinel-Foto vom 29. Oktober ist zu erkennen, dass vom Bagana eine große Dampfwolke ausging. Im Infrarot-Spektrum erkennt man eine thermische Anomalie, die sich im nördlichen Gipfelbereich befindet und unter der Dampfwolke hervorlugt. Die Anomalie könnte größer sein und nur vom Dampf verdeckt werden. Schaut man die Bilder der letzten Monate durch, dann erkennt man, dass es im Frühjahr eine Eruptionsphase gab, während der mehrere Lavaströme erzeugt wurden, die im Nordwesten und Nordosten des Vulkans bis zu seiner Basis flossen. Solche zähen Lavaströme aus andesitischer Schmelze sind für den Bagana typisch. Genauso typisch ist es, dass im Vulkankrater ein kleiner Lavadom wächst. Die aktuelle thermische Anomalie könnte von so einem Dom stammen. Dafür sprechen auch die MIROVA-Daten der letzten Wochen, die öfters eine moderate Wärmestrahlung detektierten.

Obwohl Bagana meistens extrusiv/effusiv tätig ist, gibt es durchaus Eruptionen mit einem größeren Gefahrenpotenzial. Die explosivste Eruption seit der Erfassung der Daten ereignete sich im Jahr 1952. Sie hatte einen VEI 4. Im Jahr 2000 gab es einen VEI 2 Ausbruch. Dem GVP liegen Daten von 26 Eruptionsphasen während des Holozäns vor. Dabei gehen Vulkanforscher davon aus, dass der Bagana innerhalb der letzten 3 Jahrhunderte entstanden sein könnte, nimmt man seine Förderrate der vergangenen Jahre als Basis für sein Wachstum.

Vulkan-News 30.10.22: Ebeko

Ebeko eruptiert Aschewolken

Staat: Russland | Koordinaten: 50.68, 156.01 | Eruption: Ascheeruption

Der Kurilenvulkan Ebeko ist wieder munterer geworden und eruptierte gestern Vulkanasche. Laut VAAC erreichte sie eine Höhe von 3000 m und wurde Richtung Südwesten verfrachtet. Russische Medien sprechen von einer 4 km hohen Aschewolke, die bis zu 5 km weit driftete und Ascheregen auslöste. Dieser ging auch über den Ort Severo-Kurilsk nieder und hinterließ einen dünnen Ascheschleier im Ort, der besonders Autofahrer ärgerte, da er die Fahrzeuge verschmutzt. Die lokale Presse nimmt das Thema nicht ohne eine Spur Ironie auf, denn auf der Insel Paramushir wird der „Tag des Autofahrers“ begannen. Fehlt nur der Ratschlag, dass man Vulkanasche nicht vom Wagen wischen, oder fegen sollte, da sie wie Schmirgelpapier wirkt und den Lack zerkratzt. Besser ist es, seinen Wagen mit viel Wasser abzuspülen, ohne zu wischen. Der VONA-Alarmstatus steht auf „Orange“.

Insel und Vulkan liegen direkt vor der Südspitze Kamtschatkas und finden ihre Ursache in der Subduktion der Pazifischen Platte unter die des Asiatischen Kontinents. Die abtauchende Ozeanplatte gerät dabei bis in den Erdmantel und wird teilweise geschmolzen. Die so entstandene Schmelze steigt als Magma hinter der Subduktionszone auf und wird an den Vulkanen eruptiert. Das Magma ist relativ hochviskos, weshalb die Vulkane entlang von Subduktionszonen zu explosiven Eruptionen und Dombildung neigen. Die Vulkane Kamtschatkas und der Kurilen sind somit artverwandt. Tatsächlich befinden sich  z.Z. 3 Kurilenvulkane in Eruption, die allesamt dicht beieinander liegen. Im Bereich von Zentralkamtschatka sind ebenfalls 3 Vulkane aktiv und sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Ruhig sind die Vulkane im Süden Kamtschatkas. Dort liegen z.B. Mutnovsky und Gorely, die schon mehrere Jahre ruhig sind. Man könnte von einer vulkanischen Eruptionslücke sprechen, in Analogie zur seismischen Lücke bei den Erdbeben. Vielleicht schließt sie sich ja bald. Sie zeigt auch, dass die Schmelze entlang der Subduktionszone nicht gleichmäßig verteilt aufzusteigen scheint.


Fuego mit stärkeren Explosionen

Staat: Guatemala | Koordinaten: 14.47, -90.88 | Eruption: Vulcanianisch

In Guatemala ist der Fuego weiter aktiv und erzeugte einige Explosionen, die ungewöhnlich stark waren. Die Ereignisse wurden mit einer Webcam gefilmt. Laut VAAC Washington stieg die Vulkanasche bis zu 5200 m hoch auf. Im Update von INSIVUMEH spiegelt sich diese Aktivität nicht wieder. Dort wird von 5-8 Eruptionen pro Stunde gesprochen, bei denen glühende Tephra bis zu 200 m hoch ausgestoßen wird. Vulkanasche erreichte demnach eine Höhe von 4800 m über Normalnull. MIROVA detektierte eine moderate Wärmestrahlung mit 26 MW Leistung.


Reventador mit Ascheeruptionen

Staat: Ecuador | Koordinaten: -0.081, -77.67 | Eruption: Vulcanianisch

In Ecuador eruptiert der Reventador Vulkanasche. Ähnlich wie am Fuego, steigt auch hier die Asche höher als sonst auf. Das VAAC detektierte sie in 5800 m Höhe. MIROVA zeigt eine thermische Strahlung mit 29 MW Leistung an. Dementsprechend wurde eine größere Menge glühender Tephra ausgestoßen. Gelegentlich fließen auch Lavaströme über die Vulkanflanke, doch dafür ist die Wärmestrahlung zu gering.


Suwanose-jima mit Explosionsserie

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Vulcanianisch

Der japanische Suwanose-jima zeigt sich nach seinem Peak in der Seismizität sehr aktiv und löste seit gestern 6 VONA-Warnungen aus. Vulkanasche stieg bis zu 2400 m auf und driftete südwärts. Gestern gab es 25 vulkanotektonische Erdbeben und einige Tremorphasen.

Vulkan-News 29.10.22: Shiveluch

Shiveluch mit remobilisierte Aschewolke

Staat: Russland | Koordinaten: 56.65; 161.36 | Eruption: Dom

Am Shiveluch wurde eine weitere Aschewolke detektiert, die laut VAAC Tokio bis auf einer Höhe von 3700 m aufstieg und in Richtung Südosten verfrachtet wurde. KVERT berichtet über die Eruption und rief die „orangene“ Warnstufe für den Flugverkehr aus. Allerdings soll die Aschewolke nicht aktiv eruptiert worden sein, sondern es handelt sich wieder um remobilisierte Asche, die vom starken Wind aufgewirbelt wird. Die Aschewolke wird vom Wind 80 km weit getragen. Dennoch wächst der Dom weiter, worauf auch eine moderate Wärmestrahlung mit 32 MW Leistung hindeutet, die auf MIROVA angezeigt wird. So kann es jeder Zeit zu Explosionen, Kollapsereignissen und Pyroklastischen Strömen kommen. Das Bild zeigt den Lavadom am 17. Oktober 2022.

Auf Kamtschatka scheint es in diesem Herbst besonders windig zu sein, denn bereits gestern wurden remobilisierte Aschewolken vom Maly Semyachik und Karymsky gemeldet. 


Suwanose-jima in Eruption

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Vulcanianisch

Im südjapanischen Ryukyu-Archipel ist der Suwanose-jima weiter aktiv und eruptiert Vulkanasche. Hier stieg sie bis auf einer Höhe von 2700 m auf und driftete in Richtung Westen. Am 25. Oktober gab es ein Schwarmbeben mit 458 vulkanotektonischen Erschütterungen. Der höchste Wert den ich bis jetzt vom Suwanose-jima melden konnte. An den beiden Folgetagen wurden täglich um 70 Erschütterungen festgestellt. Gestern waren es 24. Die hohe Seismizität zeugt von Magmenbewegungen und es ist gut möglich, dass der Vulkan vor einer Aktivitätssteigerung steht.


Manam emittiert Asche

Staat: PNG | Koordinaten: -4.08; 145.04 | Eruption: Asche

Der Inselvulkan Manam gehört zu Papua Neuguinea und emittierte eine Aschewölkchen, dass in einer Höhe von 1500 m detektiert wurde. Solche kleineren Eruptionen gehen am Manam öfters Paroxysmen voraus, oder kündigen wenigstens eine Phase strombolianischer Eruptionen an.

Vulkan Maly Semyachik mit VONA-Warnung

Maly Semyachik mit remobilisierter Aschewolke

Der Vulkan Maly Semyachik liegt auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka (Russland) und ist heute zum ersten Mal in den News bei vnet vertreten. Das VAAC Tokio brachte heute Nacht um 02:13 UCT eine VONA-Meldung heraus, nach der Vulkanasche in einer Höhe von 4000 m gesichtet wurde. Der Wind verfrachtete sie in Richtung Südosten. Auf Satellitenaufnahmen wurde die Asche nicht ausgemacht. Um 05:50 UCT wurde die Warnung wieder aufgehoben. KVERT erhöhte die Warnstufe für den Flugverkehr zunächst auf „orange“, reduzierte sie inzwischen wieder auf „grün“. Einen überraschenden Vulkanausbruch hatte es nicht gegeben, sondern starker Wind remobilisierte alte Vulkanasche von der Vulkanflanke. Ähnliches sahen wir auch bereits im letzten Monat am Klyuchevskoy.

Eine weitere Meldung kommt vom Karymsky, der in Sichtweite des Maly Semyachik liegt. Auch hier wurde gegen 01:00 UCT eine Aschewolke gemeldet, die bis auf einer Höhe von 4800 m aufstieg. Es war die 154. VONA-Meldung von diesem Vulkan in 2022. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich auch hier um remobilisierte Vulkanasche handelte, obwohl der Vulkan auch tatsächlich ausgebrochen sein könnte.

Über den Vulkan Maly Semyachik

Maly Semyachik ist wegen seines türkisfarbenen Kratersees bekannt. Er liegt im südlichsten der 3 Krater des Vulkans und hat einen Durchmesser von 550 m. Er ist fast kreisrund und bis zu 180 m tief. Die Wassertemperatur variiert zwischen 27 und 42 Grad Celsius, was auf sich ändernden Bedingungen infolge periodischen Magmenaufstiegs hindeutet. Ähnliches konnten wir dieses Jahr am neuseeländischen Vulkan Ruapehu beobachten. Wie es für türkisfarbene Kraterseen typisch ist, hat das Wasser einen extrem niedrigen pH-Wert, der durch Schwefelsäure hervorgerufen wird.

Maly Semyachik ist ein komplexer Stratovulkan, der aus 3 miteinander verwachsenen Vulkankegeln besteht, die sich aus einer 10 km durchmessenden Caldera erheben. Die 3 Vulkane bilden einen 3 km langen Vulkanrücken. Jeder der Kegel besitzt einen eigenen Krater. Die letzte Eruption ereignete sich 1952 und hatte einen VEI 2.

Vulkan-News 27.10.22: Alaid

Alaid bliebt aktiv

Staat: Russland | Koordinaten: 50.85 ,155.55 | Eruption: Ascheeruption

Der Kurilenvulkan Alaid beliebt in einem Stadium erhöhter Aktivität und ist explosiv und effusiv tätig. Das VAAC meldete gestern 4 Aschewolken. Sie stiegen bis zu 3700 m auf und wurden in östlicher Richtung verfrachtet. Außerdem registrierte MIROVA eine hohe thermische Strahlung mit fast 200 MW Leistung. Der Alaid ist nicht der einzige Vulkan des Inselbogens, der in den Schlagzeilen steht.

Das Foto zeigt einen Ausschnitt von einem Sentinel-Foto, dass von Copernicus am 24. Oktober veröffentlicht wurde. Sehr schön sieht man eine Aschewolke nebst Lavastrom auf der Südflanke. Der Lavastrom scheint aus der Basis des Gipfelkraters zu entspringen und läuft nicht direkt über dessen Rand. Zu sehen ist auch ein Lavadelta/Schuttfächer an der Küste, das sehr wahrscheinlich davon zeugt, dass die Lava bis ins Meer floss.


Ebeko eruptiert Vulkanasche

Staat: Russland | Koordinaten: 50.68, 156.01 | Eruption: Ascheeruption

Der Vulkan Ebeko liegt auf der Nachbarinsel Paramushir und legte in den letzten 24 Stunden eine beeindruckende Performance hin, indem er 5 VONA-Warnungen auslöste. Die Vulkanasche erreichte eine Höhe von 2400 m und driftete in Richtung Nordosten.


Krakatau emittiert Vulkanasche

Staat: Indonesien| Koordinaten: -6.10, 105.42 | Eruption: Aschewolken

Der Anak Krakatau im indonesischen Sunda Strait bleibt aktiv und förderte laut VAAC eine Serie kleinerer Aschewolken, die es bis auf 600 m Höhe schafften. Das VSI meldete Aschewolken in 400 m Höhe. Nachts wurde ein wenig rotglühende Tephra ausgeworfen. Nach einem 2-tägigen Anstieg der Seismizität, war sie gestern wieder niedrig. Es sieht nicht danach aus, als würde sich eine größere Eruptionsphase entwickeln.


Vulcano bleibt heiß

Staat: Italien | Lokation: 14.87 ; 38.50 | Eruption: Fumarolisch

Am Dienstag erschien das INGV-Bulletin zum Inselvulkan Vulcano, der nördlich von Sizilien liegt. Die Vulkanologen attestierten dem Vulkan eine hohe Temperatur der Fumarolen am Kraterrand. Sie liegt bei konstanten 375 Grad. Auch der Gasflux bleibt bei mittelhohen bis hohen Werten. Es gab einige Mikroseismizität, doch Erdbeben mit Magnituden über 1 blieben aus. Es wurde keine neue Bodenverformung festgestellt.


White Island mit Ascheemissionen

Staat: Neuseeland | Koordinaten: -37.52, 177.18 | Eruption: Ascheemissionen

Die Forscher von GEONET berichten von über sporadische Ascheemissionen auf White Island. Sie werden als passiv beschrieben und sind nicht sehr stark. Es werden Dampfwolken generiert. Die Gastemperatur an Fumarolen sank um 20 Grad auf 145 Grad. Der Alarmstatus steht auf „2“.

Vulkan-News 26.10.22: Taal

Taal mit phreatischen Eruptionen

Staat: Philippinen | Lokation: 14.002; 120.99 | Eruption: Phreatisch

Der philippinische Taal-Vulkan steht heute erneut in den Schlagzeilen, weil er weitere phreatische Eruptionen generierte. Das VAAC detektierte eine kleine Eruptionswolke die bis auf einer Höhe von 300 m aufstieg. PHILVOLCS berichtet in seinem Update vom Dienstag, dass 11 kleine Eruptionen gezählt wurden. Demnach stiegen Dampfwolken bis zu 600 m hoch auf. Im Kratersee auf Volcano Island wurden Wasserturbulenzen beobachtet. Der Schwefeldioxid-Ausstoß war vergleichsweise niedrig und betrug 1403 Tonnen. Es wurden 6 vulkanisch-bedingte Erdbeben registriert. Das Bild stammt aus dem Archiv.


Bezymianny mit Aschewolke

Staat: Russland | Koordinaten: 55.98; 160.58 | Eruption: Vulcanianisch

In Kamtschatka ist der Bezymianny nach seinem Paroxysmus vom Wochenende noch nicht wieder ganz zur Ruhe gekommen. Das VAAC detektierte Vulkanasche in 6100 m Höhe. Sie driftete in Richtung Osten. Die Aschewolke wurde nicht von Satelliten wahrgenommen.


Alaid mit weiteren Eruptionen

Staat: Russland | Koordinaten: 50.85 ,155.55 | Eruption: Ascheeruption

Der Kurilenvulkan Alaid bleibt aktiv und fördert Vulkanasche, die bis auf einer Höhe von 3700 m aufsteigt und in Richtung Osten verfrachtet wird. Nachts wurde eine moderate Thermalstrahlung mit fast 200 MW Leistung festgestellt. Neben Vulkanasche wird noch glühende Lava gefördert.


Ätna mit schwacher Wärmestrahlung

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Staat: Italien |Eruption: Fumarolisch

Heute jährt sich der Jahrestag der letzten wirklich großen Flankeneruption am Ätna zum 20. Mal. Damals öffneten sich erst Eruptionsspalten im Norden des Vulkans, später auch im Süden. Der Ausbruch stellte ein starke Zäsur für den Tourismus in Etna Nord dar. Heute zeigt sich der Feuerberg relativ ruhig, doch MIROVA detektiert eine schwache Thermalstrahlung, die von der Bocca Nuova ausgeht. Der Tremor bewegt sich an der Grenze zum roten Bereich und zeigt seit einer Woche schwache Änderungen im Wellenmuster, so wie sie auch schon von der Lavastrom-Eruption im Mai auftraten. Die Seismizität steigerte sich etwas.

Vulkan-News 25.10.22: Anak Krakatau

Anak Krakatau mit neuen Eruptionen

Staat: Indonesien| Koordinaten: -6.10, 105.42 | Eruption: Aschewolken

Nach einer mehrwöchigen Pause gibt es seit gestern wieder explosive Eruptionen am Inselvulkan Anak Krakatau. Laut VAAC steigen die Eruptionswolken nicht sonderlich hoch auf und erreichen eine Höhe von ca. 300 m über dem Meeresspiegel. Auch das VSI/MAGMA gibt eine ähnliche Höhe an. Auf Webcamfotos erkennt man aber, dass die Aschewolken durchaus höher aufsteigen. Neben Asche wird glühende Tephra gefördert. Im Krater des Vulkans hatte sich zuletzt ein Pancake-Dom gebildet gehabt, der fumarolisch aktiv ist. Sentinel-Aufnahmen zeigen eine schwache thermische Anomalie im Dom. Dort hat sich vermutlich ein neuer Förderschlot gebildet, aus dem nun die Eruptionen stattfinden. Gestern zog auch die Seismizität an und es wurden gut 25 Hybriderdbeben detektiert.


Kerinci eruptiert weiter

Staat: Indonesien | Koordinaten: 1.70, 101.26 | Eruption: Aschewolken

Auf Sumatra bleibt der Kerinci aktiv und speit Vulkanasche. Das VAAC detektiert sie in einer Höhe von 4800 m. Der Wind weht aus nordwestlicher Richtung, sodass die Asche nach Südosten treibt.


Popocatepetl eruptiert Vulkanasche

Staat: Mexiko | Lokation: 19.028, -98.62| Eruption: Asche-Emissionen

Gestern förderte der Popocatepetl wieder Vulkanasche. Sie stieg bis auf einer Höhe von 5800 m auf und driftete in Richtung Nordwesten. CENAPRED berichtet von 61 Asche-Dampf-Exhalationen und nur 16 Minuten Tremor. Es gab 1 vulkanotektonisches Erdbeben M 1,7. Interessanterweise war der Tremor am Vortag noch deutlich höher, als 635 Minuten dieses Signals aufgezeichnet wurden. Dafür gab es nur 27 Exhalationen.


Suwanose-jima in guter Form

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Strombolianisch

Der Südjapanische Vulkan Suwanose-jima erzeugte eine Eruptionsserie, die beim VAAC seit gestern 11 VONA-Warnungen auslöste. Die Aschewolken stiegen bis zu 2400 m hoch auf und drifteten nach Südwesten. Die Seismizität war vergleichsweise niedrig.

Sakurajima mit Eruption und Sternschnuppe

Eruption am Sakurajima

Staat: Japan | Koordinaten: 31.581, 130.659 | Eruption: Explosiv

Das VAAC Tokio bestätigte gestern neue Explosionen am Sakurajima und brachte VONA-Warnungen heraus. Vulkanasche stieg bis auf einer Höhe von 2400 m auf und driftete in südöstlicher Richtung. Eine der nächtlichen Eruption förderte vergleichsweise viel rotglühende Tephra, die auf der Flanke des Vulkans landete. Einige Brocken rollten weiter hinab und schafften so fast die halbe Strecke bis zu Basis des Sakurajimas. Die Aschewolke blieb klein und blitzlos. MIORVA detektierte eine schwache Thermalstrahlung, was am Sakurajima selten der Fall ist.

Im JMA-Bulletin für den Beobachtungszeitraum 21.-24. Oktober heißt es, dass bei den Eruptionen kleine pyroklastische Dichteströme entstanden, die eine Gleitstrecke von weniger als 1 km hatten. Größere Tephra landete in 1 km Entfernung zum Showa-dake. Der Krater selbst blieb ruhig und die Eruptionen erfolgten weiterhin aus dem Minami-dake. Es wurde nur eine geringe Seismizität festgestellt. Tremor gab es nicht. Dafür ist der Schwefeldioxid-Ausstoß hoch. Die Vulkanologen gehen weiterhin davon aus, dass sich größere Mengen Magma in einem tief gelegenen Magmenkörper unter der Aira Caldera angesammelt hat und das die eruptive Tätigkeit anhalten wird. Soweit, so gut.

Meteor explodiert über dem Sakurajima

Der interessantere Part der Meldung steht nur indirekt im Zusammenhang mit dem Vulkan selbst. Unser Gruppenexperte und Rechercheur Manfred Meyer hat ein tolles Video vom Sakurajima ausgegraben, auf dem zu sehen ist, wie ein großer Meteor über dem Sakurajima in der Atmosphäre verglüht und einen herrlichen Sternschnuppen-Effekt erzeugt. Dem nicht genug, so explodierte der kleine Himmelskörper in einem hellen Lichtblitz. Der Meteor könnte zum Meteorschwarm der Orioniden gehört haben, durch den die Erde jedes Jahr im Oktober fliegt. Die Orioniden erreichen ihr Maximum in der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober. Vielleicht bewegte sich dieser besonders große Brocken ein wenig Abseits des Hauptschwarms. Die Orioniden erhielten ihren Namen nach dem Sternbild Orion, aus dessen Richtung sie zu kommen scheinen. Es ist nicht auszuschließen, dass Bruchstücke des Meteors den Boden erreichten. In diesem Fall müsste man dann von einem Meteoriten sprechen. Wer das Video genau betrachtet, erkennt auch leicht rot illuminierte Dampfwolken über dem Vulkankrater. Ein Indiz, dass Schmelze im Fördersystem steht. Schade, dass der Kameramann nicht das Glück hatte, dass die Sternschnuppe zeitgleich mit einer Eruption erschien.