Mayon: Lavastrom am Dom wächst

Vulkanausbruch am Mayon hält an – Lavastrom am Dom wird länger

Die erhöhte eruptive Aktivität am Mayon hält an. Diese äußert sich in anhaltendem Domwachstum und Abgängen von Schuttlawinen und pyroklastischen Dichteströmen, die über die Ostflanke des Vulkans gleiten. Bis jetzt haben sie zwar noch kein bewohntes Gebiet erreicht, doch die Gefahr größerer Abgänge mit mehr Reichweite besteht weiterhin. PHILVOLCS belässt die Warnstufe auf „3“.




Wer sich das Zahlenwerk der Vulkanologen genauer anschaut, staunt über die hohe Anzahl an Schuttlawinenabgängen, bei denen teils glühendes Material die Vulkanflanken hinabrollt: In den letzten 24 Stunden wurden 351 Schuttlawinen und 64 pyroklastische Dichteströme registriert. Die beiden vulkanischen Manifestationen sind eng miteinander gekoppelt und entstehen durch die gleichen Mechanismen: Am Lavadom, bzw. an dem von ihm abgehenden Lavastrom kommt es zu Kollapsereignissen. In erster Linie entscheiden Größe und Gasgehalt der abgebrochenen Lavapakete darüber, ob eine Schuttlawine oder ein pyroklastischer Strom entsteht. Ist genug Gas in der Lava vorhanden, kommt es zu Explosion und Fragmentation des Lavapakets, wodurch Gas freigesetzt und die Lava größtenteils zu Staub verwandelt wird und als pyroklastischer Strom den Hang hinab rast. Ohne explosionsartige Fragmentation geht das Material als Schuttlawine ab.

Fotos dokumentieren das anhaltende Wachstum des zähen Lavastroms, der vom Dom abgeht. Auf Satellitenaufnahmen erkennt man zudem seine Wärmesignatur, die sich in den Rinnen fortsetzt, durch die die Dichteströme und Schuttlawinen abgehen.

Die pyroklastischen Ströme erzeugen zudem Aschewolken, die beim VAAC Tokio regelmäßig VONA-Warnungen auslösen Die Vulkanasche steigt meistens bis auf FL 090 und bleibt damit unter der 3000-Meter-Marke.

Gegenüber der Vorwoche ist der Ausstoß an Schwefeldioxid zurückgegangen und belief sich bei den letzten Messungen auf knapp 1500 Tonnen am Tag. Das Vulkangebäude ist aufgebläht und es steigt weiter Magma auf. Ein Ende der Eruption ist nicht in Sicht.

Behörden rufen die Bevölkerung in der Umgebung dazu auf, Sperrzonen strikt einzuhalten. Der Mayon ist bekannt für plötzlich einsetzende explosive Ausbrüche, die selbst bei scheinbar moderater Aktivität lebensgefährlich sein können.