Gestern registrierte MIROVA eine sehr hohe thermische Strahlung von 1526 MW. Dies lässt den Schluss zu, dass die Aktivität des Vulkans derzeit höher als üblich ist. Interessanter Weise redet das HVO die Aktivität schon seit längerem klein. Vermutlich will man nicht zusätzliche Volcano Chaser anlocken. In den täglichen Berichten wird der neue Lavasee im Puʻu ʻŌʻō nicht erwähnt und es bleibt unklar, ob er weiterhin aktiv ist. Zudem gibt es größerer Lavabreakouts am Lavafeld des 27. Juni.
Marokko: Erdbeben
Vor der marokkanischen Mittelmeerküste kam es zu einem starken Erdbeben der Magnitude 6,3. Das Hypozentrum lag in 15 km Tiefe und 58 km Offshore vor der Stadt Tirhanimîne. Die spanische Enklave Melilla ist nur 83 km entfernt und bis zur Meerenge von Gibralta sind es 153 km. Es folgten zahlreiche Nachbeben mit Magnituden über 5. Zuvor waren ebenfalls einige Erdstöße registriert worden,die die Bebenserie einleiteten. Es liegen Berichte über einige Schäden vor, allerdings ist es wohl zu keiner Katastrophe gekommen.
Bereits Gestern ereignete sich ein starkes Erdbeben der Magnitude 7,1 in Alaska. Das Hypozentrum lag mit 128 km verhältnismäßig tief. Da es gut 350 km südwestlich von Anchorage lag, gab es auch keine größeren Schäden. Dennoch wurden Straßen zerstört.
Kilauea: neuer Lavasee
In den letzten Tagen formierte sich im West-Pit des Puʻu ʻŌʻō – Kraters ein neuer Lavasee. Dieser hat einen Durchmesser von 20 Metern und läuft über seinen Rand über. Zudem sind weiterhin schmale Lavaströme auf dem Lavafeld des 27. Junis aktiv. Am Rand des Lavafeldes kommt es zu kleineren Waldbränden. Diese Lavaströme stellen derzeit keine Gefahr für bewohnte Gegenden dar.
Der Lavasee im Halemaʻumaʻu – Krater ist weiterhin aktiv und steht 39 m unter dem Calderaboden. Die Thermalstrahlung ist weiterhin hoch. Erhöht ist auch die seismische Aktivität: alleine heute gab es 3 leichte Erdbeben im Bereich der Gipfelcaldera. Somit bleibt es am Kilauea spannend.
Mexiko: Erdbeben M 6,6
Die mexikanische Westküste wurde von einem starken Erdbeben der Magnitude 6,6 erschüttert. Das Hypozentrum lag in 40 km Tiefe und ca. 120 km vor der Küste des Bundesstaates Jalisco. Die Erdstöße waren bis in die Provinzhauptstadt Guadalajara zu spüren. Dort wurden einige Gebäude evakuiert. Aufgrund der Tiefe des Hypozentrums wurde kein Tsunami-Alarm gegeben.
Der Vulkan Colima liegt ca. 320 km vom Hypozentrum entfernt. Es bleibt spannend abzuwarten, ob er in der nächsten Zeit mit einer größeren Eruption reagiert.
In der Straße von Gibraltar bebte die Erde ebenfalls. Hier wurde in einer Tiefe von 10 km M 5,0 erreicht.
Bardarbunga & Fuego
Heute stehen zwei sehr unterschiedliche Vulkane in den Schlagzeilen. Der subglaziale Calderavulkan Bardarbunga auf Island wird derzeit von einem Erdbebenschwarm heimgesucht. Das stärkste Beben brachte es auf M 3,6 in nur 700 m Tiefe. Es ereigneten sich auch einige Beben entlang des alten Dykes von 2014 bis zur Holuhraun-Spalte. Ein kleiner Erdbebenschwarm manifestierte sich im Bereich Askja-Herdubreid. Hier spielen die Protagonisten der letzten Eruptionsphase eine Rolle. Ob die Beben nun durch neue Magmabewegung im Fördersystem ausgelöst wurden, oder durch ein Zusammenbruch des Systems ist bisher nicht klar. Riftbewegungen könnten ebenfalls eine Rolle spielen.
Der Fuego in Guatemala scheint sich einer neuen paroxysmalen Phase zu nähern. Auf der LiveCam sieht man beständig Asche aufsteigen und es werden starke Thermalsignale registriert.
Update: Die Eruption steigerte sich zu einem Paroxysmus bei dem pyroklastische Ströme gefördert wurden. MIROVA verzeichnete das energiereichste Thermalsignal innerhalb eines Jahres: 4826 MW. Vermutlich wurde direkt während des Abganges eines pyroklastischen Stromes gemessen. In der Nach (bei uns am Morgen des 21.01.) sieht man nun einen Lavastrom via LiveCam.
Vulkane weltweit
Erta Alé: Der Lavasee in der äthiopischen Wüste Danakil war in der letzten Wochen besonders aktiv. Hohe thermische Strahlung die via Satellit registriert wurde, zeugt von einem Überlaufen der Lava. Dieses wurde laut einem Bericht von Dr. Tom Pfeiffer von einheimischen Vulkanführern visuell bestätigt.
Fuego: In Guatemala ist der Fuego wieder aktiver geworden und steuert möglicher Weise einem neuen Höhepunkt in dieser neuen Aktivitätsphase zu. Auf der LiveCam sieht man kontinuierliche Rotglut am Gipfel.
Zhupanovsky: Auf Kamchatka ist der Zhupanovsky wieder ausgebrochen. Der Vulkan eruptierte eine Aschewolke, die gut 8 km hoch aufstieg und den Flugverkehr gefährdete.
Hawaii: Weitere Erdbeben
Heute ereignete sich eine kleine Bebenserie am Mauna Loa auf Hawaii. Die stärkste Erschütterung brachte es auf eine Magnitude von 3,9. Das Hypozentrum lag nordwestlich des Gipfels in 12 km Tiefe. Es folgten zwei schwächere Erdbeben mit Magnituden von 3,0 und 2,5. Diese Epizentren lagen südlich der Gipfelcaldera.
Am benachbarten Kilauea-Vulkan ereigneten sich in den letzten 24 Stunden 2 weitere schwache Erdbeben.
Mount Egon: Alarmstufe „rot“
Auf der indonesischen Insel Flores wurde die Alarmstufe des Vulkans Egon auf „rot“ erhöht. Dass schreibt zumindest die „Jakarta Post“. Grund für diese Maßnahme ist intensiver Schwefelgeruch gewesen, der aus Fumarolen im Krater entströmt. Es wurden umgehend 1200 Menschen aus 3 Dörfern evakuiert die in der Nähe des Vulkans liegen. Die Personen wurden provisorisch in einer Markthalle untergebracht.
Auf der offiziellen Seite des Vulkanologischen Dienstes Indonesiens gibt es noch keine neuen Meldungen bezüglich der Erhöhung der Alarmstufe.
Der Stratovulkan Egon ist 1703 m hoch. Kleinere phreatische Ausbrüche gab es in den Jahren 2004, 2005, und 2008. Der letzte größere Ausbruch ereignete sich 1892. In der Gipfelregion befinden sich 2 Krater, von denen einer einen alten Lavadom enthält.
Island: Erdbeben
Auf und um Island herum ereignen sich in den letzten Tagen vermehrt Erdbeben. 2 relativ starke Erdstöße manifestierten sich heute 349.0 km SSW der isländischen Südküste. Die Beben hatten Magnituden von 4,7 und 4,5 und lagen auf der Fortsetzung des Reykjanes ridge. Im Norden der Insel ereignen sich wieder Schwarmbeben an der Tjörnes fracture zone. Diese Beben sind meistens mit dem eindringen von Magma in die Erdkruste assoziiert. Zudem bebt die Erde auch unter dem Bardarbunga. Das Stärkste brachte es am Donnerstag auf M 3,2.



