Shindake: Pyroklastischer Strom eruptiert

Der japanische Vulkan Shindake auf  der Insel Kuchinoerabu eruptierte heute eine Aschewolke, die bis auf einer Höhe von fast 8000 m aufstieg. Bei der Eruption entstand auch ein pyroklastischer Strom. Er hatte eine Länge von 900 m. zum Glück war er damit zu kurz um bewohntes Gebiet zu erreichen. Das JMA hob die Alarmstufe von „2“ auf „3“ an. Sollte die Aktivität anhalten, werden die Inselbewohner wahrscheinlich evakuiert. Im Januar steigerten sich die Eruptionen kontinuierlich. Bereits Ende 2018 gab es eine Serie größerer Eruptionen, die zur Evakuierung der Anwohner führten. Bei einer großen Eruption im Jahr 2015 wurde mindestens 1 Personen verletzt.

Ätna: Gipfelaktivität hoch

Der neu gebildete Kegel im Gipfelkrater Voragine ist weiterhin aktiv. MIROVA registrierte gestern eine thermische Strahlung mit einer Leistung von 151 MW. Auf dem zugehörigen Sentinel-Satellitenfoto sah man eine ausgeprägte thermische Anomalie im Zentralkrater. Es werden strombolianische Eruptionen erzeugt. Ein Lavastrom ergießt sich aus der Flanke des Kegels in Richtung Bocca Nuova. Der Krater wird langsam, aber sicher aufgefüllt, wobei es noch ein Weilchen dauern wird, bis die Lava über den Kraterrand fließt. Es besteht auch die Gefahr, dass die Lava den Krater destabilisiert und dass es in der Folge zu Kollaps-Ereignissen kommt.

Am Wochenende traf sich die Vulkanologischen Gesellschaft. Mit von der Partie war der Vulkanführer Andrea Ercolani. Er erzählte, dass man sich am Ätna wundert, dass es bisher zu keiner größeren Flankeneruption gekommen sei. Der Magmenkörper unter dem Vulkan sei eigentlich gut gefüllt. Mich erinnert die Situation ein wenig an das Geschehen Ende der 1990-iger Jahre: damals gab es auch eine länger anhaltende Phase der Gipfelaktivität, die letztendlich in den Paroxysmen der Bocca Nuova gipfelte. Wenige Monate später kam es dann zur großen Flankeneruption.

Taal mit anhaltender Seismik

Die Situation am philippinischen Calderavulkan Taal hat sich in den letzten 2 Tagen nicht wesentlich geändert. In den letzten 24 Stunden wurden 134 Erdbeben registriert. Eines hatte die Magnitude 3,2. Am Wochenende gab es auch wieder einen Tremor, der direkt von Magmenbewegungen ausgelöst wurde. Es besteht nach wie vor die Möglichkeit einer stärkeren Eruption.