Ätna: Neuer Lavastrom aus dem NESC

Update 22:15 Uhr: Nachdem am Nachmittag die Aktivität nachgelassen hatte, lebte sie gegen Abend wieder auf, was sich sehr schön am Verlauf der Tremorkurve ablesen lässt. Entsprechend verhielt es sich mit den strombolianischen Eruptionen, die sich zu einer Lavafontäne steigerten. Sie ist kontinuierlich tätig und wirft die glühende Tephra ca. 100 m hoch aus. Das VAAC Toulouse arbeitet heute langsam und zeigt jetzt die Aschewolke von heute Morgen an. Diese stieg bis auf einer Höhe von 3650 m ü.N.N. auf. Sie erreichte somit eine Höhe von 300 m über dem Gipfel.
Originalmeldung: Am Ätna auf Sizilien geht es heute heiß her: Aus dem Neuen Südostkrater fließt ein Lavastrom. Zudem ist der östlichste Schlot strombolianisch aktiv. Die Aktivität steigerte sich im Laufe des gestrigen Tages. Der Nordostkrater eruptierte sporadisch Aschewolken, die einige hundert Meter hoch aufstiegen. Gegen 1.30 Uhr Ortszeit öffnete sich eine kurze Spalte im Nordosten des Neuen Südostkraters und der Lavastrom begann zu fließen. Die Öffnung der Spalte kündigte sich gestern Nachmittag durch Dampfentwicklung an. Sie liegt in etwa dort, wo sich bereits im Mai eine Spalte öffnete. Da die Lava in das Valle del Bove fließt, sind Menschen derzeit nicht gefährdet.

Seit heute Vormittag emittiert der Nordostkrater vermehrt Asche. Die helle Färbung der Asche lässt vermuten, dass überwiegend altes Material ausgestoßen wird. Frisches Material mit glühender Tephra könnte aber bald folgen.

MIROVA registriert eine Wärmestrahlung mit einer Leistung von 318 MW. Gestern Abend (21:25 UCT) betrug der Wert 255 MW. Die Aktivität spiegelt sich auch im Tremor wieder. Dieser hatte um diese Zeit einen Hochpunkt erreicht und stand im Zusammenhang mit kontinuierlichen strombolianischen Eruptionen und der Spaltenöffnung. Mittlerweile hat der Tremor eine Plateauphase erreicht und bewegt sich seitwärts. Die Eruption scheint stabil zu sein. Die Live-Daten finde ihr unter dem Link.

Ätna lebt auf

Der Vulkan Ätna auf Sizilien ist etwas munterer geworden. Gestern wurden mehrere Ascheeruptionen aus dem östlichsten Schlot des Neuen Südostkraters (NESC) beobachtet und fotografiert. Bei nächtlichen Eruptionen konnte Rotglut am Krater beobachtet werden. Es werden also auch glühende Lavabomben gefördert. MIROVA registriert eine moderate Wärmeanomalie mit einer Leistung von 58 MW. Diese lässt sich nicht alleine durch die glühende Tephra des NSEC erklären. Tatsächlich erkennt man auf dem neusten Sentinel-Satellitenbild eine thermische Anomalie im Nordostkrater, die in den letzten Wochen nicht zu sehen war. Eine weiter Anomalie deutet auf einen heißen Schlot in der Bocca Nuova hin. Der Tremor befindet sich heute Morgen in einer Aufwärtskurve. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es aber noch nicht klar, ob dieser Aufschwung einen neuen Trend darstellt, oder nur eine der üblichen Fluktuationen.

Stromboli mit Lavastrom

Seit gestern hat die Wärmestrahlung am Stromboli deutlich zugenommen. Zu Spitzenzeiten hatte sie eine Leistung von 744 MW. Heute Morgen beträgt sie 401 MW. Diese Werte deuten auf einen Lavastrom hin, den man via LiveCam nicht sehen kann. Tatsächlich kann man den Lavastrom auf einem Satellitenfoto von gestern gut erkennen: er floss über den nordwestlichen Teil der Sciara de Fuoco. Die thermische Signatur reichte fast bis zum Meer. Allerdings ist unklar, ob nicht zumindest ein Teil der Anomalie von heißen Schuttlawinen verursacht wurde, die von der Lavafront abgingen. Für einen Lavastrom dieser Größe ist die Wärmestrahlung eigentlich zu niedrig. Die geringere Wärmestrahlung heute lässt vermuten, dass weniger frische Lava aus dem neuen Schlot der erweiterten Krater-Terrasse fließt als es gestern der Fall war.

Update 11:00 Uhr: Axel Timm ist vor Ort und bestätigte den Lavastrom. Allerdings sah er gestern Abend nur seinen roten Widerschein im Dunst. Vom Osservatorio aus ist der nordwestliche Teil der Sciara del Fuoco nicht einsehbar. Von daher bleibt es vorerst unklar, wie weit der Lavastrom noch von der Küste entfernt ist.

Popocatepetl mit Eruption

Der mexikanische Vulkan Popocatepetl ist weiterhin sehr aktiv. Das VAAC registrierte heute eine Explosion, bei der Vulkanasche bis auf einer Höhe von 8000 m aufstieg. Zudem gab es eine etwas kleinere Eruption. MIROVA registriert eine Wärmestrahlung in Höhe von 11 MW. Dass deutet auf glühende Tephra im Kraterbereich hin. CENAPRED berichtet von 171 Asche-Dampf-Exhalationen und 429 Minuten Tremor. Es bewegt sich viel Lava unter dem Vulkan. Berichte über einen neuen Lavadom liegen nicht vor.

Lassen Peak: Erdbeben M 2,3

Am kalifornischen Vulkan Lassen Peak (USA) bebte die Erde mit einer Magnitude von 2,3. das Hypozentrum lag in nur 4 km Tiefe. Das Epizentrum befindet sich am Südhang des Vulkans. Im vergangenen Jahr wurden mehrere Erdbeben festgestellt, die im Zusammenhang mit der Bewegung magmatischer Fluide gestanden haben könnten.

Ätna gibt Rauchzeichen

Das Bild fing Christopher Kirschberg ein.

Auf Sizilien stößt der Ätna wieder kleine Aschewolken aus. Sie steigen vom Neuen Südostkrater auf und werden vom Wind Richtung Osten verfrachtet. MIROVA registriert eine schwache Wärmestrahlung mit einer Leistung von 9 MW. Auf den Thermalbildern der letzten Tage sind 3 kleine Anomalien sichtbar, die aktive Förderschlot markieren. 2 hot spots liegen im Zentralkrater und einer im Neuen Südostkrater. Die seismische Tätigkeit wird momentan von einer Serie sehr schwacher Erdstöße im östlichen Gipfelbereich bestimmt. In den vergangenen Tagen gab es ein größeres Schwarmbeben bei Adrano im Südwesten. Einzelne Beben konzentrierten sich bei Randazzo und westlich von Sant Alfio. Das letzte Beben dort hatte die Magnitude 2,6. Es ist Einiges in Bewegung unter dem Ätna, kurzfristig rechne ich allerdings nicht mit einer deutlichen Steigerung der Aktivität.

Stromboli mit Explosionen

Mehrere LiveCam-Beobachter meldeten gestern Abend starke strombolianische Eruptionen am Stromboli. Es wurden vergleichsweise große Lavabomben gefördert. Am Morgen hatte das IGS einen besonders hohen Gasflux gemessen. Der Schwefeldioxid-Ausstoß betrug 254 Tonnen am Tag. Ein vergleichbarer Wert wurde das letzte Mal während der Flankeneruption von 2014 registriert. Nachts nahm die Aktivität deutlich ab und reduzierte sich auf normale Aktivität. Das Geschehen spiegelt sich im Verlauf der Tremorkurve wider. Ähnlich verhält es sich mit der Wärmestrahlung, deren Leistung rückläufig ist: Gestern betrug sie noch 88 MW. Am Vortag wurden maximal 319 MW registriert. Obwohl es kurzfristig nach einer leichten Entspannung der Situation aussieht, bleibt der Vulkan gefährlich. Der Aufstieg zum Gipfel ist gesperrt. Privatpersonen dürfen nur bis auf einer Hohe von 290 m aufsteigen. Vom Aussichtspunkt aus sieht man den Krater mit seinen Eruptionen. Nur die Leute vom Zivilschutz, Bergführer und Wissenschaftler dürfen in die Gipfelregion klettern. Sie berichten von größeren Eruptionen, bei denen Lavabomben auf dem Pizzo landen. Die Vulkanologen sind bemüht die zerstörten Instrumente auszutauschen und versuchen das Gefahrenpotenzial neu zu beurteilen. Der Screenshot der strombolianischen Eruption stammt von Wolfgang Künker und wurde in unserer FB-Gruppe geteilt. Aus der Gruppe stammt auch die Fotoserie von Axel Timm. Er ist vor Ort und fotografierte die gleiche Eruption von der Pizzaria Osservatorio aus.

Popocatepetl in Eruption

Der mexikanische Vulkan eruptierte heute wieder 2 Aschewolken, die bis auf einer Höhe von 6000 m ü.N.N. aufstiegen. Die Explosionen schleuderten glühende Tephra über den Kraterrand hinaus. Gestern berichtete CENAPRED von 326 Asche-Dampf-Exhalationen und 218 Minuten Tremor. Der Vulkan ist sehr aktiv und der Aufstieg bleibt bis auf weiteres gesperrt.

Ätna emittiert Vulkanasche

Nach den Aufregungen um den Inselvulkan Stromboli, konnte die mächtige Dame Ätna nicht länger still halten und machte in den letzten Tagen durch eine Serie kleinere Asche-Eruptionen auf sich aufmerksam. Es wurden Eruptionen aus dem Neuen Südostkrater, der Bocca Nuova und dem Nordostkrater beobachtet. Vorgestern gab es auch einen kurzfristigen Anstieg des Tremors, der sich mittlerweile allerdings wieder auf normalem Niveau befindet. Auf aktuellen Satellitenfotos erkennt man thermische Anomalien im Zentralkrater. Es brodelt im Bauch des mächtigsten Vulkans Europas und es ist nur eine Frage der Zeit bis zur nächsten größeren Eruption.

Erdbeben am Ätna

Heute Morgen ereignete sich wieder ein moderates Erdbeben der Magnitude 3,8. Es lag in einer Tiefe von 18 km und manifestierte sich bei Adrano, im Westen des Vulkans. Bereits gestern gab es eine Erschütterung M 2,9 bei Randazzo. Die Erdbeben sind sehr wahrscheinlich tektonischer Natur und stehen höchstens indirekt im Zusammenhang mit Magmenaufstieg. Sie könnten dadurch entstehen, dass der Druck des Magmas unter dem Vulkan auf die Störungszonen einwirkt und dort Beben auslöst.

Stromboli mit hohem Tremor

Der liparische Inselvulkan Stromboli liegt quasi in Sichtweite des Ätnas und stiehlt diesem die Show. Nach der großen Eruption vom 3. Juli hat sich der Vulkan äußerlich wieder beruhigt, sieht man einmal von den strombolianischen Eruptionen ab, die zeitweise noch heftiger sind, als vor dem großen Ausbruch, der von den Vulkanologen als Paroxysmus eingeordnet wird. In einem ausführlichen Bericht des INGV heißt es, dass bereits einige Stunden vor der explosiven Phase Lava aus den Förderschloten quoll. Zusammen mit dem gesteigerten Tremor, gab es also doch einige Warnzeichen, dass sich das Eruptionsverhalten ändern könnte. Doch Alarm wurde nicht gegeben. Allerdings muss man dazu sagen, dass es bereits öfters kurze Lavaströme aus den Boccen gab, ohne dass unmittelbar darauf eine starke Explosion folgte. Oft sind solche kurzen Lavaströme Vorboten einer Flankeneruption gewesen.

Der Tremor steigerte sich bereits Mitte Juni. Zeitgleich wurde eine Steigerung der strombolianischen Eruptionen beobachtet. Seit dem Paroxysmus ist der Tremor noch einmal deutlich angestiegen. Er deutet darauf hin, dass sich viel Magma im Fördersystem bewegt. Wie es am Vulkan weiter geht ist ungewiss. Am Wahrscheinlichsten ist das Szenario, dass die Aktivität weiter abnimmt und bald wieder normales Niveau erreicht. Es könnte aber auch weitere starke Explosionen geben, oder die gesteigerte Aktivität könnte sogar in einer Flankeneruption gipfeln.

Popocatepetl mit Aschewolken

Der Popocatepetl lässt sich vom Geschehen an den europäischen Vulkanen nicht beeindrucken, und eruptiert weiter seine Aschewolken. Heute meldet das VAAC Vulkanasche in einer Höhe von 7300 m Höhe. Es wird auch glühende Tephra gefördert, die sich auf der Außenflanke des Gipfelbereichs ablagert.

Steamboat Geyser: springt er morgen?

Die letzte Eruption des Steamboat Geysers war am 4 Juli. Sie dauerte 1 Stunde und 10 Minuten. Das Pausenintervall betrug 5 Tage und 1 Stunde. Sollte sich das Intervall nicht wesentlich ändern, wäre der nächste Sprung Morgen nachmittag fällig. Steamboat Geyser ist der weltgrößte Geysir und liegt in der Yellowstone Caldera.

Ätna eruptiert Vulkanasche aus dem NE-Krater

Heute eruptierte der Ätna auf Sizilien wieder Vulkanasche. Diese wurde mit relativ viel Druck aus dem Nordostkrater gefördert. Solche einzelnen Eruptionen kommen immer mal wieder vor, allerdings konnte man in der Vergangenheit häufig beobachten, dass sie erste Anzeichen für eine sich anbahnende stärkere Eruptionsphase sind. Die Seismik ist noch unauffällig, der Tremor zeigt heute Abend ein paar ungewöhnliche langperiodische Schwankungen.

Mauna Loa: Erhöhung des Alarmstatus

Der größte Vulkan der Erde wird unruhig (vnet berichtete) und nun hat sich das HVO entschlossen den Alarmstatus auf „gelb“ zu setzen: Seismik und Inflation sind höher als im langjährigen Mittel. In der letzten Woche wurden 94 schwache Erdstöße registriert. Sie lagen relativ nahe der Oberfläche. Eine unmittelbare Ausbruchsgefahr sehen die Vulkanologen aber nicht. Die sich verändernden Parameter spiegeln allerdings ein Auffüllen des flach gelegenen Magmenreservoirs wider. Zuletzt wurde im Jahr 2015 Alarm gegeben. Vergangenes Jahr wurde die Alarmstufe dann auf „grün“ verringert. Es bleibt spannend, ob sich der Mauna Loa in den nächsten Jahren durchringen kann, noch einmal auszubrechen.

Santiaguito eruptiert Aschewolken

In Guatemala eruptierte der Vulkan Santiaguito 2 Aschewolken. Laut dem VAAC erreichten sie eine Höhe von knapp 4000 Metern und drifteten in nordwestlicher Richtung. INSIVUMEH berichtet von frequenten Eruptionen, die Vulkanasche bis auf einer Höhe zwischen 3200 und 3700 m aufsteigen lassen. Sie lösen Blockströme, bzw. Schuttlawinen aus, die über die Nordostflanke zu Tale rasen. Auf einem Video ist zu erkennen, dass die Eruptionswolken relativ langsam aus dem Dom aufsteigen. Es sieht nicht nach den spektakulären ringförmigen Eruptionen aus, wie wir sie vor 10 Jahren regelmäßig an diesem einzigartigen Vulkan beobachten konnten. Einzigartig deswegen, weil der Domvulkan Santiaguito in der kollabierten Flanke des höheren Vulkans Santa Maria wuchs. Mittlerweile ist es die 4. Domgeneration, die aktiv ist.

Raikoke: Weltuntergangsstimmung auf offener See

Der Vulkanausbruch am Kurilen-Vulkan Raikoke geht weiter, allerdings hat die Stärke der explosiven Eruptionen abgenommen: wurden am Freitag Aschewolken registriert, die bis zu 13700 m aufstiegen, schaffen es die Aktuellen noch bis auf einer Höhe von 4600 m. Das sind dann allerdings noch sehr starke vulcanianische Eruptionen. Eine thermische Anomalie wurde bei MODIS nicht detektiert. Ein Satellitenfilm zeigt die hoch aufgestiegenen Eruptionswolken.

Während die Daten von Satelliten stammen, wurden in unserer FB-Gruppe nun erste seegestützte Bilder veröffentlicht, die von einem Schiff aus aufgenommen wurden. Sie enthüllen eine gespenstische Atmosphäre wie aus einem Horror-Film. Das Schiff fährt auf eine schier undurchdringlich wirkende Aschewand zu. Fehlt nur noch Elmsfeuer am Bug.

Ätna emittiert Vulkanasche

Nach einigen Tagen der Ruhe begannen am Ätna wieder kleine Ascheeruptionen. Diese manifestieren sich aus dem Zentralkrater und steigen einige Hundert Meter hoch auf. Das INGV berichtet, dass die Eruptionen im Vergleich zu den letzten moderat sind. Die Tremor-Amplitude hat sich nicht verstärkt und die Seismik ist unauffällig. Es deutet also nichts auf eine unmittelbar bevorstehende Verstärkung der Eruptionen hin. Allerdings ist Ätna immer für eine Überraschung gut. So können sich die Bedingungen innerhalb weniger Stunden ändern, ohne dass man das vorhersagen könnte.

Kilauea: Inflation hält an

Interferogram des Kilaueas. &copy: HVODas HVO veröffentlichte einen neuen Bericht zum Zustand des Kilaueas auf Hawaii. Demnach wurde anhaltende Inflation unter dem Gipfelbereich des Vulkans registriert. Magma steigt auf und sammelt sich in einem Reservoir gut 1700 m unter dem Krater. Es bleibt spannend zu beobachten, wie lange es dauern wird, bis wieder Lava eruptiert. Die Daten wurden durch die Analyse eines Interferogramms gewonnen. Die farbigen Linien auf dem Satellitenfoto zeigen an, dass sich der Boden um 4,95 cm hob. Nicht berücksichtigt sind Fehlerquellen, wie minimale Flughöhenänderungen des Satelliten, oder wetterbedingte Einflüsse. Man kann davon ausgehen, dass diese Einflüsse gering sind.

Popocatepetl erzeugt starke Explosionen

Am mexikanischem Vulkan Popocatepetl steigerte sich die Stärke der explosiven Eruptionen: Aschewolken steigen bis zu 11.000 Metern hoch auf. Seit gestern brachte das VAAC Darwin 7 Meldungen heraus, in denen vor hoch aufsteigenden Aschewolken gewarnt wird. CENAPRED berichtet von Vulkanasche in 5000 m Höhe über dem Krater. Aufgrund dichter Bewölkung konnten die Aschewolken nicht direkt beobachtet werden. Die Vulkanologen registrierten neben den Explosionen 115 Exhalationen, 27 Minuten Tremor und 1 vulkanotektonisches Erdbeben. Ein Observierungsflug am 11. Juni zeigte, dass im Krater kein neuer Dom wächst. Die Eruptionen erfolgen aus einem normalen Förderschlot heraus.

Ätna: Neuer Förderschlot entstanden

Laut einem Bericht von Vulkan-Bergführer Andrea Ercolani entstand in der Voragine ein neuer Föerderschlot. Aus diesem werden Aschewolken und größere Pyroklastika gefördert. Mit der neuen Bocce gibt es nun 3 Förderschlote im alten Zentralkrater. Im Laufe des Tages wurden mehrere Aschewolken beobachtet. Die Eruptionen erfolgen in Intervallen zwischen 10 und 70 Minuten. Tremor und Seismik sind noch unauffällig. In den letzten Jahren verhielt es sich meistens so, dass sich Eruptionen aus dem Zentralkratern langsam steigerten. Nach einigen Tagen/Wochen Aktivität stimmte der Neue Südostkrater mit ein und erzeugte einen größere Eruption mit Aschewolken und Lavaströmen.

Villarrica mit Rotglut

In Chile ist der Villaricca weiterhin aktiv. In unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism“ wurde eine Fotoserie geteilt, die einen rot illuminierten Nachthimmel über den Krater des Vulkans zeigt. Das lässt vermuten, dass es entweder strombolianische Eruptionen gibt, oder dass sich wieder ein kleiner Lavasee im Schlot gebildet hat. Laut der Bildautorin Sandra Piel Munoz, war es das erste Mal seit 10 Tagen, dass sich der Krater aus seinen Wolken hervorwagte.

Santiaguito eruptiert Vulkanasche

In Guatemala steigerte der Santiaguito seine Aktivität. INSIVUMEH berichtet von bis zu 13 Explosionen pro Tag. Vulkanasche steigt bis auf einer Höhe von 3100 m auf. Auf der Ostflanke des Vulkans gehen Schuttlawinen ab. Dies deutet auf Domwachstum hin.

Ätna erzeugt Aschewolken

Der Ätna auf Sizilien eruptierte gestern Aschewolken. Krater des Geschehens war die Voragine. Der alte Zentralkrater eruptierte zuletzt im Sommer 2016. Seismik und Tremor sind unauffällig. Eine thermische Anomalie in der Voragine wurde bis jetzt auch nicht registriert. Dafür war letzte Woche ein Hotspot in der Bocca Nuova sichtbar. Dieser Krater war vor- und nach der Spalteneruption Ende letzten Jahres sehr aktiv. Er stieß soviel Vulkanasche aus, dass es zu Sperrungen des Flughafens von Catania kam. Es bleibt also spannend an Europas mächtigstem Vulkan.

Das Video stammt vom Mitarbeitern des INGVs und wurde gestern aufgezeichnet. Es zeigt Aufnahmen vom Kraterrand und von Tremestieri aus.

Ungewöhnlicher Schnappschuss vom Stromboli

Gestern wurde in unserer FB-Gruppe ein ungewöhnlicher Livecam-Schnappschuss geteilt: Eine Ziege blickt in die Livecam. Ziegen werden im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts eingesetzt, um Vulkanausbrüche vorherzusagen. Dazu werden sie mit einem GPS Sender versehen, mit dessen Hilfe der Standort des Tieres festgestellt werden kann. Ungewöhnliche Bewegungsmuster der Tiere könnten auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch hindeuten. Danach sieht es momentan allerdings nicht aus. Selbst wenn die Ziege ungewöhnliches Verhalten an den Tag legt und in die Webcam grinst, deuten die anderen Parameter wie Seismik und Tremor nicht auf besondere Ereignisse hin. Livedaten findet ihr unter dem Link.

Kadovar emittiert Wärmestrahlung

Der Inselvulkan Kadovar liegt vor der Küste von Papua Neuguineas. Anfang letzten Jahres erwachte er und eruptierte Aschewolken. An der Küste wuchs ein Lavadom und man befürchtete dessen Kollaps. Kadovar und umliegende Küstenabschnitte wurden Evakuiert, für den Fall, dass ein Tsunami entstehen würde. Im Frühjahr ging die Aktivität zurück, so dass die Gefahr gebannt schien. Heute registriert MIROVA eine leichte thermische Strahlung mit einer Leistung von 10 MW. Diese zeigt an, dass der Vulkan immer noch ein wenig aktiv ist.

Piton de la Fournaise: Eruption ist beendet.

Der Vulkanausbruch auf La Réunion wurde gestern für beendet erklärt. Er dauerte nur wenige Tage. Es war die 2. Eruption in diesem Jahr. mich würde es nicht überraschen, wenn wir noch eine 3. zu Gesicht bekommen.

Ätna: Veränderungen am NSEC

Während der Eruption, zwischen dem 30 Mai und 5. Juni 2019, hat sich die Morphologie des Neuen Südostkraterkegels (NSEC) am Ätna deutlich geändert. Vergleichsbilder des INGVs zeigen, dass ein Teil des Kraterrandes kollabierte. Dies geschah sehr wahrscheinlich während der explosiven Phase am 30. Mai. Dafür füllte sich eine kleine Depression in der Flanke des östlichsten Förderschlot auf. Dafür zeichnet sich abgelagerte Tephra der strombolianischen Eruptionen verantwortlich.

Thermalbilder enthüllten einen „trockenen Riss“, der sich im Südosten des Neuen Südostkraterkegels bildete: Die Fraktur zieht sich vom Krater aus über die Flanke bis zum neuen Förderschlot auf 2950 m Höhe. Aus dem Riss quoll keine Lava, dafür emittiert er aber Hitze, die vermutlich von heißen Gasen stammt. Ähnliches Schicksal widerfuhr bereits dem Alten Südostkraterkegel. Ende des letzten Jahrhunderts entstand ein ähnlicher Riss, der sich dann immer mehr zur zentralen Schwachstelle des Kegels entwickelte. 2007 öffnete sich der Riss dann zu einer richtigen Fraktur, aus der ein großer Lavastrom entsprang. Diese Eruption war praktisch die Geburtsstunde des Neuen Südostkraterkegels. Es sieht so aus, als könnte sich die Geschichte wiederholen.

Ich vermute, dass sich der Riss an einer strukturellen Schwachstelle des Ätnas öffnete, die im Zusammenhang mit der Verlagerung des Eruptionszentrums steht. Mit der Entstehung des modernen Ätnas, vor gut 3000 Jahren, verlagerte sich das Eruptionszentrum in westlicher Richtung. Seit der Entstehung des Südostkraterkegels im Jahr 1979 scheint sich das eruptive Zentrum des Vulkans Richtung Südosten zu verschieben. Diese Theorie würde mit der Entstehung einer 3. Kratergeneration im Südosten Unterstützung finden. Allerdings könnte es noch einige Jahre dauern, bis wir einen neue Kraterbildung erleben.

Bereits in den letzten Jahren konnten wir beobachten, dass die Eruptionen am Gipfelbereich des NSEC schwächer wurden. Dafür wurden mehrere Lavaströme gefördert, die aus Schoten in der Flanke des Kegels flossen. Seit Ende 2018 bilden sich vermehrt längere Spalten und Risse an der Basis des Kegels. Eine ältere Theorie besagt, dass es zu einer Verlagerung der Aktivität kommt, wenn eine gewisse Höhe des Kraterkegels überschritten ist. Dies könnte jetzt der Fall sein.