Anak Krakatau mit kleiner Ascheemission – erstes Lebenszeichen seit Monaten
Der indonesische Vulkan Krakatau gilt als das Sinnbild des Verderbens, das eine Vulkankatastrophe über die Menschen bringen kann: Im Jahr 1883 zerstörte sich der Inselvulkan in der Sundastraße in einer gigantischen Eruption selbst, die einen Tsunami auslöste, infolge dessen mindestens 36.000 Menschen starben – eine Katastrophe, die bei der heutigen dichten Besiedelung der indonesischen Küsten ein Vielfaches an Opfern fordern würde.

Doch von einer neuerlichen Katastrophe ist der Nachfolger des Krakatau – Anak Krakatau – weit entfernt, obgleich auch er sich im Jahr 2018 beinahe selbst zerstört hätte. In den letzten Monaten zeigte er kaum Aktivität. Am Abend des 17. April 2026 emittierte er aber um 19:51 UTC eine kleine Aschewolke, die beim VAAC Darwin eine VONA-Warnung auslöste.
Demnach erreichte die Asche eine Höhe von ca. 300 m (Flughöhe 010) und driftete mit einer Geschwindigkeit von etwa 9 km/h in Richtung West-Nordwesten. Die Eruption selbst erfolgte bereits um 14:06 UTC. Wodurch die Verzögerung zwischen Eruption und Veröffentlichung der VONA-Warnung entstand, ist nicht bekannt. Möglicherweise wurde die Eruption nicht auf Satellitenbildern entdeckt, sondern von Beobachtern am Boden gemeldet, die etwas Zeit benötigten, um die Information weiterzugeben.
Anak Krakatau wird kontinuierlich instrumentell überwacht. Die Auswertung der seismischen Daten der letzten Tage zeigt, dass es am 15. April zwei Hybriderdbeben gab, die wahrscheinlich durch sich bewegende Fluide ausgelöst wurden. Darüber hinaus wird ein kontinuierlicher schwacher Tremor registriert, den die indonesischen Vulkanologen als „Tremor Menerus“ bezeichnen. Er zeichnet sich durch sehr geringe Amplituden und niedrige Frequenzen aus und wird nahezu täglich aufgezeichnet. Dieser Tremor weist nicht direkt auf eruptive Aktivität hin, zeigt jedoch, dass sich kontinuierlich Fluide im Untergrund des Anak Krakatau bewegen. Die geophysikalischen Daten liefern aktuell keine Hinweise auf eine bevorstehende stärkere Eruptionsphase.






