Anak Krakatau: Insel vergrößerte sich durch Vulkanausbruch

Vulkanausbruch am Anak Krakatau vergrößerte die Insel – Boot mit Journalisten an Bord verschollen

Nach dem jüngsten Paroxysmus des Inselvulkans Anak Krakatau, der am 4. September begann, am Folgetag seinen Höhepunkt durchlebte und am 6. September abebbte, machten sich am Montag 5 Journalisten in einem Boot mit 3 Besatzungsmitgliedern auf den Weg zum Vulkan, um die Veränderungen dort zu dokumentieren. Ob sie es tatsächlich bis zum Vulkan schafften, ist nicht bekannt, denn der Kontakt zum Boot brach ab und es gilt samt Besatzung als vermisst. Auf Satellitenbildern erkennt man aber die umwälzenden Veränderungen, die der Vulkan durch die Eruption erfuhr.

In den Berichten zur Eruption des Anak Krakatau war bis jetzt ausschließlich die Rede von Lavafontänen und hoch aufsteigenden Aschewolken, die den Flugverkehr in der Region mehrere Tage lang zum Erliegen brachten. Nicht erwähnt wurde der Umstand, dass die Lavafontänen logischerweise Lavaströme speisten, die ins Meer flossen und die Insel um ein Lavadelta erweiterten. Entsprechendes kann man gut auf Fotos sehen, die kurz vor und nach dem Ausbruch vom Sentinel-2L-Satelliten geschossen wurden. Auf dem SWIR-Bild vom 8. September erkennt man noch eine ausgeprägte thermische Anomalie im Süden des Vulkans, die nicht nur den gesamten Kraterbereich einnimmt, sondern bis zum Meer hinabreicht. Insofern weist die Eruption Parallelen zum Ausbruch von 2018 auf, bei dem ebenfalls ungewöhnlich viel Lava gefördert wurde.

Neues Lavadelta am Krakatau. © Copernicus-Sentinel-2L

Ob die eingangs erwähnten verschollenen Journalisten Gelegenheit hatten, diese Veränderungen zu dokumentieren, ist bis jetzt ungewiss. Gewiss ist, dass sich an Bord des Speedbootes fünf Journalisten, zwei Besatzungsmitglieder und ein Guide befanden, die am Montag, 7. September, gegen 14 Uhr Ortszeit mit einem Speedboat von Pagedongan bei Carita an der Westküste Javas aus in See stachen. Der letzte bekannte Kontakt erfolgte am Nachmittag, als einer der Journalisten gegen 15 Uhr seine Position einem Kollegen mitteilte. Später meldete die Gruppe, dass sie die Gewässer des Anak Krakatau erreicht habe. Danach brach der Kontakt vollständig ab.

Besonders bemerkenswert ist, dass der Guide kurz vor dem Verschwinden noch ein Foto vom Vulkan verschickt haben soll. Damit gibt es zumindest einen visuellen Hinweis darauf, dass sich die Gruppe tatsächlich in unmittelbarer Nähe des Anak Krakatau befand.

Die Suche wurde inzwischen auf große Bereiche der Sundastraße ausgeweitet. Mehrere Schiffe von BASARNAS (Badan Nasional Pencarian dan Pertolongan), Marine, Polizei und Militär sind mit Unterstützung von Drohnen im Einsatz. Schwierige Wetterbedingungen mit hohen Wellen und schlechter Sicht erschweren die Operation.

Die ca. 50 Kilometer weite Fahrt zum Krakatau ist besonders bei rauer See abenteuerlich, zumal aus dem flachen Wasser Pfähle herausragen, an denen Fischer wohl Reusen befestigt haben oder die früher Fischereiplattformen trugen. Läuft man auf einen dieser Pfähle auf, schlägt ein kleineres Boot unweigerlich Leck. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass sich das Boot zu nahe dem Vulkan annäherte und von einer vulkanischen Bombe versenkt wurde. Die Behörden scheinen jedoch eher davon auszugehen, dass das Boot abgetrieben wurde oder einfach kenterte.

Der Anak Krakatau ist weiterhin aktiv und emittiert weiterhin Aschewolken, die bis zu 1500 m hoch aufsteigen. Während die Erdbebenaktivität gestern noch hoch war, hat sie in den letzten Stunden nachgelassen. Dennoch besteht das Risiko stärkerer Eruptionen.

Anak Krakatau: Gefahr weiterer Paroxysmen groß

Weitere Explosionen und Erdbeben am Anak Krakatau – Gefahr weiterer Paroxysmen ist hoch

Am indonesischen Inselvulkan Anak Krakatau hat sich die eruptive Tätigkeit nach dem großen Ausbruch vom vergangenen Wochenende deutlich abgeschwächt, ist aber keineswegs beendet. Nachdem das VSI am Montag keine weiteren Explosionen registrierte, setzten in der Nacht zum Dienstag, dem 8. September, wieder Explosionen ein. Sie ereigneten sich um 05:08, 05:34, 07:49, 11:34 und 17:56 Uhr Ortszeit. Die dabei aufgezeichneten seismischen Signale erreichten Amplituden von 44 bis 54 Millimetern und dauerten bis zu 31 Sekunden. Aschewolken stiegen bis auf 2100 m Höhe. Außerdem ist die vulkanisch bedingte Erdbebentätigkeit erhöht, so dass ich weitere Paroxysmen für möglich halte.



Anak Krakatau

Bevor die Eruptionen heute wieder einsetzten, wurde zuletzt am 6. September eine 44 Sekunden dauernde Eruption mit einer maximalen Amplitude von 58 Millimetern vom VSI registriert. Dennoch meldete das VAAC Darwin weiterhin Vulkanasche in der hohen Atmosphäre.

Heute registrierte das VAAC Darwin eine Aschewolke, die bis auf eine Höhe von 2100 m aufgestiegen ist und nach Süden driftete. Damit liegt die aktuelle Aktivität weit unter dem großen Paroxysmus vom 4./5. September, bei dem Asche bis in etwa 15 Kilometer Höhe gelangte. Interessant wird die Einschätzung des VSI des Paroxysmus sein. Mehrere Social-Media-Autoren bezeichneten den Paroxysmus als die stärkste Eruption seit der Katastrophe von 1883. Eine Einschätzung, die ich nicht teile. Dieser Superlativ wird wahrscheinlich weiterhin vom Ausbruch vom 22. Dezember 2018 gehalten, als es zum Flankenkollaps kam, der einen Tsunami auslöste. Die Aschewolke erreichte damals eine Höhe von 18 Kilometern. Der Ausbruch wurde mit einem VEI 4 klassifiziert, während ich den Paroxysmus vom 4. bis 5. September mit einem VEI 3 einschätze. Solche Eruptionen kam in der Geschichte von Anak Krakatau erst 2 Mal vor.

Dass es weitere Paroxysmen geben könnte, ist an der immer noch deutlich erhöhten Seismizität abzulesen. Am 7. September wurden unter anderem 61 niederfrequente Beben, 89 Hybridbeben, 26 harmonische Tremore sowie neun tiefe vulkanische Erdbeben registriert. Das spricht für anhaltende Magmabewegung und Druckschwankungen im vulkanischen Fördersystem.

Entspannung gibt es inzwischen immerhin im Luftverkehr. Von den zunächst acht wegen Vulkanasche geschlossenen Flughäfen haben fünf wieder geöffnet. Dazu gehört auch der wichtige Soekarno-Hatta International Airport bei Jakarta, der am Dienstag den Betrieb wieder aufnahm. Die Wiederaufnahme erfolgt allerdings schrittweise, so dass der reguläre Flugbetrieb nur langsam ins Rollen kommt.

Quellen: VAAC Darwin, VSI/MAGMA, GVP, Studie: https://doi.org/10.1016/j.epsl.2021.117332

Vulkanausbruch am Krakatau führt zu weiteren Flughafensperrungen

Eruptionen am Anak Krakatau pausieren – Vulkanasche beeinträchtigt weiterhin den Flugverkehr

Am Vulkan Anak Krakatau im indonesischen Sundastrait hat sich die eruptive Aktivität deutlich abgeschwächt. Nachdem der Vulkan in den vergangenen Tagen starke explosive Eruptionen erzeugt hatte, in deren Folge Vulkanasche bis in 15 Kilometern Höhe aufgestiegen war, wurden am heutigen 7. September bislang keine neuen Ausbrüche registriert. Die seismische Aktivität bleibt allerdings erhöht, sodass von einer vollständigen Entspannung der Lage noch keine Rede sein kann. Das Gleiche gilt für die Situation an 8 Flughäfen der Region, die zum Teil weiterhin gesperrt bleiben, wodurch auch zahlreiche deutsche Urlauber am Ferienende festsitzen. Insgesamt sind mindestens 170.000 Passagiere betroffen.



Aschewolke

Nach Angaben des indonesischen Vulkanologischen Dienstes wurden am 6. September insgesamt drei seismische Eruptionssignale aufgezeichnet. Die stärkste Eruption ereignete sich um 20:23 Uhr Ortszeit und erreichte eine maximale Amplitude von 58 Millimetern bei einer Dauer von 44 Sekunden. Bereits zuvor waren um 03:53 und 07:10 Uhr Eruptionen registriert worden. Daneben wurden zahlreiche weitere seismische Signale aufgezeichnet: 93 niederfrequente Erdbeben und 98 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben zeugen von anhaltenden Magmenbewegungen im Untergrund, ein Trend, der sich auch heute fortsetzt. Hinzu kamen neun Signale starker Entgasungen, ein flaches vulkanisches Beben und vier Episoden kontinuierlichen Tremors.

Die Eruptionen waren teilweise von Aschewolken begleitet, die allerdings nicht für die enormen Aschemengen verantwortlich sind, die immer noch in der Atmosphäre nachweisbar sind und von der eruptiven Hauptphase stammen. Nach dem aktuellen Vulkanaschebericht des VAAC Darwin befand sich am Morgen des 7. September noch eine ausgedehnte Aschewolke über der Region. Ein Teil der älteren Asche wurde in große Höhen verfrachtet und befindet sich noch in etwa 15 Kilometern Höhe. Diese hochreichende Aschewolke hatte sich bereits vom Vulkan gelöst und bewegte sich mit dem Wind nach Südwesten.

Gleichzeitig wurde weiterhin Vulkanasche in gut 4,5 Kilometer Höhe (FL 150) beobachtet. Dabei handelt es sich sowohl um Asche der jüngsten Eruptionen als auch um Reste der enormen Aschewolke von Freitag und Samstag. Die Asche wurde ebenfalls nach Südwesten verfrachtet und kann damit weiterhin den Flugverkehr beeinträchtigen.

Die Aschewolken wirken sich weiterhin auf den Luftverkehr aus. Wegen der Vulkanasche wurden zeitweise acht Flughäfen geschlossen, darunter wichtige Verkehrsflughäfen im Großraum Jakarta sowie in Banten, Westjava und Lampung. Inzwischen wurde ein Teil der Sperrungen wieder aufgehoben, mehrere Airports bleiben jedoch vorsorglich geschlossen. Besonders betroffen ist der Großraum Jakarta mit dem internationalen Flughafen Soekarno-Hatta und dem Flughafen Halim Perdanakusuma. Die Sperrungen werden abhängig von der Entwicklung der Aschewolken fortlaufend überprüft. Unter den feststeckenden Urlaubern gehören auch einige Mitglieder unseres Vulkanvereins, mit denen ich in Kontakt stehe und die mich mit Insitu-Eindrücken versorgen. Aus weiter entfernten Regionen Indonesiens gelangen sie nicht einmal mehr bis in den Großraum Jakarta.

Für Besucher gilt weiterhin eine Sperrzone von drei Kilometern um den aktiven Krater. Trotz der starken Explosionen wurde der Alarmcode des Vulkans nicht angehoben. Dieser steht weiterhin auf „3“ bzw. „Orange“.

Anak Krakatau: Vulkanausbruch legt Flugverkehr lahm

Vulkanausbruch am Anak Krakatau legt Flughafen in Jakarta lahm – auch zahlreiche internationale Flugrouten betroffen

Der seit Freitagabend andauernde Ausbruch des Anak Krakatau wirkt sich inzwischen stark auf den Flugverkehr in Indonesien aus. Die hoch aufsteigenden und sich weit ausbreitenden Aschewolken erreichten den gut 180 Kilometer vom Vulkan entfernten internationalen Flughafen Soekarno-Hatta bei Jakarta. Dort wurde der Flugbetrieb komplett eingestellt. Hunderte Verbindungen waren von Annullierungen, Verspätungen oder Umleitungen betroffen. Nach Angaben der Behörden wurden zunächst 301 Flüge beeinträchtigt, darunter 58 internationale Verbindungen. Auch Flugzeuge, die andere Flughäfen ansteuerten, mussten umgeleitet oder gecancelt werden, da die Asche ihre Flugrouten erreichte.



Ausbreitung der Aschewolke

Die Auswirkungen auf Jakarta verdeutlichen, welche Dimensionen die Ascheausbreitung angenommen hat. Der Inselvulkan in der Sundastraße zwischen Java und Sumatra schleuderte seine Vulkanasche bis auf FL500, also etwa 15.000 Meter Höhe. Doch nicht nur die Maximalhöhe der Aschewolke ist problematisch, sondern auch die großflächige Ascheausbreitung auf einem niedrigeren Höhenniveau: Sie breitet sich durch die Luftströmungen auf FL120 beziehungsweise 3.600 Meter nach Westen aus. Reste älterer Asche wurden zudem weiter ostwärts verfrachtet und damit in Richtung Jakarta transportiert.

Dadurch gerieten große Teile des Luftraums über Java, Sumatra und der Sundastraße in den Einflussbereich der Eruption. Die Vulkanasche stellt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Flugzeuge dar, da sie unter anderem in Triebwerke gelangen, dort schmelzen und Schäden verursachen kann. Auch Cockpitscheiben, Sensoren und weitere Systeme können wie durch ein Sandstrahlgebläse beschädigt werden. Der abrasive Effekt wird dabei durch die Geschwindigkeit der Flugzeuge selbst verursacht, die durch den sich relativ langsam bewegenden Aschewoke fliegen. Entsprechend reagierten die Fluggesellschaften mit Flugstreichungen und Änderungen ihrer Flugpläne.

Lavafontäne am Krakatau

Die Eruption selbst hatte am Samstag zunächst eine hohe Intensität erreicht. Nach Angaben des indonesischen Vulkanbeobachtungsdienstes PVMBG dauerte die kontinuierliche Eruption seit dem 4. September um 23:07 Uhr Ortszeit an. Die Aktivität brachte nicht nur enorme Mengen Vulkanasche hervor – bei der es sich genaugenommen um schwarzen, scharfkantigen Sand handelt –, sondern auch hunderte Meter hoch aufsteigende Lavafontänen, wie sie für Paroxysmen typisch sind. Am Beobachtungsposten Pasauran waren zudem Detonationen und starkes Grollen zu hören.

In den frühen Morgenstunden des 6. September schwächte sich die Aktivität deutlich ab. PVMBG registrierte um 00:04 Uhr WIB das Ende der kontinuierlichen Eruption. Allerdings war damit die Eruption keineswegs vollständig beendet: Um 03:53 Uhr wurde erneut ein Ausbruch registriert, der zunächst noch andauerte. Um 07:10 Uhr folgte eine weitere Eruption mit einer maximalen seismischen Amplitude von 50 Millimetern und einer Dauer von nur 16 Sekunden.

Die Seismizität ist deutlich niedriger als in den Tagen vor Eruptionsbeginn. Dennoch werden weiterhin vulkanisch bedingte Erdbeben registriert, so dass eine erneute Verstärkung der Aktivität nicht ausgeschlossen werden kann.

Auch wenn die eruptive Aktivität inzwischen deutlich schwächer ist, bleibt die Situation für die Luftfahrt angespannt. Die Aschewolken der vorangegangenen starken Eruptionen können noch über viele Stunden im Luftraum verbleiben und weiter verfrachtet werden. Das Darwin VAAC erwartete daher auch für die folgenden Stunden eine Ausbreitung der Asche sowohl in niedrigen als auch in großen Flughöhen.

Anak Krakatau: Vulkanausbruch eskaliert

Eruption des Anak Krakatau eskaliert – Paroxysmus fördert Aschewolke bis auf 15 Kilometer Höhe

Am Vulkan Anak Krakatau in Indonesien hat sich die eruptive Aktivität deutlich verstärkt, so dass man von einer signifikanten Eskalation des Vulkanausbruchs bzw. einem Paroxysmus sprechen kann. Nachdem der Vulkan zunächst vor allem durch zunehmende Seismizität und kleinere Ascheeruptionen aufgefallen war, entwickelte sich am Abend des 4. September eine intensive Eruptionsphase, die von starken Explosionen, Lavafontänen und hoch aufsteigenden Aschewolken geprägt war und ist. Inzwischen werden auf Livecams hoch aufschießende Lavafontänen beobachtet, während Satellitenbilder eine großflächige Ausbreitung vulkanischer Asche über dem westlichen Teil der Sundastraße zeigen.



Krakatau ist seit der großen Katastrophe von 1883 das Synonym für Vulkankatastrophen. Am Freitagabend zeigte sein Nachfolger, Anak Krakatau, dass auch in ihm gewaltiges Potenzial steckt: Um 23:07 Uhr Ortszeit begann eine anhaltende Eruption. Nach Angaben des indonesischen Vulkanüberwachungsdienstes PVMBG dauerte sie zunächst mindestens eineinhalb Stunden und förderte Lavafontänen und hoch aufsteigende Tephrawolken. Am 5. September setzte sich die Aktivität fort. Ein Eruptionssignal erreichte eine außergewöhnliche Dauer von sechs Stunden.

Eruptionswolke mit viel Wasserdampf

Wie stark die Eruption inzwischen geworden ist, zeigen die aktuellen Daten des Darwin Volcanic Ash Advisory Centre. In seiner jüngsten Warnung wird eine kontinuierliche Aschewolke bis FL500 beschrieben. Das entspricht etwa 15,2 Kilometern Höhe. Gleichzeitig existiert eine zweite, niedrigere Aschewolke bis FL200. Die hochreichende Wolke wird mit einer Geschwindigkeit von etwa 56 km/h Knoten nach Westen verfrachtet, während tiefer liegende Aschewolken nach Süden bis Südosten ziehen. Damit kann sich die Vulkanasche großflächig über dem westlichen Teil der Sundastraße ausbreiten, was auf den Landsat-8-Satellitenaufnahmen des USGS sehr gut zu sehen ist.

Vulkanasche in Höhen von 10 bis 15 Kilometern stellt eine signifikante Gefahr für Flugzeuge dar und kann zur Umleitung von Flugrouten führen. Entsprechende Warnungen für die Luftfahrt wurden bereits ausgegeben. Ob es bereits zu größeren Flugausfällen oder konkreten Umleitungen gekommen ist, lässt sich derzeit nicht eindeutig bestätigen.

Dass sich Flugzeuge unweit des Eruptionsgebiets aufhalten, zeigt ein Bild von heute Morgen. Die Eruptionswolke enthält viel Wasserdampf, was ein Hinweis darauf sein könnte, dass es zu einer Interaktion mit Meerwasser gekommen ist. Es ist gut möglich, dass der Krater inzwischen wieder so weit ausgeblasen wurde, dass Meerwasser in den Krater und den Schlot eindringen kann.

In den sozialen Medien geteilte Videos zeigen teils dramatische Szenen, wie Speed- und Fischerboote scheinbar in Panik das Weite suchen. Im Hintergrund erkennt man Lavafontänen und vulkanische Blitze, die in einer kaum sichtbaren Aschewolke zucken. Möglicherweise fürchteten die Bootsfahrer nicht nur ein Bombardement mit Tephra, sondern auch einen Tsunami, wie er bei einem vergleichbaren Paroxysmus im Jahr 2018 ausgelöst wurde, als große Teile der jungen Vulkaninsel kollabierten.

Doch hier beruhigt das PVMGB. Trotz der explosiven Aktivität sehen die Vulkanologen aktuell nur ein geringes Tsunami-Potenzial. Der nach dem Flankenkollaps von 2018 neu entstandene Vulkankörper sei derzeit noch relativ klein. Dennoch bin ich der Meinung, dass es im unterseeischen Teil des Inselvulkans durchaus Instabilitäten geben kann, die ein neuerliches Abrutschen von Gesteinspaketen an der Flanke begünstigen könnten.

Der paroxysmale Vulkanausbruch kam nicht völlig überraschend. Bereits in den Tagen vor der Eruption registrierte das seismische Netzwerk Indonesiens eine deutlich erhöhte Erdbebenaktivität. Parallel dazu nahm auch die Explosivität der Eruptionen seit zwei Tagen zu. Gestern eskalierte die Lage dann, als zwölf Eruptionsbeben aufgezeichnet wurden, die Maximalamplituden von 70 mm erreichten und bis zu 3153 Sekunden anhielten.

Darüber hinaus wurden 53 Entgasungsbeben, 54 harmonische Tremorsignale, 81 niederfrequente und 100 hybride Beben aufgezeichnet. Hinzu kamen mehrere Episoden kontinuierlichen Tremors. Die Daten belegen eine starke eruptive Phase mit anhaltendem Magmaaufstieg.

Zuletzt galt eine Sperrzone von drei Kilometern um den aktiven Krater. Im Angesicht der außerordentlich starken Eruption wird diese sicherlich in Kürze deutlich erweitert und der Alarmstatus angehoben werden.

Anak Krakatau: Deutliche Steigerung explosiver Vulkanausbrüche

Anak Krakatau steigert seine Aktivität – Explosionen folgen in kurzen Abständen und fördern rotglühende Tephra

-Update 21:20 Uhr: Starke Explosion schickt Asche bis auf FL 500 (15.000 m)-

Am indonesischen Inselvulkan Anak Krakatau hat sich die eruptive Aktivität heute signifikant verstärkt. Nachdem der Vulkan bereits in den vergangenen Tagen durch eine erhöhte Seismizität aufgefallen war, häufen sich nun explosive Eruptionen. Nach Angaben des indonesischen Überwachungssystems MAGMA wurden heute insgesamt neun Explosionen registriert, die nicht nur Aschewolken förderten, sondern auch vermehrt rotglühende Tephra auswarfen. Mehrere Ereignisse ereigneten sich in kurzen zeitlichen Abständen.


Anak Krakatau

Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung der vergangenen Stunden. Um 22:53 Uhr Ortszeit registrierte das Seismografennetz eine Eruption mit einer maximalen Amplitude von 70 Millimetern und einer Dauer von 40 Sekunden. Bereits 14 Minuten später folgte um 23:07 Uhr die nächste Eruption. Zum Zeitpunkt der zweiten Meldung hielt die Eruption noch an. Diese hohe Explosionsfrequenz steht im Kontrast zu den längeren Intervallen früherer Aktivitätsphasen im Juli und August, bei denen überwiegend nur Asche emittiert wurde.

Auch die Höhe der Ascheförderung nimmt zu. Bereits am Morgen wurde eine Eruption gemeldet, bei der eine etwa 300 Meter über dem Krater aufsteigende Aschewolke beobachtet wurde. Später registrierte das Darwin Volcanic Ash Advisory Center eine deutlich größere Aschewolke. Satellitendaten zeigten am 4. September um 16:00 UTC eine Ascheemission, die bis FL070, also gut 2100 Meter Höhe, aufgestiegen war. Die Wolke driftete mit einer Geschwindigkeit von etwa 10 km/h nach Westnordwesten.

Anak Krakatau ist bereits seit Juni unruhig. Damals intensivierte sich die seismische Aktivität, gleichzeitig wurden thermische Anomalien und zunehmende Schwefeldioxidemissionen festgestellt. Anfang Juli wurde die Warnstufe auf Level III (Siaga) angehoben und es setzten Ascheeruptionen ein. Seitdem hielt die Eruptionstätigkeit mit einigen mehrtägigen Unterbrechungen an. Im August wurden phasenweise mehrere Explosionen pro Tag registriert. Nun zeigt sich eine weitere Verstärkung der Aktivität. Wie sich diese entwickeln wird, lässt sich nur schwer vorhersagen. Aufgrund der hohen Seismizität der letzten Tage rechne ich aber mit einer weiteren Intensivierung der Explosivität.

Update: Am Abend ereignete sich um 19:10 Uhr UTC (21:10 UHR MESZ) eine sehr starke Explosion am Krakatau, die eine Aschewolke bis auf 15 Kilometer Höhe aufsteigen ließ. Das VAAC Darwin veröffentlichte eine entsprechende VONA-Warnung für den Flugverkehr, der durch die Eruption beeinträchtigt wird.

Anak Krakatau: Erdbebenaktivität weiterhin deutlich erhöht

Seismizität am Anak Krakatau bleibt hoch – anhaltende Ascheeruptionen

Am Inselvulkan Anak Krakatau im indonesischen Sundastrait hat sich die Aktivität in den vergangenen Tagen deutlich intensiviert. Besonders auffällig ist die Seismizität, die den heute dem siebten Tag in Folge signifikant erhöht ist . Gleichzeitig kommt es zu Ascheemissionen, während nachts auf den Livekameras Rotglut im Dampf über dem Krater zu erkennen ist. Der Vulkan steht unverändert auf Alarmstufe III, der Sicherheitsradius beträgt drei Kilometer um den Krater. ein Anlanden auf Anak ist damit verboten.



Anak Krakatau

Die aktuellen Messungen des indonesischen PVMBG vom 2. September zeigen das Ausmaß der Unruhe. Innerhalb von 24 Stunden wurden nicht nur 49 starke Entgasungsbeben aufgezeichnet, sondern vor allem 160 Erdbeben mit niedrigen Frequenzen und 209 Hybridbeben registriert. Hinzu kamen vier Episoden kontinuierlichen Tremors. Damit dominieren inzwischen insbesondere die niederfrequenten und hybriden Erdbeben, die auf magmatische Prozesse im oberflächennahen Speicher und Fördersystem hindeuten.

Auch heute setzt sich die Aktivität fort. Das PVMBG beobachtete am Vormittag Dampf, der bis zu 150 Meter über den Gipfel aufstieg. Gleichzeitig wurden erneut zahlreiche Low-Frequency- und Hybridbeben registriert.

Darüber hinaus kam es auch zu Ascheemissionen, die zwar nicht vom PVMGB bestätigt wurden, dennoch beim VAAC Darwin VONA-Warnungen auslösten- Demnach zeigen Bilder des japanischen Wettersatelliten Himawari-9 Vulkanasche bis etwa FL050 bzw. 1,5 Kilometer Höhe aufsteigen. Die Aschewolke bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 10 km/h nach Westen. Bemerkenswert ist der Hinweis des VAAC, dass die Ascheemission auf aktuellen Satellitenbildern kontinuierlich erkennbar war.

Anak Krakatau wurde bereits im Juli aktiv und auch im August wurden mehrfach Aschewolken von 100 bis 400 Metern Höhe und glühende Auswurfprodukte beobachtet. Die aktuelle Entwicklung knüpft an dieser Eruptionsphase an, die hohe Erdbebenaktivität liefert Hinweise auf ein mögliche Verstärkung der eruptiven Aktivität, die in Bälde einsetzen könnte.

Anak Krakatau: Signifikante Zunahme der Erdbebentätigkeit

Seismizität nimmt am Anak Krakatau deutlich zu – schwache Eruptionen gehen weiter

Am indonesischen Inselvulkan Anak Krakatau hat sich Ende August nicht nur die vulkanische Aktivität verstärkt, sondern auch die Seismizität. Die aktuellen Messdaten von VSI und dem PVMBG zeigen seit einigen Tagen einen deutlichen Anstieg der Hybriderdbeben, die gestern nochmal einen Sprung auf sehr hohe Werte verzeichneten.  Zudem ereignete sich eine Eruption, die Vulkanasche 200 m über Kraterhöhe aufsteigen ließ.

Die bisher letzte Eruption manifestierte sich am 31. August um 05:56 Uhr Ortszeit. Dabei stieg eine dünne Aschewolke etwa 200 Meter über den Gipfel beziehungsweise 357 Meter über den Meeresspiegel auf. Das Ereignis dauerte 14 Sekunden und erreichte eine maximale seismische Amplitude von 47 Millimetern.

Histogram © VSI/PVMGB

Interessanter ist die Seismizität des Vulkans. Innerhalb von 24 Stunden wurden insgesamt 529 vulkanisch bedingte Erdbeben registriert. Darunter befanden sich 212 Beben mit niedrigen Frequenzen sowie 258 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben. Hinzu kamen 59 Entgasungsbeben und vier kontinuierliche Tremorphasen. Einen Tag zuvor waren 51 Low-Frequency- und 184 Hybridbeben sowie 51 Entgasungsbeben registriert worden. Besonders die Hybridbeben nahmen damit innerhalb eines Tages um ca. 40 Prozent zu.

Hybride Erdbeben vereinen in ihrem Signal Schwingungen von hohen und niedrigen Frequenzen, die einerseits vulkanotektonisch bedingt sind, andererseits von Fluidbewegungen zeugen und häufig von aufsteigendem Magma ausgelöst werden, das sich in geringen Tiefen unter einem Vulkan bewegt. Am Anak Krakatau nahm insbesondere dieser Erdbebentyp in den letzten 4 Tagen konstant zu. Die Werte lagen deutlich über dem Erdbebenschwarm, der im Juni kurz vor Beginn der neuen Aktivitätsphase registriert wurde: ein möglicher Hinweis darauf, dass sich die eruptive Aktivität in den nächsten Tagen signifikant verstärken könnte.

Die aktuelle Aktivität ist Teil einer seit Juli deutlich intensivierten Eruptionsphase. Der Alarmstatus steht weiterhin auf Level III (Siaga). Bereits Mitte August wurden zahlreiche Ascheemissionen und auch explosive Ereignisse mit dem Auswurf glühender Schlacke beobachtet. Wegen der anhaltenden Aktivität gilt weiterhin eine Sperrzone von drei Kilometern um den aktiven Krater.

Vulkanausbruch am Anak Krakatau erzeugt Aschewolken

Anak Krakatau eruptiert mehrfach pro Stunde – Aschewolken am laufenden Band

Der Anak Krakatau in der indonesischen Sundastraße steigerte in den letzten Stunden seine Aktivität deutlich. Besonders auffällig ist die hohe Frequenz der Ausbrüche. Seit dem Morgen des 24. August manifestierten sich zahlreiche Eruptionen, die teilweise im Abstand von nur wenigen Minuten aufeinander folgten. Bereits bis 18:00 Uhr WIB wurden mindestens 11 Explosionen und fast 150 starke Entgasungen registriert. Der jüngste Ausbruch erzeugte eine 400 Meter über dem Krater aufsteigende Aschewolke.

Für die Luftfahrt besonders relevant ist die aktuelle Meldung des VAAC Darwin: Satellitendaten des japanischen Wettersatelliten Himawari-9 zeigen eine kontinuierlich erkennbare Emission von Vulkanasche, die Flight Level 060, also etwa 6.000 Fuß beziehungsweise 1.800 Meter Höhe, erreicht, und die mit einer Geschwindigkeit von 18 km/h nach Südwesten driftet. Die Aschewolke erstreckte sich bereits weit über die Sundastraße hinaus in Richtung Südwesten.

Die VAAC-Prognose geht davon aus, dass sich die Ascheverfrachtung in den kommenden Stunden fortsetzt. Auch für die Nacht zum 25. August wird eine Ausbreitung bis in den Bereich südwestlich des Vulkans prognostiziert.

Die seismischen Aufzeichnungen bestätigen das Bild einer pulsierenden eruptiven Aktivität. Die Ausbrüche erreichen Amplituden von rund 50–70 mm und dauern meist einige Dutzend Sekunden. Am Vormittag des 24. August folgten allein zwischen 09:41 und 10:48 Uhr mehrere Eruptionen in sehr kurzen Abständen. Auch danach setzte sich die Aktivität fort. Sie wird von Tremorphasen begleitet, die zum Teil mehr als 1000 Sekunden andauerten.

Die gegenwärtige Aktivität ist eine Fortsetzung der bereits seit Wochen erhöhten Unruhe. Anfang Juli war der Alarmstatus des Anak Krakatau auf Level III (Siaga) angehoben worden. Die indonesischen Behörden führten die Erhöhung des Alarmstatus damals auf zunehmende vulkanische Erdbeben, Veränderungen der Deformation und Hinweise auf eine verstärkte Magmazufuhr in oberflächennahe Bereiche zurück.

Die aktuelle Entwicklung bedeutet nicht automatisch, dass eine große Eruption bevorsteht. Für Anak Krakatau charakteristisch ist vielmehr eine anhaltende, häufig fluktuierende explosive Aktivität mit vergleichsweise niedrigen Aschewolken.

Wegen der fortgesetzten Eruptionen bleibt der Bereich um den aktiven Krater für Besucher und Schiffe gefährlich. Die Behörden halten deshalb an einer Sperrzone fest.

Ich selbst befinde mich gut 1000 Kilometer vom Krakatau entfernt, doch da sich meine Zeit auf Bali langsam dem Ende zuneigt, werde ich einen Abstecher zum Vulkan nicht schaffen.