Anak Krakatau gibt Lebenszeichen von sich

Anak Krakatau mit kleiner Ascheemission – erstes Lebenszeichen seit Monaten

Der indonesische Vulkan Krakatau gilt als das Sinnbild des Verderbens, das eine Vulkankatastrophe über die Menschen bringen kann: Im Jahr 1883 zerstörte sich der Inselvulkan in der Sundastraße in einer gigantischen Eruption selbst, die einen Tsunami auslöste, infolge dessen mindestens 36.000 Menschen starben – eine Katastrophe, die bei der heutigen dichten Besiedelung der indonesischen Küsten ein Vielfaches an Opfern fordern würde.

Anak Krakatau

Doch von einer neuerlichen Katastrophe ist der Nachfolger des Krakatau – Anak Krakatau – weit entfernt, obgleich auch er sich im Jahr 2018 beinahe selbst zerstört hätte. In den letzten Monaten zeigte er kaum Aktivität. Am Abend des 17. April 2026 emittierte er aber um 19:51 UTC eine kleine Aschewolke, die beim VAAC Darwin eine VONA-Warnung auslöste.

Demnach erreichte die Asche eine Höhe von ca. 300 m (Flughöhe 010) und driftete mit einer Geschwindigkeit von etwa 9 km/h in Richtung West-Nordwesten. Die Eruption selbst erfolgte bereits um 14:06 UTC. Wodurch die Verzögerung zwischen Eruption und Veröffentlichung der VONA-Warnung entstand, ist nicht bekannt. Möglicherweise wurde die Eruption nicht auf Satellitenbildern entdeckt, sondern von Beobachtern am Boden gemeldet, die etwas Zeit benötigten, um die Information weiterzugeben.

Anak Krakatau wird kontinuierlich instrumentell überwacht. Die Auswertung der seismischen Daten der letzten Tage zeigt, dass es am 15. April zwei Hybriderdbeben gab, die wahrscheinlich durch sich bewegende Fluide ausgelöst wurden. Darüber hinaus wird ein kontinuierlicher schwacher Tremor registriert, den die indonesischen Vulkanologen als „Tremor Menerus“ bezeichnen. Er zeichnet sich durch sehr geringe Amplituden und niedrige Frequenzen aus und wird nahezu täglich aufgezeichnet. Dieser Tremor weist nicht direkt auf eruptive Aktivität hin, zeigt jedoch, dass sich kontinuierlich Fluide im Untergrund des Anak Krakatau bewegen. Die geophysikalischen Daten liefern aktuell keine Hinweise auf eine bevorstehende stärkere Eruptionsphase.

Indonesien: Erdbeben MW 5,6 erschüttert Java

Erdbeben Mw 5,6 vor Sundastrait in Indonesien

Datum 25.02.2024 | Zeit: 13:07:03 UTC | Lokation: -7.34105.9 | Tiefe: 23 km | Mw 5,6

Gestern erschütterte ein Erdbeben der Magnitude 5,6 den südlichen Einfahrtsbereich zum Sundastrait. Die Meerenge liegt zwischen den beiden großen Inseln Java und Sumatra und beherbergt den Inselvulkan Anak Krakatau. Das Epizentrum wurde lokalisiert. Das Hypozentrum befand sich in 23 km Tiefe. Ein zweites Beben brachte es auf Mw 5,3 in 48 km Tiefe. Es gab zahlreiche Nachbeben. Die beiden Hauptbeben konnten in einem weiten Umfeld gespürt werden. Meldungen über Schäden liegen nicht vor.

Die Tektonik der Region wird durch die Subduktionszone am 2250 km langen Sundagraben geprägt. Entlang des bis zu 7290 m tiefen Grabens taucht die Australische Platte unter die kleineren Platten ab, die dem Eurasischen Kontinent vorgelagert sind. Dabei kommt es zu Spannungen im Untergrund, die durch Erdbeben abgebaut werden. Tiefe und Ort der aktuellen Beben sprechen dafür, dass sich die Beben aufgrund des Spannungsabbaus an einem bereits subduzierten Krustenstück ereigneten. In größeren Tiefen schmilzt die subduzierte Erdkruste partiell und es entsteht das Magma, das an den Vulkanen hinter der Subduktionszone als Lava eruptiert wird.

Einer der Vulkane, der seine Existenz diesem Prozess verdankt, ist der Inselvulkan Anak Krakatau. der ca. 120 km vom Epizentrum des aktuellen Erdbebens entfernt liegt. Eine Reaktion des Vulkans auf das Erdbeben gab es bis jetzt allerdings nicht, könnte aber noch erfolgen. Momentan ist die vulkanisch bedingte Seismizität am Anak Krakatau moderat, mit bis zu 50 schwachen Beben am Tag. Bis Anfang des Monats war sie deutlich höher und während des Januars wurden täglich über 200 vulkanisch bedingte Beben festgestellt. Sie zeugten von unterirdischen Bewegungen Magmatischer Fluide, ein Indiz dafür, dass sich im Speichersystem des Vulkans eine größere Menge Schmelze gesammelt haben könnte. Eruptionen sind somit nicht ausgeschlossen.

Vulkan Anak Krakatau mit hoher Seismizität am 04.01.24

Staat: Indonesien | Koordinaten: -6.10, 105.42 | Aktivität: Aschewolken

Zahlreiche Erdbeben und Tremor am Krakatau – Ausbruchswahrscheinlichkeit groß

Der indonesische Inselvulkan Anak Krakatau war im letzten Jahr oft eruptiv aktiv, wobei überwiegend strombolianische Eruptionen erzeugt wurden. Die Ausbruchsphasen kündigten sich meistens durch Erdbeben an, von denen täglich in Spitzenzeiten bis zu 150 Stück registriert wurden. Die letzte Ausbruchsphase sahen wir Mitte Dezember. Danach war es für einige Tage auch seismisch ruhig, bis Ende Dezember wieder einige Erdbeben registriert wurden. Ihre Zahl schnellte in den letzten Tagen in ungeahnte Höhen und kumulierte gestern in eine beachtliche Anzahl: Es wurden 263 Tremorphasen festgestellt. Dazu gesellten sich 95 Erdbeben mit niedrigen Frequenzen und 21 weitere vulkanisch bedingte Erschütterungen. Am Vortag waren es 43 Tremorphasen, 134 Niedrigfrequenzerdbeben, 30 Hybriderdbeben und 38 vulkanotektonische Erdbeben. Die hohe Seismizität wird durch die Bewegung magmatischer Fluide im Untergrund hervorgerufen und lässt vermuten, dass ich einiges an Schmelze im Untergrund angesammelt hat. Denkbar wäre auch das Eindringen von Meerwasser ins Fördersystem, das aufheizt und den Druck ansteigen lässt. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass wir bald eine sichtbare Reaktion des Vulkans erleben werden. Der Alarmstatus steht auf „Orange“ bzw. „Phase 3“.  Es gilt eine Sperrzone und die Insel darf nicht betreten werden.

Spätestens seit dem Flankenkollaps im Jahr 2018 weiß man aber, dass sich Eruptionen auch in einem deutlich größeren umkreis um die Insel auswirken können: Die Flanke kollabierte infolge einer starken Eruption. Der Flankenkollaps löste einen Tsunami aus, der gegen die Küsten von Sumatra und Java brandete. Mindestens 439 Menschen starben durch die Monsterwelle, die eigentlich nicht ganz so groß war. Die Angst ist groß, dass sich so ein Ereignis wiederholen könnte.

Anak Krakatau ist nicht der einzige aktive Vulkan des indonesischen Archipels. Neben den Dauerbrennern Dukono, Ibu und Semru liegen Tätigkeitsberichte von den Vulkanen Lewotobi, Marapi und Merapi vor. Letzterer zeigte in den letzten Tagen auch wieder einige Erdbeben. Ihre Anzahl ist im Vergleich zu der Phase erhöhter seismischer Aktivität, die bis Anfang Dezember anhielt, gering. Dafür gehen weiter glühende Schuttlawinen ab. Eine davon wurde in einem Livecamvideo dokumentiert.

Am Marapi auf Sumatra gibt es sporadische Explosionen, die kleine Aschewolken fördern. Zudem wird Dampf ausgestoßen.

Vom Leweotobi steigen Asche-Dampfwolken auf, die eine Höhe von bis zu 2700 m erreichen. Die Seismizität ist leicht erhöht.

Indonesien gilt als das Land mit den meisten aktiven Vulkanen der Welt. Je nach Quelle unterscheidet sich ihre Anzahl, aber man kann von gut 130 Vulkanen ausgehen, die als aktiv eingestuft werden. Generell werden Vulkane, die innerhalb der letzten 10.000 Jahre eruptierten, als aktiv eingestuft.

 

Anak Krakatau mit neuer Eruptionsserie am 13.12.23

Anak Krakatau mit neuen Eruptionen – Pause währte nicht lange

Heute begann der indonesische Inselvulkan Anak Krakatau mit einer erneuten Eruptionsserie. Das geht aus mehreren VONA-Meldungen und Berichten vom VSI hervor. Das VAAC detektierte Vulkanasche in einer Höhe von 1200 m. In den VSI-Berichten heißt es hingegen, dass die Aschewolken bis zu 600 m über Kraterhöhe erreichen, was 757 m über dem Meeresspiegel entspricht. Solche Diskrepanzen in den Messungen kommen häufiger vor. Das liegt daran, dass die Satelliten kleiner Mengen Vulkanasche in größerer Distanz zum Vulkan detektieren, die mit dem Wind verweht wurde und so auch höher aufsteigen kann, während Grundbeobachter die Höhe der sichtbaren Eruptionswolke abschätzen. Heute wurden bislang 3 Eruptionen gemeldet. Die Aktivitätssteigerung kam nicht überraschend, da die Erdbebentätigkeit in den letzten Tagen vergleichsweise hoch war. Die Eruptionspause währte auch nicht lange, denn die letzten Explosionen wurden am 7. Dezember festgestellt. Kurzzeitig befürchtete man eine weitere Aktivitätssteigerung, da man zu Beginn der Phase Explosionen bis nach Sumatra hören konnte. Die Küstenbewohner sind schon nervös geworden und patrouillierten nachts am Strand, um ggf. vor einem Tsunami warnen zu können, falls es am Vulkan zu einem Flankenkollaps kommen sollte. Momentan gibt es für so ein Ereignis aber keine Warnzeichen, obwohl immer eine latente Gefahr besteht, dass sich etwas Unvorhergesehenes ereignet. Aber meistens passiert sowas ja, wenn man damit nicht rechnet.

Es gibt noch andere Vulkanaktivitätsmeldungen von Indonesien, die z.B. die beiden namensähnlichen Vulkane Marapi (Sumarta) und Merapi (Java) betreffen. Der erst genannte Feuerberg eruptiert Vulkanasche, die bis auf 3400 m Höhe aufsteigt. Der Merapi auf Java baut an seinem Lavadom und es gehen glühende Schuttlawinen ab. Gestern wurden 138 Abgänge registriert. Was nicht registriert wurde, waren vulkanisch bedingte Erdbeben. Seit 3 Tagen gibt es keine mehr, was recht ungewöhnlich ist.

Während Marapi und Merapi ausgewachsene Vulkane sind (was nicht heißen soll, dass sie nicht noch größer werden können), steckt Anak Krakatau noch in den Kinderschuhen. Der Flankenkollaps von 2018 kostete dem Vulkan den größten Teil seines Kegels und es wird einige Zeit dauern, bis er seine ursprüngliche Größe zurückerlangt haben wird.

Anak Krakatau: Angst vor weiterer Aktivitätssteigerung

Angst vor Aktivitätssteigerung – Katastrophenalarm gegeben

Der Anak Krakatau durchlebte am 27. und 28. November eine Phase deutlich gesteigerter Aktivität, als es pro Tag ca. 50 Explosionen gab. Vulkanasche stieg dabei bis zu 2000 m über Kraterhöhe auf. Gestern gab es deutlich weniger Explosionen, dennoch wurde laut einem Medienbericht Katastrophenalarm gegeben, da man sich besonders entlang den Küsten am Sunda Strait vor einer Wiederholung der Ereignisse von 2018 fürchtet. Damals kam es zu einem Flankenkollaps des Vulkans und ein kleiner Tsunami brandete gegen die Küsten. Dabei starben 116 Menschen, vor allem an der Küste der Provinz Lampung auf Sumatra. Einige Wochen vor dem Kollaps war Anak Krakatau ebenfalls sehr aktiv und es kam sogar zu Paroxysmen. Da die Aktivität der letzten Tage an die Eruptionen vor dem Flankenkollaps erinnerte, ist es verständlich, dass man vor Ort beunruhigt ist. Besonders, da man bei besonders starken Explosionen das dabei entstehende Grummeln auch an der Küste Sumatras hören kann. In einem Zeitungsbericht der Lokalpresse ist zu lesen, dass einige Anwohner der Küstenregion nervös werden und anfangen, an der Küste entlang zu patrouillieren, damit sie im Falle eines Tsunamis andere Menschen rechtzeitig warnen können und natürlich auch selbst rechtzeitig flüchten können.

Die Aktivitätssteigerung kündigte sich durch eine Vielzahl an vulkanisch bedingten Erdbeben an. Deren Zahl begann bereits im September deutlich zu steigen und erlebte Ende Oktober eine Hochphase. Vor allem wurden Hybriderdbeben und niedrigfrequente Erschütterungen registriert, die mit unterirdischen Magmenbewegungen in Verbindung standen. Es gab aber auch vulkanotektonische Erschütterungen, die durch Gesteinsbruch infolge von Magmenaufstieg verursacht wurden und werden. Dazu gesellten sich seit Beginn der Eruptionen intensive Phasen mit harmonischen Tremor.

Laut Hendra Gunawan, dem Leiter des Zentrums für Vulkanologie und geologische Katastrophenvorsorge (PVMBG) der Geologischen Agentur Indonesiens, gibt es Anzeichen dafür, dass im Krater des Vulkans ein Lavadom wächst, was besonders beunruhigt. In der Tat bildete sich bereits vor 2 Jahren eine entsprechende Struktur im Krater. Aktuelle Aufnahmen zeigen, dass die Explosionen aus dem Zentrum des Doms kommen. Der Vulkan befindet sich auf Warnstufe „Orange“.

Heute zeigt sich Anak Krakatau ruhiger als in den beiden vorangegangenen Tagen und erzeugt sporadische Eruptionen, wie sie in den letzten Jahren öfter in Phasen vorkamen. Weitere Entwicklung ungewiss.

Anak Krakatau mit Aktivitätssteigerung am 28.11.23

Vulkan Anak Krakatau steigerte Aktivität in signifikantem Ausmaß

Am Sonntag begannen sporadische Eruptionen am indonesischen Inselvulkan Anak Krakatau. Die Aktivität steigerte sich gestern signifikant, als das VSI gut 55 Explosionen registrierte. Heute scheint es auf ähnlichem Niveau weiter zu gehen. Es handelt sich um die stärkste Ausbruchsphase in diesem Jahr. Es werden auch zahlreiche Tremorphasen detektiert, so dass man davon ausgehen kann, dass sich im Untergrund einiges am Magma bewegt, was raus will. Leider werden vom VSI/Magma keine Daten zu geophysikalischen Messwerten veröffentlicht, die über seismische Ereignisse hinaus gehen, von daher wissen wir nicht, wie es um eine etwaige Inflation bestellt ist.

Was wir allerdings wissen, ist, das die Asche bis auf einer Höhe von 2100 m aufsteigt und vom Wind in Richtung Nordosten verfrachtet wird. Diese Daten stammen vom VAAC. Das VSI meldet Aschewolken, die bis zu 1500 m über Gipfelhöhe aufsteigen.

In Indonesien ist nicht nur Anak Krakatau munter, sondern auch der Lewotolok auf Lembata. Dieser Vulkan durchlebte dieses Jahr bereits mehrere eruptive Phasen und ist seit mehr als 3 Monaten daueraktiv. Heute gab es offenbar eine etwas stärkere Eruption als sonst, denn die indonesischen Vulkanologen berichten explizit über eine Explosion. Sie ließ die Asche bis zu 600 m über Kraterhöhe aufsteigen. Auf einem Webcamfoto sieht man, dass auch etwas rotglühende Tephra gefördert wurde, die auf der Außenseite des Vulkans landete. Die Seismometer fingen ein seismisches Signal mit 42 Sekunden Dauer und 34,5 mm Amplitude auf. Von dieser einen hervorgehobenen Eruption abgesehen, registrierte man gestern 47 Eruptionssignale, 154 starke Entgasungen und mehr als 20 Phasen nicht-harmonischen Tremors.

Neben diesen beiden Vulkanen erzeugten heute auch noch Semeru, Ibu und Dukono Aschewolken. Doch der Anak Krakatau bleibt der aktivste Vulkan des Archipels. Zugleich ist es der Vulkan mit der belebtesten Geschichte des Landes, denn über die Katastrophe von 1883 hat praktisch schon jederm mal etwas gehört.

Anak Krakatau ist am 26.11.23 ausgebrochen

Bekannter Inselvulkan in Indonesien Ausgebrochen – Erdbebenaktivität war zuvor erhöht

Im indonesischen Sunda-Strait, der Meerenge zwischen den Inseln Sumatra und Java, ist der Inselvulkan Anak Krakatau ausgebrochen. Eine erste Eruption gab es um 12:46 WIB als eine Aschewolke 600 m über Kraterhöhe aufstieg. Es folgten drei weitere Ausbrüche. Beim bisher letzten Ereignis stieg die Vulkanasche dann bereits 1000 m über Kraterhöhe auf. Laut dem VAAC Darwin erreichte die Vulkanasche eine Höhe von 1800 m über dem Meeresspiegel und driftete in Richtung Nordwesten. Bilder zeigen, dass auch rotglühende Tephra ausgestoßen wurde.

Die letzte Explosion erzeugte ein seismisches Signal von 45 Sekunden Dauer und hatte eine Maximal-Amplitude von 78 mm. Vor dem Ausbruch war die Seismizität wochenlang leicht erhöht. In der ersten Novemberwoche erreichte sie einen Peak mit fast 140 vulkanisch bedingten Erdbeben an einem Tag. Die Eruptionen kamen also nicht völlig überraschend.

Größere Mengen Wasser scheinen bei den Explosionen nicht mehr im Spiel zu sein, da sich der Krater nach dem Kollaps im Jahr 2018 wieder oberhalb des Meeresspiegels befindet und geschlossen ist.

Dafür macht aktuell noch ein anderer Inselvulkan von sich Reden: Dieser liegt in japanischen Hoheitsgewässern vor der Küste der Insel Iwo Jima (Ioto) und erlebte seinen Geburtstag erst Ende Oktober. Seitdem baute sich eine 450 x 200 m messende Insel auf, von der man noch nicht mit Sicherheit sagen kann, dass sie sich auf Dauer etablieren wird. Doch wenn die Eruptionen anhalten und die Insel weiter wächst, liegt es im Bereich des Möglichen.

Generell ist die Geburt einer neuen Vulkaninsel ein langjähriger Prozess, der nicht ohne starke Geburtswehen abläuft. Oft braucht es mehrere Zyklen aus Schöpfung und Zerstörung, aus Geburt und Niedergang, bis neues Land entstanden ist. Wobei man sich die Fragen stellen muss, wie lange „auf Dauer“ bedeutet. Auch auf Anak Kraktau gibt es keinen Garant dafür, dass sich die Insel über lange Zeiträume hinweg über der Wasserlinie halten kann. Beim Flankenkollaps von 2018 büßte die Insel zwei Drittel ihrer Gesamthöhe ein. Sogar der Teil mit dem Gipfelkrater verschwand bis kurz unter die Wasseroberfläche. Doch nun gibt der junge Inselvulkan sein Bestes, um wieder zu wachsen.

Anak Krakatau mit Eruption – News vom 10.09.23

Staat: Indonesien | Koordinaten: -6.10, 105.42 | Aktivität: Aschewolken

Explosion am Krakatau lässt Aschewolke aufsteigen

Heute gab es am indonesischen Vulkan Anak Kakatau eine explosive Eruption bei der Vulkanasche bis auf eine Höhe von 1800 m aufstieg. Dies geht aus einer VONA-Meldung vom VAAC Darwin hervor. MIROVA registriert eine moderate Wärmestrahlung mit 73 MW-Leistung. Die vulkanisch bedingte Seismizität war in den letzten Tagen gering.

In der Tätigkeitsmeldung vom VSI/MAGMA heißt es, dass ein Ausbruch um 12:36 WIB eine Aschewolke förderte, die bis auf 1000 m über Kraterhöhe aufgestiegen ist. Ein entsprechendes LiveCam-Foto bestätigt den Ausbruch visuell. Dort sieht man auch, dass jemand auf der Insel Sertung, auf der die Livecam steht, in einem Zelt campt.

Die Eruption erzeugte ein seismisches Signal mit einer Maximalamplitude von 70 mm und 232 Sekunden Dauer. Inzwischen wurden 5 weitere Eruptionssignale detektiert, es gibt also eine kleine Eruptionsserie. Da die vulkanisch-bedingte Seismizität in den letzten Wochen gering war, gehe ich davon aus, dass die Eruptionen nur ein kurzweiliges Phänomen sind und sehr wahrscheinlich von dem tektonischen Erdbeben M 5,0 getriggert wurden, das sich am 6.9.23 an der Einfahrt zum Sundastrait ereignete. In meiner Meldung zum Erdbeben wies ich darauf hin, dass Anak Krakatau gerne entsprechend auf Erdbeben reagiert, wie er es dann heute auch gemacht hat.

Neue Bilder vom Anak Krakatau gibt es in der letzten Zeit kaum noch: Seit seinem Kollaps im Jahr 2018 ist er permanent gesperrt. Bootsführern drohen empfindliche Strafen, wenn sie bei einem Landgang erwischt werden, bzw. wenn sie erwischt werden, wie sie Vulkantouristen anlanden. Zudem hat sich der Vulkantourismus seit der Pandemie nie wieder richtig erholt. Zum einen hängt das mit den weltweit zu beobachtenden verschärften Aufstiegsrestriktionen zusammen, zum anderen natürlich auch mit den exorbitant gestiegenen Reisepreise nach Übersee. Schade eigentlich, wenn die Welt mainstream geht! Da erfreut mich der Anblick des Zeltes umso mehr.

Vulkan-News 25.08.23: Ätna

Ätna mit kleiner Aschewolke aus dem neuen Südostkrater

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Aktivität: Explosiv

Der Ätna auf Sizilien zeigte sich heute Morgen mit der Eruption einer kleinen Aschewolke. Diese ist auf einem Foto zu erkennen, das von dem User Μηνάς Κολιογιάννης bei FB geteilt wurde. Weitere Informationen zum Ereignis liegen nicht vor. Den Kommentaren ist zu entnehmen, dass die Anwohner mit einem weiteren Paroxysmus rechnen. In der Vergangenheit gab es vor Paroxysmen kleinere Eruptionen. Hierbei handelte es sich um Ascheemissionen und strombolianischen Ausbrüche. Bei der aktuellen Ascheemission könnte es sich auch um eine Aschewolke handeln, die in erster Linie aus aufgewirbelter Tephra besteht, die bereits abgelagert war. Solche sekundären Aschewolken entstehen öfters durch Kollapsereignisse oder starke Entgasungen. Dagegen spricht, dass es ein schwaches thermisches Signal mit 6 MW-Leistung gibt, das von der Ätna-Gipfelregion ausgeht. Auf dem letzten Sentinel-Satellitenfoto erkennt man drei kleine thermische Anomalien. Zwei befinden sich im Zentralkrater, eine weitere stammt vom NSEC. Es ist also tatsächlich möglich, dass sich Ätna auf einen neuen Paroxysmus vorbereitet. Der Letzte ereignete sich vor 11 Tagen. Der Tremor ist bis jetzt allerdings unauffällig und bewegt sich an der Basis des gelben Bereichs. Ein Paroxysmus scheint zumindest nicht unmittelbar bevorzustehen.

Im letzten Wochenbericht zum Ätna, der am Dienstag veröffentlicht wurde, schrieben die Vulkanologen vom INGV über den letzten Paroxysmus und meinten, dass sich der Vulkan seitdem nicht wieder ganz beruhigt habe. So blieb insbesondere die Infraschalltätigkeit am neuen Südostkrater erhöht und bewegte sich auf einem mittelhohen Niveau. Es wurden im Verlauf der 33. Kalenderwoche bereits einige kleinere Ascheemissionen beobachtet. Während des Beobachtungszeitraums gab es keine signifikante Veränderung der geophysikalischen Parameter. Selbst kurz vor dem Paroxysmus gab es nur eine geringe Bodenhebung von weniger als 1 µrad. Das deutet darauf hin, dass sich die eruptierte Schmelze bereits einige Wochen vor der Eruption im flach gelegenen Magmenkörper angesammelt hat. Dies geschah wahrscheinlich bei den Schwarmbeben im Frühsommer.


Weitere Vulkan-Meldungen:

Anak Krakatau mit Asche-Emission

Staat: Indonesien| Koordinaten: -6.10, 105.42 | Aktivität: Aschewolke

Nicht nur der Ätna stieß Asche aus, sondern auch der Inselvulkan Anak Krakatau, der zwischen den indonesischen Insel Java und Sumatra liegt. Es gab eine VONA-Warnung, nach der die Vulkanasche bis auf einer Höhe von 1200 m aufgestiegen ist und Richtung Südwesten driftete. Die Seismizität ist unauffällig und es gibt keine Hinweise darauf, dass sich eine größere Eruptionsserie zusammenbraut.


Popocatepetl mit Eruption

Staat: Mexiko | Lokation: 19.028, -98.62 | Aktivität: Aschewolke

Am mexikanischen Popocatepetl gab es eine Eruption, bei der Vulkanasche mehrere hundert Meter über Kraterhöhe aufstieg. Außerdem meldete CENAPRED 113 Asche-Dampf-Exhalationen und 28 Minuten Tremor.