Ambae bleibt aktiv: Neue Ascheemission über dem Vulkan in Vanuatu
Der Vulkan Ambae liegt im Inselstaat Vanuatu und ist weiterhin explosiv tätig Nachdem es bereits in den vergangenen Wochen wiederholt zu Asche- und Gasemissionen gekommen war, registrierte das Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) Wellington am 20. Juni eine weitere Aschefreisetzung aus dem Kraterbereich und löste eine Warnung für den Flugverkehr aus.Laut der aktuellen Warnung begann die Eruption um 13:37 UTC. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 dokumentierten eine aufsteigende Vulkanaschewolke, die sich bis auf etwa 3700 Meter über dem Meeresspiegel erhob, was einem Flight Level 120 entspricht. Anschließend driftete die Asche mit einer Geschwindigkeit von 9 km/h nach Westen.

Obwohl die Eruption des 1496 m hohen Stratovulkans vergleichsweise schwach ausfiel, stieg die Aschewolke mehr als 1200 m über den Krater auf. Die Eruption bestätigt die anhaltende Aktivität des entlegenen Inselvulkans. Das VAAC Wellington kündigte an, weitere Informationen zu veröffentlichen, sobald zusätzliche Beobachtungen vorliegen. Auch heute wurde eine Meldung zur fortdauernden Aktivität herausgegeben, allerdings ohne Angaben zur Höhe der Aschewolken.
Da Wolken den Vulkangipfel zuletzt nahezu durchgehend verhüllten, liefern Satellitenaufnahmen aus dem Juni nur wenige verwertbare Informationen. Das hier gezeigte Bild kombiniert thermische Anomalien aus dem SWIR-Band mit einer Sentinel-2-Aufnahme vom 27. Mai. Die überlagerten Hotspots verdeutlichen den geothermischen Wärmefluss und sprechen für einen hohen Magmastand im Fördersystem. Einige der thermischen Anomalien könnten zudem Relikte oberflächlicher Lavaförderung sein, denn Ende Februar kam es zu einem Lavaüberlauf.
Ambae gehört zu den aktivsten Vulkanen des südpazifischen Inselbogens. Der Vulkan bildet die gesamte Insel Aoba und erlangte insbesondere während der Eruptionsphasen von 2017 und 2018 internationale Aufmerksamkeit. Damals führten starke Ascheeruptionen und saurer Regen zeitweise zur Evakuierung der gesamten Inselbevölkerung.
Die aktuelle Aktivitätsphase begann bereits vor mehreren Monaten und äußert sich überwiegend durch schwache bis mäßige Ascheemissionen sowie verstärkte Gasfreisetzungen. Der frühere Kratersee ist praktisch verdampft, was auf hohe geothermische Temperaturen schließen lässt.
Die jüngste Meldung zeigt, dass weiterhin frisches vulkanisches Material an die Oberfläche gelangt. Zwar deutet die geringe Höhe der Aschewolke derzeit nicht auf eine größere Eskalation hin, dennoch bleibt die Entwicklung des Vulkans unter genauer Beobachtung der zuständigen Überwachungsbehörde VMGD und der internationalen Luftfahrtwarnzentren.
Weitere Ascheemissionen sind in den kommenden Tagen nicht auszuschließen.






