Ambrym mit sehr hoher thermischer Strahlung

Ambrym emittiert sehr hohe Thermalstrahlung – größere effusive Eruption möglich

Der Inselvulkan Ambrym gehört zum Vanuatu-Archipel und liegt nordöstlich von Australien. Die per Satellit erfassten MODIS-Daten weisen heute eine sehr hohe Thermalstrahlung mit einer Leistung von fast 1600 MW auf, die am 6. Oktober um 04:05 UTC detektiert wurde. Die hohe Strahlung spricht für eine Intensivierung der eruptiven Aktivität im Marum-Krater, über die Vnet bereits in der vergangenen Woche berichtete. Da das VAAC Wellington keine Vulkanaschewarnung für Ambrym herausgegeben hat, kann man davon ausgehen, dass eine überwiegend effusive Eruption die Ursache für die Wärmestrahlung ist, wobei auch Lavafontänen generiert werden können.



Eines der wahrscheinlichsten Szenarien ist eine Flutung des Kraterbodens mit Lava oder die Entstehung eines neuen Lavasees, wie er bis 2018 im Marum-Krater brodelte. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich die eruptive Aktivität ausgeweitet hat und auch Bereich ausßerhalb des Marumkraters betrifft.

Ambrym

Bereits das jüngste Satellitenfoto vom 4. Oktober zeigte ausgeprägte Wärmeanomalien, die sich auf zwei aktive Schlote konzentrierten. Auffällig waren auch thermische Signaturen entlang des Randes des Kraterbodens, die entweder von Lavaströmen zeugen oder auf Risse hinweisen, aus denen heiße Gase austreten. Das hier gezeigte Bild ist eine Kombination aus dem Infrarot-Wärmesignal im SWIR-Band und einem Satellitenbild im sichtbaren Lichtspektrum. Ungewöhnlich ist, dass selbst auf dem Bild im sichtbaren Lichtspektrum bei entsprechender Vergrößerung schwache Rotglut in den beiden Förderschloten zu sehen ist. Dies kann als Indiz dafür gewertet werden, dass sich hier bereits Lavalinsen gebildet haben, wobei der größere Westschlot einen Durchmesser von gut 50 m hat.

Leider sind keine aktuellen Online-Daten mehr verfügbar. Das Vanuatu Geological Hazards Department verfügte bis vor einigen Jahren noch über eine gut ausgebaute Infrastruktur inklusive Webcams und Webcodern, die seit einiger Zeit jedoch offline sind. Ebenso fehlen aktuelle Updates zur Aktivität des Vulkans. Der Alarmstatus steht weiterhin auf 2. Um die aktiven Krater der Ambrym-Caldera gibt es Sperrzonen von bis zu 2 Kilometern.

Bislang konzentrierte sich der Fokus der Vulkanologen aus Vanuatu auf den Inselvulkan Ambae, der südlich von Ambrym liegt und seit Monaten effusiv und teilweise auch explosiv aktiv ist. Hier steht der Alarmstatus auf 3, und es gibt eine 3-Kilometer-Sperrzone um den Kratersee Lake Voui. Aktuelle Satellitenfotos zeigen hier zwar hoch aufsteigende Dampfwolken, aber keine thermische Anomalie, die auf anhaltende Lavastromtätigkeit hindeuten würde.

Die Aktivität konzentriert sich als auf Ambrym, wo sehr wahrscheinlich eine stärkere effusive Eruption im Gang ist.

Ambrym: Explosive Aktivität im Marum-Krater beobachtet

Explosive Aktivität am Marum auf Ambrym hält an – rotglühende Tephra bei Überflug beobachtet

In den letzten Wochen hat uns vor allem der Inselvulkan Anak Krakatau in Atem gehalten, nun steht mir Ambrym, eine andere Vulkaninsel, im Fokus des vulkanologischen Interesses. Ambrym liegt im Inselstaat Vanuatu und beherbergt in seiner großen Gipfelkaldera mehrere Krater, von denen Benbow und Marum die bekanntesten sind. Seit Mitte September ist der Marum aktiv und fiel zunächst durch Ascheemissionen, Schwefeldioxidausstoß und thermische Anomalien auf. Bei einem Überflug des Vulkans am 28. September beobachtete die Besatzung eines Unity-Airlines-Vanuatu-Fluges Explosionen am aktiven Vulkanschlot. Dabei wurden glühende Lavabomben ausgeworfen, deren Fragmente deutlich über den Schlot aufstiegen. Innerhalb der Eruptionswolke war zudem ein starkes Glühen zu erkennen.


Ambrym

In der Nahaufnahme des aktivsten Schlotes erkennt man deutlich die ausgeworfenen rotglühenden Pyroklastika. Aschewolken stiegen nicht auf. Es macht den Eindruck, als wäre der Schlot mit Lava gefüllt und platzende Gasblasen schleudern das glühende Material in die Luft. Für eine genaue Analyse des Geschehens sind die Bilder leider nicht gut genug.

Die aktuelle Aktivität hatte wahrscheinlich am 19. September eingesetzt. Satellitendaten registrierten damals eine intensive thermische Anomalie und hohe Schwefeldioxid-Emissionen. Gleichzeitig wurden dunkle Asche-Gas-Wolken aus dem Marum-Krater beobachtet. Am folgenden Tag konnte bereits Lavaeffusion innerhalb des Kraters festgestellt werden. In den windabgewandten Gebieten kam es außerdem zu geringem Aschefall.

Inzwischen ist die thermische Strahlung laut dem Vanuatu Meteorology and Geohazards Department (VMGD) zwar allmählich zurückgegangen, doch die Beobachtungen vom Boden und aus der Luft zeigen, dass die Eruption keineswegs beendet ist. Die Beobachtungen der Flugzeugbesatzung sprechen eher für ein Aufleben der eruptiven Aktivität und den offenen Zugang von Magma zum aktiven Förderschlot.

Die Entwicklung eines neuen Lavasees im Marum-Krater scheint als mögliche Erklärung für das beobachtete Glühen und die explosive Aktivität. Marum und Benbow waren vor der Eruption von 2018, bei der die Lava unterirdisch abfloss, für ihre Lavaseen bekannt. Diese verschwanden infolge der damaligen Eruption, sodass die erneute Ansammlung flüssiger Lava im Krater eine Rückkehr zu einem früheren Aktivitätsmuster darstellen könnte. VMGD weist ausdrücklich darauf hin, dass Ambrym zu den aktivsten Vulkanen des Vanuatu-Inselbogens gehört.

Hinweise auf eine bevorstehende Flankeneruption gibt es dagegen derzeit nicht. Zwar besitzt Ambrym ein ausgedehntes Rift-System, an dem es historisch auch zu Flankeneruptionen kam, die aktuelle Aktivität konzentriert sich jedoch auf den Marum-Krater.

Die Vulkanwarnstufe bleibt bei 2 von 5. Um die vier wichtigsten Eruptionszentren wurden Sperrzonen etabliert, die Radien zwischen 1 und 2 Kilometern um die Krater haben.

Ambrym mit Wärmeanomalien am Wochenende

Nach Vulkanausbruch am 19. September zeigte Ambrym am Wochenende erneut deutliche Wärmeanomalien

Auf der zu Vanuatu gehörenden Vulkaninsel Ambrym gibt es nach dem Vulkanausbruch am 19. und 20. September erneut Anzeichen vulkanischer Aktivität. Nachdem sich die Tätigkeit im Marum-Krater in den vergangenen Tagen abgeschwächt hatte, wurden nun weitere thermische Anomalien detektiert. Die aktuelle Wärmestrahlung erreicht nach den vorliegenden Satellitendaten von MIROVA/MODIS eine Leistung von 17 MW und deutet darauf hin, dass sich Schmelze nahe der Oberfläche befindet.

Ambrym

Bereits am 19. September hatte sich die Aktivität am Ambrym deutlich verstärkt und das VAAC Wellington hatte Aschewolken detektiert. Zudem wurden signifikante Wärmeanomalien registriert, die im SWIR-Band des Sentinel-2-L-Satelliten trotz starker Bewölkung visualisiert wurden. Darüber hinaus wurden erhöhte Schwefeldioxid-Emissionen festgestellt. Nun hat das Vanuatu Meteorology and Geohazards Department (VMGD) weitere Details bekannt gegeben, nach denen sich die Eruption im Krater Marum abspielte. Neben einer explosiven Ascheeruption war es zu effusivem Lavaaustritt im Krater gekommen. Anwohner berichteten von vulkanischem Grollen, und in mehreren Regionen der Insel kam es zu leichtem Aschefall.

Am 20. September setzte sich die Aktivität fort. Satellitenbilder zeigten Asche- und Gasemissionen, während innerhalb des Marum-Kraters weiter Lavaeffusion festgestellt wurde. Auch nächtliches Glühen war zu beobachten gewesen. Das Smithsonian Global Volcanism Program wertet die Ereignisse als Beginn einer neuen Eruptionsphase.

Die nun registrierte 17-MW-Anomalie spricht dafür, dass sich weiterhin eine Wärmequelle im Bereich des Kraters befindet. Eine solche moderate thermische Signatur kann von einem heißen Gasstrom eines offenen Förderschlotes stammen oder von stark aufgeheiztem Material im Krater verursacht werden. Möglicherweise bereitet sich der Vulkan auf weiteren Lavaausstoß vor.

Die Vulkanwarnstufe bleibt bei 2 („Major Unrest“). Das VMGD weist weiterhin auf Gefahren im Bereich der Krater hin und hält eine Sperrzone von zwei Kilometern um den Marum-Krater aufrecht.

Ambrym: Anzeichen eines neuen Vulkanausbruches

Eruption auf Ambrym – Vulkan emittiert Asche und Wärmestrahlung

Auf der zu Vanuatu gehörenden Insel Ambrym hat offenbar eine neue Eruptionsphase begonnen. Darauf deuten mehrere unabhängige Satellitenbeobachtungen hin. Besonders aussagekräftig sind aktuelle Meldungen des VAAC Wellington, das am 18. September erstmals eine niedriggradige Eruption meldete. Inzwischen spricht das VAAC von einer „continuous low-level eruption“, also einer anhaltenden Eruption geringer Intensität. Auf Satellitenbildern wurde Vulkanasche erkannt, die über das offene Meer in Richtung Osten driftet. Die Aschewolke erreichte zu Beginn der Meldungen eine Höhe von 3.000 Metern und stieg am 19. September bis auf 2.400 Meter Höhe auf.

Darüber hinaus wurde heute Nacht um 03:00 UTC eine starke Wärmeemission detektiert. Laut dem Überwachungssystem MIROVA erreichte das VIIRS-Signal eine Leistung von 1.048 Megawatt. MODIS zeigt hingegen eine hohe Strahlung mit 135 MW Leistung an. Zusätzlich wurde von Satelliten eine Schwefeldioxidwolke detektiert. Die Kombination aus starker thermischer Strahlung, erhöhten SO₂-Emissionen und Aschewolke spricht für das Initialstadium einer neuen Eruption, die auf das Vorhandensein frisch aufgestiegener Magma hindeutet. Betrachtet man die Eruptionsgeschichte des großen Schildvulkans mit seinen Kratern, besteht die Möglichkeit, dass sich gerade ein neuer Lavasee bildet. Eine Bestätigung des Geschehens von Seiten der Vulkanologen des VMGD steht bislang aus.

Ambrym ist ein großer basaltischer Schildvulkan mit einer etwa zwölf Kilometer breiten Caldera. Innerhalb der Caldera liegen die Vulkankegel Benbow und Marum sowie der Nebenkrater Niri Mbwelesu, die zu den wichtigsten aktiven Zentren des Vulkans gehören. Der Gipfel erreicht 1.334 Meter Höhe. Ambrym zählt zu den aktivsten Vulkanen des Inselbogens von Vanuatu.

Der Vulkan befand sich bereits seit längerer Zeit in Unruhe. 2025 wurden wiederholt Dampfemissionen, thermische Anomalien und erhöhte Seismizität registriert. Die Unruhen setzen sich bis Anfang 2026 fort;  im Januar wurde zudem eine Aschewolke festgestellt.

Die letzte klar dokumentierte Eruptionsphase ereignete sich im Januar 2024. Damals trat im Benbow-Krater ein

astrom aus und es wurden starke Gasemissionen und nächtlicher Lichtschein beobachtet.

Noch ist unklar, welcher der Krater die aktuelle Eruption verursacht. Die bisherigen Daten belegen jedoch eine anhaltende niedriggradige Ascheeruption und deuten auf einen oberflächlichen Lavaaustritt hin.

Ambae: Starke Eruption schickt Vulkansche bis auf 15 km Höhe

Starker Vulkanausbruch auf Ambae – Aschewolke steigt über 15 Kilometer hoch

Auf der zu Vanuatu gehörenden Vulkaninsel Ambae hat sich die seit Monaten anhaltende Eruption deutlich verstärkt. Der Vulkan Ambae, auch Manaro Voui genannt, schleudert große Mengen Asche und vulkanischer Gase in die Luft und erzeugt dabei Explosionen, die von starken Druckwellen begleitet werden. Nach Angaben des VAAC Wellington begann die aktuelle Eruptionsphase am 25. August um 09:40 UTC und hält auch am 26. August weiterhin an. In sozialen Medien veröffentliche Bilder dokumentierten Ascheniederschlag auf Ambae und benachbarten Inseln Vanuatus.

Ambae

Das jüngste VAAC-Bulletin von 05:22 UTC bestätigt eine anhaltende Eruption und eine starke Schwefeldioxid-Anomalie. Satellitenaufnahmen zeigen die Aschewolke klar abgegrenzt. Ein Teil der Wolke bewegte sich in niedrigen Höhen bis etwa 4,6 Kilometer Höhe mit ca. 18 km/h nach Norden. In höheren Schichten wurde die Asche bis etwa 7,6 Kilometer Höhe registriert und mit einer Geschwindigkeit von fast 50 km/h nach Nordosten verfrachtet.

Besonders spektakulär war die Entwicklung am Vortag: Die Eruptionswolke erreichte zeitweise mehr als 15 Kilometer Höhe und wurde damit bis in die Stratosphäre geschleudert. Satellitenbilder des japanischen Wettersatelliten Himawari-9 machten die Eruption deutlich sichtbar. Die JMA stufte das Ereignis als großskalige Eruption ein und überwacht infolge des Ausbruchs auch Pegelstationen im Pazifik, da nach Ansicht der Vulkanologen ein gewisses Tsunamirisiko besteht.

Nach Einschätzung der japanischen Behörden kann der enorme atmosphärische Druckimpuls einer sehr starken Eruption langperiodische Wasserwellen auslösen. Die JMA prüfte deshalb mögliche Auswirkungen auf Japan. Für die Izu- und Ogasawara-Inseln wurden mögliche Wellen zunächst für den Abend des 25. August in Betracht gezogen. Das bedeutet jedoch nicht, dass tatsächlich ein gefährlicher Tsunami entstanden ist. Entsprechende Meldungen liegen nicht vor.

Die Eruption stellt damit derzeit vor allem eine erhebliche Gefahr für den Flugverkehr und die unmittelbar betroffene Region Vanuatus dar. Die weitere Entwicklung bleibt angesichts der anhaltenden Aktivität und der außergewöhnlich hohen Eruptionswolken genau zu beobachten.

Ambae: Weitere VONA-Warnungen vor Aschewolken des Vulkans

Ambae bleibt aktiv: Neue Ascheemission über dem Vulkan in Vanuatu

Der Vulkan Ambae liegt im Inselstaat Vanuatu und ist weiterhin explosiv tätig Nachdem es bereits in den vergangenen Wochen wiederholt zu Asche- und Gasemissionen gekommen war, registrierte das Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) Wellington am 20. Juni eine weitere Aschefreisetzung aus dem Kraterbereich und löste eine Warnung für den Flugverkehr aus.Laut der aktuellen Warnung begann die Eruption um 13:37 UTC. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 dokumentierten eine aufsteigende Vulkanaschewolke, die sich bis auf etwa 3700 Meter über dem Meeresspiegel erhob, was einem Flight Level 120 entspricht. Anschließend driftete die Asche mit einer Geschwindigkeit von 9 km/h nach Westen.

Ambae

Obwohl die Eruption des 1496 m hohen Stratovulkans vergleichsweise schwach ausfiel, stieg die Aschewolke mehr als 1200 m über den Krater auf. Die Eruption bestätigt die anhaltende Aktivität des entlegenen Inselvulkans. Das VAAC Wellington kündigte an, weitere Informationen zu veröffentlichen, sobald zusätzliche Beobachtungen vorliegen. Auch heute wurde eine Meldung zur fortdauernden Aktivität herausgegeben, allerdings ohne Angaben zur Höhe der Aschewolken.

Da Wolken den Vulkangipfel zuletzt nahezu durchgehend verhüllten, liefern Satellitenaufnahmen aus dem Juni nur wenige verwertbare Informationen. Das hier gezeigte Bild kombiniert thermische Anomalien aus dem SWIR-Band mit einer Sentinel-2-Aufnahme vom 27. Mai. Die überlagerten Hotspots verdeutlichen den geothermischen Wärmefluss und sprechen für einen hohen Magmastand im Fördersystem. Einige der thermischen Anomalien könnten zudem Relikte oberflächlicher Lavaförderung sein, denn Ende Februar kam es zu einem Lavaüberlauf.

Ambae gehört zu den aktivsten Vulkanen des südpazifischen Inselbogens. Der Vulkan bildet die gesamte Insel Aoba und erlangte insbesondere während der Eruptionsphasen von 2017 und 2018 internationale Aufmerksamkeit. Damals führten starke Ascheeruptionen und saurer Regen zeitweise zur Evakuierung der gesamten Inselbevölkerung.

Die aktuelle Aktivitätsphase begann bereits vor mehreren Monaten und äußert sich überwiegend durch schwache bis mäßige Ascheemissionen sowie verstärkte Gasfreisetzungen. Der frühere Kratersee ist praktisch verdampft, was auf hohe geothermische Temperaturen schließen lässt.

Die jüngste Meldung zeigt, dass weiterhin frisches vulkanisches Material an die Oberfläche gelangt. Zwar deutet die geringe Höhe der Aschewolke derzeit nicht auf eine größere Eskalation hin, dennoch bleibt die Entwicklung des Vulkans unter genauer Beobachtung der zuständigen Überwachungsbehörde VMGD und der internationalen Luftfahrtwarnzentren.

Weitere Ascheemissionen sind in den kommenden Tagen nicht auszuschließen.

Ambae: Deutliche Zunahme der Thermalstrahlung

Satellitenbilder von Ambae enthüllen wachsende thermische Anomalie im Krater, die auf einen Lavastrom hindeutet

Der Vulkan Ambae liegt im Inselstaat Vanuatu und trägt mehrere Namen: Er ist auch als Aoba, Lombenben oder Manaro Voui bekannt. Derzeit zeigt er eine anhaltende, vom VMGD als schwach eingestufte Aktivität, die sich in den letzten Tagen insbesondere in einer Zunahme der thermischen Strahlung widerspiegelt. Aktuelle Satellitendaten, darunter ein neues Bild des europäischen Copernicus-Sentinel-2-Programms, weisen auf eine ausgedehnte thermische Anomalie im Gipfelkrater nahe des Voui-Sees hin. Diese erhöhte Wärmesignatur deutet darauf hin, dass sich im Krater heißes Material an der Oberfläche oder knapp darunter befindet.

17. April. © Copernicus

Der Vergleich mehrerer Aufnahmen der letzten Tage zeigt deutlich, dass sich die thermische Anomalie signifikant vergrößert hat. Laut MIROVA schwankt die Wärmestrahlung von Tag zu Tag. Am 28. April wurde der bislang höchste Wert gemessen: Um 2 Uhr nachts erreichte die Wärmestrahlung eine Leistung von 485 MW. Die letzte VONA-Meldungen des VAAC Wellington zu Aschewolken vom Ambae stammte vom Freitag, sodass stärkere explosive Eruptionen derzeit ausgeschlossen werden können. Das VMGD meldete in den vergangenen Wochen wiederholt schwache Ascheeruptionen, beobachtete zuletzt jedoch einen leichten Rückgang der Aktivität. Auch wenn direkte visuelle Bestätigungen vom Ambae fehlen, liegt die Vermutung nahe, dass der Vulkan effusiv tätig geworden ist und ein Lavastrom eruptiert, der sich innerhalb des Kraters bewegt.

Durch die Lavastromaktivität steigt auch die Gefahr phreatischer- beziehungsweise phreatomagmatischer Eruptionen, sollte es zu einer Interaktion von Magma mit dem Wasser des Kratersees kommen. Der aktive Kratersee Voui ist bekannt für solche Prozesse, bei denen Wasser und Magma aufeinandertreffen und explosive Aktivität auslösen können.

Ambae ist der größte aktive Vulkan des Inselstaates Vanuatu und bildet eine rund 2500 km³ große Schildstruktur. Sein Gipfel besteht aus einer Caldera mit mehreren Kraterseen, darunter Voui, Manaro Ngoru und Manaro Lakua.

Die Vielzahl an Namen spiegelt sowohl die wissenschaftliche als auch die lokale Perspektive wider: Während „Aoba“ und „Ambae“ gebräuchliche Inselnamen sind, bezeichnen „Manaro“ oder „Lombenben“ speziell den zentralen Vulkanbereich. In lokalen Traditionen gilt der Gipfel zudem als heiliger Ort.

Ambae: Warnstufe 1 bestätigt

Ambae weiterhin aktiv – Vulkanologen bestätigen Alarmstufe 1

Der Inselvulkan Ambae liegt in Vanuatu und gehört zu den beeindruckendsten und zugleich unberechenbarsten Feuerbergen des Südpazifiks. Es handelt sich um einen gewaltigen Schildvulkan mit einer rund 12 Kilometer breiten Gipfelcaldera, in der sich mehrere Kraterseen befinden – darunter der besonders aktive Manaro Voui. Neben „Ambae“ ist der Vulkan auch unter Namen wie Aoba, Omba oder Lombenben bekannt.

Ambae

Aktuell zeigt der Vulkan weiterhin Aktivität, die sich aber auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau abspielt. Die offizielle Warnstufe – die heute vom VMGD erneut bestätigt wurde – liegt auf Stufe „1“. Das bedeutet, dass der Vulkan weiter unruhig ist, aber nur kleine phreatische Eruptionen erzeugt. Neue seismische Daten deuten darauf hin, dass die Aktivität insgesamt leicht abnimmt. Trotzdem werden weiterhin vulkanische Erschütterungen registriert. Diese zeigen, dass im Untergrund nach wie vor magmatische Prozesse stattfinden.

Satellitenbeobachtungen bestätigen zudem eine anhaltende Emission von Asche und Dampf aus dem aktiven Kraterbereich. Die ausgestoßenen Eruptionswolken folgen der Windrichtung und können umliegende Regionen beeinflussen. Besonders auffällig ist das nächtliche Glühen am Gipfel, das von Bewohnern der Insel und sogar von benachbarten Inseln aus sichtbar ist. Es signalisiert, dass weiterhin heiße Gesteinsschmelze an die Oberfläche gelangt.

Für die Bevölkerung bleibt die Lage nicht ohne Risiken. Die Gefahrenzone beschränkt sich aktuell auf einen Radius von etwa drei Kilometern um den Krater, wo Gesteinsauswurf, Ascheregen und vulkanischer Sand auftreten können. Abhängig von Wind und Wetter sind jedoch auch weiter entfernte Dörfer betroffen, etwa durch „kalten Regen“ aus Aschepartikeln. Zusätzlich besteht bei starken Niederschlägen die Gefahr von Schlammlawinen, da lockeres vulkanisches Material leicht mobilisiert wird.

Seit der intensiven Eruptionsphase ab 2017 gilt Ambae als dauerhaft unruhig. Auch wenn die Aktivität momentan moderat erscheint, zeigt der Vulkan weiterhin ein unruhiges Verhalten. Die Kombination aus Kratersee und aufsteigendem Magma macht ihn besonders anfällig für plötzliche explosive Ereignisse – weshalb eine kontinuierliche Überwachung unerlässlich bleibt.

Vanutau: Sehr starkes Erdbeben in großer Tiefe

Vanuatu von Erdbeben Mw 7,3 erschüttert – deutliche Wahrnehmungen im Königreich

Ein sehr starkes Erdbeben der Magnitude 7,3 hat am 30. März 2026 den Inselstaat Vanuatu im Südpazifik erschüttert. Das Epizentrum lag kurz vor der Küste der Insel Espiritu Santo nahe Luganville, etwa 31 Kilometer nordnordöstlich der Stadt. Das Hypozentrum wurde in einer Tiefe von 126 Kilometern ausgemacht. Damit handelt es sich um ein Erdbeben in der Asthenosphäre, das sich deutlich unterhalb der Erdkruste ereignet.

Vanuatu. © EMSC

Trotz der hohen Magnitude fielen die Auswirkungen an der Oberfläche bislang vergleichsweise moderat aus. Aus verschiedenen Teilen des Archipels gingen Wahrnehmungsmeldungen ein: Bewohner berichteten von deutlich spürbaren, aber gleichmäßigen Erschütterungen ohne einen Peak. Wie es für ein tiefes Beben typisch ist, wurde das Schütteln über eine große Distanz hinweg wahrgenommen, ohne lokal extreme Intensitäten zu erreichen. Größere Schäden oder Opfer wurden zunächst nicht bestätigt, und auch eine Tsunami-Warnung blieb aus.
Dennoch sind solche Ereignisse nicht harmlos. Selbst bei geringerer Intensität können vereinzelt Gebäude beschädigt werden, insbesondere bei schwacher Bausubstanz. In den sozialen Medien gibt es Berichte über Erdrutsche und leichte Schäden, diese wurden von größeren Medienagenturen bisher nicht bestätigt.
Nachbeben – darunter mindestens eines im Bereich der Magnitude 5 – zeigen zudem, dass die Region weiterhin seismisch aktiv bleibt.

Tektonisch liegt Vanuatu im Bereich des Pazifischer Feuerring, einer Zone intensiven Vulkanismus und Plattenbewegungen: Hier taucht die Pazifische Platte unter die Australische Platte ab. Entlang dieser Subduktionszone entstehen regelmäßig starke Erdbeben. Das aktuelle Ereignis passt in dieses Muster: Es entstand wahrscheinlich innerhalb der abtauchenden Platte entlang der sogenannten Wadati-Benioff-Zone.

Insgesamt zeigt das Beben einmal mehr die hohe seismische Gefährdung der Region – auch wenn dieses Ereignis vergleichsweise glimpflich verlief.