Ambae: Deutliche Zunahme der Thermalstrahlung

Satellitenbilder von Ambae enthüllen wachsende thermische Anomalie im Krater, die auf einen Lavastrom hindeutet

Der Vulkan Ambae liegt im Inselstaat Vanuatu und trägt mehrere Namen: Er ist auch als Aoba, Lombenben oder Manaro Voui bekannt. Derzeit zeigt er eine anhaltende, vom VMGD als schwach eingestufte Aktivität, die sich in den letzten Tagen insbesondere in einer Zunahme der thermischen Strahlung widerspiegelt. Aktuelle Satellitendaten, darunter ein neues Bild des europäischen Copernicus-Sentinel-2-Programms, weisen auf eine ausgedehnte thermische Anomalie im Gipfelkrater nahe des Voui-Sees hin. Diese erhöhte Wärmesignatur deutet darauf hin, dass sich im Krater heißes Material an der Oberfläche oder knapp darunter befindet.


17. April. © Copernicus

Der Vergleich mehrerer Aufnahmen der letzten Tage zeigt deutlich, dass sich die thermische Anomalie signifikant vergrößert hat. Laut MIROVA schwankt die Wärmestrahlung von Tag zu Tag. Am 28. April wurde der bislang höchste Wert gemessen: Um 2 Uhr nachts erreichte die Wärmestrahlung eine Leistung von 485 MW. Die letzte VONA-Meldungen des VAAC Wellington zu Aschewolken vom Ambae stammte vom Freitag, sodass stärkere explosive Eruptionen derzeit ausgeschlossen werden können. Das VMGD meldete in den vergangenen Wochen wiederholt schwache Ascheeruptionen, beobachtete zuletzt jedoch einen leichten Rückgang der Aktivität. Auch wenn direkte visuelle Bestätigungen vom Ambae fehlen, liegt die Vermutung nahe, dass der Vulkan effusiv tätig geworden ist und ein Lavastrom eruptiert, der sich innerhalb des Kraters bewegt.

Durch die Lavastromaktivität steigt auch die Gefahr phreatischer- beziehungsweise phreatomagmatischer Eruptionen, sollte es zu einer Interaktion von Magma mit dem Wasser des Kratersees kommen. Der aktive Kratersee Voui ist bekannt für solche Prozesse, bei denen Wasser und Magma aufeinandertreffen und explosive Aktivität auslösen können.

Ambae ist der größte aktive Vulkan des Inselstaates Vanuatu und bildet eine rund 2500 km³ große Schildstruktur. Sein Gipfel besteht aus einer Caldera mit mehreren Kraterseen, darunter Voui, Manaro Ngoru und Manaro Lakua.

Die Vielzahl an Namen spiegelt sowohl die wissenschaftliche als auch die lokale Perspektive wider: Während „Aoba“ und „Ambae“ gebräuchliche Inselnamen sind, bezeichnen „Manaro“ oder „Lombenben“ speziell den zentralen Vulkanbereich. In lokalen Traditionen gilt der Gipfel zudem als heiliger Ort.

Ambae: Warnstufe 1 bestätigt

Ambae weiterhin aktiv – Vulkanologen bestätigen Alarmstufe 1

Der Inselvulkan Ambae liegt in Vanuatu und gehört zu den beeindruckendsten und zugleich unberechenbarsten Feuerbergen des Südpazifiks. Es handelt sich um einen gewaltigen Schildvulkan mit einer rund 12 Kilometer breiten Gipfelcaldera, in der sich mehrere Kraterseen befinden – darunter der besonders aktive Manaro Voui. Neben „Ambae“ ist der Vulkan auch unter Namen wie Aoba, Omba oder Lombenben bekannt.

Ambae

Aktuell zeigt der Vulkan weiterhin Aktivität, die sich aber auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau abspielt. Die offizielle Warnstufe – die heute vom VMGD erneut bestätigt wurde – liegt auf Stufe „1“. Das bedeutet, dass der Vulkan weiter unruhig ist, aber nur kleine phreatische Eruptionen erzeugt. Neue seismische Daten deuten darauf hin, dass die Aktivität insgesamt leicht abnimmt. Trotzdem werden weiterhin vulkanische Erschütterungen registriert. Diese zeigen, dass im Untergrund nach wie vor magmatische Prozesse stattfinden.

Satellitenbeobachtungen bestätigen zudem eine anhaltende Emission von Asche und Dampf aus dem aktiven Kraterbereich. Die ausgestoßenen Eruptionswolken folgen der Windrichtung und können umliegende Regionen beeinflussen. Besonders auffällig ist das nächtliche Glühen am Gipfel, das von Bewohnern der Insel und sogar von benachbarten Inseln aus sichtbar ist. Es signalisiert, dass weiterhin heiße Gesteinsschmelze an die Oberfläche gelangt.

Für die Bevölkerung bleibt die Lage nicht ohne Risiken. Die Gefahrenzone beschränkt sich aktuell auf einen Radius von etwa drei Kilometern um den Krater, wo Gesteinsauswurf, Ascheregen und vulkanischer Sand auftreten können. Abhängig von Wind und Wetter sind jedoch auch weiter entfernte Dörfer betroffen, etwa durch „kalten Regen“ aus Aschepartikeln. Zusätzlich besteht bei starken Niederschlägen die Gefahr von Schlammlawinen, da lockeres vulkanisches Material leicht mobilisiert wird.

Seit der intensiven Eruptionsphase ab 2017 gilt Ambae als dauerhaft unruhig. Auch wenn die Aktivität momentan moderat erscheint, zeigt der Vulkan weiterhin ein unruhiges Verhalten. Die Kombination aus Kratersee und aufsteigendem Magma macht ihn besonders anfällig für plötzliche explosive Ereignisse – weshalb eine kontinuierliche Überwachung unerlässlich bleibt.

Vanutau: Sehr starkes Erdbeben in großer Tiefe

Vanuatu von Erdbeben Mw 7,3 erschüttert – deutliche Wahrnehmungen im Königreich

Ein sehr starkes Erdbeben der Magnitude 7,3 hat am 30. März 2026 den Inselstaat Vanuatu im Südpazifik erschüttert. Das Epizentrum lag kurz vor der Küste der Insel Espiritu Santo nahe Luganville, etwa 31 Kilometer nordnordöstlich der Stadt. Das Hypozentrum wurde in einer Tiefe von 126 Kilometern ausgemacht. Damit handelt es sich um ein Erdbeben in der Asthenosphäre, das sich deutlich unterhalb der Erdkruste ereignet.

Vanuatu. © EMSC

Trotz der hohen Magnitude fielen die Auswirkungen an der Oberfläche bislang vergleichsweise moderat aus. Aus verschiedenen Teilen des Archipels gingen Wahrnehmungsmeldungen ein: Bewohner berichteten von deutlich spürbaren, aber gleichmäßigen Erschütterungen ohne einen Peak. Wie es für ein tiefes Beben typisch ist, wurde das Schütteln über eine große Distanz hinweg wahrgenommen, ohne lokal extreme Intensitäten zu erreichen. Größere Schäden oder Opfer wurden zunächst nicht bestätigt, und auch eine Tsunami-Warnung blieb aus.
Dennoch sind solche Ereignisse nicht harmlos. Selbst bei geringerer Intensität können vereinzelt Gebäude beschädigt werden, insbesondere bei schwacher Bausubstanz. In den sozialen Medien gibt es Berichte über Erdrutsche und leichte Schäden, diese wurden von größeren Medienagenturen bisher nicht bestätigt.
Nachbeben – darunter mindestens eines im Bereich der Magnitude 5 – zeigen zudem, dass die Region weiterhin seismisch aktiv bleibt.

Tektonisch liegt Vanuatu im Bereich des Pazifischer Feuerring, einer Zone intensiven Vulkanismus und Plattenbewegungen: Hier taucht die Pazifische Platte unter die Australische Platte ab. Entlang dieser Subduktionszone entstehen regelmäßig starke Erdbeben. Das aktuelle Ereignis passt in dieses Muster: Es entstand wahrscheinlich innerhalb der abtauchenden Platte entlang der sogenannten Wadati-Benioff-Zone.

Insgesamt zeigt das Beben einmal mehr die hohe seismische Gefährdung der Region – auch wenn dieses Ereignis vergleichsweise glimpflich verlief.

Ambae: Vulkanausbruch verursacht sauren Regen

Ambae
Ambae. © Unity Airlines

Vulkanausbruch auf Ambae: Ascheniederschlag und saurer Regen verunsichert Bevölkerung

Auf der Vulkaninsel Ambae (Vanuatu) sorgt der Ausbruch des Vulkans Manaro Voui weiterhin für erhöhte Alarmbereitschaft unter den Inselbewohnern, die unter einem zunehmenden Leidensdruck steht. Der Vulkan stößt regelmäßig Vulkanasche und Gase aus, die bis zu vier Kilometer hoch in die Atmosphäre aufsteigen. Während die Asche sichtbar niedergeht und ein Problem für die Landwirtschaft darstellt, da sie die Feldfrüchte bedeckt, wirkt das Gas subtiler, aber nicht weniger schädlich, denn es verursacht sauren Regen. Dieser lässt Pflanzen welken und kontaminiert das Trinkwasser.

Die Behörden haben die Warnstufe auf drei von fünf festgelegt, was auf eine anhaltend gefährliche Situation hinweist. Rund um den Krater wurde eine Gefahrenzone von etwa drei Kilometern eingerichtet, die von der Bevölkerung gemieden werden soll. Trotz der wachsenden Besorgnis und der Zunahme der Probleme ordneten die Behörden bis jetzt keine Massenevakuierung an, wie es zuletzt 2018 geschah. Stattdessen wurden Teams des Nationalen Katastrophenschutzamtes nach Ambae entsandt, um besonders betroffene Gebiete zu begutachten und gegebenenfalls als Katastrophenzonen auszuweisen. Für diese Maßnahmen stellte die Regierung ein Budget von rund 20 Millionen Vatu, etwa 170.000 US-Dollar, bereit.

Um die Entwicklung des Ausbruchs genauer zu beobachten, führte die Fluggesellschaft Unity Airlines am 7. März einen speziellen Beobachtungsflug durch. Der Flug wurde ohne Passagiere durchgeführt, um das Risiko für Menschen zu minimieren. Während des Fluges wurden Fotos und Videos aufgenommen, die Wissenschaftlern und Behörden zur Verfügung gestellt wurden. Diese Daten helfen dabei, die Bewegung der Aschewolke und die Aktivität des Vulkans besser zu überwachen.

Auf den Bildern ist nicht nur die Aschewolke des Vulkans sehr gut zu sehen, sondern auch, dass der Kratersee im Manaro Voui zum großen Teil trockengefallen ist. Ein Phänomen, das wir auch vom Poás in Costa Rica gut kennen.

Die Auswirkungen des Ausbruchs sind für die Bewohner der Insel deutlich spürbar. Besonders problematisch ist der oben erwähnte saure Regen, der durch vulkanische Asche und Gase entsteht, die Schwefeldioxid enthalten. Dieser Regen kann Pflanzen, Böden und Wasserquellen stark beschädigen. Berichten zufolge wurden bereits zahlreiche Gemüsegärten zerstört, wodurch die Lebensmittelversorgung vieler Familien gefährdet ist. Auch die Trinkwasserversorgung ist beeinträchtigt, da der saure Regen den pH-Wert von Wasser in Tanks und Sammelbehältern verändert. Behörden empfehlen deshalb, möglichst auf geschützte Wasserquellen oder Brunnen zurückzugreifen.

Neben den direkten Schäden an Landwirtschaft und Wasser hat der Ascheregen auch Auswirkungen auf die Umwelt. In Flüssen und Bächen verändert sich der Säuregehalt des Wassers, was Fische, Garnelen und andere Wasserlebewesen beeinträchtigen kann. Durch Veränderungen der Windrichtung verteilt sich die Asche inzwischen über große Teile der Insel und erreicht teilweise auch benachbarte Inseln wie Santo, Malakula, Pentecost und Ambrym.

Bewohner in stark betroffenen Regionen wurden aufgefordert, bei Bedarf in weniger gefährdete Teile der Insel umzuziehen. Gleichzeitig bereiten die Behörden Notfallpläne vor, falls sich die Situation verschärft. Sollte die Warnstufe auf vier steigen, könnte eine vollständige Evakuierung der Insel notwendig werden.

Ambae: Vulkanausbruch in Vanuatu intensiviert sich

Vulkanausbruch auf Ambae löst erneut VONA-Warnung aus – Vulkan Manaro Voui speit Vulkanasche

Eine aktuelle VONA-Warnung des VAAC Wellington betrifft den Vulkan Manaro Voui auf Ambae im Inselstaat Vanuatu. Demnach dauert eine Eruption, die am 27. Februar um 19:29 UTC begann, weiterhin an. Mit Hilfe von Webcamaufnahmen und Satelliten wird eine kontinuierliche, anhaltende eruptive Aktivität in Form von Ascheausstoß beobachtet. Die Vulkanasche steigt vom Boden bis auf etwa 3.000 Meter Höhe (Flugfläche 100) auf und driftet mit rund 9 km/h in östliche Richtung. Auf Satellitenbildern ist die Asche derzeit allerdings nicht eindeutig identifizierbar. Prognosen gehen davon aus, dass sich die Aschewolke in den kommenden Stunden weiter ostwärts verlagert, bevor sie sich innerhalb von 18 Stunden auflösen dürfte, sofern keine weitere Asche ausgestoßen wird, wonach es momentan aber nicht aussieht.

Die aktuelle Aktivitätsphase des Manaro Voui, der auch oft als Ambae bezeichnet wird, begann bereits um den 20. Februar, als verstärkte Dampf- und Ascheemissionen registriert wurden. Wenige Tage später erhöhten die Behörden die Alarmstufe auf Level 3. Damit wird eine moderate Eruptionsphase mit potenziell gefährlichen Auswirkungen im Nahbereich des Kraters signalisiert. Bereits Mitte Februar waren erste Anzeichen wachsender Aktivität beobachtet worden, darunter thermische Anomalien und nächtliches Glühen über dem Kratersee.

Wenige Tage alte Aufnahmen zeigen, mit wie viel Druck der Ascheausstoß stattfindet. Die Eruption bringt nicht nur Asche hervor, sondern auch glühende Tephra von Lapilli- und Blockgröße.

Ambae zählt zu den aktivsten Vulkanen des pazifischen Inselbogens. Besonders in den Jahren 2017 und 2018 hatte der Vulkan mit stärkeren Eruptionen für internationale Aufmerksamkeit gesorgt und zeitweise großflächige Evakuierungen notwendig gemacht. Im Vergleich dazu erscheint die derzeitige Aktivität deutlich schwächer, bleibt jedoch unter genauer Beobachtung.

Für den internationalen Flugverkehr stellt vor allem feine Vulkanasche ein Risiko dar. Auch wenn die aktuelle Aschewolke relativ niedrig bleibt, werden Luftfahrzeugführer durch die VONA-Meldungen gewarnt, um mögliche Routenanpassungen vorzunehmen. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Aktivität im Kratersee verstärkt oder allmählich abschwächt.

Ambae: Vulkanausbruch auf Vanuatu

Erhöhte Aktivität am Vulkan Ambae: Aschewolken und Gase bedrohen Süden der Insel

Der Vulkan Ambae, auch als Manaro Voui bekannt, zeigt dieses Jahr eine deutliche Zunahme seiner Aktivität. Nach Angaben des Vanuatu Meteorology and Geo-Hazards Department (VMGD) ist die seismische Aktivität seit dem 20. Februar angestiegen. Webcams dokumentieren dichte Aschewolken, die am 21. Februar bis auf rund 2.800 Meter über dem Meeresspiegel aufstiegen – mehr als 1.300 Meter über den Gipfel des Vulkans. Bewohner berichten von Explosionsgeräuschen aus dem Kraterbereich.

Ambae liegt im Nordosten des Inselstaates Vanuatu und besteht nahezu vollständig aus dem massiven Schildvulkan. Im Gipfelbereich befinden sich mehrere Kraterseen, die bei eruptiver Aktivität schnell destabilisiert werden können. Zudem kann es bei Kontakt zwischen Magma und Wasser zu phreatomagmatischen Explosionen kommen, wobei es sich um eine besonders starke eruptive Aktivität handelt.  Derzeit werden größere Mengen an Gas, Dampf und vulkanischer Asche freigesetzt. Satellitenmessungen zeigen weiterhin sehr hohe bis extrem hohe Schwefeldioxid-Konzentrationen sowie thermische Anomalien, was auf eine größere Menge Magma im oberen Fördersystem des Vulkans hindeutet. Allerdings veröffentlichte das VMGD keine genauen Daten zu den Emissionen, so dass wir den Einschätzungen der Vulkanologen vertrauen müssen.

Die Vulkanwarnstufe bleibt auf Stufe 2. Die Gefahrenzone mit einem Radius von etwa drei Kilometern um den Gipfel ist weiterhin gesperrt. Durch schwache Nordwinde sind besonders Dörfer im Süden der Insel von Gasen und Vulkanascheregen (Anmerkung: Die Vulkanologen vom VMGD schreiben wörtlich von „vulkanischem Sand“, was treffender ist als der Begriff „Vulkanasche“) betroffen. In Kombination mit Starkregen kann es zu Schlammströmen (Laharen) und Verschmutzung von Wasserquellen kommen. Auch benachbarte Inseln können je nach Windrichtung Ascheniederschläge abbekommen.

Zu den letzten größeren Eruptionsphasen zählt die Serie heftiger Ausbrüche in den Jahren 2017 und 2018, die massive Ascheemissionen verursachten und zeitweise Evakuierungen großer Teile der Bevölkerung notwendig machten. Seitdem zeigt Ambae immer wieder Phasen erhöhter Unruhe mit Gas- und Ascheausstoß. Die aktuellen Entwicklungen unterstreichen, dass der Vulkan weiterhin aktiv bleibt und eine anhaltende Gefahr für die Inselbevölkerung darstellt.

In Vanuatu ist noch der Yasur aktiv, ansonsten ist es um das Archipel in den letzten Jahren relativ ruhig geworden, besonders, seitdem die Lavaseen auf Ambrym verschwunden sind.

Ambae: Ascheemissionen vom Manaro Voui

Gesteigerte Unruhe am Manaro Voui auf Ambae – Vulkan stößt Vulkanasche aus

Der Vulkan Manaro Voui auf der Insel Ambae in Vanuatu zeigt seit der letzten Novemberwoche Anzeichen erhöhter Aktivität. Das Amt Meteorologie und Geogefahren auf Vanuatu (VMGD) meldet, dass der Vulkan instabil ist und seine Aktivität unverändert vom Voui-Kratersee ausgeht. Es gab mehrere VONA-Warnungen, nach denen Aschewolken bis auf eine Höhe von 2400 m Höhe aufgestiegen sind. Die Vulkanwarnstufe bleibt deshalb auf Stufe 2, auf der sie bereits seit Dezember 2021 liegt. Sie signalisiert eine anhaltende Unruhe, bei der jederzeit kleinere Eruptionen möglich sind.

Satellitenbilder und Webcam-Aufnahmen aus dem Zeitraum vom späten November bis zum 7. Dezember belegen kontinuierliche Ascheemissionen aus dem aktiven Krater. Neben feiner Asche wurden auch Wasserdampf freigesetzt, der vulkanische Gase wie Schwefeldioxid enthält. Auswertungen von Satellitenbildern zeigen zudem eine Reihe thermischer Anomalien. Sie liefern einen Hinweis darauf, dass sich Magma weiterhin in geringer Tiefe unmittelbar unter der Oberfläche befindet.

Auch Beobachtungen vor Ort bestätigen die aktuelle Aktivität: In den vergangenen Wochen kam es wiederholt zu Ablagerungen von Vulkanasche, die in dem VMGD-Bericht treffender als vulkanischer Sand beschrieben wird. Gleichzeitig registrieren die seismischen Instrumente anhaltenden Tremor und vereinzelte vulkanotektonische Erdbeben, was die Unruhe im Krater weiter untermauert.

Das Gefahrengebiet rund um den aktiven Krater bleibt daher streng definiert. Die Zone A, ein Radius von etwa zwei Kilometern, ist für die Bevölkerung, Besucher und die Tourismusbranche ausdrücklich gesperrt. In diesem Bereich besteht Gefahr durch Aschewolken, Sandstürme und andere unmittelbare vulkanische Prozesse. Je nach Windrichtung können Asche und Sand auch mehrere Kilometer weit verfrachtet und in umliegenden Dörfern abgelagert werden.

Der Manaro Voui ist ein basaltischer Schildvulkan mit einer komplexen Caldera- und Kraterseen-Struktur, die phreatische und phreatomagmatische Explosionen begünstigt. Seine letzte größere Eruptionsphase ereignete sich 2017–2018 und führte zu massiven Ascheeruptionen und einer Evakuierung der gesamten Insel. Die aktuelle Aktivität erinnert daran, dass dieser Vulkan trotz ruhigerer Jahre jederzeit wieder aktiver werden kann.

Lopevi – Steckbrief

Lopevi – Inselvulkan in Vanuatu

Die kleine, kegelförmige Insel Lopevi, lokal bekannt als Vanei Vollohulu, liegt im zentralen Teil des Vanuatu-Archipels im Südwestpazifik. Die Insel ist etwa 7 km breit und erhebt sich steil aus dem Meer bis auf eine Höhe von 1.413 Metern über dem Meeresspiegel. Lopevi gehört zur aktiven Vulkankette des pazifischen Feuerrings, die durch die Subduktion der Indo-Australischen Platte unter die Pazifische Platte entsteht. Diese tektonische Grenze sorgt für die hohe vulkanische Aktivität in der Region.

Geologisch besteht Lopevi aus basaltisch-andesitischen Gesteinen. Der heutige Vulkan bildet einen steilen Stratovulkan mit einem kleinen Gipfelkrater, der von einem Schlackenkegel gekrönt ist. Dieser Krater ist nach Nordwesten durchbrochen und liegt auf einem älteren vulkanischen Kegel, dessen Überreste von einem größeren, teilweise erodierten Krater umgeben sind. Die Vulkanaktivität konzentriert sich entlang einer, nordwest-südost verlaufenden tektonischen Spalte, die sich quer durch die gesamte Insel zieht. Entlang dieser Spalte kam es in der Vergangenheit zu moderaten explosiven Eruptionen sowie zu Lavaströmen, die bis zur Küste vordrangen.

Lopevi ist einer der aktivsten Vulkane Vanuatus: seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden 27 Eruptionsphasen dokumentiert. Ein besonders bemerkenswerter Ausbruch mit einem VEI 3 ereigneten sich 1960, woraufhin die Insel aufgrund der Gefahren für die dort lebende Bevölkerung dauerhaft evakuiert wurde. Der Ausbruch von 1960 war besonders bemerkenswert: Er ging von einer Spaltenöffnung an der Nordwestflanke aus und erzeugte einen pyroklastischen Strom, der auf das Meer hinausglitt, sowie einen Lavastrom, der an der Westküste eine neue Halbinsel entstehen ließ. Der pyroklastische Strom verfehlte das Dorf Tematu nur knapp und tötete einige Ziegen.

Die jüngsten Eruptionen fanden in den Jahren 2006, 2007 und zwischen 2014 und 2017 statt. Diese Ereignisse waren von strombolianischer Aktivität, Ascheeruptionen und gelegentlichen Lavaströmen geprägt, die jedoch nicht das Ausmaß der früheren großen Eruptionen erreichten. Aufgrund der anhaltenden vulkanischen Unruhe wird Lopevi regelmäßig von geologischen Instituten überwacht.

Lopevi ist ein beeindruckendes Beispiel für einen isolierten, aktiven Stratovulkan, der sowohl landschaftlich als auch geologisch von Bedeutung ist. Seine steile Form, die durch fortwährende vulkanische Prozesse geprägt wurde, macht die Insel zu einem markanten Merkmal im Archipel von Vanuatu.

Vanuatu: Starkes Nachbeben Mw 6,2

Starkes Nachbeben Mw 6,2 erschüttert Port Vila in Vanuatu

Datum 21.12.24 | Zeit: 15:30:49 UTC | Koordinaten: -17.626 ; 168.090 | Tiefe: 10 km | Mw 6,2

Das Erdbebengebiet bei Port Vila auf Efate in Vanuatu kommt nicht zur Ruhe, denn es wurde heute um 15:30:49 UTC (02:30:49 Uhr Lokalzeit) erneut von einem starken Erdbeben getroffen. Es hatte die Momenten-Magnitude Mw 6,2 und ist als Nachbeben des Starkbebens Mw 7,4, das sich am 17. Dezember zugetragen hatte, zu verstehen. Das aktuelle Beben hatte einen Erdbebenherd, der in 10 Kilometern Tiefe fixiert wurde. Demnach handelte es sich also um ein flach liegendes Erdbeben. Entsprechend stark war es in einem großen Umkreis zu spüren gewesen. Dem EMSC liegen allerdings keine Meldungen vor, was u.a. der nachtschlafenden Zeit in Vanuatu geschuldet sein könnte. Außerdem wurden durch das Hauptbeben Mw 7,4 viele Kommunikationsanlagen zerstört. Unklar, ob sie wieder online sind. Das Beben richtete in der Hauptstadt Vanuatus große Schäden an, in deren Folge mindestens 12 Menschen starben. Hunderte wurden vermisst. Hilfswerke schätzen, dass gut 40.000 Kinder wegen des Erdbebens humanitäre Hilfe benötigen.

Das Auswärtige Amt sprach eine Reisewarnung aus: Touristen sollten die Gegend um Port Vila meiden. Allerdings liegt dort der internationale Flughafen des Archipels, so dass Flugreisende praktisch nicht daran vorbeikommen, das Gebiet mindestens kurzfristig zu bereisen. Die Warnung bezog sich nicht nur auf die Beeinträchtigungen infolge der zerstörten Infrastrukturen, sondern schloss auch die Möglichkeit starker Nachbeben wie das heutige mit ein. Durch Vorschäden an den Gebäuden reichen nun möglicherweise auch schwächere Erdstöße, um sie zum Einsturz zu bringen. Ob das tatsächlich passierte, wurde bislang nicht kommuniziert.

Die Erdbeben westlich von Port Vila hängen mit der Subduktion entlang des Vanuatu-Grabens in Verbindung: entlang der konvergenten Plattengrenze zwischen Australien und dem Pazifik, gerät die Australische Platte unter die Pazifikplatte und taucht ind en Erdmantel ab. Dadurch entstehen Spannungen in der Erdkruste entlang der Störung die sich in Erdbeben entladen.

Zahlreiche Erdbeben entlang des pazifischen Feuerrings

Vanuatu ist ein vulkanischer Inselbogen, der zum pazifischen Feuerring gehört. Die Vulkane der Region reagierten bis jetzt nicht sichtlich auf die Erdbeben. Schaut man sich allerdings die EMSC-Erdbebenkarte in der Wochenübersicht an, dann erkennt man, dass es sehr viele mittelstarke und starke Erdbeben entlang der Störungszonen der Südsee gab. Heute ereignete sich z.B. ein Beben Mb 5,6 bei Tonga, wo es die Gegend nahe des submarinen Vulkans Home Reef erschütterte. Auch bei Fidschi bebte es mit Mb 5,0. Weiter westlich gab es eine Erschütterung Mb 5,3 im indonesischen Sunda-Strait, wo sich der Inselvulkan Anak Krakatau befindet. Und auch in der Seram-Region südlich von Halmahera blieben mittelstarke Beben nicht aus.

Schaut man weiter in den Süden, dann erkennt man auch überdurchschnittlich viele Erdbeben in Neuseeland und sogar Australien wurde mehrfach erschüttert. Das stärkste Beben auf dem geologisch stabilen Kontinent manifestierte sich heute und hatte eine Magnitude von 3,6.