Jan Mayen: Erdbeben M 5,1

Der Beerenberg-Vulkan. © Dreizung/Wikipedia

Wenige Kilometer westlich der arktischen Vulkaninsel ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 5,2. Das Hypozentrum lag offshore in 10 km Tiefe.

Jan Mayen liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken. Ähnlich wie auf Island drückte zusätzlich ein Mantelplume das Gebiet übersee. Der 2277 m hohe Beerenberg ist der größte Vulkan der Insel. An seiner Nordflanke kam es zuletzt 1985 zu einem Vulkanausbruch. Bei dem Vulkangebiet handelt es sich um eines der Nördlichsten.

Jan Mayen ist bis auf die 18-köpfige Besatzung einer Forschungsstation unbewohnt. Politisch wird sie Norwegen zugeordnet.

Hawaii: Erdbeben 5,2

Erdbeben am Kilauea. © EMSCAm Vulkan Kilauea auf Hawaii gab es heute Morgen ein Erdbeben der Magnitude 5,2. Das Hypozentrum lag in 9 km Tiefe wenige Kilometer südlich des Puʻu ʻŌʻō-Kraters. Es folgte ein schwächeres Beben M 3,2. Es bleibt spannend abzuwarten ob der Vulkan auf das Erdbeben reagiert. Auf den Livecams sieht man noch keine signifikanten Veränderungen

Ätna: erhöhte Seismik

Seismik am Ätna. © INGVAm Ätna auf Sizilien ereigneten sich in den letzten 2 Tagen mehrere schwache Erdbeben in Tiefen zwischen 5 und 10 km. Zudem gab es heute Nachmittag eine Phase mit leicht erhöhtem Tremor und starker Entgasung aus dem NE-Krater. Möglicher Weise bereitet sich der Vulkan auf eine neue Aktivitätsphase vor.

Erdbeben

Ätna: auf Sizilen kam es in den letzten Tagen zu einem kleinen Schwarmbeben unter der Westflanke des Vulkans. Es fand in großer Tiefe statt, könnte aber darauf hindeuten, dass sich Magma akkumuliert.

Puerto Rico: wenige Kilometer offshore kommt es zu massiven Schwarmbeben. Die Einzelevents haben Magnituden zwischen 2 und 3, könnten aber ein schweres Erdbeben anköndigen. Zudem liegen in der Karibik zahlreiche Inselvulkane die durch ein starkes Erdbeben wachgerüttelt werden könnten.

Japan: Erdbeben nahe Tokyo

Wenige Kilometer nördlich der japanischen Hauptstadt Tokyo ereignete sich ein mittelstarkes Erdbeben der Magnitude 5,1. Das Hypozentrum lag in 65 km Tiefe. Sehr wahrscheinlich gibt es nur geringe Schäden, da viele Häuser der Region erdbebensicher gebaut sind und das Hypozentrum relativ tief lag.

In den letzten Stunden wurde Japan von 4 Beben erschüttert. Die Hypozentren lagen alle in größeren Tiefen. Die Beben könnten Anzeichen dafür sein, dass sich im Bereich der japanischen Subduktionszone neue Spannungen aufbauen. Zudem können Erdbeben Vulkanausbrüche auslösen. In der Nähe von Tokyo liegt der Fuji, von dem einige Wissenschaftler überzeugt sind, dass seine Magmakammer gut gefüllt ist.

Nepal: Erdbeben M 7,4

Update: Wenige Minuten nach dem Erdbeben folgten weitere starke Nachbeben. Das Stärkste hatte die Magnitude 6.0.

Neues Erdbeben in Nepal. ©EMSCOriginalmeldung: In Nepal gab es erneut ein starkes Erdbeben! Es hatte eine Magnitude von 7,4. Das Hypozentrum lag wenige Kilometer östlich von Kathmandu in 10 km Tiefe. Es dürfte weitere schwere Verwüstungen angerichtet haben und die Häuser zum Einsturz gebracht haben, die beim letzten Beben der Magnitude 7,8 beschädigt wurden. Wahrscheinlich wird es weitere Todesopfer gegeben haben, auch wenn viele Menschen seit dem letzten Beben in Zelten schlafen.

Die Regierung Nepals hatte sich entschlossen nach dem ersten Erdbeben, das Basecamp am Mount Everest geöffnet zu halten und den Aufstieg zum höchsten Berg der Erde weiterhin zu erlauben. Hoffen wir, dass dies keine folgenschwere Fehlentscheidung war!

In der Presse ist zu lesen, dass das aktuelle Beben ein schweres Nachbeben des Erdbebens von vor 17 Tagen sei. Ich würde das aktuelle Erdbeben ehr als eigenständig ansehen. Die Spannungen die zu den beiden Erdbeben geführt haben, werden sich aber entlang des gleichen Störungssystems aufgebaut haben. Es stellt sich nun die Frage, wie das Spannungsfeld der gesamten Region aussieht und ob kurzfristig mit weiteren starken Erdbeben im Himalaya zu rechnen ist.

Erdbebenzyklen

Statistische Untersuchungen in Bezug auf die Häufigkeit starker Erdbeben ließen einige Wissenschaftler die Hypothese aufstellen, dass es einen Erdbeben-Zyklus geben könnte. Die prominentesten Vertreter dieser Theorie sind der russische Seismologe Wladimir Kosobokow vom Internationalen Moskauer Institut für Seismographie und mathematische Geophysik, sowie sein chinesischer Kollege Professor Dr. Lei Jun von der Universität Peking. Sie untersuchten vor allem das Auftreten starker Erdbeben mit einer Magnitude größer 8.5. Das Resultat ihrer Untersuchungen ist, dass solche starken Erdbeben in Clustern vorkommen die einem 50 jährigen Zyklus unterliegen. In der Zeit zwischen dem gehäuften Auftreten starker Erdbeben gibt es zwar auch noch vereinzelte Beben katastrophalen Ausmaßes, diese seien aber weitaus seltener, als während der Hochphasen des Zyklus.
Zur Hochphase des letzten Zyklus ereigneten sich einige der stärksten Erdbeben seit Beginn der seismologischen Beobachtung. Das Stärkste Beben fand 1960 in Chile statt. Es hatte eine Magnitude von 9.5. In den Jahren 1957, 1964 und 1965 ereigneten sich Erdbeben in Alaska, die eine Magnitude zwischen 8.7 und 9.2 hatten. Es folgte eine Ruhephase, in denen es keine Erdbeben stärker als 8.5 gab. Erst 2004 kam es vor Sumatra zu dem katastrophalen Beben der Stärke 9.1, das den Tsunami auslöste, der mehr als 230.000 Menschen das Leben kostete.
Drei Monate später kam es ebenfalls vor Sumatra zu einem Erdbeben der Stärke 8.6. Nach diesem Ereignis stellte Wladimir Kosobokow einen Algorhytmus zur Vorhersage starker Erdbeben auf und vertrat die Hypothese, dass es in den nächsten Jahren zu einer erneuten Häufung von Erdbeben mit einer Magnitude größer als 8.5 kommen sollte. Als mögliche Orte zog die Westküste von Nordamerika, Sumatra, Kaschmir und Chile in Betracht. Mit dem Beben vom 27.02.2010 in Chile, das eine Magnitude von 8.8 erreichte, scheint sich seine Vorhersage bestätigt zu haben.
Da Erdbeben und Vulkanausbrüche oft miteinander assoziiert sind und sich in den gleichen Regionen ereignen, liegt die Vermutung nahe, dass auch der Vulkanismus einem Zyklus unterliegt, in dessen Hochphasen es vermehrt zu großen Vulkanausbrüchen kommt.
Fest steht, dass Erdbeben Vulkanausbrüche hervorrufen können. Starke Erdbeben sollen noch bis zu einem halben Jahr nachwirken und Vulkane in mehreren Hundert Kilometern Entfernung zum Epizentrum beeinflussen können.
Eine mögliche Ursache für Zyklen mit erhöhter geologischer Aktivität der Erde könnte in den Bewegungen der Konvektionsströme im Erdmantel liegen. Dort rotieren in riesigen Zellen Ströme aus plastischem Gestein und Magma. Diese Konvektionsströme sind der Motor hinter der Plattentektonik und sind noch unzureichend erforscht. Die Dynamik des Erdkörpers erzeugt neben Erdbeben und Vulkanausbrüchen auch das Erdmagnetfeld, das uns gegen kosmische Strahlung schützt. Vor allem der Sonnenwind ist von dem 11-jährigen Aktivitätszyklus der Sonne abhängig.

Ätna: Erdbeben M 3.6

An der Nordost-Flanke des sizilianischen Vulkans Ätna ereignete sich gestern ein Erdbeben der Magnitude 3,6. Es fand in einer ungewöhnlich geringen Tiefe von 0,11 km statt, vorausgesetzt die Angabe stimmt. Etwas weiter Richtung Gipfel gab es vor 5 Tagen eine kleine Bebenserie mit M kleiner 2. Solche Erdbeben sind am Ätna nicht ungewöhnlich, allerdings war die Seismik in den letzten Wochen sehr gering und die aktuellen Beben könnten auf Magmabewegungen im Untergrund hindeuten.

Kreta: Schwarmbeben

Östlich der griechischen Insel Kreta manifestiert sich seit einigen Tagen ein Erdbebenschwarm. Die Magnituden einzelner Erdbeben variieren stark (M 2-4,3), genauso die Tiefen (2-40 km) der Beben.

Auslöser war vermutlich ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,1 das sich bereits am 16.04.2015 ereignete. Den aktuellen Erdbebenschwarm sehe ich allerdings weniger als Nachbeben des 6,1er Bebens an, sondern halte sie für eigenständige Events aufgrund tektonischer Bewegungen. Möglicher Weise ereignet sich hier demnächst ein deutlich stärkeres Beben.

Kreta liegt hinter der Hellenischen Subduktionszone, entlang derer die Afrikanische Kontinentlaplatte unter die Europäische Platte abtaucht. An der Südküste Kretas schiebt sich ein sogenannter Akkretionskeil auf: hier sammeln sich Gesteine die vom abtauchenden Afrika abgeschabt werden. Durch diese plattentektonischen Prozesse gehören Erdbeben in dieser Region praktisch zur Tagesordnung. Dennoch ist der jetzige Erdbebenschwarm schon so ausgeprägt, dass er eine Meldung wert ist.

Papua Neuguinea: starkes Erdbeben

Erdbeben bei PNG. © EMSCVor der Küste von Papua Neuguinea ereignete sich ein starkes Seebeben der Magnitude 7,5 (7,7). Das Hypozentrum lag in 40 km Tiefe und ca. 70 km SSE von Rabaul. Es gab bereits starke Nachbeben mit M größer 5. In der Caldera liegt der aktive Vulkan Tavurvur, dessen Aktivität durch das starke Erdbeben beeinflusst werden könnte.

Es wurde eine Tsunamiwarnung ausgegeben und man rechnet mit Wellenhöhen zwischen 1-3 m. Über große Schäden ist bisher nichts bekannt geworden, was zum Einen an der relativ großen Tiefe des Erdbebenzentrums liegen dürfte und zum Anderen an die geringe Besiedelung der Gegend.

Zwei weitere schwere Seebeben fand vor wenigen Mintuten bei Tonga statt. Sie hatten eine Magnitude von 6,1 und 6,0 und lagen in 100 km und 10 km Tiefe.