Klimawandel: März war zu warm

Obwohl wir in den letzten Märztagen häufig Nachtfrost hatten und unser Wetter von kalten Luftströmungen aus dem Osten bestimmt wurde, war der Monat März insgesamt dennoch zu warm. In Deutschland herrschten im Durchschnitt Temperatur von 5,3 Grad Celsius. Das waren 1,8 Grad über dem Wert der nun international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.

Der Aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass sich diese Referenzperiode geändert hat! Sie wird von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) festgelegt. Davor galt die Periode 1931 bis 1960 als Bezugszeitraum. Um die Verwirrung komplett zu machen, wurde in den allermeisten Arbeiten zum Klimawandel bisher eine Referenztemperatur genannt, die aus vorindustriellen Zeiten stammte und von der IPCC (Weltklimarat) festgelegt wurde. Sie umfasste die Zeitspanne der Periode 1850-1900. In der Literatur wurde oft Bezug auf die Jahreszahlen 1850 und 1870 genommen. Die Klimaziele entsprechender Abkommen wurden auf diese Referenzperiode festgelegt. So wurde im Pariser Abkommen von 2015 postuliert, dass man bemüht ist, den globalen Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die nun häufig benutzte Referenztemperatur der WMO verwässert die Betrachtungen der Temperaturerhöhung seit der vorindustriellen Periode gewaltig. Denn bis 1990 gab es bereits einen Temperaturanstieg gegenüber der vorindustriellen Zeit von ungefähr 0,6 Grad! Wir liegen in Deutschland also bereits jetzt (im März) bei einem Temperaturanstieg von fast 2,4 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter. Obwohl sich das Klima regional unterschiedlich schnell ändert, dürfte es praktisch unmöglich sein, die Zeile des Pariser Abkommens auch nur annähernd einzuhalten. Stillschweigend hatte man zuletzt eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 2 Grad als noch vertretbar angenommen. Doch auch dieser Wert erscheint illusorisch zu sein. Mittlerweile sehen viele Wissenschaftler einen Temperaturanstieg um 4 grad bis zum ende des Jahrhunderts als realistisch an. Viele Regionen der Erde würden dann unbewohnbar sein.

Corona und das Klima

Der aktuelle Lockdown zeigt uns, dass ein Umdenken und echter Klimaschutz tatsächlich möglich sind. Innerhalb weniger Tage wurden sämtliche Maßnahmen übertroffen, die von Klimaschützern gefordert werden. Der globale Energieverbrauch wurde drastisch reduziert, nicht zuletzt, weil Flugzeuge am Boden bleiben. Wenn man jetzt in den Himmel blickt erscheint er besonders blau. Vielleicht ist es Zeit sich darauf zu besinnen, worauf wir in Zukunft verzichten können, um das Klima zu schützen?! Dazu könnte gehören zukünftig auf Kurzstreckenflüge zu verzichten und stattdessen lieber Bahn zu fahren. Anstatt Massen billiger Modeartikel zu kaufen, lieber langlebige Qualitätsprodukte aus heimischer Produktion zu kaufen. Qualität vor Quantität!

Pandemie: Wie vorbereitet waren wir?

Die Corona-Pandemie traf uns mit voller Wucht, obwohl sie bei weitem nicht überraschend kam! Politiker stellen sich in den Medien nun als Macher dar, doch es muss ganz klar gesagt werden, dass sie gerade so noch die Kurve bekommen haben. Im Endeffekt ist es unserem gut ausgebauten Gesundheitssystem zu verdanken, dass wir bis jetzt nicht so untragbare Zustände haben wie in Italien. Die von der Politik veranlassten Maßnahmen kamen Wochen zu spät und hätten bei rechtzeitiger Reaktion nicht so drastisch ausfallen müssen. Doch nicht nur die Politiker ignorierten lange Zeit die Gefahr einer Pandemie, sondern auch die „Experten“ des Robert-Koch-Instituts und der WHO. Selbst diese renommierten Organisationen redeten die Bedrohung noch klein, als in China schon ganze Regionen abgeriegelt wurden! Wie es zu solch einer Fehleinschätzung kommen konnte ist mir schleierhaft. Oder steckte da sogar Kalkül hinter?

Tatsächlich ist man nun bemüht in den Krankenhäusern die Kapazitäten aufzustocken, um sich auf einen viel größeren Patienten-Ansturm vorzubereiten. Noch im letzten Jahr gab es eine Diskussion darüber Überkapazitäten abzubauen und kleinere Krankenhäuser zu schließen. Zum Glück wurden diese Pläne noch nicht in die Tat umgesetzt. Allerdings hat man zugelassen, das Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel nach China abverkauft wurden und es versäumt hier Vorräte anzulegen. Das stellt sich nun als Ungünstig heraus.

Wie vorbereitet sind wir auf Naturkatastrophen?

Generell sind wir schlecht auf Naturkatastrophen vorbereitet! Zwar sind wir in der Lage lokal begrenzte Katastrophen wie Hangrutschungen und Überflutungen zu begegnen, aber auf landesweite Katastrophen sind wir nicht eingestellt. Dafür kommen sie zu selten vor. Doch gerade vor Pandemien warnten Forscher immer wieder, auch lange vor Corona. Meistens ging man in Studien von Grippe-Pandemien aus, die sich alleine im letzten Jahrhundert mindesten 5 Mal ereigneten und mehr als 30 Millionen Menschenleben kosteten.  Da war es geradezu unverfroren zu denken, dass sich so etwas nicht mehr wiederholen würde. Tatsächlich warnte eine Studie im Jahr 2012 sogar vor einer Cornona-Pandemie! Mit Zunahme der Globalisierung werden wir immer anfälliger für Pandemien, und auch immer empfindlicher für nationale Katastrophen in wichtigen Exportländern. Das Beispiel China führt uns vor Augen, wie nur ein begrenzter Produktionsrückgang und stockender Nachschub die Weltwirtschaft lähmen kann. Sollte sich in so einem Land ein totaler Produktionsausfall ereignen wären wir schlichtweg geliefert, weil nicht geliefert wird. Das Gleiche gilt auch für unsere Versorgung mit wichtigen Rohstoffen wie Öl und Kohle, aber auch an Arbeitskräften aus dem Ausland.

Allein diese Betrachtungen zeigen, dass es essentiell ist, sich nicht komplett von ausländischen Gütern abhängig zu machen. Jeder Staat muss seine Souveränität behalten und auch eine gewisse wirtschaftliche Unabhängigkeit. Wenn man, so wie Deutschland, wirtschaftlich zum großen Teil vom Export lebt und in aller Welt Maschinen liefert, mit denen dann Güter hergestellt werden, die wir benötigen und es versäumt wird diese Güter selbst herzustellen, kann man in Zeiten wie jetzt ziemlich schnell ziemlich dumm dastehen. Ähnliche Kurzsichtigkeit kann ich den Verantwortlichen auch im Umgang mit der Klimakatastrophe attestieren. Sie steht uns nicht bevor, sondern sie ist schon in vollem Gange. Und wer glaubt, es werde niemals mehr einen Krieg geben, der ist in meinen Augen komplett naiv! Im Gegenteil, eine globale Katastrophe erhöht das Risiko für Kriege enorm. Schon jetzt erlebte man, wie schnell Grenzen geschlossen wurden und jedes Land für sich kämpft! Solidarische Lichtblicke sind die Ausnahme. Die Situation könnte schnell in einem Bürgerkrieg eskalieren, der sich dann ausweitet. Schutzräume für die Bevölkerung gibt es praktisch nicht mehr.

Nüchtern betrachtet schafft die Corona-Pandemie noch vergleichsweise geringe Probleme. Viele davon sind selbstinduziert. Sicherlich, der Tod von voraussichtlich einigen Hunderttausend Menschen ist bedauerlich, doch global gesehen nicht systemrelevant. Ähnliche Opferzahlen erlebten wir im Jahr 2004 infolge des Sumatra-Erdbebens nebst Tsunami: innerhalb weniger Stunden starben 230.000 Menschen! Global gesehen waren die Folgen eher gering, obwohl jedes einzelne Schicksal für die Betroffenen dramatisch war.

Was uns jetzt in Panik versetzt, ist, dass es jeden von uns treffen könnte. Doch wie hoch ist tatsächlich das persönliche Risiko, dass man sich a) infiziert und b) daran stirbt? Das Risiko einer Infektion kann jeder für sich minimieren, indem er tatsächlich auf enge persönliche Kontakte weitestgehend verzichtet und Veranstaltungen fern bleibt. Das eigentliche Problem liegt nicht darin, dass Menschen sterben, sondern dass mehr Leute ernstlich krank werden könnten, als das Gesundheitssystem behandeln kann und es zu Notstandssituationen in den Krankenhäusern kommen könnte. Mit den alljährlichen Todeszahlen infolge von z.b. umweltbedingten Krankheiten haben wir uns ja scheinbar abgefunden, weil die Krankenhäuser darauf eingestellt sind. Oder warum fällt es den Politikern so schwer schärfere Gesetze gegen Umweltverschmutzung zu erlassen? Weltweit sterben jedes Jahr 8,3 Millionen Menschen an den Folgen der Umweltverschmutzung. In Deutschland sind es 62.000. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, sich und andere gegen eine mögliche Ansteckung zu schützen und das öffentliche Leben zeitweise auf Sparflamme köcheln zu lassen.

Was können wir tun?

Damit es in der aktuellen Situation nicht zu einem totalen Kollaps des wirtschaftlichen Systems kommt, müssen die Maßnahmen zur Kontaktsperre und Schulschließung nach den Osterferien schrittweise gelockert werden. Statt dessen müssten Infizierte und deren Kontakte, sowie besonders gefährdete Personenkreise eine Quarantäne über sich ergehen lassen. Ich halte es für sinnvoll Arbeitnehmern freizustellen, ob sie wieder zur Arbeit gehen wollen oder nicht und sie ggf. sozial abzusichern.

Um vor der nächsten Katastrophe besser gerüstet zu sein, müssten wir Institutionen wie das THW und die Bundeswehr stärken und autarke Strukturen schaffen. Wenn im gesundheitswesen jetzt höhere Kapazitäten geschaffen werden, sollten sie auch nach Corona aufrecht erhalten werden, oder wenigstens schnell wiederbelebbar sein. Wichtig ist es entsprechende Vorräte anzulegen. Dazu gehören nicht nur medizinische Ausrüstung, Lebensmittelvorräte und Öl/Gasreserven (sicher, die gibt es schon, allerdings sind sie viel zu klein), sondern auch Bauteile und Geräte. Was, wenn ein starker Flare (Sonnensturm) die Infrastruktur der Stromversorgung zerstört und Transformatoren und andere elektronische Geräte durchbrennen lässt? Bisher wurden solche Überlegungen immer als Spinnereien angesehen, doch entsprechende Bedrohungen sind real und könnten jederzeit Realität werden!

Darüber hinaus gilt es eigenverantwortlich zu handel und sich mit der Thematik Naturkatastrophen auseinander zu setzten und persönliche Vorsorge zu treffen. Man kann es ja -so wie ich- als eine Art Hobby betrachten.

Corona: Leere Regale

Die Corona-Pandemie breitet sich weiter aus und hat uns weiterhin fest im Griff. Während in Deutschland die Sterblichkeitsrate bei den nachgewiesen Infizierte bei 0,4 liegt, ist sie in den meisten Ländern wesentlich höher: in Italien liegt sie mittlerweile bei 9,5 %, im Iran bei 7,8% und in Spanien bei 6,8%. Nach Deutschland haben die Schweiz, Südkorea und die USA mit 1,3% bis jetzt die niedrigsten Sterblichkeitsraten. Die Prognosen für die USA sehen allerdings düster aus, denn dort schnellen die Fallzahlen in die Höhe und man könnte schnell an die Kapazitätsgrenzen der Intensivstationen stoßen. Die welt blickt nach Deutschland und diskutiert über die geringe Sterblichkeitsrate. Hierzulande scheint man die höchste Intensiv-Kapazität weltweit zu haben. Vor der Krise verfügte Deutschland über 25.000 Intensivbetten. Mittlerweile sollen es rund 10.000 mehr sein, Tendenz steigend. Darüber hinaus sind deutsche Ärzte erfahren in der Behandlung von Lungenkrankheiten, gehört doch COPD (chronic obstructive pulmonary disease) zu eine der Volkskrankheiten. Diese Krankheit befällt nicht nur Raucher, sondern auch Bergleute und Stahlwerker, die schädlichen Gasen und Schwebestoffen ausgesetzt sind. Zu den Schwebestoffen zählt auch der verkehrsbedingte Feinstaub. Diesem will man nun auch eine Mitschuld dafür in die Schuhe schieben, dass es in Norditalien so viele Corona-Fälle gibt. In der italienischen Po-Ebene ist die Feinstaubbelastung besonders hoch. Einerseits dürften dort auch viele Menschen unter Vorbelastungen der Atemwege leiden, anderer seits spekulieren Wissenschaftler darüber, dass sich das Coronavirus über den Staub verteilen könnte. Von einigen Viren ist es bekannt, dass sie an Staubpartikel andocken und sich mit dem Wind über weite Strecken transportieren lassen. Einigen Berichten zufolge, sollen in Italien bereits im November erste Fälle einer mysteriösen Lungeninfektion mit häufiger Todesfolge aufgetaucht worden sein. Aber das sind bisher keine offiziell bestätigte Informationen.

Doch diese Gedankengänge liefern noch keine Antwort darauf, warum die Regale in den Supermärkten immer leerer werden. Mittlerweile fehlt es nicht nur an Klopapier und Nudeln, sondern auch an frischen Produkten. Hamsterkäufe sind nur ein Teil der Antwort. Die Lieferketten kommen ins straucheln da Personal fehlt. Durch die Schul- und Kita-Schließung müssen viele Arbeitnehmer zuhause bleiben. Schulspeisung entfällt. Die Kinder müssen zuhause versorgt werden. Durch die Schließung von Restaurants müssen sich nun auch all jene Menschen selbst versorgen, die ansonsten auswärts essen. Dadurch steigt der Bedarf an Lebensmitteln aus dem Supermarkt enorm und die Nachfrage kann nicht erfüllt werden. Es werden bestimmt bald weitere Probleme des globalen Shut Downs sichtbar werden, die bisher niemand auf dem Radar hatte.

Update 25.03.2020: Eines der Probleme wird schon jetzt sichtbar: In der deutschen Landwirtschaft macht sich eklatanter Mangel an Arbeitskräften spürbar. Es fehlen Erntehelfer aus Osteuropa. Die Spargelernte müsste eingebracht werden, was nur bedingt geht. Am April/Mai muss Gemüse ausgesät werden. Auch für diese Arbeit ist man auf Saisonarbeiter aus dem Ausland angewiesen. Solange die nicht kommen dürfen, wird es massive Ausfälle in der deutschen Produktion geben. Deutschland deckt nur ca. 40% des Gemüse- und Obstbedarfs aus eigener Produktion. Wenn es da noch Ausfälle gibt… . Stellt sich auch die Frage, wie es dann um den Import von Lebensmitteln bestellt sein wird. Vermutlich kämpfen die Exporteure auch mit massiven Problemen und werden ihre Erzeugnisse behalten, um den eigenen Grundbedarf zu decken. Ich empfehle jeden, der die Möglichkeit hat jetzt Gemüse selbst zu ziehen!

Corona-Pandemie: Welt isoliert sich

Die Corona-Pandemie hat inzwischen fast bizarre Züge angenommen und führte zur weltweiten Isolation. Die meisten Flugzeuge bleiben am Boden, Schlüsselindustrien stehen still und es wird freiwillig ein Absturz der Weltwirtschaft herbeigeführt: etwas, womit ich nie im Leben gerechnet hätte! Besonders nicht, da die Staaten im Anblick der drohenden Klimakatastrophe fast untätig an ihrem Dogma des Wirtschaftswachstums festhielten. Doch bei näherem Hinschauen ist der Lock Down nicht wirklich freiwillig, sondern auch dem Umstand geschuldet, dass aus China nicht genug Waren kommen und deshalb die Produktionen in der restlichen Welt heruntergefahren werden mussten. Kein Zweifel, die Schutzmaßnahmen des Lock Downs gegen eine weitere Verbreitung sind kurzfristig sinnvoll, dürfen sich aber nicht über Monate hinziehen, denn sonst fliegt uns das ganze System krachend um die Ohren, was ebenfalls viele Menschenleben kosten wird. Nach Ostern sollte man versuchen das System langsam hoch zufahren. Sinnvoll wäre es, dabei den Klimaschutz zu berücksichtigen und ein verträgliches Niveau von Produktion und Mobilität einzustellen.

Bis gestern sind weltweit fast 290.000 Personen nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert worden. Es gab 11.921 Todesopfer. Viele waren gesundheitlich vorbelastet und über 70 Jahre alt. Trotzdem können auch jüngere Menschen in Lebensgefahr geraten. Die meisten Todesopfer in einem Staat wurden aus Italien gemeldet: 4032 Menschen starben dort. Tendenz stark steigend. Die Todesrate unter den nachweislich Infizierten liegt bei über 8%. Damit starben in Italien doppelt so viele Menschen an COVID 19, wie im Durchschnitt. In Deutschland liegt die Mortalitätsrate bei deutlich weniger als 1 %. Generell dürfte die Zahl der tatsächlich Infizierten 5-10 Mal so hoch sein wie der offizielle Wert, was die Sterblichkeitsrate deutlich drückt. Da bei der nachträglichen Ermittlung der Todesrate einer Grippe-Pandemie tatsächlich auch alle vermuteten Fälle mit einbezogen werden, ist die Sterblichkeitsrate der aktuellen-Corona-Pandemie vergleichbar mit den Mortalitätsraten einer Grippe-Pandemie.

Warum allerdings so viele Menschen in Italien sterben müssen ist nicht wirklich geklärt. Ein Grund könnte die Überalterung der Gesellschaft sein und das Sozialverhalten der Senioren: sie sind viel kontaktfreudiger als die Rentner in anderen Industriestaaten und waren dadurch zunächst dem Virus gegenüber besonders exponiert. Zudem gingen zu Beginn der Epidemie viele Menschen in die Kliniken, um sich auf Corona testen zu lassen und schleppten das Virus dann gleich in die Krankenhäuser ein, wo es auf günstigen Nährboden traf. Es konnte gleich die Vorerkrankten infizieren. Ein weiterer Grund ist in der schlechten Ausstattung des italienischen Gesundheitssystems zu finden: pro Kopf verfügt Italien nur über 1/4 der Intensiv-Kapazitäten von Deutschland.

Ein Hoffnungsschimmer bleibt: in China scheint das Schlimmste -zumindest vorerst- überstanden zu sein. Es gibt praktisch keine neuen Infektionsfälle mehr. Ob es alleine den Eindämmungsmaßnahmen zu verdanken ist, oder ob es auch an den steigenden Luft-Temperaturen liegt, ist wissenschaftlich bisher nicht belegt. Führende Virologen rechnen eigentlich nicht damit, dass sich das Virus im Frühsommer weniger schnell verbreitet als jetzt, doch ich sehe das etwas optimistischer. In allen Epizentren der Epidemie liegen die Tageshöchstwerte derzeit noch unter 20 Grad. In heißeren Gegenden wurde das Virus auch nachgewiesen, verbreitet sich scheinbar aber weniger schnell. Natürlich könnte der Eindruck auch subjektiv sein, da es in vielen Ländern der dritten Welt bestimmt nicht genug Tests gibt und kaum einer mit Erkältungs-Symptomen zum Arzt geht.

Aktuelle Statistiken zur Ausbreitung der Pandemie gibt es bei der John-Hopkins Univeristät.

Heuschreckenplage nimmt zu

Die Heuschreckenplage, die mittlerweile 7 Länder Ostafrikas, sowie mehrere Länder des Nahen Ostens heimsucht, nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Aus Kenia wird berichtet, dass neue Heuschreckenschwärme aus Somalia auf das Land übergegriffen haben. In 20 Countys Kenias drohen die Heuschrecken die Ernte zu vernichten. Hochrechnungen zufolge vertilgen die Heuschrecken pro Tag das Essen für 35.000 Menschen. Mittlerweile werden ganze Landstriche von der Luft aus mit Insektiziden besprüht. Erst letzte Woche erhielt Kenia 4 neue Flugzeuge dafür. Die Verbreitung der Heuschreckenschwärme wird auch aus der Luft aus beobachtet.

Schlechte Nachrichten kommen auch aus dem nahen Osten. In Pakistan gelten teile der Ernte bereits jetzt als verloren. Davon sind sowohl Baumwolle, als auch Getreide betroffen. Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und der Ausbreitung der Wüstenheuschrecken: in den letzten 2 Jahren wurden die Küsten Ostafrikas von 8 Zyklonen heimgesucht, die sich über dem Indischen Ozean entwickelt haben. In den Jahren davor gab es entweder gar keinen Zyklon in der Gegend, oder nur 1 pro Jahr. Die Zyklone überschwemmten das Land, was gute Brutbedingungen für die Heuschrecken mit sich brachte. Die Forscher befürchten, dass die Heuschreckenplagen künftig in immer kürzeren Intervallen auftreten werden, wenn sich das Klima wie bisher weiter entwickelt. Unnötig zu erwähnen, dass die Zyklone in den betroffenen Gebieten große Zerstörungen anrichteten und schon für sich katastrophal waren. Die Heuschreckenplage kann man als sekundäre Katastrophe sehen. Nichtsdestotrotz ist es eine bedrohliche Situation, die außer Kontrolle zur geraten scheint und eine ernste Hungersnot nach sich ziehen könnte.

Im Iran kämpft man derzeit sogar auf 2 Fronten: zum einen ist das Land ein Epizentrum der COVID-19 Pandemie, zum anderen sind auch hier die Heuschrecken ein Problem. Das Land, dass bereits unter den massiven Wirtschaftssanktionen der USA zu leiden hat, könnte so in einer immer schlimmeren Krise stürzen.

Extreme Klima-Anomalie über Asien

Das der Winter 2019/2020 der wärmste Winter Europas war, habe ich erst letzte Woche berichtet. Im Schnitt lagen die Durchschnittstemperaturen bei uns um 3,9 Grad höher. Neu ist allerdings die Dokumentation einer extremen Klima Anomalie über Russland und Teilen von China und Europa. Auf der Seite von GODDARD (Goddard Institute for Space Studies) wird die monatliche L-OTI-Anomalie angezeigt. Diese beträgt für den Norden Asiens und Europas 11,9 Grad. Zeitgleich lagen die Temperaturen in Kamtschatka, Alaska und Teilen Nordkanadas um bis zu 4 Grad unter dem normalen Wert. Die Abweichungen verstehen sich im Vergleich zum langjährigen Mittel der Periode zwischen 1951 und 1980.

Die Anomalie trat nicht urplötzlich auf, sondern entwickelte sich über die letzten Monate: Für Januar wird eine Anomalie von 9,9 Grad angezeigt. Im letzten Quartal 2019 beschränkte sich die Anomalie auf die Polarregion und Grönland und betrug 7,4 Grad.

Für einen Großteil der Permafrost Regionen Sibiriens bedeutet die Anomalie, dass bereits im März Plustemperaturen erreicht werden können. Normalerweise gibt es diese erst im April. Der Boden beginnt oberflächlich viel früher zu tauen, als es normalerweise der Fall wäre. Der tauende Permafrost gilt als Quelle von Methangas, dass eines der potentesten Treibhausgase der Welt ist. Mit einem so schnellen Temperaturanstieg hat noch vor ein paar Jahren kein Klimamodell gerechnet.

Interessanterweise entwickelte sich die Anomalie parallel mit dem Coronavirus, welches erstmalig im Dezember 2019 nachgewiesen wurde. Die Stadt Wuhan -in der vermutlich das Virus zum ersten Mal auf den Menschen übersprang- liegt im Randbereich der Anomalie. Die meisten Länder, die zumindest im Randbereich der Anomalie liegen und wo der Winter ungewöhnlich mild (frostfrei) und feucht war, sind mit am stärksten von der Pandemie betroffen. In Gegenden mit strengem Frost, oder sommerlichen Temperaturen verbreitete sich das Virus bisher nicht so schnell. Das könnte daran liegen, dass das Immunsystem des Menschen bei „Schmuddelwetter“ am schwächsten ist.

Es scheint im Bereich des Möglichen zu liegen, dass der Klimawandel die Verbreitung des Coronavirus begünstigt. Kurioserweise ist es auch das bisher wirksamste Mittel gegen den Klimawandel, denn durch die erzwungenen Zwangspausen und Reisestopps werden vom ánthropos weniger Treibhausgase ausgestoßen.

Coronavirus: Offiziell zur Pandemie erklärt

Gestern erklärte die WHO offiziell, dass die Coronavirus-Epidemie zur Pandemie wurde. Im Prinzip bestätigte man nur das, was bereits seit Wochen klar war, denn der Erreger hatte sich im Eiltempo weltweit ausgebreitet. In Italien gilt nicht nur ein landesweites Reiseverbot, sondern alle Schulen, Universitäten und Geschäfte bleiben geschlossen. Ausgenommen sind nur Supermärkte und Apotheken. Österreich und Dänemark leiteten ebenfalls die ersten Schritte zur Abschottung und Isolation ein. Heute morgen verhängte US-Präsident Trump ein Einreiseverbot für Europäer und auch Indien zog nach. Alle bereits erteilten Visa wurden für ungültig erklärt.

Die Meldungen aus China sind etwas positiver: dort scheint das Virus auf dem Rückzug zu sein. Aktuell wurden nur 15 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Die Regierung brüstet sich mit gutem Krisen-Management, doch ein Blick auf die Wetterkarte zeigt, dass in Wuhan die Mittagstemperaturen bis auf 20 Grad Celsius steigen. In den letzten Wochen war es deutlich kühler, so dass sich die Vermutung vieler Virologen zu bestätigen scheinen, dass sich das Cornona-Virus vor allem im Winter ausbreitet. Direkte Sonnenstrahlung und wärme mag es nicht.

Bei uns in Deutschland herrscht noch Schmuddelwetter und besonders bei mir im Ruhrgebiet war es in den letzten Wochen fast ständig bewölkt. So rückt auch mir das Virus langsam auf die Pelle: in Oberhausen wurden die ersten 4 Infektionen bestätigt.

Lehren aus der Pandemie

Was können wir aus den Geschehnissen der letzten Wochen lernen? Die Sicherheit in der wir leben ist trügerisch! Unser Wohlstand ist nur eine Momentaufnahme. Jederzeit können uns Naturkatastrophen und andere Krisen einhohlen. Unsere global verknüpften Strukturen sind sehr anfällig für Störungen. Praktisch reicht es, wenn in wichtigen Industrieländern eine ernste nationale Krise eintritt, um die Weltwirtschaft ins Wanken zu bringen. Der Börsencrash hat Kapital vernichtet und durch den teilweisen Produktionsstopp in China drohen Versorgungsengpässe. Unsere gesellschaftliche Aufgabe ist es stabile regionale Strukturen zu schaffen, die weniger anfällig sind und private Vorsorge zu leisten, damit man im Katastrophenfall einige Zeit lang autark ist. Dazu gehört auch, dass man sich in örtliche Kleingruppen zusammenschließt, die Krisenbewältigung trainieren.

Coronavirus: Italien isoliert

Der italienische Ministerpräsident Conte verhängte gestern Abend ein landesweites Reiseverbot. Italiener dürfen das Land nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Auch Reisen innerhalb Italiens sind nicht mehr gestattet. Die Maßnahme wurde verhängt, weil viele Menschen aus den abgeriegelten Gebieten im Norden des Landes in den Süden flüchteten. Dort gab es bisher keine Häufung der Infektionskrankheit. Versammlungen sind ebenfalls verboten. Die landesweite Quarantäne führte zu Hamsterkäufen.

Österreich warnt nun offiziell vor Reisen in das Nachbarland und rief eine Reisewarnung der höchsten Stufe aus. Da auch hierzulande die Zahl der Infektionen weiter steigt, muss man sich die Frage stellen, ob auch bei uns entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden könnten. Sehr wahrscheinlich wird man damit warten, bis es sowieso zu spät ist!

Die Börsen erlebten gestern einen schwarzen Montag und crashten weltweit. Gründe hierfür waren die Angst vor dem Virus und ein dramatischer Einbruch des Ölpreises. Die OPEC-Staaten und Russland konnten sich am Freitag nicht auf eine Reduzierung der Ölförderung einigen. Der Ölbedarf war in den letzten Wochen aufgrund der Corona-Pandemie zurückgegangen.

Zahlreiche Staaten versprechen der Wirtschaft Stützpakete zu verabschieden. Die EZB hingegen wird ihr Pulver in den letzten Jahren bereits zum großen Teil verschossen haben: ohne wirkliche Not tätigte man Anleihenkäufe und drückte den Zinssatz ins bodenlose. Nun, da eine echte wirtschaftliche Notlage droht, sind diese Instrumente nahezu ausgereizt. Es tritt ein, was ich schon seit Jahren befürchte: ein auf stetiges Wachstum ausgelegtes Wirtschaftssystem funktioniert auf Dauer nicht! Zudem gehen entsprechende Hilfsmaßnahmen meistens auf Kosten des Normalbürgers: Kleinanleger und Sparer leiden unter der Nullzins-Politik, oder werden vom Crashen der Börse besonders hart getroffen. Maßnahmen für Bankenrettung etc. gehen dann aber auf Kosten der Steuerzahler! In der aktuellen Situation rächt sich auch die Exportlastigkeit Deutschlands. Es wurde versäumt die Binnennachfrage zu stärken, etwa durch faire Bezahlung von Geringverdienern und Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur.

Die Globalisierung trägt nicht nur eine Teilschuld an der rasanten Verbreitung des Coronavirus nebst den negativen wirtschaftlichen Folgen, sondern macht uns auch besonders anfällig für andere Krisensituationen: durch die stark verknüpften Lieferketten drohen globale Produktionsausfälle, wenn ein Land wie China von einer nationalen Katastrophe betroffen ist. Dramatisch könnte sich das auf die Versorgung mit Medikamenten auswirken. Es wird aber auch zu Knappheiten elektronischer Bauteile kommen, oder sogar zu Engpässen bei Textilien. Deutliche Preissteigerungen sind vorprogrammiert.

Wärmster Winter in Europa

Am 1. März begann der kalendarische Frühling und der Winter endet. Wobei man dieses Jahr nicht wirklich von einem Winter sprechen konnte. Europaweit lag die Durchschnittstemperatur um 3,4 Grad höher, als in der Referenzperiode zwischen 1981 und 2010. Die Temperaturen lagen sogar um 1,4 Grad über jene des bis dato wärmsten Winter 2015/16. Besonders warm war es im Norden und Osten des Kontinents. Für Deutschland war es der zweit wärmste Winter seit Beginn der Klimaaufzeichnung im Jahr 1881. Bei uns lagen die Temperaturen sogar um 3,9 Grad höher, als das langjährige Mittel. Getoppt wurden bei uns die Temperaturen nur im Wintern 2015/16.

Obwohl es auch große natürliche Schwankungen geben kann, sind sich führende Klimatologen weitgehend einig, dass der anthropogene Klimawandel zumindest eine Teilschuld an den milden Wintertemperaturen trägt. Experten berechneten nun, dass Deutschland seine selbst gesteckten Klimaziele für das Jahr 2030 nicht erreichen wird und dass das neue Klimaschutzpaket nicht ausreichend sei, um dem Klimawandel wirkungsvoll zu begegnen.

Coronavirus hilft beim Klimaschutz

Hilfe für den Klimaschutz kommt da gerade von anderer Seite, allerdings einer, die uns nicht gefällt: dem Coronavirus! Aufgrund der Infektionskrankheit wurden in China und Italien bereits große Gebiete abgeriegelt. Die Bewohner zwangsweise in Isolationshaft genommen, mit der Folge, dass das öffentliche Leben praktisch still steht. Es bleiben nicht nur Schulen und Universitäten geschlossen, sondern auch viele Fabriken. Der Export chinesischer Güter reduzierte sich bereits um 20%. In der Folge wird es auch in anderen Industrienationen bald zum Produktionsrückgang kommen. Weltweit gehen die Reisetätigkeiten stark zurück. Die Lufthansa will praktisch jeden 2. Flug streichen. Die Weltwirtschaft leidet enorm, allerdings mit dem positiven Nebeneffekt, dass weitaus weniger Treibhausgase ausgestoßen werden. so zeigen Satellitenaufnahmen, die die Luftverschmutzung kartieren, dass die Luft über China weitaus sauberer geworden sit und weniger Stickoxide enthält. Mittelfristig dürfe der generelle Konsum deutlich zurück gehen, da nicht nur weniger produziert und transportiert wird, sondern auch weil die Menschen weniger verdienen werden. Was für uns katastrophal erscheint, ist ein Pluspunkt für die Natur. Man könnte auch sagen, dass wir durch das neuartige Virus von der Natur gezwungen werden uns umweltfreundlicher zu verhalten. Die Erde wehrt sich gegen den Menschen, denn ein Zweck von Krankheitserregern ist es, eine überwuchernde Spezies in Schach zu halten.

Heuschreckenplage immer dramatischer

In diesem Sinne nimmt auch die Heuschreckenplage in vielen Teilen der Welt immer schlimmere Ausmaße an. Die Plagegeister fressen ganze Landstriche kahl und drohen Ernten zu vernichten. Besonders dramatisch ist die Lage in einigen Ostafrikanischen Ländern. Noch hat man genug zu essen, doch die Vorräte an Saatgut und Viehfutter werden knapp. Zur Erntezeit könnte sich die Anzahl der Heuschrecken noch um den Faktor 20 erhöhen, so Entwicklungsminister Müller in einem interview mit dem ZDF. Dann droht die Lage endgültig außer Kontrolle zu geraten und es gibt wahrscheinlich Hungersnöte. Bereits jetzt gibt es Stimmen, die sagen, es wäre die schlimmste Heuschreckenplage aller Zeiten. Das sich die Tiere so vermehren, könnte ebenfalls mit dem Klimawandel zusammen hängen: Nach einer langen Dürre regnete es in Ostafrika und Teilen Arabiens und Asiens ungewöhnlich viel. Die Tiere vermehren sich im feucht-warmen Klima besonders gut. Zudem bietet die sprießende Vegetation viel Nahrung.

Cornona-Virus ist mutiert

Die Coronavirus-Pandemie sorgt weiterhin für Schlagzeilen und großer Besorgnis. Eine neue Studie enthüllt nun, dass das Virus mutiert ist und in 2 Versionen Menschen infiziert. Dabei ist das sogenannte L-Typ Virus aggressiver, als das S-Typ Virus. Die S-Typ Variante ist die ursprünglichere Version des Virus, welche als erstes auf den Menschen übersprang. 30% der Infektionen gehen auf diesen Typ zurück. Dann mutierte das Virus zum sogenannten L-Typ, welcher für 70% der Infektionen verantwortlich ist. Während der L-Typ in den frühen Stadien des Ausbruchs in Wuhan besonders häufiger vorkam, ging seine Häufigkeit nach Anfang Januar 2020 zurück. Die Wissenschaftler gehen nun davon aus, dass die Häufigkeit des S-Typs zunimmt, weil es einem schwächeren Selektionsdruck ausgesetzt war. Die Mortalitätsrate des S-Typ Virus könnte geringer sein. Tatsächlich ist in China auch ein leichter Rückgang der Neuinfektionen zu beobachten. In Deutschland stieg sie in den letzten 24 Stunden sprunghaft an. Laut dem Robert-Koch-Institut wurden bei 349 Menschen das Virus nachgewiesen. Gegenüber gestern ist das ein Plus von 100 Infekten.

Wahrnehmung der Pandemie

Da das Coronavirus mittlerweile in mehr als 70 Ländern nachgewiesen wurde, kann man von einer weltweiten Pandemie sprechen. Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit des Einzelnen noch sehr gering sich a) zu infizieren und b) an der Seuche zu sterben. Trotzdem beschäftigt uns die Pandemie stärker als jede andere Naturkatastrophe, einfach, weil jeder von uns betroffen werden könnte. Daher ist die Reaktion auf die Pandemie ganz anders, als z.b. bei einem Erdbeben, dem ähnlich viele Menschen zu Opfer fallen können, wie es jetzt mit dem Virus der Fall ist. Für eine globale Katastrophe sind die Opferzahlen tatsächlich noch gering. Was der Gesellschaft bisher zu Schaffen macht ist die Angst vor einer Infektion. Zugleich lernen wir sehr viel darüber, wie die Regierungen, aber auch jeder Einzelne auf eine Katastrophe vorbereitet ist. Meine Antwort darauf lautet: viel zu wenig!

Auswirkungen von Naturkatastrophen vorbeugen

Die deutschen Regierungsvertreter reagierten erst auf die Bedrohung, als die Epidemie in Italien um sich griff und damit praktisch vor der Haustür stand. Virologen befürchteten schon seit Wochen, dass sich das Virus von China aus weltweit verbreiten würde. Trotzdem schaffte man es nicht, einen Vorrat an Schutzausrüstung für Ärzte, Pflegepersonal und Rettungsdienste anzulegen. Im Gegenteil, man ließ zu, dass Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel nach China abverkauft wurden. Erst jetzt fahren die Hersteller ihre Produktion langsam hoch. Da stelle ich mir zwangläufig die Frage, wie ist man in Deutschland auf landesweite Krisen, sprich Naturkatastrophen vorbereitet, die plötzlich über das gesamte Land hereinbrechen? Ich befürchte, dass man sich auf Worst-Case-Szenarien nicht im geringsten vorbereitet hat. Das Gleiche gilt leider auch für andere Krisen, wie die wiedererstarkende Flüchtlingskrise zeigt. Noch spannender ist die Frage, wie der Staat mit 2 Krisen gleichzeitig umgehen wird, falls sich 2015 wiederholen sollte? Stetige Sparmaßnahmen und weltweit verknüpfte Produktionsabläufe ohne Lagerhaltung erhöhen zusätzlich die Anfälligkeit gegenüber Krisen und Katastrophen.

Aber auch der einzelne Bürger scheint schlecht vorbereitet zu sein, wie Hamsterkäufe beweisen. Plötzlich werden haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel in Massen gekauft und die Regale sind leer gefegt. Hamsterkäufe verschärfen im Krisenfall die Situation erheblich, da nur einige Wenige ihre Vorräte aufstocken können. Ich persönlich stocke meine Notfallvorräte permanent langsam auf, indem ich beim normalen Einkauf zusätzlich 1-2 Produkte zum einlagern kaufe. Die Vorräte wollen natürlich auch gemanaged werden, indem man Sachen verbraucht, deren Haltbarkeit abläuft. Sie sollte man dann zeitnahe ersetzten.

Das Bundesamt für Katastrophenschutz empfiehlt generell einen 10-Tages-Vorrat zuhause zu haben. Das mag für eine lokal begrenzte Katastrophe ausreichend sein, reicht bei einer landesweiten Krise aber bei weitem nicht aus!