Herculaneum: Neuer Skelettfund


Die antike römische Stadt Herculaneum liegt nicht nur im Schatten des Vesuvs, sondern auch im medialen Schatten von Pompeji. Anders als Pompeji, wird über Herculaneum wenig berichtet. Dieser Umstand wird sich nun ändern, da zum ersten Mal seit 25 Jahren eine neue Grabungskampagne gestartet wurde. Die Archäologen erforschen ein Gebiet nahe des ehemaligen Hafens der Stadt, der sich heute über 1 km von der Küste entfernt befindet. Unter den ersten Funden befindet sich das Skelett eines Mannes.

Das Opfer flüchtete zum Hafen von Herculaneum

Das Skelett stammte von einem Mann, dessen Alter auf 40-45 Jahre geschätzt wurde. Die Lage der Knochen deutet darauf hin, dass er in Richtung Hafen rannte, als er von einem Pyroklastischen Strom zu Boden geworfen wurde und verbrannte. Sein Schädel wurde teilweise von einem verkohlten Holzbalken zerquetscht. Seine Knochen weisen eine Rotfärbung auf, die vom Blut des Opfers herrühren soll. Ein Teil des Skelettes ist in einem Ignimbrit-Block eingeschlossen und soll nun an einem Stück geborgen werden, damit Skelett und Lavagestein in einem Labor untersucht werden können.

Stoff- und Metallreste von den Habseligkeiten des Mannes sind ebenfalls erhalten geblieben. Von ihnen hoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Herkunft des Mannes zu erhalten. Bisher gibt es 2 Szenarien: a) es kann sich um einen Bewohner Herculaneums handeln, der auf seiner Flucht vor dem Vulkanausbruch, kurz vor erreichen des rettenden Hafens getötet wurde. Szenario b) spekuliert darüber, ob es sich bei dem Mann um einen Retter handelte, der selbst zum Opfer wurde. In diesem Fall könnte er zur Mannschaft des Schiffes von Plinius dem Älteren gehört haben. Plinius selbst soll an den Folgen der Eruption umgekommen sein. Die Überlieferung besagt, dass er an giftigen Gasen erstickte. Dass es sich bei dem gefundenen Skelett um Plinius handelt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Vulkan-News 19.10.21: Cumbre Vieja, Manam

Der Vulkan auf La Palma bleibt aktiv. Der Erta Alé eruptiert in beiden Kratern effusiv und auch der Manam fördert Lava.

Cumbre Vieja: Lage der Förderschlote

Staat: Spanien | Koordinaten: 28.57-17.84 | Eruption: Hawaiianisch

Am Cumbre Vieja geht die Aktivität auch in der 5. Eruptionswoche weiter. Gestern ist der neue Schlot östlich des Kegels wieder aktiv geworden und förderte temporär eine Aschewolke. Multiple Lavaströme bewegen sich in Richtung Küste, doch bisher hat es kein weiterer Strom geschafft einen Ocean Entry zu bilden. Die Inflation hat wieder etwas zugenommen und die Bodenhebung beträgt 20 cm. Heute Nacht war die Seismizität rückläufig, doch ein Ende der Eruption ist nicht in Sicht.

Eine neue Grafik schematisiert die Lage der Förderschlote in Relation zum Grundwasserspiegel und klärt damit nicht nur die Frage der Lage der Schlote, sondern auch, woher das Wasser kommt, wenn sich phreatomagmatische Eruptionen ereignen. Diese sind allerdings relativ selten, erzeugen dann aber starke Explosionen mit Druckwellen.

Erta Alé: 2 Krater aktiv

Staat: Äthiopien | Lokation: 13.60, 40.70 | Eruption: Hawaiianisch

Ein aktuelles Sentinel-Bild enthüllt, dass am Erta Alé beide Krater effusiv aktiv sind. Während im Südkrater ein Lavapond brodelt, fließt im Nordkrater ein Lavastrom. Für gewöhnlich sind Lavaströme im Nordkrater kurzlebig, doch gelegentlich entwickelt sich ein sekundärer Lavasee. MIROVA detektiert eine Wärmestrahlung mit 159 MW Leistung.

Fagradalsfjall: Reduzierung der Alarmstufe

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch

Gestern wurde der isländische Vulkan Fagradalsfjall degradiert und von Alarmstufe „orange“ auf gelb“ gesetzt. Die letzten Eruptionen sind nun bereits 4 Wochen her und es sieht nicht so aus, als würde sich der Vulkan bequemen nochmal auszubrechen. Allerdings steigt noch Dampf auf, der anzeigt, dass er noch nicht ganz aufgegeben hat. Als die letzte Eruptionsphase auf Island endete, begann der Ausbruch auf La Palma. Einen Zusammenhang wird es diesbezüglich allerdings nicht geben.

Lewotolok: Tremor hoch

Datum: 18.04.2021 | Lokation: -8.272, 123.505| Eruption: Strombolianisch

Am Vulkan auf der indonesischen Insel Lembata, wurde ein hoher Tremor detektiert. Das VSI meldete gestern gut 150 Ereignisse. Zudem eine hohe Anzahl an Entgasungen. Es wurden 2 Erdbeben aufgezeichnet, die durch Eruptionen hervorgerufen wurden.

Manam mit thermischen Signal

Staat: PNG | Koordinaten: -4.08; 145.04 | Eruption: Effusiv

Auf Papua Neuguinea ist der Manam wieder aktiv. MIROVA detektiert eine Thermalstrahlung mit einer Leistung von 267 MW. Die Wärmestrahlung könnte von einem neuen Lavadom ausgehen, oder ein zäher Lavastrom ist unterwegs. Gestern wurde eine Leistung von 314 MW erreicht. Das VAAC meldete gestern eine Aschewolke in 2400 m Höhe. Sie driftete in Richtung Nordwesten.

Piton Fournaise mit Ladehemmungen

Staat: Frankreich | Koordinaten: 21.23, -55.71 | Eruption: Seismik

Zum zweiten Mal in Folge hat der Piton de la Fournaise Ladehemmungen: trotz der seismischen Krise gestern, schaffte es das Magma bisher nicht zur Oberfläche. Zuletzt geschah das im September 2020. Doch noch ist nicht aller Tage Abend.

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