Askja mit weiterer Bodenhebung im Juli

  • Die Bodenhebung der Askja beträgt bis zu 35 cm
  • Wissenschaftler trafen sich zu einer Lagebesprechung
  • Bei anhaltender Inflation wird eine Eruption immer wahrscheinlicher

Staat: Island | Koordinaten: 65.03, -16.75 | Eruption:  Fumarolisch

Vor gut einem Jahr änderte sich der bis dahin deflationäre Trend des Calderavulkans Askja und es begann eine Phase mit Inflation. Sie verursachte bis jetzt eine Bodenhebung von bis zu 35 cm. Die wahrscheinlichste Erklärung für diese Bodenhebung ist das Einströmen Magmatischer Fluide in den Untergrund. Die Vulkanologen von IMO vermuten einen Magmenkörper in nur 2 km Tiefe. Das Zentrum der Bodenhebung befindet sich ein Stück westlich des Öskjuvatn-Sees. Von dort aus breitet sich der Magmenkörper horizontal aus.

Bodenhebung der Askja könnte in Eruption gipfeln

Gestern trafen sich die Wissenschaftler zu einer Lagebesprechung. Magnús Guðmundsson, Professor für Geophysik, gab dem isländischen Fernsehsender RUV ein Interview, in dem er sagte, dass die Bodenhebung sehr schnell verläuft und eine gut 60 Jahre dauernde Phase der Deflation mit Bodensenkung ablöste. Er zeigte sich in Bezug auf die Geschwindigkeit der Bodenhebung überrascht und bemerkte, dass die vergleichsweise geringe Seismizität ungewöhnlich sei. Normalerweise würde man bei einer so starken Inflation deutlich mehr Erdbeben erwarten, als es derzeit der Fall ist. Guðmundsson sagte dazu: „Wahrscheinlich muss die Askja noch eine ganze Menge einstecken, bevor sie Risse bekommt und es zu einer Eruption kommt.“ Der Wissenschaftler meinte weiterhin, dass man Askja mit einem halbleeren Tank vergleichen kann, da es dort in den letzten Jahrzehnten Bodensenkungen gegeben hat. Nun muss man den Tank noch weiter auffüllen, bevor die Sollbruchstelle erreicht ist. Sollte es zu einer Eruption kommen, dann rechnet der Geophysiker mit effusiver Tätigkeit, wahrscheinlich in Form einer Spalteneruption. Doch wenn sich die Eruptionsspalte bis in den See erstrecken sollte, könnten es explosiv hergehen und phreatomagmatische Eruptionen entstehen. Zuletzt geschah das im Jahr 1926, als bei einem explosiven Ausbruch die Inseln im See entstand. Diese Eruption blieb damals, laut Aussage von Professor Guðmundsson unbemerkt, obwohl die Eruption hoch aufsteigende Aschewolken förderte. Der Grund hierfür dürfte in der Abgeschiedenheit der Askja liegen, die sich inmitten des isländischen Hochlands befindet. (Quelle RUV)

Naturkatastrophen: Waldbrände in Deutschland am 27.07.22

Aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands (und Europas) ist es zu mehreren Waldbränden gekommen. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Brandenburg und Sachsen. Die Lage in den Waldbrandgebieten bei Rehfeld in Brandenburg und im Nationalpark der Sächsischen Schweiz gilt als dramatisch.

Der Waldbrand bei Rehfeld (Elbe-Elster-Kreis) wütet auf einer Fläche von fast 9 Quadratkilometern und entzieht sich der Kontrolle der 450 Einsatzkräfte. Neben Löschfahrzeugen, befinden sich sieben Hubschrauber im Einsatz, die die Flammen bekämpfen. Die Bundesstraße 183 stellt eine Feuerschneise dar, entlang der sich die Arbeiten der Einsatzkräfte konzentrieren. Man versucht ein Übergreifen der Flammen auf die andere Seite der Bundesstraße zu verhindern. Dieses Vorhaben wird von starken Windböen erschwert. Sie erreichten gestern Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h und sorgten für weiten Funkenflug. Wie es bereits bei Bränden der letzten Jahren der Fall war, befand sich in der Region früher ein Truppenübungsplatz. Der Boden ist mit alter Munition verseucht, so dass eine besondere Gefahr für die Einsatzkräfte besteht. Mancher Brandherd ist aufgrund der Explosionsgefahr unzugänglich. Da der Boden extrem trocken ist, gibt es tief in der Erde Glutnester. Die Löscharbeiten könnten sich über Wochen hinziehen. Am Montagabend wurden auch 300 Personen aus 3 Ortschaften evakuiert, die inzwischen aber wieder in ihre Häuser zurückkehren durften.

In der Sächsischen Schweiz begann es am Montag zu brennen. Die Flammen griffen vom benachbarten Naturschutzgebiet der Böhmischen Schweiz (Tschechien) auf die deutsche Seite des Areals über. Zunächst wurden Brände an 3 Lokalitäten von den Einsatzkräften bekämpft. Die Zahl erhöhte sich inzwischen auf 5 Einsatzorte, die rund um den Großen Winterberg liegen. Für die Region sind die Feuer zur Urlaubszeit von besonderer Dramatik, da man hier auf Tourismus setzt. Touristen wurden aufgefordert, die Region großräumig zu meiden.

Auf der tschechischen Seite des Waldbrandgebiets griffen die Flammen bereits auf mehrere Gebäude über. Dort sind mehr als 400 Feuerwehrleute im Einsatz, die von Hubschraubern unterstützt wurden. Ähnlich groß war die Anzahl der Brandbekämpfer auf deutscher Seite.

Philippinen: Erdbeben Mw 7,0 am 27.07.22

Starkes Erdbeben auf Luzon verursacht Schäden

Datum: 27.07.22 | Zeit: 00:43:25 UTC | Lokation:  17.52 N ; 120.85 E | Tiefe: 20 km | Mw 7,0

Die philippinische Insel Luzon wurde heute Nacht von einem starken Erdbeben der Magnitude 7,0 erschüttert. Der Erdbebenherd wurde in einer Tiefe von 20 km ausgemacht. Das Epizentrum befand sich 19 km nordöstlich von San Ramon. Es gab zahlreiche Nachbeben. Beim EMSC liegen 2 Wahrnehmungsmeldungen vor. Das Erdbeben richtete zudem Schäden an der Infrastruktur an. Mehrere Gebäude und Brücken stürzten in der Stadt Bangued ein. Bis jetzt wurde von einem Todesopfer und 5 Verletzten berichtet. Bei dem Todesopfer handelt es sich um einen 25 Jahre alten Bauarbeiter, der unter einem Haus begraben wurde, an dem er gerade Arbeiten verrichtete. Die Verletzten wurden Opfer von Steinschlägen und Erdrutschen. Es ist anzunehmen, dass es weitere Verletzte gibt, die von herabfallenden Trümmern, oder Glassplittern verletzt wurden. Es kam zu Stromausfällen und Unterbrechung des Mobilfunks, was die Rettungsarbeiten erschwert. Da der Erdbebenherd in mittlerer Tiefe lag, sind die Folgen des Erdbebens nicht so stark, wie sie bei einem flacher gelegenen Hypozentrum gewesen wären.

Der Erdstoß war noch in der Hauptstadt Manila zu spüren gewesen. Sie liegt 335 Kilometer vom Epizentrum entfernt. In Manila schwankten die Hochhäuser und einige wurden evakuiert.

Die Philippinen liegen auf dem Pazifischen Feuerring und werden nicht nur häufig von Erdbeben heimgesucht, sondern auch von Vulkanausbrüchen. Auf Luzon befinden sich u.a. die aktiven Vulkane Pinatubo und Taal. Beide Feuerberge liegen in einer Entfernung zum Epizentrum, in der sich starke Erdbeben auf die Aktivität der Vulkane auswirken können. Manchmal zeigen sich die Auswirkungen erst nach Jahren, so ist es wissenschaftlich sehr schwer zu belegen, ob ein Vulkanausbruch durch ein Erdbeben getriggert wurde. Der Taal steigerte in den letzten Tagen seinen Schwefeldioxid-Ausstoß. Zuletzt wurden 3272 Tonnen am Tag gemessen. Magma befindet sich im Untergrund und der Vulkan könnte zu einer Eruption bereit sein.

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