Schlammvulkane in der Salse di Nirano


Bei der Salse di Nirano handelt es sich um ein Naturschutzgebiet in der italienischen Region Emilia-Romagna. Inmitten eines Tals, dass von bis zu 300 m hohen, bewaldeten Hügeln umgeben ist, gibt es eine Ansammlung von 5 eigenartigen Kegeln, bei denen es sich um Schlammvulkane handelt. Die Salse befindet sich etwas außerhalb der Großstadt Modena und präsentierte sich mir im Juli 2022 erstaunlich entschleunigt. Trotz der Nähe zur Großstadt fand ich einen Ort der Ruhe vor, dessen Stille nur durch ein gelegentliche Ploppen unterbrochen wurde. Das Ploppen stammte von platzenden Schlammblasen, die so ohne weiteres nicht einsehbar waren. Erst der Einsatz meiner Mini-Drohne (die allerdings die Ruhe störte) enthüllte die Quelle des Ploppens: an der Spitze eines gut 2,5 m hohen Kegels aus getrocknetem Schlamm lag ein kleiner Krater. In ihm gab es einen Schlammtümpel in dem Gasblasen aufstiegen. Nur wenige Zentimeter breite Rinnen entwässerten den Schlammtümpel im Krater des Kegels. Der Schlamm floss einige Dutzend Meter weit und trocknete schnell, so dass sich Trockenrisse in der wachsenden Schlammschicht bildeten.

Treibende Kraft der Schlammvulkane ist Methan-Gas

Obwohl der Schlammkegel an einen vulkanischen Hornito erinnert, handelt es sich bei den Schlammvulkanen der Salse di Nirano nicht um ein Phänomen vulkanischen Ursprungs. Stattdessen verdanken die Schlammvulkane ihren Ursprung Methangas, dass sich in der Tiefe ansammelt und salzige Tiefenwässer nach oben drückt. Während des Aufstieg interagiert das Wasser mit tonhaltigen Sedimenten, sodass Schlamm entsteht. Das Methangas stammt aus einer Sedimentschicht, in der viele organische Substanzen eingebettet sind. Natürlich nagt die Erosion an den Schlammkegeln, doch die Förderrate des Schlamms und die (regenbedingte) Erosion halten sich in etwa die Waage.

Ich besuchte die Salse di Nirano zusammen mit meiner Familie auf den Weg in die Toskana. Eigentlich wollten wir unseren Urlaub in Kenia verbringen, doch unsere Pläne wurden von einem positiven Corona-Test meines Sohns in letzter Minute vereitelt, so dass wir umdisponieren mussten, doch das ist eine andere Geschichte.

Salse di Nirano: ein gepflegtes Naturreservat

Wir fanden das gepflegte Naturreservat verwaist vor und waren die einzigen Besucher. Der große Parkplatz und die Holzstege, auf denen man zwischen den Schlammvulkanen bequem wandeln kann, deuten an, dass man hier mit deutlich mehr Besucher gerechnet hatte. Als ich im Jahr 2008 zum ersten Mal dort unterwegs war, sah das Areal weit weniger gepflegt aus. Die Vegetation zwischen den Schlammvulkanen wurde damals plattgelatscht, doch sie hat sich seit der Errichtung der Holzwege sichtlich erholt. Vor allem wachsen salz-resistente Gräser, denn wie der Name Salse schon andeutet, handelt es sich um eine salzhaltige Tunke, die aus den tiefen der Erde aufsteigt.

Leroy steckte seine Finger dann auch in den Schlamm, der an einer Stelle über einen Pfad floss und stellte fest, dass der Schlamm kalt ist. Ein weiteres Indiz dafür, dass hier Hephaistos (der Gott der Schmiede) seine Finger nicht im Spiel hat. Dennoch, für Volcanoholics ist die Salse di Nirano eine sehenswerte Manifestation der Kräfte des Erdinneren, die einen Abstecher wert ist.

Vulkan Krakatau mit neuen Eruptionen am 17. Juli

  • Am Krakatau ereigneten sich seit gestern 4 Eruptionen
  • Vulkanasche stieg 2000 m über Kraterhöhe auf
  • Die Seismizität ist schwach

Anak Krakatau legt zu

Staat: Indonesien| Koordinaten: -6.10, 105.42 | Eruption: Ejektiv

Gestern ist der Anak Krakatau wieder aktiver geworden. Das VSI meldet seit dem Abend 4 Eruptionen. Vulkanasche stieg bis zu 2000 m über Gipfelhöhe auf. Diese stärkste Eruption ereignete sich heute Morgen, um 8:47 Uhr Indonesischer Zeit. Das zugehörige seismische Signal hatte eine Amplitude von 56 mm und dauerte 79 Sekunden. Der erste Vulkanausbruch der Serie ereigneten sich um 22:53 Uhr und war deutlich schwächer als die jüngste Eruption. Sie förderte Asche bis auf 1000 m Höhe und erzeugte ein seismisches Signal mit 42 mm Amplitude und einer Dauer von 27 Sekunden. Bei den nächtlichen Eruptionen war zu sehen gewesen, dass in den Eruptionswolken auch glühende Tephra enthalten war. Dementsprechend registriert MIROVA eine moderate Thermalstrahlung mit 12 MW Leistung. Dass rotglühende Tephra ausgestoßen wird, ist am Krakatau nicht selbstverständlich, denn bei einem meiner ersten Aufenthalte dort -das war im Jahr 2008- sah ich fast keine Rotglut, obwohl der Vulkan kraftvolle Ascheeruptionen erzeugte.

Die Seismizität ist momentan ehr gering. Gestern wurden nur 11 vulkanisch-bedingte Erdbeben aufgezeichnet. Anfang des Monats gab es allerdings eine Phase mit starker Seismizität, während derer wahrscheinlich das Magma aufstieg, das nun eruptiert wird. Während der Hochphase der Erdbebentätigkeit wurden gut 350 vulkanische Erdbeben festgestellt.

Der Alarmstatus des Vulkans Krakatau steht auf „orange“ (Level 3 von 5) und es gibt eine 5 km Sperrzone um den Vulkan. Das Betreten der Vulkaninsel ist somit verboten. Seit dem Kollaps von 2018 gibt es praktisch keinen Schutz mehr vor Ascheniederschlag und auch Deckung vor Vulkanbomben ist Mangelware. Darüber hinaus liegt der Krater flach und im Küstenbereich, sodass die Eruptionen durch Wasser verstärkt werden könnten, das ins Fördersystem eindringt. Die resultierenden phreatomagmatischen Eruptionen könnten sehr kraftvoll sein und praktisch die gesamte Insel mit Vulkanbomben eindecken. Selbst auf einem Boot vor der Insel wäre man gefährdet.

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