San Gimignano: Manhatten des Mittelalters

San Gimignano ist eine Kleinstadt in der italienischen Toskana und bei uns längst kein Geheimtipp mehr. Neben Florenz, Pisa und Siena zählt San Gimignano zu den meistbesuchten Städten der Toskana. Ende der 1990iger Jahren sah das noch anders aus, als ich einen Filmauftrag erhielt und dort ein Video drehen sollte, dass im Zusammenhang mit dem UNESCO-Weltkulturerbe stand, denn der historische Stadtkern ist von der UNESCO geschützt. Einige der Aufnahmen verwendete ich für mein Reisevideo über die Toskana, das ihr auf Streaming-Planet angucken könnt. Seitdem besuchte ich die Region öfters, zuletzt sogar 2 Mal hintereinander, da es meiner Familie dort so gut gefällt. Doch zurück zur Sache.

Die Geschlechtertürme von San Gimignano

Das besondere an San Gimignano sind zweifelsohne die Geschlechtertürme. 15 dieser Türme sind bis heute erhalten geblieben. Einst waren es 72. Schon vom weitem betrachtet beherrschen sie die Silhouette der Stadt. Wegen dieser Skyline erhielt San Gimignano den Beinamen „Manhatten des Mittelalters“. Die Türme waren die Statussymbole wohlhabender Familien, die sich einen Wettstreit lieferten: die Höhe des Turms spiegelte den Reichtum der Familie wieder und natürlich wollte jede Familie diesen Titel für sich beanspruchen. Angeber gab es halt schon immer! Der höchste Turm ist der Torre Grossa. Er erhebt sich 54 m über die Altstadt, gefolgt vom 51 m hohen Torre della Rognosa. Beide Türme wurden im Jahr 1311 errichtet. Die meisten Türme finden sich im Bereich der Piazza della Cisterna. Der Brunnen, der den Mittelpunkt des Platzes und der Stadt bildet, stammt aus dem Jahr 1287. Heute dient er als Wunschbrunnen und Touristen werfen Münzen hinein. Aberglaube lässt Grüßen! Auf der Piazza gibt es 2 Eisdielen, die heute im Mittelpunkt des Besucherinteresses stehen. Es bilden sich meterlange Schlangen. Grund hierfür ist, dass eine der Eisdielen bereits zweimal die Gelato World Championship gewann. Das war in den Jahren 2006 und 2008. Das Eis beider Eisdielen ist zweifelsohne gut, doch generell wäre es nicht schlecht, etwas weniger Zucker zu verwenden.

Hauptstadt der Feinschmecker Italiens

Neben den Geschlechtertürmen, Piazza della Cisterna und den Eisdielen hat San Gimignano noch zahlreiche sehenswerte Kirchen und Museen im Angebot. Sogar ein Foltermuseum buhlt um die Gunst des Besuchers. Das eigentliche Highlight sind allerdings die vielen Feinschmeckerläden, die sich entlang der Hauptstraße angesiedelt haben. Neben Fleisch und Wurstprodukten vom toskanischen Wildschwein, gibt es Pesto mit Trüffel. Hier dürfe der normale Bürger wohl die teuerste Nudelsauce einkaufen, die er jemals erworben hat. Und ich Trottel habe letztens ein Glas Pesto aus dem Regal im Vorratskeller gefegt, sorry! Die Trüffel werden in den Wäldern auf den Hügeln der Toskana gesucht, können aber auch aus Piemont stammen, wo es ebenfalls Trüffel gibt. Hunde haben längst das berühmte Trüffelschwein bei der Suche nach dem wertvollen Pilz abgelöst. Der Trüffel siedelt sich gerne an Baumwurzeln an und wächst unterirdisch, weshalb er so schwer zu finden ist.

Handel und Safran in San Gimignano

Apropos teure Trüffel und Angeberei: San Gimignano verdankte ihren Wohlstand der Lage an der Frankenstraße, die im Mittelalter ein bedeutender Handelsweg war. Folglich wurde ein Großteil des Wohlstandes mit dem Handel erwirtschaftet. Es wurde aber auch Safran angebaut, der damals weniger als Gewürz bekannt war, denn als Farbstoff für Seide. Die Blütezeit der Stadt währte nur 160 Jahre lang. Vielleicht ein Grund, warum hier noch viele der Geschlechtertürme erhalten blieben, denn diese gab es auch in anderen Städten der Toskana. Während der meisten Zeit stand San Gimignano unter der Fuchtel der Herrscher von Volterra.

Heute beherrschen die Touristen das Stadtbild der mittelalterlichen Stadt. Der alte Stadtkern ist Autofreie Zone und fußläufig. Das Parken ist hier allerdings besser organisiert, als in Siena, oder Florenz. An der Außenseite der Stadtmauern gibt es 2 Parkplätze, die aber schnell belegt sind. Am Fuß des Hügels, auf dem die Altstadt liegt, gibt es einen großen Parkplatz. Von hier sind es 10 Minuten zu Fuß bis zum Stadttor.

Vulkan-News 26.07.22: Sakurajima

Sakurajima bleibt aktiv

Staat: Japan | Koordinaten: 31.581, 130.659 | Eruption: Explosiv

Nach der größeren Eruption vom Sonntag, bleibt der Sakurajima aktiv und emittiert Aschewolken. Sie steigen bis zu 4000 m hoch auf und driften in östliche Richtung. Hauptquelle der Eruptionen scheint der Minami-dake zu sein. Seit gestern gab es 8 VONA-Meldungen. In diesem Jahr waren es bislang 55 Eruptionen, die Meldungen verursachten. Für den Sakurajima ein ehr bescheidener Wert.


Anak Krakatau mit Aschewolken

Staat: Indonesien| Koordinaten: -6.10, 105.42 | Eruption: Ejektiv

Das VAAC meldete gestern Vulkanasche, die vom Vulkan Anak Krakatau ausging und bis auf einer Höhe von 3000 m aufsteigt. Der Wind verfrachtete die Aschewolke in südlicher Richtung. Das VSI meldete allerdings keine Eruptionen, sondern nur Entgasungen. Die Seismizität ist gering.


Semeru mit Asche

Staat: Indonesien | Koordinaten: -8.108, 112.92 | Eruption: Lahare

Vom Semeru auf Java liegen ebenfalls VONA-Meldungen über Aschewolken vor. Sie steigen bis auf einer Höhe von 4300 m auf, sind von den Satelliten aber nicht zu erfassen. Die Meldungen  stammen von Beobachtern am Boden. Das VSI zählte gestern 64 Eruptionen am Semeru. Die Seismizität ist niedrig, so dass es keine Anzeichen für eine mögliche Aktivitätsänderung gibt.


Shiveluch eruptiert weiter

Staat: Russland | Koordinaten: 56.65; 161.36 | Eruption: Dom

Auf Kamtschatka ist der Shiveluch weiter aktiv und stößt Asche aus, die vom VAAC detektiert wird. Hier steigen die Aschewolken bis auf einer Höhe von 4900 m auf und driften in Richtung Osten. Gestern wurde eine hohe Thermalstrahlung mit 1060 MW Leistung detektiert. Vermutlich wurde die Messung durchgeführt, als es am Dom zu einem Kollaps kam und eine glühende Schuttlawine, oder ein Pyroklastischer Strom abging. Ansonsten ist die Thermalstrahlung moderat.