Okmok: Starker Wind wirbelt Vulkanasche auf

VONA-Warnung am Okmok in Alaska – Kein Vulkanausbruch sondern Sturm

Starke Nordwinde um die Vulkane Okmok und Vsevidof, die auf der US-amerikanischen Insel Umnak (Aleuten, Alaska) liegen, haben bereits abgelagerte Vulkanasche und Staub hochgewirbelt und nach Süden verfrachtet. Diese Aschewolken sind deutlich auf Satellitenbildern zu erkennen. Der U.S. National Weather Service und das VAAC Washington haben daraufhin eine SIGMET-Warnung für Asche in Bodennähe herausgegeben und gibt eine maximale Wolkenhöhe von etwa 900 m über dem Meeresspiegel an.




Okmok
Okmok

Dieses Phänomen hängt nicht mit aktueller vulkanischer Aktivität zusammen, sondern entsteht bei starkem Wind in Verbindung mit trockenen, schneefreien Gelände­bedingungen im Umfeld von Okmok, Vsevidof und anderen Vulkanregionen Alaskas. Auf Umnak selbst findet derzeit keine Eruption statt. Vulkanasche, die durch Wind aufgewirbelt wird, gilt jedoch weiterhin als gefährlich, da sie Flugzeuge und Fahrzeuge beeinträchtigen und die Gesundheit gefährden kann.

Der Okmok-Vulkan ist ein großer Schildvulkan mit einer breiten Caldera am nordöstlichen Ende von Umnak Island. Er gehört zum Aleuten-Inselbogen und eruptierte in historisch Zeiten mehrfach. Der letzte bestätigte Ausbruch ereignete sich im Jahr 2008, als der Vulkan über mehrere Wochen Asche und Dampf ausstieß. Davor gab es 1997 kleinere Eruptionen. Seitdem gilt Okmok als ruhend, und es finden keine nennenswerten Ausbrüche statt.

Der aktuelle Status wird von der Alaska Volcano Observatory entweder als „Normal/Grün“ oder vorübergehend „Unassigned“ geführt, weil einige Überwachungsstationen derzeit nicht ausreichend Daten liefern. Es gibt keine bestätigten Anzeichen für bevorstehende Eruptionen wie erhöhte seismische Aktivität, deutliche Bodenverformungen oder Gasemissionen.

In der Region um Okmok wurden in den letzten Monaten mehrere kleine Erdbeben registriert (z. B. M 2,0–2,3 im Oktober und November 2025 sowie ein größeres Beben M 5,6 im Januar 2025), was typisch ist für den tektonisch sehr aktiven Aleutenraum, aber nicht zwingend auf bevorstehende vulkanische Aktivität am Okmok hindeutet.

Mayon: Lavastrom am Dom wächst

Vulkanausbruch am Mayon hält an – Lavastrom am Dom wird länger

Die erhöhte eruptive Aktivität am Mayon hält an. Diese äußert sich in anhaltendem Domwachstum und Abgängen von Schuttlawinen und pyroklastischen Dichteströmen, die über die Ostflanke des Vulkans gleiten. Bis jetzt haben sie zwar noch kein bewohntes Gebiet erreicht, doch die Gefahr größerer Abgänge mit mehr Reichweite besteht weiterhin. PHILVOLCS belässt die Warnstufe auf „3“.




Wer sich das Zahlenwerk der Vulkanologen genauer anschaut, staunt über die hohe Anzahl an Schuttlawinenabgängen, bei denen teils glühendes Material die Vulkanflanken hinabrollt: In den letzten 24 Stunden wurden 351 Schuttlawinen und 64 pyroklastische Dichteströme registriert. Die beiden vulkanischen Manifestationen sind eng miteinander gekoppelt und entstehen durch die gleichen Mechanismen: Am Lavadom, bzw. an dem von ihm abgehenden Lavastrom kommt es zu Kollapsereignissen. In erster Linie entscheiden Größe und Gasgehalt der abgebrochenen Lavapakete darüber, ob eine Schuttlawine oder ein pyroklastischer Strom entsteht. Ist genug Gas in der Lava vorhanden, kommt es zu Explosion und Fragmentation des Lavapakets, wodurch Gas freigesetzt und die Lava größtenteils zu Staub verwandelt wird und als pyroklastischer Strom den Hang hinab rast. Ohne explosionsartige Fragmentation geht das Material als Schuttlawine ab.

Fotos dokumentieren das anhaltende Wachstum des zähen Lavastroms, der vom Dom abgeht. Auf Satellitenaufnahmen erkennt man zudem seine Wärmesignatur, die sich in den Rinnen fortsetzt, durch die die Dichteströme und Schuttlawinen abgehen.

Die pyroklastischen Ströme erzeugen zudem Aschewolken, die beim VAAC Tokio regelmäßig VONA-Warnungen auslösen Die Vulkanasche steigt meistens bis auf FL 090 und bleibt damit unter der 3000-Meter-Marke.

Gegenüber der Vorwoche ist der Ausstoß an Schwefeldioxid zurückgegangen und belief sich bei den letzten Messungen auf knapp 1500 Tonnen am Tag. Das Vulkangebäude ist aufgebläht und es steigt weiter Magma auf. Ein Ende der Eruption ist nicht in Sicht.

Behörden rufen die Bevölkerung in der Umgebung dazu auf, Sperrzonen strikt einzuhalten. Der Mayon ist bekannt für plötzlich einsetzende explosive Ausbrüche, die selbst bei scheinbar moderater Aktivität lebensgefährlich sein können.