Erdbeben in Eritrea – News vom 04.06.23

Erdbeben Mb 4,7 nahe Vulkan Erta Alé

Datum 04.06.23 | Zeit: 04:14:49 UTC | 14.63 N ; 40.16 E | Tiefe: 10 km | Mb 4,7

Heute Nacht erschütterte ein moderates Erdbeben der Magnitude 4,7 das ostafrikanische Land Eritrea. Es hatte eine Herdtiefe von 10 km und ein Epizentrum, das 85 km nordöstlich der äthiopischen Siedlung Ādīgrat verortet wurde. Bekannter ist die Stadt Mek’ele, die 146 km südlich des Epizentrums liegt. Dem EMSC liegen Wahrnehmungsmeldungen von dort vor, die den Erdstoß als starke Vibration beschreiben.

Mek’ele ist vielen Vulkanophilen als Ausgangspunkt zu Expeditionen in die Wüste Danakil bekannt und natürlich zu den Vulkanen Erta Alé und Dallol. Letzterer Vulkan ist für seine außergewöhnliche Thermalaktivität und Mineralpools bekannt. Zudem gibt es dort Salzcanyons und ölhaltigen Pools zu besichtigen. Dallol liegt nur ca. 45 km südlich des Epizentrums. Doppelt so weit entfernt ist der Erta Alé, der vielen aufgrund seiner Lavaseetätigkeit bekannt ist. Auf aktuellen Sentinel-Fotos im Infrarotspektrum erkennt man am Erta Alé drei kleine thermische Anomalien. Zwei liegen im Südkrater und dürften von Hornitos auf den gedeckelten Lavasee ausgehen. Mit gedeckelt ist gemeint, dass sich auf dem Lavasee eine mehrere Meter dicke Kruste aus erstarrter Lava befindet. Unter ihr brodelt die Schmelze. eine dritte Anomalie liegt am Südrand des Nordkraters. Auch hier befindet sich ein kleiner Hornito mit einem Schlot, in dem Lava steht. An den Hornitos kann es zu Lavaspattering kommen.

Leider waren Reisen in diese entlegene Region in den letzten Jahren wegen eines Bürgerkrieges kaum möglich, oder nur mit entsprechend hohem Risiko verbunden, erschossen oder entführt zu werden. Aktuell gibt es einen Waffenstillstand zwischen den Konfliktparteien, was aber nun nicht heißen soll, dass es in der Region für Reisende sicher ist. Das Gefahrenpotenzial hat gegenüber den letzten drei Jahren abgenommen, dennoch wurden früher auch gelegentlich Reisegruppen überfallen und es kam zu Schusswechseln und Entführungen. Daher waren auch in Friedenszeiten bewaffnete Eskorten Standard für Reisegruppen, die aber keine Sicherheitsgarantie darstellten.

Doch zurück zum Erdbeben: Dieses manifestierte sich an einer Störung, die im Zusammenhang mit der Divergenz des Ostafrikanischen Rift Valleys steht. Erst gestern hatte es im Golf von Aden einen Erdbebenschwarm gegeben, bei dem es zu zahlreichen Erschütterungen mit Magnituden im 5er und 4er Bereich kam. Die Beben zeigen, dass der Strain in der Region groß ist. Weitere Erdbeben sind möglich.

Zusammenfassung:

  • In Eritrea gab es ein Erdbeben Mb 4,7.
  • Es manifestierte sich in der Nähe der äthiopischen Vulkane Dallol und Erta Alé.
  • Es stand im Zusammenhang mit der Divergenz am Ostafrikanischen Riftvalley.