Sinabung bleibt aktiv – Parallelen zur Eruptionsphase von 2013
Am Sinabung auf Sumatra hält die aktuelle eruptive Phase an. Nachdem der Vulkan am 31. August erstmals seit fünf Jahren wieder explosiv ausgebrochen war, wurden auch am 4. September wieder Ascheemissionen registriert. Die aktuelle VAAC-Darwin-Warnung basiert auf Satellitenbeobachtungen von Himawari-9. Um 04:30 UTC wurde eine Aschewolke festgestellt, die sich vom Gipfel nach Osten erstreckte und bis auf einer Höhe von gut 4,3 Kilometer aufstieg. Die Asche driftete mit einer Geschwindigkeit von 9 km/h ostwärts. Es wurden auch weitere Erdbeben festgestellt, deren Anzahl im Vergleich zu den Vortagen allerdings abgenommen hat.

Besonders interessant wird die aktuelle Entwicklung am Sinabung durch einen Blick auf die Eruptionsgeschichte des Vulkans. Nach dem Erwachen aus einem langen Schlaf im Jahr 2010 blieb die Aktivität erst einmal auf explosive und überwiegend phreatische Eruptionen beschränkt. Die Aktivität schlief nach kurzer Zeit wieder ein, doch der Sinabung war weiter fumarolisch aktiv. Ein Lavadom entstand damals noch nicht. Erst die Aktivitätsphase von 2013 leitete die Entwicklung ein, die schließlich zur lang anhaltenden Domaktivität führte.
Zwischen den ersten explosiven Eruptionen im September 2013 und dem Erscheinen des ersten Lavadoms am 18. Dezember lagen gut drei Monate. Die phreatomagmatische Phase dauerte dabei insgesamt bis zum 18. Dezember. An diesem Tag wurde erstmals die extrusion eines neuen Lavakörpers am Gipfelkrater beobachtet.
Für die gegenwärtige Situation ist dieser Vergleich interessant. Auch jetzt gingen den Explosionen bereits Veränderungen der Seismizität voraus. Registriert wurden unter anderem tiefe vulkanische Beben, Low-Frequency-Ereignisse und Hybridbeben, die auf eine Bewegung von Magma im Untergrund hindeuten. Ein wachsender Lavadom ist derzeit allerdings noch nicht eindeutig nachgewiesen.
Die Aschewolke heute zeigt, dass das Fördersystem weiterhin aktiv ist. Sollte sich die Seismizität erneut verstärken und zunehmend, wäre dies ein wichtiges Signal für einen möglichen Übergang von der explosiven zur effusiven Domaktivität. Historisch folgte dieser Übergang 2013 erst nach mehreren Monaten.








