Sinabung mit anhaltender Tätigkeit

Sinabung bleibt aktiv – Parallelen zur Eruptionsphase von 2013

Am Sinabung auf Sumatra hält die aktuelle eruptive Phase an. Nachdem der Vulkan am 31. August erstmals seit fünf Jahren wieder explosiv ausgebrochen war, wurden auch am 4. September wieder Ascheemissionen registriert. Die aktuelle VAAC-Darwin-Warnung basiert auf Satellitenbeobachtungen von Himawari-9. Um 04:30 UTC wurde eine Aschewolke festgestellt, die sich vom Gipfel nach Osten erstreckte und bis auf einer Höhe von gut 4,3 Kilometer aufstieg. Die Asche driftete mit einer Geschwindigkeit von 9 km/h ostwärts. Es wurden auch weitere Erdbeben festgestellt, deren Anzahl im Vergleich zu den Vortagen allerdings abgenommen hat.

Sinabung 2014. © Marc Szeglat

Besonders interessant wird die aktuelle Entwicklung am Sinabung durch einen Blick auf die Eruptionsgeschichte des Vulkans. Nach dem Erwachen aus einem langen Schlaf im Jahr 2010 blieb die Aktivität erst einmal auf explosive und überwiegend phreatische Eruptionen beschränkt. Die Aktivität schlief nach kurzer Zeit wieder ein, doch der Sinabung war weiter fumarolisch aktiv.  Ein Lavadom entstand damals noch nicht. Erst die Aktivitätsphase von 2013 leitete die Entwicklung ein, die schließlich zur lang anhaltenden Domaktivität führte.

Zwischen den ersten explosiven Eruptionen im September 2013 und dem Erscheinen des ersten Lavadoms am 18. Dezember lagen gut drei Monate. Die phreatomagmatische Phase dauerte dabei insgesamt bis zum 18. Dezember. An diesem Tag wurde erstmals die extrusion eines neuen Lavakörpers am Gipfelkrater beobachtet.

Für die gegenwärtige Situation ist dieser Vergleich interessant. Auch jetzt gingen den Explosionen bereits Veränderungen der Seismizität voraus. Registriert wurden unter anderem tiefe vulkanische Beben, Low-Frequency-Ereignisse und Hybridbeben, die auf eine Bewegung von Magma im Untergrund hindeuten. Ein wachsender Lavadom ist derzeit allerdings noch nicht eindeutig nachgewiesen.

Die Aschewolke heute zeigt, dass das Fördersystem weiterhin aktiv ist. Sollte sich die Seismizität erneut verstärken und zunehmend, wäre dies ein wichtiges Signal für einen möglichen Übergang von der explosiven zur effusiven Domaktivität. Historisch folgte dieser Übergang 2013 erst nach mehreren Monaten.

Sinabung: Anhaltende Ascheeruptionen am 2. August

Sinabung zeigt wieder deutlich erhöhte Aktivität – Anstieg vulkanotektonischer Erdbeben

Am indonesischen Vulkan Sinabung auf Sumatra hält die vulkanische Aktivität, die am 31. August begann, weiter an. Besonders auffällig ist die zunehmende vulkanotektonische Erdbebentätigkeit, die auf anhaltende Magmaakkumulation im vulkanischen System hindeutet. Das seismische Netzwerk des VSI registrierte am 1. September innerhalb von 24 Stunden insgesamt 22 tiefe vulkanische Erdbeben. Hinzu kamen 26 starke Entgasungen, ein niederfrequentes Beben, ein Hybridbeben sowie drei Episoden kontinuierlichen Tremors. Es war der stärkste Anstieg der Seismizität seit Beginn der Unruhen im Sommer und ein möglicher Indikator für eine kurz bevorstehende Intensivierung der eruptiven Tätigkeit des Sinabung.



Sinabung

Der Vulkan war aber nicht nur seismisch tätig, sondern setzte auch seine explosive Aktivität fort. Nach Angaben des VAAC Darwin wurde am 2. September eine Aschewolke bis in eine Höhe von etwa FL140, also gut 4.300 Meter über dem Meeresspiegel, gemeldet. Die letzte entsprechende Beobachtung erfolgte um 02:20 Uhr UTC. Die Asche wurde in südwestliche Richtungen verfrachtet. Das VAAC geht deshalb davon aus, dass die Ascheemissionen weiter andauern.

Auch bodengestützte Beobachtungen bestätigen die anhaltende Aktivität. Am 1. September stieg aus dem Krater eine weißlich bis graue, teils mäßig bis dicht erscheinende Dampfwolke auf, die Höhen von bis zu etwa 600 Metern über dem Gipfel erreichte.

Die mit Beginn der Eruptionen angekündigten Evakuierungen wurden gestern teilweise umgesetzt, als 615 Bewohner des Dorfes Kuta Tengah in eine Notunterkunft im Dorf Sukatepu gebracht wurden. Die Evakuierung erfolgte als Reaktion auf die erhöhte Aktivität und die Ausweitung der Gefahrenzone. Das ebenfalls gefährdete Dorf Payung wurde dagegen zunächst nicht geräumt: Die Bewohner blieben in ihren Häusern, standen jedoch unter erhöhter Alarmbereitschaft und wurden von Einsatzkräften überwacht. Die Behörden haben damit begonnen, die Bevölkerung aus besonders gefährdeten Gebieten herauszuführen. Für die bereits umgesiedelten Dörfer sowie für das Gebiet innerhalb von drei Kilometern um den Gipfel und einen bis zu sechs Kilometer weit reichenden Sektor im Südosten gilt ein Betretungsverbot.

Die Behörden warnen vor dem Betreten der bereits evakuierten Dörfer sowie vor Aktivitäten innerhalb eines Radius von drei Kilometern um den Gipfel. Für den südöstlichen Sektor gilt eine erweiterte Sperrzone von sechs Kilometern. Zusätzlich besteht bei starken Niederschlägen die Gefahr von Laharen in den Flusstälern, die am Vulkan entspringen.

Sinabung: Initiale Eruption löst Evakuierungen aus

Sinabung mit Initialeruption: Angst vor stärkeren Vulkanausbrüchen verursacht Evakuierungen

Nachdem der Vulkan Sinabung gestern aktiv geworden ist und weit über eine Stunde lang Asche ausgestoßen hat, gehen indonesische Vulkanüberwachungsbehörden davon aus, dass es sich bei dem Vulkanausbruch um eine initiale Eruption gehandelt hat und es zu einer Phase stärkerer Eruptionen kommen könnte. Daher sollen im Norden Sumatras heute erste Dörfer evakuiert werden, die am Fuß des Vulkans liegen. Dem Ausbruch am 31. August ging eine deutliche Zunahme der Seismizität voraus, was auf den Aufstieg von Magma hindeutet. Die indonesische Vulkanüberwachungsbehörde PVMBG erhöhte deshalb die Warnstufe von Level II „Waspada“ (Wachsamkeit) auf Level III „Siaga“ (Alarm).



Die Eruption begann um 10:17 Uhr Ortszeit. Dabei stieg eine dichte Aschesäule 3.500 Meter über den Gipfel auf, der auf etwa 2.460 Metern über dem Meeresspiegel liegt. Damit erreichte die Eruptionswolke eine Höhe von ungefähr 5.960 Metern über dem Meeresspiegel. Starker Wind drückte die Aschewolke nieder und verdriftete sie, so dass sie ohne Wind deutlich höher aufgestiegen wäre. Auf dem Seismogramm wurde während des Ausbruchs eine maximale Amplitude von 120 Millimetern registriert.

Thermsiche Anomalien. © Copernicus

Die Eruption kam nicht ohne Vorankündigung: In den letzten Wochen wurde eine Zunahme der Erdbebentätigkeit festgestellt. Vor Beginn der Eruption wurden 85 vulkanische Erdbeben, ein Explosionsbeben und ein langanhaltender harmonischer Tremor registriert. Bereits im gesamten August hatte sich eine erhöhte Seismizität gezeigt. Besonders auffällig waren 141 tiefe vulkanische Erdbeben sowie 29 niederfrequente Ereignisse und mehrere hybride Erdbeben. Darüber hinaus wurden wiederholt thermische Signale registriert. Auf einem SWIR-Bild des Sentinel-2L-Satelliten von Copernicus waren bereits am 28. August 2 thermische Anomalien zu erkennen gewesen, die auf die Bildung neuer Schlote im Nordwesten der Kraterbasis des Vulkans hinwiesen, der für seinen Lavadom bekannt ist. Inwiefern dieser nun wieder aktiv wird, bleibt abzuwarten.

Auch heute, am 1. September, wurden weitere Ascheemissionen festgestellt. Nach Angaben des VAAC Darwin erreichte die Aschewolke zuletzt Flugfläche FL140, entsprechend etwa 4.300 Metern Höhe. Satellitenbilder von Himawari-9 sowie Meldungen aus der Luft und von Bodenbeobachtern bestätigten das Vorhandensein von Vulkanasche. Die Wolke bewegte sich mit etwa 9 km/h nach Südosten.

Die Behörden warnen ausdrücklich davor, die aktuelle Eruption als abgeschlossen zu betrachten. Das PVMBG bezeichnet den Ausbruch als Initialphase und schließt eine stärkere Eruption nicht aus. Innerhalb eines Radius von drei Kilometern um den Gipfel gilt ein Betretungsverbot; für den Südostsektor wurde die Sperrzone auf sechs Kilometer ausgeweitet. Zusätzlich besteht eine Gefahr durch Lahare entlang der Flüsse, die am Sinabung entspringen.

Die Katastrophenschutzbehörde von Nordsumatra bereitete gestern vorsorglich die Evakuierung von 2.451 Menschen vor. Betroffen sind die Dörfer Payung mit 2.051 Einwohnern und Kuta Tengah mit rund 400 Bewohnern. Sie sollen heute nach Batukarang beziehungsweise Sukatepu gebracht werden.

Sinabung: Erste Eruption seit 5 Jahren

Sinabung eruptiert explosiv – Vulkanasche steigt 3500 m über Kraterhöhe auf

Der indonesische Vulkan Sinabung auf Sumatra ist am Montagvormittag zum ersten Mal seit gut 5 Jahren ausgebrochen. Gegen 10:17 Uhr Ortszeit ereignete sich eine explosive Eruption, bei der eine dichte, schwarze Aschewolke bis zu 3.500 Meter über den Gipfel aufstieg. Damit erreichte die Wolke eine Höhe von fast 6000 Metern über dem Meeresspiegel. Die Asche wurde vom Wind in Richtung Osten und Südosten verfrachtet. Auffällig sind die hohe Amplitude des begleitenden Explosionsbebens sowie die Tatsache, dass der Vulkanausbruch zum Zeitpunkt seiner Meldung durch den VSI bereits mehr als eine Stunde lang anhielt und noch andauerte.


Sinabung

Der Ausbruch kommt nicht völlig überraschend. In den vergangenen Tagen hatte sich die Aktivität des Sinabung bereits verändert und war während des Beobachtungszeitraums vom 25. bis 31. August zunehmend auffällig geworden, was sich in einer Zunahme der Seismizität und erhöhtem Gasausstoß äußerte. Die Behörden hatten deshalb bereits zuvor Einschränkungen für den Zugang zum Vulkan verhängt. Auch der beliebte Lau-Kawar-See und ein angrenzender Campingplatz wurden bereits vor der Eruption geschlossen.

Trotz der nun deutlich sichtbaren Eruption wurde die Alarmstufe zunächst nicht erhöht. Der Sinabung steht weiterhin auf Level II („Waspada“/Wachsamkeit). Die Behörden untersagen Aktivitäten innerhalb eines Radius von drei Kilometern um den Gipfel. Für die Süd- und Südostflanke gilt zusätzlich eine sektorale Sperrzone bis 4,5 Kilometer Entfernung.

Die Alarmstufe wurde nach dem beschriebenen Seismizitätsanstieg bereits Anfang August erhöht (Vnet berichtete). Mitte August registrierte das PVMBG eine erneute Zunahme verschiedener Erdbebenarten, darunter tiefe vulkanische Beben, Entgasungsbeben sowie Low-Frequency- und Hybridbeben. Gleichzeitig wurden zunehmend stärkere und höhere Dampf- und Gasemissionen aus dem Krater beobachtet.

Am 13. August wurde deshalb die Sperrzone ausgeweitet: Aktivitäten sind nun innerhalb von 3 km um den Gipfel sowie in einem 4,5-km-Sektor südöstlich des Vulkans untersagt.

Für die Bevölkerung besteht insbesondere die Gefahr von Ascheniederschlag, der vornehmlich in vorherrschender Windrichtung im Osten und Südosten des Vulkans erwartet wird. Darüber hinaus warnen die Behörden vor möglichen pyroklastischen Strömen und Laharen. Besonders bei starken Niederschlägen können vulkanische Ablagerungen in den Flussläufen mobilisiert werden.

Der Sinabung gehört zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens. Nach jahrelanger Ruhe erwachte er 2010 überraschend wieder und entwickelte anschließend eine lang anhaltende eruptive Phase, die durch Domwachstum und zahlreiche Abgänge pyroklastischer Ströme geprägt war. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass der Vulkan auch 2026 weiterhin aktiv ist und kurzfristig erneut stärkere explosive Ereignisse produzieren kann.

Weiterführender Link: Fotoreportage Sinabung im Jahr 2014

Sinabung: Warnung am gefährlichen Domvulkan ausgegeben

Zunahme seismischer Aktivität am Sinabung schürt Sorge vor erneuter Dombildung – Katastrophenschutz gibt Warnung aus

Am indonesischen Vulkan Sinabung auf Sumatra registrieren Vulkanologen vom VSI Anzeichen einer Aktivitätssteigerung, die sich in erster Linie in Form einer Zunahme vulkanotektonischer Erdbeben äußerte. Darüber hinaus wurden auch Niederfrequenzerdbeben, Tornillos und seismische Signale registriert, die durch Gasexhalationen zustande kamen. Eine Dampfwolke stieg bis zu 600 m hoch auf. Daraufhin gab das PVMBG (Zentrum für Vulkanologie und geologische Katastrophenvorsorge) eine Warnung aus und wies darauf hin, das Sperrgebiet nicht zu betreten. Der Alarmstatus blieb auf 2 bzw. Gelb.

Sinabung 2014

Die höchste Anzahl an Erdbeben wurde am 1. August registriert, als das seismische Netzwerk neben 7 VT-Erdbeben und einem Niederfrequenzerdstoß auch einen Tornillo registrierte. Diese selten auftretenden Erdbebensignale kündigten am Galeras spontane Explosionen an. Am 5. August wurden unter anderem fünf tiefe vulkanische Beben mit vergleichsweise hoher Amplitude aufgezeichnet.

Die Zunahme der Seismizität ist insofern beunruhigend, da am Sinabung sowohl phreatische Dampfexplosionen als auch magmatische Eruptionen möglich sind. Besonders gefürchtet ist die Bildung eines neuen Lavadoms. Aber auch jede Form explosiver Tätigkeit könnte zu Kollapserscheinungen des alten Domgebildes sorgen, was dementsprechend starke Schuttströme verursachen würde. Wahrscheinlich würden keine pyroklastischen Ströme entstehen, da der Dom der Eruptionsphase von 2010 weitestgehend abgekühlt sein sollte.

Damals erwachte der Sinabung – der unweit der gigantischen Toba-Caldera auf Sumatra liegt – aus einer gut 400 Jahre dauernden Ruhezeit und erzeugte zunächst phreatische Ausbrüche und entwickelte anschließend eine der bedeutendsten Eruptionsserien, die Indonesiens in diesem Jahrhundert heimsuchte. Die Eruption wurde durch die Bildung eines Lavadoms geprägt, der eine Reihe pyroklastischer Ströme und Lahare hervorbrachte, die mehrere Kilometer Entfernung zurücklegten, Infrastruktur zerstörten und Todesopfer forderten.

Seit März 2024 gilt am Sinabung die Warnstufe „2“. Das PVMBG untersagt Aktivitäten innerhalb eines Radius von zwei Kilometern um den Gipfel. Für den südöstlichen Sektor wurde aufgrund der bevorzugten Abflusswege pyroklastischer Ströme eine erweiterte Sperrzone von 3,5 Kilometern eingerichtet.

Vulkan-News 28.07.21: Great Sitkin, Sinabung

Heute ist scheinbar „S“-Tag und es stehen Vulkane wie Sinabung, Semeru und Stromboli im Fokus der Berichterstattung. Am Rande sei erwähnt, dass es am isländischen Bardarbunga 2 Beben mit Magnituden größer 3 gab.

Sinabung: Asche in 7000 m Höhe

Staat: Indonesien | Koordinaten: 3.17, 98.39 | Eruption: Dom

Der Sinabung erzeugte heute Morgen eine größere Eruption, bei der Asche bis auf einer Höhe von 7000 m aufstieg. Die Aschewolke driftete in westlicher Richtung.  Bei der Eruption kam es auch zu einem Pyroklastischem Strom. Weitere Details sind bisher nicht bekannt. Zuvor wurden 13 vulkanisch bedingte Erdbeben registriert. Darunter befand sich ein Tornillo. Diese werden am Sinabung vor Eruptionen häufiger registriert. Bei einem Tornillo handelt es sich um ein spezielles seismisches Signal, dass auf dem Seismogram wie eine Schraube aussieht. Tornillos fielen den Vulkanologen erstmals vor der Eruption des Galeras im Jahr 1993 auf und gelten seitdem als Warnsignal vor explosiven Eruptionen.

Great Sitkin: Domwachstum

Staat: USA | Koordinaten: 52.05-176.116 | Eruption: Vulcanianisch

Das AVO informierte heute über Domwachstum am Vulkan Great Sitkin. Der Dom hat einen Durchmesser von 150 m erreicht und wächst seit dem 22. Juli. Explosive Eruptionen gab es bisher nicht, könnten allerdings jederzeit einsetzten.

Der Vulkan zählt zu den aktivsten Feuerbergen der Aleuten und eruptierte zuletzt im Mai.

Semeru eruptiert Asche

Staat: Indonesien | Koordinaten: -8.108, 112.92 | Eruption:  Dom

Auf Java eruptiert der Semeru weiterhin Vulkanasche. Das VAAC detektierte sie in einer Höhe von 43000 m. Das VSI registrierte gestern 43 Eruptionen. Die Seismik ist gering, bzw. nicht vorhanden.

Stromboli: Lavaspattering

Staat: Italien | Koordinaten: 38.79, 15.21 | Eruption: Strombolianisch

Der Stromboli liefert seinen Besuchern derzeit das relativ harmlose Schauspiel schwacher-moderater strombolianischer Eruptionen, doch die Situation könnte sich bald ändern. Livecam-Aufnahmen zeigten gestern Abend eine kurze Periode mit Lavaspattering aus dem nördlichsten Schlot. Sie manifestierte sich im Anschluß einer Eruption. Sollten sich diese Ereignisse häufen, könnten sie einer Phase erhöhter Aktivität vorangehen. Bisher sind die Parameter allerdings unauffällig und der Aktivitätsindex steht beim LGS auf „low“. Einzig die Anzahl thermischer Durchgänge ist mit 190 Ereignissen hoch gewesen.

Suwanose-jima: Seismizität hoch

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Vulcanianisch

Nach ein paar recht stillen Tagen zog die Aktivität am Suwanose-jima gestern wieder an. Das VAAC brachte 8 VONA-Warnungen vor Vulkanasche heraus. Sie stieg bis auf einer Höhe von 3700 m auf. Die Seismizität ist hoch: vorgestern wurden 187 vulkanotektonische Beben registriert.

Vulkan-Nachrichten 16.07.21: Ätna, Fagradalsfjall

Nach einer mehrtägigen Pause ereignete sich am Ätna ein neuer Paroxymus. Am Fagradalsfjall ist der Tremor rückläufig. Südlich von Australien ist der Heard aktiv geworden.

Ätna: Paroxysmus No 54

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 |Eruption: Paroxysmus

Am Mittwoch Vormittag ereignete sich ein weiterer Paroxysmus am Ätna. Der Höhepunkt der Eruption wurden gegen 11.40 Uhr UCT erreicht. Es stieg eine hohe Lavafontöne auf und die Aschewolke erreichte eine Höhe von mehr als 9000 m. Mittarbeiter vom INGV berichteten, dass große Bomben auf der Südflanke der Bocca Nuova einschlugen. Die Bodendeformation betrug ca. 1 µrad. Sie wurde von schnell aufsteigendem Magma verursacht. Die Tremoramplitude erreichte sehr hohe Werte. Der Tremor ging von einem Gebiet unter dem Südostkrater aufsund befand sich auf einer Höhe von 2900-3000 m. MIROVA registrierte eine sehr hohe Thermalstrahlung mit mehr als 6000 MW Leistung. Aktuell liegt sie bei moderaten 54 MW. Der Tremor fluktuiert im gelben Bereich.

Fagradalsfjall: Wetter schlecht

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch

Auf Island ist das Wetter weiter schlecht und die Livecams sind blind. Das Gleiche gilt für die Sensoren der Satelliten, so dass keine Wärmestrahlung angezeigt wird. Die Tremor-Amplitude ist gestern steil abgefallen, allerdings wird noch schwacher Tremor registriert. Entsprechend wird die Aktivität an der Oberfläche nachgelassen haben. Bis zum Abfallen der Tremor-Amplitude gab es Lavapulse nebst kleinen Lavafontänen. An der Oberfläche flossen Lavaströme.

Fuego: Häufige Eruptionen

Staat: Guatemala | Koordinaten: 14.47, -90.88 | Eruption: Vulcanianisch

Am guatemaltekischen Fuego steigerte sich die Ausbruchshäufigkeit. INSIVUMEH berichtet von 8-15 Explosionen pro Stund. Aschewolken steigen bis auf 4800 m Höhe auf. In mehreren Dörfern kommt es zu Ascheniederschlag und man hört Explosionsgeräusche. Durch Schluchten gehen Schuttlawinen ab.

Am benachbarten Vulkan Pacaya sind alle Parameter zurückgegangen und es gibt nur fumarolische Aktivität.

Heard: Hohe Thermalstrahlung

Staat: Australien | Koordinaten: -51.10, 73.50 | Eruption: Vulcanianisch

Am Antarktischen Vulkan Heard wird heute eine hohe Thermalstrahlung registriert. Sie bringt es auf 130 MW und es ist davon auszugehen, dass der Vulkan aktiv geworden ist.

Sinabung: Ascheeruption

Staat: Indonesien | Koordinaten: 3.17, 98.39 | Eruption: Dom

Am Sinabung auf Sumatra ereignete sich am 13. Juli eine Ascheeruption aus zwei neuen Schlot auf der Westseite des Vulkans. Das Ereignis konnte vom Dorf Susuk aus beobachtet werden. Die Seismizität ist niedrig-moderat. Es werden einige vulkanisch bedingte Erdbeben registriert, allerdings nur wenige Steinschlag-Signale. Es sieht so aus, als hätte sich die Aktivität vom effusiven Domwachstum hin zu explosiven Eruptionen verlagert.

White Island: Dampfwolken gesichtet

Staat: Neuseeland | Koordinaten: -37.52, 177.18 | Eruption: Vulcanianisch

Der Vulkan in der neusseländischen Bay of Plenty, stieß gestern große Dampfwolken aus. Sie stammten aus dem Bereich des Kraters, der bei der phreatomagmatischen Eruption von 2019 geformt wurde. Vulkanologen von GEONET vermuten, dass aufsteigende Magmatischen Fluide den Vulkan anheizen.

Vulkan-News 07.06.21: Karymsky, Sabancaya, Sinabung

In den Vulkan-Nachrichten vom 07. Juni werden die Asche speienden Vulkane Karymsky, Sabancaya und Sinabung thematisiert. Aber auch vom Montagne Pelée gibt es Neues zu berichten.

Karymsky eruptiert Vulkanasche

Staat: Russland | Koordinaten: 54.048159.441 | Eruption:  Vulcanianisch

Im fernen Kamtschatka ist der Vulkan Kaymsky wieder ausgebrochen und eruptierte relativ große Aschewolken. Laut VAAC erreichte die Asche Höhen von bis zu 8.800 m. Sie driftete in Richtung Nordosten. Seit gestern gab es 4 Vona-Warnungen. Lange Zeit galt der Karymsky als daueraktiv, doch seit einigen Jahren erzeugt er nur noch sporadisch Eruptionsphasen. In diesem Jahr brachte das VAAC 18 Warnungen zum Karymsky heraus.

Montagne Pelée: Seismizität stabil

Staat: Martinique | Koordinaten: 14.82-61.17° | Eruption:  Vulcanianisch

Zwischen dem 28. Mai 2021 und dem 4. Juni 2021 registrierte das OVSM 11 vulkanotektonische Erdbeben mit einer Magnitude von weniger als 0,2. Diese Beben fanden im Inneren des Vulkangebäudes zwischen Meereshöhe und 500 m über dem Meeresspiegel statt. In der Vorwoche wurden 7 Beben registriert. Die Erschütterungen sind im Bereich der Mikroseismik anzusiedeln und werden wahrscheinlich von magmatischen Fluiden hervorgerufen, die sich im Untergrund bewegen. Seit 2019 werden Anzeichen registriert, die ein erwachen des Vulkans signalisieren. Dazu gehört auch eine Region auf der Vulkanflanke, in der die Vegetation verdorrte.

Sabancaya weiter aktiv

Staat: Peru| Koordinaten: -15.79-71.86 | Eruption:  Vulcanianisch

In Peru ist es der Sabancaya, der regelmäßig ausbricht. Jetzt veröffentlichte das zuständige Observatorium (INGEMMET) neue Fotos, die die Eruptionen dokumentieren. Täglich gibt es mehrere Vulkanausbrüche, bei denen die Asche bis auf einer Höhe von knapp 9000 m aufsteigt.

Sinabung erzeugt größere Eruption

Staat: Indonesien | Koordinaten: 3.17, 98.39 | Eruption: Dom

Der Sinabung auf Sumatra stimmt in den Reigen der Meldungen über Aschewolken ein, indem er Asche bis auf 9100 m Höhe aufsteigen ließ. Der Wind verfrachtete die Aschewolke in nordwestlicher Richtung. Zuvor zog die Seismizität wieder deutlich an. So wurden gestern gut 120 hybride Erdbeben registriert. Bis jetzt ist es unklar, ob auch ein Pyroklastischer Strom entstand. In umliegenden Ortschaften regneten Asche und Lapilli nieder.

Vulkan-Nachrichten 02.06.21: Ätna, Fagradalsfjall, Fuego

Während der Ätna weiter auf sich Warten lässt, ist der Fagradalsfjall wieder zu guter Form aufgelaufen. Das Gleiche gilt für den Fuego, der seine Eruptions-Frequenz steigerte. Am Suwanose-jima kam es ebenfalls zu einer interessanten Eruption

Ätna: Tremor steigt

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 |Eruption: Paroxysmus | Link Ätna

Heute Morgen steigt der Tremor bis an die Grenze des gelben Bereichs. Noch ist es zu früh, um sagen zu können, dass ein neuer Paroxysmus am Start ist, doch die Indikatoren sind positiv. Dazu zählt, dass das LGS eine deutliche Zunahme strombolianischer Eruptionen detektierte. Leider hängt der Vulkan zeitweise in den Wolken, so dass die Livecams derzeit nur bedingt etwas hergeben, doch das kann sich ja schnell ändern.

Fagradalsfjall: Tremor hoch

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch| Link Fagradalsfjall

Nach dem Zusammenklappen der Tremor-Amplitude am Wochenende, hat sie sich wieder gut erholt und Werte eingenommen, wie sie für die letzten Wochen typisch waren. Der Lava-Ausstoß wird mit 10,8 Kubikmeter pro Sekunde beziffert. Damit liegt er etwas unter den Spitzenwerten, ist für die kleine Eruption aber respektabel. Insgesamt wurden bis jetzt 52 Millionen Kubikmeter Lava gefördert. Sie bedecken eine Fläche von 2,5 Quadratkilometern. Die Werte stammen von der Universität Island.

Fuego steigert Takt

Staat: Guatemala | Koordinaten: 14.47, -90.88 | Eruption: Vulcanianisch | Link Fuego

Der Fuego in Guatemala ist deutlich aktiver geworden. Laut INSIVUMEH  steigerte er sich auf 11-14 Eruptionen pro Stunde. Glühende Tephra wird bis zu 300 m über den Krater ausgespien. Vulkanasche erreicht eine Höhe von bis zu 4700 m. Sie wird vom Wind 15 km weit in südlicher Richtung verteilt. Starke Explosionen verursachen Schockwellen, die Fenster und Türen in umliegenden Dörfern vibrieren lassen. Ständige Blocklawinen wurden in Richtung der Schluchten Ceniza, Taniluya, Trinidad und Santa Teresa beobachtet. Das Material erreicht zum Teil den Vegetationsrand.

Sinabung: Aktivität niedrig

Staat: Indonesien | Koordinaten: 3.17, 98.39 | Eruption: Dom| Link Sinabung

Der Sinabung auf Sumatra glänzt gerade durch seine Unauffälligkeit. Die Daten vom VSI deuten darauf hin, dass der Lavadom sein Wachstum eingestellt hat. In den letzten Tagen gingen keine Schuttlawinen mehr ab. Es werden aber noch vulkanisch bedingte Erdbeben aufgezeichnet.

Suwanose-jima mit Ascheeruption

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Vulcanianisch | Link Suwanose-jima

Heute manifestierte sich am japanischen Inselvulkan Suwanose-jima eine etwas größere Eruption. Das VAAC detektierte Vulkanasche in einer Höhe von 4000 m. Die Aschewolke driftete in nördlicher Richtung. Es gab zahlreiche kleinere Eruptionen. Der Tremor ist hoch.