USA: Dramatische Überflutungen in Texas

Lebensgefährliche Überflutungen in Texas – Guadalupe River tritt erneut über die Ufer

Nur gut ein Jahr nach der verheerenden Flutkatastrophe am Guadalupe River, bei der das Camp Mystic zerstört wurde und 28 Personen ihr Leben verloren, erlebt das Texas Hill Country erneut eine dramatische Hochwasserkatastrophe. Die US-Wetterbehörde rief am 16. Juli für Teile des Einzugsgebiets des Guadalupe River eine „Flash Flood Emergency“ aus – die höchste Warnstufe bei Sturzfluten. Bewohner entlang des Flusses und seiner Nebengewässer wurden aufgefordert, unverzüglich höher gelegenes Gelände aufzusuchen. Besonders betroffen sind die Countys Kerr und Kendall sowie die Orte Hunt, Ingram, Kerrville, Comfort, Center Point und Boerne.

Auslöser der neuen Flutwelle sind außergewöhnlich intensive Niederschläge, die seit mehreren Tagen über Zentral-Texas niedergehen und die bis dato herrschende Trockenheit ablösten. Zwar herrschte in dem von den Fluten betroffenen Gebiet keine starke Dürre, dennoch waren die oft kalkigen Böden ausgetrocknet, was zu Anfang der Niederschläge ein rasches Ablaufen des Wassers und ein erstes Ansteigen des Gewässerpegels begünstigte. Inzwischen summierten sich die Regenmengen auf mehr als 250 bis 380 Millimeter, was die Böden sättigte, weshalb erneut ein Großteil des Wassers unmittelbar oberflächlich abfließt und sich in den Flussläufen sammelt.

Der Guadalupe River reagiert auf solche Wetterlagen äußerst empfindlich: Sein Einzugsgebiet ist von steilen Hängen und felsigem Untergrund geprägt, sodass sich das Wasser innerhalb kurzer Zeit zu einer mächtigen Flutwelle kumulieren kann. An einzelnen Pegeln stieg der Fluss innerhalb weniger Stunden um fast zehn Meter an.

Die Ereignisse wecken unweigerlich Erinnerungen an die Katastrophe vom 4. Juli 2025. Damals hatte extremer Starkregen den Guadalupe River innerhalb von weniger als einer Stunde anschwellen lassen. Besonders tragisch war das Schicksal des christlichen Sommercamps Camp Mystic nahe Hunt. In den frühen Morgenstunden überraschte die Flut die Bewohner des Camps. Zahlreiche Mädchen und Betreuer kamen ums Leben, insgesamt forderte die Hochwasserkatastrophe im Texas Hill Country mehr als einhundert Todesopfer. Die Bilder der Verwüstung gingen um die Welt und lösten eine Debatte über Frühwarnsysteme und Katastrophenschutz aus.

Meteorologisch ähnelt die aktuelle Lage der des Vorjahres. Wieder sorgt ein nahezu stationäres Tiefdruckgebiet mit feuchtwarmer Luft vom Golf von Mexiko für zahlreiche Gewitter über demselben Gebiet. Die langsame Verlagerung der Gewitterzellen führt zu sogenannten „Training Storms“, bei denen mehrere Gewitter hintereinander dieselben Regionen treffen und innerhalb weniger Stunden große Niederschlagsmengen hervorbringen.

Im Gegensatz zum letzten Jahr reagierten die Behörden diesmal deutlich früher und veröffentlichte Warnmeldungen und ordneten Evakuierungen an. Zudem kam es bereits früh zu Straßensperrungen. Auch die Bevölkerung ist seit der Tragödie des vergangenen Jahres sensibilisiert. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um eine Katastrophe ähnlichen Ausmaßes zu verhindern, wird sich erst zeigen.

China: Katastrophale Zustände nach Taifun Bavi

Taifun Bavi löst schwere Überschwemmungen im Norden Chinas aus – Naturkatastrophe findet bei uns kaum Beachtung

Nach dem Durchzug des Taifuns Bavi kämpfen weite Teile Nord- und Nordostchinas mit schweren Überschwemmungen. Besonders betroffen sind die Provinzen Hebei, Liaoning und Jilin, wo sintflutartige Regenfälle Flüsse über die Ufer treten ließen. In der Folge verwandelten sich Straßen in reißende Ströme. Der Verkehr brach vielerorts zusammen. Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen, während Einsatzkräfte gegen Hochwasser und Sturzfluten ankämpfen.

Nachdem Bavi, über den Vnet bereits mehrfach berichtete, zunächst die Ostküste Chinas erreicht hatte, zog das Sturmsystem ins Landesinnere und brachte außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen mit sich. Obwohl der Taifun auf seinem Weg nach Norden an Windstärke verlor und auf einen Tropensturm herabgestuft wurde, blieb sein enormes Regenpotenzial erhalten. In mehreren Regionen fielen innerhalb kurzer Zeit Niederschlagsmengen, die weit über dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Besonders dramatisch entwickelte sich die Lage im Kreis Kuancheng in der Provinz Hebei, die bereits zuvor von außergewöhnlich starken Monsunniederschlägen heimgesucht worden war. Dort standen Straßen zeitweise mehr als zwei Meter unter Wasser, was nicht nur durch Social-Media-Beiträge dokumentiert wurde, sondern was auch Behörden offiziell bestätigten. Fahrzeuge wurden von den Fluten wie Spielzeuge mitgerissen, Keller und Erdgeschosse zahlreicher Gebäude liefen voll. Rund 1.800 Einwohner waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten und mussten von Rettungskräften versorgt werden.

Auch die Millionenstadt Shenyang in der Provinz Liaoning wurde von den Wassermassen getroffen. Videos zeigen brusttief überflutete Hauptverkehrsstraßen, auf denen Menschen mit Kajaks oder Stand-up-Paddle-Boards unterwegs waren. Zahlreiche Fahrzeuge blieben in den Fluten stecken, Unterführungen liefen voll und der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt.

Die Behörden reagierten mit umfangreichen Schutzmaßnahmen. In den besonders gefährdeten Gebieten wurden mehr als 260.000 Menschen vorsorglich evakuiert. Schulen blieben geschlossen, zahlreiche Bahnverbindungen wurden gestrichen oder unterbrochen, um Reisende nicht zusätzlich zu gefährden. Für Teile Liaonings galt zeitweise die höchste Warnstufe vor Sturzfluten.

Meteorologen warnen, dass die Gefahr trotz der Abschwächung des Taifuns noch nicht gebannt ist. Die wassergesättigten Böden erhöhen das Risiko weiterer Überschwemmungen sowie von Erdrutschen und Murgängen. Vor allem in den Provinzen Liaoning, Jilin, Hebei sowie in Teilen von Shandong, Jiangsu und Anhui werden weitere kräftige Regenfälle erwartet.

China wird in den Sommermonaten regelmäßig von Taifunen heimgesucht. Treffen tropische Wirbelstürme auf feuchtwarme Luftmassen über dem Festland, können sie selbst nach ihrer Abschwächung noch enorme Regenmengen freisetzen. Die aktuellen Ereignisse verdeutlichen erneut, dass nicht nur Sturmwinde, sondern vor allem lang anhaltender Starkregen die größten Schäden verursachen und den Katastrophenschutz vor erhebliche Herausforderungen stellen.

China: Taifun Bavi zwingt Millionen zur Flucht

Taifun Bavi verschärft die Hochwasserlage in China – spektakuläre Rettung in den Fluten sorgt für Aufsehen

Der von Guam über die Philippinen kommende Taifun Bavi erreicht nun das chinesische Festland und droht, die sowieso bereits prekäre Hochwassersituation deutlich zu verschärfen. Bereits in den letzten Wochen haben sintflutartige Monsunregenfälle zahlreiche Flüsse anschwellen lassen und sogar einen Staudamm beschädigt. Viele Städte sind in den Bereichen der Flussufer überflutet und Straßen verwandelten sich in reißende Ströme. Zudem kam es zu Erdrutschungen. Besonders betroffen sind der Nordosten und der Osten des Reiches der Mitte. Heute wurden für 1,8 Millionen Chinesen Evakuierungsanordnungen ausgegeben.

Bavi entwickelte sich zunächst weit östlich der Philippinen zu einem kräftigen Tropensturm und verstärkte sich später zu einem Taifun. Auf seinem Weg zog das System aus Richtung Guam über den westlichen Pazifik und beeinflusste anschließend die Philippinen. Obwohl der Taifun die Inselgruppe nicht direkt mit seinem Zentrum überquerte, sorgten seine äußeren Regenbänder und die Verstärkung des Südwestmonsuns für intensive Niederschläge. Vor allem im Norden der Philippinen kam es zu Überschwemmungen, Erdrutschen und gefährlichen Bedingungen auf See. Zahlreiche Bewohner mussten sich auf Evakuierungen vorbereiten.

Anschließend verlagerte sich Bavi weiter nach Norden in Richtung Taiwan und China. Dort trifft der Taifun auf eine bereits durch den Sommermonsun belastete Hochwasserlage. Die Kombination aus feuchter Monsunluft und zusätzlichen Niederschlägen durch den Tropensturm erhöht das Risiko weiterer Überflutungen. Besonders gefährdet sind tiefer gelegene Gebiete, Flussniederungen und Regionen, in denen Böden und Wasserläufe bereits stark gesättigt sind. Neben den erwarteten Wassermassen gefährden starke Winde Menschen und Infrastruktur. Zwar schwächte sich der Taifun ab, doch er verfügt weiter über ein großes Schadenspotenzial: In seinem Inneren herrschen Windgeschwindigkeiten von 144 km/h. Böen sind bis zu 200 km/h schnell.

Video von Rettungsaktion geht viral

Für internationale Aufmerksamkeit sorgte in diesem Zusammenhang ein Video aus der chinesischen Stadt Beipiao in der Provinz Liaoning. Die Aufnahmen, die sich in sozialen Netzwerken viral verbreiteten, zeigen eine dramatische Rettungsaktion während einer Überschwemmung. Eine Lieferfahrerin auf einem Motorroller war von den Fluten erfasst worden, stürzte und wurde von der Strömung mitgerissen. Zwei Autofahrer reagierten spontan: Sie stellten ihre Fahrzeuge in den Wasserstrom und bildeten damit eine Art Barriere, die die mitgerissene Frau auffing. Dadurch konnten Helfer die Frau erreichen und aus der gefährlichen Situation retten.

Die Szene verdeutlicht die besondere Gefahr solcher Sturzfluten. In kurzer Zeit können Straßen, die zunächst noch passierbar erscheinen, zu lebensgefährlichen Strömungskanälen werden. Fahrzeuge können von Wassermassen bewegt werden, während Menschen kaum noch gegen die Kraft der Fluten ankommen. In Extremfällen werden aber auch Fahrzeuge von den Fluten mitgerissen, insbesondere wenn das Wasser so tief ist, dass sie aufschwimmen. Schon so manchem Autofahrer wurde das Fahrzeug zum Verhängnis und ertrank in seinem Inneren.

Die chinesischen Behörden haben angesichts der anhaltenden Niederschläge die Hochwasserwarnungen verstärkt und lokale Einsatzkräfte mobilisiert. Neben Evakuierungen stehen die Kontrolle von Flüssen, der Schutz kritischer Infrastruktur und die Versorgung betroffener Gemeinden im Mittelpunkt. Mit weiteren Regenfällen durch Taifun Bavi bleibt die Hochwasserlage in Teilen Chinas angespannt.

USA: Überflutungen in Mississippi

Sintflutartige Regenfälle setzen Mississippi unter Wasser – Dutzende Menschen aus Überflutungen gerettet

Heftige Regenfälle haben im Süden des US-Bundesstaates Mississippi zu schweren Überschwemmungen geführt und zahlreiche Rettungseinsätze ausgelöst. Besonders betroffen war die Region um Perkinston im Stone County, wo innerhalb weniger Tage örtlich bis zu 60 Zentimeter Niederschlag registriert wurden, was zu Sturzfluten führte. Die Wassermassen überfluteten Straßen, Wohngebiete und einen Wohnmobilpark, in dem mehrere Menschen von den plötzlich ansteigenden Fluten eingeschlossen wurden und von Einsatzkräften befreit werden mussten.

Überflutungen

Rettungskräfte rückten mit Booten aus, um Bewohner aus ihren Häusern und Wohnmobilen in Sicherheit zu bringen. Nach Angaben lokaler Behörden wurden allein im Stone County mehr als 50 Menschen aus Hochwasserlagen gerettet. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden. Starke Stürme ließen entwurzelten Bäume und ließen Strommast umknicken, so dass es zu blockierten Straßen und Stromausfällen kam, die die Notsituation zusätzlich verschärften.

Meteorologisch standen die Überschwemmungen im Zusammenhang mit den Überresten des ehemaligen Tropensturms Arthur. Das Tiefdrucksystem transportierte große Mengen feuchtwarmer Luft vom Golf von Mexiko in den Süden der USA. Gleichzeitig sorgten schwache Höhenwinde dafür, dass sich Gewitterzellen kaum verlagerten und lange Zeit über ein Gebiet verharrten. Die Folge waren sogenannte Trainings-Effekte, bei denen immer wieder neue Gewitter über denselben Gebieten entstanden und große Regenmengen abluden. Meteorologen sprachen von einem außergewöhnlichen Starkregenereignis, das in seiner Intensität selbst für die niederschlagsreiche Golfküste außergewöhnlich war.

Die Überschwemmungen gelten damit eindeutig als unwetterbedingt. Neben den extremen Niederschlägen trugen bereits gesättigte Böden dazu bei, dass das Wasser kaum versickern konnte und innerhalb kurzer Zeit Bäche, Flüsse und Entwässerungsgräben anschwollen und über die Ufer traten.

Die Behörden meldeten bislang keine Todesopfer infolge der unmittelbaren Sturzfluten im Wohnmobilpark. Allerdings kam während der Unwetterlage ein Mitarbeiter einer Straßenmeisterei ums Leben, als er im Einsatz zur Bewältigung der Sturmfolgen tätig war. Über weitere schwere Verletzungen wurde zunächst nichts bekannt. Während die Pegelstände langsam zurückgingen, begannen Anwohner und Einsatzkräfte mit den Aufräumarbeiten. Das Ausmaß der Sachschäden wird derzeit noch ermittelt.

Honduras: Katastrophale Überflutungen in San Pedro Sula.

Heftige Überflutungen in Honduras – San Pedro Sula erneut betroffen

Im Norden des mittelamerikanischen Staates Honduras ist es infolge des Tropensturms „Cristina“ zu weitläufigen Überflutungen gekommen, von denen besonders San Pedro Sula betroffen ist, wo es innerhalb weniger Wochen bereits zu mehreren Hochwasserereignissen gekommen ist, die Straßen, Wohngebiete und Infrastruktur in der wirtschaftlich bedeutenden Region unter Wasser gesetzt haben.

Die Region Cortés gehört zu den am stärksten gefährdeten Gebieten des Landes. Das flache Sula-Tal wird von den Flüssen Ulúa und Chamelecón durchzogen, deren Pegel bei starken Regenfällen schnell ansteigen. Nach Angaben von Wetterdiensten führten intensive Regenfälle in den vergangenen Tagen zu Hochwasser und überfluteten Stadtteilen von San Pedro Sula.

In den sozialen Medien gezeigten Aufnahmen dokumentierten die Wassermassen, die durch die Straßen von San Pedro Sula schossen und sogar Autos mit sich rissen.

Besonders problematisch ist das seit Anfang Juni gehäufte Auftreten von Starkregenereignissen. Bereits zuvor kam es zu Überflutungen in mehreren Departamentos, wodurch Böden gesättigt und Flusssysteme überlastet wurden. Die erneuten Regenfälle führten daher schneller zu Abflussproblemen und lokalen Überschwemmungen.

Die aktuelle Wetterlage steht vor allem mit dem tropischen Sturm Cristina im Zusammenhang, der sich vor der mittelamerikanischen Pazifikküste gebildet hat und große Mengen Feuchtigkeit in die Region transportiert. Meteorologische Dienste warnen, dass dieser Sturm sowie seine Ausläufer extreme Niederschläge über Nicaragua, El Salvador und Honduras ausgelöst haben, die zu lebensgefährlichen Sturzfluten und Erdrutschen führen können. Die Niederschläge stehen aber nicht nur im Zusammenhang mit dem Tropensturm, sondern auch mit der saisonalen Regenzeit.

Die Behörden warnen vor anhaltender Gefahr: Da weitere Regenfälle erwartet werden, bleibt das Überschwemmungsrisiko in San Pedro Sula und Umgebung hoch. Besonders gefährdet sind tiefer gelegene Stadtteile sowie Siedlungen entlang der Flussläufe.

Meteorologen sehen einen Zusammenhang zwischen der zunehmenden Häufigkeit und Intensität von Starkregen und dem anthropogenen Klimawandel. Durch steigende Luft- und Wassertemperaturen ist die Verdunstung höher und die warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was regional zu größeren Niederschlagsmengen führt.

Vietnam: Starkregen setzt Ho-Chi-Minh-Stadt unter Wasser

Nach Gluthitze folgt die Sintflut: Gewitter und Überschwemmungen in Vietnam nehmen zu

Weite Teile Vietnams leiden unter einer Hitzewelle mit Temperaturen um 40 Grad, die von einer Dürre während der nun ausgehenden Trockenzeit begleitet wird. Aktuell kippt das Wetter, und es kommt zu Gewittern mit Starkregen, der in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, bereits Überflutungen verursachte. In sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen überflutete Straßen, die zum Teil wadentief unter Wasser stehen, wodurch es zu Verkehrsbehinderungen kam. 

In den vergangenen Tagen kam es am Nachmittag und Abend mehrmals zu starken Schauern und Gewittern. In mehreren Stadtteilen der Millionenmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt sowie in umliegenden Gemeinden wurden Niederschlagsmengen zwischen 20 und 70 Millimetern gemessen. Örtlich wurden diese Niederschlagsmengen deutlich übertroffen. Für die marode Kanalisation war das zu viel, und so kam es, besonders in tiefer gelegenen Stadtgebieten, zu Überflutungen, die den Verkehr beeinträchtigten und den Alltag vieler Menschen erschwerten.

Meteorologen warnen zudem vor Begleiterscheinungen des Gewitters wie Blitzschlag, Sturmböen und vereinzelt auch Hagel. Die Regenfälle könnten innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen freisetzen und Straßen in überschwemmte Verkehrsadern verwandeln. Solche Szenen sind während der Regenzeit in Saigon keine Seltenheit und sorgen regelmäßig für Einschränkungen.

Noch dramatischer gestaltet sich die Lage im Norden und in den nordzentralen Regionen des Landes. Dort werden nach Tagen extremer Hitze großflächige Regenmengen von 80 bis 160 Millimetern erwartet. In einzelnen Gebieten könnten innerhalb weniger Tage sogar mehr als 300 Millimeter Niederschlag fallen. Wetterdienste warnen vor Sturzfluten und schweren Überschwemmungen in Städten und ländlichen Regionen. Zudem könnten die Regenfälle Erdrutsche auslösen.

Als Ursache gilt das Zusammentreffen einer nach Süden vorstoßenden Kaltluftmasse mit der heißen und feuchten Luft, die sich während der Hitzewelle aufgebaut hat. Das vietnamesische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt hat die lokalen Behörden bereits angewiesen, Katastrophenschutzmaßnahmen zu verstärken. Dazu zählt, Stauseen zu kontrollieren und Evakuierungspläne zu aktualisieren. Für viele Regionen des Landes stehen damit unruhige und wetterintensive Tage bevor.

Heftige Gewitter in Deutschland verursachten Überflutungen

Heftige Unwetter treffen Nordwesten – Lokale Überflutungen am Niederrhein

Starke Gewitter, sintflutartiger Regen und stürmische Böen haben gestern Abend und in der Nacht in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens für zahlreiche Einsätze von Feuerwehr und Rettungskräften gesorgt. Besonders der Westen des Bundeslandes NRW wurde getroffen, darunter viele Regionen am Niederrhein und des Ruhrgebiets. Straßen standen zeitweise unter Wasser, Keller liefen voll und der Bahnverkehr wurde beeinträchtigt. Es kam zur Bildung von Superzellen, die Tornados hervorbringen könnten.

Blitz über dem Ruhrgebiet

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zogen bereits am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag mehrere Gewitterzellen über NRW hinweg. Vor allem Starkregen entwickelte sich regional zu einer Belastung. Innerhalb kurzer Zeit fielen lokal große Regenmengen, die Kanalisationen überforderten und kleinere Straßen in reißende Wasserläufe verwandelten.

Am Niederrhein meldeten mehrere Kommunen überschwemmte Unterführungen sowie überflutete Fahrbahnen. Besonders betroffen waren örtlich Bereiche rund um Krefeld, Viersen und angrenzende Städte, wo Feuerwehren wiederholt ausrücken mussten, um vollgelaufene Keller leerzupumpen und umgestürzte Äste zu beseitigen. Von einer großflächigen Hochwasserlage kann aber keine Rede sein: Die Schäden konzentrierten sich vor allem auf eng begrenzte Gebiete, die von intensiven Gewitterkernen getroffen wurden.

Auch der Bahnverkehr blieb von den Folgen des Unwetters nicht verschont. Mehrere Strecken in Nordrhein-Westfalen waren zeitweise nur eingeschränkt nutzbar. Verspätungen und Zugausfälle sorgten für Behinderungen, nachdem Bäume und Äste auf Gleise gestürzt waren oder Strecken vorsorglich überprüft werden mussten.

Meteorologen sprechen von einer typischen Sommer-Unwetterlage: Während manche Orte nahezu trocken blieben, führten wenige Kilometer entfernt heftige Regenfälle zu kurzfristigen Überflutungen. Der DWD warnte weiterhin vor lokalem Starkregen, Hagel und stürmischen Böen. Die Wetterlage bleibe dynamisch, weshalb Bürgerinnen und Bürger aufgefordert wurden, aktuelle Warnmeldungen aufmerksam zu verfolgen.

China: Überflutungen in Yongcheng

Sintflutartige Regenfälle im chinesischen Yongcheng verwandelten Straßen in Flüsse und sorgten für katastrophale Überflutungen

Yongcheng in der zentralchinesischen Provinz Henan wurde in den letzten Tagen von starken Sturzfluten getroffen, durch die sich Straßen binnen kurzer Zeit in reißende Wasserläufe verwandelten. Fahrzeuge blieben im braunen Flutwasser stecken, Menschen kämpften sich mit Motorrollern und E-Bikes oder zu Fuß durch brusttiefe Wassermassen. Die Millionenstadt wurde am Abend des 25. Mai und in der Nacht zum 26. Mai von starken Unwettern getroffen, bei denen innerhalb weniger Stunden mehr als 100 mm Niederschlag fielen. Trotz Unwetterwarnungen wurden viele Menschen von der Naturkatastrophe überrascht.

Die Bilder aus Yongcheng wirken zum Teil dramatisch und zeigen überflutete Kreuzungen, nahezu versunkene Autos und Verkehr, der vollständig zum Erliegen kam. Dass diese Eindrücke nicht übertrieben sind, bestätigen Augenzeugenberichte und zahlreiche Aufnahmen aus sozialen Netzwerken. Vieles deutet darauf hin, dass es sich überwiegend um eine akute lokale Überflutungslage handelte und nicht um ein großflächiges Überflutungsereignis, wie es im Mai anderorts in China auftrat: Wassermassen schossen über versiegelte Flächen, was Entwässerungssysteme kurzzeitig überforderte, ehe sich die Fluten wieder zurückzogen.

Seit Mitte Mai wird ein breiter Gürtel Zentral- und Südchinas von ungewöhnlich intensiven Regenfällen getroffen. Besonders betroffen waren die Provinzen Guizhou, Hunan, Guangxi und Teile von Hubei, wo Überschwemmungen und Erdrutsche Todesopfer forderten und Zehntausende Menschen zeitweise evakuiert werden mussten. In Guangxi stürzte ein Fahrzeug mit Landarbeitern in einen angeschwollenen Fluss; auch in Guizhou und Hunan kamen Menschen infolge der Fluten ums Leben.

Die chinesischen Behörden haben zusätzliche Hilfsgelder bereitgestellt, während Meteorologen vor weiteren Starkregenphasen warnen. Zwar scheint sich die Lage in Teilen Henans bereits zu beruhigen, doch in mehreren südlichen Provinzen bleibt die Gefahr neuer Überschwemmungen bestehen.

Afghanistan: Überflutungen verschärfen humanitäre Krise

Wiederkehrende Flutkatastrophen verschärfen humanitäre Krise in Afghanistan – 28 Todesopfer durch Naturkatastrophe

In Afghanistan führte erneuter Starkregen zu Überflutungen in denen mindestens 28 Menschen aus 17 Provinzen ihr Leben verloren. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt. Das Land erlebt im Frühjahr 2026 eine Serie schwerer Überschwemmungen, die große Teile des Landes betreffen und eine ohnehin fragile humanitäre Lage weiter verschärfen. Seit Ende März haben intensive Regenfälle zu Sturzfluten und Erdrutschen geführt, die vielerorts die Infrastruktur zum Kollabieren brachte. Innerhalb weniger Wochen wurden Dutzende Menschen getötet, tausende Häuser beschädigt oder zerstört und ganze Gemeinden zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten.

Besonders betroffen sind westliche und zentrale Provinzen wie Herat, Badghis, Parwan und Daikundi sowie östliche Gebirgsregionen. In mehreren aufeinanderfolgenden Ereignissen kam es zu wiederholten Schadenswellen: Während einzelne Flutphasen zwischen 17 und 30 Todesopfer forderten, summieren sich die Opferzahlen über die gesamte Ereignisserie inzwischen auf deutlich über 70 Tote und tausende betroffene Familien.

Die hydrologischen und geographischen Bedingungen des Landes spielen eine wichtige Rolle bei diesen Überflutungen, denn sie verschärfen oft die Intensität der Ereignisse. Afghanistan ist überwiegend gebirgig, mit steilen Hanglagen und tief eingeschnittenen Tälern. Diese Morphologie begünstigt, dass das Regenwasser schnell oberflächlich abgeführt wird. Es kann kaum versickern und sammelt sich rasch in Bach- und Flusssystemen, die innerhalb kurzer Zeit anschwellen und sich in zerstörerische Sturzfluten verwandeln. Besonders in Regionen mit degradierten Böden und geringer Vegetationsdecke verstärkt sich dieser Effekt zusätzlich.

Auch menschliche Faktoren verschärfen die Lage. Entwaldung, Überweidung und schwache Wasserinfrastruktur reduzieren die natürliche Speicherfähigkeit der Landschaft. Viele Siedlungen bestehen zudem aus Lehm- oder einfachen Mauerstrukturen und liegen in ehemaligen Flussbetten oder auf Schwemmkegeln, die besonders hochwassergefährdet sind.

Die aktuellen Fluten stehen zudem im Zusammenhang mit saisonalen Wetterbedingungen, die in Zeiten des Klimawandles verstärkt auftreten. Afghanistan erhält seine wichtigsten Niederschläge im Übergang vom Winter zum Frühling, typischerweise zwischen März und Mai. In einigen östlichen Regionen können dabei Ausläufer des südasiatischen Monsuns auf Afghanistan übergreifen, doch die aktuellen Ereignisse werden überwiegend durch lokale Starkregen und instabile Frühjahrs-Wetterlagen verursacht, nicht durch einen voll ausgebildeten Monsun wie in Südasien.

Klimawandel wird zunehmend als Verstärker dieser Extreme betrachtet: wärmere Atmosphäre führt zu intensiveren Niederschlagsereignissen, während gleichzeitig die Verdunstung steigt und Böden austrocknen, wodurch die Aufnahmefähigkeit weiter sinkt.

Die Kombination aus Topographie, ungünstiger Landnutzung und extremen Wetterereignissen macht Afghanistan damit zu einem der weltweit am stärksten von plötzlichen Sturzfluten und Dürren gefährdeten Länder. Eine Besserung ist nicht in Sicht, die Lage wird sich eher weiter zuspitzen. Dabei ist die humanitäre Lage in Afghanistan bereits desolat: Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigen rund 21,9 Millionen Menschen – etwa 45 % der Bevölkerung – humanitäre Hilfe, darunter über elf Millionen Kinder. Nach der Machtübernahme der Taliban in 2021 ist die Wirtschaft nahezu komplett zusammengebrochen. Hilfen werden teilweise von den Taliban in ihre eigenen Taschen geleitet. Die wiederkehrenden Naturkatastrophen verwandeln das Land in ein Fass ohne Boden.