Marokko: Land unter im Wüstenstaat

Massive Überschwemmungen in Marokko – gleiches Sturmtief wie in Portugal verantwortlich

Normalerweise verbindet man mit Marokko ein eher arides Wüstenklima, doch in diesem Februar ist es dort alles andere als trocken: Nordmarokko steht derzeit unter Wasser. Seit Tagen haben extreme Regenfälle im gesamten Nordwesten des Landes zu schweren Überschwemmungen geführt, die Zehntausende Menschen in die Flucht treiben. Besonders stark betroffen ist die Region um Ksar El Kebir, wo ein ganzer Landstrich überflutet ist. Die Katastrophe ist Teil des atlantischen Unwettersystems Leonardo, das zuvor bereits Spanien und Portugal mit heftigen Regenfällen heimgesucht hat und starke Überflutungen mit Todesfällen verursachte.

Die Lage in Marokko ist dramatisch: Das Innenministerium meldete, dass mehr als 154.000 Menschen vorsorglich aus überfluteten und gefährdeten Gebieten evakuiert wurden. Die meisten Betroffenen stammen aus der Provinz Larache, wo mehr als 110.000 Menschen in Sicherheit gebracht wurden, gefolgt von Kenitra und weiteren Regionen im Norden. In der Stadt Ksar El Kebir hat die Überschwemmung des Loukkos-Flusses große Teile der Stadt lahmgelegt. Gut 85 % der Bevölkerung mussten flüchten, wie Behörden und Medien übereinstimmend berichten. Die Katastrophe bestätigte mit auch ein Vnet-Leser, der aktuell in Marokko unterwegs ist.

Der außergewöhnlich starke Regen führte dazu, dass mehrere Staudämme, darunter der Oued Al Makhazine, ihre Kapazitätsgrenzen weit überschritten und kontrollierte Wasserablässe ausgelöst werden mussten. Dieser Umstand verstärkte das Hochwasser in den Flussbecken und traf vor allem niedrig gelegene landwirtschaftliche Flächen und Wohngebiete. Viele Dörfer und Stadtteile stehen noch immer unter Wasser. Die Strom- und Wasserversorgung sind in einigen Orten seit Tagen unterbrochen.

Bisher sind keine offiziellen Todeszahlen im Zusammenhang mit diesen jüngsten Überschwemmungen in Nordmarokko bestätigt worden, doch Menschenrechtsgruppen und Medien warnen vor möglichen unentdeckten Opfern und schweren Folgen für die Gemeinden. Die marokkanische Menschenrechtsvereinigung AMDH fordert die Regierung auf, die schlimmsten betroffenen Regionen offiziell als Katastrophengebiete zu erklären, um Hilfsmaßnahmen und Entschädigungen auf den Weg zu bringen.

Der Wetterzusammenhang zu den Extremereignissen auf der Iberischen Halbinsel unterstreicht die große Reichweite des Sturmtiefs, das zudem äußerst langlebig ist. In Spanien und Portugal wurden durch Leonardo mehrere Menschen getötet, darunter ein Mann in Portugal und eine Frau in Spanien, die von reißenden Fluten mitgerissen wurde.

Inzwischen rückt mit Sturmtief Marta weiteres Ungemach auf die Iberische Halbinsel zu und man wappnet sich für die nächsten Unwetter, die auf mit Wasser gesättigten Böden und vollen Wasserspeicher stoßen werden.

Marokko selbst blickt nach Jahren der Dürre auf diese Niederschläge mit gemischten Gefühlen: Zwar haben sie die Wasserreserven aufgefüllt, doch die verheerenden Folgen des Hochwassers offenbaren die fragile Balance zwischen Klimarisiken und der Anpassungsfähigkeit von Bevölkerung und Infrastruktur.

Unwetter und Überflutungen von Portugal bis Irland

„Atmosphärischer Fluss“ verursacht Unwetter und Überschwemmungen auf der Iberischen Halbinsel

Der Westen Europas erlebt derzeit eine außergewöhnliche Wetterlage, die eine Serie von Stürmen, Unwettern und Überflutungen mit sich bringt: Ein schmales Band feuchter Luft bildet einen sogenannten „atmosphärischen Fluss“ und transportiert enorme Wasserdampfmengen vom subtropischen Atlantik direkt auf den Kontinent. Dieses Phänomen sorgt für langanhaltenden Starkregen und massive Überschwemmungen in Portugal und Südspanien. Aber auch in Irland regnete es ungewöhnlich viel.

Malaga

Ein atmosphärischer Fluss funktioniert wie ein unsichtbares „Wassertransportband“ hoch oben in der Atmosphäre. Er bringt feuchte Luftmassen über Tausende von Kilometern vom warmen Atlantik Richtung Europa. Trifft diese Luft auf Gebirge oder kühle Landmassen, kondensiert der Wasserdampf und es kommt zu lange anhaltenden Regenfällen.

In Portugal und im Süden Spaniens verursachte Starkregen Überflutungen von Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen. Es kam bereits zu Evakuierungen und Schulschließungen. Der Straßen- und Bahnverkehr brach vielerorts zusammen. In Teilen Andalusiens und an der portugiesischen Küste wurden besonders hohe Niederschlagsmengen gemessen, so dass Flüsse und Stauseen bedenklich hohe Wasserstände erreichten. Die Lage könnte sich deutlich verschärfen, wenn Wasser aus den Stauseen abgelassen werden muss.

In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen das Ausmaß der Katastrophe. So schossen in Malaga ungebändigte Wassermassen durch das Nadelöhr einer Brücke und drohten, überzuspringen. Solche Fluten können urplötzlich auftreten und stellen eine ernste Gefahr für Menschen dar, die sich in der Nähe der ansonsten oft trockenen Flussbetten aufhalten.

Das Phänomen des atmosphärischen Flusses macht die Unwetter nicht nur stärker, sondern auch langanhaltender. Böden können kaum abtrocknen, wodurch die Gefahr von Überflutungen konstant hoch bleibt. Die Katastrophenschutzbehörden und Feuerwehren sind im Dauereinsatz. Solange der atmosphärische Fluss aktiv ist, müssen Anwohner mit weiteren extremen Wetterlagen rechnen.

Land unter in Teilen von Irland

Irland

Abseits des schmalen Wolkenbandes des atmosphärischen Flusses wurde Irland ebenfalls von starken Unwettern mit orkanartigen Stürmen und Überflutungen getroffen, die eine seit Tagen andauernde Alarmsituation bedingen. Bereits gesättigte Böden können kaum weiteres Wasser aufnehmen, während anhaltender Starkregen die Pegel zahlreicher Flüsse rasch ansteigen lässt. Besonders betroffen sind Regionen im Osten und Nordosten des Landes, darunter auch Dublin. Starker Wind drückt zudem das Ozeanwasser gegen die Küsten und verursacht Sturmfluten. Behörden warnen vor plötzlichen Überflutungen und bereiten Evakuierungen in niedrig gelegenen Gebieten vor.

Update 09:00 Uhr: In Portugal gab es mindestens ein Todesopfer infolge der Unwetter.

In Mosambik treiben Fluten Hunderttausende in die Flucht

Fluten treiben Hunderttausende in Mosambik in die Flucht – schwerste Krise seit Jahren

Mosambik erlebt eine der schwersten humanitären Krisen der letzten Jahre. Ungewöhnlich lang anhaltende Monsun-Regenfälle führten im Süden und Zentrum des Landes zu massiven Überflutungen Seit Jahresbeginn wurden fast 400.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Besonders betroffen sind die Provinzen Gaza, Maputo und Teile Zentralmosambiks. Alleine in Gaza ist eine Fläche von der Größe Zyperns überflutet. Für viele Familien kam das Wasser über Nacht: Flüsse traten über die Ufer und Dämme hielten den Wassermassen nicht stand, ganze Dörfer wurden überflutet.

Laut Berichten der Flüchtlingshilfswerke sind die Folgen der Überschwemmungen katastrophal. Familien flohen panisch in höher gelegene Gebiete und ließen Vorräte und andere Güter zurück. Berichte sprechen von Kindern, die von ihren Eltern getrennt wurden, und von alten Menschen, die den Evakuierungen kaum folgen konnten. Personen mit Behinderungen wurden oft zurückgelassen. Gut 100.000 Betroffene leben derzeit in etwa Notunterkünften. Meistens wurden Schulen oder öffentliche Gebäude umfunktioniert. Diese sind überfüllt und bergen hohe Sicherheitsrisiken. Vor allem Frauen und Mädchen sind einem erhöhten Risiko von sexueller Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt, viele benötigen dringend psychosoziale Unterstützung.

Die Flut trifft ein Land, das ohnehin mehrfach belastet ist. Im Norden Mosambiks dauert ein bewaffneter Konflikt an, der allein Ende 2025 mehr als 300.000 Menschen zur Flucht zwang. Wiederholte Zyklone, Tropenstürme und Dürren haben die betroffenen Regionen bereits in der Vergangenheit geschwächt. Humanitäre Organisationen stoßen daher an ihre Grenzen.

Die natürlichen Gegebenheiten des Landes verschärfen die Katastrophe zusätzlich. Große Teile Süd- und Zentralmosambiks liegen in flachen Küstenebenen, die von großen Flüssen durchzogen sind. Breite Schwemmlandgebiete wirken wie natürliche Sammelbecken. Starkregen in Kombination mit gesättigten Böden lässt das Wasser kaum abfließen. Diverse Klimaphänomene, die vom Klimawandel verstärkt werden, schaffen ungünstige Bedingungen und verstärken die natürlichen Regenfälle.

Mosambik steht am Limit seiner Belastbarkeit. Die Situation wird durch den von Präsident Trump angezettelten Austritt der USA aus dem UN-Flüchtlingshilfswerk verschärft, da wichtige finanzielle Unterstützung fehlt. Mir mutet es paradox an, dass die reichsten Menschen der Welt den Ärmsten Hilfe verweigern, nur um noch mehr Reichtum anzuhäufen, den weder sie noch ihre Familien jemals ausgeben können.

Südafrika: Kruger-Nationalpark wegen Überflutung geschlossen

Hochwasser im Norden von Südafrika: Kruger-Nationalpark nach Extremregen geschlossen

In dem bei deutschen Auswanderern beliebten Südafrika ereignete sich nach den Buschbränden im Süden nun starke Überflutungen im Norden des Landes, von denen der beliebte Kruger Nationalpark besonders betroffen ist. Der Nationalpark musste geschlossen werden. Tausende Wildtiere sind in Not geraten. In den Flutgebieten spielten sch dramatische Szenen ab, als Tiere versuchten den Wassermassen zu entkommen.

Besonders starke Regenfälle verursachten im Norden Südafrikas eine außergewöhnliche Hochwasserlage, die zu weitreichenden Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens führt. Besonders betroffen ist der weltberühmte Kruger-Nationalpark, der vorübergehend für Besucher geschlossen bleibt. Nach Angaben der Parkverwaltung traten mehrere Flüsse über die Ufer, Straßen und Brücken wurden zerstört oder unpassierbar, ganze Parkabschnitte waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Schließung sei aus Sicherheitsgründen unvermeidlich gewesen, erklärten die Behörden. Überflutete Flussdurchfahrten, unterspülte Fahrbahnen und instabiler Untergrund stellten ein signifikantes Risiko für Touristen und Mitarbeitende dar. Besucher, die sich zum Zeitpunkt der Überschwemmungen bereits im Park befanden, wurden evakuiert und beim Verlassen der betroffenen Gebiete unterstützt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters berichteten Verantwortliche des Nationalparks, dass einige Überschwemmungen ein Ausmaß erreichten, wie es seit Jahren nicht mehr beobachtet worden sei.

Doch auch außerhalb des Nationalparks spitzt sich die Lage zu. In den Provinzen Limpopo und Mpumalanga führten die anhaltenden Niederschläge zu Hochwasser in mehreren Regionen. Um Schäden zu begrenzen, mussten an Stauseen und Wehranlagen kontrollierte Schleißungen bzw. Rückbau vorgenommen werden. Diese sind notwendig, um den Druck auf Dämme zu reduzieren, können flussabwärts jedoch die Hochwassergefahr weiter erhöhen.

Meteorologisch betrachtet führte nicht um ein einzelnes extremes Sturmereignis zu der Hochwasserlage, sondern eine länger anhaltende, ungewöhnlich feuchte Wetterlage. Warme, feuchtigkeitsreiche Luftmassen vom Indischen Ozean trafen wiederholt auf instabile atmosphärische Bedingungen über dem südlichen Afrika. Das begünstigte tagelange Starkregen- und Gewitterserien. Klimatologen verweisen zudem auf den möglichen Einfluss einer La-Niña-Phase, die in Südafrika häufig mit überdurchschnittlichen Sommerniederschlägen einhergeht.

Solche Ereignisse haben in der Region eine Vorgeschichte. Die verheerenden Überschwemmungen in KwaZulu-Natal im Jahr 2022 oder die Hochwasser im Eastern Cape 2025 gelten als Mahnung, wie verwundbar Infrastruktur und Siedlungen sind. Im Kruger-Nationalpark kommen zu den wirtschaftlichen Folgen für den Tourismus auch Risiken für Naturschutz und Wildtiermanagement hinzu, etwa durch eingeschränkten Zugang zu abgelegenen Gebieten.

Mit dem Klimawandel steigt die Wahrscheinlichkeit intensiver Starkregenereignisse, da eine wärmere Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Das bedeutet nicht nur für Südafrika, das Hochwasserlagen künftig häufiger auftreten..

Indonesien: Sturzfluten nach Unwettern auf Sulawesi

Heftige Sturzfluten auf Sulawesi: Extreme Regenfälle setzen Gemeinden unter Wasser

Teile der indonesischen Insel Sulawesi sind auch in der zweiten Januarwoche 2026 von schweren Überschwemmungen und Sturzfluten betroffen worden. Auslöser waren außergewöhnlich intensive und anhaltende Regenfälle, die Flüsse rasch anschwellen ließen und das Wasser unkontrolliert durch Siedlungen strömen ließen. Besonders gefährdet sind Regionen mit steilem Relief und unzureichender Entwässerungsinfrastruktur. Nach behördlichen Angaben starben seit Anfang des Jahres mindestens 16 Menschen in den Fluten. Drei Personen gelten als vermisst. Hunderte wurden obdachlos und mussten evakuiert werden.

Auf Zentral-Sulawesi verwandelten sich Straßen innerhalb kurzer Zeit in reißende Wasserläufe. Es wurden nicht nur Schlamm und Geröll nebst Treibgut von den Fluten erfasst und mitgerissen, sondern auch Fahrzeuge und Hausrat. Es entstanden große Schäden an Häusern und Verkehrswegen. Sogar Brücken wurden zerstört. In mehreren Ortschaften kam es zu Unterbrechungen der Stromversorgung und zu eingeschränktem Zugang für Rettungskräfte, da wichtige Straßenabschnitte unpassierbar wurden.

Auch in anderen Teilen Sulawesis wurden schwere Folgen gemeldet. Anfang Januar führten Sturzfluten in Nord-Sulawesi zu Todesopfern, zerstörten Wohnhäuser und zwangen zahlreiche Menschen, ihre Unterkünfte zu verlassen. Diese Ereignisse verdeutlichen, wie schnell sich lokale Starkregenereignisse in lebensbedrohliche Naturkatastrophen verwandeln können.

Die indonesische Katastrophenschutzbehörde BNPB beobachtet die Wetterlage weiterhin aufmerksam und warnt vor weiteren Überschwemmungen und möglichen Erdrutschen. Während der aktuellen Regenzeit bleibt das Risiko hoch, insbesondere in Regionen mit bereits gesättigten Böden. Lokale Behörden haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, Flussnähe zu meiden und auf offizielle Warnmeldungen zu achten.

Die aktuellen Überschwemmungen sind in erster Linie auf die jährliche Regenzeit zurückzuführen, die in Indonesien meist zwischen November und März ihren Höhepunkt erreicht. In dieser Phase sorgt der nordwestliche Monsun für feuchte Luftmassen vom Indischen Ozean, die sich über den Inseln entladen. Zusätzlich können großräumige klimatische Faktoren wie eine verstärkte Madden-Julian-Oszillation oder regionale Meeresoberflächentemperaturen die Niederschläge intensivieren und zu außergewöhnlich lang anhaltendem Starkregen führen.

Zu den ungünstigen meteorologischen Bedingungen gesellen sich noch geologische und topografische Besonderheiten Sulawesis, die die Region besonders anfällig für Überflutungen machen. Die Insel wird von der Barisan-Gebirgskette durchzogen, die sich nahezu über die gesamte Länge erstreckt. Feuchte Luft wird an diesen Bergen zum Aufsteigen gezwungen, was zu besonders hohen Niederschlagsmengen an den Westhängen führt. Die Flüsse sind meist kurz, steil und reagieren sehr schnell auf Starkregen. Innerhalb weniger Stunden können sie stark anschwellen.

In den Küstenebenen und Beckenlandschaften verlangsamt sich der Abfluss, wodurch es häufiger zu großflächigen Überflutungen kommt. Verstärkend wirken Abholzung, landwirtschaftliche Nutzung und Versiegelung, die die natürliche Wasserspeicherung reduzieren. Sedimente aus den Bergen lagern sich zudem in Flussbetten ab, was deren Aufnahmefähigkeit verringert. Die Kombination aus intensiver Regenzeit, komplexer Gebirgstopografie und menschlichen Eingriffen macht Sumatra besonders anfällig für schwere Hochwasserereignisse.

Meteorologen und Fachleute für Katastrophenschutz betonen, dass neben kurzfristigen Notfallmaßnahmen langfristig auch Frühwarnsysteme, Raumplanung und widerstandsfähige Infrastruktur entscheidend sind, um die Folgen solcher Naturereignisse künftig zu begrenzen.

Zum Glück waren die Vulkane auf Sulawesi in den letzten Jahren vergleichsweise ruhig, ansonsten würden wir jetzt Lahare sehen, wie es im November und Dezember am Semeru auf Java der Fall gewesen war.

USA: Massive Überflutungen in San Diego

Starke Überflutungen an der Küste von San Diego – Atmosphärischer Fluss verursachte Starkregen

Heftige Regenfälle haben am Neujahrstag in San Diego zu großflächigen Überschwemmungen geführt, die enorme Schäden verursachten. Besonders stark betroffen war das tiefliegende Mission Valley, wo Straßen, Parkplätze und Unterführungen innerhalb kurzer Zeit unter Wasser standen. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht aufnehmen, so dass sie wie Geysire aus den Gullies schossen und sich das Hochwasser rasch ausbreitete. Zahlreiche Fahrzeuge wurden von den Fluten eingeschlossen oder beschädigt, der Straßenbahnverkehr in der Innenstadt musste zeitweise eingestellt werden. Auch Einkaufsbereiche wie das Fashion Valley standen stellenweise knietief unter Wasser. 

Die Einsatzkräfte waren den ganzen Tag über gefordert. Feuerwehr, Polizei und Rettungsschwimmer führten zahlreiche Wasserrettungen durch. In Mission Valley wurden unter anderem ein Erwachsener und ein Kind aus einem von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeug gerettet. In einem weiteren Einsatz saß ein Mann unter einer Brücke nahe der State Route 163 im hüfthohen Wasser fest und musste mit einem Rettungsboot in Sicherheit gebracht werden. Auch außerhalb der Stadt kam es zu gefährlichen Situationen: Am Lake Hodges wurde eine Frau von der starken Strömung eines Bachs mitgerissen, konnte jedoch von Rettungskräften gefunden und ins Krankenhaus gebracht werden. Alle Geretteten befinden sich nach Behördenangaben in stabilem Zustand.

Ursache der Unwetter war eine ausgeprägte Wetterlage über dem Pazifik. Meteorologen sprechen von einer feuchten Luftströmung, die große Mengen Wasserdampf nach Südkalifornien transportierte. Dieses Phänomen wird als sogenannter „atmosphärischer Fluss“ bezeichnet. Trifft diese feuchte Luft auf kühlere Luftmassen, kommt es zu intensiven und anhaltenden Niederschlägen. In San Diego führte dies dazu, dass innerhalb kurzer Zeit ungewöhnlich viel Regen fiel und die Infrastruktur überfordert war.

Für die kommenden Tage erwarten Wetterdienste zwar weitere Schauer, diese sollen jedoch deutlich schwächer ausfallen. Die Behörden mahnen dennoch zur Vorsicht und rufen dazu auf, überflutete Straßen und Wege konsequent zu meiden.

Frankreich: Überflutungen und Hochwasser im Süden

Hochwasser im Süden Frankreichs – Département Hérault besonders betroffen

Heftige Regenfälle haben in den vergangenen Tagen weite Teile Südfrankreichs heimgesucht und in eine angespannte Hochwasserlage versetzt. Besonders schlimm traf es das Département Hérault, wo zahlreiche Flüsse über die Ufer traten und Überflutungen verursachten. Straßen wurden gesperrt und Einsatzkräfte waren im Dauereinsatz. Die Ursachen für das Ereignis liegen nicht allein in außergewöhnlichen Niederschlagsmengen, sondern in einem komplexen Zusammenspiel meteorologischer und landschaftlicher Gegebenheiten, die für den Mittelmeerraum typisch sind.

Aus meteorologischer Sicht handelte es sich um eine klassische mediterrane Starkregenlage, die in Frankreich als épisode méditerranéen bezeichnet wird. Ein nahezu stationäres Tiefdruckgebiet über dem westlichen Mittelmeer lenkte über mehrere Tage hinweg sehr feuchte und relativ warme Luftmassen vom Mittelmeer nach Südfrankreich. Gleichzeitig befand sich in höheren Luftschichten deutlich kühlere Luft. Diese Konstellation sorgte für starke atmosphärische Instabilität: Die feuchte Luft wurde zum Aufsteigen gezwungen, es bildeten sich ausgedehnte Regengebiete mit teils gewittrigem Charakter. Besonders problematisch war die Dauer des Ereignisses – über 48 bis 72 Stunden regnete es immer wieder intensiv, sodass sich die Niederschläge aufsummierten und die Böden vollständig gesättigt wurden.

Verstärkt wurde die Lage durch die Morphologie der Region. Nördlich des Départements Hérault erheben sich die Cevennen, ein südlicher Ausläufer des Zentralmassivs. Dieses Mittelgebirge wirkt wie eine Barriere: Die vom Mittelmeer heranströmende Luft wird orografisch gehoben, was die Niederschlagsintensität deutlich erhöht. Gerade in den Einzugsgebieten von Orten wie Saint-Maurice-Navacelles oder Ganges fallen bei solchen Wetterlagen regelmäßig extreme Regenmengen. Dieses mal wurden über 300 mm Niederschlag registriert.

Hinzu kommt die Struktur der Flusssysteme. Flüsse wie der Hérault, der Lez oder der Vidourle besitzen kurze, steile Einzugsgebiete. Sie reagieren daher sehr schnell auf Starkregen. Pegelstände können innerhalb weniger Stunden stark ansteigen, was die Vorwarnzeit erheblich verkürzt. In den überwiegend aus Kalkstein bestehenden Karstlandschaften kann Wasser bei Dauerregen zudem nur begrenzt versickern. Sind die unterirdischen Hohlräume gesättigt, fließt der Niederschlag nahezu vollständig oberirdisch ab.

Im Unterlauf verschärfen schließlich die flachen Küstenebenen und die Nähe zum Mittelmeer die Situation. Hoher Seegang und erhöhter Meeresspiegel können den Abfluss bremsen und zu Rückstau führen. Das aktuelle Hochwasser in Südfrankreich zeigt damit erneut, wie verwundbar der Mittelmeerraum gegenüber Starkregenereignissen ist – und wie entscheidend das Zusammenspiel von Wetter und Landschaft für das Ausmaß solcher Naturereignisse bleibt.

Italien: Unwetter auf Elba verursachte Überflutungen

Unwetter mit Starkregen verursachte Flutkatastrophe auf Elba – ein Todesopfer geborgen

Die Unwetterserie im Mittelmeerraum reißt nicht ab: Gestern traf es die beliebte italienische Urlaubsinsel Elba, die z.B. von der Toskana aus per Fähre zu erreichen ist. Innerhalb weniger Stunden fiel so viel Niederschlag wie sonst in einem Monat. In der Folge traten zahlreiche kleine Bäche über die Ufer und legten das öffentliche Leben der Insel lahm. Eine 81-jährige Frau stürzte in ihrer überfluteten Wohnung und starb. Mehrere Personen erlitten Verletzungen.

Besonders betroffen waren die Orte Marina di Campo und Portoferraio, wo sintflutartige Regenfälle zu Überschwemmungen und kleineren Erdrutschen führten, die starke Schäden an der Infrastruktur verursachten. Schäden führten. Straßen verwandelten sich in reißende Bäche, Keller und Erdgeschosse liefen voll Wasser, Verkehrsverbindungen brachen zeitweise zusammen.

Meteorologisch war das Unwetter kein isoliertes Inselphänomen. Elba lag im Einflussbereich eines ausgedehnten Tiefdrucksystems über dem westlichen Mittelmeer. Feuchte, relativ warme Luftmassen strömten vom Tyrrhenischen Meer – wo die Liparischen Inseln vulkanischen Ursprungs liegen – gegen die Küste der Toskana. Aufgrund einer blockierenden Wetterlage durch ein Hochdruckgebiet im Osten konnte das Tief nicht abziehen und verharrte lange über Elba. Das Ergebnis waren lang anhaltende, teils stationäre Starkregenfälle. Innerhalb weniger Stunden fielen lokal Regenmengen, die sonst einem Großteil des Monatsdurchschnitts entsprechen. Die Regenfälle beschränkten sich nicht nur auf Elba, sondern griffen auch auf die Südtoskana über. Dort blieben katastrophale Zustände aber aus.

Das Unwetter allein erklärt das Ausmaß der Schäden nicht: Die Morphologie Elbas wirkte als Verstärker. Die Insel ist stark reliefiert: Zwischen den über 1.000 Meter hohen Gipfeln des Monte-Capanne-Massivs und der Küste liegen oft nur wenige Kilometer. Regenwasser fließt daher extrem schnell talwärts. Statt großer Flüsse gibt es zahlreiche kurze Bäche, sogenannte Torrenti, die bei Starkregen in kürzester Zeit anschwellen und Sturzfluten verursachen.

Besonders kritisch sind die flachen Küstenebenen an den Bachmündungen, auf denen viele Ortschaften entstanden sind. In Marina di Campo trat der Bach Alzi über die Ufer, während in Portoferraio mehrere kleine Einzugsgebiete zusammenwirkten. Verbaute, eingeengte Bachläufe, Brücken und versiegelte Flächen verschärften die Lage zusätzlich, da dem Wasser kaum Raum zur Ausbreitung blieb.

USA: Dramatische Überschwemmungen im Nordwesten

Schwere Überschwemmungen im pazifischen Nordwesten der USA: Washington kämpft mit den Folgen extremer Regenfälle

Anhaltender Starkregen infolge eines „Atmosphärischen Flusses“ und mehreren aufeinanderfolgenden Sturmsystemen haben im pazifischen Nordwesten der USA schwere Überschwemmungen ausgelöst. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Washington, wo das tatsächliche Ausmaß der Schäden nach mehr als einer Woche extremer Wetterbedingungen weiterhin unklar bleibt. Rekordniederschläge ließen Flüsse über die Ufer treten, Ortschaften überfluten und wichtige Verkehrsverbindungen unpassierbar werden.

In einigen Regionen fielen innerhalb weniger Tage bis zu 60 Zentimeter (600 mm) Regen auf den Quadratmeter. Die Wassermassen setzten Deiche unter Druck, von denen mehrere nachgaben, und führten zu großflächigen Überflutungen und Evakuierungen. Nach Angaben der Behörden wurden in zehn Landkreisen mehr als 600 Rettungseinsätze durchgeführt. Zeitweise waren bis zu 100.000 Menschen von Evakuierungsanordnungen betroffen, vor allem im Einzugsgebiet des Skagit River nördlich von Seattle.

Neben den Überschwemmungen sorgten starke Sturmböen für massive Schäden an der Infrastruktur. Umgestürzte Bäume und beschädigte Stromleitungen führten zu Stromausfällen, von denen mehr als 400.000 Haushalte in Washington und dem benachbarten Oregon betroffen waren.

Die Unwetter forderten auch ein Todesopfer. Ein Mann kam ums Leben, nachdem er mit seinem Fahrzeug in ein überflutetes Gebiet geraten war und dabei offenbar bestehende Warnhinweise ignoriert hatte. Zahlreiche Straßen und Autobahnen wurden unterspült, verschüttet oder weggespült. Besonders schwer getroffen ist die State Route 2, eine zentrale Verkehrsverbindung über die vulkanisch geprägte Kaskadenkette, deren Wiederöffnung sich voraussichtlich über Monate verzögern wird.

Meteorologen warnen vor weiteren Belastungen. Der Nationale Wetterdienst rechnet mit anhaltend hohen Flusspegeln und einer erhöhten Hochwassergefahr bis mindestens zum Monatsende. Weitere Stürme könnten erneut Starkregen, kräftige Winde und in höheren Lagen starken Schneefall bringen. Auch zusätzliche Erdrutsche gelten als möglich, da die Böden vielerorts vollständig gesättigt sind.

Um die unmittelbaren Folgen abzufedern, haben der Bundesstaat Washington und mehrere Landkreise finanzielle Hilfen in Millionenhöhe bereitgestellt. Die Mittel sollen Betroffenen unter anderem bei der Finanzierung von Unterkünften, Lebensmitteln und anderen notwendigen Ausgaben helfen, bis umfassendere Unterstützungsprogramme auf Bundesebene greifen.