Reventador zeigt intensive explosive und effusive Aktivität – Feldbeobachtungen im August
Am Reventador in Ecuador hält die seit 2002 andauernde Eruption mit hoher Aktivität an. Aktuelle Feldbeobachtungen des Instituto Geofísico de la Escuela Politécnica Nacional (IG-EPN) zeigen ein komplexes Zusammenspiel aus Explosionen, Ascheemissionen, glühenden Auswürfen und langsam vorrückender Lava. Zudem gab es auch heute wieder VONA-Warnungen für den Flugverkehr.
Bei einer Beobachtungskampagne vom 19. bis 21. August installierten Vulkanologen am 3,6 Kilometer östlich des Vulkans gelegenen Refugio neue optische und thermische Kameras. Mehrfach wurden Explosionen registriert, die von Gas- und Ascheemissionen sowie dem Auswurf ballistischer Blöcke begleitet waren. Glühendes Material stürzte dabei über die steilen Flanken des Reventador ab.
Besonderes Augenmerk legten die Vulkanologen auf den aktiven Lavastrom am Ost-Südosthang, der mit einer Drohne abgeflogen wurde. Die dabei entstandenen Aufnahmen zeigen, dass sich die Lava nur sehr langsam bewegt und die Front weiterhin im oberen bis mittleren Bereich des Vulkangebäudes liegt. Die Front und die Ränder des Stroms kollabieren immer wieder, wodurch Blocklawinen und kleinere pyroklastische Dichteströme entstehen. An der Lavafront wurden Temperaturen von mehr als 500 Grad Celsius gemessen, während die Schlote im Gipfelkrater Werte um 400 Grad erreichten.
Die Aktivität setzte sich Anfang September fort. Das VAAC Washington registrierte am 2. September mehrere Ascheemissionen. Zeitweise wurde Vulkanasche auf Flugfläche 160, also gut 4,9 Kilometer Höhe, eruptiert. Wegen dichter Bewölkung waren einzelne Emissionen allerdings weder auf Satellitenbildern noch auf der Webcam eindeutig sichtbar.
Auch am 3. September wurde eine Ascheemission gemeldet. Der aktuelle VAAC-Bericht beschreibt eine Aschewolke in 4600 m Höhe, deren Ausbreitung durch Winde nach Westen bis Westnordwesten erfolgte.
In der Nacht zum 2. September wurde zudem eine besonders eindrucksvolle explosive Episode beobachtet: Glühendes Material wurde aus dem Gipfelbereich ausgeworfen und stürzte über die steilen Flanken ab. Damit bestätigt sich das Bild eines weiterhin sehr aktiven Vulkans. Das IG-EPN bewertet die innere Aktivität als moderat und unverändert, die oberflächennahe Aktivität dagegen als hoch und ebenfalls unverändert.


