Erta Alé: Lavaströme aktiv

Am äthiopischen Vulkan Erta Alé fließen weiterhin 2 Lavaströme. Diese gehen von einem Lavasee in der südlichen Caldera aus. Das Gebiet im diesen Lavasee scheint sich in den letzten Wochen deutlich abgekühlt zu haben. Die Lavaströme bewegen sich in entgegengesetzten Richtungen. Der längste fließt in den Südwesten und ist gut 4 km lang. Die Strom in nordöstlicher Richtung ist etwas kürzer. Die Thermische Strahlung ist sehr hoch. Hoch ist auch die Dampfentwicklung aus dem Pitkrater des ursprünglichen Lavasees in der Nordcaldera. Eine freie Sicht auf den Lavasee, der in diesem Krater brodelt ist ziemlich unwahrscheinlich.

Auf Ambrym (Vanuatu) brodeln ebenfalls 2 Lavaseen: Marum und Benbow. Tom Pfeiffer berichtet auf seiner Website, dass beide Seen deutlich kleiner (30 und 50%) geworden sind und auch einige Meter tiefer liegen.

Der Piton de la Fournaise ist weiterhin aktiv. Die Eruption ist seit einigen Tagen stabil und die Lava fließt mit Förderraten zwischen 1 und 3 Kubikmeter pro Sekunde. Die thermische Strahlung liegt bei 730 MW.

Am Shiveluch auf Kamtschatka gab es gestern einen partiellen Domkollaps. Es wurden große pyroklastische Ströme generiert und Aschewolken, die bis zu 13 km hoch aufstiegen. Die Eruptionen halten an.

Starke Regenfälle verursachten am Vulkan Sinabung Lahare. Die Schlammströme flossen auch durch Dörfer und richteten Schäden an. Die meisten Ortschaften um den Vulkan sind allerdings bereits seit langem evakuiert.

Katla: neue Erdbeben

Unter dem isländischen Vulkan Katla gab es in den letzten 2 Tagen 3 Erdbeben mit Magnituden größer als 3. Das Stärkste brachte es auf Mw 3,8. Das Hypozentrum befand sich laut EMSC in 1 km Tiefe. Zudem manifestierten sich zahlreiche schwächere Beben.

In anderen Vulkanregionen rappelte es ebenfalls: auf der indonesischen Insel Halmahera ereignete sich ein Beben der Magnitude 4,3. Dieses Beben lag in einer großen Tiefe von 128 km unweit des Vulkans Dukono.

Poás: Alarmbereitschaft erhöht

Gestern wurde am Vulkan Poás in Costa Rica die Alarmbereitschaft erhöht. Grund hierfür war ein seismischer Schwarm in der Nähe des Vulkans. Das stärkste Einzelbeben hatte eine Magnitude von 4,8 auf der Richterskala. Insgesamt wurden mehr als 70 Beben registriert. Forscher sagen, die Erdbeben wären tektonischen Ursprungs und stehen nicht in direktem Zusammenhang mit dem Vulkan. Feuerwehr und Zivilschutz sind trotzdem in Alarmbereitschaft versetzt worden, für den Fall weiterer starker Erdbeben, oder eines größeren Vulkanausbruchs.

Griechenland: schweres Erdbeben M 6,7

Die Ägäis wurde gestern Abend um 22.31 Uhr von einem schweren Erdbeben der Magnitude 6,7 erschüttert. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe zwischen der Insel Kos und dem türkischen Festland bei Bodrum. Es gab Schäden an Gebäuden, mindestens 2 tote Touristen und mehr als 120 Verletze Personen. Zur Urlaubszeit stellt so ein Erdbeben natürlich ein „worst case scenario“ dar! Die Erdstöße sorgten für Panik und waren auf vielen Inseln des Dodecanes und in der Türkei zu spüren. Es wurde ein kleiner Tsunami ausgelöst der in den Yacht-Hafen von Kos rollte. Dieser richtete keine größeren Schäden an, beschädigte allerdings zahlreich Boote und die Hafenanlage. Es gab zahlreiche Nachbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 4,8. 22 Minuten vor dem Hauptbeben gab es ein Vorbeben der Magnitude 2,7.

Die Region ist seismisch sehr instabil und es gibt immer wieder katastrophale Erdbeben. Dass liegt an der besonderen tektonischen Situation: in der Ägäis treffen mehrere tektonische Platten aufeinander. Die Ägäische Platte ist eingekeilt zwischen Europa im Norden und Westen, Afrika im Süden und der Anatolischen Platte im Osten. Entlang der türkischen Küste entstanden Störungszonen, die parallel der Plattengrenze zwischen Ägäischer Platte und Anatolischer Platte verlaufen. Diese erstreckt sich einige Kilometer von der Küste entfernt durch das Festland der Türkei.

Seit Wochen finden zahlreiche Erdbeben nur 160 km weiter nördlich statt: bei der Insel Lesbos entlädt sich die angestaute Energie nur langsam. Entlang der Störungszonen im Westen der Türkei gibt es mehrere Seismische Lücken und es besteht die Gefahr weiterer starker Erdbeben. Eine Seismische Lücke entsteht, wenn sich entlang einer Störungszone die unter Spannung steht, an einigen Stellen Erdbeben ereignen, sich die Spannungen aber nicht entlang der gesamten Störungszone abbauen. So ist in der Region mit weiteren starken Erdbeben zu rechnen.

In den Medien war zu vernehmen, dass gerade viele Touristen nicht wussten, was passierte, oder wie sie sich verhalten sollten: die Wenigsten hatten bisher ein Erdbeben erlebt. Ich habe auf meiner Seite naturkatastrophen.mobi einen kurzen Leitfaden zum Verhalten bei Naturkatastrophen gepostet. Ein umfassendes Merkblatt gibt es beim GFZ Potsdam.

Sabancaya: neue Eruptionen

Gestern machte mich vulkane.net Leser Heiko auf neue Eruptionen am Sabancaya aufmerksam. Heiko ist in Peru und war Zeuge des Wiederauflebens der vulkanischen Aktivität. Es wurden mehrere Aschewolken generiert die bis zu 4 km über Kraterhöhe aufstiegen und 40 km weit über das Land drifteten. Die Behörden reagierten schnell und erhöhten die Warnstufe auf „orange“.  Leider lädt die Website von INGEMMET nicht vollständig, so dass Webcam-Blicke versagt bleiben.

In Guatemala kommt es am Fuego wieder zu explosiven Eruptionen. Diese vulcanianischen Eruptionen lassen Vulkanasche in Höhen von 4700 m aufsteigen. Die Explosionen sind in 10 km entfernten Orten zu hören.

Australien: Schwarmbeben

Australien ist ein Kontinent, der in Bezug auf Meldungen über Vulkanausbrüche und Erdbeben, nur selten in den News für Schlagzeilen sorgt. Umso erwähnenswerter ist ein Erdbebenschwarm, der sich seit gestern 125 km östlich von Perth manifestiert. Das stärkste Erdbeben hatte eine Magnitude von 3,3 und lag in 10 km Tiefe.

Echte Schwarmbeben manifestieren sich dieser Tage weiterhin unter 2 Calderen der USA: Yellowstone und Long Valley. Der aktuelle Schwarm unter dem Yellowstone begann am 12. Juli und zählte bis gestern 1284 Einzelbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 4,4. 

Die Long Valley Caldera wurde innerhalb von einer Woche von 404 schwachen Erdbeben erschüttert. Diese manifestieren sich in geringen Tiefen von wenigen Hundert Metern bis zu 6 km. Vereinzelt treten Beben noch in größeren Tiefen auf.

 

Piton Fournaise: Tremor fluktuiert

Vorgestern Abend stieg der Tremor am Piton Fournaise wieder stark an und erreichte kurzfristig fast wieder so ein hohes Niveau, wie zur Anfangsphase der Eruption. Leider gibt es keine Echtzeitgrafik, aber ich vermute, dass der Tremor wieder deutlich gesunken ist. Der Lava-Ausstoß ist relativ gering und schwankt zwischen 1 und 3 Kubikmeter. Die Wärmestrahlung schwankt mit und liegt zwischen 600 und 800 MW. Die Daten im Original gibt es beim OVPF.

Das VAAC Tokyo registrierte in den letzten 24 Stunden 5 Eruptionen des japanischen Inselvulkans Suwanose-jima. Vulkanasche stieg bis zu 2 km hoch auf. Der Karymsky auf Kamtschatka eruptierte im gleichen Zeitraum 2 Mal.

Kamtschatka: Serie starker Erdbeben

Gut 500 km vor der Ostküste Kamtschatkas gab es eine Serie schwerer Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 7,7 und lag in 15 km Tiefe in der Region Komandorskiye-Ostrova. Es wurde Tsunami-Alarm gegeben. 

An der Küste Perus manifestierte sich ein Erdbeben M 6,4. Das Hypozentrum lag in 40 km Tiefe. Über Schäden liegen noch keine Meldungen vor.

Yellowstone: weitere Erdbeben

In den letzten Tagen hatte die Erdbebentätigkeit im Yellowstone Nationalpark etwas nachgelassen. Letzte Nacht gab es dann ein weiteres Erdbeben M 3,4 in 10 km Tiefe. Es gab mehrere Nachbeben die nur wenig schwächer waren.

Bereits vor 2 Tage ereignete sich ein Schwarmbeben unter der Long Valley Caldera in Kalifornien. Rund 40 Erdbeben erschütterten die Caldera in Tiefen zwischen 6 und 3 km. 

Der Lōʻihi Seamount vor Big Island Hawaii wird dieser Tage ebenfalls von einem weiteren Schwarmbeben heimgesucht. Hier hat es bereits vor 14 Tagen zahlreiche Erdbeben gegeben.

Piton Fournaise: Eruption geht schwach weiter

Auf dem aktuelle LiveCam Foto vom Fournaise sieht man, dass sich die Eruption auf schwachem Niveau stabilisiert hat. Ein Schlot speist eine wenige Meter hohe Lavafontäne von der ein Lavastrom ausgeht. Dieser ist insgesamt 2,2 km lang. Ich denke, im Augenblick ist er nur auf eine Länge von einige Hundert Metern aktiv. Die Wärmestrahlung liegt bei relativ konstanten 900 MW. Der Tremor ist deutlich zurückgegangen und geht mit geringer Intensität weiter. Erdbeben wurden in den letzten 24 h nicht registriert.

Der Turrialba in Costa Rica emittierte seit gestern mehrere kleine Aschewolken. Sie wurden vom Wind schnell seitwärts verfrachtet, so dass sie nur wenige Hundert Meter hoch aufstiegen.