Taal Vulkan ausgebrochen

Aschewolke des Taal-Vulkans.Während ich in Guatemala weile, ist auf den Philippinen der Taal ausgebrochen. Leider klappte bisher mein mobiles Update nicht, so dass ich hier erst jetzt wieder anfangen kann zu berichten. Der Vollständigkeit halber eine kurze Zusammenfassung des Geschehens:

Am 12. Januar begann die Eruption mit phreatischen Explosionen, die sich dann schnell steigerten. Ein gewaltiger Ausbruch ließ Aschewolken bis in die Stratosphäre aufsteigen. Die Eruptionen manifestierten sich aus dem Hauptkrater von Volcano Island, die sich inmitten der Taal-Caldera befindet. Die Asche regnete nicht nur in der unmittelbaren Umgebung des Vulkans ab, sondern erreichte sogar die Hauptstadt Manila. Der Flughafen wurde geschlossen.

In verschiedenen Orten stürzten Hausdächer ein, die der Last der Asche nicht standhielten. Am Folgetag öffneten sich laterale Förderschote auf der Flanke von Volcano Island. Diese generieren kleinere Eruptionen. PHILVOLCS berichtete zudem von kurzen Lavaströmen aus hochviskoser Lava.

Der Ausbruch kündigte sich mit zahlreichen Erdbeben an. Deren Häufigkeit nahm in den letzten Wochen zu und erreichte Spitzenwerte von gut 140 Erschütterungen am Tag. Kurz vor der Eruption steigerten sich die Magnituden der Erschütterungen und reichten bis M 4,0.

Die Behörden reagierten schnell und ordneten Evakuierungen an. Es wurde eine 14 km durchmessende Sperrzone eingerichtet. Sie umschließt zum großen Teil den Taal See, der sich in der Caldera befindet.

Wie immer lassen sich Prognosen über den weiteren Verlauf der Eruption nur schwer geben. Starke explosive Ausbrüche sind oft relativ kurzlebig, in Anbetracht der langen Vorlaufzeit der Eruption, halte ich es dennoch für möglich, dass uns der Taal längere Zeit beschäftigen könnte.

Aktuell gibt es alarmierende Anzeichen, dass sich eine wirklich mächtige Eruption erst noch vorbereitet. Es werden die größten Bodendeformationen beobachtet, die mir in den letzten 30 Jahren untergekommen sind. Nicht nur der Wasserspiegel des Taalsees fällt, sondern es wurde auch der ableitende Fluss trockengelegt. Die Erde bebt und es bildeten sich zahlreiche Frakturen im Bereich der Caldera.

Ab Sonntag bin ich wieder Zuhause und werde hier wie gewohnt berichten.

Beteigeuze: droht eine Supernova?

Beteigeuze ist ein roter Riesenstern im Sternbild des Orions und dominiert den Winterhimmel als einer der hellsten Sterne. Er erstrahlt in der rechten Schulter des Himmeljägers und schimmert tatsächlich auch von der Erde aus betrachtet rötlich. Seit Oktober ereignet sich allerdings ungewöhnliches: Die Leuchtkraft von Beteigeuze nimmt ungewöhnlich stark ab. Daher vermuten einige Astronomen, dass sich der Stern dem Ende seines Lebens nähert und bald zur Supernova werden könnte. Das ist in unserer Galaxie bisher erst einmal dokumentiert worden, und zwar im 17. Jahrhundert.  Supernovae in anderen Galaxien wurden mittels moderner Technik bereits öfters beobachtet, doch mit bloßem Auge sind sie unsichtbar. Alles andere als unsichtbar wäre allerdings eine Supernova der Beteigeuze. Obwohl der Stern 700 Lichtjahre von der Erde entfernt wäre, würde er neben unserer Sonne das hellste Objekt am Himmel sein. Die Supernova würde nicht nur heller als Venus und Mond erstrahlen, sondern auch am Taghimmel zu sehen sein. Eine Gefahr für die Erde würde aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht bestehen.

Was ist eine Supernova?

Eine Supernova entsteht, wenn ein Stern seinen Brennstoff verheizt hat. Rote Riesensterne wie die Beteigeuze sind relativ kurzlebig und fusionieren ihren Wasserstoffvorrat in nur 10 Millionen Jahren. Dann verdichtet sich der Sternenkern so stark, dass er kollabiert. Ein Teil der Gashülle wird dabei abgestoßen, so das man von einer Sternenexplosion redet. Sie dehnt sich dramatisch aus und kann ein gesamtes Planetensystem verschlingen. Das Ende jeden Lebens, sofern es welches gibt.

Das sich Beteigeuze in eine Supernova verwandelt ist durchaus möglich, aber nicht gewiss. Und wann es soweit ist, kann auch niemand bestimmen. Aufgrund der Tatsache, dass das Licht des Sterns 700 Jahre braucht, bis es auf die Netzhäute der Menschen trifft, könnte Beteigeuze bereits kollabiert sein. Allerdings wurden schon früher Helligkeitsänderungen des Sterns beobachtet, ohne dass es bis jetzt zur Supernova gekommen wäre: Beteigeuze ist ein variabler Stern, der seine Helligkeit zyklisch ändert. Es gibt 2 unterschiedlich lange Zyklen. Einer dauert  Einer 425 Tage der andere etwa 5,9 Jahre. Vielleicht überlagern sich die beiden Zyklen diesmal und verursachen so die dramatische Helligkeitsabnahme.

Popocatepetl: Neue Eruptionen

Der mexikanische Vulkan Popocatepetl eruptierte heute 2 Mal und schickte Aschewolken bis auf einer Höhe von 11.000 m. In der Eruptionswolke waren vulkanische Blitze zu sehen. Es wurde auch viel glühende Tephra eruptiert, die die Vulkanhänge eindeckte.
Bereits gestern steigerte sich die seismische Aktivität: CENAPRED berichtet von 3 vulkanotektonischen Erdbeben und 198 Minuten Tremor. Es wurden 155 Asche-Dampf-Exhalationen festgestellt. Die Eruption hinterließ auf dem Seismogramm ein deutliches Signal.


Ebeko eruptiert 3 km hoch

Auf der Kurilen-Insel Paramushir eruptierte der Ebeko eine Aschewolke, die laut Medienberichten 3000 m hoch aufgestiegen ist. Zudem driftete die Asche mehrer Kilometer weit und stellte eine Gefahr für den Flugverkehr dar.

Ätna: Aktivität hält an

Das INGV berichtet von anhaltender Gipfel-Aktivität am Ätna auf Sizilien. Es finden strombolianische Eruptionen aus 3 Kratern statt: der Bocca Nuova, der Voragine und dem Neuen-Südostkrater. Die Eruptionen sind von schwacher bis mäßiger Intensität und fördern überwiegend glühende Tephra. Es wird aber auch etwas Asche ausgesstoßen.

Shishaldin: Flugausfälle durch Eruption

Im US-Bundesstaat Alaska ist der Shishaldin weiter munter. Aktuell wird eine moderate Wärmesigantur angezeigt. Bei der Eruption gestern stieg Vulkanasche bis zu 9000 m hoch auf und es kam zur Beeinträchtigung des Flugverkehrs. In einem Medienbericht heißt es, dass bereits letzten Freitag starke Eruptionen beobachtet wurden, bei denen vulkanische Gewitter generiert wurden.

Erta Alé: Bilder von der Jahreswende

Wie bereits berichtet, war der Erta Alé Ende Dezember aktiv. Aus einem Hornito auf dem gedeckelten Lavasee spritze Lava. Mehrere kurze Lavaströme flossen über dem Deckel aus erstarrter Lava. Nun wurden neue Fotos veröffentlicht, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Auf einem Satellitenbild vom 4. Januar erkennt man noch eine schwache thermische Anomalie die auf schwache Aktivität hindeutet.

Reventador: Vulcanianische Eruptionen

Der Vulkan Reventador in Ecuador ist weiterhin aktiv. Das VAAC verzeichnet täglich mehrere Eruptionen die Vulkanasche bis auf einer Höhe von 5700 m fördern. Vereinsmitglied Tom Pfeiffer berichtete nun live vom Vulkan und beschrieb die Eruptionen als vulcanianisch. Glühende Tephra wird bis zu 1000 m hoch ausgeworfen und landet auf- und jenseits der Kegelflanken. Die Intervalle zwischen den starken Eruptionen sind unregelmäßig und dauern zwischen 4 und 12 Stunden. Zwischen den vulcanianischen Ausbrüchen gibt es schwächere Asche-Emissionen. Die Gruppe, zu denen auch die Geonauten Thorsten und Martin gehören, reist nun zum Sangay weiter, der ebenfalls aktiv ist.

Fuego: Eruptionssteigerung?

Heute berichteten mehrere Medien, dass der Fuego erneut ausgebrochen sei. Tatsächlich legte er nach der katastrophalen Eruption im Juni 2018 nur eine kleine Pause ein und ist quasi ununterbrochen aktiv. Die Stärke der Eruptionen fluktuiert leicht und im gestrigen Bericht von INSIVUMEH war von „moderaten bis starken“ Eruptionen die Rede, anstatt wie üblich von „schwachen bis moderaten“ Ausbrüchen, wie auch im aktuellen Bericht wieder zu Lesen ist. Es gab gestern wohl eine leichte Aktivitätserhöhung. Obwohl es jetzt schon seit längerem keine Paroxysmen mehr gab, könnten sich die Ausbrüche natürlich auch wieder dahingehend entwickeln.

Shishaldin legt zu

In Alaska verstärkte der Shishaldin seine Eruptionen. er eruptierte hoch aufsteigende Aschewolken, so dass der Alarmstatus für den Flugverkehr auf „Rot“ gesetzt wurde. Inzwischen entspannte sich die Situation ein wenig und der Alarmstatus wurde auf „Orange“ reduziert. MIROVA registriert eine moderate Wärmesignatur. Wahrscheinlich ist noch ein kurzer Lavastrom aktiv. Die Eruptionen können sich jederzeit wieder verstärken.

Piton Fournaise mit Seismik

Auf La Réunion bereitet sich der Piton Fournaise möglicherweise auf eine neue Eruption vor. Die vulkanische Erdbebentätigkeit ist deutlich erhöht. Gestern Abend wurden 40 Erdbeben festgestellt, die sich innerhalb kurzer Zeit ereigneten. Magma steigt auf und sammelt sich im obersten Magmen-Reservoir unter dem Gipfelkrater.

Puerto Rico: Erdbeben Mw 6,4

Gestern morgen bebete es erneut vor der Südküste von Puerto Rico. Die Magnitude wird mit 6,4 angegeben. Das Hypozentrum befand sich in 10 km Tiefe. Nächst gelegener Ort war Indios, der 16 km nördlich des Epizentrums liegt. Der Erdstoß richtete Schäden an der Infrastruktur an. In der gesamten Küstenregion fiel der Strom aus und es gab mindestens ein Todesopfer. Seit Wochen wird Puerto Rico von zahlreichen Erdbeben heimgesucht. Sie manifestieren sich nicht nur vor der Südküste, sondern auch vor der Küste im Norden des Inselstaates. Dort ereignen sich die Erdbeben entlang des Puerto Rico Grabens.

Der aktuelle Erdstoß war der bisher Stärkste der letzten Wochen, es ist aber durchaus möglich, dass es ein noch stärkeres Erdbeben geben wird. Dabei könnten auch Teile des Puerto Rico Grabens mobilisiert werden, die bisher ruhig erscheinen. Momentan gibt es noch zahlreiche Nachbeben. Das Stärkste hatte die Magnitude 5,8. Theoretisch könnte ein starkes Erdbeben vor der Küste auch einen Tsunami auslösen.

Es ist auch nicht auszuschließen, dass die Vulkane der Antillen beeinflusst werden und aus ihrer Ruhe erwachen werden. Die bekanntesten Vulkane hier sind Sourfriere Hills auf Montserrat und Mt. Pelee auf Martinique.

Papua Neuguinea: Erdbeben Mw 6,0

In Papua Neuguinea kam es ebenfalls zu einem starken Erdbeben. Es hatte die Magnitude 6,0 und lag in 130 km Tiefe. Somit muss man genaugenommen von einem Mantelbeben sprechen. Das Epizentrum manifestierte sich an der Nordküste der Insel New Britain, unweit des aktiven Vulkans Ulawuns. Er eruptierte im letzten Jahr stark und könnte durch den Erdstoß reaktiviert werden.

Iran: Erdstoß Mb 4,9

Der Iran kommt nicht nur politisch nicht zur Ruhe, sondern auch tektonisch. Heute gab es im Süden des Landes 2 Erdbeben mit den Magnituden 4,9 und 4,5 in 10 km Tiefe. Die Epizentren lagen in der Nähe der Ortschaft Borāzjān.

Ätna: Eruptionen steigerten sich

Die strombolianischen Eruptionen am Ätna hatten sich zuletzt weiter gesteigert. Aktivster Krater ist die Voragine. Der dortige Intrakraterkegel feuert aus 2 Schloten. Glühende Tephra steigt dabei bis gut 300 m über Kraterhöhe auf. Vulkanasche wird nur sporadisch gefördert. Gestern gab es unter der Südflanke einen Erdstoß der Magnitude 2,8. Ansonsten gibt es deutlich weniger Erdbeben als es noch im November der Fall war. Der Tremor ist unauffällig. MIROVA registriert eine moderate Wärmeabstrahlung mit einer Leistung von 28 MW. Die Mikrofone des LGS nehmen heute nur wenige Explosionsgeräusche auf. Gestern waren es dafür umso mehr. Livedaten findet ihr unter dem Link.

Anak Krakatau eruptierte wieder

Der Vulkan im indonesischen Sunda Strait ist weiterhin aktiv. Nach mehrtägiger Pause gab es heute wieder einen Ausbruch. Vulkanasche stieg einige Hundert Meter hoch auf. In unserer FB-Gruppe wurde ein Foto geteilt, auf dem man erkennen kann, dass sich im Krater ein neuer Kegel bildet. Der seewärts gerichtete Teil des Kraters ist noch mit Wasser geflutet. Leider wurde die frisch geputzte LiveCam gleich wieder eingedreckt. Die Seismik ist gering.

Nishinoshima mit thermischen Signal

Der japanische Inselvulkan Nishinoshima ist weiterhin aktiv. MIROVA registriert eine hohe thermische Strahlung mit einer Leistung von 202 MW. Man kann davon ausgehen, dass en Lavastrom unterwegs ist. Das neue Vulkaneiland liegt fast 1000 km südlich von Tokio un wird nur selten von Wissenschaftlern inspiziert. Daher sind aktuelle Daten rar gesäht.

Fuego: Lavastrom bestätigt

Was gestern noch eine Vermutung von mir war, wurde heute von den INSIVUMEH-Vulkanologen bestätigt: Die Wärmesignatur auf dem Copernicus-Satellitenbild wurde tatsächlich von einem Lavastrom hervorgerufen. Seine Länge soll 600 m betragen. Er fließt durch die Schlucht von Ceniza. Nächste Woche bin ich am Fuego und versuche für die Vulkanologische Gesellschaft e.V. eine LiveCam zu installieren. Ein paar technische Hürden gilt es noch zu meistern.

Puerto Rico: Erdbeben Mw 5,7

Heute bebte die Erde vor der Südküste von Puerto Rico mit einer Magnitude von 5,7. Der Erdstoß manifestierte sich in geringer Tiefe von 2 km. Nächstgelegener Ort ist Maria Antonia in 14 km Tiefe. Das Beben war Teil eines starken Erdbebenschwarms, der seit Wochen vor der Insel aktiv ist. Es gab weiter schwächere Erschütterungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in der Karibik in den nächsten Monaten ein starkes Erdbeben ereignet ist relativ groß.

Ascension Island: Beben Mw 5,6

Auf dem Mittelatlantischen Rücken zwischen Afrika und Mittelamerika bebte es mit einer Magnitude von 5,7. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. In den vergangenen Wochen gab es in der Region immer mal wieder Erdbeben.

Japan Erdbeben Mw 5,2

Das südjapanische Ryukyu-Archipel wurde heute gleich von 3 Erdbeben erschüttert. 2 Beben lagen in relativer Nähe zur Vulkaninsel Suwanose-jima, und hatten die Magnituden 5,2 und 5,1. Die Erdbebenherde lagen in 10 km Tiefe. Das dritte Beben brachte es auf M 4,6 und lag unweit von Okinawa.

Turkmenistan: Erdstoß Mb 4,9

In Küstennähe des Kaspischen Meeres bebte es mit einer Magnitude von 4,9. Der Erdbebenherd lag mit einer Tiefe von 49 km schon im Grenzbereich zum oberen Erdmantel.

Mayotte: Weitere Erdstöße

Im Bereich des submarinen Vulkans vor der Küste von Mayotte (Madagaskar) kam es zu weiteren Erdstößen, die aller Wahrscheinlichkeit nach im Zusammenhang mit der submarinen Eruption stehen. Die beben lagen im 3-er Bereich.

Italien: leichtes Beben am Ätna

Unter der Südflanke des sizilianischen Vulkans Ätna bebte es mit einer Magnitude von 2,8. Das Hypozentrum lag 3 km tief. Das Epizentrum manifestierte sich 2 km nordöstlich von Ragalna. In der Gegend ereigneten sich 2018 mehrere moderate Erdstöße. Die Aktivität des Feuerbergs zieht weiter leicht an. Mehr dazu im Update morgen Vormittag.

Aso-san mit Asche-Emissionen

Der japanische Vulkan Aso-san liegt auf der Südinsel Kyushu und ist nach wie vor aktiv. Das VAAC Tokio bringt tägliche VONA-Warnungen heraus. Die Höhe der Aschewolken ist meistens nicht ermittelbar, übersteigt aber selten 1800 m über dem Meeresspiegel. Ein Video zeigt eine Zeitrafferaufnahme des Geschehens. Die Kamera steht auf dem Dach eines Besucherzentrums. Wie so oft in Japan, ist auch der Aso-san ein beliebtes Ausflugsziel nebst Seilbahn bis zum Krater. Allerdings ist diese in aktiven Zeiten gesperrt. Um den Krater gibt es eine 1 km Sperrzone.

Sangay mit hoher Wärmestrahlung

In Ecuador ist der Sangay weiterhin aktiv und bei gutem Wetter sogar sichtbar. MIROVA registriert eine hohe thermische Strahlung mit einer Leistung von 154 MW. Sie wird von einem Lavadom hervorgerufen, von dem ein zäher Lavastrom ausgeht. Von der Lavafront brechen große Brocken ab, die Schuttlawinen generieren. Ein zweiter Krater eruptiert Aschewolken, die bis zu 5800 m hoch aufsteigen. Wenn es regnet werden Lahare generiert. Neben Asche und Lavablöcke transportieren die Schlammströme auch Vegetationsreste. Das Materialgemenge lagert sich in einem nahen Fluss ab und staut diesen auf, was zunehmend zum Problem wird.

In dieser Woche befindet sich ein Team der Vulkanologischen Gesellschaft e.V. vor Ort um die Eruptionen der ecuadorianischen Vulkane Reventador und Sangay zu dokumentieren. Wir können auf neue Bilder und Videos gespannt sein.

Fuego in Eruption

In Guatemala ist der Fuego weiterhin aktiv. Im neusten Bericht von INSIVUMEH ist die Rede davon, dass glühende Tephra bis zu 500 m über Kraterhöhe ausgestoßen wird. Dabei fliegen einige Lavabomben soweit, dass sie in der Vegetationszone landen. Außerdem werden Schuttlawinen ausgelöst. Vulkanasche schafft es bis auf einer Höhe von 4700 m über dem Meeresspiegel. Auf einem aktuellen Satellitenfoto im Infrarot-Spektrum, erkennt man eine schwache Wärmesignatur auf der Südflanke des Vulkans. Hierbei könnte es sich um heiße Schuttlawinen in einer Schlucht handeln, oder um einen schmalen Lavastrom. Ende der Woche mache ich mich auf nach Guatemala, um von den Vulkanen dort zu berichten.

Anak Krakatau: LiveCam geht wieder

Die LiveCam auf Anak Krakatau wurde von der Asche befreit und liefert wieder ein sauberes Bild. Entgegen vorherigen Annahmen ist der Kratersee nicht verschwunden. Zumindest ein Teil des Kraters ist noch mit Wasser gefüllt.

Ätna: Strombolianische Aktivität

Der Ätna auf Sizilien ist aktiver, als es die Daten auf den ersten Blick vermuten lassen. Schaut man genauer hin, erkennt man, dass MIROVA eine moderate Wärmestrahlung mit einer Leistung von 11 MW registriert. Sie geht von glühender Tephra aus. Die Infraschall-Mikrofone des LGS detektieren zahlreiche Explosionen. Die visuelle Bestätigung des Geschehens lieferte nun Michele Mammino, der gestern am Krater war und strombolianische Eruptionen filmte. Sie kommen aus 2 Förderschlote im Intrakraterkegel der Voragine. Der Kegel wächst seit dem Spätsommer 2019. Sein Gipfel ist so hoch geworden, dass er sich fast auf Augenhöhe mit dem Kraterrand befindet. Da überwiegend glühende Schlacken eruptiert werden, sieht man von unten nur gelegentlich Aschewolken aufsteigen.



Merapi eruptiert Asche

Nach längerer Zeit relativer Ruhe meldete sich der Merapi auf java mit einer Eruption zurück. Die Höhe der Aschewolke konnte nicht bestimmt werden, dafür aber ein seismisches Signal mit einer Maximalamplitude von 55 mm und einer Dauer von 105 Sekunden. In den Tagen vor der Eruption war die Seismik leicht erhöht. Es sieht aber nicht danach aus, als würde besonders viel Magma aufsteigen. Wenn der Lavadom weiter wachsen sollte, dann sehr langsam.

Suwanose-jima mit weiteren Eruptionen

Der japanische Inselvulkan bleibt aktiv und eruptiert Aschewolken. Das VAAC Tokyo verzeichnete heute 6 Eruptionen, bei denen die Asche bis zu 1800 m hoch aufstieg. Neben Vulkanasche wird auch glühende Tephra gefördert.

Klyuchevskoy mit Aschewolke

Im fernen Kamtschatka ist der Klyuchevskoy wieder ausgebrochen. Der Vulkan stieß eine Aschewolke aus, die eine Höhe von 6100 m über dem Meeresspiegel erreichte. Die Wolke driftete in südöstlicher Richtung. Neben dem Domvulkan Shiveluch ist der Klyuchevskoy derzeit der aktivste Vulkan auf der sibirischen Halbinsel.

Island: Erdbeben M 4,8

Unter dem isländischen Gletscher Vatnajökull kam es letzte Nacht zu 2 moderaten Erdbeben, die für isländische Verhältnisse schon recht stark waren. Sie hatten die Magnituden 4,8 und 4,0. Sie manifestierten sich 4 km nordwestlich des Gletschervulkans Bardarbunga. Das Hypozentrum des stärkeren Bebens lag in nur 100 m Tiefe. Der Bebenherd des Schwächeren in 2800 m. Es gab noch einige weitere schwache Erschütterungen.

Wodurch die Beben genau ausgelöst wurde ist unklar, doch die Vermutung liegt nahe, dass es einen Zusammenhang mit dem großen Zentralvulkan gibt. Es könnte sich um Nachwirkungen der Eruption von 2014 handeln, oder aber das Vorspiel zu einer künftigen Eruption sein. Diese wird sich aber aller Wahrscheinlichkeit nach erst in einigen Jahrzehnten ereignen.

Mexiko: Erdbeben Mw 6,0

Im mexikanischen Bundesstaat Oxaca bebte es mit einer Magnitude von 6,0. Das Hypozentrum lag in 100 km Tiefe und damit im Erdmantel. Das Epizentrum manifestierte sich 12 km südlich der Ortschaft Santo Domingo Zanatepe. Trotz der Tiefe war der Erdstoß nicht nur deutlich zu spüren gewesen, sondern richtete auch einige Gebäudeschäden an. In der Region gehören spürbare Erdbeben an der Tagesordnung und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich ein weiteres katastrophales Erdbeben in Mexiko ereignen wird.

Italien: Erdbeben im Tyrrhenischen Meer

Vor 3 Tagen gab es einen Erdstoß der Magnitude 4,0 im Tyrrhenischen Meer, nördlich von Sizilien und westlich von Kalabrien. Die aktive Vulkaninsel Stromboli lag nur ca. 40 km vom Epizentrum entfernt. Das Hypozentrum befand sich in 145 km Tiefe und damit im Erdmantel. Etwa in dieser Tiefe entstehen die magmatischen Schmelzen, die am Stromboli eruptiert werden. So habe ich schon mehrfach beobachtet, dass eine erhöhte Seismik in der Region des Tyrrhenischen Meeres größeren Eruptionen am Stromboli vorausgingen. Meistens vergingen zwischen Erdbeben und Eruption 2-3 Monate.

Deutschland: Erdbeben Ml 2,2

Südlich von Darmstadt bebte die Erde mit einer Magnitude von 2,2. Die schwache Erschütterung ereignete sich in 2 km Tiefe und war nicht spürbar. Das Epizentrum wurde in einer Entfernung von 6 km von Gernsheim lokalisiert.

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