Laacher See: Erdbeben Mw 2,5

Gestern Nacht ereignete sich in der Eifel ein Erdbeben der Magnitude 2,5. Das Epizentrum lag ca. 7 km südlich des Laacher-See-Vulkans, die Tiefe des Erdbebens wird mit 15 km angegeben. Laut einem Medienbericht schreckten zahlreiche Anwohner der Gegend aus dem Schlaf, weil sie die Erschütterung gespürt haben. In der Gegend um den Laacher See ereignen sich immer wieder leichte Erdbeben. Diese stehen -laut dem Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz- möglicher Weise mit Magmabewegung im Untergrund zusammen. Ein Vulkanausbruch in mittelbarer Zeit erscheint dennoch unwahrscheinlich.

Kilauea: Pohoiki von Lava bedroht

Die Eruption am Kilauea auf Hawaii geht weiter. Spalte 8 fördert weiterhin viel Lava, die durch den bekannten Kanal bis zur Küste fließt. Die Front des Lavastroms hat dort inzwischen eine Breite von 6 km eingenommen. Die Lava fließt an mehreren Stellen ins Meer und breitet sich dort in südwestlicher Richtung aus. Die Lava ist nur noch 750 m von Pohoiki und dem Issac Hale Park entfernt. Hält die Geschwindigkeit des Lavavorstoßes wie gehabt an, dann wird auch dieses Kleinod an der Küste Hawaiis bald vergehen. Der Issac Hale Park ist sehr beliebt: hier gibt es eine Bootsrampe, von der zeitweise auch Lavatour-Boote Richtung Kalapana starteten. Der Park liegt an einer schönen Bucht, die auch zum Baden und Surfen einlädt.

Derweilen geht die Subsidenz der Gipfelcaldera weiter. Ein erneutes Explosionsbeben wurde registriert, allerdings wirkte es sich nicht auf die Aktivität der Spalte 8 im unteren Ostrift aus. Bereits am 12. Juli wurde ein Video aufgezeichnet, dass starke Steinschläge entlang des Calderarandes dokumentiert. Der Ton des Ereignisses ist besonders beeindruckend.

Listen to the sound of rockfall during a collapse/explosion event at Kīlauea Volcano’s summit on July 12, 2018.

The sound of rockfall is like the roar of the ocean.At 2:42 PM HST on July 12, 2018, a collapse explosion event occurred at Kīlauea's summit. The energy released by the event was equivalent to a M5.3 earthquake. The event generated rockfall in Halema’uma’u Crater and along the steep Kīlauea's summit caldera walls.Listen to the sound of the rockfall in this short video taken from the northeast rim of the Kīlauea caldera.#usgs #hvo #hawaiianvolcanoobservatory #kilauea #volcano #KilaueaErupts #LERZeruption #LERZ #KilaueaEruption

Gepostet von USGS Volcanoes am Dienstag, 17. Juli 2018

 

Gunung Agung erzeugt erneut Aschewolken

Auch am Agung auf Bali geht die vulkanische Aktivität weiter. VSI registrierte gestern 43 seismische Signale, die mit kleinen Eruptionen, oder Exhalationen assoziiert waren. Laut dem VAAC Darwin, förderte heute ein Ausbruch Vulkanasche bis in einer Höhe von 5 km ü.NN.

Krakatau eruptiert strombolianisch

Mit dem Krakatau ist ein weiterer Vulkan Indonesiens aktiv. Das VSI verzeichnete gestern 272 Eruptionssignale. Der Tremor schwingt Amplituden zwischen 1-30 mm, wobei der Durchschnitt bei 10 mm liegt. Es steigt also weiterhin aktiv Magma auf. Die Eruption könnte einige Wochen, oder sogar Monate weitergehen, was typisch für Anak Krakatau wäre. Vulkanspotter, die diesen faszinierenden Vulkan aktiv erleben möchten, haben jetzt relativ gute Chancen auf eine Reise dorthin. Allerdings gilt zu beachten, dass es offiziell eine Sperrzone gibt. Im Gegensatz zu früheren Eruptionen soll es diesmal schwieriger sein, einen geeigneten Standpunkt auf Anak zu finden: der Krater befindet sich wieder am Gipfel und schmeißt aufgrund der größeren Höhe weiter aus, als bei den Eruptionen zwischen 2007 und 2011.

Yellowstone mit erhöhter Seismik

In der Yellowstone-Caldera ereigneten sich 3 kleine Schwarmbeben. 2 manifestierten sich am Yellowstone-See, das 3. in der Nähe vom Norris-Geyser-Basin. Grund zur Panik gibt es nicht. Solche kleinen Schwarmbeben sind im Yellowstone keine Indikatoren für einen unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruch.


Eruptionszyklen: von Vulkanausbrüchen und Sonnenaktivität

Seit vielen Jahren versuchen Wissenschaftler herauszufinden, ob Vulkanausbrüche und Erdbeben in Zyklen stattfinden. Dabei stellt sich die Frage, ob sich solche Zyklen statistisch belegen lassen und was die treibende Kraft dahinter sein könnte. Diese Fragen werden kontrovers diskutiert und spalten die Fachwelt in 2 Lager. Viele Forscher dementieren die Existenz von Eruptionszyklen und Erdbebenzyklen, doch einige Befürworter versuchen diese Zyklen zu beweisen.

Ich selbst beobachte an meiner Berichterstattung im Newsblog, dass sich sowohl Erdbeben, als auch Vulkanausbrüche phasenweise häufen. Seit September 2017 beobachte ich eine weltweite Zunahme vulkanischer Aktivität, während es in den 2 Jahren zuvor relativ ruhig war. Dafür gab es zwischen 2014 und 2017 zahlreich starke Erdbeben, die meine Berichterstattung dominierten. Solche Verlagerungen der Berichtschwerpunkte beobachtete in den letzten 20 Jahren mehrmals. Doch dies ist noch kein Beweis für die Existenz von Zyklen, zumal meine Beobachtungen relativ kurz periodische Schwankungen implizieren. Statistisch gesehen sind solche kurz periodischen Schwankungen schwer zu erfassen und nicht geeignet Prozesse zu erklären, welche man in geologischen Zeitskalen erfassen müsste. Dies ist ein generelles Problem: da die Vulkanologie eine recht junge Wissenschaft ist, liegen nicht genug verlässliche Daten vor, um glaubhafte Statistiken in Bezug auf Eruptionszyklen zu erfassen. Nichtsdestotrotz wollen einige Forscher zyklische Phasen erhöhter vulkanischer Aktivität ausfindig gemacht haben und suchen nach den Kräften, welche diese Verursachen könnten.

Verminderte Sonnenaktivität als Auslöser verstärkter Eruptionstätigkeit

Als Kandidat, das Innere der Erde zu beeinflussen, kommt die Sonne infrage. Diese durchläuft einen 11 jährigen Aktivitätszyklus, welcher sich sichtbar in der Manifestation von Sonnenflecken widerspiegelt. Für 2018/2019 wird ein solares Minimum erwartet. Während dieser Zeit ist die Sonnenstrahlung minimal. Unterdessen bilden sich besonders viele koronale Löcher, die wir als dunkle Sonnenflecken sehen können. Zudem gibt es längere Perioden ungewöhnlich hoher, oder niedriger Sonnenaktivität. Während es logisch erscheint, dass ein solares Minima das Klima der Erdatmosphäre beeinflussen kann, ist es weniger augenfällig, wie es sich auf den Erdmantel auswirken soll. Forscher haben die Theorie aufgestellt, dass durch den Rückgang der Sonnenaktivität, die kosmischen Hintergrundstrahlung stärker auf das Erdinnere einwirkt. Diese Strahlung besteht überwiegend aus Neutronen, welche tief in die Erde eindringen können. Kollidieren diese mit Atomkernen, wird vergleichsweise viel Energie freigesetzt. Erst kürzlich ist es gelungen eine Quelle der kosmischen Hintergrundstrahlung aufzuspüren und tatsächlich eine Neutron-Atom-Kollision zu beobachten und die Energiefreisetzung zu ermitteln. Allerdings treffen Neutronen verdammt selten auf Atome und es ist völlig unklar, ob die freigesetzte Energie reicht, messbare Veränderungen im Erdinneren hervorzurufen. Grundlage dieser Theorie lieferte ein ungewöhnlich langes Sonnenminimum (Dalton-Minimum), welches eine kleine Eiszeit im späten 18. Jahrhundert ausgelöst haben soll. Diese kleine Eiszeit dauerte bis ins frühe 19. Jahrhundert. In dieser Periode ereigneten sich die katastrophalen Eruptionen von Laki und Tambora.

Änderungen im Gravitationsfeld durch besondere Planetenkonstellationen

Ein weiterer kosmischer Auslöser von Eruptionszyklen, könnten besondere Planeten-Konstellationen sein. Normalerweise liegt das gravitative Zentrum (Baryzentrum) des Sonnensystem in der Sonne. Als Mittelpunkt des Sonnensytems drehen sich die Planeten um unser Zentralgestirn. Allerdings haben die Massen der Planeten Einfluss auf die Lage des Baryzentrums. Besonders die Massenreichen Planeten Jupiter und Saturn zerren an dem Schwerpunkt des Systems. Befinden sich alle Planeten in einem Sektor, dann kann sich das Baryzentrum sogar um bis zu 2 Sonnendurchmesser außerhalb der Sonne verlagern. Diese Veränderung des gravitativen Zentrums des Systems wirkt sich auch auf die Planeten aus. Die Gezeitenkräfte auf der Erde, beeinflussen nicht nur Ebbe und Flut, sondern deformieren auch den gesamten Erdkörper. Änderungen in der Gravitation des Sonnensystems könnten die Reibungsverhältnisse im Erdinneren verändern und zusätzliche Energie in Form von Reibungshitze freisetzen. Zudem ist es denkbar, dass sich Stress und Strain in der Erdkruste ändern und somit auf bereits vorhandene Magmenkörpern einwirken. Tatsächlich lassen sich einige große Eruptionen der letzten Jahrzehnte mit einer Verlagerung des Baryzentrums außerhalb der Sonne korrelieren. Aber dies könnte natürlich Zufall sein.

Bufferung im Erdinneren

Qualitativ sind die Energieänderungen von gravitativen Kräften und Neutronen-Atomen-Kollisionen im Erdinneren nur sehr schwer zu erfassen. Während viele Forscher sagen, die Kräfte seien zu gering, um sich messbar auf das Erdinnere auszuwirken, gebe ich zu bedenken, dass laut Chaos-Theorie kleinste Änderungen in chaotischen Systemen große Auswirkungen haben können. Allerdings ist auch klar, dass das Erdinnere zwar dynamisch ist, dass Änderungen im System aber gebuffert werden und sich nur sehr langsam fortpflanzen. Wenn sich eine Energiezufuhr im Erdinneren nun auf die Bildung magmatischer Schmelze im oberen Erdmantel auswirken würde, dann würde es Äonen dauern, bis sich diese Änderungen bis zur Erdoberfläche fortpflanzen. Die treibenden Kräfte hinter Vulkanausbrüchen und Erdbeben sind mit der Konvektion plastischen Materials im Erdinneren korreliert. Dieses bewegt sich in Konvektionszellen, welche die Erdkrustenplatten wie auf einem Förderband verschieben. Allerdings sind diese Bewegungen langsam und spielen sich im Bereich weniger Zentimeter pro Jahr ab. Auch die Bildung neuer Schmelze ist ein recht langwieriger Prozess. So halte ich es für extrem unwahrscheinlich, dass sich extern verursachte Änderungen im System Erde tatsächlich fast zeitgleich an der Erdoberfläche auswirken. Wenn es eine Beeinflussung gib, dann müsste diese mit vielen Jahren Verzögerung eintreten. Kurzum, die aktuelle Häufung von Vulkanausbrüchen wird sehr wahrscheinlich nicht durch das aktuelle Sonnenminimum verursacht.

Alles nur Zufall?

Ist eine vermeintlich gesteigerte vulkanische Aktivität nun Zufall, oder existiert sie am Ende gar nicht? Eine Studie neueren Datums geht davon aus, dass wir Opfer unserer Wahrnehmung werden, wenn wir meinen, dass sich in den letzten Jahren Vulkanausbrüche und andere Naturkatastrophen häufen. Demnach gibt es einen Zusammenhang zwischen Populationszunahme, Digitalisierung und Informationsverbreitung: je mehr Menschen auf dem Planeten leben, desto mehr Ereignisse werden beobachtet. Dank der Digitalisierung verbreiten sich Nachrichten im globalen Dorf immer schneller. Dem möchte ich nicht widersprechen! Allerdings glaube ich nicht, dass dieser Effekt in den letzten 3 Jahren so groß geworden ist, dass er meine subjektive Wahrnehmung dermaßen beeinflusst. Ich stelle fest: derzeit gibt es eine Häufung von Vulkanausbrüchen. Ob diese Häufung zufällig auftritt, oder ein Indiz für Zyklen ist, vermag ich nicht zu sagen. Jenseits der hier diskutierten Möglichkeiten mag es noch andere Ursachen für Eruptionszyklen geben, denen die Forscher bisher nicht auf die Spur gekommen sind. Geologie, Vulkanologie und Seismologie sind vergleichsweise junge Wissenschaften und wir arbeiten mit Modellen die noch lange nicht in der Lage sind, sämtliche Phänomene der Erde zu erklären.

Sakurajima: Vulkanasche in 7 km Höhe

Am japanischen Vulkan Sakurajima ereignete sich gestern eine größere Eruption: Explosionen ließen Vulkanasche bis in einer Höhe von 7 km ü.NN. aufsteigen. Die Aschewolke driftete westwärts und regnete über Kagoshima ab. Das öffentliche Leben in der Metropole wurde stark beeinträchtigt. Die Sonne verdunkelte sich und die Menschen trugen Staubmasken. Aus welchem Krater die Eruption erfolgte ist nicht klar ersichtlich, aber ich vermute, es war der Minima-dake. Der Showa-Krater macht derzeit überwiegend kleiner Eruptionen, wenn er überhaupt eruptiert.

Gunung Agung: erneute Ascheeruption

Gestern eruptierte der balinesische Vulkan Agung erneut. Hier stieg die Vulkanasche bis in einer Höhe von 4700 m ü.NN. auf. Im Laufe des heutigen Tages gab es mehrere schwache Exhalationen und Phasen mit Tremor. Auf einem Sentinel-Satelittenfoto erkennt man eine schwache thermale Anomalie. Obwohl die vulkanische Tätigkeit derzeit wieder abnimmt, kann man keine Entwarnung geben.

Anak Krakatau: Eruption hält an

Die Eruption auf Krakatau geht weiter und zeigt sich stabil: gestern wurden 324 seismische Explosionssignale aufgezeichnet. Die meisten Eruptionen dürften strombolianischer Art gewesen sein. Einige Explosionen sind stärker und werden in mehr als 40 km Entfernung gehört. Vulkanasche steigt bis in einer Höhe von 1,8 km ü.NN. auf. eine Besonderheit ist noch zu erwähnen: gestern wurde ein seismisches Tornillo-Signal registriert. Diese schraubenförmigen Signale wurden vor der verhängnisvollen Eruption des Galeras (Kolumbien) beobachtet, welche sich 1993 ereignete. Bei diesem Ausbruch wurden mehrere Vulkanologen getötet und verletzt, die sich im Krater des Vulkans aufhielten.

Villarrica mit Asche-Dampf-Eruption

Am chilenischen Vulkan Villarrica wurde gestern eine kraftvolle Asche-Dampf-Eruption registriert. Diese dauerte gut 1 Minute und lagerte Tephra am Kraterrand ab. Lange Zeit brodelte im Krater des Vulkans ein kleiner Lavasee. Diesen sieht man auf aktuellen Fotos nicht mehr.

Kilauea: Lavatour-Boot von Lavabrocken getroffen

Das beschädigte Tourboot im Hafen von Hilo. © Ikaia Marzo

Am Ocean Entry auf Hawaii geriet ein Lavatour-Boot in eine litorale Explosion. Dabei wurde es von Lavabomben, Lapilli und heißem Dampf getroffen. Zahlreiche Passagiere erlitten Verletzungen. Zunächst war von 5 verletzten Personen die Rede, diese Zahl wurde inzwischen auf 22 erhöht. Da das Boot 50 Plätze hat (die meistens alle belegt sind), wurde praktisch jeder 2. an Bord verletzt.  Die Meisten haben leichtere Verletzungen wie Prellungen und kleinere Verbrennungen. Allerdings waren 3 Personen so schwer verletzt, dass sie mit Rettungsfahrzeugen ins Krankenhaus transportiert werden mussten. Eine 20 jährige Frau erlitt ein Trauma im Nackenbereich. Sie wurde vermutlich von einer Lavabombe getroffen, die das Dach des Bootes durchschlug.

Auf Videoaufnahmen einer nachfolgenden litoralen Explosion ist zu sehen, wie groß diese Eruptionen waren: es stiegen rotglühende Eruptionssäulen auf, die eine Höhe von mindestens 100 m erreichten. Es kam zu einem Regen aus Tephra und eine sich schnell ausbreitenden Dampfwolke. In der Eruptionswolke zuckten zahlreiche vulkanische Blitze. Das Video könnt ihr in unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism“ bewundern, hier kann ich es wegen des Rechtemanagements nicht veröffentlichen.

Die Regeln für die Bootsführer, welche sich dem Ocean Entry nähern wollen, sind komplex. Generell gilt es, eine Mindestdistanz von 300 m zur Lava einzuhalten. Einige Bootsführer mit besonderem Kenntnisnachweis dürfen sich bis auf 50 m nähern, solange es keine litoralen Explosionen gibt. Die Bootsführer der betroffenen Agentur sind bekannt dafür, auch diese 50 m deutlich zu unterschreiten. Laut eigener Aussage des Bootsführers befand sich das Boot knapp 200 m vom Ocean Entry entfernt, als sich die Explosion ereignete.

Ich selbst habe bereits mehrere Touren mit diesen Booten hinter mir. Bei meiner Hawaii-Reise im Mai 2018, gerieten wir ebenfalls in einen Lapilli-Schauer einer unerwartet großen litoralen Explosion. Größere Lavabrocken schlugen nur wenige Meter neben dem Boot ein. Damals dachte ich mir, dass das schnell schief gehen kann. Dem Bootsführer kann man nur bedingt Vorwürfe machen, denn die meisten der Passagiere an Bord zahlen über 200 USD für eine Tour, damit sie so nahe an die Lava gebracht werden!

Weiterführende Links zum Thema: Hawaii, Kilauea, Reisetipps, Vorsichtsmaßnahmen, Video Ocean Entry.

Verbindung zwischen Sakurajima und Kirishima nachgewiesen

In Japan gelang es Wissenschaftlern erstmalig die unterirdische Verknüpfung zweier Vulkan nachzuweisen. Bei den Vulkanen handelt es sich um die vulkanischen Nachbarn Kirishima und Sakurajima. Letzterer liegt in der Aira-Caldera. Die beiden Vulkane befinden sich 22 Kilometer voneinander entfernt und liegen auf der Insel Kyushu.

Die Forscher der University of Miami’s (UM) Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Science und der Florida International University untersuchten die Daten von 32 GPS-Stationen, welche die beiden Vulkane beobachten. Die GPS-Stationen messen die Bodendeformation, welche Hinweise gibt, ob sich Magma im Untergrund eines Vulkans ansammelt. Die Wissenschaftler konnten eine Korrelation zwischen den Stationen beider Vulkane nachweisen: Im Jahr 2011 eruptierten beide Vulkane gleichzeitig. Sakurajima war zu dieser Zeit daueraktiv, während Kirishima im März in eine eruptive Phase eintrat. Mit Beginn der Eruptionen am Kirishima entspannte sich die Inflation am Sakurajima. Nach dem Ende des Ausbruchs am Kirishima begann am Saku neue Inflation. Das Forscher-Team schließt daraus, dass sowohl Kirishima, als auch Sakurajima unterirdisch verbunden sind. Das Magma scheint aus einem gemeinsamen Magmenresrvoire zu kommen, welches in größerer Tiefe liegt.

Die Verantwortliche der Studie –Elodie Brothelande– meinte dazu, dass es bisher nur wenige Hinweise darauf gab, dass 2 eigenständige Vulkansysteme in unterirdischer Verbindung stehen können. Es sei wichtig, die Zusammenhänge zu verstehen, besonders bei Vulkanen, die in dicht besiedelten Gebieten liegen. So sind genauere Vorhersagen über das Ausbruchsverhalten der Vulkane möglich.

Die Studie „Geodetic evidence for interconnectivity between Aira and Kirishima magmatic systems, Japan“ wurde am 28. Juni im Journal Scientific Reports veröffentlicht.

Anak Krakatau: Vergleichsbilder

Diese beiden Sentinel-Satellitenfotos zeigen den Anak Krakatau am 12. und 14. Juli 2018. Auf dem älteren Bild sieht man eine starke thermische Anomalie, die vom Krater aus Richtung Südküste zieht. Am 12. Juli muss sich ein Lavastrom aus dem Krater ergossen haben, welcher zum Meer hin floss. 2 Tage später kühlte die Lava bereits ab, wodurch das thermische Signal schwächer wurde, die Lava hatte allerdings zuvor die Küste erreicht.

Aktuell geht die Eruption weiter. Krakatau eruptiert strombolianisch und es wird eine moderate thermische Strahlung emittiert.

Karymsky: größere Eruption

Der Karymsky in Kamtschatka ist bereits seit dem 8 Juli wieder aktiv und erzeugt moderate Ascheeruptionen. Laut dem VAAC Darwin, brach er heute allerdings größer aus und eruptierte eine Aschewolke, die Vulkanasche bis in einer Höhe von 9 km aufstiegen ließ. Asche in dieser Höhe stellt eine Gefährdung für den Flugverkehr dar. Mit weiteren Eruptionen muss gerechnet werden.

Karymsky liegt ziemlich abgelegen, etwa in der Mitte der sibirischen Halbinsel, unweit der Ostküste. Normalerweise wird der Vulkan per Heli angeflogen. Gelegentlich schaffen es auch geländegängige LKWs bis in die Gegend vorzudringen. Lange Zeit war Karymsky daueraktiv, doch mittlerweile eruptiert er phasenweise.

Auf Kamtschatka eruptieren auch Shiveluch und Klyuchevskoy sporadisch. Weiter südlich schließt sich der Kurilen-Vulkan Ebeko mit strombolianischen Eruptionen an.

Kilauea erzeugt Magmawellen

Gestern Nachmittag ereignete sich ein weiteres Kollaps-Explosionsbeben im Halema’uma’u-Krater. Diese Explosion setzte die äquivalente Energie eines Erdbebens der Magnitude 5,0 frei. Wenige Stunden nach der Explosion verstärkte sich der Lava-Ausstoß aus Leilani’s Spalte 8. Dieses Phänomen wurde in den letzten Tagen bereits mehrfach beobachtet. Die Explosionen scheinen den Druck in der Magmakammer zu erhöhen, so dass es zu einer Magmawelle kommt, die das System durchläuft. Die Lava fließt kanalisiert Richtung ocean entry bei Kapoho. An mehreren Stellen fließt sie ins Meer. An einigen Eintrittsstellen sieht man keine oberflächlichen Lavaströmen. Die Lava fließt also durch Tunnel.

Nevados de Chillán

Der Vulkan in Chile ist wieder aktiv geworden. Gestern eruptierte er Tephra bis in einer Höhe von 370 m über dem Krater. Zudem wurde eine erhöhte Seismik registriert, die auf Magmabewegung im Untergrund hindeutet.

Pacaya eruptiert strombolianisch

In Guatemala ist der Pacaya weiterhin aktiv. Aus dem Mc Kenney-Krater erfolgen strombolianische Eruptionen, die eine Höhe von ca. 30 m erreichen. Zudem fließen Lavaströme über den oberen Bereich der Vulkanflanke.

Sierra Negra: Vulkanausbruch hält an

Die Stärke der Eruption ist zwar rückläufig, doch noch immer registriert MIROVA eine sehr hohe thermische Anomalie am Vulkan der Glapagos-Insel Isabela. Zudem ereignete sich heute ein Erdbeben der Magnitude 4,7 unter der Caldera des Vulkans. Das Hypozentrum lag in nur 1 km Tiefe und steht sehr wahrscheinlich mit der vulkanischen Aktivität in Verbindung.

Piton Fournaise: Eruption am 13. Juli

Bereits am Freitag brach der Piton de la Fournaise aus. Der Vulkan auf der Insel La Réunion eruptierte zum 3. Mal in diesem Jahr. Der Ausbruch begann gegen 4.30 Uhr und endete am gleichen Tag gegen 22.00 Uhr. Dem Vulkanausbruch ging eine kurze seismisch Krise voran. Entlang einer 1 km langen Linie am Fuße des Gipfelkegels Dolomieu, öffnete sich 4 kurze Spalten, aus denen Lava spritzt. Es entstanden kurze Lavaströme. Auf den Schloten bildeten sich schnell Schlackenkegel. Die Seismik bleibt auch nach dem Ende der Eruption erhöht.

Anak Krakatau: frequente Explosionen

Das „Kind des Krakatau“ ist derzeit sehr aktiv und erzeugt frequente strombolianische Eruptionen. Zwischen den einzelnen Ereignissen gibt es nur kurze Pausen. Auf der Seismik sind mehrere Hundert Explosionssignale pro Tag zu sehen. MIROVA verzeichnet eine thermische Strahlung von 148 MW. Diese deutet auf eine Akkumulation glühender Tephra hin. Ein kurzer Lavastrom, oder glühende Schuttlawinen sind möglich. Ohrenzeugen berichteten am Freitag von lauten Detonationsgeräuschen, welche im 42 km entfernten Hafen von Charita auf Java zu hören waren. Das VAAC Darwin registriert Vulkanasche in 2,7 km Höhe. Der Alarmstatus des Vulkans steht bei „gelb“.

Gunung Agung ist weiterhin aktiv

Heute Morgen ereignete sich am Vulkan auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali eine weitere strombolianische Eruption. Insgesamt ist die Aktivität am Agung rückläufig. Die Eruptionen der letzten Wochen förderten immer noch nicht so viel Lava, dass man von einer generellen Entspannung der Situation ausgehen kann. Unter dem Vulkan befindet sich immer noch genug Magma für eine große Eruption.

Merapi mit 3 km Sperrzone

Mit dem Merapi steht ein weiterer Vulkan Indonesiens in den Schlagzeilen. Seine Seismik ist erhöht und die Behörden warnten Vulkanwanderer davor, die 3 km Sperrzone um den Gipfel zu betreten. Jeder Zeit sind größere Explosionen möglich.

Öræfajökull weiterhin unruhig

Auf Island bereitet der Öræfajökull weiterhin Sorgen. Die Seismik ist deutlich erhöht und man verzeichnet Inflation: unter dem Vulkan sammelt sich Magma an. Die Wahrscheinlichkeit eine Eruption steigt, allerdings ist es völlig unklar, ob- und wann ein Vulkanausbruch erfolgen wird. Ein seismischer Schwarm ereignete sich heute unter dem Reykjanes ridge südwestlich der Insel.

Ätna: strombolianische Aktivität

Last, but not least eine wichtige Nachricht vom Ätna auf Sizilien. Dr. Boris Behncke veröffentlichte am 12. Juli ein Video von der Bocca Nuova. Außer Dampf sieht man nicht viel auf dem Clip, allerdings kommt es darauf an, was man hört: Explosionsgeräusche! Diese stammen von kleinen strombolianischen Eruptionen, die sich innerhalb des Kraters ereignen. Nach 14 Monaten relativer Ruhe scheint der Vulkan zu neuem Leben zu erwachen.

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