Pahoehoe-Lava

Pahoehoe-Lava entsteht aus dünnflüssigen (niedrigviskosen) Lavaströmen, welche schnell fließen. Wenn sie erstarren bildet sich eine relativ glatte Oberfläche. Der Begriff Pahoehoe stammt aus dem Polynesischen und wurde auf Hawaii geprägt. Er bedeutet soviel wie „Lava auf der man gut gehen kann“. Der Antagonist ist hier die Aa-Lava.

Stricklava  ist eine Sonderform der Pahoehoe-Lava: wenn sich der Lavastrom staut, oder am Rand langsamer fließt, dann kann sie die glatte Oberfläche zu Wülsten aufschieben. Diese können wir Stricke aussehen, die aneinander liegen.

Paroxysmus

Ein Paroxysmus ist eine Eruption, die langsam anfängt und sich zu einem relativ kurzweiligen Höhepunkt steigert. Sobald der Höhepunkt überschritten ist endet der Paroxysmus schnell. Meistens erfolgen paroxysmale Eruptionen in Serien.

Typischerweise beginnt ein Paroxysmus mit strombolianischen Eruptionen. Diese werden im Laufe der Zeit (Tage/Stunden) immer stärker bist sie so schnell aufeinander folgen, das eine Lavafontäne entsteht. Die Lavafontäne speist einen Lavastrom. Zudem entsteht eine Aschewolke, die meistens mehrere Kilometer hoch aufsteigt. Durch Kollaps der Aschewolke können pyroklastische Ströme entstehen.

Am Ätna auf Sizilien wurden bereits zahlreiche Paroxysmen beobachtet. Genauso am Fuego in Guatemala, oder Manam in Papua Neuguinea. Am Ätna dauert die Hochphase eines Paroxysmus für gewöhnlich 1-2 Stunden. Die Aufheizphase kann Tage bis Stunden dauern. Am Fuego und Manam dauern die Hochphase oft 12 – 36 Stunden. Die Aschewolken erreichen oft Höhen von 10 km. Am Manam stiegen die Aschewolken auch schon bis in die Stratosphäre auf.

Pelés-Haar

Pelés-Haar besteht aus feine Fäden aus vulkanischen Glas. Die Lavafäden sind nach dem Haar der hawaiianische Vulkangöttin Pelé benannt. tatsächlich finden sie sich überwiegend am Rand von Lavaseen. Dort sammeln sie sich in große Büscheln in Mulden, oder hinten windgeschützten Kanten an.

Pelés-Haare entstehen, wenn Gasblasen im Lavasee aufsteigen und an der Oberfläche platzen. Dann entstehen kleine Lavafontänen und die Schmelztropfen fliegt nach allen Seiten davon. Diese Schmelztropfen ziehen einen dünnen Faden hinter sich her, solange sie noch mit der Hauptmasse der Schmelze verbunden sind. Es drängt sich die Analogie zu einem Spinnenfaden auf. Manchmal findet man Lavafäden, an denen noch ein erstarrtes Kügelchen des Schmelztropfens hängt.

Pillow-Lava

Pillow-Lava (auf deutsch Kissenlava) entsteht bei submarinen Eruptionen, oder wenn ein Lavastrom ins Meer (Wasser) mündet. Charakterisiert durch wulst- und kissenartige Gebilde bis 1 m Größe. Es bildet sich  eine glasige Oberfläche durch schnelle Abkühlung bei Kontakt mit Wasser. Durch die Abkühlung entsteht eine kissenförmige Tasche, in deren Inneren die Lava weiterhin geschmolzen und fließfähig ist. An der Front bricht diese Tasche auf und es schiebt sich wieder ein Wulst Lava weiter, bis sie oberflächlich erkaltet. So entsteht die bekannte Struktur aneinandergereihter Kissen. Die Lavaströme, welche Kissenlava bilden, sind meistens niedrigviskose Basaltschmelzen, die sehr heiß sind.

Pyroklastische Ströme

Pyroklastische Ströme sind heiße Wolken aus Vulkanasche, Blöcke und Gas, die am Vulkanhang zu Tal rasen. Sie haben ein großes zerstörerisches Potenzial und entstehen meistens durch Kollaps eines Lavadoms. Sie können auch entstehen, wenn von der Front eines zähflüssigen Lavastroms große Gesteinspakete abbrechen. Das Gas in der Lava wird durch den Kollaps explosionsartig freigesetzt. Die Lava explodiert und wird fragmentiert, also zu kleineren Fragmenten und Vulkanasche zerblasen. Die Gase sind sehr heiß und bilden ein Luftkissen, welches die Reibung zum Boden verringert. Dadurch erreichen pyroklastische Ströme große Geschwindigkeiten. Da die treibende Kraft die Gravitation ist, werden pyroklastische Ströme auf steilen Hängen schneller, als auf sanft geneigten Vulkanflanken. Sie fließen oft durch Schluchten und Bachläufen, können aber auch größere Hindernisse überspringen.

Pyroklastische Ströme zerstören praktisch alles in ihrem Weg. Die Gase können bis zu 1000 Grad Celsius heiß sein. Die Blöcke in den Strömen sind manchmal so groß wie ein Kühlschrank und erreichen Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h. Noch höhere Extremwerte sind möglich. Pyroklastische Ströme sind so ziemlich das gefährlichste, was einem am Vulkan begegnen kann. Das Heimtückische: pyroklastische Ströme entstehen nicht nur an Domvulkanen, sondern sie gibt es als Sonderformen. Selbst am „gutmütigen“ Ätna wurden schon welche gesichtet. Dort entstehen sie meistens, wenn sich ein heißer Lavastrom durch die Wand eines Kraterkegels frisst.

Pyroklastische Ströme können sich auch aus kollabierenden Eruptionswolken bilden. Dann werden sie Glutlawinen (base surges) genannt. Reist der Gasschub einer großen Eruptionswolke ab, kollabieren diese. Die Tephra rast dann an den Seiten des Kegels herab.

Eine weitere Sonderform der pyroklastischen Ströme sind die sogenannten Glutwolken. Diese werden auch nuées ardentes genannt. Sie bilden sich durch peleanische Eruptionen, die auch seitwärts gerichtet sein können. Im Gegensatz zu den normalen pyroklastischen Strömen, kommen hier mehr große Blöcke vor.

Pyroklastite

Pyroklastite (Pyroklastisches Gestein) ist der Sammelbegriff für vulkanisches Gestein, dessen Lava explosiv gefördert wurde. Ein Pyroklast ist ein einzelner Lavabrocken. Tephra nennen sich hingegen vulkansiche Lockerstoffe, die noch nicht zu Gestein geworden sind. Die Tephra kann zu einem Pyroklastit werden, indem die lockeren Ablagerungen zementieren, oder durch Hitzeeinwirkung verbacken.