Vulkan-Update 11.02.22: Ätna

  • Am Neuen Südostkrater des Ätnas kommt es zu Steinschlägen/Schuttlawinen
  • Nach dem Paroxysmus wurde eine neue thermische Anomalie entdeckt
  • Es kam zu weiteren Asche-Emissionen aus einer neuen Öffnung

Ätna: Schuttlawinen in der Scharte

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Staat: Italien |Eruption: Strombolianisch

Den Ätna hat es gestern ganz schön gebeutelt: der Paroxysmus hat die Südscharte im Neuen-Südostkraterkegel deutlich vergrößert und destabilisiert den Kegel zusehends. So kommt es zu massiven Steinschlägen, bzw. Abgängen von Schuttlawinen in der Scharte. Die Depression in östlicher Richtung hat sich ebenfalls vergrößert. Zwar ist eine Ferndiagnose nur anhand von Videoaufnahmen schwierig, doch mich würde es nicht wundern, wenn größere Teile des Kegels bei einem der nächsten Paroxysmen kollabieren.

Thermische Anomalien am Ätna

Auf der Thermalcam erkennt man, dass die Lavaströme noch ordentlich Wärme abgeben. Das INGV meldete heute Vormittag, dass am Sockel des Südostkraterkegels eine Wärmeanomalie entdeckt wurde, die sich erst nach dem Paroxysmus bildete. Von daher kann es sein, dass noch ein Lavastrom fließt. Bei der Anomalie könnte es sich um einen neu gebildeten Riss/Schlot handeln. Die Vulkanologen beobachteten eine leichte Asche-Emission aus dieser Öffnung. Sie wurde vom VAAC bestätigt und per Satellit registriert.

Update 18:30 Uhr: Im Osten des Kegels ist in der Tat noch ein kleiner Lavastrom unterwegs. Er fließt in Richtung Valle del Bove. Solche Nachwehen sind nicht untypisch für den Ätna. Wenn der Vulkan lange zum Abkühlen braucht, kann es sein, dass der nächste Paroxysmus nicht allzu lange auf sich warten lässt. Andererseits kann sich der Vulkan aber auch nur langsam wieder beruhigen, so dass der Tremor noch ein paar Tage lang erhöht bleibt. Auf jeden Fall bleibt es spannend am mächtigsten Vulkan Siziliens.

Vulkan-News 11.02.22: Ätna, Taal

Ätna: 1. Paroxysmus in 2022

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Staat: Italien |Eruption: Paroxysmal

Gestern erzeugte der Ätna auf Sizilien seinen ersten Paroxysmus in diesem Jahr. Das Pausenintervall zum Vorgänger betrug siebeneinhalb Wochen. Der Ausbruch zeichnete sich im Tagesverlauf ab, erreichte seine Hochphase aber erst am späten Abend, dass aber bei schönstem Wetter und bester Fernsicht. So gibt es Fotos der Eruption, die von der Liparischen Insel Salina aus gemacht wurden, auf einer Distanz von fast 100 km. Der Ausbruch förderte Vulkanasche bis auf einer Höhe von 9700 m. Um 20:40, 21:19 und 21:26 Uhr UTC gingen Pyroklastische Ströme ab, die einige Hundert Meter weit glitten. Der längste Lavastrom floss aus der Bresche im Neuen Südostkraterkegel und bewegte sich in Richtung Süden. Die Lavafront stagnierte auf 2700 m Höhe. Ungewöhnlich für einen Ätna-Paroxysmus ist die hohe Häufigkeit vulkanischer Blitze gewesen. Zwar gab es bei früheren Eruptionen schon vereinzelte Blitze, aber bei weitem nicht so viele wie diesmal. Möglicher Weise war die Häufung den atmosphärischen Bedingungen geschuldet, oder die Korngröße der fragmentierten Tephra war anders als sonst. Möglich ist auch eine höhere Austrittsgeschwindigkeit der Pyroklastika.

Fuego mit Lavastrom

Staat: Guatemala | Koordinaten: 14.47, -90.88 | Eruption: Effusiv

Der Lavastrom am Fuego ist länger geworden und misst nun ca. 100 m. Entsprechend vergrößert hat sich die Wärmestrahlung. MIROVA registrierte heute 200 MW Leistung. Es gehen glühende Schuttlawinen ab, die den Vegetationsrand erreichen. Pro Stunde gibt es zwischen 5 und 8 explosive Eruptionen. Sie fördern glühende Tephra bis auf 300 m Höhe über den Krater. Vulkanasche steigt bis auf 4800 m Höhe über dem Meeresspiegel auf.

Taal mit phreatischer Eruption

Staat: Philippinen | Lokation: 14.002; 120.99 | Eruption: Phreatisch

Auf der philippinischen Insel Luzon eruptierte der Taal phreatisch. Die Dampfexplosion förderte eine Eruptionswolke, die einige Hundert Meter hoch aufstieg. Darüber hinaus emittierte der Vulkan gut 10.000 Tonnen Schwefeldioxid am Tag und erzeugte 7 vulkanisch bedingte Erdbeben. Das gesamte Vulkangebäude senkt sich weiterhin leicht ab.