Campi Flegrei: Starkes Schwarmbeben

Der italienische Calderavulkan Campi Flegrei wurde von einem starken Schwarmbeben heimgesucht. Die Erdbeben begannen nachts und hielten bis in die frühen Morgenstunden an. 35 Erschütterungen wurden von den Seismometern des INGVs registriert. Die meisten Beben waren von geringer Magnitude, doch mindestens 1 Beben lag im wahrnehmbaren Bereich. Es hatte die Magnitude 3,1. Das Hypozentrum lag in 2460 m Tiefe. Die meisten Epizentren lagen westlich der Solfatara, bzw an deren Westrand im Gebiet der aktiven Fumarole Pisciarelli. Einige schwache Erdstöße gab es auch im Krater des Vulkans. Das Augenmerk der Vulkanologen ist auf die Fumarole Pisciarelli gerichtet, da dieses kleine Thermalgebiet außerhalb des Kraters der Solfatara sehr aktiv ist. Hier werden Gasproben gesammelt und Temperaturen der Gase gemessen. In den letzten 2 Wochen mehren sich Berichte, nach denen sich die Aktivität der Fumarole gesteigert hätte. Es wird von starker Entgasung und der Vergrößerung einer Bocce berichtet. Die Meldungen wurden von den Vulkanologen bisher nicht bestätigt. Es könnte auch sein, dass sich derzeit nur besonders viel Regenwasser im Mudpool sammelte und das die atmosphärische Bedingungen die Kondensation von Dampf fördern.

Update 10:45 Uhr: In der lokalen Presse ist zu lesen, dass sogar 4 der Erdbeben von Anwohnern zu spüren gewesen waren. Das Erste ereignete sich um 4:16 Uhr und hatte die Magnitude 2,0. Der zweite spürbare Erdstoß wurde um 4:41 Uhr registriert und hatte die Magnitude 2,5. Das Epizentrum lag 6 km von Pozzuoli entfernt. Das dritte spürbare beben war weniger intensiv (Magnitude 1,6). Die letzte spürbare Erschütterung des Schwarms war das stärkste Beben mit der Magnitude 3,1. Es trat um 5 Uhr auf.  Dass auch die leichten Erschütterungen mit Magnituden kleiner als 3 zu spüren gewesen war, lag wahrscheinlich an der geringen Tiefe der Erdbebenherde.

In den 1980iger Jahren gab es eine Zeit sehr hoher Seismizität in der Campi Flegrei. Sie ging einher mit starken Bodendeformationen. In der Altstadt von Pozzuoli wurden zahlreiche Häuser beschädigt, die in einem groß angelegten Programm saniert werden mussten. Zu einem Ausbruch kam es damals nicht. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es diesmal wieder so glimpflich ausgeht: Seit 2011 hob sich der Boden bereits um 61,5 cm an und langfristig gesehen könnten die Ereignisse bei Pozzuoli auf einen Vulkanausbruch hinaus laufen.

Ätna: Neue Spitze sichtbar

Die Aktivität am Ätna zeigt sich vom Corona-Virus unbeeindruckt. Der Vulkan eruptiert weiterhin aus dem Zentralkrater und arbeitet fleißig an seinem neuen Gipfel. Ein Foto, das vom nordwestlich gelegenem Ort Linguaglossa aus aufgenommen wurde, enthüllt nun den Kegel der über den Kraterrand des Zentralkraters ragt. Wahrscheinlich ist er damit der höchste Punkt des Vulkans.
Die strombolianische Tätigkeit geht weiter, doch die Daten des INGV deuten darauf hin, dass die explosive Tätigkeit etwas abgenommen hat. Ähnliches kann man auch von der effusiven Tätigkeit annehmen, denn die thermische Strahlung wurde in den letzten Tagen nur noch als moderat bezeichnet und liegt unter den hohen Werten im März.

Interessant ist ein Diagramm, das vom INGV in seinem wöchentlichen Bericht veröffentlicht wurde. Es zeigt die Lage der Erdbebenherde in einer Grafik des Vulkans. Die Beben manifestierten sich unter dem Valle del Bove und verlagerten sich in den vergangenen Monaten aus Richtung Gipfelkrater kommend. Die Konzentration an Helium-Isotopen ist seit Mai 2019 ebenfalls deutlich gestiegen. Das Edelgas wird von aufsteigendem Magma freigesetzt. Es würde mich nicht wundern, wenn sich im Tal des Ochsen die nächste Eruptionsspalte öffnen würde. Wann der größere Ausbruch kommt lässt sich allerdings nicht vorhersagen.

Campi Flegrei: Erdbeben M 2,9

Der italienische Calderavulkan Campi Flegrei wurde heute Nacht um 02:50 Uhr Ortszeit von einem Erdbeben der Magnitude 2,9 erschüttert. Das Epizentrum lag am Rand der Solfatara. Der Erdbebenherd wurde in der geringen Tiefe von nur 2,4 km lokalisiert. Es war ein Einzelbeben und trat nicht im Zusammenhang mit einem Erdbebenschwarm auf, was eigentlich typisch wäre. Gestern brachte das INGV Neapel sein wöchentliches Bulletin heraus: in der letzten Woche wurden 19 schwache Erdbeben registriert. Die Erdbebentätigkeit wird von Inflation begleitet/hervorgerufen und betrug 0,7 cm. Seit 2011 hob sich der Boden um 61 cm. Die Bodenanhebung wird von magmatischen Fluiden verursacht, wobei nicht klar ist, ob es sich um hydrothermale Tiefenwässer, oder um Magma handelt. Neue Studien tendieren dahin, dass tatsächlich Magma unter dem Vulkan aufsteigt. Einige Kollegen vergleichen die aktuelle Situation mit jener in den 1980iger Jahren. Damals verursachte die Bodenanhebung große Schäden in der Altstadt von Pozzuoli.

Ätna feuert aus 2 Rohren

Der Ätna auf Sizilien steht weiterhin im Fokus der Berichterstattung. Auch wenn uns derzeit keine Nahaufnahmen mehr erreichen, sind einige interessante Bilder im Umlauf, die aus der Ferne geschossen wurden. Besonders erwähnenswert ist der Umstand, dass der Intrakraterkegel der Voragine mittlerweile 2 potente Schlote aufweist, aus dem strombolianische Eruptionen stattfinden. Diese sind aus großer Distanz sichtbar.

Unser Vereinsmitglied Jochen Felkl sichtete heute per LiveCam einen jener seltenen Dampfringe, die immer wieder spektakulär anzusehen sind. Wie genau sie entstehen ist noch nicht geklärt, allerdings gibt es einige Erklärungsversuche.

Tremor und Thermalstrahlung sind weiterhin überdurchschnittlich. Am Freitag wurden im Bereich des Vulkans 13 schwache Erdbeben registriert. Die stärkste Erschütterung brachte es auf M 2,5 und lag in 12 km Tiefe.

Campi Flegrei: Seismik steigt wieder

In den letzten Monaten stand der italienische Calderavulkan häufiger in den Schlagzeilen, bis im Februar auf einmal kaum noch Erdbeben registriert wurden. Das scheint sich jetzt wieder zu ändern: seit dem 7 März gibt es eine Zunahme der Erdbebentätigkeit zu beobachten. Wahrscheinlich ist die seismische Aktivität gepaart mit Inflation des Magmenkörpers unter der Caldera.

Klyuchevskoy eruptiert Aschewolken

In Kamtschatka ist der Klyuchevskoy weiterhin aktiv und eruptiert Aschewolken. Diese steigen bis auf einer Höhe von 6000 m auf. Die Intensität der thermischen Anomalie ist rückläufig.

Nevado del Ruiz weiterhin aktiv

Auch der Nevado del Ruiz in Kolumbien gibt Rauchzeichen von sich und eruptiert Vulkanasche. Sie erreicht eine Höhe von gut 5700 m über dem Meeresspiegel. Sporadisch wird eine schwache thermische Strahlung festgestellt.

Taal-Caldera: Seismik fluktuiert

Unter dem philippinischen Taal-Vulkan gibt es weiterhin seismische Tätigkeit, die immer wieder fluktuiert. Während vorgestern 14 vulkanisch bedingte Erdbeben unter dem Vulkan detektiert wurden, waren es gestern 22 Erschütterungen. Dampfwolken steigen bis zu 100 m hoch auf. Der Alarmstatus bleibt auf „2“. PHILVOLCS warnt, dass es jederzeit zu phreatischen Eruptionen kommen könnte.

Taal: Krater füllt sich

Am philippinischen Vulkan Taal füllt sich der Krater auf Volcano Island langsam wieder mit Wasser und es entsteht ein neuer Kratersee. Augenzeugen berichten von starker Dampfentwicklung. Es dampft nicht nur aus dem neuen Kratersee, sondern auch aus Rissen an der Vulkanflanke. Die Situation ist insofern brisant, als dass es bei neuen Eruptionen wieder zu Kontakt zwischen Magma und Wasser kommen würde. Die resultierenden phreatomagmatischen Eruptionen sind besonders explosiv. Der Alarmstatus des Vulkans steht auf „gelb“.

Campi Flegrei: Inflation hält an

Das INGV veröffentlichte sein wöchentliches Update zum Calderavulkan bei Pozzuoli: demnach hält die Inflation an und beträgt nun seit Januar 2011 60 cm. Ende letzten Jahres beschleunigte sich die Inflation sogar, um dann nach dem Erdbebenschwarm am 6. Dezember 2019 wieder normale Werte anzunehmen. Diese liegen seit 2017 bei ca. 7 mm pro Monat. Spezielle Gefahren-Szenarien werden noch nicht durchgespielt, die Lage ist allerdings bedenklich.

Ebeko eruptiert Vulkanasche

Der Kurilen-Vulkan Ebeko eruptierte eine Aschewolke, deren Höhe nicht genau bestimmt werden konnte. Es war die 15. Eruption des Vulkans in diesem Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Aktivität stark abgenommen.

Piton de la Fournaise: Eruption endete

Bereits am 16. Februar hörte der Tremor am Piton Fournaise auf La Réunion auf und die Eruption wurde offiziell für beendet erklärt. Heute registriert MIROVA allerdings eine moderate thermische Anomalie mit einer Leistung von 15 MW. Ob die Anomalie durch Restwärme erzeugt wird, oder ob doch wieder Lava gefördert wird ist z.Z. nicht klar.

Sakurajima mit Schnee

In den letzten Tagen erzeugte der japanische Vulkan Sakurajima weitere explosive Ascheeruptionen. Die Vulkanasche stieg dabei bis auf Höhen von 3.300 m ü.N.N. auf. Doch das Besondere an dieser Meldung ist, dass der Vulkan gestern schneebedeckt war. Ein recht seltenes Phänomen im Süden Japans, das in etwa auf der gleichen Breite wie das südliche Mittelmeer liegt. Der Mittelmeerraum ist derzeit hingegen viel zu warm und trocken, doch dazu mehr in einem neuen Bericht.

Campi Flegrei: Tremor-Amplitude steigt

Während aller Augen zum philippinischen Taal-Vulkan blicken, tut sich auch interessantes unter dem europäischen Pedanten Campi Flegrei. Das INGV Napoli brachte gestern einen neuen Bericht zur Lage des großen Calderavulkans hervor, der vergleichbar stark eruptieren kann, wie der Taal. Im Fokus des Berichts liegt das Thermalgebiet um die Fumarole von Pisciarelli , die sich am nordwestlichen Kraterrand der Solfatara befindet. Dort stellt man eine Zunahme der Tremor-Amplitude fest. Obwohl es sich in erster Linie um fumarolisch erzeugten Tremor handelt, der in weniger als 1 km Tiefe entsteht und somit im Bereich des Hydrothermalen Systems, repräsentiert er auch den Gesamtzustand des Magmatischen Systems der Caldera. Die Vulkanologen sehen einen Zusammenhang zwischen Änderungen in der Geochemie der Fluide, der Bodendeformation mit Spitzenwerten von 60 cm Uplift und dem fumarolischen Tremor. Demnach könnte es in der Tat durchaus sein, dass sich der Calderavulkan langsam auf einen Ausbruch vorbereitet.

Welche Folgen ein vergleichsweiser kleiner Ausbruch in einem dicht besiedelten Gebiet haben kann, erleben wir gerade am Taal Vulkan. Dort lebten allerdings noch wenige Leute direkt auf Volcano Island. In Italien sieht es ganz anders aus. Hier befindet sich eine ganze Stadt am Rand des Vulkankraters. Und wenn man einmal betrachtet, dass es vor der Eruption des Taal-Vulkans auch nur erste Anzeichen gab, dass sich der Vulkan auf eine Eruption vorbereitet, kann man nicht ausschließen, dass es sich in Italien ähnlich verhalten könnte: Erste Anzeichen eines Aufheizen des Systems werden seit Jahren beobachtet und eine phreatomagmatische Eruption könnte ohne weitere Warnungen statt finden. Tausende Menschen leben täglich im unmittelbaren Wirkungskreis so einer potenziellen Eruption.

Taal-Vulkan: Status unverändert

Am philippinischen Calderavulkan Taal ist die Lage praktisch unverändert. In den letzten 24 Stunden hat das seismische Taal-Netzwerk 420 vulkanisch bedingte Erdbeben registriert. Die meisten Erschütterungen waren von geringer Magnitude und lagen jenseits der Wahrnehmbarkeit. Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag bei 409 Tonnen am Tag und hat damit gegenüber dem Vortagen zugenommen. PHILVOLCS geht davon aus, dass weiterhin Inflation stattfindet und der Vulkan dabei ist aufzuheizen.

Campi Flegrei: Erdstoß M 2,8

Heute Nacht manifestierte sich unter dem italienischen Calderavulkan Campi Flegrei ein Erdbeben der Magnitude 2,8. Das Epizentrum lag am Rand der Solfatara, genauer im Bereich des Thermalbeckens Pisciarelli. Das Hypozentrum befand sich in 1800 m Tiefe und damit etwa doppelt so tief, wie die meisten schwachen Erdstöße der letzten Tage. Das Beben war Teil eines Schwarms schwächerer Beben, die bis zu einer Tiefe von 2995 m hinabreichten. Damit dürften die Erdbebenherde in den Gesteinen der Sperrschicht liegen, die aus besonders festen Material besteht und eventuellem Magma das Aufsteigen erschwert. Generell ist die Seismik in der Campi Flegrei etwas höher als sonst.
Die Campi Flegrei heißt bei uns Phlegräische Felder und dürfte vielen Touristen des Golfs von Neapel unter diesem Namen bekannt sein. Die Caldera ist wohl der gefährlichste Vulkan Europas.

Mauna Loa: Schwarmbeben

Auch unter dem höchsten Vulkan der Erde -dem Mauna Loa auf Big Island Hawaii- gab es 2 kleine Schwarmbeben. Das Jüngere manifestierte sich im Osten des Vulkans, das Ältere im Westen. Hier rappelte es 9 Mal. Der stärkste Erdstoß brachte es auf M 2,7. Die Tiefe wird mit 4250 m angegeben. Im Osten gab es 4 einzelne Erdbeben. Das Stärkste hatte die Magnitude 2,4 und lag in 3700 m Tiefe. In den letzten Tagen stoppte die Inflation, doch das könnte nur vorübergehend sein und stellt noch keinen neuen Trend dar.

Kilauea: Kratersee wächst

Nicht nur am Mauna Loa bebte es, sondern auch am kleineren Nachbarvulkan Kilauea. Hier konzentrieren sich die Erdbebenherde in großen Tiefen um 30 km im Bereich des unteren Südwest-Rifts. Natürlich gibt es auch schwache Erdbeben im Bereich der Gipfelcaldera. Hier stehen allerdings nicht die Beben im Fokus der Wissenschaftler, sondern der Kratersee, der seit dem Sommer im Halema’uma’u wächst. Sein Wasserspiegel steigt täglich um 15 Zentimeter. Mittlerweile hat er die respektable Größe von 158 x 72 m. Daraus ergibt sich die Gefahr, dass es zu phreatomagmatischen Eruptionen kommen könnte, sobald das Wasser in Kontakt mit Magma kommt.

Sabancaya eruptiert hohe Aschewolke

Der peruanische Vulkan Sabancaya eruptierte heute eine Aschewolke, die bis auf einer Höhe von fast 9000 m ü.N.N. aufgestiegen ist. Das sind gut 3000 m über Kraterhöhe. Seit gestern lösten die Ascheeruptionen des Sabancayas 5 VONA-Warnungen aus.

Die anhaltenden Eruptionen beeinträchtigen die Gesundheit der Anwohner der Region Arequipa. Mit einer Gipfelhöhe von 5976 ist der Sabancaya der höchste Vulkan der Erde, der derzeit in Eruption begriffen ist. Eine LiveCam und Seismik findet ihr unter dem Link.

Nevados de Chillan eruptiert weiter

In Chile gibt es auch einen Vulkan, der seit Monaten aktiv ist und Aschewolken eruptiert. Der Nevados de Chillan fördert Asche bis auf einer Höhe von fast 4000 m über dem Meeresspiegel. Der Vulkan ist dabei nicht nur explosiv tätig, sondern auf effusiv. Im Krater Nicanor wächst ein flacher Lavadom.

Alicja Szojer teilte in unserer Fb-Gruppe einige schöne Screenshots der LiveCam am Nevados de Chillan.

Mayon: vulkanotektonische Erdbeben

Auf den Philippinen registrierte PHILVOLCS eine Zunahme der seismischen Aktivität unter dem Vulkan Mayon. In den letzten 24 Stunden wurden 9 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Diese Form der Seismik zeigt an, dass aufsteigendes Magma Gestein zerbricht. Zudem wurde ein Steinschlag-Ereignis registriert. In Bezug auf den Vormonat beobachteten die Vulkanologen eine leichte Deflation des Vulkans, was im Gegenspruch zum angezeigten Magma-Aufstieg steht. Im Vergleich zum Basis-Niveau von Anfang des Jahres ist der Vulkan allerdings noch aufgebläht.

Campi Flegrei: kleiner Erdbebenschwarm

Unter dem italienischen Calderavulkan manifestierten sich seit gestern 14 schwache Erdbeben. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1,3 und lag in gut 1 km Tiefe. Die Mikroseismik ist zwar noch nicht besorgniserregend, allerdings dokumentiert sie Aktivität im Untergrund. Aufgrund der geringen Tiefe der Erdbebenherde, könnte die Seismik durch sich bewegende magmatische Fluide des hydrothermalen Systems ausgelöst worden sein. Die Inflation ist weiterhin hoch und beträgt 0,7 cm pro Monat. Die Gastemperatur der Haupt-Fumarole von Pisciarelli liegt bei 112 °C. Sie ist seit einiger Zeit stabil, sieht man von einem Temperaturabfall im letzten Monat ab, der durch starke Niederschläge ausgelöst wurde.

Eine LiveCam mit Blick über die Caldera ist nun auch verfügbar.

Fuego: Lavastrom wird länger

Update: Im jüngsten Bericht von INSIVUMEH heißt es heute, dass pro Stunde 10-12 Explosionen registriert wurden. Der Lavastrom ist auf 400 m Länge geschrumpft.

Originalmeldung: Die Häufigkeit der explosiven Aktivität am Fuego in Guatemala hat weiter abgenommen. Pro Stunde werden zwischen 6 und 10 Explosionen registriert. Vor einem Monat waren es noch doppelt so viele. Dafür wird die glühende Tephra weitaus höher ausgeworfen: INSIVUMEH berichtet von Auswurfshöhen von bis zu 450 m über Kraterhöhe. Vulkanasche steigt bis auf einer Höhe von 4700 m ü.N.N. auf. Der Lavastrom, der seit einigen Wochen in Richtung der Schlucht von Seca fließt, hat an Länge deutlich zugenommen und misst nun 800 m. Ich gehe davon aus, dass der Lavastrom die explosive Aktivität beeinflusst. Auf dem Sentinel-Satellitenfoto (vom 21.11.19) erkennt man den Lavastrom im Süden des Vulkans sehr gut. Die thermale Signatur des Kraters ist ebenfalls sehr ausgeprägt.

Yellowstone Caldera: Steamboat Geyser sprang wieder

Heute ist der weltgrößte Geysir Steamboat wieder gesprungen. Es war der dritte Sprung in diesem Monat. In den letzten Wochen hat sich da Pausen-Intervall wieder verlängert und liegt nun bei 9 Tagen. Zudem geht wieder ein Bericht über das neue Thermalgebiet am entlegenen Tern Lake durch die Presse. Es wurde zuletzt im August dieses Jahres von Wissenschaftlern besucht, die sich fasziniert zeigten. Die Evolution des Areals begann vor gut 15 Jahren, als die Vegetation begann abzusterben. Nun ist eine baumlose Flächen entstanden, an der sich der Boden zersetzt und die typische hellgraue Färbung von Thermalgebieten angenommen hat. Es gibt heiße Quellen, aber noch keine Geysire. Das hydrothermale System des Yellowstones ist im steten Wandel begriffen.

Campi Flegrei: Inflation geht weiter

Die Campi Flegrei und die Yellowstone-Caldera weisen viele Ähnlichkeiten auf. Bei beiden Systemen handelt es sich um Caldera-Vulkane, deren Eruptionen verheerende Folgen haben können, die sich global auswirken. Die Campi Flegrei ist zwar kleiner als der Yellowstone Vulkan und hat andere Wurzeln, dafür liegt er aber in einer der am dichtesten besiedelten Gegenden Europas. Schon moderate Ausbrüche hätten katastrophale Folgen. Während die Vulkanologen des Yellowstones derzeit keine Anzeichen des Erwachens ihres Vulkans sehen, sieht es bei der Campi Flegrei anders aus. Hier verdichten sich die Anzeichen immer mehr, dass sich der Vulkan langsam auf eine Eruption vorbereitet. Im wöchentlichen Bericht des INGVs heißt es, dass anhaltende Bodendeformation beobachtet wurde. Innerhalb von 2 Wochen hob sich der Boden um 0,5 cm an. Seit 2017 verzeichnete man eine durchschnittliche Inflation von 0,7 cm pro Monat. In der letzten Woche wurden 42 schwache Erdstöße registriert.

In den Fokus der Wissenschaftler rückte auch die Fumarole von Pisciarelli, die sich am oberen Nordosthang der Solfatara befindet. Die Amplitude des fumarolischen Tremors hat sich dort seit 2017 verdreifacht. Der fumarolische Tremor wird durch den Aufstieg magmatischer Fluide verursacht. Der Tremor hier würde den Zustand des Gesamtsystems der Solfatara wiederspiegeln, so die Wissenschaftler um Flora Giudicepietro vom INGV.

Campi Flegrei: Erneuter Erdbebenschwarm

Heute Nacht wurde die Campi Flegrei von einem weiteren Erdbebenschwarm erschüttert. Er bestand aus 15 schwachen Beben, die sich nordöstlich des Hafens manifestierten. Die stärkste Erschütterung ereignete sich um 03:44 Uhr und hatte die Magnitude 1,7. Das Hypozentrum lag in 1730 m Tiefe. Insgesamt waren die Magnituden der meisten Erschütterungen größer als bei dem letzten Schwarm. So wurden 2 Beben mit Magnituden von 1,4 festgestellt und jeweils Eins mit M 1,3 und M 1,0. Alle Beben ereigneten sich in geringen Tiefen. Wodurch die Erschütterungen ausgelöst wurden ist unklar. Ich vermute, dass sie Bewegungen magmatischer Fluide anzeigen. Bei den Fluiden handelt es sich sehr wahrscheinlich nicht um Magma, sondern um Thermalwasser und Gas. Änderungen im hydrothermalen System eines Vulkans können unterschiedliche Ursachen haben. Starke Regenfälle können für Wassernachschub von oben sorgen und das System beeinflussen. Ein aktiver Magmenkörper kann allerdings auch das Hydrothermal-System eines Vulkans verändern und damit Beben auslösen. Der Magmenkörper selbst befindet sich in einer Tiefe von mehr als 5 km. Für aufsteigendes Magma ist der Schwarm zu schwach. Es besteht also keine unmittelbare Gefahr eines Vulkanausbruchs, es könnte aber gut sein, dass sich die Campi Flegrei langsam auf eine Eruption vorbereitet. Ob- und vor allem wann der Vulkan ausbrechen wird, lässt sich bis jetzt noch nicht vorhersagen. Die Frage nach dem Wo lässt sich mit einem Blick auf die Erdbebenkarte beantworten. Am Wahrscheinlichsten ist ein Ausbruch im Bereich der seismisch aktiven Zone, und die ist relativ dicht besiedelt.

Askja: Noch mehr Erdbeben

Erdbeben schwärmen auch unter dem Calderavulkan Askja (Island) aus. Im Bezug zur letzten Woche hat die seismische Tätigkeit nachgelassen. Nichtsdestotrotz wurden in den letzten 48 Stunden 107 Erschütterungen registriert. Der Schwarm migrierte dabei vom Rand der Askja (Dreki) in Richtung Herdubreid. Der berühmte Tafelberg ist nicht nur Sitz des nordischen Gottes Thor, sondern auch vulkanischen Ursprungs. Der Tafelberg erhielt seine charakteristische Form durch subglaziale Eruptionen: er entstand während der letzten Eiszeit, als Island noch komplett vergletschert war. Herdubreid gehört zum Vulkansystem der Askja. An klaren Tagen kann man von der Caldera bis zum Tafelberg sehen. Zwischen den beiden Vulkanen erstreckt sich eine Ebene aus Bimsstein. Das Foto entstand während eines Rundflugs vom Myvatn zum Vatnajökull.