Kilauea: Erdbeben Mb 4,5 bei Pāhala

Erdbeben erschüttert Kilauea auf Hawaii – Magmatische Prozesse tief unter Pāhala

Am späten Montagabend wurde die Insel Hawaii von einem deutlich spürbaren Erdbeben der Magnitude 4,5 erschüttert. Laut Angaben vom HVO registrierten die Seismometer um 23:37 Uhr Ortszeit einen Erdstoß, dessen Epizentrum rund drei Kilometer nordwestlich der Ortschaft Pāhala lag. Der Ort liegt auf der Küstenebene im Süden der Insel, am überseeischen Fuß des Vulkans. Der Erdbebenherd befand sich in etwa 33 Kilometern Tiefe. Erschütterungen waren auf der gesamten Insel zu spüren gewesen, teils bis in den Norden nach North Kohala. Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur wurden nicht gemeldet, auch eine Tsunami-Gefahr bestand nicht.

Erdbeben
Kilauea.© EMSC/ Leaflet

Trotz der moderaten Stärke erregte das Beben nicht nur bei den Anwohnern der Region Aufmerksamkeit, sondern auch bei Wissenschaftlern: Der Erdstoß gehört zu einem seit Jahren andauernden Schwarm tiefer Erdbeben unter der Region Pāhala, einer der seismisch aktivsten Regionen der Vulkaninsel. Nach Angaben des HVO begann diese ungewöhnliche Aktivität im Jahr 2015 und umfasst inzwischen zehntausende einzelne Erschütterungen. In den letzten 2 Jahren war die Aktivität allerdings rückläufig.

Die Ursache dieser tiefen Beben hängt nicht direkt mit den Eruptionen des Kilauea zusammen, steht aber dennoch in einem vulkanischen bzw. magmatischen Kontext: Die Erschütterungen reihen sich im Bereich der oberen Asthenosphäre und werden von aufsteigendem Magma verursacht, das ein tiefes Verteilerreservoir füllt, aus dem sowohl der Kilauea als auch der größere Mauna Loa gespeist werden.

Eine weitere Rolle bei der Entstehung moderater Erdbeben spielt vermutlich auch die enorme Last der hawaiischen Vulkane, die die Erdkruste nach unten biegt und Spannungen in großer Tiefe erzeugt. Dadurch können Gesteinsbrüche erfolgen, die sich in mittelstarken Erdbeben entladen.

Das HVO betont, dass das aktuelle Erdbeben keine erkennbaren Auswirkungen auf den derzeit pausierten Ausbruch im Halemaʻumaʻu-Krater des Kilauea oder auf den Mauna Loa hatte. Dennoch liefern die Ereignisse unter Pāhala wichtige Hinweise darauf, wie das vulkanische System Hawaiis in der Tiefe funktioniert – und warum selbst ruhige Phasen von mächtigen Kräften begleitet werden.

Kilauea: Eruption No 41 verursachte Evakuierungen im Park

Eruptive Episode No 41: Kilauea-Nationalpark aufgrund unerwartet heftiger Eruption kurzzeitig evakuiert

Der Kilauea auf Hawaii brach heute Nacht – wie von den HVO-Vulkanologen prognostiziert – aus und generierte die 41. Lavafontänen-Episode des fortlaufenden Vulkanausbruchs, der am 23. Dezember 2024 begann. Wie es für die Stop-and-Go-Eruption typisch ist, steigerte sich die Tätigkeit nach einer mehrtägigen Phase mit Lavaüberläufen schnell und es wurden Lavafontänen generiert. Diese waren diesmal aber außergewöhnlich hoch und starker Wind verteilte Tephra nicht nur im Gebiet des Hawaii-Volcano-Nationalparks, sondern bis zu den Küstenorten. Im Nationalpark gingen Schlacken von der Größe einer Pampelmuse nieder, so dass die Besucher evakuiert wurden. Die Aschewolke erreichte eine Höhe von fast 12 Kilometern und bewegte sich mit 55 km/h Richtung Osten. Es wurde eine VONA-Warnung für den Flugverkehr ausgegeben.




Wie die Vorgänger-Eruptionen spielte sich auch die 41. Episode im Halemaʻumaʻu-Krater ab. Sie begann am 24. Januar 2026 gegen 11:10 Uhr HST und entwickelte sich schnell zu einem der energiereichsten Ereignisse des gesamten Ausbruchs. Bereits am frühen Nachmittag schossen Lavafontänen aus beiden Förderschloten am Südwestrand des Kraters hunderte Meter in die Höhe.

Kurz nach 12:30 Uhr erreichten die Fontänen ihre maximale Höhe von schätzungsweise 460 bis 480 Metern. Im weiteren Verlauf des Nachmittags pendelten sich die Fontänen bei etwa 150 bis 200 Metern Höhe ein. Die eruptive Aktivität ging mit starkem Tephra-Ausstoß einher, der Schlacken und Gesteinsbrocken im Gebiet des Nationalparks niedergehen ließ, während der Wind feine Asche bis nach Hilo und in Küstenorte der Puna-Region trug, wo sie in 40 Kilometern Entfernung vom Vulkan abregnete.

Lapilli auf Auto

Besonders betroffen waren neben dem Hawaii-Volcano-Nationalpark die Ortschaften nördlich und östlich des Vulkans, darunter Volcano Village, Fern Acres, Kurtistown und Hawaiian Paradise Park. Entlang des Highway 11 kam es zeitweise zu gefährlichen Bedingungen, da zentimetergroße Tephra-Brocken auf die Fahrbahn einschlugen und zersplitterten. Solche bombenartigen Brocken sind durchaus in der Lage, Autoscheiben zu durchschlagen und unter Umständen auch durch das dünne Blech eines Autodaches zu dringen. Das Bombardement mit Tephra veranlasste die Katastrophenschutzbehörde zur Schließung des Nationalparks und der Evakuierung seiner Besucher und zur Sperrung des Highways 11.

Da sich die Eruption am Spätnachmittag abschwächte und gegen 19:30 HST endete, verkündete der Katastrophenschutz am frühen Abend die Wiederöffnung der Straße. Der Tephra-Niederschlag kann jedoch noch mehrere Stunden anhalten, während sich Asche und vulkanische Partikel aus der Atmosphäre absetzen. Die Warnstufe für den Luftverkehr bleibt auf „Orange“.

Neben der für Schlagzeilen sorgenden Tephra wurde auch eine große Menge Lava ausgestoßen, die den Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters überflutete. Von den Lavaströmen ging eine sehr hohe Thermalstrahlung mit einer Leistung von 5640 MW aus.

Messinstrumente registrierten während der Eruption eine deutliche Deflation des Gipfelbereichs. Der Neigungsmesser am Standort Uēkahuna zeichnete eine Abschwächung von mehr als 20 Mikroradian auf: ein typisches Muster der Lavafontänen-Episoden, die in kurzer Zeit viel Lava ausstoßen und so das Magmaspeichersystem entleeren, was den Boden absinken lässt.

Die 41. Lavafontänen-Episode des Kilauea zeigte einmal mehr, wie dynamisch eine Eruption verlaufen kann: Bereits vergleichsweise kleine Änderungen der Fördersystemstruktur bewirken eine Verstärkung der sichtbaren Auswirkungen eines Vulkanausbruchs: Während es im Sommer 2025 eine Phase gab, während der die Lavafontänen schräg ausgestoßen wurden und in einem Bogen durch den Krater – der eigentlich eine Caldera ist – schossen, bündelte die Architektur des Schlotes die Lavafontänen nun und ließ sie durch einen verengten Förderschlot nahezu einen halben Kilometer senkrecht in den Himmel steigen. Aufgrund der großen Höhe der Fontäne und dem Wind verteilte sich die Tephra großräumig.

Kilauea: Erste Prognosen zur eruptiven Episode 41

Fortgesetzter Ausbruch des Kilauea – Episode 41 binnen 2 Tage erwartet

Der Ausbruch des Kilauea im Halemaʻumaʻu-Krater, der am 23. Dezember 2024 begann, dauert weiter an. Bisher wurden 40 Lavafontänen-Episoden registriert. Der Beginn der 41. Episode wird gemäß Prognose der HVO-Vulkanologen für den Zeitraum 23.–25. Januar 2026 erwartet, vorausgesetzt, die Inflationsrate im Gipfelbereich bleibt konstant.

Kilauea
Kilauea. © HVO

In den letzten Tagen traten wiederholt kleine Lavaüberläufe auf, die als Vorzeichen der Lavafontänen-Episoden interpretiert werden. Auch zwischen den Lavaüberläufen ist der Vulkan nicht still, sondern entgast aus den beiden aktiven Schloten und illuminiert die Dampfwolken von unten – ein Zeichen dafür, dass die Lava konstant hoch im Fördersystem steht, wo sich Druck aufbaut.

Gestern führte die verstärkte Sprudeltätigkeit am nördlichen Krater gegen 22:40 Uhr HST zu einem kurzen Überlauf, der etwa fünf Minuten anhielt. Wenige Minuten später begann ein zweiter kleiner Überlauf um 23:13 Uhr HST, der innerhalb von zwei bis drei Minuten endete. Die Aktivität setzte sich auch heute Morgen fort. Weitere solcher Überläufe werden vor Beginn der bevorstehenden Fontänenepisode 41 erwartet.

Parallel dazu wurden unterhalb von Halemaʻumaʻu und der südlichen Caldera mehrere seismische Schwärme registriert. Am 19. Januar begann (wie berichtet) um 02:58 Uhr HST ein Schwarm mit rund 20 kleinen Beben, der 30–40 Minuten andauerte. Bis zum Folgetag gab es drei weitere Schwarmbeben mit einer Dauer von 20–30 Minuten. Diese Erdbeben verursachten nur geringe Neigungsänderungen des Gipfels (bis 1,5 Mikroradian) und hatten keine messbaren Auswirkungen auf die sich anbahnende Episode 41.

GPS-Daten und Druckmodelle des HVO zeigen, dass die flache Magmakammer unter Halemaʻumaʻu weiterhin an Volumen zunimmt, während die tiefere Magmakammer leicht an Druck verliert. Diese Dynamik unterstützt die fortgesetzte Lavaförderung, die derzeit etwa doppelt so hoch ist wie die langfristige Magmazufuhrrate des Kilauea. Das Magmafördersystem zwischen Magmakammer und Eruptionsspalten bleibt stabil, mit nur minimaler seismischer Aktivität.

Der Ausbruch könnte über mehrere weitere Episoden oder einen unbestimmten Zeitraum fortgesetzt werden, wobei Magma weiterhin aus den nördlichen und südlichen Schloten am Rand des Halemaʻumaʻu austritt.

Meiner Meinung nach könnte es noch einige Tage länger dauern, bis es zur nächsten Eruption kommt, da die Pausenintervalle zwischen denn Lavaüberläufen noch lang und die Lavaüberläufe selbst kurzweilig sind.

Kilauea: 3 Schwarmbeben nach der 40. Lavafontänenepisode

Schwarmbeben unter der Kilauea-Gipfelcaldera – 130 Beben innerhalb von 3 Tagen

Am Kilauea auf Hawaii manifestierten sich seit Dienstagnacht drei Schwarmbeben unter der Gipfelcaldera. Insgesamt wurden mehr als 130 Einzelbeben geringer Magnituden registriert. Die Beben setzten wenige Stunden nach Abklingen der 40. Lavafontänenepisode ein und sind die ersten ihrer Art, seitdem der episodisch verlaufende Vulkanausbruch am 23. Dezember 2024 begonnen hat.

Der jüngste Erdbebenschwarm begann am Mittwochabend gegen 19:35 Uhr hawaiianischer Zeit und veranlasste das HVO zu einer offiziellen Mitteilung. Die seismische Aktivität nahm demnach innerhalb von rund 40 Minuten wieder ab. Die Erdbeben verteilten sich räumlich unter der Ostseite des Halemaʻumaʻu-Kraters sowie der südlichen Caldera. Alle gemessenen Ereignisse blieben schwach. Keines der Beben erreichte eine Magnitude von 2,0 oder mehr. Bei den meisten Beben handelte es sich um Mikrobeben.

Bereits zuvor hatten sich zwei ähnliche Episoden ereignet: Der erste Schwarm begann in der Nacht zum Dienstag gegen 0:40 Uhr und dauerte etwa eine halbe Stunde. Ein zweiter folgte am Mittwochmorgen gegen 9:10 Uhr und blieb ebenfalls kurz. In allen drei Fällen ähnelten sich die Magnituden. Nach Einschätzung der Vulkanologen lagen die Hypozentren der Beben überwiegend in der Nähe der flachen Magmakammer des Halemaʻumaʻu, in etwa 1,5 bis 4 Kilometern Tiefe.

Bei den registrierten Erdbeben handelt es sich überwiegend um vulkanotektonische Ereignisse, die entstehen, wenn magmatischer Druck Risse im umgebenden Gestein aufsprengt. Schwarmbeben können der Öffnung neuer Eruptionsspalten vorausgehen und auch auf eine Änderung magmatischer Prozesse im Untergrund hindeuten. Von daher könne sich der Charakter der Eruption ändern oder die eruptive Phase sogar enden. Historisch betrachtet enden episodische Fontänenausbrüche nicht selten, wenn sich die Magmazufuhr auf diese Weise umlenkt.

Ob die aktuellen Schwärme tatsächlich Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Lavafontänen an der Oberfläche haben werden, ist nach Angaben des HVO derzeit noch offen. Die Bodenhebung setzt sich in gewohnter Weise fort, was dafür spricht, dass die Aktivität weitergehen wird.

Aktuell bleibt die Aktivität jedoch auf den Bereich unter der Kilauea-Caldera beschränkt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Magma in die östliche oder südwestliche Riftzone abfließt. Beide Zonen gelten derzeit als ruhig. Das Hawaiian Volcano Observatory kündigte an, die seismische Entwicklung und den Zustand der Vulkane Hawaiis weiterhin engmaschig zu überwachen.

Kilauea: Vulkanausbruch Nr. 40 hat begonnen

Die 40. eruptive Lavafontänen-Episode hat begonnen – Über 200 m hohe Fontäne steigt am Kilauea auf

Am Kilauea auf Hawaii hat die erwartete eruptive Episode Nr. 40 angefangen. Die Fontäne begann sich heute Abend gegen 19:30 Uhr MEZ (morgens 08:30 HST) aufzubauen und ist inzwischen gut 200 m hoch. Bis jetzt ist überwiegend der Nordschlot aktiv. Der südliche Schlot könnte aber noch in die Eruption einsteigen.

Am Kilauea auf Hawaii hat in den Morgenstunden des 12. Januar 2026 eine neue eruptive Phase begonnen. Nach einer Phase intermittierender Überläufe setzte um 8:22 Uhr HST offiziell Episode 40 der anhaltenden Gipfeleruption ein. Auslöser war ein rascher Wechsel zu starker Deflation des Vulkangebäudes, begleitet von einem deutlichen Anstieg des vulkanischen Tremors.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatte sich die Aktivität am Nordvent schrittweise intensiviert. Zunächst förderte es niedrige, bogenförmige Spatterfontänen von 5 bis 10 Metern Höhe, die einen Lavastrom auf den Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters speisten. Auch das Südvent war zeitweise aktiv, zeigte jedoch nur klassische, kuppelförmige Fontänen von wenigen Metern Höhe mit kurzen Überläufen.

Gegen 8:30 Uhr nahm die Aktivität am Nordvent deutlich zu. Die Fontänen erreichten zunächst 15 bis 20 Meter Höhe, was als Vorzeichen einer neuen eruptiven Episode gewertet wurde. Innerhalb weniger Minuten steigerten sich die Fontänen weiter auf rund 30 Meter, ehe sie ab 8:50 Uhr explosionsartig auf etwa 50 Meter anwuchsen. Der dabei freigesetzte Gasstrom stieg nahezu senkrecht bis in etwa 2.200 Meter Höhe auf.

Im weiteren Verlauf verstärkte sich die Eruption rapide. Um 9:00 Uhr erreichten die Lavafontänen bereits rund 100 Meter Höhe und speisten einen ausgedehnten Lavastrom auf dem Kraterboden. Teile der Gaswolke drifteten in etwa 1.500 Metern Höhe nach Westen ab. Kurz darauf folgte der bisherige Höhepunkt: Gegen 9:12 Uhr wurden am Nordvent Fontänen von bis zu 200 Metern Höhe beobachtet. Das Südvent zeigte zu diesem Zeitpunkt nur noch sehr geringe, auf den Schlot begrenzte Aktivität.

In den Tagen zuvor war es wiederholt zu Überläufen und sogenannten Drainback-Ereignissen gekommen, insbesondere am Südvent, wo sich mehrfach Lavakuppeln aufbauten und wieder entleerten. Leichte und wechselhafte Winde am Gipfel erschwerten zeitweise die Beobachtung, da sich vulkanische Gase nahe der Schlote stauten.

Mit Beginn von Episode 40 konzentriert sich die Aktivität nun klar auf das Nordvent. Die Entwicklung wird weiterhin genau überwacht, da hohe Lavafontänen und ausgedehnte Lavaströme das Erscheinungsbild des Halemaʻumaʻu-Kraters innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern können.

Kilauea: Vulkan bereitet sich auf Ausbruch No 40 vor

Kilauea vor 40. Eruptionsphase seit Dezember 2024 – kleine Lavafontänen nehmen deutlich zu

Am Kilauea auf Hawaii verdichten sich die Anzeichen für den Beginn einer neuen Eruptionsphase. Seit den frühen Morgenstunden des 10. Januar 2026 zeigen beide aktiven Schlote im Halemaʻumaʻu-Krater eine zunehmende Aktivität, die durch sogenannte Gaspistons verursacht wird. Besonders auffällig sind immer heftigere Episoden meterhohen Lavaspatterings und die Bildung kleiner Fontänen, die nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) auf den Aufstieg gasreichen Magmas hindeuten.  Aktuell sieht man auf den LiveCams eine anhaltende Aktivität, bei der bis zu 5 m hohe Fontänen gefördert werden, die kleinere Lavaströme speisen.




Gegen 7:00 Uhr HST (17:00 UTC) sprudelten sowohl am nördlichen als auch am südlichen Schlot wiederholt Lavafontänen, begleitet von einer Zunahme seismischer Erschütterungen. Zwar blieb die Neigung des Kraterbodens zunächst unverändert, doch bereits seit Ende des letzten Ausbruchs hatten Messinstrumente eine langsame, anhaltende Aufblähung des Gipfelbereichs registriert. Diese Bodenverformung gilt als klassisches Vorzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch. Momentan liegt die Bodenhebung aber noch unter dem Wert vor der 39. Eruption.

Während der Nacht wechselte die Aktivität zwischen den beiden Kratern: Während der südliche Krater zeitweise schmale Lavaströme von bis zu 200 Metern Länge speiste, dominierten im nördlichen Krater kräftige Fontänen, die kurze Ströme auf dem Boden des Halemaʻumaʻu bildeten. Wiederholte kurze Pausen und sogenannte Rücklaufereignisse erzeugten dabei Tremorspitzen, ohne das Gesamtsystem spürbar zu entspannen.

Nach Einschätzung der Vulkanologen steht der Kilauea kurz vor dem Beginn der 40. Lavafontänen-Episode seit Wiederaufnahme der Aktivität im Dezember 2024. Prognosemodelle sehen den wahrscheinlichen Startzeitraum zwischen dem 10. und 14. Januar. Bereits nach dem Ende von Episode 39 am 24. Dezember hatte sich der Vulkan rasch wieder aufgeladen: Das Neigungsmessgerät Uēkahuna registrierte seitdem eine erneute Aufblähung von mehr als 21 Mikroradian, was auf Magmanachschub aus tieferen Reservoirs hindeutet.

Während die Ost- und Südwest-Riftzone weiterhin ruhig bleiben, konzentriert sich die Aktivität klar auf den Gipfelbereich. Die Vulkanwarnstufe steht derzeit auf „Beobachtung“, der Luftfahrtfarbcode auf Orange. Das HVO überwacht die Lage engmaschig und steht in engem Austausch mit dem Hawaii-Volcanoes-Nationalpark und dem Katastrophenschutz.

Kilauea: Halemaʻumaʻu-Krater verfüllt sich schnell

Halemaʻumaʻu-Krater am Gipfel des Kilauea füllt sich schnell auf

Der Kilauea auf Hawaii hat uns im letzten Jahr mit seinen Lavafontänen-Episoden auf Trapp gehalten und auch sehr gut unterhalten. Der Fokus der Berichterstattung lag hierbei natürlich auf die spektakulären Lavafontänen. Darüber, dass sich der gigantische Gipfelkrater, der durch den Kollaps von 2018 zur Caldera wurde verdammt schnell auffüllt, ist im Rahmen der aktuellen Berichterstattung kaum erwähnt worden. Doch das möchte ich jetzt nachholen.

Halemaʻumaʻu

Ausgangspunkt war die Leilani-Eruption im Frühjahr und Sommer 2018. Als Magma in großen Mengen aus dem Gipfelreservoir in die Lower East Rift Zone abfloss, verlor der Kīlauea am Gipfel seinen inneren Halt. In einer monatelangen Abfolge von Erdbeben und Einbrüchen sackte der Halemaʻumaʻu-Krater schrittweise ab. Am Ende war der ehemalige Kraterboden um mehrere hundert Meter tiefer gelegen als zuvor und hatte sich in ein weitläufiges, steilwandiges Becken verwandelt. Große Blöcke des früheren Kraterbodens blieben zunächst intakt, lagen jedoch auf unterschiedlichen Höhen – ein eingefrorenes Zeugnis des Kollapses.

Nach dem Ende der eruptiven Aktivität kehrte zunächst Ruhe ein. Doch der neu entstandene Hohlraum reichte nun unter die lokale Grundwasserlinie. Ab 2019 begann Grundwasser langsam in den Krater einzusickern. Über Monate hinweg entstand ein Kratersee, der weltweit Aufmerksamkeit erregte – nicht zuletzt, weil sich erstmals seit Jahrhunderten Wasser dauerhaft im aktiven Gipfelbereich des Kilaueas hielt. Mitte Dezember 2020 hatte dieser See eine Tiefe von 49 Metern erreicht und bedeckte eine Fläche von rund 2,4 Hektar. Vom Kraterrand aus gemessen war der Halemaʻumaʻu zu diesem Zeitpunkt etwa 642 Meter tief. Die Wasseroberfläche zeigte wechselnde Farben, verursacht durch gelöste vulkanische Gase und Mineralien, und verdeutlichte, wie eng hier Wasser und Magma miteinander verknüpft sind.

Diese Phase währte jedoch nur kurz. Am 20. Dezember 2020 meldete sich der Kilauea am Gipfel zurück. Lava brach direkt im Halemaʻumaʻu-Krater aus und traf auf den See. Innerhalb kürzester Zeit verdampfte das Wasser vollständig, während sich an seiner Stelle ein neuer Lavasee bildete. Mit diesem Ereignis begann eine neue Ära intrakraterischer Eruptionen, bei denen die Lava den Krater nicht verlässt, sondern vollständig innerhalb der Gipfelcaldera verbleibt.

Seitdem füllt sich der Halemaʻumaʻu schrittweise wieder auf. Episodische Ausbrüche mit Lavafontänen und Lavaseen haben den einst so tiefen Kollapskrater zunehmend angehoben. Die abgestürzten Blöcke des früheren Kraterbodens, die nach dem Einsturz noch gut sichtbar waren, sind inzwischen vollständig von Lava überdeckt. Aktuelle Aufnahmen – etwa aus dem Juli 2025 – zeigen eindrucksvoll, wie stark sich das Erscheinungsbild des Kraters bereits verändert hat, auch wenn das tatsächliche Ausmaß der Auffüllung aus der Vogelperspektive nur schwer zu erfassen ist.

2025

Besonders deutlich wird die Entwicklung im Vergleich von Webcam-Bildern: Zwischen Dezember 2024 und Dezember 2025 ist der Boden der Gipfelcaldera um mehr als 64 Meter angestiegen. Seit Beginn der neuen eruptiven Phase am 23. Dezember 2024 sind über 185 Millionen Kubikmeter Lava in den Halemaʻumaʻu geflossen – eine gewaltige Menge, die dennoch vollständig innerhalb der Caldera Platz findet. Am Rand der Caldera wächst zudem ein neuer Tephrahügel, der vor einem Jahr noch nicht existierte und die anhaltende explosive Aktivität einzelner Episoden widerspiegelt.

Der Halemaʻumaʻu zeigt damit exemplarisch, wie schnell sich vulkanische Landschaften verändern können. Innerhalb von nur sieben Jahren wandelte sich der Krater von einem kollabierten Abgrund zu einem Wasserbecken und schließlich wieder zu einem von Lava dominierten Zentrum aktiver Neubildung. Und obwohl bereits enorme Mengen Magma gefördert wurden, bleibt im Krater noch immer viel Raum. Entsprechend groß ist die Spannung, mit der die nächste eruptive Episode erwartet wird – ein weiteres Kapitel in der fortlaufenden Geschichte eines der aktivsten Vulkane der Erde.

Kilauea: Neue Lavafontänen-Eruption zum Jahrestag

Kilauea auf Hawaii bricht erneut aus – Eruption zum Jahrestag der Weihnachtseruption

Heute Morgen beginnt der Kilauea auf Hawaii mit der 39. eruptiven Episode des Ausbruchs, der genau vor einem Jahr begann. Auf Hawaii ist es noch abends am 23. Dezember. Damit beweist der Vulkan eindrucksvoll seine Pünktlichkeit. Kurz nach Einsetzen der Episode begann die Förderung intensiver Lavafontänen im Halemaʻumaʻu-Krater, die wieder beachtliche Höhen erreichen und den Kraterboden mit Lava fluten.

Nach ersten Überläufen und kurzen Unterbrechungen am frühen Abend setzte gegen 20:10 Uhr HST an beiden Gipfelventen starkes Fontänieren ein. Zunächst stiegen die Lavafontänen nur wenige Dutzend Meter hoch, doch die Intensität nahm rasch zu. Bereits gegen 20:45 Uhr erreichten beide Fontänen Höhen von rund 200 Metern. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein deutliches Ungleichgewicht zwischen den beiden Förderschloten: Während die nördliche Fontäne bei etwa 210 Metern stagnierte oder zeitweise zurückging, wuchs die südliche Fontäne weiter an und erreichte kurz vor 22 Uhr eine Höhe von rund 420 Metern.

Die Förderrate war in der Anfangsphase extrem hoch. Für die ersten 30 Minuten des Fontänierens wurden etwa 750 Kubikmeter Lava pro Sekunde berechnet. Mächtige Lavaströme ergossen sich über den Kraterboden und bedeckten innerhalb kurzer Zeit schätzungsweise 10 bis 20 Prozent der Fläche von Halemaʻumaʻu. Eine dichte Eruptionswolke zog in Bodennähe nach Südwesten, während die hochreichende Asche- und Gasfahne in etwa 6.000 Metern Höhe nach Südosten verfrachtet wurde.

Begleitet wurde die Eruption von anhaltendem vulkanischem Tremor und einer zuvor gemessenen deutlichen Inflation des Gipfelbereichs, die den Ausbruch bereits angekündigt hatte. Seit dem Ende der vorherigen Episode Anfang Dezember hatten sich im Magmenreservoir erneut erhebliche Spannungen aufgebaut.

Der Kīlauea befindet sich weiterhin auf Alarmstufe „Watch“, der Flugverkehr wird mit dem Farbcode Orange gewarnt. Die Behörden beobachten die Lage aufmerksam. Für Besucher des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks gilt erhöhte Vorsicht, da sich Aktivität und Förderintensität auch in den kommenden Tagen rasch ändern können.

Kilauea: Vulkanausbruch No. 38 war der stärkste der Serie

Am Kilauea gab es heute Nacht die 38. eruptive Episode – stärkster Vulkanausbruch des laufenden Zyklus zerstörte LiveCam

Der Kilauea auf Hawaii hat am Samstag die bislang intensivste Eruption dieses Ausbruchszyklus durchlaufen. Episode 38 begann gegen 8:45 Uhr HST (21:45 Uhr MEZ) mit dem Auftreten erster Fontänen im nördlichen Schlot am Rand des Halemaʻumaʻu-Kraters. Mehrere bereits am Vortag registrierte Vorläufer-Überläufe und eine zunehmende Inflation am Gipfel hatten diesen Ausbruch angekündigt.

Zu Beginn stiegen die Fontänen im nördlichen Krater rasch von anfänglich 15–30 Metern auf über 60 Meter Höhe. Kurz darauf setzte auch der südliche Krater ein und entwickelte Fontänen von über 30 Metern Höhe. Im Verlauf des Vormittags zeigte der Vulkan ein seltenes Schauspiel, als sich drei Lavafontänen entwickelten, die Höhen zwischen 125 und 150 Metern erreichten – eine außergewöhnliche Konstellation selbst für den äußerst aktiven Kilauea.

Gegen Mittag steigerte sich die Aktivität massiv. Die Fontäne des südlichen Kraters erreichte mehrfach Höhen von über 300 Metern und neigte sich deutlich nach Süden. Ausgeworfene glühende Schlacken beschädigten dabei die Kamera V3. Im Livestream war es interessant zu beobachten, wie die Lavafontäne immer weiter auf die Kamera zuschoss, bis diese zerstört wurde. Durch die Gewalt der niederprasselnden Lavabrocken entstand eine sekundäre Aschewolke, die eine Höhe von mehr als 6.000 Metern über dem Meeresspiegel erreichte. Das Hawaiian Volcano Observatory (HVO) widersprach kursierenden Falschmeldungen, wonach Grundwasser die Höhe der Fontänen beeinflusse – die Ausstoßrate allein sei für diese Intensität verantwortlich. Das VAAC Washington veröffentlichte eine VONA-Meldung, nach der die Asche zwei Wolken bildete: Eine driftete auf einer Höhe von 4900 m in südlicher Richtung, die andere erreichte eine Höhe von 7000 m und zog in Richtung Osten.

Die Tiltmeter zeichneten über den Tag hinweg kräftige Deflationen auf: Die Hangneigung verringerte sich um 32 Mikroradian. Der höchste Deflationswert, der in so kurzer Zeit gemessen wurde. Insgesamt setzte Episode 38 laut HVO-Daten etwa 12 Millionen Kubikmeter Lava frei. Die Spitzenförderrate lag bei über 190 Kubikmetern pro Sekunde, was die außergewöhnliche Dynamik dieser Eruptionsphase unterstreicht.

Nach etwa zwölf Stunden ununterbrochenen Lavaausstoßes endete Episode 38 um 20:52 Uhr HST. Unmittelbar danach setzte erneut eine leichte Inflation am Gipfel ein – ein Hinweis darauf, dass der Vulkan weiterhin unter Druck steht und neue eruptive Episoden wahrscheinlich bleiben.