Ascheemissionen setzen sich am Ätna trotz Absenkung des Flugwarncodes fort – Flughafen Catania ist wieder offen
Beginnen wir mit einer guten Nachricht für Flugreisende in Sizilien: Der Flughafen Catania hat gestern Abend wieder geöffnet, nachdem der Flugwarncode des Ätnas um 16:37 UTC von „Rot“ auf „Orange“ gesenkt wurde. Dennoch kann noch keine komplette Entwarnung gegeben werden, denn es werden weiterhin Ascheemissionen beobachtet. Bereits in den vergangenen Tagen wurde der VONA-Code mehrfach innerhalb kurzer Zeit verändert, so könnte die Öffnung des Flughafens nur von kurzer Dauer sein. Ein Ende der Aktivität zeichnet sich noch nicht ab, obgleich es Veränderungen der Tremoramplitude gab, die von einem Tiefstand im grünen Bereich wieder bis in die Mitte des gelben Bereichs gestiegen ist.

Der Verlauf des Tremorgraphen bleibt trotz des Anstiegs bis in Bereiche der Werte, die wir seit langem als normal für den Ätna ansehen, auffällig: Immer wieder tauchen kurze Peaks auf, die steil bis in den roten Bereich ragen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und das Spektrum reicht von Störungen des Messsystems, menschengemachten Signalen bis hin zu dem Versuch des Vulkans, mit einem stärkeren Ausbruch zu beginnen, obgleich man hier einen langsameren Anstieg der Peaks erwarten würde.
Das gestern veröffentlichte Wochenbulletin des INGV fasst die Aktivität vom 7. bis 13. September zusammen. Demnach kam es am Nordostkrater nahezu kontinuierlich zu Ascheemissionen. Die pulsartig ausgestoßene Asche erreichte dabei Höhen von etwa 4.000 Metern und wurde hauptsächlich nach Osten und Süden verfrachtet. Der Spitzenwert lag bei 5000 m und wurde am 10. September erreicht. Auch die Bocca Nuova erzeugte am 7. und 8. September Ascheemissionen. An der Voragine und am Südostkrater dominierte dagegen die fumarolische Entgasung.
Bemerkenswert ist, dass sich die verschiedenen Überwachungsparameter nicht parallel entwickelten. Die Erdbebenaktivität blieb niedrig; lediglich ein Beben erreichte Magnitude 2,3. Auch die Bodenverformung zeigte keine signifikanten Veränderungen.
Der vulkanische Tremor lag während des größten Teils der untersuchten Woche auf niedrigem bis mittlerem Niveau, ist inzwischen wie oben aufgeführt aber wieder auf mittelhohe Werte gestiegen. Die Analyse der Tremorquellen zeigt erneut eine weite Ausbreitung der Bodenunruhen bis in den westlichen Gipfelbereich.
Die Infraschallaktivität hatte sich im Verlauf der Berichtswoche abgeschwächt, zeigte am 8. September aber hohe bis sehr hohe Ereignisraten, die dem Nordostkrater zugerechnet werden.
Geochemisch ging der SO₂-Ausstoß auf ein mittleres Niveau zurück, während der CO₂-Fluss aus dem Boden leicht zunahm. Auffällig war hingegen eine positive Anomalie bei den Radon-Emissionen, die auf größere Magmamengen im tieferen Untergrund hindeuten könnte.
Die thermische Aktivität war insgesamt relativ gering; das INGV registrierte in der Berichtswoche maximal etwa 7 MW.
Das INGV schließt eine schnell verlaufende Intensivierung der Aktivität ausdrücklich nicht aus. Möglich sind demnach stärkere explosive Eruptionen mit größeren Aschewolken und sogar Kollapsen von Teilen der Gipfelkegel, die pyroklastische Ströme erzeugen könnten. Die Gesamtsituation am Ätna bleibt dynamisch.








