Erdbebensequenz erschüttert Norden von Sizilien – stärkstes Beben Mb 4,1 weithin spürbar
Datum: 21.03.2026 | Zeit: 12:16:48 UTC | Koordinaten: 37.875 ; 14.306 | Tiefe: 26 km | Mb 4,1
Gestern Abend ereignete sich in Nordsizilien nahe der Küste eine weitere Erdbebensequenz. Sie bestand aus 12 Erschütterungen mit Magnituden zwischen 4,1 und 2,0, wobei auch schwächere Erdbeben aufgetreten sein könnten, die auf der EMSC-Shakemap nicht angezeigt werden. Die Erdbeben reihen sich in eine Serie ein, die seit Anfang März den Norden Siziliens und die vorgelagerten Liparischen Inseln heimsucht.

Das stärkste Erdbeben der Magnitude 4,1 ereignete sich am 21. März 2026 um 18:04 UTC. Das Hypozentrum lag in 26 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 13 km nordöstlich von Gangi und etwa 80 km westnordwestlich von Catania verortet. Ein weiteres Ereignis der Magnitude 4,0 hatte sich in ähnlicher Tiefe ca. 2 Minuten früher ereignet. Beide Beben waren in der Region deutlich zu spüren gewesen und sorgten bei den Menschen für Beunruhigung. Schäden wurden nicht gemeldet.
Die Wahrnehmungsmeldungen, die in sizilianischen Medien veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Bewohner ein kurzes, aber deutliches Rütteln wahrgenommen haben, das von einem dumpfen Grollen begleitet wurde. In kleineren Orten wie Gangi dürften viele Menschen das Beben im Gebäude gespürt haben (Intensität etwa IV–V EMS), während es in größerer Entfernung eher schwach wahrnehmbar war. Schäden sind bei Erdbeben dieser Magnitude und Tiefe eher unwahrscheinlich, können aber in Einzelfällen nicht ausgeschlossen werden. Meistens treten dann Risse in Wänden auf und es kommt zu Putzabplatzungen.
Tektonisch ist das Ereignis in einen komplexen Spannungsraum eingebettet. Sizilien liegt im Grenzbereich zwischen der Afrikanischen und der Eurasischen Platte. Die Region nördlich des Ätna – insbesondere im Bereich der Nebrodi- und Madonie-Gebirge – ist durch eine Kombination aus Kompression und seitlicher Verschiebung geprägt. Das Schwarmbeben deutet auf eine Aktivität an einer lokalen Störungszone hin, in der Spannungen schubweise freigesetzt werden. Aufgrund der Herdtiefen ist es auch nicht auszuschließen, dass Fluide die Beben triggerten.
Auch der nahe gelegene Vulkan Ätna beeinflusst das regionale Spannungsfeld indirekt. Magmatische Prozesse können lokale Spannungen verändern und auch noch in einiger Entfernung Störungszonen aktivieren. Am Ätna selbst gab es in der letzten Woche wieder tiefe Erdbeben im Nordwesten des Vulkans. Auch wenn es dort Störungen gibt, ist es wahrscheinlich, dass aufsteigendes Magma die Erdbeben auslöste, möglicherweise infolge von Spannungsaufbau an Störungszonen.






