Vulkan-News 10.03.22: Merapi

  • Vom Merapi ging eine Aschewolke aus
  • Sie wurde von pyroklastischen Strömen verursacht
  • Langsames Domwachstum
  • Warnung vor Laharen

Merapi mit größere Aschewolke

Staat: Indonesien | Koordinaten: -7.541, 110.445 | Eruption: Dom

Merapi
Merapi Archivbild

Auf der indonesischen Insel Java eruptierte der Merapi. Vulkanasche stieg bis auf einer Höhe von 6000 m auf und driftete in nördliche Richtung. Das VAAC brachte gestern Abend eine entsprechende VONA-Warnung heraus. Die Aschewolke ist mit dem Abgang pyroklastischer Ströme assoziiert gewesen. Das VSI meldete gestern 5 Abgänge von Glutwolken, heute waren es bereits 11, wobei die pyroklastischen Ströme gestern stärker waren. Sie erzeugten seismische Signale, die bis zu 570 Sekunden anhielten und Maximalamplituden von 75 mm erzeugten. Das Besondere an den pyroklastischen Strömen war, dass sie nicht nur im Südwesten des Vulkans abgingen, sondern auch in südöstlicher Richtung. Sie gingen vom zentralen Dom aus und nahmen die Route der verheerenden Ströme aus dem Jahr 2010 und flossen in Richtung Kali Adem. Die Behörden reagierten schnell und evakuierten Anwohner und sperrten das Open-Air-Museum, das die Schäden von 2010 dokumentiert und zugleich ein Mahnmal ist. Der Sandabbau wurde ebenfalls gestoppt und die Arbeiter in Sicherheit gebracht.

Die Dome des Vulkans Merapi wachsen nur langsam

Der Dom hat ein Volumen von 3,2 Millionen Kubikmeter und wächst nur langsam. Im letzten Wochenbulletin vom VSI wird er als stabil bezeichnet. Der Dom am Südwestrand des Kraters misst 1,6 Millionen Kubikmeter. Im Nordwesten des Gipfelbereichs wurde eine Deformation festgestellt. Die Hebungsrate soll 4 mm am Tag betragen. Die Seismizität ist gering und es sieht mir nicht nach einem massiven Magmaschub aus, der nun Teile des Doms hat kollabieren lassen. Möglicherweise kam es zu phreatischen Eruptionen im Dom aufgrund von Regen. Aber auch ohne weiteren Trigger können Dome instabil werden und kollabieren. Die Schwerkraft machts.

Da noch Regenzeit ist, wird vor Laharen gewarnt, die durch Regenfälle ausgelöst werden könnten und die frischen Ablagerungen der pyroklastischen Ströme in Schlamm verwandeln. Besonders gefährdet sind die Flusstäler, aber auch Areal in deren Nähe.