Erdbeben-News 01.05.22: Island

Unter Island hat es wieder mehrere Erdbeben in Regionen gegeben, die im Zusammenhang mit dem Vulkanismus interessant sind. Auf der Erdbebenkarte erkennt man Erschütterungen an den Vulkanen und Risssystemen im Südwesten der Insel, unter dem Vatnajökull, an der Askja und im Norden an der TFZ. Das stärkste Erdbeben manifestierte sich unter dem -sonst ehr ruhigen- Langjökull.

  • Unter dem Langjökull gab es ein Erdbeben M 3,4
  • Sie könnten im Zusammenhang mit dem Vulkanismus im Hochland stehen
  • Unter Reykjanes gab es weitere Erschütterungen beim Fagradalsfjall

Erdbeben unter dem Langjökull

Datum: 01.05.22 | Zeit: 08:12:50 UTC | Lokation: 64.65 ; -20.32 | Tiefe: 2,9 km | Md 3,4

Die stärkste Erschütterung manifestierte sich gestern, als es unter dem Langjökull ein Erdbeben der Magnitude 3,4 gab. Der Erdbebenherd befand sich in einer Tiefe von 2,9 km und hatte einen Epizentralpunkt, der 14.0 km südlich von Eiríksjökull lokalisiert wurde. Es gab noch 4 schwächere Nachbeben. Bereits vor 2 Wochen gab es ein Schwarmbeben in der Region, nachdem es lange Zeit zuvor ruhig war. Es umfasste 27 Erschütterungen.

Der Langjökull ist der zweitgrößte Gletscher auf Island und unterliegt starken Veränderungen und schrumpft. Einerseits ist das dem Klimawandel geschuldet, andererseits aber auch geothermischen Prozessen, denn unter dem Gletscher gibt es aktiven Vulkanismus. Bekannt ist eine große Caldera unter dem Eis, sowie mehrere Schildvulkane und Eruptionsspalten. Es gibt ein Zentralvulkan, dessen verschiedenen Erscheinungsformen über das vergletscherte Gebiet hinaus reichen. Für Menschen sichtbare Manifestationen des Vulkanismus der Region ist das Thermalgebiet bei Hveravellier. Aber auch das bekannteste Thermalgebiet Islands, das Haukadalur liegt in einem Rift, dass zum Langjökull-System gehört. Im Haukadalur befinden sich die Geysire Strokkur und der Große Geysir.

Während des Holozäns gab es „nur “ 32 Ausbrüche des Vulkansystems. Der jüngste Ausbruch ereignete sich im 9. Jahrhundert. Daher steht das Langjökull-System nicht im Fokus des Interesses der Vulkanophilen, obwohl die erwähnten assoziierten Thermalgebiete zu den interessantesten Areale der Insel gehören.

Die erwachende Seismizität der Region könnte mit Bewegungen magmatischer Fluide zusammenhängen. Allerdings verläuft das Vulkansystem parallel zu einer der tektonischen Hauptstörungszonen Islands und so sind auch rein tektonische Ursachen für die Erdbeben möglich.

Erdbeben unter der Reykjanes-Halbinsel auf Island

Erdbeben gab es auch wieder unter der Reykjanes-Halbinsel. Hier manifestierten sich die meisten Erschütterungen der letzten Tage im Bereich von Grindavik und dem Fagradalsfjall. Das stärkste Beben der letzten 48 Stunden brachte es auf Md 2,8. Das Hypozentrum lag 5,4 km tief. Blogger und Erdbebenexperte Jón Frimann schrieb dazu, dass die Beben wahrscheinlich in Zusammenhang mit Dyke-Intrusion stehen. IMO hält sich in der letzten Zeit bedeckt und Informationen zu etwaigen Bodenhebungen gibt es nicht.

Vulkan-News 01.05.22: Manam

Manam mit Ascheeruptionen

Staat: PNG | Koordinaten: -4.08; 145.04 | Eruption: Asche

Seit gestern eruptiert der Manam wieder Asche und taucht in den Meldungen des VAACs auf. Zuerst stammten die Meldungen nur von Beobachtern am Grund und die Höhe der Eruptionswolken konnte nicht bestimmt werden. Nun konnten die Satelliten exakte Messungen durchführen und detektierten Vulkanasche in 2700 m Höhe. Sie driftete in Richtung Osten. Eine Wärmeanomalie gibt es derzeit nicht. Es stellt sich die Frage, ob sich der Vulkan auf einen neuen Paroxysmus vorbereitet. In der letzten Woche gab es in der Nähe des Vulkans ein starkes Erdbeben.


Ruapehu: Seismizität bleibt hoch

Staat: Neuseeland | Koordinaten: -39.28, 175.57 | Eruption: Hydrothermal

Am neuseeländischen Ruapehu bleibt die Seismizität hoch. GeoNet berichtete, dass es die längste Phase seismischer Unruhe ist, die in den letzten 20 Jahren beobachtet wurde. Bei der Seismizität handelt es sich überwiegend um vulkanischen Tremor. Die Wassertemperatur im Kratersee liegt bei konstanten 37 Grad Celsius.


Suwanose-jima mit Eruption

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Strombolianisch

Mit dem Suwanose-jima steht ein weiterer Inselvulkan in den News. Nach mehrtägiger Pause eruptierte er heute wieder, so dass das VAAC eine VONA-Warnung herausbringen musste. Die Vulkanasche erreichte eine Höhe von 2100 m und wurde Richtung Südosten verfrachtet. Am 28. April gab es einen Erdbebenschwarm mit gut 55 vulkanotektonischen Erschütterungen. Ansonsten ist die Seismizität der letzten 2 Wochen gering gewesen, was mit der Eruptionspause einher ging.


Vulcano: Erdbebenrekord im April

Staat: Italien | Lokation: 14.87 ; 38.50 | Eruption: Fumarolisch

Auf der liparischen Insel Vulcano wurden im April so viele Erdbeben im Katalog des INGVs angezeigt, wie noch in keinem Monat davor, seitdem die Krise auf der Vulkaninsel begann. In den Tabellen werden 38 von 86 registrierten Erschütterungen angezeigt. Im Oktober 2021, als die Krise begann, waren es 44 Beben, von denen 19 angezeigt wurden. Allerdings blieben die Wissenschaftler vor Ort letzten Monat cool, da sich die restlichen Parameter nicht wesentlich veränderten.

 

 

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