Mittelstarkes Erdbeben Mb 5,0 erschüttert Westküste von Kreta – Möbel wackelten
Datum: 07.02.2026 | Zeit: 22:33:15 UTC | Koordinaten 35.311 ; 23.159 | Tiefe: 9 km | Mb 5,0
Ein Erdbeben der Magnitude 5,0 hat in der Nacht zum 8. Februar 2026 um 00:33 Uhr Ortszeit den Südwesten der Insel Kreta erschüttert. Nach Angaben des EMSC und GFZ lag das Epizentrum 49 km südwestlich von Kissamos und etwa 180 km west-südwestlich der Inselhauptstadt Heraklion. Die vom EMSC angegebene Herdtiefe beträgt 9 km, womit es sich um ein flaches Erdbeben handelte.

Auffällig ist, dass andere seismologische Dienste deutlich abweichende Tiefenangaben veröffentlichten, die von 25 bis über 50 km reichen. Solche Unterschiede kommen bei Offshore-Beben häufiger vor. Je nach verwendetem Messnetz, Stationsdichte und Auswertungsmethode können besonders die automatisch berechneten Angaben deutlich voneinander abweichen. Für den östlichen Mittelmeerraum gilt das EMSC aufgrund seiner dichten regionalen Datengrundlage verschiedener Erdbebendienste oft als besonders verlässlich. Zudem wurde bei den Daten angegeben, dass sie von einem Seismologen manuell überprüft wurden.
Das Beben wurde in weiten Teilen West- und Zentralkretas deutlich gespürt, vor allem in den Regionen Chania, Kissamos und Rethymno. Viele Menschen berichteten von einem kurzen, kräftigen Ruck, der durch die Häuser fuhr und Geschirr zum Klirren brachte oder Möbel schwanken ließ. In sozialen Netzwerken schilderten zahlreiche Nutzer, dass sie aus dem Schlaf gerissen wurden und zunächst ins Freie flüchteten. Panik blieb jedoch aus. Viele Anwohner reagierten aufgrund ihrer Erfahrung mit den zahlreichen Erdbeben auf Kreta routiniert und kehrten nach kurzer Zeit wieder in ihre Häuser zurück.
Nach bisherigen Informationen wurden keine Verletzten oder nennenswerten Sachschäden gemeldet. Auch die griechischen Behörden gaben keine Warnungen oder Evakuierungshinweise heraus.

Tektonisch steht das Ereignis im Zusammenhang mit der Hellenischen Subduktionszone, in der die afrikanische Platte unter die eurasische Platte abtaucht. Sichtbarer Ausdruck der Subduktions-Prozesse sind die Gesteinsfalten von Apoplystra, die von den enormen Kräften der Plattenkollision zeugen. Westlich und südlich von Kreta bauen sich durch diese Prozesse regelmäßig Spannungen auf, die sich in Erdbeben entladen. Magnituden um 5 sind in dieser Region keine Seltenheit. Sie sind zwar deutlich zu spüren und können kleinere Schäden verursachen, doch meistens bleiben schwerwiegende Folgen aus.
Historische Erdbeben verursachten Naturkatastrophen auf Kreta und im östlichen Mittelmeerraum
Dennoch wurde Kreta bereits mehrfach von starken Erdbeben getroffen, die das Superlativ „Mega“ verdienen. Zwei der stärksten Erdbeben in historischen Zeiten manifestierten sich in den Jahren 365 und 1303. Sie erreichten geschätzte Magnituden zwischen 8,0 und 8,5 und richteten nicht nur auf Kreta enorme Schäden an, sondern im gesamten östlichen Mittelmeerraum. Dabei entstanden Tsunamis, die auch an weit entfernten Küsten Verwüstungen anrichteten. Genauso wie andere Naturkatastrophen mit hohem Zerstörungspotenzial auch können sich jederzeit vergleichbare Beben auf Kreta ereignen.



