Griechenland: Erdbeben Mb 5,2 erschüttert Euböa

Mittelstarkes Erdbeben der Magnitude 5,2 erschüttert in Griechenland Nord-Euböa und Athen – Leichte Schäden und Erdrutsche gemeldet

Datum: 07.06.2026 | Zeit: 10:02:50 UTC | Koordinaten: 38.769 ; 23.379 | Tiefe:  10 km | Mb 5,2



Ein Erdbeben der Magnitude 5,2 hat am Sonntagmittag die griechische Insel Euböa erschüttert und wurde in große Teile Mittel- und Südgriechenlands deutlich wahrgenommen. Nach Angaben seismologischer Dienste ereignete sich das Hauptbeben um 10:02 UTC (13:02 Ortszeit) mit einem Epizentrum 5 Kilometer ost-nordöstlich von Limni im Norden Euböas. Die Markierung auf der EMSC Shakemap weicht von der Verortung allerdings deutlich ab. Die Herdtiefe wird aktuell mit rund 10 Kilometern angegeben, womit das Beben als relativ flach einzuordnen ist und entsprechend deutlich an der Oberfläche wahrgenommen wurde. Griechische Erdbebendienste geben die Herdtiefe mit 5 Kilometer an.

Griechenland (Euböa). © EMSC/Leaflet

Dem Hauptstoß gingen mehrere schwächere Beben voraus, darunter ein Ereignis der Magnitude 4,8 sowie weitere Vorbeben im Bereich von 4,3 bis 3,0. In den Minuten und Stunden nach dem Hauptbeben setzte zudem ein dichter Nachbebenschwarm ein, der zahlreiche Erschütterungen zwischen Magnitude 2,5 und 3,6 umfasste. Diese Sequenz deutet klar auf eine klassische Foreshock–Mainshock–Aftershock-Abfolge entlang einer lokal begrenzten Störungszone hin.


Die Erschütterungen waren in weiten Teilen Griechenlands deutlich spürbar, darunter in der Region Attika und der Hauptstadt Athen, wo viele Bewohner von vibrierenden Fenstern und kurzzeitiger Verunsicherung berichteten. In der Nähe des Epizentrums erreichten die Bodenbewegungen hingegen deutlich höhere Intensitäten.

Besonders betroffen war der Norden Euböas, wo es infolge der starken Bodenbeschleunigungen zu mehreren Erdrutschen kam. Nach Angaben lokaler Behörden wurden Straßen in bergigen Gebieten teilweise blockiert, während Einsatzkräfte mit der Räumung und der Überprüfung der Infrastruktur beschäftigt waren. Größere Gebäudeschäden oder Verletzte wurden bislang nicht gemeldet. Es kam jedoch zu vereinzelten Rissen in Wohngebäuden und kleineren Schäden an älteren Bauwerken. Laut einem Medienbericht sollen auch einige Gebäudemauern eingestürzt sein.

Tektonisch betrachtet ereignete sich das Erdbeben in der geologisch hochaktiven Ägäis-Region, die durch die Subduktion der Afrikanischen Platte unter die Eurasische Platte geprägt ist. Nord-Euböa befindet sich innerhalb einer ausgedehnten Dehnungszone mit zahlreichen aktiven Normalstörungen. Diese Strukturen führen regelmäßig zu seismischen Schwärmen und moderaten Erdbeben, die durch Krustendehnung in der obersten Erdschicht ausgelöst werden. Das aktuelle Ereignis passt in dieses bekannte Muster aktiver extensionaler Tektonik.

Update 19:30 Uhr: Auf der EMSC-Shakemap werden inzwischen weitere Erdbeben in dem beschriebene Bereich angezeigt, die sich tatsächlich zeitnahe mit den anderen ereignete. Darunter ein Beben Mb 5,5, das vor der Südküste von Euböa lag.

Griechenland: Erdbeben Mb 4,7 bei Skiathos

Mittelstarkes Erdbeben Mb 4,7 erschütterte griechische Insel Skiathos – zahlreiche Erdbebenmeldungen

Datum: 28.04.2026 | Zeit: 11:12:24 UTC | Koordinaten: 42.722 ; 142.955 | Tiefe: 7 km | Mb 4,7

Am Dienstagmittag hat ein moderates Erdbeben Teile der griechischen Ägäis erschüttert und die Menschen auf der Insel Skiathos besonders aufgerüttelt. Nach ersten Meldungen wurde um 11:12:24 UTC (14:12 Uhr Ortszeit) ein Beben der Magnitude 4,7 registriert. Das Epizentrum lag im Bereich der Ägäis etwa 9 Kilometer westsüdwestlich der Ortschaft Skiathos auf der gleichnamigen Insel, an dessen Westküste sich das Beben ereignete. Die Herdtiefe wurde mit nur 7 Kilometern angegeben, was auf ein oberflächennahes Ereignis hinweist.

Skiathos. © EMSC/Leaflet

Entsprechend wurde das Beben wahrgenommen. In der näheren Umgebung wurden die Erschütterungen als stark beschrieben. Besonders eindrücklich ist eine beim EMSC veröffentlichte Meldung vom Flughafen der Insel Skiathos: „Παρα πολύ δυνατό κούνημα και θόρυβος! Μας εκκένωσανε από το αεροδρόμιο Σκιάθου“ – übersetzt: „Sehr starkes Rütteln und Lärm! Wir wurden vom Flughafen von Skiathos evakuiert.“ Diese Schilderung deutet auf eine lokal kräftige Erschütterung hin, die angesichts der geringen Herdtiefe von nur 7 Kilometern plausibel ist.

Auch vom Festland gingen Wahrnehmungsmeldungen ein. Aus der Küstenregion bei Pagasetic Gulf, genauer aus Milina im südlichen Pilion, hieß es: „No damages but it was felt in Milina, South Pelion.“ Die Erschütterung war dort also deutlich spürbar, verursachte jedoch keine Schäden. Ähnlich äußerten sich Beobachter aus Chalcis (griechisch Chalkida): „Αισθητός με ελαφρύ κούνημα στη Χαλκίδα.“ – „Spürbar mit leichtem Schütteln in Chalkida.“

Insgesamt berichten die Bebenzeugen weiter entfernter Destinationen von einem kurzen, aber deutlich spürbaren Ruck, begleitet von leichtem Grollen. Auch auf dem griechischen Festland wurde das Beben registriert, vor allem von Menschen, die sich in den oberen Stockwerken höherer Gebäude aufgehalten haben. Größere Schäden sind bei einem Erdbeben dieser Magnitude nicht zu erwarten, wenngleich leichte Schäden wie Rissbildungen, abgeplatzte Putzteile und herabstürzende Platten von Innendecken durchaus möglich sind.

Tektonisch liegt das Ereignis in einer der aktivsten Dehnungszonen Europas. Die Ägäisplatte ist Teil eines komplexen Störungssystems, das durch die Subduktion der Afrikanischen Platte unter die Eurasische Platte im Bereich des Hellenischen Bogens geprägt wird. Gleichzeitig erfährt die Ägäisregion eine starke Krustendehnung, die zur Ausbildung zahlreicher Abschiebungen führt.

Das aktuelle Beben dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit an einer dieser aktiven Normalstörungen im nördlichen Ägäisraum entstanden sein. In Frage kommt insbesondere die Fortsetzung der Nordanatolischen Verwerfungszone, die sich westwärts in die Ägäis hinein verzweigt. Diese Störungszone ist bekannt für ihre rechtsseitige Blattverschiebung, geht jedoch lokal in Dehnungsstrukturen über, an denen es in der Vergangenheit vergleichbare Erdbeben gegeben hatte. Mir liegen allerdings keine tektonischen Karten vor, auf denen genau am Epizentrum eine Störung eingezeichnet ist.

Kreta: Starkes Erdbeben Mw 5,8 vor der Südostküste

Erdbeben vor der Südostküste von Kreta. © EMSC/Leaflet

Ein starkes Erdbeben Mw 5,8 erschüttert Südostküste von Kreta – Beben war deutlich spürbar

Datum: 24.04.2026 | Zeit: 03:18:54 UTC | Koordinaten: 34.984 ; 25.889 | Tiefe: 10 km | Mw 5,8

Ein deutlich spürbares Erdbeben hat am frühen Freitagmorgen die bei Touristen beliebte griechische Insel Kreta erschüttert. Nach ersten Angaben erreichte das Beben eine Magnitude von 5,8 und trat um 03:18 Uhr UTC (06:18 Uhr Ortszeit) auf. Das Epizentrum lag vor der Südostküste der Insel und wurde vom EMSC 14 Kilometer östlich der Stadt Ierápetra und etwa 78 Kilometer ostsüdöstlich von Heraklion verortet. Mit einer Herdtiefe von 10 Kilometern handelte es sich um ein relativ oberflächennahes Ereignis, das in der Region deutlich wahrgenommen wurde. Es gab bereits mehrere Nachbeben.

Bebenzeugen berichten einheitlich davon, dass viele Menschen aus dem Schlaf gerissen wurden. „Das Bett hat stark gewackelt“, schreibt ein Bewohner aus Ierápetra beim EMSC. Andere beschreiben das Beben als „sehr stark und ungewöhnlich lang“, mit einer Dauer von etwa 20 Sekunden. Für einige war es nach eigenen Angaben das erste Erdbeben dieser Stärke. Größere Schäden wurden zunächst nicht gemeldet, doch die Intensität reichte aus, um in Gebäuden deutliches Schwanken und Klirren von Gegenständen auszulösen. Außerdem ist mit kleineren Schäden an der Infrastruktur zu rechnen.

In den sozialen Medien wurden bis jetzt nur wenige Schadensbilder geteilt, die eingestürzte Mauern und Wände zeigen.  Ob sie echt sind bzw. vom aktuellen Beben stammen, ist noch nicht verifiziert.

Tektonisch liegt Kreta in einer der aktivsten Erdbebenzonen Europas, die vom Hellenischen Bogen dominiert wird. Dort schiebt sich die Afrikanische Platte unter die Ägäische Mikroplatte. Diese komplexe Plattengrenze führt regelmäßig zu Spannungsaufbau und Erdbeben, sowohl in größerer Tiefe als auch – wie in diesem Fall – in der oberen Erdkruste.

Das aktuelle Beben reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse ein, die die Region in den vergangenen Jahren erlebt hat. Besonders in Erinnerung ist das starke Erdbeben von 2021 geblieben, das mit einer Magnitude von 6,0 nahe Arkalochori auftrat und mittelstarke Schäden verursachte. Auch wenn das jetzige Beben etwas schwächer war und offshore lag, zeigt es erneut, wie aktiv die Region ist.

In der gleichen Region hatte es erst am 19. April ein Erdbeben der Magnitude 4,6 gegeben, das nun als Vorbeben des aktuellen Ereignisses interpretiert werden kann. Es zeigt, dass es größere Spannungen in der Erdkruste gibt, die noch nicht abgebaut sein könnten. Seismologen rechnen in den kommenden Tagen mit weiteren Nachbeben. Die Behörden beobachten die Lage aufmerksam, während die Bevölkerung zur Vorsicht aufgerufen ist.

Methana: Nicht erloschen trotz 100.000 Jahre Ruhe

Methana: Der nicht erloschene Vulkan, der 100.000 Jahre ruhte

Die Halbinsel Methana ragt in den Saronischen Golf Griechenlands hinein und gehört zu den weniger bekannten, aber geologisch interessanten Vulkanregionen Europas. Als Teil des Ägäischen Vulkanbogens liegt sie hinter dem Hellensichen Bogen, einer Zone, in der die afrikanische unter die eurasische Platte abtaucht. Dieser Prozess wird Subduktion genannt und treibt Magmenbildung und Vulkanismus an. Anders als der bekanntere ägäische Vulkan Santorin verursachte Methana keine Kataklysmen, sondern bildete zahlreiche kleinere andesitische und dacitische Lavadome und Lavaströme, die sich über die Halbinsel verteilen. Wie ein Forscherteam nun herausfand, kam es dabei zu oberflächlichen Ruhephasen, die bis zu 100.000 Jahre dauerten, während im Untergrund weiter Magma brodelte.

Vulkangestein auf Methana.

Die letzten Eruptionen von Methana fanden in historischer Zeit statt, etwa zwischen 270 v. Chr. und 230 n. Chr. Aus dem Jahr 1700 ist ein submariner Ausbruch vor der Küste bekannt. Danach verstummte der Vulkan vollständig und bis jetzt gab es keine Ausbrüche mehr. Dabei sind lange Ruhephasen des Vulkanfeldes nicht ungewöhnlich: Wie eine neue Studie, veröffentlicht in Science Advances, herausfand, dauerte die längste sogar ungefähr 100.000 Jahre.

In der modernen Vulkanologie gilt ein Vulkan als erloschen, dessen letzte Eruption mindestens 10.000 Jahre her ist. Doch wie sich immer mehr herausstellt, ist diese Einschätzung problematisch, denn die Grenze zwischen „erloschen“ und „ruhend“ ist oft unscharf.

Die neue Studie eines internationalen Forscherteams der ETH Zürich zeigt, dass die lange Ruhe von Methana trügerisch war, denn wie die Forscher anhand von Lavaprobenanalysen herausfanden, arbeitete der Vulkan auch während seiner langen Phase ohne Eruptionen im Untergrund weiter und akkumulierte Magma, ohne dass es zur Eruption kam.

Zentraler Punkt der Forschungsarbeiten war die Analyse von 1250 Zirkonkristallen aus Lavagesteinen, die von 31 Eruptionen des Vulkans stammten, die sich in den letzten 700.000 Jahren ereigneten. Zirkone gelten als geologische Zeitarchive, da mithilfe der Uran-Blei-Datierung Wissenschaftler das Alter dieser Kristalle bestimmen können und so rekonstruieren, wann das Magma im Untergrund entstanden ist. Bei der Methode wird der Umstand genutzt, dass radioaktives Uran zu Blei zerfällt, und zwar mit einer gut bekannten konstanten Geschwindigkeit. Aus dem Verhältnis des Urans zum Blei im Zirkon lässt sich dessen Alter bestimmen.

Ergänzt wurde dies durch geochemische Untersuchungen, bei denen die chemische Zusammensetzung der Gesteine analysiert wurde, sowie durch Thermobarometrie, die Rückschlüsse auf Druck- und Temperaturbedingungen im Magmareservoir erlaubt. Petrologische Analysen lieferten Einblicke in die Kristallisationsgeschichte, während Isotopenmessungen Hinweise auf die Herkunft des Magmas und seine Wechselwirkungen mit der Erdkruste gaben.

Das Besondere an den Ergebnissen ist die Erkenntnis, dass unter Methana über mehr als 100.000 Jahre hinweg kontinuierlich Magma gebildet und gespeichert wurde – ohne dass es zu Eruptionen kam. Der Grund dafür liegt offenbar im hohen Wassergehalt des Magmas: Dieses kristallisierte beim Aufstieg aus, wurde zähflüssig und blieb im Untergrund „stecken“. Die lange Ruhephase war also kein Zeichen fehlender Aktivität, sondern Ausdruck eines blockierten Systems, das langsam ein großes Magmareservoir aufbaute.

Diese Erkenntnis hat weitreichende Konsequenzen, zeigt sie doch, dass lange ruhende Vulkane keineswegs harmlos sein müssen. Vielmehr könnten sie im Verborgenen aktiv bleiben und unter bestimmten Bedingungen wieder ausbrechen. Die Studie legt nahe, dass solche „stillen“ Wachstumsphasen von Magmareservoiren bislang unterschätzt wurden.

Obwohl die Arbeit kein universelles Modell liefert, das ohne Weiteres auf andere lange inaktive Vulkane übertragbar ist, zeigt sie, dass selbst scheinbar erloschene Vulkane genauer überwacht werden sollten, da ihre Aktivität im Untergrund weitergehen kann und das oft über Zeiträume hinweg, die weit über menschliche Erfahrung hinausgehen.

Quelle:
Popa, R.-G., Bachmann, O., Guillong, M., & Giuliani, A. (2026).
Prolonged magmatic quiescence and storage beneath the Methana volcanic field, Greece.
Science Advances, aec9565.
https://doi.org/10.1126/sciadv.aec9565; Lizenz der CC

Griechenland: Erdbeben Mb 4,8 westlich von Kreta

Mittelstarkes Erdbeben erschütterte Mittelmeerregion westlich von Kreta – Erdbeben wurde im große Umkreis gespürt

Datum: 08.04.2026 | Zeit: 11:34:58 UTC | Koordinaten: 35.709 ; 22.272 | Tiefe: 9 km | Mb 4,8

Ein Erdbeben der Magnitude 4,8 hat am 8. April 2026 um 11:34 UTC das zentrale Mittelmeer erschüttert. Das Epizentrum lag südlich von Griechenland, rund 260 Kilometer westlich von Irákleion auf Kreta und etwa 120 Kilometer südlich der Peloponnes. Mit einer Herdtiefe von nur 9 Kilometern handelte es sich um ein relativ flaches Beben, das in den umliegenden Küstenregionen deutlich wahrgenommen wurde, jedoch keine Schäden verursacht haben dürfte.

Kreta. &copy:; EMSC/Leaflet

Bebenzeugen aus Griechenland nahmen ein leichtes, aber relativ lange anhaltendes Zittern des Erdbodens wahr, das sich auch auf Wände und Möbel übertrug. Bis jetzt liegen allerdings nur wenige Meldungen vor. Vergleichbare Ereignisse in der Region wurden in der Vergangenheit als deutlich spürbar beschrieben: Bewohner berichten von einem plötzlichen Ruck, leicht schwankenden Möbeln oder klirrendem Geschirr. In höheren Stockwerken kann die Bewegung stärker empfunden werden, während sie im Freien oft unbemerkt bleibt. Aufgrund der moderaten Magnitude und der Entfernung zu dicht besiedelten Gebieten ist jedoch nicht mit Schäden zu rechnen.

Tektonisch liegt das Ereignis im Bereich des sogenannten Hellenischen Bogens, einer aktiven Subduktionszone, in der die Afrikanische Platte unter die Eurasische Platte abtaucht. Diese Plattengrenze gehört zu den seismisch aktivsten Regionen Europas. Durch die kontinuierliche Annäherung der beiden Platten bauen sich Spannungen in der Erdkruste auf, die sich regelmäßig in Form von Erdbeben entladen. Besonders südlich von Kreta treten häufig kleinere bis mittelstarke Seebeben auf, die typisch für diese geodynamische Umgebung sind.

Das aktuelle Beben reiht sich in die anhaltende seismische Aktivität entlang des Hellenischen Bogens ein. Solche Ereignisse sind ein Ausdruck der fortlaufenden Plattentektonik im Mittelmeerraum und stellen für die Wissenschaft wichtige Daten zur Überwachung und zum Verständnis der Dynamik dieser Region dar.

Darüber hinaus gab es heute auch mehrere schwache bis moderate Erdbeben in der Ägäis, u. a. im bekannten Erdbebengebiet nordöstlich von Santorin und dem submarinen Vulkan Kolumbos. Das stärkste Beben hier hatte eine Magnitude von 4,0 und lag somit ebenfalls im spürbaren Bereich.

Griechenland: Spürbares Erdbeben Mb 4,8

Anhaltende Erdbeben im Pindos-Gebirge von Griechenland: Erdstoß Mb 4,8

Datum: 20.03.2026 | Zeit: 09:40:45 UTC | Koordinaten: 39,570 ; 20,590 | Tiefe: 5 km | Mb 4,8

Heute Morgen manifestierte sich im Nordwesten Griechenlands ein Erdbeben Mb 4,8. Der Erdstoß ereignete sich um 9:40 UTC und hatte ein Epizentrum, das vom EMSC 22 km westsüdwestlich von Pedini registriert wurde. Die größere Stadt Lárisa liegt 157 km entfernt und Anwohner der Stadt konnten den Erdstoß wahrnehmen. Wahrnehmungsmeldungen gibt es darüber hinaus auch aus mehr als 200 km entfernten Orten wie Galatina in Italien, wo schwache Gebäudeerschütterungen auftraten. Bisher wurden keine größeren Schäden gemeldet. Es gab mehrere Nachbeben.

Griechenland. © EMSC

Die heutigen Beben stehen keineswegs isoliert da: Erst am 17. März hatte es eine Erdbebenserie gegeben, deren stärkster Erdstoß eine Magnitude von 4,3 hatte. Am 12. März ereignete sich weiter südlich ein Erdstoß Mw 5,3.

Die Erdbeben wurden durch Spannungen an lokalen Störungszonen verursacht, die bei der Orogenese der Helleniden angelegt wurden und mit großtektonischen Prozessen der Plattentektonik zusammenhängen.

Nordwestgriechenland liegt am Rand der Eurasischen Platte, unter der die Afrikanische Platte nach Norden subduziert wird. Die Region ist durch komplexe Deformationen geprägt, die zum Teil durch Kompression als auch seitliche Bewegungen entstehen. Durch die übergeordneten plattentektonischen Prozesse Das Beben von heute ist ein flaches Krustenbeben (5 km Tiefe) entlang einer lokalen, aktiven Störungszone, die durch die Platteninteraktion Spannungen akkumuliert. Historisch betrachtet treten hier regelmäßig Beben der Magnitude zwischen 4 und 6 auf.

Neben diesen Erdbeben gab es auch unmittelbar vor der Westküste der Peloponnes-Halbinsel ein spürbares Beben der Magnitude 4,6, das eine Herdtiefe von 15 Kilometern hatte und ein Epizentrum, das 6 km südlich von Zacháro verortet wurde. Das Erdbeben hier steht im gleichen Kontext wie die Beben bei Pedini, ereignete sich allerdings an einer anderen lokalen Störung.

Griechenland: Erdbeben löste Wahrnehmungsmeldungen aus

Moderates Erdbeben im Westen Griechenlands war weithin spürbar

Am 16. März 2026 um 19:24 Uhr Ortszeit ereignete sich in Griechenland ein Erdbeben der Magnitude 4,3. Das Hypozentrum lag in einer Tiefe von 14 km. Das Epizentrum wurde 14 km westsüdwestlich von Eleoúsa sowie rund 153 km westlich von Lárisa lokalisiert. Aufgrund der moderaten Magnitude und der relativ geringen Herdtiefe wurde das Beben in der näheren Umgebung deutlich verspürt. Die am weitesten entfernte Wahrnehmungsmeldung beim EMSC stammt aus 167 Kilometern Entfernung zum Epizentrum.

Griechenland: © EMSC/Leaflet

Die Bebenzeugen berichten von einem kurzen, aber deutlichen Rütteln, das plötzlich wackelnde Möbel, klirrendes Geschirr und leicht schwankende Lampen verursachte. In ruhigen Innenräumen wird das Beben meist klar wahrgenommen, während es im Freien oder während Bewegung weniger bemerkbar ist. Auffällig ist auch, dass dieser Erdstoß offenbar von einem besonders lautem Grollen begleitet wurde, wie mehrere Zeugen übereinstimmend berichten. Vereinzelt können Menschen erschrecken, jedoch sind größere Schäden bei Magnitude 4,3 in der Regel nicht zu erwarten.

Tektonisch befindet sich die Region im komplexen Deformationsbereich des Orogens der Helleniden. Hier wirkt die Subduktion der Afrikanischen Platte unter die Eurasische Platte, kombiniert mit intrakontinentaler Dehnung im Hinterland. Nordwestgriechenland ist geprägt von aktiven Störungssystemen mit überwiegend Abschiebungscharakter (Normalstörungen), die durch diese Dehnung entstehen.

Das Beben könnte sich entlang einer solchen Abschiebungsstörung im Epirus-Gebiet ereignet haben, möglicherweise im Zusammenhang mit den regionalen NW-SE-streichenden Störungssystemen. Alternativ kommen auch kleinere, bisher weniger kartierte lokale Bruchzonen infrage. Die moderate Tiefe und Magnitude sprechen für ein typisches Krustenbeben innerhalb der deformierten oberen Erdkruste, wie es in dieser tektonisch aktiven Zone häufig vorkommt.

In der gleichen Region hatten sich am 12. März bereits einige schwächere Erdbeben zugetragen. Am gleichen Tag gab es weiter südlich einen Erdstoß M 5,3.

Südlich von Kreta trug sich gestern ein interessanter Erdstoß Mb 4,9 zu. Nordwestlich von Santorin bebte die Erde mit einer Magnitude von 3,0. Das sind nur einige Erdbeben aus dem größeren Sortiment an Erdstößen, die sich im östlichen Mittelmeerraum zutrugen.

Griechenland: Erdbeben Mw 5,1 schreckt Anwohner auf

Mittelstarkes Erdbeben schreckt Menschen im Zentrum von Griechenland auf – Erdstoß bis nach Albanien spürbar gewesen

Datum: 12.03.2026 | Zeit: 10:14:18 UTC | Koordinaten: 39.220 ; 21.550 | Tiefe: 11 km | Mw 5,1

Heute Vormittag manifestierte sich um 10:14 UTC in Zentralgriechenland ein Erdbeben der Magnitude 5,1. Das Epizentrum lag in der Region Thessalien, etwa 25 km süd-südwestlich von Mouzáki und rund 88 km südwestlich von Larisa. Das Hypozentrum befand sich in nur etwa 11 km Tiefe, wodurch das Beben in einem größeren Umkreis deutlich wahrgenommen wurde.

Griechenland

Bebenzeugen berichten übereinstimmend von einem kurzen, kräftigen Stoß, gefolgt von einigen Sekunden schwachem Bodenzittern. Besonders im näheren Epizentralgebiet berichteten Bewohner, dass Möbel oder Betten leicht wackelten und einige Personen erschrocken aufsprangen. Die Dauer der Bewegung wurde meist mit zwei bis drei Sekunden angegeben. In weiter entfernten Städten wie Tríkala oder Larisa wurde das Beben zwar deutlich gespürt, verursachte jedoch keine Schäden. Insgesamt entspricht die Wahrnehmung ungefähr einer Intensität von IV bis V auf der EMS-98-Skala.

Tektonisch liegt das Gebiet innerhalb der thessalischen Dehnungszone, die Teil des aktiven Deformationsgürtels der Ägäis ist. Die Region wird durch die nordwärts gerichtete Bewegung der Afrikanischen Platte gegenüber Eurasien geprägt, während sich die Ägäis im Hinterland der Subduktionszone ausdehnt. Diese Dehnung führt zu zahlreichen normalen Störungen, die Grabenstrukturen in den Becken von Karditsa und Larissa bilden.

Das aktuelle Beben dürfte mit einer solchen ESE–WNW streichenden Normalstörung im südlichen Teil des Thessalien-Systems zusammenhängen, und ereignete sich an einer regionalen Störung im Pindos-Gebirge. In dieser Region treten regelmäßig moderate Beben auf, da sich die Kruste entlang mehrerer paralleler Bruchzonen dehnt.

Historisch sind in der weiteren Umgebung auch stärkere Ereignisse bekannt. Besonders die Erdbebenserie von Thessalien im März 2021 erreichte Magnituden bis etwa 6 und verursachte Gebäudeschäden in mehreren Dörfern. Auch anderswo in Nordgriechenland zeigen Ereignisse wie das 1995 Kozani–Grevena earthquake (Mw 6,6), dass intrakontinentale Normalstörungen der Region durchaus starke Beben erzeugen können.

Griechenland: Starkes Erdbeben im Nordwesten

Starkes Erdbeben Mw 5,5 erschüttert Nordwesten von Griechenland – zahlreiche spürbare Nachbeben

Datum: 08.03.2026 | Zeit: 03:32:31 UTC | Koordinaten: 39.689 ; 20.642 | Tiefe: 10 km | Mw 5,5

Am Sonntagmorgen um 05:32 Uhr Ortszeit wurde der Nordwesten Griechenlands von einem vergleichsweise starken Erdbeben der Magnitude 5,5 erschüttert. Das Hypozentrum befand sich nach GFZ-Angaben in 14 Kilometern Tiefe. Das Epizentrum befand sich bei den Dezimalkoordinaten 39.689 ; 20.642 und wurde vom EMSC 13 Kilometer west-südwestlich von Eleoúsa verortet. Es folgten mehrere Nachbeben. Das stärkste hatte eine Magnitude von 4,8. Erdbeben dieser Magnituden können bereits moderate Schäden verursachen. Bestätigte Meldungen hierüber lagen zunächst aber nicht vor. Allerdings kam es zu Stromausfällen, Steinschlägen und kleineren Erdrutschen. Behörden riefen zur Vorsicht auf.

Griechenlands. © EMSC/Leaflet

Nach Angaben des European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) wurden das Hauptbeben sowie einige der Nachbeben von zahlreichen Menschen in der Region deutlich gespürt. Nutzerberichte beschreiben starke Erschütterungen, die Fenster klirren ließen und Möbel zum Schwanken brachten. Viele Bewohner wurden aus dem Schlaf gerissen; einige meldeten ein lautes Grollen kurz vor den stärksten Bodenbewegungen. Auch aus Orten im weiteren Umkreis – bis in Teile Westgriechenlands und Albaniens – gingen Wahrnehmungsmeldungen ein.

Tektonisch betrachtet manifestierte sich das Erdbeben in einer komplexen Übergangszone zwischen der Ionischen Küste und dem Pindos-Gebirge. Westgriechenland gehört zu den seismisch aktivsten Regionen Europas, da hier mehrere Mikroplatten und Deformationszonen aufeinandertreffen. Die Bewegungen stehen indirekt mit der Subduktion der afrikanischen Platte unter die Ägäisplatte sowie der Interaktion mit der Adriatischen Mikroplatte des Ionischen Sporns in Verbindung, die zudem für die Orogenese der Alpen und der Randgebirge verantwortlich ist.

Die Tektonik der Region Epirus wird von der Epirus-Falt- und Überschiebungszone dominiert: Hier verlaufen zahlreiche aktive Störungen, die überwiegend durch Kompressions- und Überschiebungstektonik geprägt sind. Bei den tektonischen Prozessen entstanden 2 senkrecht aufeinander stehende Störungssysteme, von denen das größere parallel zur Küstenlinie verläuft. Die Epizentren lassen sich auf der EMSC-Shakemap nicht direkt einer eingezeichneten Störung zuordnen, sie liegen aber unweit der Margariti-Überschiebung, die wahrscheinlich maßgeblich für die Beben verantwortlich war.

Frühere Studien zeigen, dass auch das Ioannina-Erdbeben von 2016 (Mw 5,3) auf eine solche Überschiebungsstruktur zurückging. Das damalige Ereignis lag ebenfalls in rund 14 Kilometern Tiefe und wurde von einer Serie kleinerer Nachbeben begleitet.