Mittelstarkes Erdbeben der Magnitude 5,2 erschüttert in Griechenland Nord-Euböa und Athen – Leichte Schäden und Erdrutsche gemeldet
Datum: 07.06.2026 | Zeit: 10:02:50 UTC | Koordinaten: 38.769 ; 23.379 | Tiefe: 10 km | Mb 5,2
Ein Erdbeben der Magnitude 5,2 hat am Sonntagmittag die griechische Insel Euböa erschüttert und wurde in große Teile Mittel- und Südgriechenlands deutlich wahrgenommen. Nach Angaben seismologischer Dienste ereignete sich das Hauptbeben um 10:02 UTC (13:02 Ortszeit) mit einem Epizentrum 5 Kilometer ost-nordöstlich von Limni im Norden Euböas. Die Markierung auf der EMSC Shakemap weicht von der Verortung allerdings deutlich ab. Die Herdtiefe wird aktuell mit rund 10 Kilometern angegeben, womit das Beben als relativ flach einzuordnen ist und entsprechend deutlich an der Oberfläche wahrgenommen wurde. Griechische Erdbebendienste geben die Herdtiefe mit 5 Kilometer an.

Dem Hauptstoß gingen mehrere schwächere Beben voraus, darunter ein Ereignis der Magnitude 4,8 sowie weitere Vorbeben im Bereich von 4,3 bis 3,0. In den Minuten und Stunden nach dem Hauptbeben setzte zudem ein dichter Nachbebenschwarm ein, der zahlreiche Erschütterungen zwischen Magnitude 2,5 und 3,6 umfasste. Diese Sequenz deutet klar auf eine klassische Foreshock–Mainshock–Aftershock-Abfolge entlang einer lokal begrenzten Störungszone hin.
Die Erschütterungen waren in weiten Teilen Griechenlands deutlich spürbar, darunter in der Region Attika und der Hauptstadt Athen, wo viele Bewohner von vibrierenden Fenstern und kurzzeitiger Verunsicherung berichteten. In der Nähe des Epizentrums erreichten die Bodenbewegungen hingegen deutlich höhere Intensitäten.
Besonders betroffen war der Norden Euböas, wo es infolge der starken Bodenbeschleunigungen zu mehreren Erdrutschen kam. Nach Angaben lokaler Behörden wurden Straßen in bergigen Gebieten teilweise blockiert, während Einsatzkräfte mit der Räumung und der Überprüfung der Infrastruktur beschäftigt waren. Größere Gebäudeschäden oder Verletzte wurden bislang nicht gemeldet. Es kam jedoch zu vereinzelten Rissen in Wohngebäuden und kleineren Schäden an älteren Bauwerken. Laut einem Medienbericht sollen auch einige Gebäudemauern eingestürzt sein.
Tektonisch betrachtet ereignete sich das Erdbeben in der geologisch hochaktiven Ägäis-Region, die durch die Subduktion der Afrikanischen Platte unter die Eurasische Platte geprägt ist. Nord-Euböa befindet sich innerhalb einer ausgedehnten Dehnungszone mit zahlreichen aktiven Normalstörungen. Diese Strukturen führen regelmäßig zu seismischen Schwärmen und moderaten Erdbeben, die durch Krustendehnung in der obersten Erdschicht ausgelöst werden. Das aktuelle Ereignis passt in dieses bekannte Muster aktiver extensionaler Tektonik.
Update 19:30 Uhr: Auf der EMSC-Shakemap werden inzwischen weitere Erdbeben in dem beschriebene Bereich angezeigt, die sich tatsächlich zeitnahe mit den anderen ereignete. Darunter ein Beben Mb 5,5, das vor der Südküste von Euböa lag.








