Vulkan-Schlagzeilen 14.05.22: Krakatau

Anak Krakatau: Alarmstufe erhöht

Staat: Indonesien| Koordinaten: -6.10, 105.42 | Eruption: Asche-Emissionen

Aufgrund der aktuellen Aktivität am Anak Krakatau, wurde der Alarmstauts wieder von „gelb“ auf „orange“ erhöht. Der Vulkan stößt immer wieder Aschewolken aus. In der letzten VONA-Meldung heißt es, dass die Asche bis auf 2400 m Höhe aufgestiegen sei und in Richtung Norden driftete. Das VSI registriert eine leicht erhöhte Seismizität.

Auf einem Satellitenfoto vom 12. Mai ist immer noch die hufeisenförmige Wärme-Anomalie zu erkennen, von der ich vor gut 2 Wochen annahm, dass es sich um einen Lavastrom handelt. Mittlerweile vermute ich ehr, dass es sich um eine Lava-Intrusion handelt, die einem Dom ähnelt. Bei einem meiner Besuche im Jahr 2011, konnte ich ein ähnliches Phänomen im Krater beobachten. Damals glühte der Kraterboden, ohne dass es zu einer domartigen Erhebung gekommen wäre. Die Geonauten bezeichneten dieses Phänomen als „Lavaplatte“. Wahrscheinlich steckte Schmelze kurz unter der Oberfläche und erhitzte die darüberliegende Lava bis zur Rotglut. Während dieser Tour konnten ich keine Explosionen beobachten, obwohl sich kurz vorher welche ereigneten. Wenige Wochen später gab es dann wieder eine Aktivitätssteigerung. Neben starken Explosionen manifestierte sich ein Lavastrom, der den Ozean erreichte.

Ergänzung: Ich habe soeben festgestellt, dass auf einem Sentinel-Foto vom 9. Mai die thermische Anomalie nicht zu entdecken war. Es bleibt unklar, ob es sich um einen Lavastrom, oder um eine Lavaplatte handelt. Bei temporal widerkehrenden Ereignissen würde ich dann doch ehr einen Lavastrom vermuten, der die internen Kraterkegel umfließt.


Awu mit Schwarmbeben

Staat: Indonesien| Koordinaten: 3,67, 125.50 | Eruption: Seismik

Am indonesischen Awu wurde der Alarmstatus ebenfalls auf „orange“ erhöht. Grund hierfür war ein massiver Erdbebenschub, der sich während der Wochenmitte ereignete. Es wurden bis zu 360 vulkanisch bedingte Erdbeben pro Tag aufgezeichnet. Inzwischen ist es ruhiger geworden. Awu ist ein Vulkan des Sangihe-Archipels am Rand der Celebres See. Dort sahen wir in den letzten Monaten eine sehr hohe tektonische Erdbebenaktivität. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen noch die Vulkane Ruang, der ebenfalls Zeichen des Erwachens zeigt und der Karangetang.


Karymsky mit Explosionsserie

Staat: Russland | Koordinaten: 54.048, 159.441 | Eruption: Vulcanianisch

Auf Kamtschatka erzeugte der Karymsky eine weitere Explosionsserie. Das VAAC Tokio meldet Asche in einer Höhe von 7000 m. Sie wird vom Wind Richtung Nordosten geweht. Es gab seit gestern 5 VONA-Warnungen.


Manam mit Aschewolke

Staat: PNG | Koordinaten: -4.08; 145.04 | Eruption: Asche

Am Manam in PNG wird wieder Asche eruptiert. Sie steigt bis zu 3700 m hoch auf und wird Richtung Südwesten verfrachtet. Der Vulkan ist immer wieder sporadisch aktiv und erzeugt auch Paroxysmen. Anfang der Woche gab es ein starkes Erdbeben in Vulkannähe.


Semisopochnoi in Eruption

Staat: USA | Koordinaten: 51.93, 179.58 | Eruption: Aschewolken

Auf den Aleuten (Alaska) ist der Semisopochnoi aktiv und stößt kontinuierlich Asche aus. Zudem ist der Vulkan seismisch aktiv und es kommt zu Erdbebenschwärmen. Das AVO berichtet von Infraschalltätigkeit.

Vulkan-News 08.05.22: Krakatau

Anak Krakatau mit Ascheeruptionen

Staat: Indonesien| Koordinaten: -6.10, 105.42 | Eruption: Asche-Emissionen

Nach einigen Tagen der Ruhe emittiert Anak Krakatau wieder Asche-Dampf Wolken. Das VAAC registriert Vulkanasche in 2800 m Höhe. Sie driftet in Richtung Nordosten. Vor 2 Tagen wurde eine moderate Wärmestrahlung mit 21 MW Leistung festgestellt. Nach gut 2 Wochen ist auch die LiveCam auf der Nachbarinsel Sertung wieder online. Sertung ist eine von 3 Inseln, die den Calderarand des Krakataus nachzeichnen und Anak umgeben.


Ätna: Erdbeben M 2,6

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Staat: Italien |Eruption: Fumarolisch

Unter der Ätna Nordost-Flanke gab es ein Erdbeben der Magnitude 2,6. Das Hypozentrum befand sich in nur 1 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 11 km nördlich von Giarre festgestellt. Ein zweites Beben M 2,0 folgte wenig später. Das LGS meldet 176 schwache Infraschallsignale. Sie wurden an der Station MVT registriert und kamen aus Richtung des Zentralkraters. Sie stammten von explosionsartigen Entgasungen.


Semisopochnoi eruptiv tätig

Staat: USA | Koordinaten: 51.93, 179.58 | Eruption: Aschewolken

In Alaska ist der Semisopochnoi weiterhin aktiv. Das AVO berichtet von schwachen Eruptionen mit Ascheausstoß. Die Seismizität ist erhöht und es wird Tremor registriert. Die Aktivität spielt sich im Nordkrater des Kegels Mount Cerberus ab.

Vulkan-News 01.01.21: Tonga-Hunga, Fournaise

Im ersten Post des Jahres berichte ich über die Vulkane Fagradalsfjall, Piton Fournaise, Tonga-Hunga-Ha’apai, Sakura-jima, Suwanose-jima und Semisopochnoi.


Fagradalsfjall: Schwarmbeben geht weiter

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Seismik

Das Neue Jahr startet mit anhaltender Seismizität im Bereich des isländischen Vulkans Fagradalsfjall. Gegenüber der Initialphase des Schwarms ist die Tätigkeit ehr gering, dennoch registrierte IMO innerhalb von 48 Stunden 189 Erschütterungen auf Reykjanes. Wären wir nicht die extrem hohen Zahlen dort gewöhnt, würde man bereits die aktuelle Seismizität als hoch einstufen. Die Beben werden von Magmenbewegungen im Untergrund ausgelöst.

Piton Fournaise: Tremor verstärkte sich

Staat: Frankreich | Koordinaten: 21.23, -55.71 | Eruption: Flankeneruption

Die Eruption am Fournaise auf La Réunion verstärkte sich wieder. Heute ließen bessere Wetterbedingungen die Sichtung von Lava-Ausstoß zu, der bis über den Kraterrand aufstieg. Obwohl die Lava zum größten Teil durch Tunnel fließt, kam es auch zu einem Überlauf der Lava an der Basis des Kegels, wo die Lavaströme dann an der Oberfläche flossen. MIROVA detektierte eine hohe Thermalstrahlung mit 500 MW Leistung. Der Tremor fluktuiert und hat heute wieder höhere Werte angenommen.

Tonga-Hunga-Ha’apai: Neue Luftaufnahmen

Staat: Tonga | Koordinaten: -20.545; -175.393 | Eruption: Surtseyanisch

Ein weiteres Video von der surtseyanischen Eruption des Vulkans Tonga-Hunga-Ha’apai wurde online gesellt. Die Luftaufnahmen zeigen beeindruckende Eruptionen, die durch Wassereinwirkung verstärkt wurden. Das Video wurde in den letzten Tagen aufgenommen. Die Aktivität geht auch heute weiter: Das VAAC Wellington detektierte Vulkanasche in einer Höhe von 3000 m.

Sakurajima eruptiert Asche

Staat: Japan | Koordinaten: 31.581, 130.659 | Eruption: Ascheeruption

Im Süden Japans begrüßte der Sakurajima das Jahr mit einer ersten Eruption. Die Asche steig bis auf einer Höhe von 2100 m auf und wurde vom Wind in Richtung Osten verfrachtet. Es wurde nicht nur Asche eruptiert, sondern auch rotglühende Tephra.

Semisopochnoi mit Ascheeruption

Staat: USA | Koordinaten: 51.93, 179.58 | Eruption: Aschewolken

Der Aleuten-Vulkan eruptierte heute wieder Aschewolken. Das VAAC detektierte Vulkanasche in einer Höhe von 1800 m. Der Alarmstatus steht auf „orange“ und man geht davon aus, dass die Eruptionen anhalten werden.

Suwanose-jima: Eruptionen halten an

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Vulcanianisch

Seit gestern wurden am Suwanose-jima 13 Eruptionen beobachtet. Acht von ihnen fanden heute statt. Die Aschewolken stiegen bis auf einer Höhe von 2700 m auf und wehten in südöstliche Richtung. Die Seismizität ist seit 2 Wochen ungewöhnlich hoch. In Spitzenzeiten wurden mehr als 300 vulkanotektonische Beben registriert. Man kann davon ausgehen, dass der Vulkan aktiv bleibt und seine Tätigkeit evtl. sogar verstärken wird.

Vulkan-News 12.12.21: Merapi, Semisopochnoi

Am Cumbre Vieja ist weiterhin Lava unterwegs. Am Merapi stieg die Seismizität. Die Vulkane Semeru und Semisopochnoi förderten Aschewolken.

Cumbre Vieja. Hohe Thermalstrahlung

Staat: Spanien | Koordinaten: 28.57-17.84 | Eruption: Flankeneruption

Auf La Palma geht es weiterhin heiß her. Zwar hat die Explosivität der Eruption weiter abgenommen, dennoch sind Lavaströme unterwegs. Sie emittieren eine Wärmestrahlung mit einer Leistung von über 3700 MW und fließen über die Küstenklippe. Der Tremor bewegt sich seitwärts. Die Seismizität hat gestern wieder abgenommen: es wurden 21 Erdbeben festgestellt. Die Bodenhebung war ebenfalls rückläufig, doch heute ist sie wieder auf nie Null-Linie hochgesprungen.

Merapi: Zunahme der Seismizität

Staat: Indonesien | Koordinaten: -7.541, 110.445 | Eruption: Dom

Am Merapi hat die Anzahl vulkanisch bedingter Erdbeben deutlich zugenommen. So registrierte das VSI gestern 69 hybride Erdbeben und 18 vulkanotektonische Erschütterungen. Hinzu kamen 132 seismische Signale, die von Abgängen von Schuttlawinen zeugten. Das Material war teilweise so heiß, dass es glühte. 6 Signale wurden von starken Entgasungen verursacht. Heute Vormittag ging auch wieder ein Pyroklastischer Strom ab. Er war 158 Sekunden lang unterwegs. Es sieht so aus, als würde die Aktivität am Merapi wieder zunehmen. Evtl. bahnt sich ein neuer Magmaschub an, der die Dome schneller wachsen lassen wird.

Semeru: Wideraufnahme explosiver Aktivität

Staat: Indonesien | Koordinaten: -8.108, 112.92 | Eruption: Dom

Nach dem partiellen Domkollaps und dem Abgang des großen Pyroklastischen Stroms, der sich letzte Woche Samstag zutrug, findet der Semeru langsam wieder zu seinem alten Rhythmus zurück: Das VSI verzeichnete in den ersten 6 Tagesstunden 12 explosive Eruptionen. Das VAAC detektierte Vulkanasche in 4300 m Höhe. Auf einem Sentinel-Satellitenbild ist auch eine thermische Anomalie zu erkennen, die der Spur der Pyroklastischen Ströme folgt.

Semisopochnoi: Eruption am Freitag

Staat: USA | Koordinaten: 51.93, 179.58 | Eruption: Aschewolken

Der Aleuten-Vulkan Semisopochnoi  eruptierte am Freitag eine Aschewolke, die größer war als die zahlreichen kleineren Eruptionen, die von dem entlegenen Vulkan seit einigen Tagen ausgehen. Das AVO registriert darüber hinaus eine erhöhte Seismizität. Die Eruption ging vom Mount Cerebus aus, der in der Caldera des Vulkans liegt. Sie hat einen Durchmesser von 8 km und entstand sehr wahrscheinlich während des Holozäns.

Vulkan-News 28.08.21: Fagradalsfjall, Semisopochnoi

Am Ätna auf Sizilien kam es zu einem kurzweiligen tremoranstieg. Der Fagradalsfjall pulsiert weiter und auf den Aleuten ist der Semisopochnoi aktiv.

Ätna: Tremor-Peak

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 |Eruption: Fumarolisch

Update 19:00 Uhr: Heute Vormittag ereignete sich um 11:28 Uhr eine Ascheeruption. Sie kam aus dem Neuen Südostkrater und löste ein starkes Infraschall-Ereignis mit 4,68 Pa Druck aus. Der Tremor fluktuiert weiterhin und es werden Infraschallsignale empfangen. Gut möglich, dass sich Ätna auf einen Paroxysmus vorbereitet.

Originalmeldung: Heute Nacht gab es am Ätna einen Tremor-Peak: es bildeten sich mehrere Zacken aus, die bis in den hohen gelben Bereich anstiegen. Aktuell bewegt sich der Tremor wieder im grünen Bereich. Parallel zum Tremor-Anstieg detektierten die Infraschallsensoren zahlreiche Ereignisse, die überwiegend aus Richtung des Zentralkraters kamen. Ob es sich bei den Infraschall-Ereignissen um explosionsartige Entgasungen, oder um strombolianische Eruptionen handelte ist nicht verifiziert. Augenzeugenberichte, bzw. Berichte visueller Observierungen liegen bisher nicht vor. Dennoch zeigt die Erfahrung der letzten Monate, dass solche Tremor-Variationen häufig einige Stunden/Tage vor Paroxysmen zu beobachten waren. Allerdings kamen die Explosionen dann aus dem Südostkrater.

Fagradalsfjall gibt nicht auf

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch

Der isländische Vulkan Fagradalsfjall ist weiter aktiv und es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass sich das kurzfristig ändern wird. Gestern Abend begann eine neue Phase sichtbarer Aktivität, während derer Lava in den Krater aufstieg und überlief. Es bildeten sich multiple Lavaströme, die auch in Richtung Südosten flossen, allerdings diesmal ohne das Tal Natthagi zu erreichen. Aber immerhin ist wieder eine Cam online, die das Tal überblickt. Ein aktuelle Aufnahmen zeigen, dass sich der Durchmesser der Krateröffnung deutlich verkleinert hat. In den letzten 48 Stunden ereigneten sich 6 schwache Erdbeben entlang des Magmatischen Gangs. Der Tremor hält sein pulsierendes Muster der letzten Wochen -simultan zu den Eruptionsphasen- aufrecht.

Semisopochnoi heizt auf

Staat: USA | Koordinaten: 51.951389, 179.600833 | Eruption: Strombolianisch

Seit Mai eruptiert der Aleuten-Vulkan phasenweise Aschewolken und sein Alarmstatus steht auf „orange“.  Im Laufe der letzten Woche wurden wiederholt kleinere Eruptionen registriert. Aschewolken stiegen bis auf einer Höhe von 3000 m auf. Infraschallsensoren detektierten Explosionen.  Der letzte größere Ausbruch des Vulkans fand 2018 statt.

In Alaska stehen noch 2 weitere Vulkane auf „orange“: Great Sitkin und Paflov. Mount Cleveland steht auf Alarmstufe „gelb“.

Vulkan-Nachrichten 22.04.21: Fournaise, Pacaya, Stromboli, Ätna

Die Vulkannachrichten vom 22. April thematisieren die anhaltende Eruption am Piton Fournaise und die stagnierende Lavafronen vom Pacaya. Der Semisopochnoi eruptierte einige Aschewolken. Ätna und Stromboli zeigen sich von ihrer stillen Seite.

Piton de la Fournaise: Tremor bleibt hoch


Datum: 22.04.2021 | Lokation: -21.23, 55.72 | Eruption:  Hawaiianisch| Link

Auf La Réunion ist der Piton de la Fournaise weiterhin aktiv. Der Tremor ist unverändert hoch, was in dieser Eruptionsphase sehr ungewöhnlich ist, da nur noch verhältnismäßig wenig Lava eruptiert wird. Aufgrund des schlechten Wetters stehen genaue Werte der Förderrate aus. In den Tagen vom 16. bis 20.04 wurden zwischen 1,2 und 8,3 Kubikmeter Lava pro Sekunde gefördert. Zu Spitzenzeiten waren es bis zu 59 Kubikmeter. Die Lavafront hat sich etwas zurückgezogen und der Strom geht nun mehr in die Breite. Die Maximallänge des Lavastroms betrug etwa 3,5 km und das Lavafeld ist bis zu 750 m breit. Deflation und Inflation scheinen sich die Waage zu halten und die Vulkanologen spekulieren darüber, ob nicht neues Magma in die Magmakammer eindringt. Die Anzahl der vulkanotektonischen Beben ist geringer geworden. Gestern berichtete das OVPF von 3 Erschütterungen in den vorherigen 24 Stunden.

Pacaya: Lavafront stagniert

Datum: 21.04.2021 | Lokation: 14.38, -90.59 | Eruption:  Vulcanianisch | Link

Am guatemaltekischen Vulkan Pacaya wird die Aktivität von INSIVUMEH weiter als hoch beschrieben. Das gilt insbesondere für den Tremor. Doch der Lavaausstoß scheint sich weiter reduziert zu haben. Die Fronten des verzweigten Lavastroms stagnierten wenige Hundert Meter von 2 Dörfern entfernt. An einigen Stellen kommt es immer noch zum Durchbruch frischer Lava aus dem oberflächlich erstarrten Strom, doch offenbar sind das nur gelegentliche Vorkommnisse. Falls es nicht zu einem Wiederaufleben der Aktivität kommen sollte, könnten die Dorfbewohner noch einmal Glück gehabt haben.

Semisopochnoi eruptiert Vulkanasche

Datum: 22.04.2021 | Lokation: 51.95, 179.61 | Eruption: Aschewolke | Link

Das AVO meldet anhaltende explosive Aktivität am Vulkan Semisopochnoi. Sporadische Eruptionen erzeugen kleine Aschewolken, die nicht höher als 3000 m aufsteigen. Der Alarmstatus steht auf „orange“.

Stromboli: Hoher Kohlendioxid-Ausstoß

Datum: 21.04.2021 | Lokation: 38.79, 15.21 | Eruption: Strombolianisch | Link

Generell ist die Aktivität am italienischen Inselvulkan Stromboli dieser Tage niedrig. Beim LGS stand der Aktivitätsindex gestern auf „medium“, was allerdings nicht der explosiven Aktivität geschuldet war (sie geht an einigen Tagen gegen Null), sondern auf eine leicht erhöhte Seismizität und einem hohen Ausstoß an Kohlendioxid. Hier betrug die Rate vorgestern 1676 Tonnen am Tag. Es sieht so aus, als würde in der Tiefe Magma stehen, von dem das Kohlendioxid aus aufsteigt. Auf der Livecam konnte ich heute nur eine Dampferuption beobachten. Andere Beobachter sahen gestern ein paar schwache strombolianische Eruptionen. Insgesamt ist es also ehr ruhig am Stromboli. Ob aber der Aufstieg zum Gipfel wieder erlaubt wird, ist eine Frage ohne Antwort.

Ätna ruht sich aus

Datum: 22.04.2021 | Lokation: 37.73, 15.00 | Eruption: Fumarolisch | Link

Wo wir gerade in Italien sind: was macht eigentlich der Ätna? Nach der fulminanten Serie von Paroxysmen, mit der uns der Vulkan im Februar und März unterhielt, scheint er sich nun auf seine Lorbeeren auszuruhen. Die Seismizität befindet sich auf dem niedrigsten Niveau seit 3 Jahren und es schaut nicht so aus, als würde Magma aufsteigen. Zum ersten Mal seit vielen Monaten geben auch die Infraschallsensoren des LGS nichts her: es finden keine explosiven Eruptionen statt. Auf dem letzten brauchbaren Satellitenbild von 17. April, erkennt man nur zwei kleine thermische Anomalien im Zentralkrater. Der Neue Südostkrater zeigte sich unterkühlt. Obwohl Ätna ja immer für eine Überraschung gut ist, sieht es mir momentan ehr danach aus, als wäre der Feuerberg plötzlich eingeschlafen. Natürlich weiß niemand, wie lange diese Ruhe anhalten wird. Wie immer stellen meine Berichte nur eine Momentaufnahme dar.

Vulkan-Nachrichten 16.04.21: Fournaise, Semisopochnoi, Soufrière

In den Vulkan-News vom 16. April berichte ich über eine neue Eruption auf den Aleuten. Dort ist der Semisopochnoi ausgebrochen. Die Aktivität am Soufrière ist dagegen weiter rückläufig. Am Fournaise ist die Lage ungewiss.

Semisopochnoi: Vulkanausbruch auf den Aleuten

Datum: 16.04.2021 | Lokation: 51.95179.61 | Eruption: Aschewolke

Der vulkanische Inselbogen der Aleuten (USA/Alaska) ist heute Schauplatz einer neuen Eruption. Das AVO meldet, dass der Semisopochnoi Aschewolken emittiert. Sie steigen bis auf einer Höhe von 6000 m auf und driften in südöstlicher Richtung. Dabei legen sie eine Entfernung von 360 km zurück.

Der Alarmstatus des Vulkans wurde auf „rot“ erhöht.

Der 1221 m hohe Stratovulkan ist Teil der Aleuten, einer Kette von 14 großen vulkanischen Inseln und 55 kleineren anderen Inseln. Diese Inseln mit ihren 57 Vulkanen bilden den nördlichsten Teil des pazifischen Feuerrings.

Soufrière: Eruption lässt weiter nach

Datum: 16.04.2021 | Lokation: 13.34, -61.18 | Eruption: Peleanisch | Link

Am Soufrière auf St. Vinzent lässt die Eruption erst einmal nach. Es wird zwar noch Vulkanasche emittiert, aber die Eruptionswolken bleiben vergleichsweise klein. Spannend bleibt die Frage, ob im Krater ein neuer Lavadom wachsen wird.

Sinabung emittiert Vulkanasche

Datum: 16.04.2021 | Lokation: 3.1798.39 | Eruption:  Dom | Link

Der Sinabung liegt auf der indonesischen Insel Sumatra und emittiert heute Vulkanasche. Das VAAC detektierte die Asche, wie sie in 3700 m Höhe in südöstlicher Richtung driftete. Das VSI zeichnete 2 seismische Eruptionssignale auf. Das Längere dauerte 180 Sekunden und hatte eine Maximalamplitude von 73 mm. Innerhalb von 6 Stunden gingen 23 Schuttlawinen ab. Die restliche Seismizität ist überschaubar.

Piton de la Fournaise: Situation unklar

Datum: 16.04.2021 | Lokation: -21.2355.717 | Eruption:  Hawaiianisch | Link

Am Fournaise stabilisierte sich der Tremor auf vergleichsweise hohem Niveau. Innerhalb von 24 Stunden wurden 28 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Neben dem hohen Tremor, sorgt ein erhöhter Kohlendioxid-Ausstoß für Sorge. Er deutet an, dass aus größerer Tiefe neues Magma in die obere Magmakammer nachströmt. Es ist durchaus möglich, dass sich die Eruption verstärken wird. An der Eruptionsspalte ist 1 Schlot aktiv. Zwei sekundäre Schlote bildeten sich über einen unterirdischen Lavakanal und glänzten durch Lavaspattering. Der Gipfelbereich senkte sich seit Eruptionsbeginn um ca. 1 cm. Bisher wurden gut 5 Millionen Kubikmeter Lava gefördert.

Fagradalsfjall: Eruption stabil

Datum: 16.04.2021 | Lokation: 63.903, -22.273 | Eruption:  Hawaiianisch | Link

In den letzten 2 Tagen war das Wetter am isländischen Vulkan Fagradalsfjall bescheiden und die meiste Zeit spielte sich das Eruptionsgeschehen im Verborgenen ab. Kurze, wolkenfreie Blicke enthüllten, dass die Eruption etwas nachgelassen hat, ansonsten aber stabil ist. Am aktivsten präsentierten sich die zuletzt entstandenen Förderschlote und es ist mindestens 1 Lavastrom unterwegs. Die Seismizität hat sich auf ein moderates Niveau eingependelt: in den letzten 48 Stunden wurden 108 Beben registriert.

Ätna: strombolianische Eruptionen am NSEC

Letzte Nacht zeigte sich Ätna von seiner strombolianischen Seite und erzeugte weitere Eruptionen aus dem Neuen Südostkrater. Glühende Tephra wurde dabei bis zu 100 m hoch ausgeworfen, was eine ziemlich fotogene Angelegenheit war. Zu Spitzenzeiten registrierte MIROVA eine thermische Strahlung mit einer Leistung von 144 MW.

Heute Vormittag scheint die Aktivität abgenommen zu haben, MIROVA registriert nur noch eine Wärmeanomalie von 36 MW Leistung. Zudem sieht man auf der Thermalcam keine Wärmestrahlung mehr um den zuletzt aktiven Schlot. Dafür scheint es aber weitere Aktivität im Zentralkrater zu geben. Möglicherweise ergießt sich noch der kleine Lavastrom in die Bocca Nouva. Dieser entsprang am neuen Intrakraterkegel der Voragine. Der Tremor ist deutlich erhöht und liefert ein Indiz, dass diese Aktivität anhält. Das Video zeigt den Status-quo am Freitag.

Santiaguito eruptiert Vulkanasche

Bereits in den letzten Tagen wurde von einer leicht steigenden Aktivität am Domvulkan Santiaguito (Guatemala) berichtet. Heute registrierte das VAAC Vulkanasche in einer Höhe von 4800 m über dem Meeresspiegel. Damit stieg die Asche gut 1000 m höher als üblich auf. Santiaguito liegt im Schatten des größeren Vulkans Santa Maria. Der Dom-Komplex bildete sich in der Narbe eines katastrophalen Flankenrutsches am Santa Maria.

Semisopochnoi: VONA-Warnung

Das AVO gab gestern eine orangene VONA-Warnung für einen Aleuten Vulkan auf der Insel Semisopochnoi heraus, allerdings ohne genaue Daten über die Eruptionshöhe einer vermeintlichen Aschewolke zu liefern. Stattdessen wird von Tremor und Explosionsgeräuschen im Infraschall-Bereich berichtet. Andere Quellen wie MIROVA registrierten keine besondern Vorkommnisse. Auf Semisopochnoi gibt es 7 vulkanische Erhebungen. Es ist am wahrscheinlichsten, dass die Eruptionen vom Mount Cerberus ausgehen.

Bezymianny mit thermischen Signal

Seit einigen Tagen beobachten die Satelliten schwache thermische Anomalien am Vulkan Bezymianny in der zentralen Vulkanregion von Kamtschatka. Heute wird eine Anomalie mit einer Leistung von 7 MW registriert. Diese deutet darauf hin, dass der Dom im Vulkankrater einen neuen Wachstumsschub bekommen hat. Oft erfolgt wenige Tage nach einer Häufung der thermischen Signale ein Domkollaps. Pyroklastische Ströme und Aschewolken sind die Folgen.

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