Vulkan-Nachrichten 20.04.21: Fagradalsfjall, Pacaya, Sakurajima

In den Vulkan-Nachrichten vom 20. April berichte ich über die Vulkane Fagradalsfjall, Pacaya und Sakurajima.

Fagradalsfjall: 4 Schlote aktiv

Datum: 20.04.2021 | Lokation: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch| Link

Eruption trifft Nordlicht. © Jeroen Van Nieuwenhove via FB

Die Eruption am isländischen Fagradalsfjall geht weiter. Heute Morgen sieht es so aus, als würde sich die Aktivität auf die beiden jüngsten Hornitos konzentrieren. In der Nacht waren noch alle 5 im Bild sichtbare Schlote aktiv. Die Seismizität ist unverändert und bewegt sich auf moderatem Niveau. Unverändert ist auch die Warnung, dass sich entlang des Magmatischen Gangs neue Spalten auftun könnten. Gewarnt wird ferner vor den vulkanischen Gasen, die sich besonders bei schwachem Wind in Senken ansammeln könnten und dort eine ernstzunehmende Gefahr darstellen.

Pacaya: Lavaströme fließen weiter

Datum: 17.04.2021 | Lokation: 14.38, -90.59 | Eruption: Lavastrom | Link

Die Situation am Pacaya ist ein wenig widersprüchlich. Laut Berichten von INSIVUMEH fließt weiter Lava aus der Spalte auf der Westflanke und steht wenige Hundert Meter von 2 Dörfern entfernt. Eine Straße zwischen den Ortschaften El Rodeo und dem Dorf Los Pocitos wurde von Lava überrollt und somit unterbrochen. Der Widerspruch liegt in Satellitenaufnahmen, die zeigen, dass es nur noch punktuell thermische Anomalien gibt und praktisch keine frische Lava mehr nachströmt. Natürlich kann es sein, dass die Lava durch Tunnel fließt, doch auch an der Lavafront tritt nur noch wenig Wärmestrahlung auf. Sollte kein ordentlicher Schub frischer Lava nachkommen, dann könnten die bedrohten Ortschaften noch einmal mit einem blauen Auge davon kommen.

Sakurajima mit Eruptionsserie

Datum: 20.04.2021 | Lokation: 31.581, 130.659 | Eruption: Vulcanianisch | Link

Der japanische Vulkan Sakurajima eruptierte weitere Aschewolken. Seit gestern brachte das VAAC 8-Vona-Warnungen heraus. Vulkanasche stieg demnach bis auf einer Höhe von 4000 m auf und verteilte sich in südöstlicher Richtung. Die Seismizität bleibt unauffällig.

Vulkan-Nachrichten 19.04.21: Soufrière, Semeru, Merapi

Die Vulkan-News vom Montag, berichten über eine neue Explosion am Soufrière, und thematisieren die anhaltende Tätigkeit mehrere indonesischer Vulkane.

Soufrière: Neue explosive Eruption

Datum: 19.04.2021 | Lokation: 13.34, -61.18 | Eruption: Peleanisch | Link

Gestern Nachmittag gab es eine weitere explosive Eruption am karibischen Vulkan Soufrière. Der Ausbruch förderte Vulkanasche bis auf einer Höhe von 7600 m. Die Asche driftete in westlicher Richtung und es kam zu starken Ascheniederschlag. Das Pausenintervall betrug 52 Stunden. Das UWI Seismic Research berichtet, dass immer noch Tremor, bzw. langperiodische Erdbeben registriert werden. Die Zahl vulkanotektonischer Beben hat dagegen deutlich abgenommen. Meine Interpretation ist, dass sich im oberen Fördersystem noch magmatische Fluide zu bewegen scheinen, allerdings gibt es in der Tiefe keinen Sprödbruch von Gesteinen mehr, was darauf hindeutet, dass kein neues Magma aufsteigt. Selbst wenn die Eruptionen langsam weniger werden sollten, ist der angerichtete Schaden auf St. Vincent bereits groß.

Sinabung eruptiert Vulkanasche

Datum: 19.04.2021 | Lokation: 3.17, 98.39 | Eruption:  Dom | Link

Auf der indonesischen Insel Sumatra eruptierte der Sinabung Vulkanasche. Sie stieg bis auf einer Höhe von 4600 m auf. Der Wind wehte die Aschewolke in Richtung Süden. Das VSI berichtet, dass es in der Beobachtungsperiode zwischen 6.00 und 12.00 Uhr 3 Eruptionen gegeben hat. Es wurden 32 Abgänge von Schuttlawinen beobachtet. Die Seismizität bewegt sich auf niedrigem Niveau, hat gegenüber den Vortagen aber etwas zugenommen. Es wurden 7 Hybriderdbeben festgestellt.

Semeru: Aschewolke detektiert

Datum: 19.04.2021 | Lokation: –8.108, 112.92 | Eruption:  Dom | Link

Das VAAC detektierte wieder Vulkanasche über dem Semeru auf Java (Indonesien). Sie erreichte eine Höhe von 4000 m und driftete in westlicher Richtung. Das VSI meldete gestern 5 Eruptionen. Die Seismizität ist gering.

Merapi: Seismizität gestiegen

Datum: 19.04.2021 | Lokation: -7.541, 110.445 | Eruption:  Dom | Link

Am Merapi, der ebenfalls auf Java liegt, hat die Seismizität gestern zugenommen. Das VSI meldet rund 70 hybride Erdbeben. Außerdem kam es zu 5 vulkanotektonische Erschütterungen. Heute Vormittag registrierte man 33 Signale, die auf den Abgang von Schuttlawinen zurückzuführen waren. Genaueres über den Zustand des Lavadoms wurde nicht kommuniziert, aber es sieht so aus, als würde es geringes Wachstum geben.

Vulkan-Nachrichten 18.04.21: Fagradalsfjall, Lewotolok, Sakurajima

Die Vulkannachrichten thematisieren heute den isländischen Vulkan Fagradalsfjall und die Feuerberge Lewotolok, Piton Fournaise und Sakurajima. 

Fagradalsfjall: 4 Schlote aktiv

Datum: 18.04.2021 | Lokation: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch| Link

Dieses Wochenende ging es wohl etwas ruhiger am Fagradalsfjall zu und zwar in zweierlei Hinsicht: Erst einmal war der Zugang für die Öffentlichkeit aufgrund schlechten Wetters gesperrt. Zudem beschränkte sich die Aktivität auf 4 Hornitos. Der Schlot auf der ersten Spalte hat seine Aktivität erst einmal eingestellt. Dennoch sind weiterhin Lavaströme unterwegs. MIROVA detektierte heute Nacht eine Wärmestrahlung mit fast 1500 MW Leistung. Die Seismizität fluktuiert und für die letzten 48 Stunden werden 100 Erdbeben auf Reykjanes angezeigt. Heute Nachmittag gab es einen Erdstoß der Magnitude 3,9, mit einem Hypozentrum in 4,2 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 4.9 km west-süd-westlich von Grindavík lokalisiert. Sollte sich die Verortung des automatisch erfassten Bebens bestätigen, würde es nicht unter der Ausbruchszone liegen.

Lewotolok mit Ascheeruptionen

Datum: 18.04.2021 | Lokation: -8.272, 123.505| Eruption: Strombolianisch

Der indonesische Vulkan Lewotolok ist immer noch sporadisch aktiv. In den letzten beiden Tagen registrierte das VAAC Darwin Aschewolken, die bis auf einer Höhe von 3000 m aufstiegen. Die Asche driftete in Richtung Westen. Interessanter Weise ist die Seismizität in den letzten 3 Tagen deutlich zurück gegangen. Evtl. sind das heute nur Nachwehen der eruptiven Tätigkeit, oder sie beginnt sich aufs Neue zu steigern.

Piton de la Fournaise: Lage unverändert

Datum: 18.04.2021 | Lokation: -21.23, 55.72 | Eruption:  Hawaiianisch | Link

Auf La Réunion hat sich der Status des Piton Fournaise nicht verändert. Immer noch fließt Lava aus einem Schlot, auf dem sich mittlerweile ein kleiner Schlackenkegel gebildet hat. Die Aktivität geht einher mit kontinuierlichen strombolianischen Eruptionen aus besagtem Schlot, der auch den Lavastrom speist. Dieser fließt mittlerweile überwiegend in einem Tunnel. Über die Länge des Stroms wurde nichts mitgeteilt. Seine Maximallänge betrug vor einigen Tagen 3 km. Im letzten Update der Vulkanologen vom OVPF hieß es, dass der Tremor hoch sei. In den letzten 24 Stunden wurden 22 vulkanotektonische Erdbeben registriert.

Sakurajima mit Eruptionsserie

Datum: 18.04.2021 | Lokation: 31.581130.659 | Eruption:  Vulcanianisch | Link

Der japanische Vulkan Sakurajima zeigte sich heute von seiner aktiven Seite und eruptierte mehrere Aschewolken, so dass das VAAC 5 VONA-Warnungen herausbrachte. Die Vulkanasche stieg bis auf 2700 m Höhe auf. MIROVA fängt heute mal eine schwache thermische Strahlung auf. Sie hat eine Leistung von 3 MW. An diesem Vulkan kommt es -selbst zu Zeiten mit besonders hoher explosiver Tätigkeit- selten zu stärkeren Wärmeemissionen.

Vulkan-Nachrichten 17.04.21: Pacaya, Piton Fournaise, Mauna Loa

In den Vulkan-Nachrichten vom Samstag geht es um die anhaltende Aktivität an den Vulkanen Pacaya und Piton de la Fournaise. An beiden Vulkanen sind Lavaströme aktiv. Am Mauna Loa auf Hawaii ist die Seismizität erhöht. Am Soufrière kam es zu einer weiteren Explosion.

Pacaya: Lavaströme fließen weiter

Datum: 17.04.2021 | Lokation: 14.38, -90.59 | Eruption:  Vulcanianisch | Link

PacayaAm guatemaltekischen Vulkan Pacaya tritt weiterhin viel Lava aus . Sie ergießt sich aus einer Spalte auf der Westflanke des Vulkans. Der Lavastrom hat eine Gesamtlänge von etwa 3700 Metern erreicht. Mehrere Lavazungen bewegen sich auf Farmland und verbrennen Avocado- und Kaffee-Plantagen. Die Lava steht in der Nähe von zwei Dörfern. Die Fronten sind gegenüber dem letzten Update aber um einige Zehnermeter zurückgewichen. Die Fließfront ist 390 Meter von den ersten Häusern des Dorfes El Patrocinio entfernt. Eine weitere aktive Front aus dem Süden befindet sich 385 Meter vor dem Dorf El Rodeo. Der Tremor ist hoch und man rechnet nicht mit einem kurzfristigen Ende der Eruption. Die explosive Aktivität hat etwas nachgelassen. Die letzte Aschewolke wurde gestern detektiert. Sie erreichte eine Höhe von 3400 m.


Piton de la Fournaise: Tremor weiter hoch

Datum: 17.04.2021 | Lokation: -21.2355.72 | Eruption:  Hawaiianisch| Link

Gestern Nachmittag gab es das bislang letzte Update vom OVPF. Dort hieß es , dass der Tremor immer noch hoch ist und die Lava weiter fließt. Es wurden 17 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Vormittags wurde eine seismischen Messstation per Helikopter-Einsatz vor der Lava gerettet. Die Lavafront befand sich noch 300 m entfernt.

Mauna Loa: Seismizität erhöht

Datum: 17.04.2021 | Lokation: 19.47, -155.59| Eruption: Seismik | Link

Am Mauna Loa auf Hawaii gibt es rege Erdbebentätigkeit. Die meisten Erdbeben manifestieren sich westlich der Caldera und bewegen sich im Bereich der Mikroseismik. Innerhalb der letzten 30 Tage wurden 177 Erschütterungen detektiert. Die Beben gingen einher mit einer deflationären Phase, nachdem die Inflation bis März relativ hoch war. Der Trend hat sich in den letzten Tagen wieder gedreht und es wird leichte Inflation beobachtet. Ob- und wann es zu einem Vulkanausbruch kommen wird, lässt sich noch nicht prognostizieren.

Shiveluch mit Aschewolke

Datum: 13.04.2021 | Lokation: 56.64, 161.36 | Eruption: Dom | Link

Nach längerer Abstinenz meldete sich der russische Shiveluch (Kamtschatka) mit einer Aschewolke zurück. Das VAAC registrierte sie in einer Höhe von 4300 m. Die Asche driftete Richtung Südosten.

Soufrière: Weitere Explosion

Datum: 17.04.2021 | Lokation: 13.34, -61.18 | Eruption: Peleanisch | Link

Auf St. Vincent kam es gestern zu einer weiteren explosiven Eruption. Es war die erste Explosion nach einer 40 stündigen Pause. Die Aschewolke wurde in einer Höhe von 6700 m detektiert. Diesmal kam es im Westen der Insel zu Ascheniederschlag. Inzwischen hat sich die Tephra zu einer zementartigen Schicht verfestigt. Außerdem entstanden Lahare.

Vulkan-Nachrichten 16.04.21: Fournaise, Semisopochnoi, Soufrière

In den Vulkan-News vom 16. April berichte ich über eine neue Eruption auf den Aleuten. Dort ist der Semisopochnoi ausgebrochen. Die Aktivität am Soufrière ist dagegen weiter rückläufig. Am Fournaise ist die Lage ungewiss.

Semisopochnoi: Vulkanausbruch auf den Aleuten

Datum: 16.04.2021 | Lokation: 51.95179.61 | Eruption: Aschewolke

Der vulkanische Inselbogen der Aleuten (USA/Alaska) ist heute Schauplatz einer neuen Eruption. Das AVO meldet, dass der Semisopochnoi Aschewolken emittiert. Sie steigen bis auf einer Höhe von 6000 m auf und driften in südöstlicher Richtung. Dabei legen sie eine Entfernung von 360 km zurück.

Der Alarmstatus des Vulkans wurde auf „rot“ erhöht.

Der 1221 m hohe Stratovulkan ist Teil der Aleuten, einer Kette von 14 großen vulkanischen Inseln und 55 kleineren anderen Inseln. Diese Inseln mit ihren 57 Vulkanen bilden den nördlichsten Teil des pazifischen Feuerrings.

Soufrière: Eruption lässt weiter nach

Datum: 16.04.2021 | Lokation: 13.34, -61.18 | Eruption: Peleanisch | Link

Am Soufrière auf St. Vinzent lässt die Eruption erst einmal nach. Es wird zwar noch Vulkanasche emittiert, aber die Eruptionswolken bleiben vergleichsweise klein. Spannend bleibt die Frage, ob im Krater ein neuer Lavadom wachsen wird.

Sinabung emittiert Vulkanasche

Datum: 16.04.2021 | Lokation: 3.1798.39 | Eruption:  Dom | Link

Der Sinabung liegt auf der indonesischen Insel Sumatra und emittiert heute Vulkanasche. Das VAAC detektierte die Asche, wie sie in 3700 m Höhe in südöstlicher Richtung driftete. Das VSI zeichnete 2 seismische Eruptionssignale auf. Das Längere dauerte 180 Sekunden und hatte eine Maximalamplitude von 73 mm. Innerhalb von 6 Stunden gingen 23 Schuttlawinen ab. Die restliche Seismizität ist überschaubar.

Piton de la Fournaise: Situation unklar

Datum: 16.04.2021 | Lokation: -21.2355.717 | Eruption:  Hawaiianisch | Link

Am Fournaise stabilisierte sich der Tremor auf vergleichsweise hohem Niveau. Innerhalb von 24 Stunden wurden 28 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Neben dem hohen Tremor, sorgt ein erhöhter Kohlendioxid-Ausstoß für Sorge. Er deutet an, dass aus größerer Tiefe neues Magma in die obere Magmakammer nachströmt. Es ist durchaus möglich, dass sich die Eruption verstärken wird. An der Eruptionsspalte ist 1 Schlot aktiv. Zwei sekundäre Schlote bildeten sich über einen unterirdischen Lavakanal und glänzten durch Lavaspattering. Der Gipfelbereich senkte sich seit Eruptionsbeginn um ca. 1 cm. Bisher wurden gut 5 Millionen Kubikmeter Lava gefördert.

Fagradalsfjall: Eruption stabil

Datum: 16.04.2021 | Lokation: 63.903, -22.273 | Eruption:  Hawaiianisch | Link

In den letzten 2 Tagen war das Wetter am isländischen Vulkan Fagradalsfjall bescheiden und die meiste Zeit spielte sich das Eruptionsgeschehen im Verborgenen ab. Kurze, wolkenfreie Blicke enthüllten, dass die Eruption etwas nachgelassen hat, ansonsten aber stabil ist. Am aktivsten präsentierten sich die zuletzt entstandenen Förderschlote und es ist mindestens 1 Lavastrom unterwegs. Die Seismizität hat sich auf ein moderates Niveau eingependelt: in den letzten 48 Stunden wurden 108 Beben registriert.

Vulkan-Nachrichten 15.04.21: Fournaise, Soufrière, Soufrière Hills

In den Vulkan-Nachrichten vom 15. April geht es um die Entwicklung der Eruption am Piton de la Fournaise auf La Réunion und den Geschehnissen am Soufrière auf St. Vincent. Außerdem werfen wir einen Blick auf den Soufrière Hills auf Montserrat.

Piton de la Fournaise: Tremor hoch

Datum: 15.04.2021 | Lokation: -21.2355.717 | Eruption:  Hawaiianisch| Link

Gestern Nachmittag meldete das OVPF steigenden Tremor am Fournaise. Er übertraf sogar die Werte zu Beginn der Eruption. Allerdings wurde keine Verstärkung der Eruption beobachtet und auf Bildern sieht es so aus, als hätte die Tätigkeit etwas nachgelassen. Die Vulkanologen kommunizierten 2 Szenarien, im Versuch die Zunahme des Tremors zu erklären.

  • Es könnte mehr Magma aufsteigen und sich unter dem Schlot akkumulieren
  • Die Aufstiegswege haben sich verengt, wodurch das aufsteigende Magma mehr „Lärm“ verursacht.

Die Beobachtung, dass der Lavaausstoß geringer geworden ist, scheint für letzteres Szenario zu sprechen. Allerdings ist es auch schon vorgekommen, dass sich eine bestehende Eruption deutlich verstärkte und sich neue Spalten auf der Flanke des Vulkans bildeten. So geschehen bei der großen Eruption von 2007. Bei ihr handelte es sich um die beeindruckendste Eruption, die ich an diesem Vulkane erleben durfte. Es bleibt also spannend am Fournaise.

Soufrière: Stärke der Explosionen nimmt ab

Datum: 15.04.2021 | Lokation: 13.34, -61.18 | Eruption: Peleanisch | Link

Der Soufrière auf St, Vincent ist weiterhin explosiv aktiv, doch die Stärke der Eruptionen war zuletzt rückläufig. Das UWI-Seismic-Research berichtet davon, dass mehr Wasserdampf in den Eruptionswolken vorhanden ist. Die Pausen zwischen den Explosionen beträgt mehrere Stunden. Auch die Seismizität pulsiert und ca. alle 14 Stunden gibt es Tremor-Schübe, die von vulkanotektonischen Erdbeben begleitet werden. Neue Pyroklastische Ströme sind nicht entstanden, dennoch wird gewarnt, dass es wieder zu ihrer Entstehung kommen könnte.

Es gibt neue Radarbilder, die die Veränderungen im Krater visualisieren. Diese sind schon ziemlich beeindruckend.

Soufrière Hills: Fumarolische Aktivität

Datum: 15.04.2021 | Lokation: 16.717-62.17 | Eruption: Fumarolisch | Link

In den Sozialen Medien wird gerne diskutiert, ob die Eruptionen am Soufrière auf St Vincent auch Vulkanausbrüche benachbarter Vulkane auslösen könnten. Die Blicke schweifen diesbezüglich zum Montagne Pelee auf Martinique und zum Soufrière Hills auf Montserrat. Die Vulkanologen vom MVO erklärten in einem Statement, dass die eruptive Aktivität der Vulkane nicht untereinander gekoppelt ist und dass jeder Feuerberg von seiner eigenen Magmakammer gespeist wird. Unterirdische Verbindungen zwischen den Magmenkörpern gebe es nicht. Einzig die grundlegenden Mechanismen, die zu Bildung von Magma führen sind die Gleichen. Im Falle der Vulkane der Kleinen Antillen ist das die Subduktion im Westen der Karibischen Platte.

Unabhängig von dieser Erkenntnis, zeigen die wöchentlichen Updates der Vulkanologen, dass der Soufrière Hills nicht so ruhig ist, wie man meinen könnte, da er aus dem Fokus der Medien verschwunden ist. Quasi jede Wochen werden vulkanotektonische Erdbeben im einstelligen Bereich detektiert. Am 16. März betrug die Schwefeldioxid-Emission 883 Tonen am Tag. Auf aktuellen Fotos erkennt man fumarolische Aktivität. Der Lavadom wird als groß beschrieben und es wird davor gewarnt, dass jederzeit Pyroklastische Ströme abgehen könnten. Unklar bleibt in den Berichten, ob es Domwachstum gibt. Die alte Inselhauptstadt Plymouth ist Sperrzone. Dennoch steht die Alarmstufe nur auf „1“.

Vulkan-News 14.04.21: Pacaya, Soufrière, Taal

Heute gibt es eine Menge zu berichten: Am Pacaya drang der Lavastrom weiter vor, der Soufrière erzeugte einen weiteren Pyroklastischen Strom und am Taal ist der Tremor weiter gestiegen. Der Ätna zeigt sich ruhig.

Pacaya: Lavastrom schreitet voran

Datum: 14.04.2021 | Lokation: 14.383°, -90.599° | Eruption:  Vulcanianisch | Link

Am Pacaya in Guatemala hat der Lavastrom weiter an Länge gewonnen. INSIVUMEH Berichtet, dass er eine Gesamtlänge von 3800 m hat. Auch die Distanz zu den Ortschaften hat sich um 30 m verringert. Bis zu den ersten Häusern von Patrocinio sind es nur noch 370 m. Bis zu den Gebäuden von Rodeo fehlen nur noch 250 m. Das VAAC registrierte Vulkanasche in einer Höhe von 3000 m. Sie driftete in westlicher Richtung. Die Explosivität des Vulkans hat in den letzten Tagen abgenommen.

Soufrière: Weiterer Pyroklastischer Strom

Datum: 14.04.2021 | Lokation: 13.34, -61.18 | Eruption: Peleanisch | Link

Gestern ereignete sich eine neue explosive Eruption, in deren Folge auch ein Pyroklastischer Strom generiert wurde. Die Gesamtlage auf San Vincent hat sich weiter verschlechtert. Personen, die sich bisher geweigert hatten ihre Häuser im Nordteil der Insel zu verlassen, mussten nun gerettet werden.

Aktuell steigt Vulkanasche bis auf einer Höhe von 12.000 m auf. Obwohl der Dom ausgeblasen wurde, wird von MIROVA eine moderate thermische Anomalie mit 21 MW Leistung detektiert.

 

Taal: Tremor hoch

Datum: 14.04.2021 | Lokation: 14.002, 120.993 | Eruption: Fumarolisch | Link

Am philippinischen Vulkan Taal stieg die Seismizität wieder an. Gestern registrierte PHILVOLCS 383 vulkanisch bedingte Erdbeben, darunter 238 Episoden vulkanischen Tremors. Die Episoden dauerten zwischen 1 und 12 Minuten. Außerdem erschütterten 143 niederfrequente Erdbeben den Vulkan. Vom Hauptkratersee stiegen bis zu 300 m hohe Dampfwolken auf. Die Schwefeldioxid-Emissionen betrugen am 12. April durchschnittlich 1.886 Tonnen/Tag. Die Bodenverformungsparameter zeigen weiterhin eine sehr langsame und stetige Aufblähung und Ausdehnung der Taal-Region, die nach der Eruption im Januar 2020 begann.

Ätna: Aktivität gering

Datum: 14.04.2021 | Lokation: 37.751, 14.996 | Eruption: Fumarolisch | Link

Der Ätna auf Sizilien präsentiert sich dieser Tage von seiner ruhigen Seite: der Tremor ist bis in den grünen Bereich gefallen und die Seismizität ist auf dem niedrigsten Niveau seit Jahren. Auf der Thermalcam sieht man zwar noch einen kleine Hotspot im Neuen Südostkrater, doch von explosiver Aktivität wird dieser Tage nichts berichtet. Auf Sentinel-Fotos erkennt man kleine thermische Anomalien nur im Zentralkrater und im Nordostkrater. Der Südostkrater gibt sich völlig kalt. Beinahe hat es den Anschein, als würde sich der Vulkan nach den Paroxysmen ausruhen.

Fagradalsfjall: 4 neue Schlote entstanden

Datum: 14.04.2021 | Lokation: 63.903, -22.273 | Eruption:  Hawaiianisch| Link

Gestern öffneten sich am isländischen Fagradalsfjall vier weitere Schlote. Sie manifestierten sich in dem bereits bekannten Gebiet, zwischen den beiden ersten Öffnungen und emittierten kurz nach ihrer Entstehung vergleichsweise viel Lava, ohne dass es zu einer Reduzierung der Förderrate an den anderen Schloten gekommen wäre. So flossen 2 Lavaströme in unterschiedliche Richtungen. Mittlerweile ist der Lava-Ausstoß wieder rückläufig. Der Gas-Ausstoß verdoppelte sich in den vergangenen Tagen.

Insgesamt sind bisher 8 kurze Risse, bzw. Schlote entstanden. Auf den Meisten bildeten sich Hornitos. Jederzeit können sich über dem Magmatischen Gang weitere Spalten öffnen. GPS-Messungen zeigen, dass der Lava-Ausstoß den Magma-Zufluss aus der Tiefe überwiegt und das Areal senkt sich ab.

In den Sozialen Medien taucht immer wieder die Frage auf, ob sich aus der Eruption ein Ausbruch wie die Laki-Eruption entwickeln könnte. Ich halte das für sehr unwahrscheinlich, gleichwohl kann die Stärke der Eruption weiter fluktuieren und niemand weiß bisher, wie lange das Naturschauspiel anhalten wird. Vergleichbare Eruptionen hielten teilweise über Jahre an.

Vulkantourismus am Fagradalsfjall

Einstweilen wird der Vulkanausbruch von der isländischen Tourismus-Agentur vermarkten. Gezielt möchte man Urlauber auf die Insel locken. In Zeiten der Pandemie wird das kontrovers diskutiert. Tatsächlich besteht selbst bei kleineren Eruptionen immer ein Restrisiko, dass etwas Unvorhergesehenes passiert und aus einem Vulkanausbruch einen Rummelplatz zu machen, dem stehe ich skeptisch gegenüber. Gleichwohl begrüße ich das Interesse der Allgemeinheit an dieser Eruption und es gilt eine Balance zu finden, etwa, indem man täglich eine gewisse Anzahl an Permits vergibt und Erstbesucher priorisiert werden. Generell bin ich zwar für einen freien Zugang zu Eruptionen, dennoch zeigt die Erfahrung, dass es, bei leicht zugänglichen Eruptionsstellen, früher oder später zu Unfällen mit Todesfolge kommt. Oftmals sind es Vater und Sohn die verunglücken. Spätestens dann wird der Zugang wieder für alle gesperrt.