Vulkan-News 18.09.21: Fagradalsfjall, Karymsky

Am Fagradalsfjall waren gestern neue Lavaströme unterwegs. Karymsky und Suwanose-jima eruptierte Aschewolken.

Fagradalsfjall mit neuen Lavaströmen

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch

Gestern flossen am isländischen Dauerbrenner (der nur brennt, solange ich nicht auf der Insel bin) wieder Lavaströme bis ins Natthagi-Tal. Sie entsprangen einem Riss im Nordosten des Geldingadalir-Tals. Die Schmelze trat praktisch entgast und ohne Druck aus, so dass man davon ausgehen kann, dass es keine neue Eruptionsspalte war, sondern nur ein Riss in der Kruste aus oberflächlich erstarrter Lava. Unter der Lavakruste war das Gestein noch fließfähig und trat aus. Im Krater bildete sich ebenfalls wieder ein Lavasee, der bis heute Vormittag aktiv blieb. MIROVA registriert eine sehr hohe Thermalstrahlung mit mehr als 2200 MW Leistung. Der Tremor ist erhöht, mit ausgeprägten Peaks im Frequenzband 2-4 Hz. Es steigt neues Magma aus der Tiefe auf und es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Eruption in Bälde stoppen wird.

Karymsky eruptiert Aschewolken

Staat: Russland | Koordinaten: 54.048159.441 | Eruption:  Vulcanianisch

Vom Karymsky in Kamtschatka wurden neue Ascheeruptionen gemeldet. Laut VAAC stiegen sie bis auf einer Höhe von 4300 m auf und drifteten in östlicher Richtung. Russische Medien berichten von Aschewolken, die bis zu 2500 m über Kraterhöhe aufstiegen. Der Karymsky zählt zu den aktivsten Vulkanen der sibirischen Halbinsel, auch wenn er in den letzten Jahren etwas zurückhaltender agierte, was sich zumindest momentan zu ändern scheint: seit gestern wurden 7 Vona-Warnungen veröffentlicht.

Suwanose-jima bleibt aktiv

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Vulcanianisch

Der Inselvulkan Suwanose-jima liegt im südjapanischen Ryukyu-Archipel und ist derzeit der aktivste Vulkan des Landes. Mit seinen Eruptionen bringt er es in die lokalen Medien. Dort wurde gestern berichtet, dass die Eruptionen aus dem Ontake-Krater glühende Tephra bis zu 1 km weit auswerfen. Asche stieg zuletzt bis auf einer Höhe von 2100 m auf. Besonders auffällig ist die gesteigerte Seismizität des Vulkans: das JMA registrierte gestern beim Tremor neue Höchstwerte und meldete 36 Tremorphasen. Es wurden 75 vulkanotektonische Erdbeben festgestellt. Es sieht so aus, als würde weiter Magma aufsteigen.

Vulkan-News 17.09.21: Cumbre Vieja, Erta Alé

Auf La Palma gab es weitere Erdbeben und Inflation. Am Fagradalsfjall ereignete sich ein größerer Kollaps im Krater. Der Erta Alé zeigt eine thermische Anomalie und der Fuego erzeugt einen kurzen Lavastrom.

Cumbre Vieja: Inflation weiter gestiegen

Nachdem die Seismizität am Cumbre Vieja gestern kurzzeitig zurückgegangen war, zog sie mittags wieder an. Dabei manifestierte sich ein Erdbeben Ml 3,1 in nur 6 km Tiefe. Auf dem Seismogram erkannte man einen Tremorpuls. Die Vulkanologen vom IGN berichten, dass sich die Inflation weiter erhöht hat und der Boden nun um bis zu 10 cm angehoben wurde. In so kurzer Zeit ist das schon ein beachtlicher Wert. Zuvor wurde gemeldet, dass sich mittlerweile gut 11 Millionen Kubikmeter Magma im Untergrund angesammelt haben. Wenn es weiteren Magmenaufstieg geben sollte, stehen die Chancen auf eine Eruption nicht schlecht. Einstweilen machen sich viele Vulkanologen auf den Weg nach La Palma, um den Vulkan besser zu überwachen.

Erta Alé: Lava im Krater

Staat: Äthiopien | Lokation: 13.60, 40.70 | Eruption: Hawaiianisch

Im Südkrater des äthiopischen Vulkans Erta Alé scheint wieder Lava zu stehen. Wahrscheinlich bildete sich ein Lavapool im Pitkrater. Auf Sentinell-Satellitenfotos erkennt man eine thermische Anomalie von kleiner Ausdehnung. MIROVA detektierte eine moderate Wärmestrahlung mit 54 MW Leistung.

Fagradalsfjall: Kollaps löst Lavafontäne aus

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch

Augenzeugen berichteten mir, dass gestern 2 rötlich-braune Aschewolken aus dem neuen Krater am Fagradalsfjall-Vulkan aufgestiegen sind. Nach einem der Ereignisse wurde eine kurzweilige Lavafontäne beobachtet. Allem Anschein nach kam es zu größeren Kollaps-Ereignissen am, bzw. im Krater. Das Material stürzte in den Lavasee und triggerte so die Fontäne. Darüber hinaus flossen wieder Lavaströme durch das Tal Geldingadalir. Der Tremor pulst weiter in schneller Frequenz und erreicht größere Amplituden, als wir es in den letzten Wochen gesehen haben.

Fuego mit Lavastrom

Staat: Guatemala | Koordinaten: 14.47, -90.88 | Eruption: Vulcanianisch

In Guatemala erzeugt der Fuego einen kurzen Lavastrom: er fließt aus dem Krater durch die Schlucht Ceniza und hatte gestern eine Länge von 300 m erreicht. Von seiner Front gehen Schuttlawinen ab. Darüber hinaus ist der Fuego weiter explosiv tätig und eruptiert zwischen 5 und 12 Mal die Stunde. Aschewolken steigen bis auf einer Höhe von 4800 m auf.

Vulkan-News 16.09.21: Cumbre Vieja, Fagradalsfjall

Am Cumbre Vieja auf La Palma nahm die Bodenhebung deutlich zu. Die Aktivität am Fagradalsfjall fluktuiert. Der Semeru ist explosiv aktiv.

Cumbre Vieja: Inflation gestiegen

Staat: Spanien | Koordinaten: 28.57-17.84 | Eruption: Magmenintrusion

Am Vulkan auf La Palma ist die Inflation schnell gestiegen: die Bodenhebung beläuft sich nun auf bis zu 6 cm. Das geht aus einem Bericht vom IGN hervor. Gleichzeitig verlagerten sich die Beben in geringeren Tiefen und man geht davon aus, dass ein Magmatischer Gang bis in 8 km Tiefe vordrang. In den letzten 24 Stunden verringerte sich die Seismizität und es schaut so aus, als wäre der Magmenaufstieg (vorerst) gestoppt. Der Dyke steckt fest. Das heißt aber noch nicht, dass die Gefahr eines Vulkanausbruchs auf der Kanareninsel gestoppt ist. Für gewöhnlich folgen mehrere Phasen mit Inflation aufeinander, bevor es ein aufsteigender Magmenkörper schafft, bis zur Oberfläche durchzubrechen. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass es bereits in den nächsten Tagen zu einer Eruption kommt, nimmt ab.

Fagradalsfjall: Aktivität fluktuiert

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch

Nachdem gestern die Lavaströme an Fahrt aufgenommen hatten und bis ins Natthagi-Tal vorgedrungen waren (was zur Evakuierung der Schaulustigen führte) ist es heute etwas ruhiger am Vulkan. Der Tremor fluktuiert mit schneller Frequenz, steigt aber nicht höher, als wir es von den letzten Wochen her gewohnt sind. Augenzeugen berichteten in Sozialen Medien, dass die Lava aus dem Schlot an der nordwestlichen Basis des Kraterkegels schoss, so wie wir es bereits am Samstag gesehen haben. Bei dem größeren Lavadurchbruch von gestern, stammte die Schmelze zum größten Teil aus der großen Lavaansammlung im Westen des Geldingadalir-Tals, die sich dort seit dem Wochenende gebildet hatte. Die Lava war bereits oberflächlich erstarrt, doch unter der Erstarrungskruste noch heiß und fließfähig. Die Lava überflutete gestern ein Stück des Wanderpfades „A“. Zudem drohte Gefahr durch die hohe Gas-Konzentration in der Luft.

Semeru: Zahlreiche explosive Eruptionen

Staat: Indonesien | Koordinaten: -8.108, 112.92 | Eruption:  Dom

Der Semeru ist weiterhin aktiv und erzeugt mehrmals täglich Aschewolken, die bis auf einer Höhe von 4300 m aufsteigen. Das VSI meldete gestern 68 seismische Signale, die durch explosive Eruptionen ausgelöst worden sind. Zudem gingen 8 Schuttlawinen ab. Es wurde ein harmonischer Tremor und ein vulkanotektonisches Erdbeben.

Vulkane am 15.09.21: Fagradalsfjall

Nachdem die Livecam am Fagradalsfjall nachts offline war, ist sie nun wieder on und zeigt multiple Lavaströme.

Fagradalsfjall: Neue Lavaströme in Richtung Natthagi

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch

Update 15:30 Uhr: Die Eruptionsstelle wurde evakuiert und der Zugang zum Vulkan gesperrt. Grund hierfür sind die aktuellen Lavaströme. Laut einem lokalen Medienbericht stammt die Lava aus dem sekundären Lavasee, der sich seit Samstag im Nordwesten des Geldingadalir-Tal bildete. Ein „Deich“ sei gebrochen und die Lava flutet die Täler.

Originalmeldung: Heute Vormittag war die LiveCam offline und seit ca. 13 Uhr ist sie wieder on. Offenbar wurde auf eine andere Kamera geschaltet und nun erkennt man, dass 3 Lavaströme über die steilen Hänge vom Geldingadalir in Richtung Natthagi-Tal fließen. Zwei der Ströme haben fast die Talsohle erreicht. Zuvor wurde noch kurz die Cam Richtung Krater geschaltet und dort war Lavaspattering über dem Kraterrand hinaus zu sehen gewesen: der Krater ist also wieder mit Lava gefüllt und scheint überzulaufen. Unklar ist, ob die Lavaströme von einem Überlauf über den Kraterrand gespeist werden, oder ob sich weiter unten am Krater ein weiterer Schlot/Tube geöffnet hat. Denkbar ist auch, dass die Lava aus den Spalten am Talboden quillt, die sich am Samstag öffneten.

Auf meinen Videoaufnahmen vom Samstag ist ein großer Riss zu sehen, der sich über die Westflanke des Kegels erstreckt und im Bereich des neuen Schlotes an der Kegelbasis mündete. Es bildete sich eine potenzielle Schwachstelle, entlang derer neue Öffnungen entstehen könnten, auch ein Kollaps der Kegelwand wäre denkbar.

Der Tremor ist weiter erhöht und zeigt starke Peaks im Frequenzbereich 2-4 Hz. Ein ähnliches Muster sahen wir zur Zeiten der Lavafontänen-Tätigkeit und der Bildung großer Lavaströme. Es schaut tatsächlich so aus, als hätte der Vulkan seine Aktivität nachhaltig gesteigert.

Neue Daten (von der Universität Island) zum Vulkan liegen auch vor. Demnach befindet sich der Kraterrand auf 332 m Höhe. Das Lavafeld nimmt eine Fläche von 4,6 Quadratkilometer ein und bisher wurden ca. 143 Millionen Kubikmeter Lava gefördert. Die Förderrate sank in der letzten Augustwoche auf  8,5 Kubikmeter pro Sekunde, dürfte inzwischen deutlich höher liegen. Interessant ist auch, dass sich die chemische Zusammensetzung der Schmelze änderte und wieder weniger Magnesium enthielt. Sie glich sich mehr der Basalt-Art an, wie sie in den ersten Wochen der Eruption gefördert wurde, allerdings mit mehr Kalium,- und Titan-Oxid. Die Änderung des Chemismus könnte anzeigen, dass die basaltische Schmelze aus geringerer Tiefe kam als zuvor. Die Daten wurden am 10. September erhoben, also noch vor dem aktuellen Puls. Es würde mich nicht wundern, wenn das Magma nun wieder direkt aus größeren Tiefen aufsteigen würde.

Vulkan-News 14.09.21: Cumbre Vieja

Auf La Palma wurde der Alarmstatus des Vulkans Cumbre Vieja erhöht. Der Fagrdalsfjall stottert seltsam rum. Der Artikel erhielt um 17.00 Uhr 2 Updates!

La Palma: Alarm am Cumbre Vieja

Staat: Spanien | Koordinaten: 28.57-17.84 | Eruption: Magmenintrusion

Gestern hatte ich das Schwarmbeben, welches seit einigen Tagen den Süden der Kanareninsel La Palma erschüttert, noch unter den Erdbeben-News gepostet, heute fällt es unter die Kategorie Vulkane. Grund hierfür ist, dass der Alarmstatus des Vulkans Cumbre Vieja auf „gelb“ erhöht wurde. Das Schwarmbeben steht also wahrscheinlich im Zusammenhang mit Magmenintrusion. Bisher wurden mehr als 1500 Erschütterungen detektiert. Erinnerungen an die Geschehnisse von 2011 auf El Hierro werden wach. Wie immer lässt sich nicht vorhersagen, ob es tatsächlich zu einem Vulkanausbruch kommen wird, doch mit jedem Tag erhöhter Seismizität steigt die Wahrscheinlichkeit hierfür ein wenig. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass oft mehrere Wochen anhaltende Schwarmbeben einem Vulkanausbruch vorangehen, wenn er längere Zeit nicht aktiv war. Die letzte Eruption auf La Palma fand im Jahr 1971 statt.

Update: Die Vulkanologen des IGN registrierten eine Bodenhebung von 3 µrad, was  ca. 1,5 cm entspricht.

Fagradalsfjall mit schnellen Pulsen

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch

Der Tremor am Fagradalsfjall sieht seit gestern Abend recht ungewöhnlich aus: das blaue Frequenzband 2-4 Hz bildet im Seismogramm eine breite Fläche aus, die von zahlreichen Peaks hervorgerufen wird. Anders, als es bei explosiven Eruptionen der Fall ist, nehmen die Peaks negative Werte ein. Erklärbar ist dieses Seismogramm nur, wenn es zu einer schnelle Folge von Tremorabfall, mit neuerlichem Anstieg kommt. Magma steigt also in schneller Folge auf und sinkt dann wieder im Fördersystem ab. Dieses on-off-Verhalten lässt sich gut per LiveCam korrelieren, denn dort sah man in den letzten Stunden eine stark fluktuierende Aktivität. Generell scheint sich das Verhalten des Vulkans zu ändern. Sollten die Vulkanologen recht behalten, dass wir Zeugen der Geburt eines neuen Schildvulkans sind, wird uns der Fagradalsfjall noch eine Weile beschäftigen. Stay tuned!

Update: Isländische Vulkanologen bestätigten das schnelle Pulsieren der Aktivität: im Schnitt gibt es pro Stunde 8 Aktivitätszyklen. Ein ähnliches Verhalten wurde im Frühjahr beobachttet, kurz bevor es zur Generierung der Lavafontänen kam.

Vulkan-News 13.09.21: Fagradalsfjall, Popocatepetl

Der Tremor am Fagradalsfjall bleibt erhöht. Die Vulkane Popocatepetl, Karymsky und Suwanose-jima eruptierten Aschewolken.

Fagradalsfjall ohne Pause

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch

Der Fagradalsfjall am Sonntagabend. Neben dem Krater waren Schlote am Talboden aktiv. © Marc Szeglat

Auf Island macht der Fagradalsfjall einfach weiter, ohne eine Pause einzulegen. Zumindest legt das der stabile Tremor nahe. Auf der LiveCam erkennt man heute Nachmittag, dass einer der neuen Schlote im Westen des Geldingadalir-Tals aktiv ist. Er speist einen Lavastrom. Aus dem Krater steigt Dampf auf. Vermutlich brodelt auch hier noch Lava, ohne dass es zum Überlaufen der Schmelze kommt. Nach der langen Pause in der vergangenen Woche scheint sich sein Eruptionsverhalten geändert zu haben. Spekulativ ist, dass sich nun längere Aktivitätsphasen mit langen Pausen abwechseln. Die Zeit wird zeigen, wie es weitergeht. Prognosen zu treffen ist faktisch unmöglich.

Karymsky eruptiert Vulkanasche

Staat: Russland | Koordinaten: 54.048159.441 | Eruption:  Vulcanianisch

Der russische Vulkan Karymsky wird auch nicht müde und eruptiert Aschewolken. Das VAAC brachte gestern 3 Vona-Meldungen heraus. Demnach stieg die Asche bis auf 4300 m Höhe auf. Mit dem Wind wurde sie in Richtung Norden transportiert.

Popocatepetl steigert Aktivität

Staat: Mexiko | Lokation: 54.048159.441 | Eruption:  Vulcanianisch

In Mexiko steigerte der Popocatepetl in den letzten Tagen seine Aktivität. Das VAAC meldet wieder mehrmals täglich Aschewolken. Die Letzte stieg bis auf einer Höhe von 5800 m auf und driftete in Richtung Norden. CENAPRED meldete gestern 2 Explosionen. Nachts wurde rotglühende Tephra ausgespien, die auf den Außenflanken des Vulkans landete. Darüber hinaus wurden 181 Asche-Dampf-Exhalationen gesichtet und 386 Minuten Tremor registriert. 2 vulkanotektonische Erdbeben zeugten von Fluidbewegungen im Untergrund.

Suwanose-jima speit Asche

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Vulcanianisch

Der japanische Vulkan Suwanose-jima reiht sich heute nicht nur in den Reigen der Aschespeier ein, sondern führt die Liste in Punkto Eruptionshäufigkeit sogar an. Seit gestern brachte das VAAC 10 Vona-Meldungen zum Suwanose heraus. Asche wurde in 2400 m Höhe detektiert.

Vulkan-News 12.09.21: Fagradalsfjall

Nach meiner 1-wöchigen Islandreise bin ich wieder Zuhause angekommen. Der Fagradalsfjall präsentierte sich zunächst von seiner scheuen Seite, um dann umso mehr aufzudrehen.

Fagradalsfjall in Hochform

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch

Gestern beendete der Fagradalsfjall die längste Pause seit Eruptionsbeginn und startete mit einem neuen Lavapuls, der ungewöhnlich lange anhält. Doch das ist nicht die einzige Neuigkeit, denn anders als in den letzten Monaten, füllte sich der Krater nicht komplett mit Lava. Ein Teil der Schmelze floss vorher ab und schoss durch eine Öffnung an der westlichen Basis des Kegels. Außerdem öffneten sich mehrere kleinere Schlote im Lavafeld, aus denen intensives Spattering zu beobachten war. Die Lava bildete einen sekundären Lavasee im Tal Geldingadalir. Ob es sich bei den Schloten um Öffnungen in Lavatubes handelt, oder um neue Risse ließ sich nicht eindeutig feststellen. Heute Abend ist der Tremor immer noch hoch und zeigt keine Tendenzen zu fallen. Das Wetter ist seit heute Morgen schlecht und visuelle Beobachtungen waren nur bedingt möglich. Inzwischen bin ich wieder im Büro und muss mich der LiveCam bedienen. Kurze Perioden mit Sicht durch den Nebel enthüllten, dass die Situation seit gestern Abend stabil zu sein scheint.

En Natura sehen die Täler um den neuen Kraterkegel noch beeindruckender aus, als es Fotos und Karten vermuten lassen. Der Kraterrand liegt in etwa auf dem Höhenniveau wie der höchste Hügel östlich des Kraters und sein Gipfel befindet sich auf 320 m über dem Meeresspiegel. Die Distanz zwischen Hügel und Krater beträgt gut 1200 m. Von der LiveCam bis zum Krater sind es fast 2000 m.

Während der 9-tägigen Pause gab es einige Spekulationen darüber, ob die Eruption vorbei ist oder nicht. Der Alarmstatus des Vulkans wurde auf „orange“ herabgestuft, steht nun aber wieder auf „rot“. Das Verhalten des Vulkans ist im Endeffekt unkalkulierbar und es bleibt spannend wie es weitergeht.

Vulkan-News 10.09.21: Askja

Der isländische Vulkan Askja bereiten sich wohlmöglich auf einen Vulkanausbruch vor. Der Popocatepetl steigerte seine Aktivität. Aschewolken wurden von den Vulkanen Ebeko, Karymsky, Semisopochnoi und Suwanose-jima gemeldet.

Askja: Ausbruch wird wahrscheinlicher

Staat: Island | Koordinaten: 65.03, -16.75 | Eruption:  Fumarolisch

Der isländische Vulkan Askja bereitet sich möglicherweise auf einen Vulkanausbruch vor. Vulkanologen der isländischen Meteorologiebehörde stellten in den letzten Wochen eine Bodendeformation fest: mittlerweile hob sich der Untergrund im Westen der Caldera um bis zu 7 cm an. Die Bodenhebung wird sehr wahrscheinlich von Magma verursacht, dass sich in 2-3 km Tiefe sammelt. Jüngst wurde die Alarmstufe der Askja auf „gelb“ erhöht.

Die letzte Eruption der Askja ereignete sich 1961. Es war ein überwiegend effusiver Ausbruch, bei dem Lavaströme gefördert wurde.

Karymsky in guter Form

Staat: Russland | Koordinaten: 54.048159.441 | Eruption:  Vulcanianisch

Auf der sibirischen Halbinsel Kamtschaka ist der Karymsky weiter aktiv. Er eruptierte seit gestern 6 Aschewolken, die bis zu 7500 m hoch aufstiegen und in östlicher Richtung drifteten.

Ebeko in Eruption

Staat: Russland | Koordinaten: 50.68, 156.01 | Eruption: Vulcanianisch

Der Kurilenvulkan Ebeko eruptierte wieder Aschewolken. Laut lokalen Medienberichten stiegen sie bis auf 2000 m über Kraterhöhe auf.

Popocatepetl steigerte Aktivität

Staat: Mexiko | Lokation: 54.048159.441 | Eruption:  Vulcanianisch

In Mexiko ist es der Popocatepetl der für Schlagzeilen sorgt. Seit gestern gab es 4 explosive Eruptionen. Vulkanasche erreichte eine Höhe von 6400 m. Darüber hinaus berichtete CENAPRED gestern von  116 Exhalationen und 797 Minuten Tremor.

Semisopochnoi eruptiert Vulkanasche

Staat: USA | Koordinaten: 51.951389, 179.600833 | Eruption: Strombolianisch

Der Aleutenvulkan Semisopochnoi ist ebenfalls häufiger in den Meldungen des VAACs vertreten. Hier wurden Eruptionen visuell bestätigt. Aschewolken konnten nicht via Satellit detektiert werden.

Suwanose-jima sehr aktiv

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Vulcanianisch

Im Süden des japanischen Archipels befindet sich der Inselvulkan Suwanose-jima. Er war in den letzten Tagen überdurchschnittlich häufig in den VONA-Warnungen vertreten, denn es gab innerhalb von 3 Tagen 18 Meldungen. Explosive Eruptionen ließen Vulkanasche bis auf 6 km Höhe steigen.