Kawah Ijen: Erhöhung der Warnstufe

In den letzten Wochen nahmen Seismik und Gasausstoß am Kawah Ijen auf Java deutlich zu. Gasschwaden stiegen bis zu 200 m über den Kraterrand auf und der Geruch nach Schwefeldioxid verstärkte sich. Die Temperatur des Säuresees schwankte zwischen 28 und 34 Grad, das Wasser bekam weißliche Verfärbungen. Die Vulkanologen riefen die Warnstufe „orange“ aus: jederzeit muss mit einem Vulkanausbruch gerechnet werden. Sie empfahlen eine  1,5 km Sperrzone um den Krater. Ob der Minenbetrieb tatsächlich eingestellt wurde ist unklar.

El Hierro: submariner Vulkanausbruch geht weiter!

Nachdem Gesternmittag der Tremor plötzlich abbrach, sieht man heute auf dem Seismogramm wieder einen leichten Tremor, wobei die Beurteilung der Stärke relativ ist und nur die Amplitude des Graphen beschreibt. Häufige Rekalibrierung der Instrumentenempfindlichkeit macht absolute Vergleiche unmöglich.

Auf der LiveCam sieht man heute eine neue Wasserverfärbung mit sporadischer Jacuzzi-Aktivität. Diese hat sich etwas weiter in östlicher Richtung verlagert. Vermutlich öffnete sich gestern Abend ein neuer Förderschlot, nachdem der Alte kollabierte.

Vereinzelt finden wieder Erdbeben statt.

El Hierro: Flatline

Update 23.00 Uhr: Gegen Abend setzte wieder leichter Tremor ein. Zudem ist auf der Grafik ein auffälliges seismisches Signal zu erkennen das auf ungewöhnliche Aktivität hindeutet. Leichte Inflation hält an.

—–

Nach einem turbulenten Morgen mit starken Pulsen ist der Tremor nun abgebrochen und zeigt eine Flatline (Null-Linie). Zwar wäre es denkbar, dass der Tremorgraph vom Institut rekalibriert wurde allerdings vermute ich eher, das Wasser in den Förderschlot eingedrungen ist und magmatophreatische Explosionen entstanden sind, die den Zusammenbruch des Förderschlotes verursacht haben. Ob sich das Magma nun einen neuen Weg bahnen wird bleibt abzuwarten.

Jemen: Geburt einer neuen Insel

Das ging irgendwie in die Hose:  während alle Augen Richtung El Hierro blickten, ist von der Weltöffentlichkeit und der Vulkancommunity beinahe unbemerkt, vor der jemenitischen Küste im Roten Meer ein neues Vulkaneiland aufgetaucht. Dass zeigen Vergleichsaufnahmen des Modis-Satelliten der Nasa.

Auf dem aktuellen Foto ist eine Dampfwolke zu sehen, die von einer kleinen Insel aufsteigt, die es im Jahr 2007 noch nicht gab. Fischer berichteten am 20 Dezember von einem kleinen Vulkanausbruch im Zubair-Archipel. Dabei tauchten unterschiedliche Namen der Insel auf, auf der sich der aktive Vulkan befinden sollte. Nun wissen wir warum! Unklar ist allerdings, ob die Insel erst jetzt auftauchte, oder irgendwann in den letzten 4 Jahren.

El Hierro: neue Tiefenmessungen

In der letzten Woche kreuzte das Forschungsschiff Sarmiento de Gamboa in der Las Calmas See vor La Restinga und nahm neue Tiefenmessungen vor. Bei den Kollegen vom earthquake-report ist nun zu lesen, dass die Ergebnisse vorliegen. Demnach soll die Spitze des neuen Unterwasservulkans kollabiert sein und nun 15 – 20 m tiefer liegen als zuvor. Der Förderschlot dürfte daher verstopft sein, was sich in den kleinen neuen Nebenschloten wiederspiegelt. Damit sind die Hoffnungen auf die baldige Geburt einer neuen Insel weiter geschrumpft.

Der Tremor ist derzeit stabil und der submarine Vulkanausbruch geht auf niedrigem Niveau weiter.

Vulkane weltweit

El Hierro: der Tremor ist auf schwachem – mittlerem Niveau relativ konstant. Leichte Wasserverfärbungen sind sichtbar. Erdbeben gab es keine mehr.

Kilauea: der neue „ocean entry“ im Westen von Ka`ili`ili ist schwach aktiv. Im Pu`u `O`o – Krater glüht es ein wenig.

Katla: unter der Caldera fanden wieder Schwarmbeben statt.

Ätna: der mittlerweile schneebedeckte Vulkan besticht durch seine weihnachtliche Ruhe. Der letzte Paroxysmus ist bereits fast 6 Wochen her. Ob- und wann es in absehbarer Zeit zu einem neuen Paroxysmus kommt ist ungewiss.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.
error: Content is protected !!