Naturkatastrophe Wassermangel im Lake Powell

[twenty20 img1=“831265″ img2=“831264″ offset=“0.5″ before=“Der Lake Powell im August 2017…“ after=“… und 5 Jahre später. © NASA“]
Schon seit fast 2 Jahrzehnten ist es im Südwesten der USA zu trocken. Während den letzten 3 Jahren dominiert eine ausgeprägte Dürre das Land, die zunehmend katastrophale Züge annimmt. Es herrscht Wassermangel und die Wasserentnahme aus öffentlichen Gewässern wurde bereits vor Monaten streng reglementiert. Doch das verhindert nicht das weitere Abfallen der Pegel von Seen und Flüssen. So hat der Pegel des Lake Powell den niedrigsten Stand seit seiner Schließung Mitte der 1960iger Jahre erreicht. Er steht 51 Meter unter dem Höchststand, was nur noch 26 Prozent der Gesamtkapazität ausmacht. Drei Viertel des Wassers sind verschwunden und der Stausee hat somit den niedrigsten Stand seit 1967 erreicht. Mit dem Unterschied, dass sich der See vor 55 Jahre füllte und er sich jetzt weiter entleert. Seit August 2017 reduzierte sich der Wasserstand um fast 30 m.

Lake Powell ist nicht nur ein wichtiger Wasserspeicher, sondern erzeugt mittels Turbinen im Damm auch Strom. Der Pegel steht noch 15 m oberhalb der Mindesthöhe, aber der die Turbinen die Kraft des Wassers in Strom umwandeln können. Sollte dieser Pegelstand unterschritten werden, dann werden Strom und Wasser für 40 Millionen Menschen knapper.

Natürlich ist nicht nur der Lake Powell von der Wasserknappheit bedroht. Der Stausee wird vom Colorado River gespeist, entlang dessen Verlauf weitere Stauseen liegen. So verfügt das gesamte Flusssystem nur noch über 34% seiner Kapazität. Der Lake Mead, der vom Lake Powell gesehen stromabwärts liegt, hat noch eine Füllkapazität von 28%.

Um den Pegel des Lake Powell zu stützen, plant die US-Wasserwirtschaftsbehörde mehr Wasser aus stromaufwärts gelegenen Reservoirs abzulassen. Gleichzeitig wird die Abflussmenge aus dem Lake Powell reduziert, wodurch natürlich der Pegel des Lake Mead schneller fallen dürfte.

Sollte sich das Klima in den nächsten Monaten nicht nachhaltig ändern, dann steht es schlecht bestellt um die Stauseen des Colorado. Ihre Anlage hatte damals Umweltschützer auf den Plan gerufen, denn die steilen Schluchten des Flusssystems beherbergten einmalige Natur- und Kulturschätze, die in den Fluten der Seen verschwanden. Eine Zeitlang bescherten die Stauseen der Gegend des Colorado-Plateaus und darüber hinaus ungeahnten (Wasser)reichtum. Doch wie sich jetzt herauszustellen scheint, war es ehr ein Strohfeuer. (Quelle: NASA-Earthobservatory)

Amerikanisch Samoa: Schwarmbeben am Ta’u

Schwarmbeben nahe des Ta’u-Vulkans

Die Seismizität unter den Manuʻa-Inseln in Amerikanisch Samoa ist weiterhin erhöht und es findet ein Schwarmbeben statt. Pro Stunde werden Durchschnittlich etwa 30 Erdstöße registriert. Die meisten Erdbeben haben Magnituden zwischen 2 und 3, wobei es sich um Schätzwerte handelt. Schätzwerte deshalb, weil es bislang keine systematische seismologische Überwachung der Region gab, zumindest nicht, was die Erfassung lokaler Erdbeben mit geringen Magnituden betraf.

Nachdem Mitte Juli die ersten spürbaren Erdbeben auftraten, installierten Experten des USGS  6 Miniseismografen. Diese einfachen Geräte können zwar Erdbeben erfassen, die Daten reichen aber nicht zur Bestimmung geringer Magnituden und zur genauen Ortserfassung der Beben. So kann das Gebiet der Schwarmbeben bis jetzt nur ungefähr lokalisiert werden. Im letzten Update vom HVO heißt es: „Nach vorläufigen Schätzungen liegt die Quelle der Erdbeben näher an der Insel Taʻū als an Ofu-Olosega.“ Außerdem wurde mittgeteilt, dass nun 3 hochwertige Seismometer eingerichtet wurden. Zwei Geräte befinden sich auf der Taʻū-Insel und eines auf der Insel Ofu. Damit sollte es in den nächsten Tagen möglich sein genauere Daten zu liefern und die Herkunft der Beben auf die Spur zu kommen. Aktuell arbeiten die Wissenschaftler daran die Seismometer zu kalibrieren und die Signalübertragung zu verbessern. Doch bald sollte das Echtzeitmonitoring stehen. Was weiterhin fehlt sind GPS-Messstationen und Inklinometer, um etwaige Bodenhebung zu erfassen. Hier wird man Satellitenmessungen abwarten müssen.

Da es in der Region aktiven Vulkanismus gibt -darunter einen submariner Vulkan- liegt die Vermutung nahe, dass es sich um vulkanisch-bedingte Erdbeben handelt. Besonders fürchtet man den Ausbruch des Unterwasservulkan Vailulu’u.

Behörden bereiten Bevölkerung auf Evakuierungen vor

Der Vizegouverneur von Amerikanisch Samoa und Vertreter der Gemeinden Ofu und Olosega trafen sich mit Wissenschaftlern von USGS und NOAA. Zusammen arbeitete man Evakuierungspläne für die Manuʻa-Inseln aus. Sie werden heute bei einem Treffen mit der Taʻū-Gemeinde besprochen. Es gibt 2 Notfallpläne: einer sieht vor, dass es eine hinreichende Vorwarnzeit vor einem Vulkanausbruch gibt, so dass man die Inseln binnen 24 Stunden evakuieren kann. Plan 2 geht von einer unmittelbaren Bedrohung mit sofortiger Evakuierung aus. Ein Sirenentest wurde bereits durchgeführt. Sollte er positiv verlaufen sein, wäre man diesbezüglich in Samoa besser gerüstet, als bei uns in Deutschland!

Vulkan-News 26.08.22: Ebeko

Bezymianny mit Aschewolken

Staat: Russland | Koordinaten: 55.98; 160.58 | Eruption: Vulcanianisch

Im russischen Kamtschatka ist der Bezymianny weiter aktiv und emittiert Aschewolken. Sie steigen bis auf einer Höhe von 4000 m auf und driften in Richtung Osten. Das VAAC brachte heute 2 VONA-Warnungen heraus. Im Krater des Vulkans wächst ein Lavadom. Auf Satellitenaufnahmen erkennt man eine thermische Anomalie. So ist es möglich, dass die Aschewolken mit den Abgängen Pyroklastischer Ströme assoziiert sind.


Ebeko in Eruption

Staat: Russland | Koordinaten: 50.68, 156.01 | Eruption: Phreatisch

Der Kurilenvulkan Ebeko liegt an den gleichen Subduktionszone wie der Bezymianny und stößt ebenfalls Vulkanasche aus. Allerdings sind die Eruptionen hier ganz klar explosiver Natur. Die Asche steigt bis auf 3700 m Höhe und wir nach Nordosten verdriftet.


Nyamuragira mit Lavastrom

Staat: DRK | Koordinaten: -1.41, 29.20 | Eruption: Lavastrom

Vom Virunga-Vulkan Nyamuragira geht eine Wärmestrahlung mit einer Leistung von 121 MW aus. Sie stammt von Lava, die in der Caldera des Vulkans unterwegs ist. Auf den letzten Satellitenfotos lassen sich längliche Wärmequellen ausmachen, die wahrscheinlich von einem Lavastrom herrühren. Augenzeugenberichte gibt es von dort kaum, da der Vulkan im Rebellengebiet liegt und nur mit dem Hubschrauber erreichbar ist.


Reventador mit Eruptionen

Staat: Ecuador | Koordinaten: -0.081, -77.67 | Eruption: Vulcanianisch

In Ecuador ist der Reventador aktiv und eruptiert frequent. Vulkanasche steigt bis auf 4900 m Höhe auf. Der Wind weht sie in Richtung Westen. Das IGEPN registrierte gestern 49 Explosionen am Reventador. Die Seismizität ist erhöht und es wurden 40 vulkanisch-bedingte Erdbeben festgestellt.