Santiaguito: Zahlreiche Blocklawinen unterwegs

Domvulkan Santiaguito erzeugt Lavaüberlauf – zahlreiche Blocklawinen und Dichteströme dokumentiert

Während der Nacht und in den frühen Morgenstunden des 6. September wurde eine lebhafte vulkanische Aktivität am Caliente-Dom des Santiaguito beobachtet. Diese war durch schwache bis mäßige Explosionen gekennzeichnet, die Aschesäulen mit einer Höhe von bis zu 3.200 m ü. NN erzeugten, allerdings keine VONA-Warnungen beim VAAC Washington auslösten. Die letzte stammt vom 4. September. Laut Angaben der Vulkanologen des INSIVUMEH driftete die Asche über eine Entfernung von etwa 15 km in westliche Richtung und verursachte in den Gemeinden Loma Linda, San Marcos Palajunoj sowie weiteren nahegelegenen Ortschaften Ascheniederschlag.



Blocklawiene

An den südwestlichen und nordöstlichen Flanken des Lavadoms setzt sich die Extrusion von Lava fort. Kurze Lavazungen bewegen sich über die Domflanken, wobei immer wieder Lavapakete abbrechen, zu Tal stürzen und dabei fragmentieren. In den meisten Fällen entstehen beeindruckende Blocklawinen, die nachts eine enorme Rotglut erzeugen. Dadurch brennen die Aufnahmen der Livestream-Kameras teilweise weiß aus und zeigen nur noch helle Spuren.

In einigen Fällen entstehen auch kurze pyroklastische Dichteströme, die aktuell noch unbesiedelte Gebiete erreichen. Dies kann sich allerdings jederzeit und ohne weitere Vorwarnung ändern. Die Instabilität des Doms lässt weiterhin partielle Kollapsereignisse möglich erscheinen, die pyroklastische Ströme mit größerer Reichweite auslösen können. Die Abgänge belegen das Vorhandensein von aktivem Magma in geringer Tiefe.

Der guatemaltekische Zivilschutz CONRED empfiehlt, sich nicht den Lavadomen zu nähern und sich nicht in Schluchten aufzuhalten, da diese Bereiche als besonders gefährlich gelten. Bei starken Regenfällen können hier zudem Lahare entstehen, die eine zusätzliche Gefahr darstellen.

Um den Domkomplex gilt eine 5-Kilometer-Sperrzone, in der sich niemand aufhalten sollte. Insbesondere ist das Campieren dort verboten. Dennoch ist auf den Livestreams zu erkennen, dass sich auf den Flanken des Muttervulkans Santa María in einer Entfernung von etwa zwei Kilometern Vulkanbeobachter aufhalten. Bei der aktuellen Aktivität sind sie zwar nicht unmittelbar durch pyroklastische Ströme oder Blocklawinen gefährdet, allerdings ist das Gelände steil und rutschig, sodass Absturzgefahr besteht.

Vulkan Fuego: Aschewolke driftet weit

Fuego bleibt aktiv: weit driftende Aschewolken und Steinschlag an den Flanken

Am Volcán de Fuego in Guatemala setzt sich die explosive Aktivität fort. In der Nacht und den frühen Morgenstunden des 29. August 2026 wurden mäßig starke Explosionen registriert. Dabei entstanden Aschesäulen, die Höhen zwischen 4.200 und 4.600 Metern über dem Meeresspiegel erreichten. Starke Winde verfrachteten die Asche in Richtung Westen und verbreiteten die Aschewolken bis zu einer Entfernung von 75 Kilometern, was INSIVUMEH dazu veranlasste, eine Sondermeldung zu veröffentlichen.

Fuego

Nach Angaben des guatemaltekischen Vulkanobservatoriums INSIVUMEH kam es infolge der Emissionen zu Ascheniederschlag in San Pedro Yepocapa sowie in den Gemeinden Panimache I und II, Morelia und Santa Sofía. Damit war nicht nur – wie sonst üblich – die unmittelbare Umgebung des Vulkans von der Aktivität betroffen.

Zusätzlich wurden Schuttlawinen an der West-, Südwest- und Südflanke des Fuego beobachtet. Bei einigen dieser Abgänge erreichten vulkanische Blöcke bereits die Vegetationsgrenze. Es besteht die Gefahr von Waldbränden, sollten noch glühende Lavabrocken das Buschwerk erreichen. Die Ereignisse verdeutlichen, dass einige Explosionen stärker als üblich sind.  Diese erzeugten zudem deutlich wahrnehmbare Grollen und Druckwellen sowie Geräusche, die Beobachter mit dem Klang einer fahrenden Lokomotive verglichen.

Die Aktivität wird auch durch Satelliten und Webcam überwacht. Das VAAC Washington meldete am 29. August um 11:43 UTC häufige Ascheemissionen. Die Aschewolke erreichte dabei bis etwa FL150, entsprechend einer Höhe von 4.600 Metern über dem Meeresspiegel. Zum Beobachtungszeitpunkt bewegte sich die Asche mit einer Geschwindigkeit von etwa 18 km/h nach Westen. Modellrechnungen prognostizierten für die folgenden Stunden eine Verlagerung nach Westnordwesten und eine Ausdehnung der Aschewolke auf 40 Kilometer vom Vulkan.

Da sich der Gipfel des Fuego in den letzten Stunden überwiegend in Wolken hüllte, konnte die Aktivität nur zum Teil visuell dokumentiert werden. Zuletzt wurden die Eruptionen am 27. August in schönen Bildern festgehalten. Die hier gezeigte Aufnahme wurde in der Nacht von der AfarTV-Webcam aufgezeichnet.

INSIVUMEH warnt ausdrücklich davor, sich auf dem Grat zwischen Fuego und Acatenango oder dem Gipfelplateau des Fuego aufzuhalten. Aufgrund der anhaltenden Explosionen besteht dort die Gefahr, von ballistischem Auswurfmaterial getroffen zu werden. Die aktuelle Aktivität zeigt damit weiterhin das typische Wechselspiel aus Explosionen, Ascheemissionen und gravitativen Massenbewegungen, ohne dass aus den vorliegenden Beobachtungen allein auf eine unmittelbar bevorstehende größere Eruption geschlossen werden kann.

Vulkan Fuego: Paroxysmaler Vulkanausbruch am Höhepunkt

Paroxysmus am Fuego hält an – pyroklastische Ströme erreichen die Basis des Vulkans

Der guatemaltekische Vulkan de Fuego befindet sich weiterhin in einer äußerst intensiven paroxysmalen Eruptionsphase und generiert pyroklastische Ströme, die bis zur Basis des Vulkans vordringen. Nach Angaben der INSIVUMEH-Vulkanologen hält der Ausbruch bereits seit mehr als 23 Stunden an. Inzwischen ist die Nacht in Guatemala vorbei und es gibt Anzeichen, dass der Höhepunkt des Ausbruchs überschritten ist.

Fuego

Seit Beginn der Eruption am 3. August um 08:30 Uhr Ortszeit registrieren die Vulkanologen einen anhaltend starken Ausstoß von Lava, Asche und Gasen aus dem Krater. Die seismischen Messwerte, insbesondere die durchschnittliche Amplitude des vulkanischen Tremors (RSAM), bewegen sich auf hohem Niveau und zeigen einen weiteren Anstieg. Gleichzeitig wird eine hohe Infraschallaktivität erfasst.

Besonders gefährlich sind pyroklastische Dichteströme, die in den vergangenen Stunden mehrfach durch die Schluchten Seca, Taniluyá, Ceniza, Las Lajas und Honda talwärts rasten. Die pyroklastischen Ströme können weiterhin alle Schluchten des Vulkans erreichen und Entfernungen von etwa 5 bis 7 Kilometern zurücklegen. Auf Livecam-Aufnahmen ist zu erkennen, dass sie teilweise den Fuß des Vulkans zu erreichen scheinen.

Die zunehmende Zahl und Stärke dieser Glutlawinen hat zu verstärktem Aschefall sowie zu schwefelhaltigen Gasgerüchen in den betroffenen Gebieten geführt. Besonders betroffen sind die Regionen westlich und südwestlich des Vulkans. Die Beobachtung der Aktivität wird dort allerdings durch dichte Bewölkung und große Mengen schwebender Asche erschwert.

Angesichts der gefährlichen Situation hat die Katastrophenschutzbehörde CONRED die lokalen und regionalen Behörden aufgefordert, Evakuierungspläne, Sicherheitszonen und Notfallrouten zu überprüfen. Gleichzeitig soll die Bevölkerung verstärkt über Schutzmaßnahmen informiert werden.

Bewohner und Besucher werden aufgefordert, Abstand zu den Schluchten des Vulkans zu halten, Schutzmaßnahmen gegen Aschebelastung zu ergreifen und einen vorbereiteten Notfallrucksack bereitzuhalten. Bei einer Verschärfung der Lage kann eine Evakuierung notwendig werden. Wie bereits berichtet, wurden nachts bereits besonders gefährdete Siedlungen geräumt.

Inzwischen gibt es Anzeichen dafür, dass der Zenith der Eruption überschritten ist und die Aktivität nachlässt. Dennoch ist ein Wiederaufleben der Tätigkeit nicht gänzlich auszuschließen, auch wenn das für Paroxysmen eher untypisch ist.

Starker Vulkanausbruch am Fuego löst Evakuierungen aus

Erwarteter Paroxysmus am Fuego hat eingesetzt – Dorf am Fuß des Vulkans wird evakuiert

Der Fuego in Guatemala steigerte seine Aktivität weiter und gegen 22:35 Uhr Ortszeit setzte die paroxysmale Hauptphase der Eruption ein, die sich technisch in einem starken Anstieg der Tremoramplitude äußerte und visuell mit dem Beginn der Förderung einer kontinuierlichen Lavafontäne aus dem Hauptkrater. Die Aktivität führte zu ersten Evakuierungen eines Dorfes am Fuß des Vulkans, das in Abflussrichtung möglicher pyroklastischer Ströme liegt. Der Zivilschutz rief die zweithöchste Alarmstufe „Orange“ aus.

Fuego

Nach Angaben der Vulkanüberwachungsbehörde INSIVUMEH wurde eine erste Aktivitätssteigerung am Morgen des 3. August beobachtet, wobei eifrige Livecambeobachter bereits in der Nacht zuvor feststellten, dass die Explosivität des Feuervulkans genauso zugenommen hatte wie Lavaspattering und Ascheemission. Der Zivilschutz Conred reagierte sofort und schickte erste Beobachter zum Vulkan und informierte die Anwohner.

Über 14 Stunden lang steigerte sich die Tätigkeit am Fuego langsam, bis es gegen 22:35 Uhr zum beschriebenen Energiestoß kam, die Tremoramplitude stieg und die strombolianische Tätigkeit in eine Lavafontäne überging. Damit stieg das Risiko größerer pyroklastischer Ströme signifikant an und erste Evakuierungen wurden angeordnet. Betroffen ist vor allem zunächst die Ortschaft El Porvenir in der Gemeinde San Juan Alotenango. Zudem wurde die Nationalstraße RN-14 gesperrt, da sie mehrere Schluchten quert, die von pyroklastischen Strömen und später auch von Laharen erfasst werden können.

Ulrich, der Host unserer immer noch nicht einwandfrei funktionierenden LiveCam, sollte mit seiner Familie ebenfalls aus seiner Finca evakuiert werden, was sich aufgrund der gesperrten Straße als unpraktikabel erwies, weswegen er nun beschlossen hat, auszuharren, obwohl er nahe des Golfplatzes wohnt, der bei der Katastrophe von 2018 durch pyroklastische Ströme und Lahare zerstört wurde.

Aktuell besonders gefährdet sind die Schluchten Seca, Taniluyá und Ceniza, doch auch weitere Barrancas an der Süd- und Südostflanke könnten von pyroklastischen Strömen betroffen werden. Ascheniederschlag wurde bereits aus Gemeinden wie San Pedro Yepocapa gemeldet.

Als Paroxysmus bezeichnen Vulkanologen den Höhepunkt einer sich stetig steigernden Eruption, die überwiegend explosiven Charakter hat, aber wie am Ätna auch Lavaströme hervorbringen kann. Während der Hochphase steigt die Energieabgabe des Vulkans sprunghaft an. Typisch sind mehrere hundert Meter hohe Lavafontänen, heftige Explosionen, der Auswurf großer glühender Gesteinsblöcke, kilometerhohe Aschewolken und vor allem pyroklastische Dichteströme – extrem heiße Gemische aus Gas, Asche und Gesteinsfragmenten, die mit Geschwindigkeiten von weit über 100 Kilometern pro Stunde die Vulkanflanken hinabrasen. Diese Ströme gelten als größte Gefahr, weil sie nahezu alles auf ihrem Weg zerstören.

Nach INSIVUMEH-Angaben erreichen die Lavafontänen des Feuervulkans eine Höhe von 200 bis 300 Metern über dem Krater. Glühende Blöcke werden bis an die Vegetationsgrenze geschleudert. Prognosen gehen davon aus, dass die Eruptionssäule bis auf über 7000 Meter ansteigen könnte. Satellitendaten zeigen bereits Aschewolken in Höhen zwischen 5000 und 6000 Metern, die bis zu 130 Kilometer weit nach Westen über den Pazifik driften.

INSIVUMEH empfiehlt CONRED, die Bevölkerung im Umkreis von zehn Kilometern um den Vulkan unverzüglich zu informieren und die Notfallpläne zu aktivieren. Gleichzeitig wurde der Zugang zum Acatenango- und Fuego-Nationalpark für Touristen bis auf Weiteres gesperrt. Die Vulkanologen überwachen die Entwicklung rund um die Uhr mit Seismometern, Infraschallsensoren, Webcams und Satellitenbildern und warnen, dass sich die Lage jederzeit weiter verschärfen kann.

Fuego: Aktivitätssteigerung löst Alarmstimmung am Vulkan aus

Signifikante Aktivitätssteigerung am Vulkan Fuego – Paroxysmus möglich

Die guatemaltekischen Vulkanologen und Zivilschutzvertreter behalten den Fuego heute unter ganz besonderer Beobachtung und blicken besorgt auf die aktuelle Entwicklung am Feuervulkan, der kontinuierlich Asche emittiert und anhaltendes Lavaspattering aus dem Hauptkrater zeigt. Zwischendurch gibt es starke Explosionen, die den oberen Vulkanhang mit glühender Tephra eindecken und Aschewolken bis auf eine Höhe von 4300 m aufsteigen lassen. Die Vulkanüberwachungsbehörde INSIVUMEH hat ein Sonderbulletin herausgegeben und warnt vor einer weiteren Aktivitätssteigerung bis hin zum Paroxysmus.

Fuego

Paroxysmen sind Eruptionen, die sich zunächst über Tage oder Stunden langsam aufbauen, um sich dann innerhalb kürzester Zeit signifikant zu steigern. Typisch sind Lavafontänen, hoch aufsteigende Aschewolken und zum Teil Lavaströme und pyroklastische Ströme. Kleinere Dichteströme mit Längen von bis zu 2 Kilometern wurden nach Angaben der Vulkanbeobachter vor Ort bereits gesichtet. Die heißen Gemische aus Gas, Asche und vulkanischem Material bewegten sich über die Schluchten Barranca Ceniza und Barranca Seca hangabwärts.

Der Zivilschutz CONRED hat extra Personal abgestellt, um die besonders gefährdeten Schluchten, durch die sich pyroklastische Ströme hangabwärts bewegen könnten, zu beobachten, und steht im engen Kontakt zu den Anwohnern des Vulkans, um notfalls schnell zu evakuieren. Die Behörde erinnert die Bevölkerung an die Vulkangefahren und appelliert, einen Fluchtrucksack bereit zu halten, der alles Notwendige für eine schnelle Evakuierung enthält.

Am Fuego kommt es immer wieder zu Paroxysmen, wobei ihre Häufigkeit seit der Katastrophe von 2018 deutlich abgenommen hat. Vor der Katastrophe befand sich der Fuego in einer Phase regelmäßig wiederkehrender Ausbrüche, die neben der alltäglichen Aktivität im Schnitt alle 14 Tage auftraten. Während es damals noch keinen Livestream gab, ist die Aktivität heute sehr schön via Afar-Tv-Livestream zu beobachten:

Ob sich tatsächlich ein größerer Paroxysmus entwickelt, hängt von der weiteren Dynamik des Magmasystems ab. Die kommenden Stunden gelten als entscheidend. Genau vorhersagen lassen sich Paroxysmen nicht, so ist auch völlig unklar, wie groß ein möglicher Ausbruch werden kann. Die meisten dieser Eruptionen beschränken sich in ihrer Wirkung auf den Gipfelbereich des Fuegos, wobei Aschewolken und Paroxysmen größere Entfernung zurücklegen können.

Vulkan Fuego erzeugte einen pyroklastischen Dichtestrom

Vulkan Fuego in Guatemala bleibt aktiv – Ascheeruptionen, Explosionen und pyroklastische Ströme

Der guatemaltekische Vulkan Fuego setzt seine explosive Aktivität nicht nur fort, sondern hat sie in den letzten Tagen intensiviert. In der Nacht und den frühen Morgenstunden des 21. Juli 2026 dokumentierten Livecamaufnahmen Serien starker Explosionen, die den Gipfelbereich mit rotglühender Tephra eindeckten und Aschewolken erzeugten, die lauf VAAC Washington bis auf eine Höhe von 4900 m aufgestiegen sind. Die Explosionen erzeugten Schockwellen, die bis in die Ortschaften am Fuß des Vulkans wirkten und Fensterscheiben zum Klirren brachten. Ein Video zeigt, wie im Zuge einer starken Explosion ein pyroklastischer Dichtestrom entstand.

Fuego
Dichtestrom

Dieser Dichtestrom wurde von einem Vulkanspotter gefilmt, der sich auf Beobachtungsposten am dem Fuego gegenüberliegenden Gipfel des Acatenango befand. Daten wurden nicht mitgeteilt, doch wahrscheinlich beschränkte sich die Ausbreitung des Dichtestroms auf den oberen Flankenbereich. Größere pyroklastische Ströme, wie sie bereits im Zuge von Paroxysmen entstanden sind, können im Extremfall Orte am Vulkanfuß erreichen. Kleinere Dichteströme entstehen infolge starker Explosionen, wenn größere Lavablöcke ausgestoßen werden, die auf den Kraterrand landen und fragmentiert werden. Dabei werden im Lavablock enthaltene heiße Gase freigesetzt, die nicht nur zur weiteren Fragmentierung des Blocks beitragen, sondern auch ein Gaskissen schaffen, auf dem Asche und Gesteinstrümmer hangabwärts gleiten.

Darüber hinaus bestätigen Beobachtungen des guatemaltekischen Vulkanologischen Dienstes INSIVUMEH sowie Satellitendaten des US-amerikanischen Vulkanasche-Warnzentrums Washington anhaltende Ascheeruptionen. Gestern erzeugten die Ausbrüche Aschewolken, die Höhen zwischen etwa 4.200 und 4.500 Metern über dem Meeresspiegel erreichten. Die Asche driftete zunächst in südöstliche Richtung und wurde über eine Entfernung von rund 25 Kilometern vom Vulkan beobachtet. Das VAAC Washington meldete Ascheemissionen, die sich bis in eine Entfernung von etwa 35 Kilometern vom Gipfel verfolgen ließen. Reste älterer Aschewolken waren sogar noch bis rund 130 Kilometer Entfernung auf Satellitenbildern sichtbar. Die Ausbreitung erfolgte überwiegend nach Südwesten mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 km/h.

Durch die Aktivität kam es zu Ascheniederschlägen in mehreren Gemeinden am Fuß des Vulkans, darunter San Pedro Yepocapa sowie Panimache I und II, Morelia und Santa Sofía. Bewohner berichteten von kräftigen Explosionen, die mit Druckwellen und Geräuschen, vergleichbar mit einer vorbeifahrenden Lokomotive, einhergingen. Eine Videoaufnahme in sozialen Medien zeigt, wie eine besonders kräftige Explosion eine Kamera erschütterte und eine Stoßwelle auslöste.

Neben den explosiven Eruptionen wurden auch Schuttlawinen an den West-, Südwest- und Südhängen beobachtet. Dabei erreichten einzelne größere Blöcke die Vegetation am Vulkanhang.

Die Behörden warnen weiterhin davor, sich auf dem Grat zwischen Acatenango und dem Fuego aufzuhalten. Aufgrund möglicher ballistischer Auswürfe besteht dort akute Gefahr durch herabfallende Lavabrocken.

Vulkan Santiaguito: Pyrokastischer Dichtestrom gefilmt

Livecam filmt pyroklastischen Dichtestrom am Santiaguito – Vulkanasche in 4300 m Höhe detektiert

Trotz der Regenzeit in Guatemala war das Wetter am Sonntag in Teilen des Landes freundlich. So konnte eine Livecam in den frühen Morgenstunden den Abgang eines pyroklastischen Dichtestroms am Lavadom des Santiaguito aufzeichnen. Zudem kam es zu mehreren Explosionen, die Vulkanasche bis auf eine Höhe von 4300 Metern über dem Meeresspiegel förderten. Die Aschewolken wurden vom Wind nach Westen verfrachtet und verursachten in mehreren Ortschaften leichten Ascheniederschlag.

Der pyroklastische Dichtestrom ging um 06:06 Uhr Ortszeit ab und wurde durch eine explosive Eruption ausgelöst, die am Kraterrand einen kleineren Kollaps verursachte. Dabei brach ein heißes Lavapaket ab und wurde durch die explosionsartige Freisetzung der im Inneren eingeschlossenen Gase fragmentiert. Dadurch entstand die Glutwolke aus heißen Gasen, Asche und gröberen Lavafragmenten. Auf den Videoaufnahmen ist gut zu erkennen, wie der Dichtestrom einer Erosionsrinne folgt, entlang derer bei starken Regenfällen Wasser abfließt. Erst in der Nähe der Dombasis trat der Strom über die Begrenzung der Rinne hinaus, stellte jedoch keine Gefahr für die Bewohner der Plantagen am Fuß des Vulkans dar.

Dem aktuellen Bulletin des INSIVUMEH zufolge werden am Lavadom weiterhin kontinuierliche Entgasungen beobachtet. Die Gasfahne steigt bis auf etwa 400 Meter über den Dom auf. Zusätzlich wurden schwache bis mäßige Explosionen registriert, die Gas- und Aschewolken erzeugten, welche bis zu 800 Meter über den Dom aufstiegen.

Während der Nacht und in den frühen Morgenstunden ist im Gipfelbereich des Doms sowie entlang seiner westlichen und südwestlichen Flanken ein deutliches Glühen sichtbar. Dieses steht im Zusammenhang mit wiederkehrenden glühenden Block- und Schuttlawinen, die an diesen Hängen niedergehen.

Aufgrund der anhaltenden Aktivität kann die Bildung weiterer pyroklastischer Dichteströme jederzeit nicht ausgeschlossen werden. Die Bevölkerung und Besucher werden daher aufgefordert, das Gebiet um den Vulkan zu meiden und die bereits kommunizierten Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten.

Darüber hinaus besteht bei stärkeren Niederschlägen im Bereich des Vulkans die Gefahr der Entstehung von Laharen. Besonders gefährdet sind die Abflussrinnen an der Südflanke des Vulkans, darunter die Bachläufe Nimá I, Tambor und Cabello de Ángel. Eine Besteigung des Lavadoms ist ebenso untersagt wie ein Aufenthalt im Tal zwischen dem Santa-María-Vulkan und dem Santiaguito-Domkomplex.

Fuego: Vulkantouristen entgehen knapp einer Katastrophe

Vulkanbomben schlagen zwischen Touristengruppe am Fuego ein – Unvernunft häuft sich

Am guatemaltekischen Vulkan Fuego wäre es beinahe zu einem Unglück gekommen, als frisch ausgestoßene, glühende Lavabomben zwischen einer Touristengruppe einschlugen. Die Wanderer hatten sich viel zu weit dem aktiven Krater des Feuerbergs angenähert und dabei jegliche Vernunft außer Acht gelassen. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass Vulkantouristen am Fuego nur knapp einer Katastrophe entkommen sind.

Fuego

Ein in den sozialen Medien geteiltes Video geht derzeit viral und dokumentiert das Geschehen. Zu sehen ist, wie glühende Lava zwischen den Touristen auf den Boden schlägt, fragmentiert und die noch immer glühenden Bruchstücke auf den Filmer zufliegen. Auf dem Boden hocken Touristen, bei denen nicht ersichtlich ist, ob sie bereits von glühenden Schlackenfragmenten getroffen wurden. Darunter befindet sich offenbar auch ein Kind.

Die Wanderer sind bis zum Ende des Pfades gegangen, der in Richtung des Fuego-Kraters führt und normalerweise nur in ruhigen Phasen begangen werden sollte. Generell ist es verboten, den Grat zwischen Acatenango und Fuego zu betreten, da es dort wiederholt zu Unfällen gekommen ist. Tatsächlich animieren selbst ernannte Vulkanführer ihre Gruppenmitglieder, die sie zu den sicheren Terrassen auf dem Acatenango führen, zu solchen Extratouren, die selbstverständlich zusätzliche Gebühren kosten. Manche Touristen sind sich möglicherweise nicht über die Gefahr im Klaren, in die sie sich dabei begeben.

Abgesehen von solchen Eskapaden halte ich den Fuego derzeit für den attraktivsten Vulkan für Vulkantouristen. Er ist daueraktiv und gut erreichbar. Es gibt geführte Touren sowie Übernachtungsmöglichkeiten auf dem dem Fuego gegenüberliegenden Vulkan Acatenango. Der Aufstieg dorthin ist zwar anstrengend, technisch jedoch einfach zu bewältigen und führt durch einen reizvollen Bergwald.

Dennoch ist die Tour nicht völlig frei von Risiken. Die größten Gefahren gehen von plötzlichen Wetterumschwüngen aus, weshalb man seine Ausrüstung auf mögliche Nachtfröste und Unwetter abstimmen sollte.

Darüber hinaus ist der Fuego sehr aktiv und es gibt immer wieder Explosionen, die stärker als die Üblichen sind. Sie denken den oberen Flankenbereich mit glühender Tephra ein. Vulkanasche steigt bis zu 4500 m Höhe auf und es kommt gelegentlich zu Ascheniederschlag in den Orten am Fuß des Vulkans.

Guatemala: Tropensturm spült Müllberge an den Strand

Tropensturm wütete vor der Küste Mittelamerikas und türmte Müllberge an der Küste auf

Der Tropensturm „Cristina“ wütet im östlichen Pazifik und hat in den vergangenen Tagen weite Teile Mittelamerikas getroffen. Besonders schwer betroffen war die Küste Guatemalas. Am flachen Küstenabschnitt der Region San Marcos brandeten die Wellen gegen das Ufer und drangen weit ins Hinterland vor. Das zurückweichende Wasser hinterließ enorme Mengen an Müll am Strand.

Nach Angaben des National Hurricane Center in Miami erreichte „Cristina“ anhaltende maximale Windgeschwindigkeiten von 75 km/h. Das Sturmzentrum lag rund 170 Kilometer westnordwestlich von Managua in Nicaragua.

In den Küstenregionen Nicaraguas, Honduras, El Salvadors und Guatemalas wurden bis Donnerstag Niederschlagsmengen von 10 bis 20 Litern pro Quadratmeter erwartet, lokal auch Spitzenwerte von bis zu etwa 30 Litern.

Zeitgleich mit „Cristina“ war auch der Tropensturm „Boris“ vor der Küste Mexikos aktiv.

In sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen wahre Müllberge aus Plastik, Unrat und Treibholz entlang der Strände. Der Müll stammt jedoch nicht allein aus dem offenen Ozean, sondern repräsentiert vielmehr das, was in Guatemala über längere Zeit in der Natur entsorgt wurde. Während der Regenzeit werden große Abfallmengen von Flüssen aus dem Hinterland in Richtung Meer transportiert, wo sie sich in Küstennähe ansammeln. Der Sturm und die starke Brandung haben das Material konzentriert und anschließend wieder an Land gespült.

Hydrologisch betrachtet handelt es sich an der Pazifikküste Mittelamerikas häufig nicht um klassische Sturmfluten, sondern um eine Überlagerung von hohem Seegang, sogenanntem Wellenauflauf und gleichzeitig erhöhtem Flussabfluss. Die flache Küstengeometrie verstärkt diesen Effekt, da das Wasser weit ins Hinterland vordringen kann. Besonders bei intensiven Niederschlägen schwellen die Flusssysteme rasch an und transportieren Sedimente sowie Abfälle bis in die Mündungsbereiche, wo sie durch die Brandung erneut verteilt werden.

Das Ereignis verdeutlicht die strukturellen Probleme der Abfallentsorgung im Land sowie die weit verbreitete Praxis vieler Einheimischer und Touristen, Plastikmüll in der Natur zu entsorgen. Ein flächendeckendes Recyclingsystem, wie es in vielen europäischen Ländern existiert, fehlt weitgehend. Die angespülten Müllberge stellen nicht nur ein kurzfristiges ästhetisches Problem dar, sondern bergen auch Risiken für Ökosysteme und den Tourismus.

Umweltschützer sehen in solchen Ereignissen einen Hinweis darauf, wie eng Klimawandel, Infrastruktur, Abfallmanagement und Küstenschutz miteinander verknüpft sind und wie dringend integrierte Lösungsansätze benötigt werden.