Starkes Erdbeben erschüttert Taiwan am 17.09.22

Taiwan: Erdbeben Mw 6,6

Datum: 17.09.22 | Zeit: 13:41:19 UTC | Lokation: 23.14 N ; 121.26 E | Tiefe: 2 km | Mw 6,6

Die Südostküste Taiwans wurde von einem sehr starken Erdbeben der Magnitude 6,6 erschüttert. Das Epizentrum wurde 85 km südöstlich von Lugu verortet. Das Hypozentrum befand sich in nur 2 km Tiefe, was für Erdbeben dieser Magnitude ehr ungewöhnlich ist. Die hohe Magnitude und das flache Hypozentrum lassen Schäden vermuten. Detaillierte Meldungen über Schäden stehen noch aus, doch zumindest gab es leichte Gebäudeschäden und Stromausfälle.

Das Erdbeben manifestierte sich um 13:41:19.1 UTC. Die Daten stammen vom EMSC und könnten noch korrigiert werden. Es gab mehrere Nachbeben. Eins brachte es auf Mw 5,5.

Beim EMSC gibt es 2 Wahrnehmungsmeldungen. Ein Bebenzeuge befand sich in 109 km Entfernung zum Epizentrum und beschrieb das Beben als das stärkste, was er je erlebte. Der Erdstoß dauerte über eine Minute lang.

Tektonik Taiwans

Die Shakemap oben zeigt das Relief des Ozeanbodens und lässt ahnen, dass die Tektonik im Osten der Insel komplex ist. Taiwan liegt im Schnittpunkt zweier großer Tiefseegräben, die als Subduktionszonen der pazifischen- und philippinischen Platte einerseits und dem Eurasischen Kontinent andererseits angelegt sind. Im Nordosten mündet der Ost-West streichende Ryukyu-Trench in den Nord-Süd verlaufenden Manilagraben. Taiwan gerät dabei zwischen die Fronten und wird ordentlich in die Mangel genommen. In der Folge entstand eine Host- und Graben Struktur, die das Land parallel zu seiner Längserstreckung durchzieht. Entlang der Ostküste verläuft ein Längstal, dem sich eine Küstenebene anschließt. Beide Seiten des Längstals sind von großen Störungen durchzogen. An einer dieser Störungen ereignete sich das Erdbeben. Die Philippinen-Platte drückt hier mit einer Geschwindigkeit von 82 mm pro Jahr auf Eurasien, so dass genug Energie vorhanden ist um sehr starke Erdbeben zu erzeugen.

Mit weiteren Erdstößen ist zu rechnen. Zum Glück werden moderne Häuser in Taiwan oft Erdbebensicher gebaut, doch ältere Gebäude in kleineren Küstendörfern sind es oft nicht.

Vulkan Ol Doinyo Lengai am 17.09.22

Thermische Anomalie am Ol Doinyo Lengai

Der Ol Doinyo Lengai in Tansania ist aktuell sehr aktiv. MIROVA detektiert eine moderate thermische Anomalie im Krater des Vulkans. Sie hat eine Leistung von 15 MW. Während dieser Wert für einen normalen Vulkan nicht aufsehenerregend wäre, ist er es für den kältesten Vulkan der Welt schon. Die Natriumkarbonat-Lava am Ol Doinyo Lengai ist nur etwa halb so heiß, wie gewöhnliche Basaltschmelze und so fließfähig wie dünner Schlamm. Diese Lava-Art wird rezent nur am Ol Doinyo Lengai gefördert, darum übertreibt man nicht, wenn man den Vulkan als einzigartig bezeichnet. Die Anomalie erkennt man auch auf einem aktuellen Sentinel-Satellitenbild. Im normalen Lichtspektrum sieht man das Schwarz von frischer Lava, die aus dem zentralen Hornitokomplex stammt. Ausnahmsweise sind wir nicht nur auf die Fernanalyse von Satellitenbilder angewiesen, sondern es gibt ein tolles Video, das im Juni gedreht wurde.

Video zeigt Lavapool

Das Video wurde vom französischen Expeditionsanbieter „80 Jours Voyages“ online gestellt und dokumentiert sehr schön die aktuellen Vorgänge. Im zentralen Hornitokomplex kam es zum Kollaps von einem der Hornitos. In ihm brodelt ein Lavapond, wie es für den Ol Doinyo Lengai typisch ist. Ich konnte am Lengai bereits öfters den Kollaps von Hornitos miterleben. Damals war der Krater noch zugänglich gewesen und man geriet schnell in Teufelsküche, wenn so etwas passierte. Aufgrund der Nähe zum Geschehen gab es am Lengai früher oft schwere Unfälle, wenn es zu einem Duell „man versus lava“ kam. Da seit den Eruptionen 2007 ein neuer Kraterkegel entstand, der senkrecht abfallende Kraterwände hat, ist der Kraterboden nicht mehr erreichbar. Dadurch hatte der Vulkan viel an Attraktivität eingebüßt, doch seitdem sich der Krater immer weiter auffüllt und der Boden nach oben rückt, werden Beobachtungen der Eruptionen wieder einfacher. Daher finden wieder öfters Reisen zum Vulkan statt.

Das Video zeigt nicht nur den brodelnden Lavapool, sondern auch Lavaspattering aus verschiedenen Öffnungen in intakten Hornitos. Die herausspritzende Lava lässt die Hornitos wachsen und füllt den Krater weiter auf. Eine Besonderheit der natriumkarbonatitischen Lava ist, dass sie bei Kontakt mit Feuchtigkeit schnell zu einem weißen Pulver zerfällt.

Den Machern des Videos ist es tatsächlich gelungen, die schwache Rotglut der Lava zu dokumentieren. Das gelingt nun dank moderner, lichtempfindlicher Kamerasensoren.

Erdbeben-News 17.09.22: Loyalitäts-Inseln

Loyalitäts-Inseln: Erdbeben Mw 5,5

Datum: 16.09.22 | Zeit: 23:58:20 UTC | Lokation: 22.28 S ; 170.86 E | Tiefe: 60 km | Mw 5,5

Am Vanuatu-Graben gab es einen weiteren Erdstoß. Er hatte eine Magnitude von 5,5 und ein Hypozentrum in 60 km Tiefe. Das Epizentrum lag 318 km östlich von Tadine (Neukaledonien). Die Loyalitäts-Inseln sind Neukaledonien vorgelagert, daher die Verortung zu den Inseln.


Türkei: Erdbeben Mw 4,8

Datum: 16.09.22 | Zeit: 20:30:35 UTC | Lokation:  39.41 N ; 40.61 E | Tiefe: 7 km | Mw 4,8

Im Osten der Türkei bebte es mit einer Magnitude von 4,8. Das Hypozentrum befand sich in einer Tiefe von nur 7 km. Das Epizentrum wurde 7 km östlich von Yedisu festgestellt. Das Erdbeben manifestierte sich an der Ostanatolischen Verwerfungszone. Ihr Verlauf wird in der Shakemap durch eine Reihe von Erdbeben markiert.


Griechenland: Erdbeben Mb 4,5

Datum: 16.09.22 | Zeit: 12:58:09 UTC | Lokation:   37.42 N ; 21.25 E | Tiefe: 53 km | Mb 4,5

Im Ionischen Meer ereignete sich ein Erdbeben Mb 4,5. Das Hypozentrum lag 53 km tief. Das Epizentrum wurde südlich der Insel Zakynthos lokalisiert. Das EMSC verortete es 33 km südlich von Pýrgos. Es gab mehrere schwächere Vorbeben, so dass sich ein schöner Cluster bildete.

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