Naturkatastrophen 09.09.22: Kalifornien

Kalifornien scheint ein Brennpunkt des Klimawandels zu sein und wird in schneller Folge von extremen Klimaereignissen getroffen, die zum Teil katastrophale Folgen mit sich bringen. Das Hauptproblem war bislang die Dürre, die aktuell von einer Hitzewelle begleitet wird. Doch nun ist Abkühlung und Regen in Sicht, allerdings in Form eines tropischen Sturms, den man nicht willkommen heißt.

Jedes Jahr gibt es praktisch neue Hitzerekorde in Kalifornien zu verzeichnen. Der Jüngste wurde am 6. September in Sacramento aufgestellt, als das Thermometer bis auf 46.7 Grad Celsius kletterte. Dieser Wert liegt satte 3,4 Grad über die bislang höchste Temperatur an einem Tag im September! Diese Spanne wird von Meteorologen als sehr hoch angesehen. In der letzten Woche wurde im Death Valley sogar ein neuer September-Weltrekord aufgestellt. Das Quecksilber erreichte die 53 Grad Marke. Die Hitzewelle geht einher mit einer ebenfalls rekordverdächtigen Trockenheit. Das Stromnetzt wird so stark beansprucht, dass ein Blackout droht. Es lodern mehrere Waldbrände. Bei der Ortschaft Hemet südöstlich von Los Angeles brach ein neues Feuer aus, dem bereits 2 Menschen zu Opfer gefallen sind. Es brennt auf einer Fläche von 7.700 Hektar. Mehr als 3000 Häuser wurden evakuiert und Tausende Menschen sind auf der Flucht. Brandbekämpfer und Anwohner hoffen auf ein baldiges Ende der Dürre und auf Regen. Dieser kommt nun in Form eines tropischen Sturms, der gerade auf die Baja California in Mexiko zuhält.

Sturm bringt Unwetter nach Kalifornien

Der Sturm über Nordwestmexiko wird seine Ausläufer über Südkalifornien hinweg schicken. Es wird vor starken Regenfällen gewarnt, die zu Überflutungen und Erdrutschen führen könnten. Ob der Regen die Feuer löschen wird, oder ob der Wind sie weiter verbreitet ist zur Stunde noch ungewiss. In diesem Sinne brachten amerikanische Forscher im letzten Monat eine Studie heraus, dass der US-Bundesstaat nicht nur von Seiten der ewigen Dürre bedroht wird, sondern auch von Megafluten. Aufgrund des Klimawandels hätte sich das Risiko von Megafluten verdoppelt, was heißt, dass sie nun alle 25-50 Jahre auftreten könnten. Solche Fluten könnten die Schäden bei weitem übertrumpfen, die von Hurrikan Kathrina in New Orleans angerichtet wurden.

Erdbeben-News 09.09.22: Griechenland

Griechenland: Erdbeben Mw 5,5

Datum: 08.09.22 | Zeit: 07:36:24 UTC | Lokation: 37.97 N ; 20.06 E | Tiefe: 10 km |  Mw 5,5

Griechenland wurde von einem Erdbeben der Magnitude 5,5 erschüttert. Es manifestierte sich im Ionischen Meer, westlich der Insel Zakynthos. Das Epizentrum wurde 44 km südwestlich von Argostólion lokalisiert. Der Erdbebenherd lag 10 km tief. Das Erdbeben wurde auf den Inseln des Ionischen Meeres gespürt. Meldungen über Schäden liegen nicht vor. Allerdings kam es zu Steinschlägen an den weißen Klippen von Zakynthos. Über ein ähnliches Ereignis berichtete ich im September 2018. Damals ereigneten sich zahlreiche Erdbeben entlang der Störungszone östlich der Insel. Sie ist mit der Plattenkollision von Afrika und Europa assoziiert.

Vulkan Sangay mit Lavastrom am 09.09.22

In Ecudor sind die Vulkane Sangay und Reventador weiterhin aktiv. Beide Vulkane erzeugen explosive Eruptionen. Während es am Reventador zu Blocklawinen kommt, strömt über die Flanke des Sangays ein Lavastrom.

Sangay eruptiert Lavastrom und emittiert Wärmestrahlung

Der Sangay emittierte gestern eine hohe Wärmestrahlung mit 354 MW Leistung. Heute zeigt MIROVA noch einen Wert von 61 MW an. Die Wärmestrahlung hat 2 Quellen, von denen der Lavastrom auf der Südostflanke die dominanteste ist. Ein kleinere Anteil der Wärmestrahlung geht auf glühende Tephra zurück, die von strombolianischen Eruptionen gefördert wird. Gelegentlich gibt es auch stärkere vulcanianische Ausbrüche. Dann erreicht Vulkanasche eine Höhe von 6100 m über dem Meeresspiegel. Das IGPN berichtet von 687 seismischen Eruptionssignale die gestern aufgezeichnet wurden. Dazu gesellten sich 51 Tremor-Episoden, die mit den Eruptionen im Zusammenhang standen. Der Vulkan stieß 325 Tonnen Schwefeldioxid aus, was für einen so aktiven Vulkan relativ wenig ist. Am Vortag waren es 446 Eruptionssignale und 66 Tremor-Episoden. Hinzu kamen 9 langperiodische Erdbeben.

Aktuell ist das Wetter am Sangay weiterhin ungewöhnlich gut und der Krater ist oft sichtbar. Daher gibt es immer wieder schöne Fotos zu sehen. Das Bilderset wurde in unserer FB-Gruppe geteilt und zeigt die Scharte auf der Südostflanke des Sangays. Diese Depression wurde in den letzten Jahren durch Erosion geschaffen: Lavaströme, Schuttlawinen, Pyroklastische Ströme und Lahare zermürbten die Flanke und trugen das Gestein ab. Gröberes Material sammelt sich am Fuß des Feuerbergs und schafft dort Schutthalden. Feineres Lavagestein wird von den Flüssen fortgespült. Auf den Bildern erkennt man auch sehr schön die Glutspuren glühender Tephra auf der Flanke. Das Material wurde explosiv gefördert. Vom Krater geht auch der Lavastrom aus, der durch die Depression fließt.

Beim Sangay handelt es sich um einen 5230 m hohen Stratovulkan am Ostrand der Anden. Sein Gipfel ist schneebedeckt und das Schmelzwasser entwässert in Richtung Amazonasbecken.

Reventador mit Explosionen

Beim zweiten aktiven Vulkan Ecuadors handelt es sich um den Reventador. Dieser Vulkan ist überwiegend explosiv tätig und lässt Vulkanasche bis auf einer Höhe von 4900 m aufsteigen. Das entspricht einer Höhe von 700 m über dem Krater. Es gehen Blocklawinen ab, die zum Teil glühen. In Medienberichten ist sogar von Pyroklastischen Strömen die Rede, was sich aus den Meldungen des IGPNs nicht bestätigen lässt. Es wurden 32 Explosionssignale und 6 Mal Tremor registriert. Zudem kommen 55 langperiodische Erdbeben.

Erdbeben-News 09.09.22: Hawaii

Am Kilauea auf Hawaii gibt es weitere Erdbeben. Eins hatte die Magnitude 4,4 und stand mit Magmenaufstieg in Verbindung. Der Lavasee im Halema’uma’u-Krater bleibt aktiv.

Erdbeben Ml 4,4 erschüttert Kilauea

Datum: 09.09.22 | Zeit: 12:04:02 UTC | Lokation: 19.26 N ; 155.42 W | Tiefe: 37 km |  Ml 4,4

Gestern ereignete sich am Kilauea auf Big Island Hawaii ein Erdbeben der Lokal-Magnitude 4,4. Dieser Wert wurde vom EMSC ermittelt. Das USGS teilte eine Magnitude von 4,2 mit. Die Tiefe des Hypozentrums wurden in 37 km festgestellt. Das Epizentrum befand sich 9 km nördlich von Pāhala. Die Anwohner konnten den Erdstoß deutlich spüren. Auch dieses Erdbeben war Teil des Schwarms, der sich am unteren Südwestrift manifestiert und mit Magmenaufstieg in Verbindung steht. Der Schwarm intensivierte sich in den letzten Tagen. Gestern wurden am Kilauea 16 Erdbeben mit Magnituden über 2 registriert. Bezieht man die schwächeren Erdstöße mit ein, dann waren es mehr als 50. Der Magmenaufstieg äußert sich in einer anhaltenden Aufblähung des Vulkans. Schaut man sich das Diagramm zur Inflation an, erkennt man, dass sich der Gipfelbereich des Kilaueas um 10 cm anhob. Die Bodenhebung ist um 5 cm größer, als zu Beginn der Eruption im Halema’uma’u-Krater. Es steigt also mehr Magma aus der Tiefe auf, als im Krater eruptiert wird.

Lavasee im Halema’uma’u-Krater

Obwohl die Förderrate aus dem Schlot, der den Lavasee speist größer sein könnte, wird der Halema’uma’u-Krater langsam, aber stetig aufgefüllt. Wie das HVO berichtet, wurde der Boden des Kraters um 137 m angehoben. Das geschah mit Hilfe von 104 Millionen Kubikmetern Lava. Täglich entweichen 1400 Tonnen Schwefeldioxid.

Auf einem Video des USGS erkennt man sehr schön die Bewegung im Lavasee. Die Schmelze tritt aus einen Schlot aus und am entgegengesetzten Ende der Lavasees verschwindet sie wieder in mehreren Abflusskanälen und fließt ins Reservoire unter dem Krater, von wo sie erneut aufsteigt. Ein schönes Beispiel für die Konvektion in einem aktive Lavasee.

Die Aktivität beschränkt sich auf den Gipfelbereich des Vulkans. Am Ostrift wird nur eine schwache Inflation festgestellt und der Puʻuʻōʻō-Krater bleibt ruhig. Auch der Schwefeldioxid-Ausstoß ist so gering, dass er unter dem Erfassungsbereich der Sensoren liegt. Ob- und wann dieser Krater nochmals aktiv werden wird ist ungewiss.

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