Naturkatastrophen: Taifun trifft Japan am 18.09.22

Taifun Nanmadol erreicht Kyushu

Heute trifft Taifun Nanmadol die südjapanische Insel Kyushu. In den Medien wird Nanmadol oft als „Supertaifun“ bezeichnet und wird als Sturm der Kategorie 4  eingestuft: Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h wüten im Inneren des Wirbelsturms. Neben den starken Winden werden sintflutartige Regenfälle erwartet. Sie sollen innerhalb weniger Stunden bis zu 500 mm Wasser auf den Quadratmeter bringen. Es wird mit starken Überflutungen gerechnet. Besonders in bergigen Regionen könnten Erdrutsche und Schlammlawinen entstehen. Auf Kyushu gibt es zahlreiche aktive Vulkane, darunter Aso, Sakurajima und Kirishima. Auf den Vulkanflanken abgelagerte Vulkanasche könnte von den Wassermassen mobilisiert werden, so dass Lahare entstehen. Der Taifun machte seinen Landfall im Süden der Insel, genauer, bei Kagoshima. Die Metropole liegt nur 10 km vom Sakurajima entfernt. Der Vulkan ist zudem aktiv und in Eruption begriffen: eine brisante Mischung.

Auf Kyushu wurden vier Millionen Menschen zur Evakuierung aufgefordert und das zu einem Zeitpunkt, als der Flug- und Zugverkehr bereits eingestellt wurde. Auch der Fährbetrieb kam zum erliegen.

Die Japanische Meteorologe-Behörde warnte, dass besonders entlang der Küste Häuser kollabieren könnten. Es wird mit Sturmfluten gerechnet, die meterhohe Wellen gegen die Küsten branden lassen. Man warnte davor, dass Taifun Nanmadol das Potenzial habe, stärker als Taifun Jebi zu wirken, der im Jahr 2018 vierzehn Menschenleben forderte.

In dieser Sturmsaison wurde Japan bereits von 13 Wirbelstürmen getroffen. Nanmadol ist Nummer 14 und wird wahrscheinlich der stärkste dieser Stürme sein.

Japan ist auf Stürme und Naturkatastrophen im Allgemeinen gut vorbereitet. Wissenschaftler sagen allerdings, dass der Klimawandel die Stürme größer und zerstörerischer macht. Das macht weitere Bemühungen in Bezug auf den Katastrophenschutz nötig.

In Sachen Katastrophenschutz ist uns Japan um einiges voraus: Stürme, Erdbeben und Vulkanausbrüche kommen häufig vor. In Deutschland schafft man es bislang nicht einmal automatisch per SMS zu warnen. Dabei werden auch bei uns klimabedingte Naturkatastrophen zunehmen.

Vulkan Alaid am 18.09.22

Alaid mit thermischem Signal und Aschewolke

Staat: Russland | Koordinaten: 50.85 ,155.55 | Eruption: Ascheeruption

Der Inselvulkan Alaid (Kurilen, Russland) emittiert eine sehr hohe Wärmestrahlung mit einer Leistung von 365 MW. MIROVA begann am 16. September erste Anzeichen einer Wärmestrahlung zu detektieren. Auf Sentinel-Satellitenbildern erkennt man im Infrarotbereich eine ausgeprägte Anomalie im Kraterbereich, die selbst eine dünne Wolkendecke durchdringen kann. Das VAAC Tokio brachte heute drei VONA-Warnungen heraus, nach denen Vulkanasche in einer Höhe von 3400 m detektiert wurde. Die Aschewolke driftete nach Nordosten. Auch der zuständige vulkanologische Dienst KVERT brachte eine Meldung zum Alaid heraus. Demnach rechnet man mit Aschewolken, die bis zu 6 km hoch aufsteigen könnten und dann niedrig fliegende Flugzeuge gefährden. Bislang soll die Asche eine Höhe von 2600 m erreicht haben. Auf einem Bild ist der Vulkan zu erahnen. Von seinem Gipfel geht eine dünne Asche-Dampf-Wolke aus. Die Vulkanologen vermuten hinter den Ereignissen strombolianische Eruptionen, die am 15. September begonnen haben könnten. Ein Wärmesignal von dieser Leistung wird aber nur in den seltensten Fällen von abgelagerter Tephra verursacht, die von strombolianischen Eruptionen gefördert wird. Dazu bedarf es kontinuierlichen Eruptionen (Lavafontäne), oder effusiv geförderter Lava.

Die Vulkaninsel Alaid liegt 30 km nordwestlich der Insel Paramushir und 70 km südwestlich von Kamtschatka entfernt. Der Vulkan kann starke explosive Eruptionen erzeugen und birgt ein entsprechend großes Gefährdungspotenzial, besonders für Flugzeuge, die Kamtschatka und die Kurilen überfliegen. Die Eruptionswolken können bis zu 15 km hoch aufsteigen und sich über Hunderte von Kilometern erstrecken. Die Dauer der Eruptionen kann mehrere Monate betragen. Die letzte größere Eruption des Alaid war 2015-2016.

Auf der Nachbarinsel Paramushir liegt der Vulkan Ebeko, der heute ebenfalls in den VONA-Meldungen auftaucht. Hier stieg die Aschewolke bis auf einer Höhe von 3100 m auf und driftete ebenfalls in Richtung Nordosten.

Erdbeben Mw 7,2 erschüttert Taiwan am 18.09.22

Noch stärkeres Erdbeben an der Ostküste Taiwans

Datum: 18.09.22 | Zeit: 06:44:17 UTC | Lokation: 23.23 N ; 121.34 E | Tiefe: 17 km | Mw 7,2

Heute Morgen gab es ein weiteres sehr starkes Erdbeben an der Ostküste von Taiwan. Es hatte eine Magnitude von 7,2 (wurde inzwischen auf 6,9 korrigiert) und ein Hypozentrum in 17 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 87 km südlich von Hualien City lokalisiert. Es wurde Tsunamialarm geben. Besonders gefährdet sind die Philippinen.

Erst gestern gab es einen Erdstoß Mw 6,6, der von mehreren Nachbeben gefolgt wurde. Das aktuelle Beben ereignete sich an der gleichen Störungszone, nur einige Kilometer weiter nördlich.

In Taiwan gibt es auch einen potenziell aktiven Vulkan, der auf die starken Erdstöße reagieren könnte.

Das Beben gestern verursachte einige Schäden (siehe Fotos), allerdings blieben dramatische Ereignisse aus. Weitere starke Erdbeben sind möglich.

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