Island: Erdbeben und Bodenhebung am 13. Mai

Erdbeben und Bodenhebung bei Svartsengi halten an – Sonnensturm störte Messinstrumente auf Island

Zwischen Svartsengi und Grindavik bleibt die Erdbebentätigkeit hoch, und innerhalb von zwei Tagen wurden auf der Reykjaneshalbinsel 127 Beben detektiert, was einem ähnlichen Niveau wie am Vortag entspricht. In der letzten Woche wurden täglich zwischen 50 und 80 Erdbeben registriert, hauptsächlich in den Gebieten zwischen Stóra-Skógfell und Hagafell sowie südlich von Þorbjarna. Die meisten Erdbeben hatten eine Stärke unter 1,0, jedoch wurden gelegentlich Beben mit einer Stärke von fast 2,0 registriert.

Die Bodenhebung setzt sich fort, und die IMO warnt vor der Möglichkeit eines neuen Vulkanausbruchs oder einer Gangintrusion in den kommenden Tagen. Seit dem 16. März hat sich der Boden bei Svartsengi um gut 20 Zentimeter gehoben.

Frühere Eruptionen begannen, wenn zwischen den Ereignissen 8 bis 13 Millionen Kubikmeter Magma dem Speichersystem unter Svartsengi hinzugefügt wurden, bevor es zu einem Ausbruch in der Sundhnúkur-Kraterreihe kam. Die seit dem 16. März hinzugefügte Menge hat nun vermutlich diese Grenze erreicht oder sogar überschritten.

Anzeichen für einen neuen Magmafluss wären ähnlich wie zuvor: lokale kleine Erdbeben im und um den Magmatunnel, Verformungsbeschleunigung und Druckänderungen in Bohrlöchern in der Umgebung.

Es besteht die Möglichkeit, dass sich neue Spalten zwischen Stóra-Scógfell und Hagafell öffnen, und der Lavastrom könnte ähnlich wie in den Anfangsphasen früherer Vulkanausbrüche in der Gegend sein. Dies könnte sehr kurzfristig oder gar nicht eintreten.




Die Grafik zeigt die geschätzte Menge an Magma, die unter Svartsengi seit den Eruptionen oder Gangbildungen hinzugefügt wurde. IMO merkte an, dass eine kürzliche Fehlmessung aufgrund eines Sonnensturms am Wochenende auftrat, der die GPS-Sensoren beeinflusste. Die Messungen basieren auf der Berechnung von Zeitänderungen für das Signal zwischen Satelliten und bodengestützten GPS-Messgeräten. Starke Sonnenwinde können diese Signalübertragung beeinflussen und scheinbare Veränderungen der Magmaansammlung verursachen, obwohl tatsächlich keine Veränderung stattgefunden hat.

Die Fähigkeit des Observatoriums, kurzfristig vor einem beginnenden Ausbruch zu warnen, bleibt von solchen Störungen unbeeinträchtigt, da hauptsächlich die Seismik zur Erkennung verwendet wird.

Mexiko: Hitzewelle fordert Menschenleben

Ungewöhnliche Hitzewelle forderte in Mexiko Menschenleben – Auch Hauptstadt betroffen

In weiten Teilen von Mexiko ist es in diesen Tagen ungewöhnlich heiß: Lokal stieg das Thermometer auf über 50 Grad Celsius an und selbst in Mexiko City wurde am Donnerstag mit 34,3 Grad Celsius die höchste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen des Nationalen Meteorologischen Dienstes gemessen. Was sich im ersten Blick als nicht sonderlich aufregend liest, stellt dennoch einen Rekord dar, weil die Hauptstadt des Lateinamerikanischen Landes in über 2200 Metern Höhe liegt.

Auch die Küstenregionen des Landes sind betroffen: Der bei Touristen beliebte Bundesstaat Yucatán am Golf von Mexiko meldete am Sonntag Temperaturen von über 45 Grad.

Berichten zufolge sind im nordöstlichen Bundesstaat San Luis Potosí zwischen Donnerstag und Samstag mindestens 24 Menschen an den Auswirkungen der Hitzewelle gestorben.

Die Generaldirektorin des Gesundheitsdienstes des Bundesstaates, Ymuri Vaca Avila, teilte mit, dass in der Region Huasteca in den letzten Tagen Temperaturen von über 50 Grad gemessen wurden.

Die Menschen in Mexiko suchen verzweifelt nach Möglichkeiten zur Abkühlung, Ein Problem der Hitzewelle ist, dass Klimaanlagen auf Volllast laufen und so die Stromnetzte an ihrer Belastungsgrenze gelangen. Landesweit kam es deshalb bereits zu Stromausfällen. Ein Problem, dass auch in den USA häufig auftritt, wenn es zu Hitzewellen kommt.

In den Gesundheitszentren wird ein alarmierender Anstieg von Patienten mit Hitzschlag-Symptomen verzeichnet. Ähnliche Fälle werden auch aus anderen Bundesstaaten wie Tamaulipas gemeldet.

Vor etwa einem Jahr forderte eine ähnliche Hitzewelle in Mexiko das Leben von 104 Menschen.

Doch nicht nur Mexiko wird derzeit von einer Hitzewelle heimgesucht: Besonders in einigen südostasiatischen Ländern geht es sehr heiß zu. In Thailand leiden die Menschen vielerorts ebenfalls unter extremen Temperaturen. Hier kletterte das Thermometer auf bis zu 52 Grad. Die thailändischen Behörden gehen von 61 Hitzetoten aus, was bereits jetzt doppelt so viele sind wie im letzten Jahr.

Neben Thailand schwitzt man auch in Vietnam und Kambodscha, während in anderen Teilen Asiens und in Südamerika gerade gegen Überflutungen gekämpft wird. Diesbezüglich in vorderster Front stehen Afghanistan und Brasilien.

Äthiopien: Erdbeben im Riftvalley

Erdbeben Mb 5,0 im Süden von Äthiopien: Vulkanregion betroffen

Datum 12.05.2024 | Zeit: 21:36:11 UTC | Lokation:  5.350 ; 36.765 | Tiefe: 10 km | Mb 5,0

Im Süden von Äthiopien ereignete sich gestern ein Erdbeben mit einer Magnitude von Mb 5,0. Das Hypozentrum lag in einer Tiefe von 10 Kilometern, während das Epizentrum 36 km süd-südöstlich von Jinka lokalisiert wurde. Das Besondere an diesem Erdbeben ist, dass es nicht im Bereich des Afar-Dreiecks, sondern in der Nähe des natronhaltigen Turkana-Sees stattfand, der zu den Seen des Riftvalleys gehört und an der Grenze zu Kenia liegt. In dieser Region gibt es mehrere Vulkane, wobei der nächstgelegene der Chiracha ist, über dessen jüngsten Ausbruch jedoch keine genauen Daten vorliegen. Historisch gesehen waren die Vulkane am Turkana-See aktiv. Im See befinden sich sogar drei kleine Vulkaninseln, die nach ihrer Lage benannt sind: Nordinsel, Zentralinsel und Südinsel. Die Südinsel ist ein 18 Kilometer langer Spaltenvulkan, der zuletzt im Jahr 1888 ausbrach. Die Nord- und Zentralinsel sind hingegen Schlackenkegel, wobei der Zentralvulkan fumarolisch aktiv ist. Es besteht also das Potenzial für weitere Vulkanausbrüche, die möglicherweise durch Erdbeben ausgelöst werden könnten.

Die Turkana-Senke erstreckt sich als flache Landschaft zwischen den Hochländern Kenias und Äthiopiens, wobei eines der drei Becken sich im Gebiet des Erdbebens befindet. Tektonisch betrachtet gibt es hier eine Abfolge von Horsten und Gräben, die eine Breite von 250 Kilometern aufweist. Durch das Gebiet verlaufen große Verwerfungen, die in östlicher Richtung ausgerichtet sind. Die drei Becken sind nicht nur von Störungen an ihren Rändern begrenzt, sondern werden auch von weiteren Verwerfungen durchzogen, wobei die meisten im östlichen Teil der Senke zu finden sind. Richtung Süden erscheint die Senke stufenartig, bedingt durch Verwerfungen. Obwohl dieser Teil des Riftvalleys als tektonisch inaktiv gilt, bezeugt das Erdbeben, dass dennoch seismische Aktivität vorhanden ist.

Ibu mit starker Explosion

Starke Eruption am Ibu fördert Asche bis  auf 6400 m Höhe

Der Ibu auf Halmahera in Indonesien setzt seine Phase stärkerer Eruptionen fort: Heute Morgen meldete das VAAC Darwin eine Aschewolke in 6400 m Höhe, was sich mit den Angaben des VSI deckt, nach denen eine Aschewolke ca. 5000 m über Kraterhöhe aufgestiegen ist. Der Alarmstatus für den Flugverkehr wurde kurzzeitig auf „Rot“ erhöht.

Ein Livecambild zeigt die senkrecht aufsteigende Eruptionswolke bei schönstem Wetter. Offenbar war es auch fast windstill, so dass die Vulkanasche nicht zur Seite geweht wurde, was mit ein Grund dafür sein könnte, dass die aktuellen Ausbrüche stärker erscheinen als sonst. Nachts gab es ebenfalls eine Explosion und auf einem Bild sieht man eine rot illuminierte Wolke. Offenbar wird nicht nur Vulkanasche gefördert, sondern auch eine größere Menge glühender Tephra. Daten zum Domwachstum liegen nicht vor, aber die erhöhte Seismizität der letzten Wochen lässt einen verstärkten Magmaaufstieg vermuten.

Gestern wurden 423 vulkanotektonische Erdbeben registriert, hinzu kamen 3 Phasen mit Tremor und 2 Tornillos. Diese oft als schraubenförmig beschriebenen Erdbebensignale deuten meistens auf ungewöhnliche Aktivität hin. Zuerst wurden sie in den 1990er Jahren am kolumbianischen Vulkan Galeras entdeckt. Damals wussten die Geowissenschaftler nichts damit anzufangen. Heute weiß man, dass sie eine Serie ungewöhnlich starker Explosionen ankündigten, denen eine Gruppe aus Vulkanologen und Journalisten zu Opfer fiel, die auf Expedition im Krater unterwegs waren.

Gestern wurde nur eine Explosion am Ibu detektiert. Sie waren ebenfalls stärker als üblich. Die gesunkene Anzahl der Eruptionen könnte natürlich bewirken, dass die Ausbrüche stärker werden. Noch im März gab es täglich etwa 10 Ausbrüche. Damals wie heute werden aber noch zahlreiche starke Entgasungen beobachtet, die manchmal auch etwas Vulkanasche enthalten können. Gestern gab es hiervon 182.

Das VSI hat eine Sperrzone um den Krater des Ibus eingerichtet. Sie hat einen Radius von 3 Kilometern und wurde in einigen Sektoren bis auf 5 Kilometer ausgedehnt. Der Ibu wird ab und zu von Vulkanspottern aufgesucht. Ein Aufenthalt am Kraterrand ist derzeit aber tatsächlich nicht empfehlenswert, da größere Lavabomben auf den Kraterrand und den Vulkanflanken niedergehen können.