Vulkane Italiens am 07.12.22

Gestern kamen die neuen INGV Wochen-Bulletins zu den Vulkanen Campi Flegrei, Stromboli und Vulcano heraus. Zudem gab es die Monatsübersicht zum Ätna. Tatsächlich ist an den italienischen Feuerbergen einiges los. Was, das erfahrt ihr in meiner Zusammenfassung.

Ätna mit Inflation

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Aktivität: Effusiv

Am Ätna auf Sizilien gab es heute ein Erdbeben der Magnitude 2,6. Das Hypozentrum lag in 9 km Tiefe. Das Epizentrum wurde vom EMSC 3 km nordwestlich von Giarre verortet. Damit lag das Beben relativ weit unten auf der Ostflanke. Aber auch weiter bergauf zog die Seismizität in den letzten Tagen leicht an. Das INGV attestierte dem Vulkan nur eine geringe Seismizität im Monat November. Es hatten sich nur 2 Erdbeben mit Magnituden ab 2 entlang der Pernicana-Störungszone manifestiert. Ein drittes Erdbeben M 2,3 hatte es bei Randazzo gegeben. Der Tremor bewegte sich überwiegend im mittleren Bereich und es wurde nur eine mäßige Infraschalltätigkeit festgestellt, die von Explosionen oder starken Entgasungen im Bereich der Bocca Nuova zeugte. Soweit recht unauffällige Daten, wäre da nicht eine deutliche Bodenhebung gewesen, die am 15. November den Gipfelbereich anhob. Sie versteilte die Vulkanflanken um ca. 1 µrad. Damit einher ging ein seismischer Schwarm, der im Bericht des INGV irgendwie unterschlagen wurde. Bodenhebung infolge von Inflation wurde aber nicht nur im Gipfelbereich registriert, sondern auch entlang der Ätnabasis.

Am 27. November hatte sich dann an der nordöstlichen Basis des Südostkraterkegels ein effusiver Schlot geöffnet. Er liegt auf ca. 2800 m Höhe. Ein kleiner Lavastrom eruptierte und erreichte schnell eine Länge von 300 m und bewegte sich im Valle del Leone. Am 30. November öffnete sich ein 2 Schlot etwas oberhalb der ersten Öffnung. Hier floss ein weiter Lavastrom etwa 400 m weit. Die Tätigkeit hält bis heute an.

Oft sind kleine Lavaströme im Bereich des Südostkraterkegels Vorboten größerer Eruptionen. Bis jetzt gibt es aber keine weiteren Anzeichen, dass sich das Eruptionsgeschehen ändern wird. Dr. Boris Behncke vom INGV fühlt sich an eine Aktivitätsphase von 2001 erinnert, als ein kleiner Lavastrom an der Südbasis des Kegels austrat. Die Aktivität hielt mehrere Monate an und endete zum guten Schluss in der großen Flankeneruption von 2001. Diese Analogie stellt jetzt keine Prognose dar, dass es sich nun ähnlich verhalten wird, allerdings lädt Ätna weiter auf und er verfügt über entsprechendes Potenzial für eine neue Flankeneruption.

Campi Flegrei mit starker Bodenhebung

Staat: Italien | Koordinaten: 40.826, 14.138 | Eruption: Fumarolisch

Es war eine unruhige Woche für die Campi Flegrei. Im Beobachtungszeitraum 28.11-04.12.22 wurden 108 Erdbeben registriert. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2,5. Die starke Bodenhebungsrate von 15±3 mm pro Monat scheint Bestätigung zu finden. Gegenüber den letzten Monaten hat sich die Hebungsrate mehr als verdoppelt. Seit 2011 beträgt die Gesamthebung an der Messstation RITE 95,5 cm. Die Gastemperatur der Pisciarelli-Fumarole lag bei 94 Grad.

Stromboli: Bunte Schlucht auf der Sciara

Staat: Italien | Koordinaten: 38.79; 15.21 | Aktivität: Lavastrom

Der Stromboli hielt uns in den letzten Tagen mit einem neuen Lava-Überlauf in Atem, der aus einem Schlot an der Nordbasis des Kraters eruptiert wurde. In mehreren Schüben wurden Lavaströme eruptiert, die in kurzer Zeit das Meer erreichten. Aktuell scheint die Lavaquelle zu versiegen. Ein beeindruckendes Drohnen-Video von gestern zeigte nur noch wenig Lava, die aus dem Schlot quoll, dafür war aber die Schlucht gut zu erkennen gewesen, die auf der Sciara del Fuoco entstand. Sie wurde durch die Pyroklastische Ströme und Lavaströme der letzten Monate in die Vulkanflanke geschnitten und kanalisiert nun das Material. Im oberen Bereich durchschneidet die Schlucht besonders bunte Lavagesteine. Die Farbenpracht wird von gelben Schwefel und weißen Salpeter-Mineralien verstärkt, die von Fumarolen abgelagert wurden. Leider lässt sich das Video hier nicht einbetten, ihr könnt es aber in unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism“ betrachten. Verwendung des Screenshots mit freundlicher Genehmigung von „Stromboli stati d’animo“.

Vulcano mit Erdbeben

Staat: Italien | Lokation: 38.50; 14.87 | Eruption: Fumarolisch

Wie berichtet ereignete sich am 4. Dezember ein Erdbeben Mb 4,6 vor der Südwestküste von Vulcano. Es gab mehrere Nachbeben, sodass ein beeindruckender Cluster entstanden ist. Mikroseismizität gab es auch im Bereich des Vulkans. Bodenhebung konnten die Vulkanologen vom INGV hingegen keine detektieren, dafür wird im Wochenbericht deutlich, dass der Gasausstoß gestiegen ist. Davon betroffen sind sowohl die Messstationen am Gipfel als auch in der Hafengegend und am Fangobad. Hier hat besonders der Kohlendioxid-Ausstoß zugenommen.

Vulkan-News am 01.12.22: Ätna

Lavastrom am Ätna weiter aktiv

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Aktivität: Effusiv

Der Lavastrom, der seit Sonntag aus der nordöstlichen Basis des Südostkraterkegels fließt, bleibt aktiv. Das geht aus einem INGV-Bericht und aus LiveCam-Aufnahmen hervor. Der Schlot liegt auf einer Höhe von 2800 m. Der daraus eruptierte Lavastrom breitet sich nur langsam aus. Er hat eine Länge von einigen Hundert Metern und seine Front erreichte das Valle del Leone. In den letzten Tagen gab es viel Neuschnee am Ätna und das entlegene Tal auf der steilen Ostflanke ist nur schwer zu erreichen, daher gibt es keine genauen Daten zum Lavastrom. Die Vulkanologen schrieben aber, dass es noch temporär kleinere Lavaströme gab, die dem neuen Schlot entsprangen.

Es wird ein leicht erhöhter vulkanischer Tremor registriert, dessen Ursprung in einem Gebiet zwischen dem Südostkrater und der Bocca Nuova liegt. Dort befindet sich in einer Tiefe zwischen 2000 und 2600 m über dem Meeresspiegel ein Magmenkörper. Die Infraschallaktivität bleibt derzeit auf einem niedrigen Niveau und ist hauptsächlich auf die Aktivität des Kraters Bocca Nuova zurückzuführen. Dort gibt es entweder starke Entgasungen oder schwache Explosionen, die tief im Förderschlot sitzen. Die derzeit verfügbaren Signale der Bodenverformungsmessnetze haben in den letzten Stunden keine signifikanten Veränderungen gezeigt.

Wie es weitergeht, ist praktisch nicht wissenschaftlich vorherzusagen. Die Erfahrung zeigt aber, dass es in den letzten Jahren häufig zu größeren Eruptionen kam, nachdem Magma in geringer Tiefe aufgestiegen war und erste kleine Lavaströme zu fließen begannen. Entweder folgten nach einigen Tagen größere Lavaströme und strombolianische Eruptionen oder es kam zu Paroxysmen. Unklar ist, ob nach der Paroxysmus-Serie im vergangenen Jahr bereits wieder genug Druck im Kessel ist, um neue Ausbrüche dieser Art zu erzeugen. Die nächsten Tage werden es zeigen.

Vulkan-News 29.11.22: Ätna

Ätna mit Lavastrom

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Aktivität: Effusiv

Gestern ist ein wenig der Ätna aus dem Fokus der Berichterstattung gerutscht, weil sich der Mauna Loa in den Vordergrund gedrängelt hatte. Dabei war zumindest gestern noch der kleine Lavastrom aktiv, der seit Sonntag aus dem neuen Förderschlot an der nordöstlichen Basis des Südostkraterkegels fließt. Man erkennt ihn auf einem Sentinel-Satellitenbild vom 28.11.22. Was man auch erkennen kann, ist, dass es eine neue thermische Anomalie in einem Schlot des Südostkraterkegels gibt. Ein weiterer Vent ist in der Bocca Nuova heiß. Die Geophysikalischen-Parameter sind weiter unauffällig, sieht man mal von einigen Erdbeben unter der Nordflanke des Vulkans ab. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2,3 und ein Hypozentrum in fast 28 km Tiefe.


Cotopaxi eruptiert Vulkanasche bis auf 7000 m Höhe

Staat: Ecuador | Koordinaten: -0.081, -77.67 | Aktivität: Ascheeruption

Das VAAC detektierte am ecuadorianischen Vulkan Cotopaxi Vulkanasche in einer Höhe von 7000 m. Die Asche wurde vom Wind in Richtung Südosten verfrachtet. Es wird eine schwache Thermalstrahlung mit 7 MW Leistung registriert.


Shiveluch mit Asche in 5800 m Höhe

Staat: Russland | Koordinaten: 56.65; 161.36 | Aktivität: Dom

Am Shiveluch gab es heute 5 VONA-Warnungen über Vulkanasche in der Luft. Sie erreichte eine Höhe von bis zu 5800 m Höhe und driftete in Richtung Nordosten. MIROVA detektiert eine hohe Thermalstrahlung mit 226 MW Leistung. Der Dom wächst und es gehen glühende Schuttlawinen ab.

Vulkan Ätna mit Lava-Austritt am 27.11.22

Kleiner Lavastrom an der Basis des Neuen Südostkraterkegels

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Aktivität: Effusiv

Heute Abend hat sich heimlich still und leise eine kleine Spalte oder ein Förderschlot an der Basis des Neuen Südostkraterkegels geöffnet. Auf der LiveCam sieht man mal einen hellen Fleck, der von einem kurzen Lavastrom zu stammen scheint. Vergleichbares haben wir in den letzten Jahren öfters beobachten können. Häufig gab es dann nach einigen Tagen der Lavastromaktivität einen Paroxysmus. Tremor und Seismizität sind bis jetzt unauffällig, die Lava scheint ohne großen Druck auszutreten. Es ist gut möglich, dass es sich dabei um das Material handelt, das vor 2 Wochen unter dem Krater intrudierte.

Laut dem INGV wurde der neue Schlot gegen 17.00 Uhr entdeckt. Er befindet sich auf 2800 m Höhe an der nordöstlichen Basis des Südostkraters. Das INGV brachte vorsichtshalber eine VONA-Warnung heraus, obwohl keine Aschewolke detektiert wurde. Der Alarmstatus wurde auf „Orange“ erhöht. Es ist jederzeit möglich, dass es zu explosiven Eruptionen kommt, deren Aschewolken den Flugverkehr gefährden. Unweit des Ätnas liegt der Flughafen von Catania und die Maschinen fliegen häufig nahe des Ätnas an.

Update: 28.11.22: Aktuelle Aufnahmen zeigen den Lavastrom. Er fließt in Richtung des Valle del Leone, am Rand des Lavafeldes, das im Juni/Juli dieses Jahres entstand. So ist es auch gut möglich, dass der Lavastrom kein Vorbote eines Paroxysmus ist, sondern dass wir in den nächsten Tagen eine Steigerung der Lavastromtätigkeit sehen werden. Nur selten gab es bis jetzt nach längeren Eruptionspausen kleine Lavaströme, die nicht irgendeine Form gesteigerter Aktivität angekündigt hätten. Manchmal dauert es ein wenig, bis der Vulkan sich steigert, doch die nächsten Tage/ Wochen könnten spannend werden.

Vulkan-News 22.11.22: Takawangha

Aleuten-Vulkan Takawangha auf Alarmstufe Gelb

Staat: USA | Koordinaten: 51.87, -178.01 | Aktivität: Seismsich

Das AVO erhöhte für den Takawangha die Alarmstufe auf „gelb“. Grund hierfür ist ein Schwarmbeben, das am 17. November begann. In einer Tiefe zwischen 3 und 6 km wurden zahlreiche vulkanotektonische Erdbeben detektiert. Einige hatte Magnituden zwischen 2 und 3 und wurden wahrscheinlich durch aufsteigendes Magma verursacht. Die anderen Geophysikalischen Parameter blieben unauffällig.

Takawangha ist ein 1449 m hoher Komplexvulkan auf der entlegenen Aleuten-Insel Tanaga. Es gibt 4 Krater, aus denen es in den letzten 1000 Jahren Ascheeruptionen gab. Zudem wurden Lavaströme eruptiert. Das AVO weist darauf hin, dass das Vulkangebäude aufgrund hydrothermaler Aktivität instabil sein könnte. Bei größeren Eruptionen besteht also eine besondere Gefahr von Kollaps-Ereignissen, die Tsunamis auslösen könnten.


Santiaguito eruptiert Lavastrom

Staat: Guatemala | Koordinaten: 14.76, -91.55 | Aktivität: Dom

In Guatemala bleibt der Domvulkan Santiaguito aktiv und extrudiert Lava am Dom. Dampfwolken steigen bis zu 600 m hoch auf und es gibt schwache bis mäßig-starke Ascheeruptionen. Die am Dom extrudierte Lava füttert einen zähen Lavastrom, der in den letzten Monaten bis in bewaldete Gebiete am Fuß des Vulkans vorgedrungen ist. Am Lavastrom kommt es zu Kollaps-Ereignissen, die Lawinen auslösen. Außerdem wird vor heißen Dampfaustritten gewarnt, die sich zu kleinen Explosionen steigern könnten.


Ätna mit Erdbeben

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Aktivität: Fumarolisch

Am Ätna auf Sizilien steigerte sich die Seismizität etwas. Auffällig sind 7 schwache Beben, die sich in den letzten Tagen unter der Pinetta Ragabo auf der Ätna-Nordflanke ereigneten. Die Erdbebenherde lagen sehr flach. In der Gegend verläuft die Pernicana-Störungszone, die empfindlich auf Magmenintrusionen reagiert. Auf der Shakemap sieht man auch noch das Schwarmbeben, das vor der Magmenintrusion letzter Woche auftrat. In diesem Monat wurden insgesamt 121 Erdbeben unter dem Ätna registriert. Der seismisch aktivste Monat in diesem Jahr war der Januar, mit 167 Erschütterungen.

Vulkan-News 16.11.22: Ätna

Deutliche Bodenhebung löste Alarm aus

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Aktivität: Fumarolisch

Gestern Nacht war es nicht nur am Stromboli unruhig, sondern auch am Ätna, der an klaren Tagen in Sichtweite des Strombolis liegt. Bereits am Montag kam es temporär zu starker Dampfentwicklung aus dem Ätna-Zentralkrater. Solche Phänomene können auf besondere meteorologische Bedingungen hindeuten, bei denen mehr Dampf kondensiert, oder aber auch durch einen tatsächlich erhöhten Gasausstoß zustande kommen. Gestern begann der Tremor dann ungewöhnlich schnell zu fallen und tangierte sogar den grünen Bereich. Heute Nacht stieg der dann ebenso schnell wieder an, bis er fast den roten Bereich erreichte. Die Inklinometer sprangen dann zwischen Mitternacht und 04.00 UCT kräftig an und detektierten im Gebiet der Bocca Nuova eine Vergrößerung der Hangneigung. Sie betrug 1 µrad. Die Hebung erfolgte in 2 Schüben. Erhebliche Schwankungen wurden auch an einer Messstation am Monte Ruvolo festgestellt. Hierbei handelte es sich wohl um eine Änderung in der Horizontalen.

Außerdem gab es am in der Nacht zum 15. November ein Schwarmbeben, das laut automatischer Erfassung allerdings nicht unter dem Zentralkrater lokalisiert wurde, sondern unter dem Neuen Südostkrater lag. Es bestand aus 20 schwachen Erschütterungen mit einer Maximalamplitude von 1,4. Die Hypozentren wurden überwiegend in 2 km Tiefe festgestellt.

Offenbar ist ein Magmenkörper, bzw. Dyke aufgestiegen, der jetzt auf ca. 3000 m Höhe, kurz unter dem Zentralkrater feststecken dürfte. Wenn die Beben in 2000 m Tiefe mit diesem Magmenkörper assoziiert waren, dann war es ein sehr schneller Aufstieg: 5 km innerhalb von 24 Stunden.

In den nächsten Tagen könnte es spannend werden, auch wenn es bis jetzt keine Steigerung der Infraschalltätigkeit gibt. Obwohl der kurzfristig gegeben Alarm inzwischen wieder aufgehoben wurde, kann ich mir gut vorstellen, dass es entweder strombolianische Eruptionen in der Bocca Nuova geben könnte, oder dass wieder ein Lavastrom zu fließen beginnt, wie wir es im Mai dieses Jahres sehen konnten. Natürlich ist es auch denkbar, dass der Südostkrater wieder mit Paroxysmen beginnt, aber ich würde auf eines der ersten beiden Szenarien tippen. Wann es soweit sein wird, lässt sich allerdings nicht prognostizieren. Theoretisch könnte es jeder Zeit los gehen, oder aber noch ein paar Wochen dauern.

Ätna mit anhaltender Inflation am 03.11.22

Zusammenfassung der Ätna Aktivität im Monat Oktober

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Staat: Italien |Eruption: Fumarolisch

Am Ätna auf Sizilien hält die Inflation weiter an und die Vulkanologen vom INGV registrieren eine konstante Bodenhebung, die seit dem Ende der letzten Paroxysmen besteht. Aus großer Tiefe steigt also beständig Magma auf und sammelt sich in einem Magmenkörper unter dem Vulkan. Das geht aus dem jüngsten INGV-Bulletin hervor, das gestern veröffentlicht wurde und die Geschehnisse am Ätna währen des Oktobers zusammenfasst. Ein weiteres Indiz für Magmenaufstieg aus großer Tiefe ist das hohe Verhältnis zwischen den Helium-Isotopen. Es ist aber noch deutlich niedriger als im März. Damals kündigte ein Peak im Isotopenverhältnis an, dass Magma mit seinem finalen Aufstieg begonnen hatte, was sich im Mai dann in der jüngsten Lavastromtätigkeit manifestierte.

Und auch sonst ist der Ätna nicht ganz so ruhig, wie es aus der Ferne zu sein scheint: die Infraschallsensoren registrierten Tausende Signale, die durch starke Entgasungen und tief sitzende Explosionen im Hauptschlot der Bocca Nuova verursacht wurden. Die Signale kamen in mehrtägigen Phasen und wurden nicht nur von den Sensoren registriert, sondern auch von menschlichen Ohren. Teilweise sollen de Explosionsgeräusche recht laut gewesen sein. Einen Peak in der Aktivität gab es am 8. Oktober, als über 900 Signale detektiert wurden

Während sich der Tremor auf durchschnittlichem Niveau bewegt, war die Seismizität gering. Einen Höhepunkt der Aktivität gab es am 07.10.22 mit einem Erdbeben M 3,0. Der Tremor konzentriert sich auf einem Bereich unter dem Südosten der Bocca Nuova. In einer Region auf Höhe der Kegelbasis scheint sich ein kleiner Magmenkörper akkumuliert zu haben. Es würde mich nicht wundern, wenn wir in einigen Wochen/Monaten strombolianische Tätigkeit im Zentralkrater sehen würden. Natürlich könnte auch der Südostkrater wieder aktiv werden, doch dieser ist momentan recht ruhig.

Vulkan-News 26.10.22: Taal

Taal mit phreatischen Eruptionen

Staat: Philippinen | Lokation: 14.002; 120.99 | Eruption: Phreatisch

Der philippinische Taal-Vulkan steht heute erneut in den Schlagzeilen, weil er weitere phreatische Eruptionen generierte. Das VAAC detektierte eine kleine Eruptionswolke die bis auf einer Höhe von 300 m aufstieg. PHILVOLCS berichtet in seinem Update vom Dienstag, dass 11 kleine Eruptionen gezählt wurden. Demnach stiegen Dampfwolken bis zu 600 m hoch auf. Im Kratersee auf Volcano Island wurden Wasserturbulenzen beobachtet. Der Schwefeldioxid-Ausstoß war vergleichsweise niedrig und betrug 1403 Tonnen. Es wurden 6 vulkanisch-bedingte Erdbeben registriert. Das Bild stammt aus dem Archiv.


Bezymianny mit Aschewolke

Staat: Russland | Koordinaten: 55.98; 160.58 | Eruption: Vulcanianisch

In Kamtschatka ist der Bezymianny nach seinem Paroxysmus vom Wochenende noch nicht wieder ganz zur Ruhe gekommen. Das VAAC detektierte Vulkanasche in 6100 m Höhe. Sie driftete in Richtung Osten. Die Aschewolke wurde nicht von Satelliten wahrgenommen.


Alaid mit weiteren Eruptionen

Staat: Russland | Koordinaten: 50.85 ,155.55 | Eruption: Ascheeruption

Der Kurilenvulkan Alaid bleibt aktiv und fördert Vulkanasche, die bis auf einer Höhe von 3700 m aufsteigt und in Richtung Osten verfrachtet wird. Nachts wurde eine moderate Thermalstrahlung mit fast 200 MW Leistung festgestellt. Neben Vulkanasche wird noch glühende Lava gefördert.


Ätna mit schwacher Wärmestrahlung

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Staat: Italien |Eruption: Fumarolisch

Heute jährt sich der Jahrestag der letzten wirklich großen Flankeneruption am Ätna zum 20. Mal. Damals öffneten sich erst Eruptionsspalten im Norden des Vulkans, später auch im Süden. Der Ausbruch stellte ein starke Zäsur für den Tourismus in Etna Nord dar. Heute zeigt sich der Feuerberg relativ ruhig, doch MIROVA detektiert eine schwache Thermalstrahlung, die von der Bocca Nuova ausgeht. Der Tremor bewegt sich an der Grenze zum roten Bereich und zeigt seit einer Woche schwache Änderungen im Wellenmuster, so wie sie auch schon von der Lavastrom-Eruption im Mai auftraten. Die Seismizität steigerte sich etwas.

Vulkan-News 17.10.22: Ätna

Vom Ätna geht eine schwache Wärmestrahlung aus. Nevados de Chillan und Fuego fördern Aschewolken bis zu 4800 m hoch.

Ätna mit schwacher Wärmestrahlung

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Staat: Italien |Eruption: Fumarolisch

Der Ätna ist seit der letzten Lavastrom-Eruption im Mai/Juni recht ruhig, doch nicht ganz tot. Bei klarstem Wetter detektierte MIROVA ein schwaches thermisches Signal das vom Ätna ausgeht. Auf einem Sentinel-Foto von gestern erkennt man dazu zwei schwache Hotspots, die von den beiden Schloten in der Bocca Nuova ausgehen. Auf dem Bild sieht man auch sehr schön, wie sehr sich der Südostkraterkegel verändert hat. Als er zuletzt Lavaströme förderte, erodierten sie ein tiefes Tal auf der Südflanke des Kegels. Der daraus hervorgehende Lavakanal reicht bis zum Krater von 2002 hinab.

[twenty20 img1=“833052″ img2=“833053″ offset=“0.5″ before=“Der Ätna im realen Lichtspektrum…“ after=“…und im gefilterten Licht. © Sentinel“]

Der Tremor bewegt sich im hohen mittleren Bereich, kurz unterhalb der Grenze zum hohen Bereich. Die Erdbebentätigkeit ist gegenüber der Vorwoche zurück gegangen, doch es gibt vereinzelte schwache Erdstöße. Im letzten Monatsbulletin des INGVs wurde dem Vulkan ein inflationärer Trend attestiert.


Fuego mit Explosionen

Staat: Guatemala | Koordinaten: 14.47, -90.88 | Eruption: Ejektiv

In Guatemala bleibt der Fuego aktiv. Pro Stunde werden zwischen 5 und 8 Explosionen generiert. Vulkanasche steigt bis auf einer Höhe von 4800 m auf. Rotglühende Tephra wird bis zu 400 m über Kraterhöhe ausgespien. Ein Sentinel-Foto enthüllt eine ausgeprägte thermische Anomalie im Gipfelbereich. Sie wird wahrscheinlich von der akkumulierten Tephra verursacht. Es gibt Schuttlawinen, die bis zum Rand der Vegetationszone rollen. Nicht ausgeschlossen, dass bald ein Lavastrom zu fließen beginnt.


Nevados de Chillan mit Ascheeruptionen

Staat: Chile | Koordinaten: -36.85, -71.377| Eruption: Dom

In Chile ist der Nevados de Chillan weiter aktiv und eruptiert Aschewolken. Das VAAC brachte mehrere VONA-Warnungen heraus, nach denen die Vulkanasche bis zu 4800 m aufsteigt und nach Südosten driftet. MIROVA zeichnete eine schwache Thermalstrahlung auf.


Suwanose-jima sehr aktiv

Staat: Japan | Koordinaten: 29.64, 129.72 | Eruption: Vulcanianisch

Vom japanischen Inselvulkan Suwanose-jima ging heute eine Reihe von VONA-Warnungen heraus. Der Vulkan ist sehr aktiv und fördert eine Reihe kleinerer Aschewolken, die bis auf einer Höhe von 1500 m aufsteigen. Gestern wurde eine hohe Anzahl vulkanotektonischer Erdbeben registriert. Auch der Tremor ist erhöht.