Kamtschatka: Doppelter Vulkanausbruch

Doppelter Vulkanausbruch auf Kamtschatka: Bezymianny und Klyuchevskoy zeitgleich aktiv

Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka kam es in den frühen Morgenstunden des 16. Mai zu einem doppelten Vulkanausbruch der Vulkane Bezymianny und Klyuchevskoy. Die Höhe der Ascheemission des letzteren Vulkans wurde mit 7300 m angegeben, während die Asche des Bezymianny gut 3000 m hoch aufstieg. Beide Wolken breiteten sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit in Richtung Südosten aus. Zunächst vermutete ich, dass eine Aschewolke vom Bezymianny – der seit mehreren Tagen aktiv ist – dem Klyuchevskoy fälschlicherweise zugeordnet wurde. Doch die Driftrichtung der Aschewolken schließt das aus, da der Klyuchevskoy nordwestlich des Bezymianny liegt. Außerdem lässt sich auf Livecam-Aufnahmen schwache Rotglut an beiden Feuerbergen erkennen. Man kann daher davon ausgehen, dass der Klyuchevskoy aus seiner Ruhephase erwacht ist.

Laut der VONA-Warnung des VAAC Tokio eruptierte der Klyuchevskoy um 08:13 UTC und stieß dabei die Aschewolke mit den bekannten Daten aus. Die Emission bewegte sich zunächst langsam mit etwa 9 km/h nach Südosten, wurde jedoch bald von Satelliten nicht mehr eindeutig erfasst. Der 4754 m hohe Klyuchevskoy ist einer der aktivsten Stratovulkane Eurasiens und zugleich der höchste aktive Vulkan der größten zusammenhängenden Landmasse der Erde.

Nur zehn Kilometer entfernt zeigte der Bezymianny anhaltende Aktivität. Dort wurde bereits um 04:13 UTC eine lang anhaltende Ascheemission registriert, die sich bis auf 3000 Meter Höhe erstreckte und mit etwa 38 km/h ostwärts driftete. Der Vulkan ist bekannt für seine oft länger andauernden Ausbrüche, die mit Domwachstum und Kollapsereignissen am Lavadom zusammenhängen, wobei es auch zu starken Explosionen kommen kann.

Die zeitliche Abfolge legt nahe, dass es sich um zwei getrennte Ereignisse handelt, auch wenn die räumliche Nähe der beiden Vulkane – sie gehören derselben vulkanischen Gruppe an – die Analyse erschwert. In der Fernerkundung können sich Aschewolken überlagern, was eine eindeutige Zuordnung auf Satellitenbildern kompliziert macht.

Vulkanologen schließen daher eine Verwechslung nicht völlig aus, halten sie aber für unwahrscheinlich. Vielmehr deuten die Daten auf eine kurzfristige gleichzeitige Aktivität zweier unterschiedlicher Fördersysteme hin – ein seltenes, aber für Kamtschatka nicht untypisches Schauspiel.

Mit den Vulkanen Krasheninnikov und Shiveluch sind auf Kamtschatka aktuell vier Vulkane aktiv. Ersterer fördert einen Lavastrom, letzterer einen Lavadom, in dessen Nordsektor sich ein neuer Lavablock aus dem Boden schiebt.

Erster explosiver Vulkanausbruch des Bezymianny in diesem Jahr

Bezymianny erwacht: Erste Warnungen vor einem neuen Vulkanausbruch auf Kamtschatka

Der Vulkan Bezymianny auf der russischen Halbinsel Kamtschatka zeigt seit gestern Abend eine erhöhte explosive Aktivität, die vermutlich mit verstärktem Domwachstum einhergeht. Nachdem die Aktivität in diesem Jahr bislang vergleichsweise gering geblieben war, registrierten die Institutionen KVERT und das VAAC Tokio am Abend des 13. Mai 2026 eine signifikante Zunahme vulkanischer Unruhe. Insgesamt wurden bislang drei VONA-Warnungen (Volcano Observatory Notice for Aviation) ausgegeben, was dafür spricht, dass es zu Explosionen und/oder dem Abgang pyroklastischer Ströme gekommen ist.

VONA

Die erste Warnung erfolgte am Abend des 13. Mai durch das Tokio Volcanic Ash Advisory Center. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 zeigten gegen 20:00 UTC eine Aschewolke, die sich bis auf Flughöhe 150 erhob und in einer Höhe von 4500 m mit einer Geschwindigkeit von 46 km/h in südwestliche Richtung driftete. Die Wolke erstreckte sich über ein Gebiet südwestlich des Gipfels und markierte den Beginn einer neuen eruptiven Episode. Turnusgemäß erfolgten um Mitternacht und 6 Uhr morgens 2 weitere VONA-Meldungen, die anhaltende Ascheemissionen bestätigten.

Das Kamchatkan Volcanic Eruption Response Team (KVERT) erhöhte den Alarmstatus für den Luftverkehr des Bezymianny von „Gelb“ auf „Orange“ und bestätigte die Aktivitätssteigerung. Die Vulkanologen beobachteten eine gas- und dampfreiche Eruptionswolke mit Ascheanteilen, die sich gut 80 Kilometer weit in westsüdwestlicher Richtung vom Vulkan wegbewegte. Es wurde vor starken Explosionen gewarnt, die Aschewolken bis auf 15 Kilometer Höhe ausstoßen könnten.

Auf den Flanken des 2.882 Meter hohen Stratovulkans, in dessen Gipfeldepression ein Lavadom wächst, wurden Abgänge teils glühender Schuttlawinen beobachtet, die ein typisches Zeichen für Instabilitäten im Lavadom darstellen. Gleichzeitig nahm die Intensität der thermischen Anomalie merklich zu.

Das MODIS-System registrierte seit gestern eine steigende Wärmeanomalie, die nachmittags hohe Werte annahm, als sie eine Leistung von 113 MW erreichte. Nach diesem Spitzenwert sank die Strahlung auf moderate Wärme im zweistelligen Leistungsbereich. Solche thermischen Signaturen treten häufig auf, wenn frisches Material nahe der Oberfläche aufsteigt oder heiße Schuttlawinen die Vulkanflanken hinabgleiten und es frische Bruchstellen am Lavadom gibt.

Aus der beschriebenen Situation heraus entwickeln sich am Bezyminanny innerhalb kurzer Zeit oft stärkere Eruptionen mit partiellem Domkollaps und Abgängen größerer pyroklastischer Ströme. Dann ist ein Aufenthalt in Vulkannähe lebensgefährlich. Für den internationalen Flugverkehr über dem Nordpazifik bleibt die Situation angespannt und muss engmaschig beobachtet werden.

Krasheninnikov: Erste Ascheemissionen in diesem Jahr

Ascheemissionen vom Krasheninnikov lösen die ersten beiden VONA-Meldungen in diesem Jahr aus

Der russische Vulkan Krasheninnikov liegt auf der Halbinsel Kamtschatka und stand in den letzten Monaten aufgrund seiner effusiven Eruption gelegentlich in den Schlagzeilen bei Vnet, doch heute macht er aufgrund zweier Explosionen von sich reden, die laut VAAC-Tokio die ersten beiden VONA-Warnungen vor Aschewolken an diesem Vulkan im Jahr 2026 auslösten. Die erste Meldung wurde am Abend des 11. Mai 2026 um 23:23 UTC veröffentlicht. Sie dokumentiert vulkanische Asche, die um 22:55 UTC beobachtet wurde. Eine zweite Meldung wurde um 4:05 UTC am 12. Mai veröffentlicht.

Krashenninikov im April

Der Krasheninnikov ist ein abgelegener Stratovulkan im östlichen Teil der Halbinsel Kamtschatka. Er liegt etwa in der Mitte der Ostküste Kamtschatkas und gehört zu einer der aktivsten vulkanischen Regionen der Erde: dem pazifischen Feuerring. Mit einer Höhe von 1816 Metern ist der Vulkan zwar deutlich niedriger als berühmte Nachbarn wie Klyuchevskoy oder Shiveluch, besitzt aber eine markante Doppel-Caldera-Struktur mit mehreren jungen Schlackenkegeln und Lavadomen. Er befindet sich im Kronotsky-Naturreservat, einer schwer zugänglichen Wildnis aus Vulkanen, Geysiren und Tundra.

Die erste VONA-Meldung beschreibt eine Aschewolke, die bis zur Flughöhe FL100, also etwa 3 Kilometer Höhe über dem Meeresspiegel, aufgestiegen ist und sich mit einer Geschwindigkeit von 37 km/h nach Ost-Nordost bewegte. Die zweite Aschewolke erreichte nur noch eine Flughöhe von 090, was in etwa 2700 m Höhe entspricht.  Beobachtet wurde die Asche durch den Wettersatelliten Himawari-9.

Darüber hinaus ist der Krasheninnikov weiterhin effusiv tätig, wie eine moderate Thermalstrahlung bestätigt, die von MODIS/MIROVA detektiert wird. Auf dem jüngsten Sentinel-Satellitenfoto vom 8. Mai lässt sich durch aufgelockerte Bewölkung die Thermalsignatur eines zweiarmigen Lavaströms im Nordosten des Vulkans erahnen.

Bis zum letzten Jahr galt der Krasheninnikov als ruhender Vulkan. Für den Vulkan existieren nur unsichere Hinweise auf Aktivität in historischer Zeit; viele Kataloge führen keine bestätigten modernen Eruptionen auf. Der Vulkan begann nach dem Megabeben, das sich im Juli letzten Jahres vor der Südostküste Kamtschatkas manifestierte, plötzlich mit Eruptionen.

Krasheninnikov fördert Lava und emittiert Dampf

Krasheninnikov bleibt effusiv aktiv und fördert Lavastrom – starke Dampfentwicklung aus dem Krater

Der Vulkan Krasheninnikov liegt auf der russischen Halbinsel Kamtschatka und befindet sich weiterhin in einer anhaltenden Eruptionsphase, die im Sommer 2025 begann. Nach mehreren Jahrhunderten Ruhe setzte die Aktivität Anfang August nach einem sehr starken Erdbeben nahe der Regionalhauptstadt ein und dauert inzwischen bereits seit fast 9 Monaten an. Der Beginn der Eruption wurde vermutlich durch die Erschütterungen des Erdbebens ausgelöst, die das magmatische System destabilisierten. Kurz darauf wurden erste Aschemissionen und thermische Anomalien registriert.

Krasheninnikov. © Sentinel/ Copernicus

Aktuell zeigt sich der Vulkan überwiegend effusiv aktiv. Das bedeutet, dass vor allem Lava austritt und keine oder nur sehr kleine explosive Ascheeruptionen stattfinden. An den Osthängen des nördlichen Kegels ergießen sich kontinuierlich Lavaströme. Der längste dieser Ströme ist aktuell etwa 1,8 Kilometer lang und bewegt sich in Richtung Nord-Nordost, am Rand des Lavafelds, das in den letzten 9 Monaten stetig gewachsen ist. Begleitet wird diese Aktivität von sichtbaren Gas- und Dampfwolken, die kontinuierlich aus dem Krater aufsteigen, wie ein jüngst durchgeführter Inspektionsflug der Vulkanologen zeigte.

Satellitendaten liefern zusätzliche Einblicke in die aktuelle Dynamik des Krasheninnikov. Das Überwachungssystem MIROVA registrierte am Wochenende eine Thermalstrahlung mit einer Leistung von bis zu 85 Megawatt, was auf eine moderate Wärmemenge im Fördersystem schließen lässt. Allerdings könnten die Messungen durch Wolken beeinträchtigt worden sein, so dass die Wärmestrahlung tatsächlich höher ist. Auch die Vulkanologen von KVERT melden eine ausgeprägte thermische Anomalie, die die anhaltende Lavaförderung bestätigt.

Trotz der derzeit überwiegend ruhigen, effusiven Aktivität bleibt der Vulkan unter Beobachtung. Für die Luftfahrt gilt aktuell der Farbcode „Gelb“, was auf eine erhöhte Unruhe hinweist, allerdings ohne größere Aschewolken, die bis in große Höhe aufsteigen.

Das Bild oben ist ein Komposit aus 2 Sentinel-Satellitenfotos: Eines zeigt den Vulkan im normalen Lichtspektrum, das zweite Bild die Wärmeanomalien, die von einer KI in Form des Lavastroms in das erste Bild gerendert wurde.

Shiveluch: Serie stärkerer Vulkanausbrüche

shiveluch

Shiveluch eruptiert in Serie – Vulkanasche in 11.000 m Höhe detektiert

Der russische Vulkan Shiveluch liegt auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka und ist seit dem späten Nachmittag des 27. März in einer Serie explosiver Eruptionen verstrickt, bei der Vulkanasche bis auf 11.000 m Höhe aufsteigt und vornehmlich in Richtung Süden driftet. Das VAAC Tokio brachte seit gestern 17:44 UTC 6 VONA-Meldungen zu den Aschewolken heraus. Das bedeutet nicht, dass es zu 6 Ausbrüchen kam, aber es ist so viel Asche in der Luft, dass der Flugverkehr wiederholt darüber gewarnt wurde.

Die Vulkanologen von KVERT setzten den Alarmstatus des Shiveluch auf „Orange“ und erklärten, dass es jederzeit zu Explosionen kommen kann, die Vulkanasche bis auf 12000 m aufsteigen lassen. Der Dom im Krater des Jungen Shiveluch wächst weiter, was von starken Gasemissionen begleitet wird. Der Dom wächst seit Jahresanfang besonders intensiv, was bei MIROVA an einer erhöhten Wärmestrahlung abzulesen ist. Aktuell bewegt sich die Leistung im einstelligen Bereich, aber es wurden in den vergangenen Wochen öfter mittelhohe Werte gemessen.

Lavadome sind oberflächlich zum größten Teil erkaltet und emittieren meistens nur eine geringe Wärmestrahlung, wenn überhaupt eine festzustellen ist. Sie wachsen praktisch von innen heraus, indem sich Lava von unten aus dem Förderschlot in den Dom hineinschiebt. Offen zutage tretende glühende Lava sieht man selten, dann meistens, wenn es zum Abbruch größerer Lavablöcke kommt.

Umso erstaunlicher ist es, dass auf Sentinel-Satellitenfotos (siehe oben) Mitte des Monats drei kleine Wärmeanomalien auf der Nordseite des Doms zu erkennen waren. Die originale Falschfarbendarstellung wurde durch KI korrigiert und nur die Wärmesignaturen blieben im Infrarotspektrum erhalten.

Anders sieht es derzeit am Krasheninnikov aus, einem weiteren aktiven Vulkan Kamtschatkas. Hier tritt Lava in Form von Lavaströmen offen zutage und fließt über die Ostflanke des Vulkans. Dabei wird eine hohe bis sehr hohe Wärmestrahlung emittiert. In der Anfangsphase der Eruption Anfang August war der Vulkan auch explosiv tätig und brachte Aschewolken hervor, doch dieser Teil der Aktivität scheint zu ruhen.

Shiveluch: Vulkanasche auf FL 320 löste VONA-Warnung aus

Stärkere Ascheeruption am Shiveluch – Vulkanasche in 9500 m Höhe detektiert

Heute Vormittag löste das VAAC Tokio eine VONA-Warnung für den Flugverkehr aus, nach der eine Aschewolke auf Flugfläche 320 detektiert wurde. Somit stieg die Asche bis auf eine Höhe von 9500 m über dem Meeresspiegel auf. Sie driftet mit einer Geschwindigkeit von fast 100 km/h nach Norden und breitete sich in kurzer Zeit auf eine Strecke von 250 Kilometern aus. Damit stellt die Aschewolke eine ernste Gefahr für den Flugverkehr dar. Der Alarmcode steht auf „Orange“. Ein neues VONA (Volcano Observatory Notice for Aviation) wird herausgegeben, wenn sich die vulkanischen Bedingungen deutlich ändern oder der Farbcode des Vulkans angepasst werden muss.

Shiveluch

Satellitenbeobachtungen, unter anderem vom Himawari-9, Sentinel und durch das KVERT, zeigen nicht nur eine Aschewolke, sondern auch eine anhaltende thermische Anomalie am Vulkan. Das Wachstum des Lavadoms setzt sich fort und wird von starken Gas- und Dampfausstößen begleitet. Erst Anfang des Monats wurde die Intrusion eines neuen Lavablocks gemeldet, die zu beschleunigtem Domwachstum führt.

Die Vulkanologen von KVERT schrieben in ihrem Update, dass jederzeit eine Explosion auftreten könnte, bei der Aschewolken bis auf 12 km Höhe gefördert werden könnten. Der Shiveluch bleibt somit für die Luftfahrt und die Umgebung potenziell gefährlich, während das Wachstum des Lava-Doms und die Emissionen weiterhin genau überwacht werden.

Beim Shiveluch handelt es sich um einen der aktivsten Vulkane der sibirischen Halbinsel Kamtschatka, der nördlich des Kamtschatka-Flusses unweit der zentralen Vulkangruppe liegt, zu der Klyuchevskoy und Bezymianny gehören. Während erstgenannter Vulkan aktuell relativ ruhig ist, wächst auch im Krater des Bezymianny ein Lavadom. Das Domwachstum wird – wie beim Shiveluch – von starken Entgasungen begleitet und es besteht die latente Gefahr stärkerer Explosionen und Kollaps-Ereignisse am Dom, die pyroklastische Ströme hervorrufen könnten.

Shiveluch: Aufnahmen zeigen Dom aus der Nähe

Bilder zeigen Lavadom am Shiveluch vom Kraterrand aus – Vulkanasche in FL 360

Eine aktuelle VONA-Meldung des VAAC Tokio (19. März 2026, 04:40 UTC) belegt, dass es erneut zu einer stärkeren Explosion am Shiveluch auf Kamtschatka gekommen sein muss. Demnach wurde gegen 03:20 UTC eine Aschewolke beobachtet, die bis in gut 11 Kilometer Höhe aufstieg (Flugfläche 360) und sich bei starkem Wind schnell mit einer Geschwindigkeit von 75 km/h nach Nordosten ausbreitete Die Satellitendaten bestätigen die Existenz dieser ausgedehnten Aschewolke, die eine Gefahr für den internationalen Flugverkehr darstellt.

Diese aktuelle Aktivität steht im Zusammenhang mit intensivem Domwachstum im Krater des Vulkans: Dort wächst derzeit ein neuer Lavablock am Lavadom, der nach der starken Explosion im Jahr 2022, bei der der ursprüngliche Dom ausgeblasen wurde, zu wachsen begonnen hat. Bemerkenswert und ein wenig verrückt ist, dass dieses Wachstum vor kurzem von Abenteurern dokumentiert wurde, die den Rand des Kraters bestiegen, der vom alten, ausgeblasenen Dom übrig geblieben ist. Die spektakulären, aber unter extrem riskanten Bedingungen entstandenen Aufnahmen zeigen, wie Lavabrocken vom Dom abbrechen und bis an die Basis des Kraters rollen. Dabei ziehen sie Ascheschleppen hinter sich her. Bei größeren Kollapsereignissen entstehen auf gleiche Weise pyroklastische Ströme.

Der neue Lavablock begann sich im Januar zu entwickeln und hat innerhalb weniger Wochen bereits einen zuvor entstandenen Dom übertroffen. Dieser Prozess verläuft typisch für silikatreiche Vulkane: Heiße Lava wird langsam nach oben gedrückt, bricht an der Spitze instabiler Strukturen ab und stürzt als glühende Lawine die Flanken hinab. Dabei entstehen regelmäßig Asche- und Gaswolken.

Gegenüber der Lokalpresse äußerte sich der professionelle Vulkanbeobachter Juri Demjantschuk – der für den Vulkanbeobachtungsposten in Klyutschi zuständig ist –, dass er von dem Vorhaben der beiden jungen Extremsportler wusste und sie gewarnt hätte, auf den Kraterrand zu steigen. Diese Warnung wurde ignoriert und er rechnete nicht damit, dass die beiden jungen Männer wiederkommen würden. Wären sie von einer der stärkeren Eruptionen, wie sie heute stattgefunden hat, erwischt worden, wäre das möglicherweise der Fall gewesen.

Obwohl man das Verhalten der beiden Sportler in Frage stellen kann, zeigt es aber, dass es a) noch Pioniergeist und Risikobereitschaft gibt und b) man auf Kamtschatka noch die Freiheit genießt, sein eigenes Leben in Gefahr bringen zu dürfen, ohne dass man gleich mit hohen Bußgeldern oder anderen Strafen belegt wird. Ein Hauch von Freiheit in einem totalitären Regime und etwas, das uns in unserer vielgelobten westlichen Demokratie zu denken geben sollte!

In den letzten Wochen hat sich die Aktivität weiter verstärkt. Explosionen treten häufig auf – teils täglich – und fördern Aschewolken, die Höhen von 7 bis 10 Kilometern erreichen können. Die jetzt gemeldete Eruption passt in dieses Muster zunehmender Instabilität des wachsenden Doms.

Shiveluch: Vulkanasche bis auf 10 km Höhe eruptiert

Anhaltende Serie starker Explosionen am Vulkan Shiveluch – Aschewolke erreicht über 10 Kilometer Höhe

Der Vulkan Shiveluch auf der russischen Halbinsel Kamtschatka befindet sich seit dem 13. März in einer Phase anhaltender explosiver Aktivität. Mehrere Explosionen haben in den vergangenen Tagen wiederholt Aschewolken generiert, die bis in große Höhen aufgestiegen sind und damit den internationalen Flugverkehr gefährden. VONA-Meldungen bestätigen ein Anhalten der Aktivität und Vulkanasche in 10.000 Metern Höhe

Am Montagabend meldete die Kamtschatka-Niederlassung des Vereinigten Geophysikalischen Dienstes der Russischen Akademie der Wissenschaften auf Grundlage von Satellitendaten einen erneuten starken Ausbruch. Demnach erreichte die Aschewolke eine Höhe von bis zu neun Kilometern. Das Kamtschatka-Vulkan-Einsatzteam (KVERT) berichtete, dass sich die Aschewolke in nordwestlicher Richtung in 10 Kilometern Höhe ausbreitete.

VONA

Gemäß der aktuellsten Vulkanasche-Warnmeldung des VAAC Tokio wurde in Satellitenbildern eine kontinuierliche Ascheemission beobachtet. Die Aschewolke stieg dabei bis auf Flugfläche FL340 auf – rund 10.400 Meter über dem Meeresspiegel. Die Wolke driftete mit etwa 60 Knoten (rund 110 km/h) nach Osten und wurde weit über den Nordpazifik verfrachtet.

Vulkanologen beobachten derzeit besonders den nördlichen Teil des Lavadoms des Vulkans. Dort wächst weiterhin ein neuer Lavablock. Nach Einschätzung von KVERT können jederzeit weitere explosive Ausbrüche auftreten, die Asche bis zu 12 Kilometer hoch ausstoßen könnten.

Aufgrund der erhöhten Aktivität gilt für den Vulkan derzeit die Flugwarnstufe Orange. Die Aschewolken könnten den regionalen und internationalen Luftverkehr gefährden und stellen insbesondere für die Triebwerke eine Gefahr dar.

Der Shiveluch ist der nördlichste aktive Vulkan Kamtschatkas und einer der größten der Region. Er liegt etwa 45 Kilometer vom Ort Kljutschi entfernt, der rund 5.000 Einwohner hat. Der stratovulkanische Komplex wird auf ein Alter von 60.000 bis 70.000 Jahren geschätzt und zählt zu den aktivsten Vulkanen des pazifischen Feuerrings.

Shiveluch eruptiert am 14. März Vulkanasche

Shiveluch weiter sehr aktiv – kontinuierliche Ascheemissionen bis auf über 8 km Höhe

Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka ist der Shiveluch-Vulkan weiterhin sehr aktiv und stößt größere Mengen Vulkanasche aus. Laut einer aktuellen Meldung des Volcanic Ash Advisory Center Tokyo wurde am 14. März 2026 um 08:00 UTC eine ausgedehnte Aschewolke über dem Nordpazifik beobachtet. 

Thermische Anomalie. © Copernicus

Satellitenbilder der Wettersatelliten Himawari zeigen, dass Vulkanasche kontinuierlich aus dem Vulkan austritt. Die Aschewolke reicht vom Boden bis in eine Höhe von etwa Fluglevel 290, was rund 8,8 Kilometern über dem Meeresspiegel entspricht. Damit erreicht die Eruption eine Höhe, die für den internationalen Flugverkehr relevant ist und diesen gefährden könnte.

Zum Zeitpunkt der Beobachtung erstreckte sich die Wolke in einem großen Bogen nordöstlich des Vulkans über der Beringsee. Die gemessenen Koordinaten zeigen, dass sich die Asche über mehr als 730 Kilometer ausgebreitet hat. Der Wind transportierte das Material mit etwa 40 Knoten (rund 74 km/h) in Richtung Süd-Südosten.

Eine Prognose des VAAC geht davon aus, dass sich die Aschewolke im Laufe der folgenden Stunden weiter über dem Nordpazifik verlagert und ihre Ausdehnung beibehält. Die Vorhersage für sechs Stunden nach der Beobachtung zeigt eine weiterhin großflächige Wolke, die sich entlang der hochreichenden Luftströmungen nach Osten und Südosten verlagert.

KVERT berichtet von anhaltenden Eruptionen, thermischen Anomalien und starken Entgasungen, die vom Dom des Jungen Shiveluch ausgehen. Dort schiebt sich ein neuer Block Lava empor, der maßgeblich für die erhöhte vulkanische Aktivität verantwortlich ist. In solchen Phasen kann es nicht nur zu starken Explosionen kommen, sondern auch zu Kollapsereignissen und der Generierung pyroklastischer Dichteströme. Der Alarmstatus steht auf „Orange“

Der Shiveluch gehört zu den aktivsten Vulkanen der Kamtschatka-Halbinsel. Der Komplex ist bekannt für häufige explosive Eruptionen, die aus dem wachsenden Lavadom im Gipfelbereich hervorgehen.