Vulkan-News 06.10.21: Nyiragongo

Die Eruption auf La Palma geht weiter und es gibt keine Anzeichen der Entspannung der Lage. Im Krater des Nyiragongos wurde Lava gesichtet.

Cumbre Vieja: Die Show geht weiter

Staat: Spanien | Koordinaten: 28.57, -17.84 | Eruption: Hawaiianisch

Die Aktivität am Cumbre Vieja hält an, allerdings sind Seismizität und Bodendeformation leicht rückläufig. Es wird mehr Lava eruptiert, als aus größeren Tiefen aufsteigt. Noch ist zwar kein Ende der Eruption in Sicht, aber nach einer Verstärkung sieht es auch nicht aus. Dennoch könnten sich neue Lavaströme bilden und weitere Zerstörungen anrichten. Bislang wurden über 100 Millionen Kubikmeter Lava gefördert und man kann davon ausgehen, dass die Förderrate größer ist, als die der letzten beiden Eruptionen zusammengenommen. Während es sich bei dem Ausbruch für die Anwohner um ein katastrophales Ereignis handelt, ist es für Unbeteiligte eine große Naturshow, die uns die Kraft und Dynamik der Natur vor Augen führt. Den Betroffenen wurde -wie so oft- von Seiten der Politik unbürokratische Hilfe versprochen. Gestern wurde ein 2. Hilfspaket in Höhe von 214 Millionen Euro verabschiedet. Stellt sich nur die Frage, was bei den Hausbesitzern ankommt? Jedem, der sein Haus an die Lava verloren hat, wurden 30.000 € versprochen, unabhängig von anderen Versicherungsleistungen. Vor Ort bekam ich die Verzweiflung der Menschen mit. Viele der Evakuierten mussten ihre Häuser innerhalb von Minuten verlassen und mussten alles zurücklassen. Einige durften mit Begleitung des Katastrophenschutzes für wenige Minuten in ihre Häuser zurückkehren, um Wertsachen und Dokumente zu bergen, während die Arbeit auf den Bananenplantagen neben dem Lavastrom weitergeht.

Nyiragongo: Lava im Krater

Staat: DRK | Koordinaten:-1.52, 29.25 | Eruption: Lavasee

Fast 5 Monate nach seinem katastrophalen Ausbruch wurde nun frische Lava im Krater des kongolesischen Vulkans Nyiragongo entdeckt. Das Observatorium in Goma wertete Satellitenaufnahmen aus, die eine ausgeprägte thermische Anomalie zeigen. Da der Gipfel des großen Schildvulkans überwiegend in Wolken gehüllt ist, lässt sich nicht genau abschätzen, wie groß die Lavaansammlung ist. Es könnte sich um Lavaströme handeln, die im Krater unterwegs sind, oder aber auch um einen neuen Lavasee. Nach den letzten Flankeneruptionen dauerte es Jahre, bis sich ein neuer Lavasee etablierte. Vielleicht geht es diesmal schneller.

Vulkan-News 05.08.21: Pacaya, Popocatepetl, Merapi

Am guatemaltekischen Vulkan Pacaya wurden 3 Aschewolken detektiert. Der Popocatepetl steigerte seine Aktivität. Der Merapi erzeugte weitere Pyroklastische Ströme.

Pacaya mit neuer Aktivität

Staat: Guatemala | Koordinaten: 14.38, -90.59 | Eruption: Ascheeruption

Nachdem es in den letzten 4 Monaten recht ruhig um den Pacaya geworden ist, meldet CONRED nun eine Wiederaufnahme der Aktivität. Gestern wurden 3 explosive Eruptionen beobachtet, in deren Folge Vulkanasche bis auf einer Höhe von 3500 m aufgestiegen war. Das VAAC meldete heute eine vergleichbare Aschewolke. Außerdem veränderte sich der McKenney-Krater stark, wie Luftaufnahmen von Forschern der Universität von Bistrol belegen: wo einst ein Intrakraterkegel wuchs, der als Hornito angefangen hatte, klafft heute ein gut 100 m tiefer Krater. Ein weiterer Beleg dafür, dass wir an Vulkanen „Geologie im Zeitraffer“ erleben.

Popocatepetl steigert sich

Datum: 04.04.2021 | Lokation: 54.048159.441 | Eruption:  Vulcanianisch

In Mexiko ist es der Popocatepetl, der seine Aktivität steigerte und vermehrt Asche eruptierte. CENAPRED registrierte gestern 1 moderate Explosion, bei der Vulkanasche bis auf einer Höhe von m aufstieg. Es wurden 51 Exhalationen von Asche-Dampf-Wolken beobachtet und 509 Minuten Tremor aufgezeichnet. Hinzu kam ein vulkanotektonisches Erdbeben. Am Vortag wurden 2 Eruptionen gemeldet und 2 vulkanotektonische Beben registriert. Ferner gab es 41 Minuten lang Tremor. Es scheint sich wieder mehr Magma im Untergrund zu bewegen und man kann mit weiteren Eruptionen rechnen.

Nyiragongo: Aschewolke gesichtet

Staat: DRK | Koordinaten:-1.52, 29.25 | Eruption: Asche-Emission

Am Vulkan Nyiragongo wurde gestern eine Aschewolke gesichtet. Mitarbeiter des Vulkanologischen Observatoriums in Goma berichteten darüber. Nach dem Auslaufen des Lavasees im Mai, wurden sporadisch thermische Anomalien im Krater registriert. Es scheint also noch Magma im Fördersystem zu zirkulieren.

Merapi eruptiert 6 Pyroklastische Ströme

Staat: Indonesien | Koordinaten: -7.541, 110.445 | Eruption: Dom

Heute meldete das VSI, dass am Merapi 6 Pyroklastische Ströme abgingen. Sie erzeugten seismische Signale mit einer Maximalamplitude von 33 mm und einer Höchstdauer von 188 Sekunden. Damit dürften einige Ströme etwas stärker gewesen sein, als es gestern der Fall war. Die Seismizität bleibt hoch und die Dome erhalten Nachschub an frischer Lava. In der ersten Tageshälfte wurden 241 vulkanisch bedingte Erdbeben registriert. Dazu kamen 97 Signale von Schuttlawinen. Es ist mit weiteren Abgängen zu rechnen.

Vulkanupdate 12.06.21: Nyamuragira, Ätna

Heute gibt es gleich 2 Updates zu den Vulkanen: am kongolesischen Vulkan Nyamuragira wurde ein Lavasee entdeckt. Der Ätna steigert seine Aktivität und steuert wohlmöglich einem Paroxysmus entgegen.

Ätna: Zunahme der strombolianischen Aktivität

Am Ätna auf Sizilien nimmt seit heute Nachmittag die strombolianische Aktivität aus dem Neuen Südostkrater zu. Es sind mindestens 2 Schlote aktiv. Parallel dazu stieg der Tremor bis in den roten Bereich und fluktuiert dort richtungssuchend, doch mit steigender Tendenz. Noch kann sich der Vulkan nicht dazu aufraffen, mit einem neuen Paroxysmus durchzustarten, doch die Anzeichen sehen so aus, als würde er doch seine Show fortsetzen wollen. Es könnte ein interessanter Abend/Nacht werden, zumal die Sicht der LiveCams brauchbar ist und sich das Geschehen bequem von Zuhause aus verfolgen lässt. Allerdings ersetzt es das Erleben so eines Ausbruchs vor Ort nicht. Hoffen wir, dass wir bald wieder vernünftig Reisen können!

Nyamuragira: Thermische Anomalie deutet auf Lavasee hin

Staat: DRK | Koordinaten: -1.41, 29.20 | Eruption: Lavasee

Am Virungavulkan Nyamuragira (DR Kongo) bildete sich wahrscheinlich ein neuer Lavasee. Sentinel-Aufnahmen von gestern zeigen eine ausgeprägte thermische Anomalie im Krater. In den letzten Jahren kam es hier immer wieder zur Bildung von kleineren Lavaseen, doch dieser scheint größer zu sein.  Die Lavaseen im Krater des Nyramuragiras sind meistens recht flach und ähneln einem permanenten Lavastrom.

Am benachbarten Nyiragongo hingegen erkennt man keine größere Anomalie mehr. Der Lavasee scheint doch komplett ausgelaufen zu sein. Ob es zwischen den beiden Ereignissen einen Zusammenhang gibt ist spekulativ. Auf den Satellitenbilder der Region erkennt man nun auch den Lavastrom, der vor 3 Wochen beim Ablaufen des Lavasees am Nyiragongo entstanden ist und fast die Stadt Goma erreichte.

Vulkan-Nachrichten 04.06.2021: Ätna, Nyiragongo

Heute leiden mehrere Vulkane unter Startschwierigkeiten, bzw. unter einer Aktivitätsabnahme: der Ätna zögert einen neuen Paroxysmus weiter raus, am Fagradalsfjall fällt der Tremor, der Pacaya dampft nur und der Nyiragongo emittiert weiter Vulkanasche.

Ätna leidet unter Startschwierigkeiten

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 |Eruption: Paroxysmus

Update 20.30 Uhr: Heute Abend gab es dann endlich den erwarteten Paroxysmus. Er begann sich gegen 18 Uhr aufzubauen und war nach ca. 90 Minuten schon wieder vorbei. Die Tremor-Amplitude war höher als beim letzten Ausbruch. Leider war es teilweise bewölkt und man konnte via LiveCam nur wenig sehen.

Originalmeldung: Der Tremor am Ätna fluktuiert weiterhin stark. Die Spitzen der Tremor-Amplitude drangen schon öfters in den „roten Bereich“ vor, um dann wieder bis ins Grün abzufallen. In einer anderen Darstellung, die vom LGS stammt, sieht man, wie unruhig der Vulkan ist, doch es gelingt ihm nicht durchzustarten und einen weiteren Paroxysmus zu generieren. Die Infraschall-Sensoren registrieren weiterhin recht viele Signale, die von Explosionen hervorgerufen werden. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis wir die nächste paroxysmale Eruption sehen werden. Wie stark sie ausfällt ist bisher ungewiss. Es könnte auch zu einem verkappten Paroxysmus kommen, bei dem weniger starke Lavafontänen generiert werden. Ein weiteres Szenario ist, dass wieder eine Phase lang anhaltender strombolianischer Tätigkeit einsetzt. Natürlich kann auch nichts weiter passieren.

Fagradalsfjall: Tremor sinkt

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch

Nicht nur am Ätna fluktuiert der Tremor, sondern auch am Fagradalsfjall: Seit gestern ist die Tremor-Amplitude wieder deutlich gefallen. In den Stunden zuvor war die vulkanotektonische Bebentätigkeit entlang des Magmatischen Gangs etwas höher als in den Vortagen. IMO registrierte 16 Beben auf Reykjanes. 4 davon manifestierten sich am Dyke. Nachts gab es eine lange anhaltende Phase mit sichtbarer Lavastrom-Tätigkeit, während derer die ganze Zeit Rotglut am Krater zu beobachten war.

Pacaya ohne eruptiver Aktivität

Staat: Guatemala | Koordinaten: 14.38, -90.59 | Eruption: Fumarolisch

Zum ersten Mal seit gut 2 Jahren scheint sich der Pacaya auszuruhen und emittiert nur eine Dampfwolke. Im aktuellen Bericht von INSIVUMEH ist weder von einem Lavastrom die Rede, noch werden strombolianischen Eruptionen beschrieben. Allerdings wird weiterhin Tremor registriert, so dass die Pause nur von kurzer Dauer sein könnte.

Nyiragongo emittiert weiter Asche

Staat: DRK | Koordinaten:-1.52, 29.25 | Eruption: Flankeneruption

Im Kongo hat sich die Situation weiter entspannt, dennoch kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Aus dem Krater des Vulkans wird immer noch Vulkanasche emittiert. Das VAAC detektierte sie in einer Höhe von 5500 m. Aufnahmen eines CNN-Reporters dokumentieren das Geschehen auf Video. Die Seismizität ist rückläufig, doch noch immer werden schwache Erdbeben registriert. Die Meisten haben Amplituden kleiner als 3. Auffällig ist, dass sie sich weiter südwestlich verlagerten: ihre Epizentren befinden sich nun im Kiwu-See. Das lässt die Spekulation zu, dass das Magma durch ein unterirdisches Rift abfließt.

Vulkan-Nachrichten 30.05.21: Ätna, Fagradalsfjall

Der Ätna auf Sizilien erzeugte einen weiteren Paroxysmus. Der Fagradalsfjall beruhigt sich langsam. De Lage am Nyiragongo ist ungewisse, mit leichter Tendenz zur Entspannung der Situation.

Ätna: Paroxysmus No 32

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 |Eruption: Paroxysmus | Link

In den frühen Morgenstunden ereignete sich ein neuer Paroxysmus. Die ganze Episode war recht kurzweilig, aber heftig. Der Tremor begann gegen 4.00 Uhr (UCT) zu steigen und lief gut 2 Stunden später wieder aus. Die Tremor-Amplitude erreichte vergleichsweise hohe Werte. Das VAAC detektierte Vulkanasche in 6100 m Höhe. Natürlich wurden auch wieder Lavafontäne nebst Lavastrom gefördert. Letzterer floss in südlicher Richtung. In das Valle del Bove war auch diesmal keine Lava unterwegs. Die Hauptaktivität spielte sich im westlichen Kraterbereich des Neuen Südostkraters ab. Das Pausenintervall hatte sich deutlich verlängert und betrug gut eineinhalb Tage. Wie immer lassen sich keine wissenschaftlich gestützten Prognosen erstellen, wann mit dem nächsten Paroxysmus zu rechnen ist. Rechnet man den aktuellen Trend hoch, dann dürfte der nächste Paroxysmus ab Montagabend zu erwarten sein.

Fagradalsfjall: Aktivität Rückläufig

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Hawaiianisch| Link

Das schlechte Wetter auf Island vereitelt derzeit eine vernünftige Beobachtung der Eruption, doch kurze Blicke durch Nebellücken legen die Vermutung nahe, dass die Aktivität rückläufig ist.  Kollaps-Ereignisse am aktiven Kegel verschütteten den Krater teilweise und die Lavafontänen wurden deutlich niedriger. Es scheinen aber immer noch Lavaströme unterwegs zu sein. Die Seismizität ist sehr niedrig, bis nicht vorhanden. IMO registrierte in den letzten 48 Stunden nur 6 Beben auf der Reykjanes-Halbinsel. Direkt am Fagradalsfjall tat sich nichts. Der harmonische Tremor hat deutlich abgenommen. Die seismischen Parameter sprechen dafür, dass die Eruption langsam ihrem Ende entgegenstrebt. Natürlich kann sich die Aktivität wieder verstärken, oder es kann später zu einer weiteren Eruptionsphase kommen, ggf. auch an einem anderen Ort auf Reykjanes.

Nyiragongo: Ascheemissionen

Staat: DRK | Koordinaten:-1.52, 29.25 | Eruption: Flankeneruption | Link

Der Nyiragongo im Kongo stößt weiterhin Vulkanasche aus. Das VAAC detektiert sie in einer Höhe von 6100 m. Vernünftige Bilder vom Krater gibt es nach wie vor nicht. Die Vermutung liegt nahe, dass die Asche zumindest teilweise aufgrund von Kollaps-Ereignissen im Krater aufgewirbelt wird, vielleicht in Verbindung mit -tief im Schlot stattfindenden- Explosionen. Die Seismizität südlich des Vulkans hat etwas abgenommen, dennoch gibt es sie noch. Rwanda Seismic Monitor detektierte gestern ein weiteres Erdbeben M 4,4, das allerdings nicht beim EMSC gelistet wurde. Darüber hinaus gab es einige schwächere Erdbeben.

Vulkan-Nachrichten 28.05.21: Ätna

Am sizilianischen Vulkan Ätna kam es heute Morgen zu einem weiteren Paroxysmus. Die Seismizität am Nyiragongo ist etwas rückläufig.

Ätna mit weiterem Paroxysmus

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 |Eruption: Paroxysmus | Link

Die Serie an Paroxysmen hält weiter an und heute Morgen ist Ätna schon wieder fleißig. Im Gegensatz zum Ausbruch gestern, kann man heute etwas auf den LiveCams sehen. Allerdings ist es ziemlich dunstig. Einen Livestream gibt es auch:

Schaut man sich den Verlauf der Tremor-Amplitude der letzten Tage an, dann muss man sagen, dass Ätna eine beeindruckende Performance hinlegt. An den Peaks erkennt man auch, dass der Vulkan mehrere Anläufe unternahm, die dann aber abgewürgt wurden.

Die Thermalaufnahmen zeigen, dass die Lava nicht ins Valle del Bove fließt. Im Ganzen hat sich die Aktivität mehr auf den zentralen- und westlichen Sektor des Neuen-Südostkraters verlagert. Die anderen Krater sind momentan recht ruhig und zeigen bestenfalls kleine thermische Anomalien.

Nyiragongo: Seismizität rückläufig

Staat: DRK | Koordinaten:-1.52, 29.25 | Eruption: Flankeneruption | Link

Die Lage am Nyiragongo ist weiter angespannt, allerdings gab es während der Nacht keine Erdbeben mit Magnituden größer als 4, dafür aber einige schwächere Erdstöße. Dennoch kann man noch keine Entwarnung geben. Neue Videos der Risse im Boden sprechen ihre eigene Sprache.

Die Vulkanologen vom Goma-Observatorium beteuern, dass es keine direkten Anzeichen einer bevorstehenden Flankeneruption gegeben hätte. Geht man mal davon aus, dass Seismometer in betrieb waren, die empfindlich genug waren Mikroseismik zu registrieren, dann hat wohl vor der Eruption kein ungewöhnlicher Magmenaufstieg stattgefunden. Auch jetzt scheint es keine Anzeichen dafür zu geben, dass Magma aus großer Tiefe aufsteigt. Die Bodendeformationen wurden möglicherweise nur vom ablaufenden Lavasee verursacht. Die Lava ist weitestgehend entgast. Ihre Bewegung wird von gravitativen Kräften gesteuert. Sollte aus dem oberen Bereich des Fördersystems keine Lava nachschieben, stehen die Chancen nicht schlecht, dass es zu keinem großen Ausbruch kommt, obwohl die Lava nur wenige Meter unter der Erdoberfläche zu stehen scheint. Wenn allerdings frisches Magma aus der Tiefe nachströmt und sich mit der Lava mischt, könnte es zur Katastrophe kommen.

Vulkan-Update 27.05.21: Nyiragongo

Staat: DRK | Koordinaten:-1.52, 29.25 | Eruption: Flankeneruption | Link

Am Nyiragongo im Kongo gab es weitere Erdbeben. Das Stärkste hatte laut USGS eine Magnitude von 4,5. Andere Netzwerke ermittelten eine Magnitude 4,9. Das Hypozentrum lag in einer Tiefe von 13 km. Das Epizentrum wurde 17 km südöstlich von Gisenyi in Ruanda lokalisiert. Außerdem gab es viele schwächere Erschütterungen. Die stärkeren Erdbeben der letzten Tage richteten vergleichsweise starke Schäden an der Infrastruktur an und forderten sogar Menschenleben. Es kam erneut zu Rissbildungen im Boden südlich des Vulkans. In einigen Rissen soll Rotglut zu sehen sein. In Berichten heißt es, dass aus einigen Rissen sogar Lava quillt. Inzwischen gehen die örtlichen Vulkanologen fest davon aus, dass neues Magma aufsteigt und sogar in der Stadt Goma eruptieren könnte. Sie halten es sogar für möglich, dass es eine subaquatische Eruption im Kivu-See geben könnte. Hier die 3 Szenarien, die die Forscher aufstellten:

Szenario 1: Eruption des Nyiragongo an seiner Südflanke, Öffnung von Brüchen bis zu den Städten Goma und Gisenyi: Lava fließt aus den Brüchen und zerstört einen Teil dieser Städte.

Szenario 2: Eruption des Nyiragongo-Vulkans an seiner Südflanke, Öffnung der Brüche von der Flanke zum See, Überquerung der Städte. Eine Menge Lava zerstört einen Teil der Städte Goma und Gisenyi und erreicht den See. Da die Menge an Lava, die in den See fließen würde, nicht ausreicht, um die Temperatur des Tiefenwassers über dem gesamten See um mindestens 1°C zu erhöhen, wird es keinen limnischen Ausbruch geben.

Szenario 3: Eruption des Vulkans Nyiragongo, Öffnung von Brüchen an seiner Südflanke; Lavaströme zerstören Teile der Städte Goma und Gisenyi; gleichzeitig kommt es zu einer fissuralen oder phreato-magmatischen Eruption unter dem See und/oder zu einem großen Erdbeben der Magnitude 6,5 oder 7 im See. Folge: Es kommt zu einer limnischen Eruption und die im Tiefenwasser des Sees gelösten Gase, insbesondere das C02, steigen auf und ersticken alle Lebewesen rund um den Kivu-See auf kongolesischer und ruandischer Seite; es gäbe Tausende von Toten. Dies ist der schlimmste Fall. (Aus dem Französischen mit DEEP L übersetzt, Quelle)

Das Szenario Nr. 4 ist, dass gar nichts weiter passiert. Darauf bauen viele Bewohner der Region allerdings nicht und verlassen ihre Heimat. Viele flüchten nach Ruanda. Wer nicht flüchten kann, sind die berühmten Berggorillas von Virunga.

Vulkanologen am Nyiragongo wurde Geldhahn abgedreht

Die Menschen der Region beschweren sich, dass die Vulkanologen nicht rechtzeitig vor der Eruption warnten, und dass das Alarmsystem nicht funktionierte. Doch das ist nicht Schuld der Wissenschaftler, denn ihnen wurde bereits im letzten Jahr –wie berichtet– der Geldhahn abgedreht. So konnten seit einem halben Jahr keine Messungen mehr durchgeführt werden. Kurzfristig wurden nun einige Gelder zur Verfügung gestellt, doch dass dürfte ein wenig spät sein.

Das Geld reichte nun, damit die Vulkanologen per Helikopter den Krater überfliegen konnten. Sie stellten fest, dass er nicht ganz leer ist. Tief unten im Schlot brodelt noch ein Rest vom Lavasee. Auf Sentinel-Satellitenaufnahmen sieht man, dass eine Aschewolken aufsteigt. Es könnte sich um Asche handeln, die aufgrund von Kollaps-Ereignissen im Krater emittiert wird. Ähnliches erlebten wir im Jahr 2018 am Kilauea.

Apropos Kilauea: dort stoppte die Eruption und der Lavasee erstarrte.

Vulkan-Update 26.05.21: Ätna, Nyiragongo

Heute überschlagen sich die Ereignisse und die eingehenden Meldungen zu den Vulkanen: so legte der Ätna einen weiteren Paroxysmus hin. Es gibt weitere Berichte aus Goma, wo der Nyiragongo für Unruhe sorgt.

Ätna: Paroxysmus No 27

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 |Eruption: Paroxysmus | Link

Wie es die strombolianische Aktivität heute Morgen bereits andeutete, entschloss sich der Ätna dazu, nur kurz zu verschnaufen und einen weiteren Paroxysmus zu erzeugen. Er lief nach dem bereits bekannten Muster ab und endete gegen Mittag. Das Ereignis fand bei schönstem Wetter statt und konnte via LiveCam verfolgt werden.

Nyiragongo: Besorgniserregende Entwicklung

Staat: DRK | Koordinaten:-1.52, 29.25 | Eruption: Flankeneruption | Link

Wie bereits vor 2 Tagen vermutet, gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Vulkanausbruch vom Samstag und der seismischen Aktivität, die im Anschluss an den Ausbruch einsetzte. INSAR-Aufnahmen zeigen, dass sich der Boden südlich des Vulkans um mehrere Zentimeter anhob. Die Bodenanhebung ist im Stadtgebiet von Goma am stärksten. Seit gestern bildeten sich zahlreiche Risse im Boden. Ähnliches trug sich bereits nach den beiden vergleichbaren Eruptionen in den Jahren 1977 und 2002 zu. Manche fürchte nun einen großen Vulkanausbruch im Stadtgebiet. Mich erinnern die Vorgänge an das Ablaufen der Lavaseen auf Ambrym (Vanuatu) was sich 2018 zutrug. Damals hob sich der Boden in den Ortschaften an der Küste und es entstanden große Risse. Die Vorgänge gingen ebenfalls mit reger Erdbebentätigkeit einher. Eine große Eruption blieb indes aus. Ich kann mir 2 Szenarien vorstellen: a) die Lava aus dem Lavasee trat nur teilweise als Lavastrom oberflächlich aus und floss entlang eines Riftsystems unterirdisch in Richtung Kivusee, oder b) das Auslaufen des Lavasees sorgte für Druckentlastung im Fördersystem, in dessen Folge nun frisches Magma aus größerer Tiefe nachströmt. Natürlich könnten sich auch andere Fluide im Untergrund sammeln und diesen anheben.

Die Anzahl der Opfer wurde weiter nach oben korrigiert: es starben 32 Personen. 2500 Gebäude wurden zerstört, darunter befanden sich 3 medizinische Zentren.