Naturkatastrophen-News 29.01.22: Schneesturm USA

  • Schneemassen legen US-Ostküste lahm
  • Wintereinbruch auf der Arabischen Insel trifft Jordanien hart
  • Im Osten Afrikas kam es zu Überschwemmungen.

USA: Schneesturm wütet an der Ostküste

Die Ostküste der USA wird von einem starken Schneesturm heimgesucht. In 10 Bundesstaaten wurde eine entsprechende Unwetterwarnung ausgegeben. Regional wurde das Autofahren verboten, wie z.B. in Rhode Island und Delaware. Das Autofahren ist nur noch in Notfällen erlaubt. In Massachusetts wurde ein LKW- Fahrverbot auf Autobahnen verhängt. Bereits gestern kam es zu Hamsterkäufe. Neben Lebensmittel und Brenn/Treibstoffe wurden Schneefräsen und Notstromgenerate nachgefragt: bisher kam es nur zu vereinzelten Stromausfällen, aber man rechnet mit größerem Versagen der Stromversorgung. Darüber hinaus wird trotz der Fahrverbote Verkehrschaos erwartet. Hinzu kommt, dass mehr als 5000 Flüge abgesagt wurden.

Besonders schlimm scheint es die Region um Boston zu treffen. Hier warnte die Bürgermeisterin vor einem „historischen Sturm“. Die Stadt im Bundesstaat Massachusetts liegt direkt an der Atlantikküste. Der Sturm verursachte dort eine Springflut und der nahe Küstenbereich wurde teilweise überflutet. Auch in anderen Städten wurde vor Überflutungen gewarnt.

Das Unwetter kündigte sich bereits Mitte der Woche an, als es zu einer sogenannten Bombogenese kam: ein plötzlicher starker Luftdruckabfall im Zentrum eines Tiefdruckgebiets sog über dem Meer wärmere Luftmassen an, so dass sich der Sturm bilden konnte.

Eine Bombogenese tritt auf, wenn der Luftdruck im Zentrum eines Tiefdruckgebiets innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Millibar abnimmt. Es handelt sich also um eine sehr schnelle Intensivierung des Sturms. Sie tritt normalerweise in Verbindung mit extratropischen Zyklonen auf, die auch als Nor’easter oder Schneesturm bekannt sind. Diese Stürme können schwerwiegende Auswirkungen auf die Wetterbedingungen haben.

In den USA treten heftige Schneestürme besonders häufig im Bereich der Großen Seen und im Nordosten des Landes auf. Sie sind aber auch in den Rocky Mountains und den High Plains keine Seltenheit. Dass so große Gebiete wie jetzt betroffen sind, sit dagegen eher selten.

Winter am östlichen Mittelmeer

Viele Länder der östlichen Mittelmeerregion leiden unter einem ungewöhnlich strengen Winter. In manchen Orten wurden 2 stellige Minustemperaturen gemessen. In den meisten Häusern gibt es keine Heizungen. In Jordanien, wo zahlreiche syrische Flüchtlinge in Camps hausen, fielen mehrere Dezimeter Schnee. Selbst in Israel schneite es. Dank des schwachen Jetstreams konnten polare Kaltluftmassen soweit in den Süden vordringen.

Überflutungen in Malawi

Der Südosten Afrikas wurde vom Tropensturm Ana getroffen. Besonders in Malawi kam es zu katastrophalen Überflutungen, von denen mehr als 200.000 Menschen betroffen sind. Der Notstand wurde ausgerufen. Überschwemmte Flächen können später bewirken, dass sich Schädlinge wie Heuschrecken en mas vermehren.

Vulkan-News 29.01.22: Pavlof

  • Der Pavlof eruptiert einen Lavastrom
  • Am Stromboli wird viel Kohlendioxid ausgestoßen
  • Der Taal emittiert große Mengen Schwefeldioxid

Pavlof mit Lavastrom

Staat: USA | Lokation: 55.42; -161.89 | Eruption: Lavastrom

In Alaska ist es der Pavlof, der wieder aktiver geworden ist. MIROVA detektiert eine moderate Wärmestrahlung mit einer Leistung von 69 MW. Das AVO berichtet von einer schwachen Aktivität des Vulkans. Eine 3D-Simulation aus Satellitendaten zeigt, dass ein schmaler Lavastrom im oberen Bereich der Ostflanke unterwegs ist. In der vergangenen Woche gab es einige Asche-Eruptionen. Der Alarmstatus wurde auf „orange“ erhöht.

In den letzten Wochen war die seismische Aktivität entlang der Subduktionszone des Inselbogens erhöht. Tatsächlich sind noch 3 weitere Vulkane der Aleuten aktiv. Bei ihnen handelt es sich um die Feuerberge Great Sitkin, Davidov und Semisopochnoi.

Stromboli: Kohlendioxid-Ausstoß hoch

Staat: Italien | Koordinaten: 38.79; 15.21 | Eruption: Strombolianisch

Am Stromboli wurde gestern eine sehr hohe Kohlendioxid-Emsission gemessen: sie betrug 2661 Tonnen am Tag. In den Tagen zuvor wurde meistens eine schwache bis mittelstake Gasemission nachgewiesen. Kohlendioxid ist meistens das Gas, dass als erstes die Erdoberfläche erreicht, wenn Magmen aufsteigen. Auf jeden Fall signalisiert es, dass eine größere Menge Magma im Fördersystem unterwegs ist. Zudem registrierte das LGS 203 thermische Durchgänge, die von strombolianischen Eruptionen zeugen. Das Lavaspattering, welches in der letzten Woche oft beobachtet wurde, hat nachgelassen. Außerdem ist die Seismizität im Bereich der Liparischen Inseln erhöht.

Taal: hohe Schwefeldioxid-Emission

Staat: Philippinen | Lokation: 14.002; 120.99 | Eruption: Fumarolisch

Der Philippinische Taal-Vulkan stößt derzeit wieder extrem viel Schwefeldioxid aus. Gestern meldete PHILVOLCS  eine Emission von 18,705 Tonnen am Tag. Heute wurde im Bulletin von 15,633 Tonnen berichtet. Diese Werte sind so hoch, wie man sie sonst nur während Eruptionen von größerer Menge Lava misst. Im Untergrund des Taals scheint viel Magma unterwegs zu sein. Zudem stieg Wasserdampf bis zu 900 m hoch auf. In manchen Medienberichten ist von phreatischer Aktivität die Rede. Nicht zum Bild passt hingegen die Deflation, die seit September letzten Jahres anhält. Man müsste sich hier die Frage stellen, ob nicht ein ähnliches Phänomen, wie bei den Campi Flegrei Auslöser der Bodendeformationen ist. Gemeint ist der Bradyseismos, der wahrscheinlich auf Fluidbewegungen im Hydrothermalsystem zurückzuführen ist.

Erdbeben-News 29.01.22: Kermadec

Inhalt des Artikels

  • Ein starkes Erdbeben Mw 6,4 erschütterte den Tonga-Graben bei Kermadec
  • In alaska bebte es mit Mb 4,6
  • Auf Island gab es einen Erdstoß Mb 3,5

Kermadec: Erdbeben Mw 6,4

Datum: 2 9.01.2022 | Zeit: 02:46:40 UTC | Lokation: 29.61 S ; 176.64 W | Tiefe: 10 km | Mw 6,4


In der Nähe der neuseeländischen Kermadec-Inseln bebte es mit einer Moment-Magnitude von 6,4. Das Beben manifestierte sich am Tonga-Graben. Der Herd des starken Erdbebens lag in einer Tiefe von 10 km. Das Epizentrum wurde in einer Entfernung von 955 km von ‘Ohonua auf Tonga lokalisiert. Es gab mehrere moderate Nachbeben.

Das Tonga-Archipel  liegt nördlich des Epizentrums und stand in den letzten Wochen wegen der Eruption des submarinen Vulkans Hunga Tonga-Hunga Ha’api im Fokus der Berichterstattung. Aber auch bei Kermadec gibt es submarine Vulkane, die auf starke Erdbeben mit einer Eruption reagieren könnten. Generell ist die Zahl der Unterseevulkane nicht bekannt. Am Rand der Tiefseegräben könnten sich weitaus mehr Vulkane verstecken, als es an Land, btw. überseeisch gibt.

Alaska: Erdstoß Mb 4,6

Datum: 29.01.2022 | Zeit: 09:56:15 UTC | Lokation: 53.78 N ; 164.12 W | Tiefe: 35 km | Mb 4,6

Südlich der Aleuten-Insel Unamak gab es ein Erdbeben Mb 4,6. Das Epizentrum wurde 115 km östlich von Akutan lokalisiert. Es hatte ein Hypozentrum in 35 km Tiefe und wirkte sich daher an der Erdoberfläche kaum aus. Dennoch ist die Erschütterung interessant, weil sie sich in der Nähe mehrerer aktiver Vulkane zutrug. Einer davon ist der Pavlof, von dem im nächsten Update die Rede sein wird.

Island: Erdbeben Mb 3,5

Datum: 29.01.2022 | Zeit: 02:40:10 UTC | Lokation: 66.427 ; -17.889 | Tiefe: 13.8 km | Mb 3,5

Diesmal war es der isländische Norden, der Austragungsort mehrerer Erdbeben war. Die beiden stärksten Erschütterungen hatte die Magnituden 3,5 und 3,3. Die Hypozentren lagen in gut 14 km Tiefe und eben soweit südöstlich von Grimsey entfernt. In den vergangenen 48 Stunden detektierte IMO in der Region 24 Erdbeben. Die involvierte Störungszone ist die Tjörnes-Fracture-Zone. Bei Grimsey gibt es auch mehrere submarine Vulkane. Die Region ist für ihre starken Schwarmebben berüchtigt. Teilweise wurden sie durch Magmenintrusion ausgelöst.

Darüber hinaus gab es weitere Beben im Südwesten Islands. Hier sei die Reykjanes-Halbinsel erwähnt und das Bebenzentrum südöstlich von Húsafell.