Erdbeben-News 04.01.22: Mittelatlantischer Rücken

Am Mittelatlantischen Rücken bebte es mit einer Magnitude von 6,1. Moderate Erdbeben gab es in Vanuatu, Japan und der Türkei.

Mittelatlantischer Rücken: Erdbeben Mw 6,1

Datum: 04.01.2022 | Zeit: 03:18:37 UTC | Lokation: 35.28 N ; 35.36 W | Tiefe: 10 km | Mw 6,1

Der Mittelatlantische Rücken wurde von einem Erdbeben der Magnitude 6,1 gerockt. Das Hypozentrum lag 10 km tief. Das Epizentrum befand sich 587 km südlich von Lajes das Flores auf den Azoren. Entlang des gleichen Arms des Rückens gab es zuvor 2 moderate Erdstöße. Bei den Mittelozenanischen Rücken handelt es sich um Spreizungszonen entlang des Ozeanbodens. An den divergenten Plattengrenzen öffnet sich der Atlantik immer weiter und die Kontinente entfernen sich voneinander. Die mittlere Spreizungsrate beträgt 2,5 cm pro Jahr. Das klingt nach wenig, doch in geologischen Zeiträumen gemessen ist das viel. Die Erdbeben sind eine Folge des Prozesses.

Vanuatu: Erdbeben Mw 5,8

Datum: 04.01.2022 | Zeit: 18:31:54 UTC | Lokation: 20.42 S ; 169.79 E | Tiefe: 120 km | Mw 5,8

Im Süden des Archipels gab es ein Erdbeben der Magnitude 5,8. Die Tiefe des Hypozentrums wird mit 112 km angegeben. Demnach ereignete es sich unterhalb der Erdkruste, genauer, in der Grenzschicht der Asthenosphäre. Das Epizentrum befand sich offshore, 111 km südöstlich von Isangel. Die beteiligte Störungszone war der Vanuatugraben.

Japan: Erdstoß Mw 5,8

Datum: 03.01.2022 | Zeit: 21:08:50 UTC | Lokation: 27.13 N ; 141.52 E | Tiefe: 44 km | Mw 5,8

In der Region der japanischen Bonin-Inseln bebte es mit einer Magnitude von 5,8. Das Hypozentrum lag 44 km tief. Das Epizentrum wurde 874 km südlich von Shimoda festgestellt.

Türkei: Erdbeben Mw 5,1

Datum: 05.01.2022 | Zeit: 03:21:17 UTC | Lokation: 36.07 N ; 31.26 E | Tiefe: 66 km | Mw 5,1

Vor der türkischen Mittelmeerküste kam es zu einem Erdstoß der Magnitude 5,1. Die Tiefe des Hypozentrums wurde vom EMSC mt 66 km angegeben. Das Epizentrum manifestierte sich 85 km südwestlich des Urlaubsortes Alanya. Es gib Wahrnehmungsmeldungen, nach denen der Erdstoß leicht gespürt wurde.

Vulkan-News 04.01.22: Semeru

Am Semeru ging ein Pyroklastischer Strom ab. Der Cumbre Vieja zeigt Tremor und der Ol Doinyo Lengai emittiert Wärmestrahlung. Der Lewotolok eruptiert strombolianisch.

Cumbre Vieja: Kleiner Tremor

Staat: Spanien | Koordinaten: 28.57, -17.84 | Eruption: Fumarolisch

Auf La Palma durften gestern die ersten Bewohner in ihre Häuser im Sperrgebiet zurückkehren. Doch ob der Ofen ganz aus ist, ist bis jetzt nicht hundertprozentig klar: heute Nacht begann eine neue Tremorphase. Die Amplitude ist gering, doch sie signalisiert, dass sich immer noch magmatische Fluide im Untergrund bewegen. Die restlichen Parameter sprechen bis jetzt aber nicht für eine Wideraufnahme der eruptive Tätigkeit.

Lewotolok mit Aschewolke

Staat: Indonesien | Lokation: -8.272, 123.505| Eruption: Strombolianisch

Auf der indonesischen Insel Lembata ist der Lewotolok weiter aktiv. Das VAAC registrierte Vulkanasche in einer Höhe von 2100 m. Das VAAC meldete in den ersten 6 Tagesstunden 2 explosive Eruptionen. Auffällig ist, dass der nicht-harmonische Tremor zugelegt hat. Hier wurden heute Nacht 33 Tremorphasen festgestellt.

Ol Doinyo Lengai zeigt thermische Anomalie

Staat: Tansania | Koordinaten: -2.76 ; 39.91 | Eruption: Effusiv

Am tansanischen Vulkan Ol Doinyo Lengai ist wieder ein Hornito aktiv. Das geht aus einem Sentinel-Satellitenfoto hervor, dass eine kleine thermische Anomalie zeigt. Der Lengai ist nicht nur der Gottberg der Massai, sondern auch einer von 4 aktiven Vulkanen im Ostafrikanischem Riftvalley. Bei den beiden anderen Feuerbergen handelt es sich um den Erta Alé in Äthiopien und den Virunga-Vulkanen Nyamuragira und Nyiragongo. Bei Letzterem war im vergangenen Jahr der Lavasee ausgelaufen, doch nun wurde dort auch wieder Lava im Krater gesichtet.

Semeru mit Pyroklastischem Strom

Staat: Indonesien | Koordinaten: -8.108, 112.92 | Eruption: Lahar

Gestern Mittag ging am Semeru auf Java ein moderater Pyroklastischer Strom ab. Er erzeugte ein seismisches Signal mit einer Dauer von 1265 Sekunden und einer Maximalamplitude von 25 mm. Während die Amplitude noch vergleichsweise klein war, hielt die Aktivität ungewöhnlich lange an. Zudem wurden Schuttlawinen generiert und es gab mehrere explosive Eruptionen. Das VAAC detektierte Vulkanasche in einer Höhe von 4300 m. Das Wetter ist schlecht und visuelle Observierungen nur zeitweise möglich. Die Satelliten liefern auch nur eingeschränkt Bilder.

Vulkan-News 04.01.22: Ätna

Heute geht es um Erdbeben unter aktiven Vulkanen Ätna, Fagradalsfjall und Kilauea verzeichnen eine erhöhte Seismizität.

Ätna: Schwarmbeben im Norden

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Staat: Italien |Eruption: Strombolianisch

Unter der Ätna-Nordflanke manifestiert sich ein Schwarmbeben. Erste schwach Erschütterungen ereigneten sich bereits am 2. Januar. Beim EMSC werden 7 Erschütterungen angezeigt, die Magnituden zwischen 2,0 und 2,2 hatten. Das INGV registrierte insgesamt 27 Beben. Die Epizentren befinden sich in einem Areal, dass ca. 3 km östlich von Randazzo liegt. Die meisten Erdbebenherde liegen in Tiefen größer 20 km. Diese Beben sind typisch für den Ätna und stehen sehr wahrscheinlich im Zusammenhang mit Magmenaufstieg.

Seit einigen Wochen nimmt die Seismizität unter dem Ätna wieder zu, nachdem sie während des letzten Jahres niedrig war. Zwar kommt es noch alle 2 Monate zu Paroxysmen, doch generell befindet sich der Vulkan in einer neuen Phase des Aufladens. Diese Phasen dauern oft mehrere Jahre, bis es dann wieder zu vermehrter Aktivität kommt. Diese beginnt für gewöhnlich mit strombolianischen Eruptionen im Zentralkrater, bis es dann zu Paroxysmen oder einer Flankeneruption kommt. Die letzten großen Flankeneruptionen erlebten wir am Ätna vor 20 Jahren. Hierbei handelt es sich um die spektakulären Eruptionen in den Jahren 2001 und 2002/2003.

Fagradalsfjall: Schwarmbeben geht weiter

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Seismik

Wo wir gerade bei Erdbeben unter Vulkanen sind: die Seismizität unter dem Fagradalsfjall hält an. Das IMO registrierte in den letzten 48 Stunden 271 Beben unter Reykjanes. Viele der Beben ereigneten sich in Tiefen von weniger als 1 km. Das deutet darauf hin, dass das Magma weiter aufgestiegen ist. Die Wissenschaftler bleiben am Ball und observieren die Gegend genau. Heute werden neue INSAR-Satellitenbilder erwartet, so dass dann neue Aussagen über die Bodenhebung gemacht werden können. Stay tuned!

Kilauea: Erdbeben M 4,3

Staat: USA | Lokation: 19.42, -155.29 | Eruption: Hawaiianisch

Am Montagnachmittag wurde ein Erdbeben der Stärke 4,3 auf der Insel Hawaii detektiert. Nach Angaben des USGS ereignete sich das Erdbeben in einer Tiefe von 8 km. Sein Epizentrum befand sich 8,3 km von Pahala entfernt. Der Erdstoß konnte im Süden der Insel gespürt werden.

In einer Mitteilung des Hawaii County Civil Defense heißt es: „Das Pacific Tsunami Warning Center meldet, dass das Erdbeben, das sich heute Nachmittag um ca. 14:13 Uhr in der Nähe der südwestlichen Riftzone des Vulkans Kilauea ereignete, nicht stark genug war, um einen Tsunami für die Insel Hawaii zu verursachen. Wie bei allen Erdbeben sollte man sich der Möglichkeit von Nachbeben bewusst sein. Wenn das Erdbeben in Ihrem Gebiet stark zu spüren war, sollten Sie sich vorsorglich nach eventuellen Schäden erkundigen, insbesondere an Gas-, Wasser- und Stromanschlüssen.“

Neben dem moderaten Erdstoß ereigneten sich auch viele schwächere Erdbeben, die im Zusammenhang mit Magmenaufstieg am unteren Südwestrift stehen.

Die Aktivität am Hamema’uma’u stoppte gestern. Es ist gut möglich, dass es in den nächsten Stunden wieder los geht.

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